{"id":94235,"date":"2025-11-19T07:00:00","date_gmt":"2025-11-19T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/deutsche-wirtschaft-wie-der-substanzverlust-aussieht\/"},"modified":"2025-11-19T07:00:00","modified_gmt":"2025-11-19T05:00:00","slug":"deutsche-wirtschaft-wie-der-substanzverlust-aussieht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/deutsche-wirtschaft-wie-der-substanzverlust-aussieht\/","title":{"rendered":"Deutsche Wirtschaft: Wie der Substanzverlust aussieht"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/11\/691b5f34b480cc7b6a07a984.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Ein weiteres Jahr Rezession in Deutschland? Das k\u00f6nnte man noch unter &#8220;Gl\u00fcck gehabt&#8221; verbuchen. Tats\u00e4chlich sind die Probleme weit gravierender. Nicht nur, weil eine einmal geschehene Deindustrialisierung schwer r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Dagmar Henn<\/em><\/p>\n<p>Einmal hatte sogar Bundeskanzler Merz recht \u2012 als er sagte: &#8220;Wir haben in den letzten Jahren zu stark von der Substanz gelebt.&#8221; Im Kern ist das eine zutreffende Beschreibung dessen, was der Neoliberalismus tut: Die gesamte Infrastruktur wird ebenso auf Verschlei\u00df gefahren wie die Ausstattung in der Industrie; Innovation ist nicht so wichtig, solange man durch Dr\u00fccken der L\u00f6hne gute Gewinne erwirtschaften kann.<\/p>\n<p>In gewissem Sinne war Deutschland sogar das Extremmodell. Keine andere Volkswirtschaft der Welt (ja, nicht einmal China, dort lag der h\u00f6chste Wert 2023 bei 19,7 Prozent des BIP) war so extrem auf Export orientiert. 2024 lag der Exportanteil des BIP bei 41,4 Prozent. 2021 wurden noch 71,5 Prozent der deutschen Industrieproduktion exportiert; 2024 war dieser Anteil bereits auf 48,9 Prozent gefallen. Auch der ber\u00fchmte deutsche Export\u00fcberschuss macht sich langsam aus dem Staub: Erstmals werden sogar mehr Industriemaschinen aus China nach Deutschland exportiert als umgekehrt, so ein <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.dbresearch.com\/PROD\/RPS_EN-PROD\/PROD0000000000608017\/Dealing_with_a_potential_%E2%80%9CChina_shock%E2%80%9C.PDF?&amp;realload=lhanD39Z1bhIb6TIUYklABCs4halUWu2U7frGJABAQQ18K2s0652ZAFlQoD8rdpU\">Bericht<\/a> der Wirtschaftsforschungsabteilung der Deutschen Bank von Ende Oktober. Bei medizinischen und pharmazeutischen Produkten liegt Deutschland im Anteil an den globalen Exporten mit \u00fcber 13 Prozent noch deutlich vor China, das hier weniger als\u00a03 Prozent abdeckt, und bei Stra\u00dfenfahrzeugen f\u00e4llt der deutsche Anteil bereits jetzt kontinuierlich. Die Differenz, die 2013 noch 18 Prozent betragen hatte, ist auf 3 Prozent geschrumpft \u2012 China beliefert inzwischen \u00fcber\u00a010 Prozent des globalen Marktes.<\/p>\n<p>Dabei stehen die massivsten Auswirkungen der EU-&#8220;Klimaschutz&#8221;-Bestimmungen noch aus, die den Anteil weiter einbrechen lassen d\u00fcrften. Zusammen mit dem Maschinenbau bedeutet das, zwei entscheidende Sektoren, die \u00fcber Jahrzehnte die deutsche Volkswirtschaft getragen haben, sind dabei, abzuschmieren, und der dritte, der bei den pharmazeutischen Produkten im Spiel ist, die chemische Industrie, hat zu gro\u00dfen Teilen schon ihre Bereitschaft bekundet, die Produktion zu verlagern. Was soll dann zur Grundlage der deutschen Volkswirtschaft werden?<\/p>\n<p>Und nein, die Perspektive, das zu tun, was die USA und Gro\u00dfbritannien nach der Deindustrialisierung getan haben, nachzuvollziehen, ist eine Illusion. Niemand braucht ein weiteres globales Finanzzentrum. Ohnehin ist dieser ganze Sektor nur deshalb noch vorhanden, weil er seit 2008 immer wieder mit unz\u00e4hligen Milliarden aufgepumpt wurde. Damals hatte die Finanzmarktkrise erstmals die Frage auf den Tisch gelegt, wie das Verh\u00e4ltnis zwischen realen G\u00fctern und vorhandenem Geld wieder normalisiert werden soll. Aber schon die Andeutung einer Korrektur l\u00f6ste derartige Panik aus, dass dann \u00fcber viele Jahre hinweg durch Zinss\u00e4tze nahe null und massive Aufk\u00e4ufe von Aktien und Schuldpapieren durch die Zentralbanken eine Erholung fingiert wurde.<\/p>\n<p>Nur, dass inzwischen die Voraussetzungen andere sind als 2008. Die Gewichte im Bereich der realen Produktion haben sich verlagert, und die Staatsschulden sind in allen westlichen Kernl\u00e4ndern so hoch, dass eine weitere Runde Bankenrettung nicht finanzierbar ist. Viel wichtiger ist allerdings noch ein anderer Faktor: Der Schwerpunkt der realen Wirtschaft hat sich verlagert. Der Anteil Chinas an der globalen Wirtschaft hat sich seit damals mehr als verdoppelt und liegt inzwischen bei etwa einem F\u00fcnftel. Aber auch andere asiatische L\u00e4nder haben aufgeholt, ob Indonesien oder Vietnam. Interessanterweise waren es die westlichen Sanktionen des letzten Jahrzehnts, die die Entwicklung alternativer Zahlungssysteme und damit auch eine, wenn auch noch nicht vollst\u00e4ndige, Entkopplung von den noch 2008 unangefochten dominierenden westlichen M\u00e4rkten beschleunigt haben. Ein neuer Krisenschub wie 2008 h\u00e4tte dementsprechend noch massivere Folgen f\u00fcr den Westen, aber deutlich geringere f\u00fcr Asien und den Globalen S\u00fcden&#8230;<\/p>\n<p>Nach 2008 hatte die deutsche Industrie wie ein Schwamm Marktanteile der Nachbarl\u00e4nder aufgesogen, die derweil an industrieller Potenz verloren hatten. Die Agenda 2010, also Hartz I-IV, waren die Grundlage dieses Spiels. Bei damals\u00a0relativ hoher Produktivit\u00e4t und dem Druck auf die L\u00f6hne ergab sich geradezu eine Exportwalze, die dazu f\u00fchrte, dass die Erholung in Deutschland wesentlich schneller stattfand als in den Nachbarl\u00e4ndern.\u00a0Allerdings war das eine Erholung, die sich f\u00fcr die abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten nicht bemerkbar machte, die seit Jahrzehnten vom Wachstum des Bruttoinlandsprodukts abgeschnitten sind.<\/p>\n<p>Nun sind seit 2022 die in Deutschland schon zuvor vergleichsweise hohen Energiepreise (die auch mit der Privatisierung der Stromversorger noch unter Helmut Kohl zu tun haben) weiter explodiert und vertilgen aktuell\u00a0die inzwischen relativ prek\u00e4re Marge der Industrie, die nur noch innerhalb der EU einigerma\u00dfen wettbewerbsf\u00e4hig ist. Der Trick des neoliberalen Umbaus war nat\u00fcrlich, Geld, das zuvor in der industriellen Produktion gebunden war, auf die Finanzm\u00e4rkte zu schaufeln, was auch massiv geschah, insbesondere nachdem Gerhard Schr\u00f6der es ab dem 1. Januar 2002 erm\u00f6glichte, Gewinne aus dem Verkauf von Kapitalbeteiligungen steuerfrei zu kassieren. Diese Gewinne flossen vor allem in die Finanzspekulation, zu der nicht nur so etwas wie die New Yorker B\u00f6rse geh\u00f6rt, sondern auch die Immobilienm\u00e4rkte. Die stetige Verschlechterung des Wohnungsangebots f\u00fcr Normalverdiener hat auch etwas damit zu tun, dass dieser Schritt die Menge des freien Geldes, das nach Anlagem\u00f6glichkeiten sucht, deutlich erh\u00f6ht hat.<\/p>\n<p>Alle Tricks und alle Raubz\u00fcge zusammen konnten an der grunds\u00e4tzlichen Lage nichts \u00e4ndern. Was wurde 2016 versprochen, als die Bundesautobahnen in eine GmbH ausgegliedert und f\u00fcr private Investitionen ge\u00f6ffnet wurden? Sie w\u00fcrden endlich saniert. Das Ergebnis? Bestand im Kern nur darin, dass die Investoren eine garantierte Rendite auf ihre Einlagen erhielten, was wohl der Kern des Unterfangens war. Jetzt sollen schuldenfinanziert endlich die kr\u00fcmelnden Br\u00fccken gesichert werden, was aber neue Probleme schafft \u2012 es ist nicht einmal sicher, ob es gelingt, derart viele Schuldpapiere zu platzieren, und die Debatte in der EU um die Beschlagnahme der russischen Guthaben bei Euroclear schafft ein enormes zus\u00e4tzliches Risiko.<\/p>\n<p>Allerdings lassen sich die Probleme, die sich nach bald\u00a040 Jahren &#8220;Fahren auf Verschlei\u00df&#8221; angesammelt haben, nicht einmal durch einen Haufen Geld beheben. Inzwischen steht fest, dass schon die Sanierungsbem\u00fchungen, die begonnen werden sollen, auf noch ganz andere Probleme sto\u00dfen: Es gibt zu wenig Bauingenieure, um die Bauantr\u00e4ge zu bearbeiten. Selbst wenn eine Bundesregierung auf die Idee k\u00e4me, den Wohnungsmangel mit einer gro\u00dfen Baukampagne zu bek\u00e4mpfen \u2012 auch hier fehlt das ausgebildete Personal. Nicht nur bei den Ingenieuren, noch weit st\u00e4rker bei den Baufacharbeitern.<\/p>\n<p>Immerhin: Von 1,7 Millionen Auszubildenden in Industrie und Handwerk allein in der BRD im Jahr 1980 ist die Zahl auf 1,2 Millionen im Jahr 2024 gesunken. Nicht zu vergessen: In der DDR war eine Berufsausbildung oft Teil der Oberschule. Die Zahlen f\u00fcr die Auszubildenden 1980 sind nicht einfach zu finden, aber f\u00fcr das Jahr 1988 findet sich eine <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=t&amp;source=web&amp;rct=j&amp;opi=89978449&amp;url=https:\/\/www.hwk-leipzig.de\/downloads\/dhb-ausgabe-leipzig-11-2018-3,2677.pdf&amp;ved=2ahUKEwjypZXS2_mQAxWGgP0HHfdWCeo4ChAWegQIFBAB&amp;usg=AOvVaw2ezoWJdBPkQ2daY0XYOHVg\">Angabe<\/a> in einer Leipziger Handwerkszeitung. Dort hei\u00dft es: &#8220;Ende 1988 waren 26.160 Lehrlinge im Handwerk besch\u00e4ftigt. Damit bildete das Handwerk lediglich noch 7 Prozent aller Lehrlinge in der DDR aus.&#8221; Daraus erg\u00e4be sich eine Gesamtzahl von 373.000 Auszubildenden. F\u00fcr das gesamte Gebiet erg\u00e4be sich also eine Zahl von 2,1 Millionen, die den heutigen 1,2 Millionen gegen\u00fcbersteht. Allerdings ist die zugrunde liegende Bev\u00f6lkerung, die 1980 in beiden Staaten zusammengenommen 78 Millionen betrug, durch die Einwanderung inzwischen auf 83,5 Millionen gestiegen. Umgerechnet bedeutet das, die Zahl der Ausbildungspl\u00e4tze ist in diesem Zeitraum um 46 Prozent gesunken.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gab es noch eine weitere Ver\u00e4nderung. W\u00e4hrend Berufsausbildungen in den 1980ern noch mit 15, 16 Jahren begannen, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/DE\/Statischer-Content\/Grundlagen\/Methodik-Qualitaet\/Methodenberichte\/Beschaeftigungsstatistik\/Generische-Publikationen\/Methodenbericht-Auszubildende-Beschaeftigungsstatistik.pdf?__blob=publicationFile\">hie\u00df<\/a> es 2023 seitens der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit: &#8220;Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Auszubildenden (46 Prozent) war zwischen 20 bis unter 25 Jahre alt.&#8221; Das h\u00e4tte eigentlich zu einem deutlichen Anstieg der Ausbildungsverg\u00fctungen f\u00fchren m\u00fcssen, da 15-J\u00e4hrige noch bei den Eltern wohnen, \u00fcber 20-J\u00e4hrige aber eher selten. Aber das ist nicht geschehen, jedenfalls nicht in dem Ma\u00dfe, um eine unabh\u00e4ngige Existenz zu erm\u00f6glichen. Abgesehen vom weit geringeren Angebot an Ausbildungsstellen \u2012 auch das ist im Kern ein Anreiz, nach M\u00f6glichkeit zu studieren.<\/p>\n<p>Zugegeben, manche Berufe sind in diesem Zeitraum sehr selten geworden, Uhrmacher beispielsweise oder Schriftsetzer. Aber es kamen auch neue hinzu, wie Mechatroniker. Was bleibt, ist die Wahrnehmung, dass gesamtgesellschaftlich an der Ausbildung gespart wurde\u00a0\u2012 ein vor\u00fcbergehender Gewinn, weil er insgesamt auch das Potential verringert.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens findet sich im Bereich der universit\u00e4ren Ausbildung durchaus \u00c4hnliches. Besonders deutlich ist das im Fach Medizin, in dem auf der einen Seite nach wie vor ein Numerus Clausus den Zugang beschr\u00e4nkt, und auf der anderen Seite geklagt wird, dass in den kommenden Jahren 50.000 \u00c4rzte fehlen werden \u2012 die dann wohl von irgendwoher importiert werden sollen. Es ist nicht so, als w\u00e4re die Altersstruktur etwa bei den Haus\u00e4rzten (von jenen auf dem Land ganz zu schweigen) all die Jahre nicht bekannt gewesen. Es ist nur in Deutschland gewisserma\u00dfen l\u00e4ngst Routine, in solchen Momenten zu erwarten, dass man ausgebildetes Personal rund um die Welt absch\u00f6pfen k\u00f6nne. Auch das d\u00fcrfte aber inzwischen Illusion sein, da der Lebensstandard in Deutschland sinkt und schon l\u00e4ngst nicht mehr mit anderen L\u00e4ndern wie China mithalten kann.<\/p>\n<p>Die Einbu\u00dfen im Bereich der Bildung sind besonders fatal, weil ein vergleichsweise hoher Bildungsstand der Bev\u00f6lkerung \u2012 auch und gerade in den Naturwissenschaften \u2012 einst die Voraussetzung f\u00fcr die industrielle Entwicklung war und auch die Voraussetzung sein w\u00fcrde, wollte man wieder auf den gr\u00fcnen Zweig kommen. Stattdessen f\u00fchrt die Katastrophe, die sich aus der Nichtreaktion auf die Migration entwickelt, zu einem allgemeinen Absinken. Was durchaus mit der alten Strategie des Lohndr\u00fcckens verbunden ist \u2012 aber in einer Phase, in der die Wettbewerbsf\u00e4higkeit droht, v\u00f6llig verloren zu gehen, ist das eine Entwicklung in die falsche Richtung.\u00a0Denn\u00a0auf diese Weise verschwinden auch die bestehenden Strukturen des Wissens, die nicht nur aus B\u00fcchern und formellem Wissen bestehen, sondern auch aus informellem.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens, die R\u00fcstungsindustrie ist keine Rettung, wenn die Automobilindustrie verschwindet \u2012 der Verband der R\u00fcstungsindustrie spricht von 100.000 Besch\u00e4ftigten in Deutschland, die Automobilindustrie besch\u00e4ftigte im August 2025 noch 716.000 (das sind schon 51.500 weniger als ein Jahr zuvor, also gewisserma\u00dfen eine halbe R\u00fcstungsindustrie). Im Maschinenbau, der gerade ebenfalls einbricht, waren es Ende vergangenen Jahres 952.000 Besch\u00e4ftigte. Auch die chemisch-pharmazeutische Industrie ist mit 480.000 Besch\u00e4ftigten deutlich gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Es gibt keinen erkennbaren Ersatz, selbst wenn sich die ganze R\u00fcstungsindustrie verdoppeln w\u00fcrde (was von sehr begrenztem Nutzen w\u00e4re). Und man konnte in den letzten Jahren sehen, dass ein h\u00f6heres Niveau industrieller Produktion einen breiten Sockel braucht, auf dem es aufsetzen kann \u2012 das belegten die Probleme, die Boeing vorexerzierte. Es ist weder m\u00f6glich, Spitzenprodukte nur mit einer kleinen Handvoll verbliebener Facharbeiter zu produzieren, noch l\u00e4sst sich ihr Fehlen im Handumdrehen beheben, wenn die Weitergabe der Fertigkeiten einmal unterbrochen wurde.<\/p>\n<p>Es geht also nicht nur darum, dass die entscheidenden Industrien vor allem dank hoher Energiepreise langsam, aber sicher zusammenbrechen. Es geht auch darum, dass dies auf einer bereits verengten Grundlage geschieht, die das Innovationspotential einschr\u00e4nkt. Dass manche Entwicklungen, wie die gew\u00fcnschten KI-Projekte, eine Energiesicherheit voraussetzen, die nicht mehr gew\u00e4hrleistet werden kann (\u00fcbrigens kam vor einigen Tagen die Meldung, es sei gelungen, einen KI-Chip mit wesentlich niedrigerem Energieverbrauch zu entwickeln. Nur dumm gelaufen \u2012 die Meldung kam aus Russland). Dass die finanziellen Abfl\u00fcsse in die EU und vor allem die in die Ukraine stetig steigen, aber f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung, deren Vertrauen in die Regierung so niedrig ist wie nie zuvor, keinerlei Nutzen bringen.<\/p>\n<p>Was sich nat\u00fcrlich noch einmal massiv versch\u00e4rfen w\u00fcrde, gel\u00e4nge es, die Ukraine in die EU aufzunehmen. Allerdings kann man die leise Hoffnung hegen, dass das Monster EU der deutschen Industrie zumindest in den Orkus folgen wird, weil es dann nicht mehr finanziert w\u00e4re&#8230;<\/p>\n<p>Nur, was bliebe \u00fcbrig? Gesetzt den Fall, es k\u00e4me weder zu einem weiteren Finanzcrash noch zu dem Krieg, den die politischen Eliten der EU so fanatisch anstreben: Ein Land, dessen Handels\u00fcberschuss sich in ein Defizit verwandelt, weil die zu 80 Prozent importierte pflanzliche Nahrung keinen Exporten von Industrieprodukten gegen\u00fcberst\u00fcnde, mit Zerfall auf allen Ebenen, defizit\u00e4r und perspektivlos. \u00dcberall ist Gelsenkirchen. Und die Migration, die eigentlich kein Wohin mehr hat, weil es keine Arbeitsm\u00f6glichkeiten gibt, verwandelt sich in ein gro\u00dfes Reservoir urbanen Lumpenproletariats.<\/p>\n<p>Es g\u00e4be f\u00fcr das vergleichsweise (zumindest, sofern man die Ruhrgebietsbergwerke nicht neu abteuft) rohstoffarme Land dann nur noch den Nutzen der geografischen Lage, am Kreuzpunkt zwischen Ost und West und S\u00fcd und Nord. Das ist, was einmal die Fugger so reich machte. Nur \u2012 eben diese Handelsverbindungen wurden bereits in den vergangenen Jahren aus politischen Gr\u00fcnden zunehmend beschnitten. Statt des Landwegs \u00fcber die neue Seidenstra\u00dfe gibt es zunehmend Zollmauern; Waren, die nicht aus dem Kollektiven Westen stammen, haben es bald schwerer, die Grenzen zu \u00fcberqueren, als Menschen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen sind die Zahlen \u00fcber die Verteilung von Verm\u00f6gen und Einkommen in Deutschland ersch\u00fctternd. Der Anteil der reichsten hundert Deutschen am gesamten Bruttoinlandsprodukt <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/isw-muenchen.de\/online-publikationen\/texte-artikel\/5381-die-reichsten-deutschen-wie-sich-macht-und-vermoegen-verteilen\">betr\u00e4gt<\/a> mittlerweile 17,7 Prozent, w\u00e4hrend im unteren Teil nicht nur die Reserven ersch\u00f6pft sind, sondern auch das ber\u00fcchtigte Heizgesetz fatale Folgen zeitigen wird.<\/p>\n<p>Also bereits ohne Krieg oder Crash sind die Aussichten d\u00fcster, aber die Wahrscheinlichkeit, dass beides vermieden werden kann, ist gering. Daf\u00fcr m\u00fcssten entweder die gesamten EU-Eliten ausgetauscht oder die EU selbst zerlegt werden, samt dem Mutterschiff NATO. Und das im Kern seit 2008 br\u00fcchige Finanzsystem d\u00fcrfte weder auf die Rekordschulden noch auf Man\u00f6ver wie jenes der Beschlagnahmung russischer Guthaben reagieren. Die Folgen? 1929 gibt so ungef\u00e4hr eine Idee.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist jedoch, dass selbst das Unwahrscheinliche, eine v\u00f6llige politische Kehrtwende samt Wiederaufnahme \u00f6konomischer Beziehungen zu Russland, wahrscheinlich zu sp\u00e4t k\u00e4me. Denn so, wie sich bei einer gut geplanten Industrieentwicklung die einzelnen Teile gegenseitig stabilisieren, so verst\u00e4rkt sich auch der Zug nach unten. Die Hoffnung wird t\u00e4glich geringer.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2012 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/inland\/258238-einbruch-beim-produzierenden-gewerbe-kehrtwende\/\">Einbruch beim produzierenden Gewerbe \u2013 Kehrtwende nicht in Sicht<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/262052-deutsche-wirtschaft-wie-substanzverlust-aussieht\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein weiteres Jahr Rezession in Deutschland? Das k\u00f6nnte man noch unter &#8220;Gl\u00fcck gehabt&#8221; verbuchen. Tats\u00e4chlich sind die Probleme weit gravierender. Nicht nur, weil eine einmal geschehene Deindustrialisierung schwer r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann. 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