{"id":85554,"date":"2025-06-14T21:27:44","date_gmt":"2025-06-14T19:27:44","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/warschau-und-kiew-am-scheideweg-polnischer-gedenktag-an-voelkermord-spaltet\/"},"modified":"2025-06-14T21:27:44","modified_gmt":"2025-06-14T19:27:44","slug":"warschau-und-kiew-am-scheideweg-polnischer-gedenktag-an-voelkermord-spaltet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/warschau-und-kiew-am-scheideweg-polnischer-gedenktag-an-voelkermord-spaltet\/","title":{"rendered":"Warschau und Kiew am Scheideweg: Polnischer Gedenktag an V\u00f6lkermord spaltet"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/06\/684dae7c48fbef7d4838a848.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Mit zumindest 36-j\u00e4hriger Versp\u00e4tung legte das polnische Parlament einen staatlichen Gedenktag f\u00fcr den ukrainischen V\u00f6lkermord an den Polen im Zweiten Weltkrieg fest. Daraufhin leitete das von der NATO kuratierte Kiewer Regime die \u00fcbliche PR-Schadensbegrenzung ein.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Elem Chintsky<\/em><\/p>\n<p>Wenige Tage nachdem die polnische Pr\u00e4sidentschaftswahl in der Person Karol Nawrockis zugunsten der Rechtskonservativen entschieden wurde, kam ein r\u00e4tselhaftes, partei\u00fcbergreifendes Signal aus dem polnischen Parlament: Der Sejm <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.sejm.gov.pl\/sejm10.nsf\/PrzebiegProc.xsp?id=5D9362E070C0F271C1258C8F00590B4D\">beschloss<\/a>, dass der 11. Juli zu einem nationalen Gedenktag wird. Nicht irgendein pauschales Gedenken, sondern das Gedenken an die polnischen\u00a0Opfer des von der OUN-UPA im \u00f6stlichen Grenzgebiet der Zweiten Polnischen Republik begangenen V\u00f6lkermords, wie es offiziell hei\u00dft. Sofern man sich bewusst macht, dass dies seit 1989 die erste Initiative nationalen Gedenkens dieser Art ist, welche die polnischen Eliten sich trauen zu begehen, fragt man sich, was bisher das Hindernis gewesen sein k\u00f6nnte \u2013 jetzt, wo doch die polnische Republik schon seit weit \u00fcber einem Dritteljahrhundert wieder vermeintlich frei ist.\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/gdansk.ipn.gov.pl\/pl2\/aktualnosci\/54637,Tablica-Ludobojstwo-na-ziemiach-poludniowo-wschodnich-II-Rzeczypospolitej.html\">Laut<\/a> dem polnischen Institut f\u00fcr Nationales Gedenken (IPN), das in den Jahren 2021 bis 2025 von dem k\u00fcrzlich zum neuen Staatspr\u00e4sidenten gew\u00e4hlten Karol Nawrocki geleitet wurde, hei\u00dft es zum ukrainischen V\u00f6lkermord an den Polen:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Der H\u00f6hepunkt des Verbrechens fand am 11. Juli 1943 statt, als ukrainische Nationalisten 99 polnische D\u00f6rfer angriffen. Am &#8216;Blutsonntag&#8217; ermordeten sie die Polen auch in Kirchen w\u00e4hrend der Messe. Die Zahl der Opfer unter der polnischen Bev\u00f6lkerung wird auf 130.000 gesch\u00e4tzt.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong><\/strong>Wom\u00f6glich hat die Antwort auf die Frage um die jahrzehntelange Versp\u00e4tung etwas damit zu tun, dass die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und die Ukrainische Aufst\u00e4ndische Armee (UPA) nunmal seit 1950 von dem US-amerikanischen Geheimdienst CIA <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.cia.gov\/readingroom\/docs\/AERODYNAMIC%20%20%20VOL.%201_0113.pdf\">kuratiert und unterst\u00fctzt wurden<\/a>, um soziopolitisch\u00a0best\u00e4ndig eine Ukraine zu z\u00fcchten, die einen entscheidenden Beitrag zum Fall der Sowjetunion leisten und \u2013 w\u00fcnschenswerterweise f\u00fcr den heutigen Westen \u2013 sp\u00e4ter zur Balkanisierung der Russischen F\u00f6deration f\u00fchren w\u00fcrde. Obwohl die OUN im Jahr 1945 und die UPA in den Jahren zwischen 1950 und 1956 aufgel\u00f6st wurden, zeigen von der CIA selbst freigegebene Dokumente, dass eine langj\u00e4hrige Kontinuit\u00e4t der subversiven Unterst\u00fctzung von OUN- und UPA-Netzwerken zur Destabilisierung der Sowjetunion hohe, wenn nicht sogar h\u00f6chste Priorit\u00e4t hatte. Das gilt einerseits f\u00fcr den gesamten Verlauf des Kalten Krieges, aber auch f\u00fcr die unipolare Epoche ab 1991 und bis 2013\/2014, w\u00e4hrend welcher die Generation um US-Politentscheider wie Victoria Nuland und Robert Kagan die NATO-Ausdehnung an die russische Grenze trieben.\u00a0<\/p>\n<p><strong><\/strong>Als Polen sich, in seiner typischen Bipolarit\u00e4t von einem Extrem ins n\u00e4chste schwankend,\u00a0 freiwillig entschied, in den 1990er Jahren NATO-Au\u00dfenposten zu werden, ging das einher mit dem Diktat aus Washington, D.C. wie genau historische, CIA-konforme Erinnerungskultur betrieben werden durfte. Seit dem Fall der Berliner Mauer war die polnische Republik immer der wichtigste osteurop\u00e4ische US-Partner Vorort, um die liberal-demokratische, Soros-finanzierte &#8220;Opposition&#8221; in der Ukraine (aber auch in Wei\u00dfrussland) zu unterst\u00fctzen. Der Befehl aus Washington, D.C. muss wohl gelautet haben, dass Warschau nach 1991 so wenig\u00a0Betonung\u00a0wie m\u00f6glich auf die ukrainischen Nazis und ihre vielen Kollaborateure in der ukrainischen Bev\u00f6lkerung\u00a0legen\u00a0solle, durch die das polnische Volk im Zweiten Weltkrieg so leiden musste. Auf alle diplomatischen Irritationen sei zu verzichten, die die sensiblen bilateralen Beziehungen zwischen Kiew und Warschau gef\u00e4hrden k\u00f6nnten. Stattdessen sei von polnischer Seite das auf Raten (1991\u20132014) aufbereitete, ungehemmte Wiederaufleben des auf Chauvinismus und Nazi-Ideologie basierten, ukrainischen Nationalstolzes zu begr\u00fc\u00dfen. Und zwar zu begr\u00fc\u00dfen als einziges effektives Mittel f\u00fcr einen ganz bestimmten, singul\u00e4ren Zweck, der aller aggressiver Geschichtsvergessenheit zum Trotz geheiligt sein solle: Russophobie als polnische und ukrainische Staatsr\u00e4son und der Sturz des Kremls als &#8220;prometheischer&#8221; heiliger Gral, den es zu ergattern gilt. \u00dcber den von Polen konzipierten Prometheismus (dessen Urspr\u00fcnge sogar bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gehen) <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/meinung\/167954-hyaene-europas-bittet-bei-onkel\/\">schrieb<\/a>\u00a0ich bereits ausgiebig vor \u00fcber zwei Jahren:<\/p>\n<p><strong><\/strong>Der moderne &#8220;Prometheismus&#8221; Pi\u0142sudskis baut auf dem metaphysischen, und durch die romantische Literaturepoche verst\u00e4rkten, &#8220;polnischen Messianismus&#8221; auf. Dieses Konzept beschreibt Polen als den singul\u00e4ren &#8220;Christus unter den V\u00f6lkern&#8221;. Ewig leidend, &#8220;f\u00fcr unsere und eure Freiheit&#8221;. In der geopolitisch-historischen Wahnvorstellung polnischer Eliten repr\u00e4sentiert Moskau das &#8220;Mordor des b\u00f6sen Demiurgen&#8221;, den es gilt, mit allen Mitteln zu besiegen. Ein scheinbar unbezwingbarer B\u00f6sewicht, der eigentlich verwundbar sein k\u00f6nnte, w\u00fcrde man nur endlich den grellen, voller Tugenden beladenen Atlas des Westens zu mehr Anteilnahme verpflichten k\u00f6nnen: den imperialen Nachfolger des R\u00f6mischen Reichs, also die in polnischen Augen galanten, unfehlbaren Vereinigten Staaten von Amerika. Das &#8220;gute&#8221; Babylon, sozusagen. Die Formel lautet, um gen\u00fcgend Segen zu bitten \u2013 um die unm\u00f6gliche Aufgabe zu erf\u00fcllen. Einem mutigen polnischen Bellerophon gleich, der die russische, fauchende Chim\u00e4re nach einem ganzen, frustrierenden Jahrtausend endlich dezidiert erlegt oder domestiziert.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Das ist der Prometheismus in einer Nussschale \u2013 aber im Hinblick auf die polnisch-ukrainische Beziehung gibt es diametrale Nuancen. Die ukrainischen Nationalisten in den Zwischenkriegsjahren (1918\u20131939) und im Zweiten Weltkrieg, sowie danach, galten nicht als dem &#8220;Prometheismus&#8221; verschrieben, obwohl sie die Russophobie tadellos in ihrem programmatischen Repertoire verinnerlicht hatten. Sie hatten eine damals ebenso starke Polonophobie \u2013 oder Polenfeindlichkeit \u2013 der sie sich verpflichtet f\u00fchlten und die im Wolhynien-Massaker an der polnischen Zivilgesellschaft einen brutalen H\u00f6hepunkt erreichte. Dies war einer der Hauptgr\u00fcnde, weshalb die in der deutschen Machtprojektion funktionierenden, ukrainischen Nationalisten f\u00fcr Pi\u0142sudskis geopolitisches Projekt eines Intermariums (ein vertikaler, polnisch gef\u00fchrter Machtblock, der sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer erstrecken w\u00fcrde) de facto inkompatibel waren und einen St\u00f6rfaktor darstellten.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Bei Westslawen, die sich historisch von Moskau emanzipieren wollten, funktionierte lange Zeit &#8220;das Prinzip des \u00fcbern\u00e4chsten Nachbarn im Westen&#8221;, mit dem es galt, eng zu kollaborieren. Der unmittelbare Nachbar hingegen sei stets Todfeind. Nimmt man diese geostrategische Formel, entstehen interessante historische Muster. Die Polen suchten sich die Briten, Franzosen und US-Amerikaner als enge Verb\u00fcndete, indem sie das im Westen von sich liegende Deutschland \u00fcbersprangen. Die Ukrainer hingegen hatten westw\u00e4rts von sich die Polen \u2013 erst dann die Deutschen (und \u00d6sterreicher), repr\u00e4sentiert von den Monarchien der Hohenzollern und der Habsburger. Die Polen waren die ukrainischen Todfeinde \u2013 die Deutschen dagegen, die Verb\u00fcndeten. So waren Berlin und Wien damals mehr als willig, die ukrainische, aufst\u00e4ndische Diaspora bei sich zu bewirten und organisieren zu lassen: gelockt wurde mit der Errichtung eines souver\u00e4nen ukrainischen Staates unter deutscher Protektion \u2013 verlangt wurde, dass man sich gegen den (erst zaristischen, dann sowjetischen) Russen verheizen l\u00e4sst. Dieses Prinzip dauert bis heute an, unterlag aber gewissen Modifikationen, die von Washington, London und Br\u00fcssel k\u00fcnstlich erzwungen wurden. Eine solche Modifikation ist Polens Rolle bei der Unterst\u00fctzung des faschistischen Kiewer NATO-Regimes, w\u00e4hrend es weitestgehend seine tief verankerten Bed\u00fcrfnisse und Forderungen f\u00fcr historische Aufarbeitung mit den Ukrainern ins Kleingedruckte bis Unkenntliche verlegen musste. Es gab durchaus regelm\u00e4\u00dfige Versuche, einige Zugest\u00e4ndnisse von den Ukrainern zu erhalten. Zum Beispiel bei der Exhumierung der Unmengen an polnischen Opfern, die bis heute auf ukrainischem Gebiet in der Erde liegen und bisher nie geborgen, identifiziert und angemessen beigesetzt wurden. Noch bis November 2024 blockierte und untersagte Kiew jegliche Bitten, Gesuche und Initiativen Polens, in der Westukraine die polnischen Leichen zu bergen \u2013 fast drei Jahre nach Beginn des Ukrainekrieges und beispielloser polnischer, humanit\u00e4rer Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukrainer.<\/p>\n<p>Seit April 2025 gibt es einen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.gazetaprawna.pl\/wiadomosci\/artykuly\/9784860,sikorski-o-ekshumacjach-na-wolyniu-znalezlismy-wlasciwa-formule-ze-n.html\">ersten Durchbruch<\/a>, den der polnische Chefdiplomat Rados\u0142aw Sikorski betreut haben soll, wonach die Bergungsarbeiten an einer bestimmten Stelle in der Westukraine endlich beginnen durften.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Das ukrainische Au\u00dfenministerium ist \u00fcber den neuen polnischen Gedenktag sichtlich irritiert und lie\u00df <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/mfa.gov.ua\/en\/news\/zayava-mzs-shchodo-rishennya-sejmu-respubliki-polshcha#:~:text=The%20Ministry%20of%20Foreign%20Affairs%20of%20Ukraine%20considers%20the%20decision,of%20the%20spirit%20of%20good\">mit einer Stellungnahme<\/a> nicht lange auf sich warten. Der Gedenktag widerspreche &#8220;dem Geist der guten, nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen der Ukraine und Polen.&#8221; Au\u00dferdem wird der polnischen Seite eine &#8220;voreingenommene Einstellung&#8221; unterstellt, w\u00e4hrend gleichzeitig behauptet wird, dass die ukrainische ausschlie\u00dflich f\u00fcr ein &#8220;wissenschaftliches und unvoreingenommenes Studium komplexer Seiten gemeinsamer Geschichte&#8221; sei. Das Kiewer Au\u00dfenministerium warnte Warschau vor &#8220;Schritten, die zu erh\u00f6hten Spannungen in den bilateralen Beziehungen f\u00fchren k\u00f6nnten.&#8221; Der vorletzte Absatz muss hier in voller L\u00e4nge stehen:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Wir erinnern noch einmal daran, dass Polen nicht nach Feinden unter den Ukrainern und Ukrainer nicht nach Feinden unter den Polen suchen sollten. Wir haben einen gemeinsamen Feind \u2013 Russland.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong><\/strong>Die Stellungnahme ist auf jeden Fall komplett zu lesen, denn sie best\u00e4tigt auf eindringliche Weise die These, dass die Maidan-Ukraine ein k\u00fcnstliches Konstrukt der NATO und der CIA ist, welches auf dem Verm\u00e4chtnis der OUN und UPA errichtet wurde. Ein Verm\u00e4chtnis, das bis heute gedeiht und welches Polen auf Dauer \u2013 trotz aller M\u00fchen, die Direktiven seitens des anglo-amerikanischen Establishments gewissenhaft zu befolgen \u2013 nicht wird ignorieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Es gibt sogar Stimmen aus den NATO-freien, unabh\u00e4ngigen, rechtskonservativen Medien Polens (In ihren Beitr\u00e4gen zum dortigen Diskurs aus offensichtlichen Gr\u00fcnden eindeutig in der Minderheit beim Kampf um die Deutungshoheit), welche behaupten, dass Kiew geradezu panisch engagiert ist, diese Aufarbeitung mit den Polen bez\u00fcglich des Wolhynien-V\u00f6lkermordes zu meiden und zu sabotieren. Demnach sei die Ratio der Ukrainer, dass der Aufschrei der internationalen \u00d6ffentlichkeit sch\u00e4digend und langwierig w\u00e4re, sofern die Schreckens- und Gr\u00e4ueltaten, die man damals bereit war am polnischen Volk zu begehen, staatsrechtlich sowie popkulturell bekannt w\u00fcrden. Weiter hei\u00dft es, dass\u00a0in der Konsequenz\u00a0das verf\u00e4lschte und konstruierte NATO-Narrativ einer von den b\u00f6sen Russen gepeinigten, unabh\u00e4ngig-neutralen, freiheitlich-demokratischen und liberal-progressiven Ukraine nur schwer aufrechtzuerhalten w\u00e4re. Schaut man aber darauf, wie viel Narrenfreiheit der kollektive Westen dem Staat Israel bei seinem in Echtzeit verifizierten Genozid an den Pal\u00e4stinensern im Gazastreifen und im Westjordanland g\u00f6nnt, so wird klar, das eine emp\u00f6rte und schockierte \u00d6ffentlichkeit noch immer \u00fcbertrumpft wird durch eine m\u00e4chtige, letzte Sache: n\u00e4mlich durch den intakten Segen der USA, Gro\u00dfbritanniens und der EU, die auf f\u00fcrchterliche Weise bereit sind, \u00fcber jeden Genozid hinwegzusehen, sofern dieser &#8220;von der richtigen Seite&#8221; begangen wurde oder wird. Vielleicht wird der kollektive Westen insgesamt nicht so spendabel mit seiner selektiven Moralisierung gegen\u00fcber den Ukrainern sein, wie gegen\u00fcber den Israelis \u2013 aber solange die Ukrainer ihre Rolle bei dem\u00a0Versuch einer Demontage Russlands weiter spielen, muss sich Kiew eher keine Sorgen machen. Auch wenn Polen begonnen hat etwas aus der Reihe zu tanzen.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Obwohl die Chefdiplomatie des Kiewer Regimes von &#8220;polnischer Voreingenommenheit&#8221; spricht, die vom polnischen Sejm parlamentarisch ausgehe, sei angemerkt, dass das Gesetzespapier \u00fcber diesen Gedenktag mit 435 Ja-Stimmen verabschiedet wurde. Niemand innerhalb des gesamten, vom polnischen Volk legitimierten Parteispektrums stimmte dagegen. Nur eine Abgeordnete enthielt sich. Das hei\u00dft, dieses monumentale Vers\u00e4umnis nationaler Aufarbeitung auf dem blutigen NATO-Altar namens &#8220;die heilige Nazi-Ukraine&#8221;, wuchs in Polen zu einem so\u00a0gro\u00dfen unges\u00fchnten Politikum an, dass jegliche parteilichen Verfeindungen mit Leichtigkeit \u00fcberwunden werden konnten. Selbst die geradezu atavistische Ur-Fehde, welche zwischen der B\u00fcrgerplattform (beziehungsweise Donald Tusks B\u00fcrgerkoalition) und der PiS (Jaros\u0142aw Kaczy\u0144skis Recht und Gerechtigkeit) seit jeher besteht, spielte keine Rolle.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Zur\u00fcck zum konkreten staatlichen Gedenken an den ukrainischen V\u00f6lkermord an den Polen in Wolhynien. Die Strategie von T\u00e4tern oder Opfern, Verbrechen vors\u00e4tzlich unaufgekl\u00e4rt zu lassen, sollte nicht untersch\u00e4tzt werden \u2013 insbesondere auf nationaler Ebene, wo der Zusammenhalt eines Volkes auf dem Spiel steht. Denn als ich das letzte Mal nachgesehen habe, stand geschrieben: &#8220;Horch! Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir\u00a0aus dem Erdboden!&#8221; Wie aufrichtig sind die Absichten eines vermeintlichen Brudervolkes zur S\u00fchne, wenn die einzige gemeinsame S\u00e4ule der Br\u00fcderlichkeit der Hass gegen\u00fcber einem dritten \u2013 dem Russen \u2013 ist?<\/p>\n<p><em><strong>Elem Chintsky<\/strong> ist ein deutsch-polnischer Journalist, der zu geopolitischen, historischen, finanziellen und kulturellen Themen schreibt. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit &#8220;RT DE&#8221; besteht seit 2017. Seit Anfang 2020 lebt und arbeitet der freischaffende Autor im russischen Sankt Petersburg. Der urspr\u00fcnglich als Filmregisseur und Drehbuchautor ausgebildete Chintsky betreibt au\u00dferdem einen eigenen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/t.me\/elemread\">Kanal auf Telegram<\/a>, auf dem man noch mehr von ihm lesen kann.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211;\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/meinung\/247462-deutschen-sind-keine-idioten-sondern\/\">Die Deutschen sind keine Idioten, sondern sie hassen uns schlichtweg<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v6sl00b\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/247777-warschau-und-kiew-am-scheideweg\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit zumindest 36-j\u00e4hriger Versp\u00e4tung legte das polnische Parlament einen staatlichen Gedenktag f\u00fcr den ukrainischen V\u00f6lkermord an den Polen im Zweiten Weltkrieg fest. 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