{"id":9839,"date":"2022-06-04T20:49:34","date_gmt":"2022-06-04T18:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/weltwirtschaft-deutschland-auf-dem-falschen-dampfer\/"},"modified":"2022-06-04T20:49:34","modified_gmt":"2022-06-04T18:49:34","slug":"weltwirtschaft-deutschland-auf-dem-falschen-dampfer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/weltwirtschaft-deutschland-auf-dem-falschen-dampfer\/","title":{"rendered":"Weltwirtschaft: Deutschland auf dem falschen Dampfer"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/629b9044b480cc7e44624f65.png\" \/><\/p>\n<p><em>von Max Erdinger<\/em><\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte alles so sch\u00f6n sein.<\/p>\n<p>Die Deutsche Mark ist eine weltweit gefragte W\u00e4hrung. Deutsche Produkte sind ihrer herausragenden Qualit\u00e4t und Haltbarkeit wegen weltweit gefragt, die Nachfrage \u00fcbersteigt das Angebot, die Preise sind dementsprechend, den Firmen geht es gut, die Abgabenlast f\u00fcr den B\u00fcrger ist niedrig, der Staat ist schlank, die Volksvertreter sind bescheiden, zwei bis drei Kinder pro Familie sind normal, im internationalen Bildungsvergleich schneidet Deutschland hervorragend ab, die innere Sicherheit ist hoch, die Grenzen sind gesch\u00fctzt, die Bundeswehr ist eine schlagkr\u00e4ftige Armee, die B\u00fcrger werden informiert statt indoktriniert, die EUdSSR ist nur ein b\u00f6ser Traum und die Deutschen sind ein weithin geachtetes Volk \u2026 \u2013<\/p>\n<p>ausgetr\u00e4umt. Die Wirklichkeit ist h\u00e4sslich.<\/p>\n<p>Ohne, dass irgendjemand eine andere Erkl\u00e4rung f\u00fcr Deutschlands Engagement in einem Krieg hat, der das Land im Grunde nichts angeht, au\u00dfer der, dass Deutschland 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch immer US-Vasall ist, befindet sich unser Land de facto in einem Krieg mit Russland.<\/p>\n<p>Das ist bitter. Besonders bitter ist, dass man nicht mehr um das Eingest\u00e4ndnis herumkommt, einst einem Verteidigungsb\u00fcndnis beigetreten zu sein, das heute nur noch auf dem Papier ein Verteidigungsb\u00fcndnis ist, realiter aber ein Drohmittel von hochaggressiven US-amerikanischen Geostrategen zum alleinigen und vermeintlichen Nutzen der Vereinigten Staaten von Amerika. Und die bekommen gerade derbe aufs Maul vom Rest der Welt. Nicht zuletzt deswegen, weil dem Rest der Welt mit jedem weiteren Tag immer klarer wird, wer den gegenw\u00e4rtigen Ukrainekrieg tats\u00e4chlich angezettelt hat \u2013 und wie perfide er dabei vorgegangen ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr den US-Vasallen Deutschland gilt: Mitgegangen, mitgehangen.<\/p>\n<p><strong>Das Weltwirtschaftsforum in Davos<\/strong><\/p>\n<p>Drei Monate nach der russischen Invasion in der Ukraine ver\u00e4stelt sich die Schlacht des Westens gegen den Rest der Welt immer mehr. Zw\u00f6lf Prozent der Weltbev\u00f6lkerung gegen 88 Prozent. Seltsamerweise bleibt aber das urspr\u00fcngliche Narrativ dasselbe: Freiheitskampf nicht nur der Ukrainer, Aggressor Putin, Demokratie und westliche Werte werden stellvertretend von ukrainischen Helden f\u00fcr ganz Westeuropa verteidigt. Der ganze infantile Seich eben, den sich westliche Gesellschaften gern anh\u00f6ren, weil er ihnen gef\u00e4llt, nicht, weil er wahr w\u00e4re.<\/p>\n<p>Am vergangenen Montag hie\u00df der Gr\u00fcnder des privaten Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum \u2013 WEF), Prof. Klaus Schwab, den ehemaligen Kom\u00f6dianten und heutigen Pr\u00e4sidentendarsteller der Ukraine Wladimir Selenskij willkommen. W\u00e4hrend der \u00fcberlebensgro\u00df von einer riesigen Videowand auf die Versammelten herabblickte, bezeichnete ihn der transhumanistische Professor aus der Schweiz als einen Pr\u00e4sidenten, der von ganz Europa und der internationalen Gemeinschaft unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Das war nicht mehr als ein Glaubensbekenntnis. Selenskijs Zeit als ukrainischer Pr\u00e4sidentendarsteller l\u00e4uft unerbittlich ab. Die Realit\u00e4t sieht so aus: Unterst\u00fctzung f\u00fcr Selenskij gibt es nur von denjenigen, die sich noch immer die M\u00e4r von der &#8220;regelbasierten internationalen Ordnung&#8221; erz\u00e4hlen lassen, weil sie ihnen eben gef\u00e4llt. Etwa 88 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung lassen sich diese M\u00e4r nicht mehr erz\u00e4hlen. Sie sind aus Erfahrung klug geworden.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in der wirklichen Welt ist zu erkennen, dass Russland z\u00e4h und best\u00e4ndig daran gearbeitet hat, die Kunst der hybriden Kriegsf\u00fchrung zu perfektionieren. Dennoch wird unter den Gl\u00e4ubigen an die regelbasierte internationale Ordnung \u2013 mit Unterst\u00fctzung einer bunten Vielfalt an NATO-Psy-Ops, aggressiver kognitiver Infiltration und einem bemerkenswerten medialen Sykophantentum \u2013 die Gewissheit gestreut, das US-amerikanische 40-Milliarden-Hilfspaket f\u00fcr die Ukraine werde die endg\u00fcltige Kriegswende bringen, sodass am Schluss die Ukraine als strahlender Sieger dasteht.<\/p>\n<p>Dieses &#8220;Gamechanger-Narrativ&#8221; wird von denselben freundlichen Leuten gestreut, die schon in Afghanistan und im Irak Milliarden versenkt hatten \u2013 und jeder wei\u00df, wie das ausgegangen ist. Was ebenfalls jeder wei\u00df: Die Korruption ist in der Ukraine erfunden worden. Die 40 US-Milliarden werden zwei Sorten von Zeitgenossen zugute kommen: erstens dem milit\u00e4risch-industriellen Komplex der USA und zweitens einer Gruppe von ukrainischen Oligarchen und zweifelhaften NGOs, die den Schwarzmarkt f\u00fcr Waffen und die humanit\u00e4re Hilfe kontrollieren und die ihre Gewinne sp\u00e4ter auf den Cayman-Inseln wei\u00dfwaschen werden.<\/p>\n<p><strong>Geldschwemme f\u00fcr die zuvor nicht kreditw\u00fcrdige Ukraine<\/strong><\/p>\n<p>So sollen die 40 Milliarden aufgeteilt werden: 8,7 Milliarden kommen der Ukraine \u00fcberhaupt nicht zugute, weil sie daf\u00fcr verwendet werden, die geleerten Waffenlager innerhalb der USA wieder aufzuf\u00fcllen. 3,9 Milliarden gehen an &#8220;USEUCOM&#8221;, die &#8220;Beh\u00f6rde&#8221; also, die Kiew die milit\u00e4rische Taktik vorschreibt. F\u00fcnf Milliarden werden f\u00fcr die Aufrechterhaltung einer schwammigen &#8220;globalen Nahrungsmittel-Lieferkette&#8221; draufgehen, sechs Milliarden f\u00fcr tats\u00e4chliche Waffen und Ausbildung von Ukrainern an diesen Waffen, neun Milliarden, die offiziell als &#8220;wirtschaftliche Hilfe&#8221; deklariert sind, dennoch aber in einigen ausgew\u00e4hlten Taschen verschwinden werden \u2013 sowie 0,9 Milliarden f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge.<\/p>\n<p>US-amerikanische Risikobewertungsgesellschaften haben die Ukraine als nicht kreditw\u00fcrdig eingestuft. Gro\u00dfe amerikanische Investmentfonds lassen die Ukraine fallen, sodass den Ukrainern als einzige Option die EU und ihre Mitgliedsstaaten zur Kapitalbeschaffung \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n<p>Wo es sich nicht um ausgemachte Russophobiker handelt, wie bei Polen etwa, haben Regierungen von EU-Staaten zunehmende Schwierigkeiten, das Verschleudern gigantischer Summen von Steuergeld an einen &#8220;failed state&#8221; zu rechtfertigen. Es wird also der Eurokratie selbst zufallen, die Ukraine gerade mit so vielen Mitteln zu versorgen, dass sie in einem wirtschaftlichen Koma gehalten werden kann \u2013 und zwar unabh\u00e4ngig davon, was von einzelnen Mitgliedstaaten und Institutionen kommt.<\/p>\n<p>Diese EU-&#8220;Kredite&#8221;, meistens gew\u00e4hrt in Form von Waffenlieferungen, k\u00f6nnen \u00fcber ukrainische Weizenlieferungen zur\u00fcckbezahlt werden. In einem kleineren Rahmen passiert das bereits \u00fcber den rum\u00e4nischen Hafen Constan\u021ba, wo ukrainischer Weizen auf Lastk\u00e4hnen \u00fcber die Donau ankommt. Tagt\u00e4glich wird er dann in Constan\u021ba umgeladen auf Dutzende von gro\u00dfen Frachtschiffen. Auch mit endlosen Lastwagenkolonnen wird der Weizen angeliefert.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei: Der ukrainische Weizen wird den wohlhabenden Westen ern\u00e4hren, die verarmten Ukrainer jedoch nicht. Es ist davon auszugehen, dass ab Herbst erneut Milliarden an &#8220;humanit\u00e4rer Hilfe&#8221; an die Ukraine flie\u00dfen werden, dann nicht zur Bek\u00e4mpfung von Russen, sondern zur Bek\u00e4mpfung einer Hungersnot. Und auch von diesen Milliarden wird wieder viel in den Taschen solcher Leute landen, die keinen Hunger zu f\u00fcrchten haben.<\/p>\n<p><strong>Polen spekuliert auf eine sanfte Annexion<\/strong><\/p>\n<p>Dennoch steht f\u00fcr den Sommer eine weitere NATO-Psy-Op ins Haus, die das &#8220;quasig\u00f6ttliche&#8221; \u2013 nicht legale \u2013 Recht der NATO behaupten wird, das Schwarze Meer mit Kriegsschiffen zu best\u00fccken, die dann selbstverst\u00e4ndlich nur dazu da w\u00e4ren, die ukrainischen Weizenlieferungen zu eskortieren. Das eigentliche Ziel w\u00e4re freilich die russische Schwarzmeerflotte in Sewastopol auf der Krim. Die westlichen Medien werden die Sache so hindrehen, dass es sich um eine Notwendigkeit handelt, um den Westen vor einer Nahrungsmittelkrise zu bewahren \u2013 und das, obwohl die eine direkte Folge der Serie von hysterischen Sanktionspaketen des Westens selbst w\u00e4re.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich l\u00e4uft viel der NATO-Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine \u00fcber die Grenze mit Polen. Das passt zu zwei alles \u00fcberspannenden Zielen Washingtons. Das erste ist ein &#8220;langer Krieg&#8221; in der Erscheinung eines Daueraufstands wie in Afghanistan, in dem die &#8220;Gotteskrieger&#8221; ersetzt werden durch S\u00f6ldner und Neonazis. Und zweitens sind es die aufrechtzuerhaltenden Sanktionen gegen Russland, um das Land milit\u00e4risch und wirtschaftlich zu schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Weitere Ziele bleiben zwar bestehen, werden den beiden oben genannten jedoch untergeordnet. Die US-Demokraten sollen bei den Midterms im November wiedergew\u00e4hlt werden, was nicht passieren wird, au\u00dferdem soll der milit\u00e4risch-industrielle Komplex der USA mit Mitteln gef\u00fcttert werden, die sich als wirtschaftlicher Profit aus den Sanktionen quasi selbst finanzieren \u2013 und es soll mit allen Mitteln die Hegemonie des US-Dollars gerettet werden, was angesichts einer Welt, die das Spiel zunehmend durchschaut, immer schwieriger wird.<\/p>\n<p>Ein zentrales Ziel, das mit erstaunlicher Leichtigkeit zu verwirklichen zu sein scheint, ist die Zerst\u00f6rung der deutschen \u2013 und in der Folge davon der EU-Wirtschaft, mit europ\u00e4ischen Firmen, die dann im amerikanischen Interesse verkauft werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Produktionsvorstand von BMW, Milan Nedeljkovi\u0107, erkl\u00e4rte der Nachrichtenagentur <em>Reuters<\/em>, dass seine Branche etwa 37 Prozent der Gasimporte verbraucht, wodurch die Produktion so nicht aufrechterhalten bleiben k\u00f6nne, wenn das Gas aus Russland wegfalle. Washingtons Absicht ist es offenbar, den Krieg auf kleiner Flamme k\u00f6cheln zu lassen, ihn mit S\u00f6ldnern am Leben zu erhalten und in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden wieder eskalieren zu lassen, etwa durch L\u00e4nder wie Polen oder die baltischen Zwergstaaten.<\/p>\n<p><strong>Superselenskij und Polens Duda<\/strong><\/p>\n<p>Auf erb\u00e4rmliche Weise gab der EU-Vertreter f\u00fcr Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, einen Ausblick auf die zu erwartende EU-Strategie. Der spanische Sozialdemokrat best\u00e4tigte vergangene Woche die \u00dcbereinstimmung der EU mit den Pl\u00e4nen Washingtons, als er ank\u00fcndigte, der Konflikt werde sich lange hinziehen, und dass die Priorit\u00e4t der EU-Staaten in der Ukraine bei der Lieferung von schweren Waffen liege.<\/p>\n<p>Unterdessen trafen sich der polnische Pr\u00e4sident Andrzej Duda und &#8220;Superselenskij&#8221; in Kiew. Die Ergebnisse dieses Treffens passen erstaunlich gut zu den W\u00fcnschen Polens. Nicht nur wird es keine effektive Grenze mehr zwischen Polen und der Ukraine geben, sondern Polen k\u00f6nnen in Zukunft sogar in die ukrainische Regierung gew\u00e4hlt werden und sich um \u00c4mter als ukrainische Verfassungsrichter bewerben.<\/p>\n<p>Wie das mit dem Schutz der EU-Au\u00dfengrenzen vereinbar sein soll, m\u00f6ge Duda bitte den anderen EU-Mitgliedern erkl\u00e4ren. Im Endeffekt bedeutet das n\u00e4mlich, dass \u00fcber eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine gar nicht mehr entschieden werden m\u00fcsste. Die Polen erledigen das von sich aus, indem sie die F\u00fchrung jenes &#8220;failed state&#8221; namens Ukraine einfach von Kiew nach Warschau verlegen. Die Polen m\u00fcssten nicht einmal mehr Truppen entsenden. Es handelt sich um eine &#8220;sanfte Annexion&#8221; zumindest der Westukraine.<\/p>\n<p>Von den Ukrainern abgefangene Kommunikation deutet darauf hin, dass die ukrainische Armee eine gestaffelte Verteidigungslinie herausbilden will, die von Poltawa \u00fcber Dnjepropetrowsk, Saporoschje und Kriwoi Rog nach Nikolajew reicht, um das bereits heftig befestigte Odessa abzuschirmen. Das ist aber nicht erfolgversprechend, um den russischen Vormarsch auf Odessa aufzuhalten.<\/p>\n<p>Man muss sich vor Augen halten, dass die &#8220;Operation Z&#8221; am 24. Februar mit etwa 150.000 Soldaten begonnen hatte \u2013 und die waren nicht die russischen Elitekr\u00e4fte gewesen. Dennoch haben sie bislang Mariupol erobert und das als ukrainische Elite geltende Asow-Bataillon in nur f\u00fcnfzig Tagen vernichtet. Dabei haben sie eine 400.000-Einwohner-Stadt mit einem Minimum an Gefallenen unter ihre Kontrolle gebracht. W\u00e4hrend die Russen also einen echten Landkrieg f\u00fchrten, ohne dabei die US-Taktik der unterschiedslosen Zerst\u00f6rung von allem aus der Luft zu kopieren, gelang es ihnen au\u00dferdem, Cherson, Saporoschje und praktisch das ganze Gebiet der beiden Volksrepubliken Lugansk und Donezk zu besetzen.<\/p>\n<p><strong>Die milit\u00e4rische Walze<\/strong><\/p>\n<p>Der Oberkommandierende der russischen Landstreitkr\u00e4fte, General Alexander Dwornikow, hat bestens ausger\u00fcstete Streitkr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung, die inzwischen f\u00fcnfmal schneller vorankommen als in der Anfangsphase der &#8220;Operation Z&#8221;, w\u00e4hrend die Ukrainer, alles in allem, wenig bis sehr wenig Sprit haben und obendrein mit einem Mangel an Munition, ausgebildeten Einheiten, Drohnen und Radarger\u00e4ten geschlagen sind.<\/p>\n<p>Was amerikanische Fernsehsessel-Gener\u00e4le offenbar nicht begreifen wollen, ist, dass die Russen bei ihrer sogenannten &#8220;kombinierten Armee- und Polizeioperation&#8221; zwei Top-Ziele haben: Erstens die Zerst\u00f6rung des milit\u00e4rischen Ger\u00e4ts ihrer Feinde \u2013 und zweitens, das Leben der eigenen Truppen so gut wie m\u00f6glich zu schonen. Den Verlust von ein paar Panzern kann Moskau verkraften, den von Leben hingegen nicht. Das ist der Grund f\u00fcr die hohe Pr\u00e4zision, mit der die Russen lediglich milit\u00e4rische Ziele aus der Luft angreifen. Hohe Treffsicherheit ist deshalb ein und alles f\u00fcr die Russen.<\/p>\n<p>Es gibt eine hitzige Debatte unter russischen Milit\u00e4rexperten dar\u00fcber, warum das Verteidigungsministerium nicht auf einen schnellen strategischen Sieg setzt. Sie k\u00f6nnten die Ukraine in k\u00fcrzester Zeit, so, wie das die Amerikaner zu tun pflegen, in Schutt und Asche legen. Die Russen ziehen es aber vor, wie eine Dampfwalze langsam, aber sicher vorzugehen. Sie r\u00fccken nur dann vor, wenn Pioniere vorher das ganze zu erobernde Terrain inspiziert haben. Schlie\u00dflich ist die ganze Ukraine vermint.<\/p>\n<p>Das generelle Vorgehensmuster ist unmissverst\u00e4ndlich, ganz egal, was die NATO behauptet. Die ukrainischen Verluste steigen exponentiell. Zurzeit sind es 1.500 Gefallene oder Verwundete jeden Tag. Sollten sich im Donbass tats\u00e4chlich noch 50.000 ukrainische Soldaten aufhalten, dann werden sie bis Ende Juni verschwunden sein. Wahrscheinlich hat die Ukraine allein in und bei Mariupol 20.000 Mann verloren. Das ist ein massiver Verlust, der den von Debalzewo 2015 und den von Ilowajsk 2014 noch \u00fcbersteigt. Die Verluste bei Isjum k\u00f6nnten sogar noch h\u00f6her sein als die in Mariupol. Aktuell kommen die Verluste bei Sewerodonezk dazu.<\/p>\n<p><strong>Die Stunde der Artillerie<\/strong><\/p>\n<p>Dabei geht es um die besten Kr\u00e4fte der ukrainischen Armee. Es spielt keine Rolle, dass es nur etwa 70 Prozent der von der NATO gelieferten Waffen \u00fcberhaupt bis aufs Schlachtfeld schaffen. Die Verluste an ausgebildeten Soldaten sind das Problem der Ukrainer. Sie sind verloren und k\u00f6nnen nicht ersetzt werden. Die Asow-Nazis, die 24. Brigade, die 36. Brigade \u2013 sie alle verzeichnen Verluste von mehr als 60 Prozent ihrer Mannschaftsst\u00e4rken oder sind v\u00f6llig ausgel\u00f6scht worden.<\/p>\n<p>Die Schl\u00fcsselfrage, wie verschiedene russische Milit\u00e4rexperten betonen, ist nicht, wann Kiew am &#8220;point of no return&#8221; ankommt, sondern die, wie viele Soldaten Moskau daf\u00fcr zu opfern bereit ist. Die gesamte ukrainische Verteidigung basiert auf der Artillerie. Die n\u00e4chsten Schlachten werden mit weitreichender Artillerie gef\u00fchrt werden. Das wird Probleme geben, weil die USA gerade dabei sind, das M270-MLRS-System mit pr\u00e4zisionsgeleiteter Munition zu liefern, die mit hoher Treffsicherheit (+\/- ein Meter) Ziele in bis zu 70 Kilometern Entfernung treffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber die Russen haben dem etwas entgegenzusetzen, sogar mit 30 Kilometern mehr Reichweite, lasergesteuert und zudem kompatibel mit dem massenhaft produzierten Panzir-Luftabwehr-System. Inwiefern Ukrainer das amerikanische System effizient bedienen k\u00f6nnen, steht zudem auf einem ganz anderen Blatt. Vor dieser Frage steht das russische Milit\u00e4r mit seinem eigenen System nicht.<\/p>\n<p>Die Ukraine mit ihren formal noch bestehenden Grenzen ist bereits Geschichte. Georgi Muradow, der dauernde Krimbeauftragte des russischen Pr\u00e4sidenten und stellvertretende Ministerpr\u00e4sident der Krim, gibt sich unnachgiebig:<\/p>\n<blockquote>\n<p>&#8220;<em>Die Ukraine in der alten Gestalt wird es nicht mehr geben. Das ist jetzt bereits die fr\u00fchere Ukraine<\/em>.&#8221;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das Asowsche Meer ist heute bereits ein Gew\u00e4sser im Hoheitsgebiet der Russen und der Volksrepublik Donezk (DVR), sagt Muradow.<\/p>\n<p><strong>Ein sinkendes Schiff<\/strong><\/p>\n<p>Mit der reichen russischen Erfahrung aus Grosny und der Krim wird Mariupol schnell wieder aufgebaut werden. Der russische Landkorridor steht. Vier von f\u00fcnf Mariupoler Krankenh\u00e4usern haben den Betrieb inzwischen wieder aufgenommen, der \u00f6ffentliche Nahverkehr l\u00e4uft wieder und drei Gaswerke sind ebenfalls erneut in Betrieb genommen worden. Der bevorstehende Verlust von Sewerodonezk und Lissitschansk wird jene Alarmglocken in Washington und in Br\u00fcssel l\u00e4uten lassen, die das Ende des gegenw\u00e4rtigen Regimes in Kiew ank\u00fcndigen. Bei aller abgehobenen Rhetorik des Westens \u00e0 la &#8220;We stand with Ukraine&#8221;: Keines der westlichen Schwergewichte wird mehr Wetten auf ein sinkendes Schiff abschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>An der Sanktionsfront sieht es den Worten des russischen Ministers f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung Maxim Reschetnikow folkgenderma\u00dfen aus:<\/p>\n<blockquote>\n<p>&#8220;<em>Russland geht davon aus, dass die Sanktionen l\u00e4ngerfristiger Natur sind, weshalb die strategische Ausrichtung Russlands in Richtung Asien, auf eine beschleunigte Wiederbelebung hin zum \u2013 als auch auf verst\u00e4rkten Import vom asiatischen Markt zu sehen sein wird. Wir werden jede Anstrengung unternehmen, uns in die asiatische Wertsch\u00f6pfungskette zu integrieren, zusammen mit asiatischen L\u00e4ndern, zusammen mit arabischen und s\u00fcdamerikanischen L\u00e4ndern<\/em>.&#8221;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Was westliche Einsch\u00fcchterungsversuche Russland gegen\u00fcber betrifft, verweist der Chef von Roskosmos Dmitri Rogosin auf 50 Sarmat-Hyperschallraketen, die bis zum Herbst gefechtsfertig sein sollen. Der Westen solle sich besser zur Weisheit bei seinen \u00dcberlegungen entschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Front gegen die Davos-F\u00fchrer<\/strong><\/p>\n<p>Das WEF-Treffen in Davos diese Woche wirft ein Schlaglicht auf die neuen Trennlinien, die sich herausgebildet haben in einer Welt zwischen Unipolarit\u00e4t und Multipolarit\u00e4t. Russland, die beiden Volksrepubliken Donezk und Lugansk, Tschetschenien und Verb\u00fcndete wie Wei\u00dfrussland stellen sich nun einm\u00fctig gegen die &#8220;Davos-F\u00fchrer&#8221;, was gleichbedeutend ist mit Widerstand gegen die westliche Elite, mit ein paar Ausnahmen, wie beispielsweise dem ungarischen Premierminister Viktor Orb\u00e1n.<\/p>\n<p>Selenskij wird es pers\u00f6nlich an nichts mangeln. Er wird von britischen und amerikanischen Kr\u00e4ften besch\u00fctzt. Seine Familie lebt angeblich in einem Acht-Millionen-Dollar-Anwesen in Israel. Er besitzt eine 34-Millionen-Dollar-Villa in Miami Beach und eine weitere in der Toskana. Die durchschnittlichen Ukrainer wurden angelogen, ausgenommen und von der Gang in Kiew, der Selenskij vorsteht, in vielen F\u00e4llen umgebracht. Die T\u00e4ter sind Oligarchen, der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU, Fanatiker und Nazis. Die \u00fcbrig gebliebenen Ukrainer (zehn Millionen sind bereits geflohen) werden auch weiterhin behandelt werden wie bisher, n\u00e4mlich als entbehrlich.<\/p>\n<p>Der russische Pr\u00e4sident Wladimir &#8220;der neue Hitler&#8221; Putin hat absolut keine Eile damit, dieses \u00fcberlebensgro\u00dfe Drama zu beenden, das den bereits verfallenden Westen bis auf die Grundmauern ruinieren wird. Warum sollte er auch? Seit 2007 hatte er alles versucht, was auf der &#8220;Wir-k\u00f6nnten-uns-doch-auch-vertragen-Schiene&#8221; m\u00f6glich gewesen ist. Er wurde mit beispielloser Arroganz ein ums andere Mal abgewiesen. F\u00fcr ihn ist es an der Zeit, sich entspannt zur\u00fcckzulehnen und dem Westen dabei zuzusehen, wie der sich sein eigenes Grab schaufelt.<\/p>\n<p><strong>Und Deutschland?<\/strong><\/p>\n<p>Das wird vermutlich alle diejenigen schockieren, die diese Woche von der durchgeronzheimerten <em>Bild<\/em> die Relotiade von &#8220;Superselenskij&#8221; aufgetischt bekommen hatten, der zufolge der ukrainische Strahlemann jener russischen Armee &#8220;das R\u00fcckgrat gebrochen&#8221; habe, der seit dem 15. M\u00e4rz bereits &#8220;in drei Tagen der Sprit ausgeht&#8221; und deren Nachschub ausbleibt. <em>ARD<\/em>&#8211; und <em>ZDF<\/em>-Konsumenten d\u00fcrften sich ebenfalls verwundert die Augen reiben angesichts dieser v\u00f6llig kontr\u00e4ren Darstellung der Geschehnisse. Das deutsche Volk insgesamt ist drau\u00dfen. Das &#8220;Tal der Ahnungslosen&#8221;, wie man die Gegend um Dresden zu DDR-Zeiten genannt hatte, weil dort kein Westfernsehen zu empfangen war, hat sich inzwischen ausgedehnt bis an die franz\u00f6sische Grenze im Westen.<\/p>\n<p>Dementsprechend unbehelligt vom eigentlichen Souver\u00e4n marodiert die deutsche Regierung in Form der Ampelkoalition weiter vor sich hin, sodass der ehemalige Kinderbuchautor und heutige Wirtschaftsminister sogar mit Vorschl\u00e4gen wie demjenigen durchkommt, den \u00d6lpreis, zu dem man einkauft, zu deckeln. Als ob das \u00d6l dadurch unverk\u00e4uflich werden w\u00fcrde. Es wird dann halt von jemandem gekauft, der den geforderten Preis bezahlen will.<\/p>\n<p>Der deutsche Michel schaut derweil unger\u00fchrt dabei zu, wie sein Land von gewissenlosen Ignoranten voll an die Wand gefahren wird, und besch\u00e4ftigt sich mit Affenpocken, Gendersternchen, Buntheit und Vielfalt, Rassismus, Lauterbach und Sexismus sowie einer Neudefinition des Begriffs Heimat. Im Hintergrund pl\u00e4rrt eine ordin\u00e4re Aufschneiderin als Au\u00dfenministrierende hysterisch gegen die &#8220;Kriegsm\u00fcdigkeit&#8221; an, sein Verfassungsgericht ist blockiert, seine Grundrechte sollen dauerhaft eingeschr\u00e4nkt bleiben, der Ausnahmezustand soll die neue Normalit\u00e4t sein, die Lebensmittelpreise explodieren, die Inflation galoppiert \u2013 und im Fernsehen l\u00e4uft der Bergdoktor.<\/p>\n<p>Der Mensch ist frei. Was er sich erw\u00e4hlt, wird ihm zuteil werden.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/rtde.site\/meinung\/139865-ukraine-deutschland-und-die-eu-der-sachstand\/\">Ukraine, Deutschland und die EU: Der Sachstand<\/a><\/p>\n<p><em>Dieser Artikel wurde am 29. Mai 2022 auf der Website <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ansage.org\/weltwirtschaft-deutsche-auf-dem-falschen-dampfer\/\">ansage.org<\/a> erstver\u00f6ffentlicht. Die Genehmigung zur Zweitver\u00f6ffentlichung wurde RT DE in schriftlicher Form erteilt.<\/em><\/p>\n<\/p>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/140212-weltwirtschaft-deutschland-auf-dem-falschen-dampfer\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Max Erdinger Es k\u00f6nnte alles so sch\u00f6n sein. Die Deutsche Mark ist eine weltweit gefragte W\u00e4hrung. 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