{"id":87149,"date":"2025-07-14T12:57:56","date_gmt":"2025-07-14T10:57:56","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kiew-lehnt-istanbul-und-frieden-ab\/"},"modified":"2025-07-14T12:57:56","modified_gmt":"2025-07-14T10:57:56","slug":"kiew-lehnt-istanbul-und-frieden-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kiew-lehnt-istanbul-und-frieden-ab\/","title":{"rendered":"Kiew lehnt Istanbul und Frieden ab"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/07\/6873e8eb48fbef388473e1a3.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Das ukrainische Au\u00dfenministerium hat behauptet, dass das Istanbuler Verhandlungsformat mit Moskau &#8220;ersch\u00f6pft&#8221; sei. Kiew w\u00e4hlte diesen Weg nach dem Treffen von Selenskij mit den europ\u00e4ischen Chefs in Rom, bei dem man sich auf einen Kurs zur Verschleppung des Konflikts einigte.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von <\/em><em>Rafael Fachrutdinow<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Der stellvertretende ukrainische Au\u00dfenminister Sergei Kisliza hat mitgeteilt, dass sich das t\u00fcrkische Format des Dialogs zwischen Moskau und Kiew &#8220;praktisch ersch\u00f6pft&#8221; habe. Er f\u00fcgte hinzu, dass &#8220;keine Gespr\u00e4che&#8221; au\u00dferhalb humanit\u00e4rer Themen &#8220;in Istanbul stattgefunden haben&#8221;, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ria.ru\/20250713\/ukraina-2028824083.html\">berichtete<\/a> die Nachrichtenagentur <em>RIA Nowosti<\/em>.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Die Behauptung erfolgte, wenige Tage nachdem US-Pr\u00e4sident Donald Trump in einem Interview mit <em>NBC News<\/em>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nbcnews.com\/politics\/donald-trump\/trump-tariffs-inflation-hasbro-ukraine-patriot-missiles-nato-russia-rcna218125\">gesagt<\/a> hatte, er wolle am Montag, dem 14. Juli, eine &#8220;wichtige Erkl\u00e4rung&#8221; \u00fcber Russland abgeben. Er nannte keine Einzelheiten, stellte aber klar, dass er &#8220;entt\u00e4uscht&#8221; sei. Der Chef des Wei\u00dfen Hauses sagte:<strong><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Wir werden sehen, was in den n\u00e4chsten Wochen passiert.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wladimir Selenskij hatte zuvor an einer Konferenz \u00fcber den Wiederaufbau der Ukraine in Rom teilgenommen, an der auch Bundeskanzler Friedrich Merz, die italienische Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni, der Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Rates Ant\u00f3nio Costa und die Leiterin der Europ\u00e4ischen Kommission Ursula von der Leyen teilnahmen. Er traf auch mit Papst Leo XIV. und dem US-Sondergesandten f\u00fcr die Ukraine, Keith Kellogg, zusammen.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Nach Angaben des Abgeordneten der Werchowna Rada, Alexander Dubinski, der sich wegen des Vorwurfs des Hochverrats in Untersuchungshaft befindet, lehnte Selenskij das Istanbuler Format unmittelbar nach seinem Besuch in Rom ab. Ihm zufolge hat die ukrainische Delegation ein &#8220;Billionen-Dollar-Projekt&#8221; nach Italien gebracht, das nichts mit der Realit\u00e4t zu tun hat und darauf abzielt, die Bereitstellung von Geldern f\u00fcr die Fortsetzung des Konflikts zu beschleunigen.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Gleichzeitig erwarte Ankara eine Antwort von Kiew \u00fcber den Zeitpunkt der n\u00e4chsten Gespr\u00e4chsrunde, sagte der t\u00fcrkische Au\u00dfenminister Hakan Fidan. In seinem Telefongespr\u00e4ch mit Trump erkl\u00e4rte auch der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin, dass Moskau bereit sei, die n\u00e4chste Phase der Verhandlungen \u00fcber die Beilegung der Situation in der Ukraine abzuhalten.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Die ersten direkten Gespr\u00e4che zwischen Russland und der Ukraine seit mehr als drei Jahren fanden am 16. Mai 2025 in Istanbul statt. Die Delegationen kamen \u00fcberein, dass jede Seite ihre Vorstellungen von einem m\u00f6glichen Waffenstillstand darlegen und im Detail erl\u00e4utern wird. Beide Konfliktparteien\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rbc.ru\/politics\/13\/07\/2025\/6872c9599a7947209c1d7c14\">vereinbarten<\/a> au\u00dferdem den gr\u00f6\u00dften Gefangenenaustausch, so die Zeitung <em>RBC<\/em>.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Das zweite Treffen fand am 2. Juni statt. Moskau legte seinen Entwurf eines Memorandums mit Friedensbedingungen vor. Die Ukraine hatte Russland bereits einige Tage zuvor einen \u00e4hnlichen Entwurf vorgelegt. Die Parteien einigten sich auf einen weiteren gro\u00dfangelegten Gefangenenaustausch und versprachen au\u00dferdem, sich gegenseitig die Leichen mehrerer Tausend Toter zu \u00fcbergeben.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Der russische Entwurf sieht die Neutralit\u00e4t der Ukraine und den Verzicht, Milit\u00e4rb\u00fcndnissen beizutreten, den atomwaffenfreien Status des Landes und die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland vor. Zudem schl\u00e4gt er zwei Waffenstillstandsoptionen vor, von denen eine den R\u00fcckzug des ukrainischen Milit\u00e4rs aus den Regionen DVR, LVR, den Gebieten Saporoschje und Cherson sowie einen R\u00fcckzug von den russischen Grenzen in einer zu vereinbarenden Entfernung vorsieht. Die zweite Option beinhaltet ein Verbot der Verlegung von Truppen, einen Mobilisierungsstopp und die Einstellung der ausl\u00e4ndischen Milit\u00e4rhilfe f\u00fcr Kiew.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Laut dem ukrainischen Dokument schl\u00e4gt Kiew zun\u00e4chst einen vollst\u00e4ndigen und bedingungslosen Waffenstillstand in der Luft, an Land und auf See vor. Die ukrainische Seite will zudem Sicherheitsgarantien von der internationalen Gemeinschaft und besteht darauf, dass die Territorien, die sie seit 2014 verloren hat, auf internationaler Ebene nicht als russisch anerkannt werden.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Der politische Analyst Wladimir Skatschko, Kolumnist der Online-Nachrichtenagentur <em>Ukraina.ru<\/em>, erkl\u00e4rte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Die Worte des Vertreters des ukrainischen Au\u00dfenministeriums, Sergei Kisliza, zeigen die Zuversicht Kiews, dass der Konflikt mit Russland noch lange andauern wird und dass der Westen \u2013 vor allem die europ\u00e4ischen L\u00e4nder \u2013 alles Notwendige daf\u00fcr tun wird.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Kiew und Br\u00fcssel sind \u00fcberzeugt, dass sie die schwierige Zeit der Pr\u00e4sidentschaft von Donald Trump \u00fcberstehen werden. Sie erwarten auch, dass Europa in den kommenden Jahren seine milit\u00e4risch-technischen Kapazit\u00e4ten ausbaut und den quantitativen und qualitativen R\u00fcckstand gegen\u00fcber dem russischen milit\u00e4risch-industriellen Komplex verringert.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Selenskij f\u00fchlte sich nach den seiner Meinung nach erfolgreichen Reisen durch Europa in Bezug auf die Hilfe f\u00fcr die Ukraine und die Wiederherstellung der Infrastruktur des Landes sowie nach den Gespr\u00e4chen zwischen dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer wieder einmal gebraucht.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;All dies zusammen f\u00fchrte dazu, dass Kisliza so selbstbewusst von der Irrelevanz des Istanbuler Formats sprach. Dar\u00fcber hinaus rief der stellvertretende Au\u00dfenminister die Ukrainer, die Angst vor einer Mobilisierung haben, dazu auf, selbst zu den territorialen Besatzungszentren zu gehen. Es ist, als w\u00fcrde der Diplomat sagen: &#8216;Seht ihr, der Westen ist mit uns, ihr braucht keine Angst zu haben.&#8217; Au\u00dferdem ist es eine Einladung der &#8216;Kriegspartei&#8217; der EU und der USA, sich noch mehr zu vereinigen.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Stanislaw Tkatschenko, Professor der Fakult\u00e4t f\u00fcr Internationale Beziehungen der Staatlichen Universit\u00e4t Sankt Petersburg und Experte des Waldai-Klubs, erkl\u00e4rte seinerseits:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Kisliza best\u00e4tigt in der Tat, dass Kiew nicht die Absicht hat, das Territorium f\u00fcr ein Friedensabkommen zu ver\u00e4ndern und dass die Ukraine den Konflikt bis zum siegreichen Ende f\u00fchren wird. Dem ukrainischen Au\u00dfenministerium wurde kein anderer Befehl erteilt.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Kiew ist offenbar optimistisch, was den Fortgang des Konflikts angeht, weil sich die Europ\u00e4er angeblich durch Initiativen von Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer zusammengerauft haben. Die Ukrainer glauben, dass diese Pers\u00f6nlichkeiten die europ\u00e4ische Einheit wiederherstellen k\u00f6nnen.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Au\u00dferdem sprach Trump &#8216;\u00fcber die Frustration mit Russland&#8217;, was Kiew als positives Signal f\u00fcr sich interpretierte. Die ukrainische Diplomatie versucht, das Beste aus der Situation zu machen und gibt kategorische Erkl\u00e4rungen ab, die ihr weit mehr Gewicht verleihen, als sie tats\u00e4chlich hat.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Ich denke, dass sich in den n\u00e4chsten Tagen alles \u00e4ndern wird, wenn klar wird, dass sich Trumps Position in Wirklichkeit in keiner Weise ge\u00e4ndert hat und dass seine &#8216;wichtige Erkl\u00e4rung&#8217; zu den Russlandsanktionen unter Vorbehalt und mit Ausnahmen ge\u00e4u\u00dfert werden und sie keine direkte Unterst\u00fctzung f\u00fcr Kiew beinhalten. Dann wird deutlich werden, dass die Europ\u00e4er nur in einer Gespr\u00e4chsform agieren k\u00f6nnen und nicht wirklich in der Lage sind, der Ukraine in irgendeiner Weise zu helfen.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Kislizas \u00c4u\u00dferung entspricht den Interessen eines Teils des Establishments in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Italien und der Ukraine, widerspricht aber eindeutig den Erwartungen der \u00d6ffentlichkeit in diesen L\u00e4ndern und auch eines gro\u00dfen Teils der Ukrainer selbst. Es gibt eine offensichtliche Konfliktm\u00fcdigkeit bei allen. In den letzten zwei Jahren gab es fast keine F\u00e4lle, in denen ausgesprochene pro-ukrainische &#8216;Falken&#8217; Wahlen in Europa gewonnen haben.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Die Position Kiews widerspricht den Zielen des Istanbuler Formats, an dem die ukrainische Delegation beide Male von Washington zur Teilnahme gedr\u00e4ngt wurde. Die Ukraine hat nicht einmal versucht, ihre Agenda f\u00fcr die Gespr\u00e4che mit Russland irgendwie anzupassen. Selenskij sieht diese Treffen zu Recht als existenzielle Bedrohung f\u00fcr sich selbst an, denn eine Einigung w\u00fcrde das Ende des Konflikts und des ukrainischen Wahlkampfs bedeuten.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/politics\/2025\/7\/13\/1344989.html\"><em>Russischen<\/em><\/a><em>. Der Artikel ist am 13. Juli 2025 zuerst auf der Webseite der Zeitung Wsgljad erschienen.<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Rafael Fachrutdinow<\/em><\/strong><em> ist ein russischer Journalist.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/international\/250141-fidan-tuerkei-wartet-auf-kiews\/\">Fidan: T\u00fcrkei wartet auf Kiews Antwort zu dritter Gespr\u00e4chsrunde mit Moskau<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/250593-kiew-lehnt-istanbul-und-frieden\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ukrainische Au\u00dfenministerium hat behauptet, dass das Istanbuler Verhandlungsformat mit Moskau &#8220;ersch\u00f6pft&#8221; sei. Kiew w\u00e4hlte diesen Weg nach dem Treffen von Selenskij mit den europ\u00e4ischen Chefs in Rom, bei dem man sich auf einen Kurs zur Verschleppung des Konflikts einigte. 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