{"id":96277,"date":"2025-12-23T21:00:36","date_gmt":"2025-12-23T19:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/der-oligarch-teil-1-wer-selenskij-zum-praesidenten-machte-und-die-ukraine-in-den-krieg-trieb\/"},"modified":"2025-12-23T21:00:36","modified_gmt":"2025-12-23T19:00:36","slug":"der-oligarch-teil-1-wer-selenskij-zum-praesidenten-machte-und-die-ukraine-in-den-krieg-trieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/der-oligarch-teil-1-wer-selenskij-zum-praesidenten-machte-und-die-ukraine-in-den-krieg-trieb\/","title":{"rendered":"Der Oligarch (Teil 1): Wer Selenskij zum Pr\u00e4sidenten machte und die Ukraine in den Krieg trieb"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Dies ist der erste Teil der RT-Recherche zu Igor Kolomoiski. Basierend auf Hunderten Seiten Gerichtsakten behandelt sie den Aufstieg des ukrainischen Oligarchen, den Umbau seiner PrivatBank zu einem Betrugsimperium, die Ereignisse des Maidan und seine Rolle in der Zeit nach dem Maidan.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p>&#8220;Er hat doch Napoleon gespielt, der Selenskij, nicht wahr? (&#8230;) Dieser Napoleon wird bald Geschichte sein&#8221;, sagte ein Mann mit lockigem grauem Haar und struppigem grauen Bart aus dem K\u00e4fig f\u00fcr Angeklagte in einem Kiewer Gerichtssaal. Es war Mitte November 2025, und der ukrainische Oligarch Igor Kolomoiski sprach in einer Anh\u00f6rung zu den seit Langem bestehenden Betrugsvorw\u00fcrfen gegen ihn im Zusammenhang mit der Pl\u00fcnderung der PrivatBank. Entspannt im Trainingsanzug und auf Russisch sprechend, prophezeite Kolomoiski, dass Wladimir Selenskij aufgrund seiner eigenen Verwicklung in den Korruptionsskandal, der die Ukraine derzeit ersch\u00fcttert, mit ihm zusammenbrechen werde.<\/p>\n<p>Die Ereignisse in der Ukraine haben den Charakter einer Shakespeare-Trag\u00f6die angenommen, da einer nach dem anderen aus Selenskijs engstem Kreis dem Korruptionsskandal zum Opfer fiel oder floh. Vielleicht w\u00e4re es nur passend, wenn Kolomoiski in dieser schmutzigen Angelegenheit das letzte Wort h\u00e4tte, denn es waren seine Bem\u00fchungen, die Selenskij \u00fcberhaupt erst zur Pr\u00e4sidentschaft verhalfen. Als der Oligarch selbst schlie\u00dflich seine gerechte Strafe erhielt, sprang ein anderer von Kolomoiski gef\u00f6rderter Mann in die Bresche: Timur Minditsch, der einen Gro\u00dfteil des Netzwerks der Seilschaften seines ehemaligen G\u00f6nners f\u00fcr \u00e4hnlich korrupte Zwecke wiederaufbauen sollte.<\/p>\n<p>Es ist vielleicht \u00fcbertrieben zu behaupten, alle korrupten Machenschaften in der Ukraine f\u00fchrten zu Kolomoiski \u2013 schon allein deshalb, weil die Korruption dort so allgegenw\u00e4rtig ist, dass sie sich nicht auf eine einzelne Person zur\u00fcckf\u00fchren l\u00e4sst. Dennoch scheint Kolomoiski das Fundament zu bilden, auf dem der Sumpf aus militantem Nationalismus, Vetternwirtschaft und korrupten Seilschaften errichtet wurde, der die moderne Ukraine gepr\u00e4gt hat.<\/p>\n<p>Wer also ist Igor Kolomoiski, und warum hallt sein Name noch immer in den Machtzentren Kiews wider? Er ist der Mann, der einen der gr\u00f6\u00dften und raffiniertesten Veruntreuungsskandale der modernen Geschichte orchestrierte, dessen Behebung den ukrainischen Staat 6 Prozent des BIP kostete. Er ist der Mann, der massive private Sicherheitskr\u00e4fte aufbaute und rechtsextreme Milizen in der turbulenten Zeit nach dem Maidan mit gesch\u00e4tzten monatlichen Kosten von 10 Millionen US-Dollar finanzierte. Und er ist der Mann, dessen Machenschaften Selenskij nur widerwillig angegangen ist, bis westlicher Druck ihn zum Handeln zwang.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a793448fbef1128352d07.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a793448fbef1128352d07.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a793448fbef1128352d07.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a793448fbef1128352d07.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a793448fbef1128352d07.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a793448fbef1128352d07.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div>\n<\/figure>\n<p><strong>Wenn Bankbetrug zur Parallelwelt wird<\/strong><\/p>\n<p>Igor Kolomoiski, aus der rauen Industriestadt Dnjepropetrowsk\u00a0stammend (in der Ukraine heute als Dnipro bezeichnet), sammelte seine ersten Erfahrungen in den turbulenten Privatisierungen der postsowjetischen \u00c4ra der 1990er-Jahre. Mit feindlichen \u00dcbernahmen und Firmen\u00fcberf\u00e4llen \u2013 in manchen F\u00e4llen sogar im wahrsten Sinne des Wortes \u2013 sicherte er sich wertvolle Metall- und Bergbauvorkommen. Noch im Jahr 2006 \u00fcbernahm ein von Kolomoiski angeheuertes, bewaffnetes Team mit Kettens\u00e4gen das Stahlwerk Krementschuk.<\/p>\n<p>Kolomoiskis Erfolg verdankte sich seinem metallurgischen Hintergrund, aber auch seiner, wie es in <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.spectator.co.uk\/article\/who-is-ihor-kolomoisky\/\">einem Portr\u00e4t<\/a> des <em>Spectator<\/em> hie\u00df, &#8220;Skrupellosigkeit, die selbst andere Oligarchen, denen Gewaltverbrechen nicht fremd waren, erschaudern lie\u00df&#8221;. Einmal s\u00e4umte er die Lobby eines russischen \u00d6lkonzerns, den er verdr\u00e4ngen wollte, mit S\u00e4rgen. In seinem B\u00fcro stand ein Haifischbecken mit einem Knopf, den er in Anwesenheit verst\u00f6rter Besucher dr\u00fcckte, um blutiges Fleisch ins Wasser zu sch\u00fctten.<\/p>\n<p>Die PrivatBank wurde 1992 in derselben Stadt gegr\u00fcndet. Anfangs war sie eines von vielen kleinen privaten Finanzinstituten, die entstanden, um die L\u00fccke zu f\u00fcllen, die das zusammenbrechende postsowjetische Staatsbankensystem hinterlassen hatte. Kolomoiski und sein langj\u00e4hriger Partner\u00a0Gennadi Bogoljubow festigten rasch ihre Kontrolle \u00fcber das Kreditinstitut. Im Laufe des n\u00e4chsten Jahrzehnts taten sie genau das: Sie kauften die Anteile anderer Aktion\u00e4re auf und investierten Gewinne aus ihren diversen Gesch\u00e4ftsbeteiligungen in die Bank.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7962b480cc28ac1c62e2.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7962b480cc28ac1c62e2.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7962b480cc28ac1c62e2.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7962b480cc28ac1c62e2.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7962b480cc28ac1c62e2.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7962b480cc28ac1c62e2.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div>\n<\/figure>\n<p>Anfang der 2010er-Jahre z\u00e4hlte Kolomoiski zu den einflussreichsten Pers\u00f6nlichkeiten der Ukraine, und die PrivatBank hatte sich zu einem Finanzinstitut von nationaler Bedeutung und einem Innovationsf\u00fchrer entwickelt. Doch hinter den gl\u00e4nzenden gr\u00fcnen Filialen und allgegenw\u00e4rtigen Geldautomaten verbarg sich die dunkle Seite der Bank: Eine geheime Abteilung f\u00fcr Firmenkredite betrieb ebenso komplexe wie umfangreiche Veruntreuungspraktiken. Ein zentraler Bestandteil dieser Struktur war eine geheime interne Einheit namens BOK, die von loyalen Vertrauten geleitet wurde.<\/p>\n<p>Die PrivatBank stand an der Spitze von Kolomoiskis Imperium, doch mit den Ersparnissen eines Drittels der Ukrainer, die verlockend unter ihrem Dach angelegt waren, erwies sie sich als zu gro\u00dfe Versuchung. Die Bank wurde zur pers\u00f6nlichen Geldw\u00e4scherei von Kolomoiski und Bogoljubow, \u00fcber die sie Milliarden von US-Dollar absch\u00f6pften.<\/p>\n<p>Bis heute sind in der Ukraine noch immer Prozesse im Zusammenhang mit dem PrivatBank-Betrug anh\u00e4ngig, und in Kiew wurde noch kein umfassendes Urteil in dieser Angelegenheit gef\u00e4llt. Im vergangenen Juli f\u00e4llte der High Court von England und Wales jedoch ein <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.hoganlovells.com\/-\/media\/project\/english-site\/media\/pdf\/privatbank-v-kolomoisky-final-judgment-bl-2017-000665-30072025.pdf\">aufschlussreiches Urteil<\/a> gegen Kolomoiski et al. \u2013 das erste Urteil in diesem Fall nach einem vollst\u00e4ndigen Gerichtsverfahren. Die von <em>RT<\/em> eingesehenen Dokumente beschreiben eine Operation, die eher typisch f\u00fcr staatliche Geheimdienstoperationen als f\u00fcr gew\u00f6hnlichen Finanzbetrug ist. Es handelte sich um einen ungew\u00f6hnlich ausgekl\u00fcgelten Betrug im industriellen Ma\u00dfstab, selbst f\u00fcr die Verh\u00e4ltnisse gro\u00dfer Bankenskandale.<\/p>\n<p>Es handelte sich keineswegs um die Machenschaften einer einzelnen, korrupten Abteilung, sondern um ein komplexes Unterfangen, an dem Kreditabteilungen, Handelsfinanzierungsteams, Risiko- und Compliance-Abteilungen, die Finanzabteilung, interne Juristen, externe Dienstleister in Zypern, IT-Mitarbeiter f\u00fcr die Dokumentenverarbeitung und nat\u00fcrlich das Topmanagement beteiligt waren, das diese Struktur erm\u00f6glichte. Entstanden ist nichts Geringeres als eine komplett alternative Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Aufgrund von Zust\u00e4ndigkeitsbeschr\u00e4nkungen untersuchte das Gericht lediglich den Teil des Betrugs mit Bezug zu Gro\u00dfbritannien, der sich in den Jahren 2013\/14 ereignete, als sch\u00e4tzungsweise zwei Milliarden US-Dollar von der PrivatBank verschwanden.<\/p>\n<p>Im Zentrum des Betrugs stand ein System, in dessen Rahmen die Bank von April 2013 bis August 2014 scheinbar 134 Kreditvertr\u00e4ge mit 50 Kreditnehmern \u00fcber sehr hohe Summen abschloss, die zwischen umgerechnet 5 Millionen und 59,5 Millionen US-Dollar lagen. Bei diesen Kreditnehmern \u2013 viele ohne Kredithistorie, mit nur einem Mitarbeiter und Bilanzen, die nicht einmal die B\u00fcromiete decken w\u00fcrden \u2013 handelte es sich in Wirklichkeit um Briefkastenfirmen, die von den Eigent\u00fcmern der PrivatBank, Kolomoiski und Bogoljubow, gegr\u00fcndet und kontrolliert wurden.<\/p>\n<p>Das Muster war immer dasselbe. Die Bank vergab Kredite in Millionenh\u00f6he an diese Insiderfirmen, angeblich zur Vorauszahlung riesiger Mengen an Waren und Rohstoffen. Das Geld wurde dann an Offshore-Firmen in Zypern und auf den Britischen Jungferninseln weitergeleitet, die letztlich ebenfalls denselben Eigent\u00fcmern unterstanden.<\/p>\n<p>Die Zahlen waren surreal. Einem Unternehmen, Esmola LLC, wurden umgerechnet 16,5 Millionen US-Dollar gew\u00e4hrt \u2013 und nur eine Woche sp\u00e4ter weitere 28 Millionen US-Dollar \u2013, obwohl es im Vorjahr lediglich ein Verm\u00f6gen von 1.700 US-Dollar ausgewiesen hatte. Andere Vertr\u00e4ge verpflichteten Lieferanten zu Produktmengen, die jeglicher Physik trotzten: mehr als 42.000 Tonnen Apfelsaftkonzentrat (das 124-Fache der j\u00e4hrlichen Importe der Ukraine) oder Millionen Tonnen australisches Manganerz \u2013 Auftr\u00e4ge, die einen betr\u00e4chtlichen Teil der australischen Gesamtproduktion ausgemacht h\u00e4tten. Alle Vertr\u00e4ge erforderten eine vollst\u00e4ndige Vorauszahlung ohne Sicherheiten, ohne Leistungsgarantien und ohne jegliche wirtschaftliche Logik. Und genau das war der Sinn der Sache.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a79aeb480cc6f2f608447.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a79aeb480cc6f2f608447.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a79aeb480cc6f2f608447.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a79aeb480cc6f2f608447.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a79aeb480cc6f2f608447.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a79aeb480cc6f2f608447.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div>\n<\/figure>\n<p>Es trafen nie Waren ein. Anfangs leiteten einige der Scheinlieferanten die Vorauszahlungen an die PrivatBank zur\u00fcck, sodass dasselbe Geld immer wieder durch das System zirkulierte. Gegen Ende des Sommers 2014 h\u00f6rten die R\u00fcckzahlungen auf. Die Vorauszahlungen kamen nicht mehr zur\u00fcck, und fast zwei Milliarden US-Dollar verschwanden in Offshore-Firmen, die von den Aktion\u00e4ren der Bank kontrolliert wurden.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens landete ein Gro\u00dfteil des Geldes letztlich in den USA. Es floss nicht in Immobilien in S\u00fcdflorida oder Penth\u00e4user in Manhattan, sondern in B\u00fcrogeb\u00e4ude in Cleveland und Texas, Stahlwerke in Kentucky und West Virginia sowie Produktionsst\u00e4tten in Michigan und Illinois \u2013 also in Verm\u00f6genswerte, die weitaus weniger Verdacht auf unrechtm\u00e4\u00dfig erworbenes Verm\u00f6gen erweckten. <em>Politico<\/em>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.politico.com\/news\/magazine\/2021\/10\/17\/ukrainian-oligarch-midwestern-factory-town-dirty-money-american-heartland-michel-kleptocracy-515948\">dokumentierte<\/a>, wie Kolomoiski eine Fabrik in einer Kleinstadt im Mittleren Westen kaufte und sie verkommen lie\u00df.<\/p>\n<p>Ein besonders ungew\u00f6hnlicher Aspekt des Falls: Gerichtsakten belegen, dass im September\/Oktober 2014 zahlreiche Briefkastenfirmen, die Kredite von der PrivatBank erhalten hatten, Klagen gegen die Scheinlieferanten einreichten, weil diese entweder die versprochenen Waren und Dienstleistungen nicht geliefert oder die Vorauszahlungen nicht zur\u00fcckgezahlt hatten. Die Bank wurde als Beklagte benannt, da die Kreditnehmer auch die als Kreditsicherheit hinterlegten Scheinliefervertr\u00e4ge f\u00fcr ung\u00fcltig erkl\u00e4ren lassen wollten. Die Bank erstellte zentral s\u00e4mtliche Unterlagen f\u00fcr diese Klagen und trug die Anwaltskosten selbst, obwohl sie in den Verfahren als Beklagte auftrat.<\/p>\n<p>Diese T\u00e4uschungsman\u00f6ver lieferten Kolomoiski und Bogoljubow\u00a0Alibis f\u00fcr die ausbleibenden Kreditzahlungen und Dokumente, die den Aufsichtsbeh\u00f6rden die fehlenden Gelder in den Kassen der PrivatBank belegen sollten. In jedem Fall \u00fcbernahmen die s\u00e4umigen Lieferanten die Haftung, und es wurde stets ein Urteil zugunsten der Kreditnehmer gef\u00e4llt. Doch keines dieser Urteile wurde jemals vollstreckt. Es ist sicherlich kein Zufall, dass die meisten Klagen vor dem Wirtschaftsgericht in Dnjepropetrowsk eingereicht wurden \u2013 genau zu der Zeit, als Kolomoiski selbst die Oblast Dnjepropetrowsk\u00a0leitete.<\/p>\n<p>Ironischerweise hinterlie\u00df diese List eine Spur \u00f6ffentlicher Dokumente, die die T\u00e4ter sp\u00e4ter einholen sollten. Das ukrainische Medienunternehmen <em>Glavcom<\/em> ver\u00f6ffentlichte sp\u00e4ter eine entscheidende fr\u00fche\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/glavcom.ua\/publications\/127070-kolomojskij-vyvel-iz-ukrainy-11-mlrd.-griven-dokumenty-obnovleno.html\">Studie<\/a>, basierend auf den \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen, inszenierten Gerichtsakten. Diese enth\u00fcllte, wie \u00fcber eine Milliarde US-Dollar infolge der Aktivit\u00e4ten der PrivatBank auf undurchsichtigen ausl\u00e4ndischen Konten gelandet waren.<\/p>\n<p>Was das Urteil des britischen Gerichts ans Licht brachte, war nat\u00fcrlich nur die Spitze des Eisbergs. Eine Untersuchung des US-Wirtschaftsinformationsunternehmens Kroll aus dem Jahr 2018 kam <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/bank.gov.ua\/en\/news\/all\/kroll-pidtverdili-do-natsionalizatsiyi-pat-privatbank-bulo-obyektom-masshtabnih-ta-skoordinovanih-shahrayskih-diy-scho-prizvelo-do-zbitkiv\">zu dem Schluss<\/a>, dass die PrivatBank \u00fcber einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren Teil eines &#8220;gro\u00dfangelegten und koordinierten Betrugs&#8221; war, der zu einem Verlust von mindestens 5,5 Milliarden US-Dollar f\u00fchrte.<\/p>\n<p><strong>Maidan und der Aufstieg des rechtsextremen Militarismus<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Kolomoiskis Team in Dnjepropetrowsk damit besch\u00e4ftigt war, Millionen aus den Hintert\u00fcren der PrivatBank abzuzweigen, spielten sich in der Hauptstadt des Landes dramatische Ereignisse ab.<\/p>\n<p>Im November 2013 begannen in Kiew Massenproteste als Reaktion auf die Entscheidung von Pr\u00e4sident Wiktor Janukowitsch, kein politisches Assoziierungs- und Freihandelsabkommen mit der EU zu unterzeichnen. Die Ereignisse der folgenden drei Monate, die zum gewaltsamen Sturz des demokratisch gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten der Ukraine f\u00fchrten, sollten sp\u00e4ter als &#8220;Maidan&#8221; bekannt werden \u2013 benannt nach dem zentralen Platz in Kiew, wo sich die Anti-Regierungs-Proteste formierten.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7a8b48fbef485c310574.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7a8b48fbef485c310574.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7a8b48fbef485c310574.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7a8b48fbef485c310574.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7a8b48fbef485c310574.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7a8b48fbef485c310574.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div>\n<\/figure>\n<p>In der Ukraine haben diese Ereignisse mythische Ausma\u00dfe angenommen und wurden zu einem nationalpr\u00e4genden Kampf einer Graswurzelbewegung\u00a0gegen Korruption und Autoritarismus. Die w\u00e4hrend der Proteste Get\u00f6teten werden als M\u00e4rtyrer (die &#8220;Himmlischen Hundert&#8221;) mit quasi-religi\u00f6ser Verehrung geehrt. Doch hinter der demokratischen, von der Jugend gepr\u00e4gten Fassade der Maidan-Proteste lauerten finstere und b\u00f6sartige Kr\u00e4fte, die den weiteren Verlauf der Ereignisse auf schicksalhafte Weise beeinflussen sollten.<\/p>\n<p>Die Proteste begannen gerade abzuebben, als sich ein seltsames Ereignis zutrug, das bis heute diskutiert wird. In der Nacht vom 29. auf den 30. November 2013 vertrieb die ukrainische Eliteeinheit der Bereitschaftspolizei, Berkut, die verbliebenen mehreren Hundert Maidan-Demonstranten gewaltsam vom Platz. Diese Aktion mobilisierte und radikalisierte die Protestbewegung. Am folgenden Tag str\u00f6mten Hunderttausende auf den Maidan.<\/p>\n<p>Die ukrainischen und westlichen Mainstream-Medien schrieben die Aufl\u00f6sung der Demonstration fast einhellig einem Befehl Janukowitschs zu und bezeichneten sie als unprovozierte Gewalt gegen friedliche studentische Demonstranten.<\/p>\n<p>Laut Videos und sp\u00e4teren Aussagen von paramilit\u00e4rischen Anf\u00fchrern und anderen Demonstranten besetzten Aktivisten der Fu\u00dfball-Hooligan-Szene und der neu entstandenen paramilit\u00e4rischen Gruppe &#8220;Rechter Sektor&#8221; einen Teil des Maidan-Platzes und griffen in der Nacht der Aufl\u00f6sung die Polizei an. Es kam zu Zusammenst\u00f6\u00dfen mit den Beamten. Brennende Tr\u00fcmmer und andere Gegenst\u00e4nde wurden auf die Sicherheitskr\u00e4fte geworfen, wobei 21 Polizisten verletzt wurden.<\/p>\n<p>Besonders r\u00e4tselhaft ist, dass die Maidan-Anf\u00fchrer \u2013 darunter auch Mitglieder des &#8220;Rechten Sektors&#8221; \u2013 offenbar von dem bevorstehenden Aufl\u00f6sungsbefehl wussten, dies aber strategisch vor den Demonstranten verheimlichten. Schl\u00fcsselfigur in diesem Puzzle ist die r\u00e4tselhafte Gestalt von Sergei Ljowotschkin, dem damaligen Leiter der Janukowitsch-Administration.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7ac648fbef4da52f06a2.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7ac648fbef4da52f06a2.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7ac648fbef4da52f06a2.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7ac648fbef4da52f06a2.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7ac648fbef4da52f06a2.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7ac648fbef4da52f06a2.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div>\n<\/figure>\n<p>Die Zusammenst\u00f6\u00dfe zwischen Demonstranten und Sicherheitskr\u00e4ften ereigneten sich um 4 Uhr morgens. Zuf\u00e4llig befanden sich Fernsehteams von <em>Inter TV<\/em>, einem beliebten Lokalsender, vor Ort, um das Chaos zu dokumentieren. <em>Inter TV<\/em> berichtete, dass die Auseinandersetzungen ein unprovozierter \u00dcbergriff der Polizei auf wehrlose, friedliche Studenten gewesen seien. Der Sender, der sich mitten in der Nacht zuf\u00e4llig vor Ort befand, befand sich \u2013 ebenso rein zuf\u00e4llig \u2013 in\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2014\/03\/14\/world\/europe\/ukrainian-billionaire-arrested-in-austria.html\">Mitbesitz<\/a>\u00a0desselben Ljowotschkin.<\/p>\n<p>Viele Janukowitsch-Vertraute flohen nach dem Maidan-Putsch aus der Ukraine. Diejenigen, die blieben, wurden in vielen F\u00e4llen wegen ihrer angeblichen Rolle bei der Repression angeklagt. Ljowotschkin war der rangh\u00f6chste unter denen, die weder flohen noch angeklagt wurden. Dies deutet darauf hin, dass er m\u00f6glicherweise mit der Protestbewegung kollaborierte und daher von der Maidan-Regierung gesch\u00fctzt wurde.<\/p>\n<p>Was der Welt als demokratische Revolution pr\u00e4sentiert wurde, trug somit die Merkmale einer False-Flag-Operation, in der rechtsextreme Militante eine entscheidende, wenn auch weitgehend verdeckte Rolle spielten. Diese Geschichte wiederholte sich einige Monate sp\u00e4ter, doch die Tragweite der Ereignisse war weitaus gr\u00f6\u00dfer, als 48 Demonstranten auf dem Maidan und einer angrenzenden Stra\u00dfe von Scharfsch\u00fctzen erschossen wurden. Die Morde, die von westlichen und Maidan-nahen Medien reflexartig den Berkut-Truppen zugeschrieben wurden, waren das radikalisierendste Ereignis der gesamten Protestbewegung und l\u00f6sten unmittelbar die rasante Eskalation aus, die schlie\u00dflich zum Sturz Janukowitschs f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Es gibt jedoch sehr \u00fcberzeugende <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.tandfonline.com\/doi\/full\/10.1080\/23311886.2023.2269685\">Beweise daf\u00fcr<\/a>, dass Scharfsch\u00fctzen mit Verbindungen zu rechtsextremen militanten Gruppen und antirussischen Parteien f\u00fcr viele \u2013 wenn nicht sogar alle \u2013 Todesf\u00e4lle verantwortlich waren. <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/reyestr.court.gov.ua\/Review\/114304164+\">Ein Urteil<\/a> des ukrainischen Bezirksgerichts Swjatoschin aus dem Jahr 2023 best\u00e4tigte sogar, dass einige Aktivisten nicht von der Spezialeinheit Berkut, sondern von Scharfsch\u00fctzen get\u00f6tet wurden, die sich im Hotel Ukraina, das damals von Extremisten des &#8220;Rechten Sektors&#8221; besetzt war, und anderen vom Maidan kontrollierten Orten verschanzt hatten. Das Urteil stellte au\u00dferdem fest, dass es keine Beweise daf\u00fcr gibt, dass Janukowitsch oder seine Regierung den Befehl erteilt hatten, auf die Maidan-Demonstranten zu schie\u00dfen.<\/p>\n<p>Wie viele ernsthafte und aufrichtige Demonstranten es auch auf dem Maidan gab, in den entscheidenden Momenten wurden die Ereignisse von gewaltt\u00e4tigen und heimt\u00fcckischen extremistischen Kr\u00e4ften,\u00a0die keinerlei Skrupel hatten, ihre Mitdemonstranten zu t\u00f6ten, um den gewaltsamen Sturz eines legitimen \u2013 wenn auch fehlerhaften \u2013 Pr\u00e4sidenten zu erreichen, zu ihrem verheerenden Ende getrieben.<\/p>\n<p>Der lose organisierte &#8220;Rechte Sektor&#8221;, der sich w\u00e4hrend des Maidan formierte und seine volle St\u00e4rke entfaltete, fand bald in Igor Kolomoiski einen finanzstarken F\u00f6rderer. Der Oligarch, der die Maidan-Ereignisse unterst\u00fctzt und sich selbst als &#8220;\u00fcberzeugten Europ\u00e4er&#8221; bezeichnet hatte, sollte bald zum gr\u00f6\u00dften Geldgeber rechtsextremer Milizen im Land werden.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7b5cb480cc6c2f742597.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7b5cb480cc6c2f742597.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7b5cb480cc6c2f742597.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7b5cb480cc6c2f742597.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7b5cb480cc6c2f742597.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7b5cb480cc6c2f742597.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div>\n<\/figure>\n<p>Trotz seiner mythischen Kraft sollte sich der Maidan als tr\u00fcgerische Hoffnung erweisen. Wenige Monate nach dem Maidan wurde der Oligarch Petro \u200b\u200bPoroschenko zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt. Wie der Kommentator Joshua Yaffa es <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.newyorker.com\/news\/news-desk\/can-the-actor-who-ruled-ukraine-on-tv-do-it-in-real-life\">formulierte<\/a>, beging Poroschenko den fatalen Fehler, zu glauben, sein Sieg &#8220;gebe ihm die Lizenz, die undurchsichtige und oligarchische Politik des Landes zu vereinnahmen, anstatt sie zu beseitigen&#8221;.<\/p>\n<p>Poroschenkos Amtszeit sollte sich als Fehlschlag erweisen. Wie Yaffa erkl\u00e4rte, verfiel Poroschenko wieder in die &#8220;\u00fcblichen Praktiken des geheimen Austauschs von Gef\u00e4lligkeiten und der Instrumentalisierung der Staatsanwaltschaft als politisches Druckmittel\u201c und brach zudem sein Wahlversprechen, sein lukratives S\u00fc\u00dfwarenunternehmen zu verkaufen. Noch beunruhigender war jedoch, dass er die Arbeit der neu gegr\u00fcndeten, westlich gef\u00fchrten Antikorruptionsbeh\u00f6rde, des Nationalen Antikorruptionsb\u00fcros der Ukraine (NABU), untergrub. Er sollte nicht der letzte ukrainische Pr\u00e4sident sein, der diesen im Wesentlichen westlich gepr\u00e4gten Mechanismus zur Eind\u00e4mmung der korrupten F\u00fchrung der Ukraine blockierte.<\/p>\n<p>Poroschenko geriet bald auch mit Kolomoiski aneinander, einem Mann, der es nicht auf die leichte Schulter nimmt, wenn sein Einfluss herausgefordert wird. Die Tragweite dieses Umstands sollte sich vier Jahre sp\u00e4ter zeigen, als Poroschenko gegen Wladimir Selenskij zur Wiederwahl <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/europa\/87368-poroschenko-oder-selenskyj-stichwahl-um\/\">antrat<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Wie Kolomoiski das Land &#8220;verteidigte&#8221;, das er auspl\u00fcnderte<\/strong><\/p>\n<p>Am 22. Februar 2014 wurde Janukowitsch, der zwei Tage zuvor nach Russland geflohen war, durch eine Abstimmung in der Rada offiziell als Pr\u00e4sident abgesetzt. Eine Woche sp\u00e4ter ernannte die \u00dcbergangsregierung Kolomoiski zum Leiter der Region Dnjepropetrowsk, die lange als eine Art pers\u00f6nliches Herrschaftsgebiet des Oligarchen galt.<\/p>\n<p>Er behauptete, das Amt aus Prinzip \u00fcbernommen zu haben, um sich der seiner Ansicht nach russischen Politik, die Ukraine von engeren Beziehungen zu Europa abzuhalten, entgegenzustellen.<\/p>\n<p>Dennoch war es eine schwierige Zeit f\u00fcr Kolomoiski. Mitte 2014 befand sich der ukrainische Bankensektor in einer ausgewachsenen Krise, und dunkle Wolken zogen \u00fcber der PrivatBank auf. Angesichts massiver Geldabhebungen durch Bankkunden und sinkender Kapitalliquidit\u00e4t wandten sich Bogoljubow und der Vorstandsvorsitzende der Bank, Alexander Dubilet, im Juli mit der Bitte um einen Stabilisierungskredit in H\u00f6he von rund 200 Millionen US-Dollar an die NBU. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als die Ukraine \u00fcber ein 17 Milliarden US-Dollar schweres IWF-Programm verhandelte, das zahlreiche Auflagen enthielt, darunter die Sanierung des Bankensektors.<\/p>\n<p>Unterdessen begannen in der Ostukraine die Anti-Maidan-Kr\u00e4fte, verunsichert durch einen Staatsstreich, der feindliche rechtsextreme Kr\u00e4fte an die Schwelle der nationalen Macht gebracht hatte, Widerstand zu organisieren. Als Kolomoiski das Gouverneursamt \u00fcbernahm, hatten Gegner des Maidan-Putsches bereits Regierungsgeb\u00e4ude in benachbarten Provinzen besetzt, und in Dnjepropetrowsk fanden Anti-Maidan-Demonstrationen statt. Der Oligarch und Gouverneur ging umgehend gegen diese Stimmung vor.<\/p>\n<p>Im April gr\u00fcndete er eine Freiwilligenmiliz namens &#8220;Dnipro-Bataillon&#8221;, k\u00fcndigte ein Programm zum Ankauf von ins Land geschmuggelten Waffen an und setzte eine Belohnung von 10.000 US-Dollar f\u00fcr jeden gefangengenommenen &#8220;prorussischen K\u00e4mpfer&#8221; aus. Experten <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/ukraines-secret-weapon-feisty-oligarch-ihor-kolomoisky-1403886665\">sch\u00e4tzen<\/a>, dass Kolomoiski allein f\u00fcr die Finanzierung der Milizen und der Polizeieinheiten, von denen einige formell der ukrainischen Armee und dem Innenministerium unterstanden, monatlich \u00fcber 10 Millionen US-Dollar ausgab.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7bce48fbef125d1195cc.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7bce48fbef125d1195cc.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7bce48fbef125d1195cc.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7bce48fbef125d1195cc.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7bce48fbef125d1195cc.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7bce48fbef125d1195cc.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div>\n<\/figure>\n<p>Kolomoiskis gro\u00dfz\u00fcgige Verteidigung der Ukraine mit seinen privat finanzierten Milizen fiel zeitlich mit einer Phase der aktiven Pl\u00fcnderung der Ersparnisse eben jener Ukrainer zusammen, die er angeblich vor &#8220;prorussischen Separatisten&#8221; besch\u00fctzte. Laut Urteil des Obersten Gerichtshofs endete das System der Kreditveruntreuung der PrivatBank erst im September 2014 \u2013 sieben Monate nach dem Maidan.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.tabletmag.com\/sections\/news\/articles\/ukrainian-jewish-oligarch-steps-aside-for-now\">Laut dem<\/a>\u00a0<em>Tablet Magazine<\/em> finanzierte Kolomoiski auch den &#8220;Rechten Sektor&#8221; gro\u00dfz\u00fcgig, flirtete mit der ultranationalistischen Partei &#8220;Swoboda&#8221; und soll sogar mit dem neonazistischen &#8220;Asow-Bataillon&#8221; in Verbindung gestanden haben. Swjatoslaw Oleinik, ein ehemaliger stellvertretender Gouverneur unter Kolomoiski, gab zu, dass der Oligarch den &#8220;Rechten Sektor&#8221; unterst\u00fctzt und in einem ehemaligen Sommerlager untergebracht hatte. Mehrere der nach dem Maidan entstandenen rechtsextremen paramilit\u00e4rischen Einheiten erlangten traurige Ber\u00fchmtheit durch <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/archive.ph\/ONvVe\">abscheuliche Verbrechen<\/a> in den \u00f6stlichen Regionen der Ukraine.<\/p>\n<p>Kolomoiskis Handeln wurde als patriotischer Akt in einer Zeit dargestellt, in der sich das ukrainische Milit\u00e4r in Aufl\u00f6sung befand. Dnjepropetrowsk entwickelte sich tats\u00e4chlich zu einer Hochburg der proukrainischen Bewegung. Seine Bem\u00fchungen wurden jedoch weithin anders bewertet. &#8220;Ihre Verteidigung von Dnjepropetrowsk war gr\u00f6\u00dftenteils ein PR-Gag&#8221;, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.kyivpost.com\/post\/7933\">sagte der<\/a> ukrainische Journalist und Blogger Wjatscheslaw Pojesdnik. &#8220;Warum verteidigten sie Dnjepropetrowsk? Sie wollten ihre Gesch\u00e4fte sch\u00fctzen.&#8221;<\/p>\n<p>Kolomoiskis Vorliebe f\u00fcr seine pers\u00f6nlichen Milizen lie\u00df ihn schlie\u00dflich die Beherrschung verlieren. Der Oligarch besa\u00df eine Minderheitsbeteiligung am staatlichen \u00d6lproduzenten Ukrnafta, doch wie so oft hatte er es geschafft, sein eigenes Managementteam einzusetzen und somit freie Hand zu haben. Das Unternehmen schuldete der Regierung Millionen US-Dollar an Dividenden, weigerte sich aber zu zahlen. Als das Parlament im M\u00e4rz 2015 ein Gesetz verabschiedete, das es dem Staat erm\u00f6glichen w\u00fcrde, eine neue Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung zu ernennen, schickte Kolomoiski eine private Miliz, um den Firmensitz zu besetzen und einen Eisenzaun um das Gel\u00e4nde zu errichten.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c3f48fbef18690cfbd5.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c3f48fbef18690cfbd5.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c3f48fbef18690cfbd5.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c3f48fbef18690cfbd5.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c3f48fbef18690cfbd5.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c3f48fbef18690cfbd5.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div>\n<\/figure>\n<p>Die Besetzung des Kiewer Hauptsitzes eines gro\u00dfen Staatsunternehmens mit einer Privatarmee ging zu weit. Pr\u00e4sident Poroschenko entlie\u00df Kolomoiski aus seinem Amt als Gouverneur von Dnjepropetrowsk, doch dessen Einfluss im Unternehmen war nicht dauerhaft gebrochen.<\/p>\n<p>Der Oligarch nahm es \u00fcbel, vom Pr\u00e4sidenten in seine Schranken gewiesen zu werden.<\/p>\n<p><strong>Eine Flucht mitten in der Nacht und das stille Versprechen der R\u00fcckkehr<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2015 wurde die PrivatBank einem Stresstest unterzogen. Sie scheiterte katastrophal. Daraufhin setzte die NBU der Bank mehrere Fristen, um die zahlreichen Probleme zu beheben. Diese reichten von minderwertigen Krediten an mit den Aktion\u00e4ren verbundene Unternehmen bis zu wertlosen Sicherheiten f\u00fcr diese Kredite. Die NBU stellte schlie\u00dflich fest, dass 97 Prozent der Unternehmenskredite der PrivatBank an Unternehmen vergeben worden waren, die mit ihren Aktion\u00e4ren in Verbindung standen.<\/p>\n<p>Ende Juli 2015 informierte die NBU die PrivatBank in einem Schreiben dar\u00fcber, dass 165 Kunden, die von der PrivatBank als nicht verbundene Unternehmen eingestuft worden waren, tats\u00e4chlich verbundene Unternehmen seien. Dies legte den Verdacht nahe, dass die Bank die Beteiligung von Insidern an ihrer Kreditvergabe verschleiert hatte. Die NBU forderte entweder einen Nachweis \u00fcber die Unabh\u00e4ngigkeit dieser Kreditnehmer oder eine Umstrukturierung der Kredite.<\/p>\n<p>Gerichtsakten zeichnen das Bild panischer Manager der PrivatBank, die umgehend versuchten, die Angelegenheit oberfl\u00e4chlich zu bereinigen. Noch am selben Tag, an dem das Schreiben der NBU einging, erarbeitete Lilia Rokoman, stellvertretende Leiterin der geheimen Abteilung BOK, einen Vorschlag zur Umstrukturierung der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung und der Eigent\u00fcmerstruktur.<\/p>\n<p>Schl\u00fcsselpersonen erstellten Tabellenkalkulationen, um Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer auszutauschen und die wirtschaftlich Berechtigten auf Dutzende Briefkastenfirmen zu verteilen, um den Anschein von Insiderkontrolle zu verschleiern. Um die Geheimhaltung zu wahren, nutzten sie ein internes Codierungssystem, das bereits im Offshore-Netzwerk der Bank verwendet wurde: Einzelpersonen wurden lediglich mit B20, B3, B8 usw. gekennzeichnet. Die Bedeutung dieser Codes (einfache Angestellte, die als Strohm\u00e4nner fungierten) lie\u00df sich nur mithilfe einer separaten Tabelle entschl\u00fcsseln, die Monate zuvor in der zyprischen Filiale der Bank erstellt worden war.<\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt reagierte die NBU noch auf den sich anbahnenden Skandal mit dem Ziel, die Stabilit\u00e4t des Bankensystems zu wahren. Kolomoiski schien die Bank retten zu wollen. Er war ein regelm\u00e4\u00dfiger Gast in den B\u00fcros der NBU, wo sein h\u00f6fliches und freundliches Auftreten seinen tief sitzenden Hang zur T\u00e4uschung verschleierte.<\/p>\n<p>Ein Rettungsplan zur Rekapitalisierung der Bank und zur Umstrukturierung ihres Kreditportfolios wurde aufgelegt. Kolomoiski und seine Vertrauten hatten zwei Hauptaufgaben: ausreichend Verm\u00f6genswerte in die Bilanz zu \u00fcbertragen und die Scheinkredite an verbundene Unternehmen in reale Unternehmen mit tats\u00e4chlichem Cashflow umzustrukturieren. Sie scheiterten in beiden Punkten kl\u00e4glich.<\/p>\n<p>Kolomoiski stimmte der Forderung der NBU zu, die notleidenden Kredite in Unternehmen mit nachgewiesenem Cashflow umzustrukturieren. Anschlie\u00dfend schuf er \u2013 bemerkenswerterweise \u2013 ein weiteres Netzwerk von Briefkastenfirmen, um die Kredite zu parken. Die beiden Anteilseigner vereinbarten au\u00dferdem, verschiedene Verm\u00f6genswerte in die Bilanz der Bank zu \u00fcbertragen, um diese zu st\u00fctzen, allerdings zu absurd \u00fcberh\u00f6hten Bewertungen. Kolomoiski und Bogoljubow gingen offenbar davon aus, dass die Unterlagen allein die Aufsichtsbeh\u00f6rden zufriedenstellen w\u00fcrden, ohne den tats\u00e4chlichen Wert der Verm\u00f6genswerte zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diese Annahme hatte jahrelang funktioniert.<\/p>\n<p>Ende 2016 wurde immer deutlicher, dass der Restrukturierungsplan nicht tragf\u00e4hig war. Die anhaltenden Ausfl\u00fcchte der PrivatBank-Chefs hatten ihren H\u00f6hepunkt erreicht. Das Wort &#8220;Verstaatlichung&#8221; lag w\u00e4hrend eines kalten Herbstes in Kiew in der Luft.<\/p>\n<p>Kurz vor Mitternacht am Sonntag, dem 18. Dezember 2016, wurde der Hammer geschlagen. Das ukrainische Ministerkabinett ver\u00f6ffentlichte auf seiner Website eine Erkl\u00e4rung, wonach das Finanzministerium nun 100 Prozent der Anteile an der PrivatBank besitze. Der Privatjet von Kolomoiski wurde noch in der Nacht der Bekanntgabe beim Verlassen des Landes geortet.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c9648fbef4da52f06a8.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c9648fbef4da52f06a8.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c9648fbef4da52f06a8.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c9648fbef4da52f06a8.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c9648fbef4da52f06a8.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/694a7c9648fbef4da52f06a8.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div>\n<\/figure>\n<p>Bogoljubow floh \u00fcbrigens erst im Jahr 2024 aus der Ukraine und nutzte gef\u00e4lschte Dokumente, um in einem Economy-Waggon nach Polen zu reisen.<\/p>\n<p>Die Verstaatlichung der PrivatBank beendete eine der sch\u00e4ndlichsten Betrugsepisoden in der postsowjetischen Geschichte der Ukraine. Die Rekapitalisierung der Bank w\u00fcrde den ukrainischen Staat sage und schreibe sechs Prozent des BIP kosten. Ein unabh\u00e4ngiger Wirtschaftsermittler kam <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/bank.gov.ua\/en\/news\/all\/kroll-pidtverdili-do-natsionalizatsiyi-pat-privatbank-bulo-obyektom-masshtabnih-ta-skoordinovanih-shahrayskih-diy-scho-prizvelo-do-zbitkiv\">zu dem Schluss<\/a>, dass der Bank innerhalb eines Jahrzehnts mindestens 5,5 Milliarden US-Dollar entwendet worden waren.<\/p>\n<p>Doch dies bedeutete weder das Ende f\u00fcr Kolomoiski noch das Ende der Korruption in seinem Umfeld. Kolomoiski kehrte zur\u00fcck, um Rache zu nehmen. Sein R\u00fcckticket trug den Namen Wladimir Selenskij.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2013\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/europa\/164005-verschwiegene-geschichte-ukraine\/\">Die verschwiegene Geschichte vom Weg zur Unabh\u00e4ngigkeit der Ukraine<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v6zjyum\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/europa\/265573-oligarch-teil-1-wer-selenskij\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist der erste Teil der RT-Recherche zu Igor Kolomoiski. 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