{"id":82425,"date":"2025-04-20T06:30:00","date_gmt":"2025-04-20T04:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/die-neuausrichtung-der-weltordnung\/"},"modified":"2025-04-20T06:30:00","modified_gmt":"2025-04-20T04:30:00","slug":"die-neuausrichtung-der-weltordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/die-neuausrichtung-der-weltordnung\/","title":{"rendered":"Die Neuausrichtung der Weltordnung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/04\/67fe8f2db480cc27e556e449.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Die Vereinigten Staaten m\u00fcssen ihre Rolle in der Weltpolitik neu \u00fcberdenken. Die liberale regelbasierte Weltordnung, die sie nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen und aufrechterhalten haben, bricht mit zunehmender Geschwindigkeit zusammen.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Thomas Graham<\/em><\/p>\n<p>Die Beweise daf\u00fcr sind \u00fcberall zu finden: Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, eskalierende Konflikte im Nahen Osten, wachsende Spannungen in Ostasien um Taiwan und im S\u00fcdchinesischen Meer, Kriege auf dem afrikanischen Kontinent, das Wiederaufleben gewaltt\u00e4tiger terroristischer Organisationen, immer m\u00e4chtigere kriminelle Kartelle in Mexiko \u2013 diese Aufz\u00e4hlung ist nicht abschlie\u00dfend. Nach der mit dem Ende des Kalten Krieges begonnenen Periode internationaler Kameradschaft und Zusammenarbeit nimmt der Wettbewerb zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten wieder Fahrt auf und zwingt die USA, mit zwei gro\u00dfen revisionistischen Staaten \u2013 China und Russland \u2013 zu konkurrieren. Zugleich st\u00f6ren regionale Akteure im B\u00fcndnis mit den Gro\u00dfm\u00e4chten oder auf eigene Faust das Gleichgewicht in einigen Regionen \u2013 man denke nur an die Aktivit\u00e4ten Irans im Nahen Osten oder Nordkoreas in Nordostasien.<\/p>\n<p>Obwohl das politische US-Establishment die Vereinigten Staaten immer noch als Anf\u00fchrer der liberalen Weltordnung verortet, hat es den Niedergang dieser Ordnung inzwischen implizit anerkannt. Bereits im Jahre 2018 wies die Regierung von US-Pr\u00e4sident Donald Trump in ihrer Nationalen Sicherheitsstrategie auf die Wiederaufnahme des Wettbewerbs der Gro\u00dfm\u00e4chte hin, w\u00e4hrend die Regierung unter US-Pr\u00e4sident Joe Biden diese Behauptung in ihrer Version der Nationalen Sicherheitsstrategie nur noch bekr\u00e4ftigte. Nach Ansicht dieser US-Regierungen stellen Amerikas Gegner die Grundlagen der liberalen Weltordnung in Frage, einschlie\u00dflich der ihr zugrunde liegenden demokratischen Werte und der damit verbundenen Macht der USA.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die amerikanische Vormachtstellung gegen\u00fcber anderen Gro\u00dfm\u00e4chten abnimmt, gewinnen neue, \u00fcberwiegend nicht-liberale Zentren des globalen Einflusses \u2013 darunter eindeutig China, mit einigen Vorbehalten Indien und m\u00f6glicherweise Russland \u2013 an Autorit\u00e4t und Gewicht. Im Gro\u00dfen und Ganzen schw\u00e4cht sich die euro-atlantische Gemeinschaft als Kern der liberalen Ordnung allm\u00e4hlich ab und verliert ihre fr\u00fchere St\u00e4rke und Dynamik.<\/p>\n<p>Auch wenn Washington sich dieser Entwicklung mit voller Kraft widersetzt, bewegt sich die Welt doch auf eine nicht-liberale \u2013 wenn auch nicht unbedingt anti-liberale \u2013 Multipolarit\u00e4t zu.<\/p>\n<p>Was bedeutet eine multipolare Welt f\u00fcr die Position der Vereinigten Staaten auf internationaler Ebene? Wie sollten sie sich verhalten, um ihre nationalen Interessen bestm\u00f6glich zu sch\u00fctzen und zu f\u00f6rdern? Wie gut sind die USA darauf vorbereitet, mit den Rhythmen der Multipolarit\u00e4t umzugehen? Gibt es etwas in der US-amerikanischen au\u00dfenpolitischen Tradition, das in dieser Zeit des Wandels Orientierung bieten k\u00f6nnte? Und, was vielleicht am wichtigsten ist: K\u00f6nnen die USA im Alleingang oder in Zusammenarbeit mit anderen Gro\u00dfm\u00e4chten eine Ordnung im Rahmen der Multipolarit\u00e4t schaffen, die mit ihren Werten und Interessen vereinbar ist?<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Vermeidung von Multipolarit\u00e4t als gro\u00dfe US-amerikanische Tradition<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die USA schon fr\u00fcher mit einer multipolaren Welt konfrontiert waren, nahmen sie nur selten aktiv als Machtpol daran teil. Zwar nutzten sie seit der Erlangung ihrer Unabh\u00e4ngigkeit bis ins sp\u00e4te 19. Jahrhundert die Rivalit\u00e4ten zwischen den europ\u00e4ischen M\u00e4chten, um ihre Interessen durchzusetzen. Den Empfehlungen George Washingtons und Thomas Jeffersons folgend, versuchten die Amerikaner jedoch, eine Einmischung in europ\u00e4ische Angelegenheiten auf jede erdenkliche Weise zu vermeiden und Neutralit\u00e4t zu wahren: Sie weigerten sich also, an dem multipolaren Wettbewerb teilzunehmen. Die Vereinigten Staaten waren sogar bereit, zur Verteidigung ihrer Neutralit\u00e4t zu den Waffen zu greifen \u2013 man erinnere sich nur an den Krieg mit Gro\u00dfbritannien im Jahr 1812.<\/p>\n<p>Im Vorfeld des 20. Jahrhunderts \u2013 als sich die geopolitischen Ambitionen der USA ausweiteten und den Ozean \u00fcberquerten \u2013 sah sich das Land mit einer Herausforderung konfrontiert: Auf der Suche nach einem Kr\u00e4ftegleichgewicht mussten die Vereinigten Staaten einen Weg zum Umgang mit einer multipolaren Welt finden, der mit ihrem festen Glauben an ihre eigene Ausnahmestellung als einzigartige moralische Kraft in der Weltpolitik vereinbar w\u00e4re. Die Amerikaner lehnten die von Theodore Roosevelt propagierte &#8220;Realpolitik&#8221; bzw. den politischen Pragmatismus \u2013 also eine zynische Gewaltpolitik in Ostasien und in geringerem Ma\u00dfe auch in Europa \u2013 als Bedrohung der demokratischen Grundlagen und des Selbstvertrauens ab. Sie missbilligten die Bestrebungen von US-Pr\u00e4sident Woodrow Wilson am Ende des Ersten Weltkriegs, \u00fcber die Politik des Kr\u00e4ftegleichgewichts hinauszugehen und ein Weltsystem zu schaffen, das auf Recht und kollektivem Handeln gegen aggressive Staaten beruht. Wilson formulierte ein moralisches Ziel, um die st\u00e4ndige Beteiligung der USA an der Politik der ganzen Welt zu rechtfertigen. Es gelang ihm jedoch nicht, die Amerikaner davon zu \u00fcberzeugen, dass ihr Land in einem von mehreren Gro\u00dfm\u00e4chten gepr\u00e4gten Umfeld, das die USA nicht dominierten, unangetastet bleiben w\u00fcrde. Die B\u00fcrger lehnten daher Wilsons Ansatz zugunsten der traditionellen Neutralit\u00e4t und der Nichtbeteiligung an den Weltproblemen ab.<\/p>\n<p>Gescheitert war auch der Versuch von US-Pr\u00e4sident Franklin Roosevelt, \u00fcber die von US-Pr\u00e4sident Wilson entwickelten Prinzipien hinauszugehen, als die Gro\u00dfe Allianz des Zweiten Weltkriegs aufgrund interner Widerspr\u00fcche zerbrach. Der Krieg ersch\u00fctterte aber auch die multipolare Ordnung, f\u00fchrte zur Bipolarit\u00e4t und erm\u00f6glichte den USA eine st\u00e4ndige Einmischung in fremde Angelegenheiten. Die milit\u00e4rische Niederlage Deutschlands und Japans und die Schw\u00e4chung Gro\u00dfbritanniens und Frankreichs machten die USA und die Sowjetunion zu den einzigen Gro\u00dfm\u00e4chten mit globalem Einfluss. Angesichts der Tatsache, dass die Sowjetunion ein totalit\u00e4rer kommunistischer Staat war, der die liberale Demokratie Amerikas v\u00f6llig ablehnte und gleichzeitig eine ernsthafte Bedrohung f\u00fcr sie darstellte, gelang es US-Pr\u00e4sident Harry Truman und seinen Nachfolgern, ihre Mitb\u00fcrger von der Wichtigkeit eines kontinuierlichen Engagements in der Weltpolitik als Anf\u00fchrer der &#8220;Freien Welt&#8221; gegen den Sowjetblock zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Die moralischen Ziele und die F\u00fchrungsrolle der USA im Kampf gegen das sowjetische \u00dcbel brachten die Idee des US-Exzeptionalismus mit einem st\u00e4ndigen Engagement in ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten in Einklang.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur Multipolarit\u00e4t bot die Bipolarit\u00e4t w\u00e4hrend des Kalten Krieges die Grundlage f\u00fcr ein kontinuierliches Engagement der Vereinigten Staaten in den internationalen Beziehungen.<\/p>\n<p>Sie sicherte die Beteiligung Washingtons an der Weltpolitik, bis der Kalte Krieg mit dem Triumph der USA sein Ende fand und zur Entstehung einer unipolaren Welt f\u00fchrte. Dadurch konnten die USA weiterhin ihr hohes moralisches Ziel in Verbindung mit ihrer Rolle als globale F\u00fchrungsmacht zu dem Zwecke einsetzen, die Vorteile der liberalen Demokratie in der ganzen Welt zu verbreiten und die Grundlagen einer liberalen regelbasierten Ordnung zu st\u00e4rken, die die amerikanische Vormachtstellung auch in Zukunft aufrechterhalten sollte.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie man mit der multipolaren Welt nicht umgehen sollte: R\u00fcckschrittler und Restauratoren<\/strong><\/p>\n<p>Die heutige unipolare Welt wurde Opfer der globalen Finanzkrise von 2008\u20132009 und der erfolgslosen US-Interventionen im Irak und in Afghanistan. Dies f\u00fchrte dazu, dass viele am amerikanischen Kapitalismus und an der Macht der Vereinigten Staaten zweifeln. Es entstehen neue Machtzentren. Heute steht Washington vor der Frage: Wie soll es auf die entstehende Multipolarit\u00e4t reagieren? Die Debatte wird von zwei Denkschulen beherrscht, deren Vertreter als &#8220;R\u00fcckschrittler&#8221; und &#8220;Restauratoren&#8221; bezeichnet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Beide Denkschulen orientieren sich an der Vergangenheit und beziehen sich auf unterschiedliche Elemente der US-amerikanischen au\u00dfenpolitischen Tradition. Die R\u00fcckschrittler wollen das Engagement der USA gegen\u00fcber der Au\u00dfenwelt einschr\u00e4nken und zur Au\u00dfenpolitik aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg zur\u00fcckkehren. Die Restauratoren hingegen streben eine bipolare Struktur als Grundlage f\u00fcr das Engagement mit der Au\u00dfenwelt an und wenden sich einem politischen Ansatz aus der Nachkriegszeit zu.<\/p>\n<p>Keine dieser beiden Denkschulen kann die Vereinigten Staaten indes auf eine aktive Teilnahme an einer wirklich multipolaren Welt vorbereiten.<\/p>\n<p><a><\/a> Aus diesem Grund sind sie nicht geeignet, um die Ziele der USA zu erreichen. Den R\u00fcckschrittlern ist insofern zuzustimmen, als die USA aufgrund ihrer geopolitischen Lage und ihres Machtpotenzials im Prinzip ein sicheres Land sind. Aber \u2013 im Gegensatz zu ihrer Auffassung \u2013 k\u00f6nnen es sich die USA nicht leisten, sich aus der Geopolitik zur\u00fcckzuziehen und sich nur dann zu engagieren, wenn sich die regionalen Gleichgewichte in Schl\u00fcsselregionen wie Europa, dem Nahen Osten und Ostasien in einer mit amerikanischen Interessen unvereinbaren Weise zu ver\u00e4ndern drohen.<\/p>\n<p>In der heutigen miteinander verflochtenen Welt, in der die Gro\u00dfm\u00e4chte miteinander in Konkurrenz stehen, ist es unerl\u00e4sslich, das Kr\u00e4ftegleichgewicht in verschiedenen Regionen st\u00e4ndig im Auge zu behalten. Dabei m\u00fcssen die Amerikaner nicht \u00fcberall pr\u00e4sent sein; sie k\u00f6nnen und sollten Priorit\u00e4ten setzen. Dennoch m\u00fcssen sie an vielen Orten im Ausland aktiv vertreten sein, insbesondere an der Peripherie des riesigen eurasischen Superkontinents: in Europa, im Nahen Osten, in S\u00fcdostasien, in Nordostasien und in der Arktis.<\/p>\n<p><a><\/a> Die Restauratoren hingegen sind der festen \u00dcberzeugung, dass eine aktive US-Pr\u00e4senz im Ausland unerl\u00e4sslich ist. Sie fordern jedoch, dass sich die USA an der F\u00f6rderung und Verteidigung liberal-demokratischer Werte in der ganzen Welt beteiligen, und nicht nur in Regionen, die f\u00fcr Amerikas Sicherheit lebenswichtig sind. In dieser Hinsicht versuchen sie, die entstehende Multipolarit\u00e4t auf eine bipolare Ordnung zu reduzieren \u2013 also auf einen Kampf zwischen der von den USA gef\u00f6rderten Freiheit und der von China unterst\u00fctzten Autokratie, oder, einfacher ausgedr\u00fcckt, zwischen Demokratie und Autoritarismus. Die derzeitigen Versuche vieler Restauratoren, eine &#8220;Widerstandsachse&#8221; gegen China, Russland, Iran und Nordkorea zu bilden, sind ein deutlicher Ausdruck dieser Tendenz \u2013 wobei sie allerdings die Reibungen zwischen diesen L\u00e4ndern und die eindeutige Pr\u00e4ferenz jedes dieser L\u00e4nder, mit den anderen bilateral und nicht als Teil einer breiteren Koalition umzugehen, \u00fcbersehen. Doch der Rest der Welt \u2013 vor allem die Verb\u00fcndeten der USA in Europa und Ostasien \u2013 lehnt das bipolare Konzept ab. Und im Gegensatz zu der Situation w\u00e4hrend des Kalten Krieges haben viele dieser L\u00e4nder die Kraft und die Ressourcen, dem amerikanischen Druck zu widerstehen, sich f\u00fcr eine der beiden Parteien zu entscheiden zu m\u00fcssen. Kurz gesagt: Trotz der Vorstellungen der Restauratoren setzt sich der Rest der Welt hartn\u00e4ckig f\u00fcr die Multipolarit\u00e4t ein.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Entwicklung einer multipolaren Weltordnung<\/strong><\/p>\n<p>Anstatt zu versuchen, den Herausforderungen der Multipolarit\u00e4t auszuweichen oder eine bipolare Welt zu schaffen, sollte Washington die Tatsache einer sich entwickelnden multipolaren Ordnung akzeptieren und versuchen, sie in \u00dcbereinstimmung mit den amerikanischen Interessen zu gestalten. Die amerikanische F\u00fchrungsrolle wird sich nicht dadurch manifestieren, dass sie der Welt eine Ordnung aufzwingt, sondern durch den sorgf\u00e4ltigen und durchdachten Aufbau regionaler Machtgleichgewichte, die zusammen ein globales Gleichgewicht schaffen, das die Interessen und Werte der USA in der ganzen Welt sch\u00fctzt und f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Um dieses Gleichgewicht in den verschiedenen Regionen zu erreichen, brauchen die USA konstruktive Beziehungen zu allen Gro\u00dfm\u00e4chten sowie zu den wichtigsten Regionalstaaten.<\/p>\n<p>Das Gleichgewicht muss flexibel sein und auf Ver\u00e4nderungen der relativen Machtverh\u00e4ltnisse und das Entstehen neuer Herausforderungen reagieren. Zu vermeiden ist eine verh\u00e4rtete oder kompetitive Gro\u00dfmachtrivalit\u00e4t in Form starrer konkurrierender Bl\u00f6cke. In dieser Hinsicht k\u00f6nnen die Jahrzehnte vor dem Ersten Weltkrieg als lehrreiches Beispiel dienen.<\/p>\n<p>Eine noch dringendere Aufgabe ist jedoch die St\u00e4rkung der Grundlagen einer multipolaren Ordnungsstruktur. Heute gibt es neben den Vereinigten Staaten vier potenzielle Gro\u00dfm\u00e4chte: China, Indien, Russland und Europa. Jede von ihnen stellt eine Herausforderung f\u00fcr die USA dar. F\u00fcr Washington besteht die Aufgabe darin, f\u00fcr jedes dieser Machtzentren mit ihren einzigartigen Merkmalen geeignete Ans\u00e4tze zu entwickeln, die sich zu einem gemeinsamen weltpolitischen Konzept zusammenf\u00fcgen. Kurz gesagt: Es wird notwendig sein, China als Gro\u00dfmacht einzud\u00e4mmen, Indien zu f\u00f6rdern und in eine solche Macht zu verwandeln, Russland als einheitliches Gebilde zu erhalten und Europa in ein solches Gebilde zu transformieren.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>China<\/strong><\/p>\n<p>Der Nationalen Sicherheitsstrategie der Regierung unter US-Pr\u00e4sident Biden zufolge handelt es sich bei China um das einzige Land, &#8220;das sowohl die Absicht hat, die Weltordnung umzugestalten, als auch in zunehmendem Ma\u00dfe \u00fcber die wirtschaftliche, diplomatische, milit\u00e4rische und technologische Macht verf\u00fcgt, um dieses Ziel zu erreichen.&#8221; Pr\u00e4sident Xi Jinping propagiert den &#8220;chinesischen Traum&#8221;, wonach sein Land bis 2049 \u2013 also bis zum hundertsten Jahrestag der Gr\u00fcndung der Volksrepublik China \u2013 die dominierende Weltmacht werden solle.<\/p>\n<p>Um ihren technologischen Vorsprung und ihre Vormachtstellung aufrechtzuerhalten, m\u00fcssen die USA Chinas geopolitische Ambitionen eind\u00e4mmen und alle Aspekte ihrer eigenen Nationalmacht st\u00e4rken, und zwar zun\u00e4chst im Technologiesektor. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen sie die Komplexit\u00e4t der wirtschaftlichen Verflechtung in den Griff bekommen, um ihre Lieferketten \u2013 vor allem in Zeiten angespannter Beziehungen zu Peking \u2013 zu sch\u00fctzen und sicherzustellen, dass China keinen ungehinderten Zugang zu fortschrittlichen US-Technologien erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>In dieser Hinsicht stellt eine innenpolitische Renaissance ein Schl\u00fcsselelement jeder Politik gegen\u00fcber China dar. Die Vereinigten Staaten m\u00fcssen ihre wachsende Staatsverschuldung in den Griff bekommen, die stagnierenden Bildungs- und Gesundheitsstandards anheben, ihr Innovations\u00f6kosystem st\u00e4rken und die politische Polarisierung \u00fcberwinden, um sich zu festigen und auf einen harten Wettbewerb mit China vorzubereiten.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Indien<\/strong><\/p>\n<p>Indiens Potenziale bleiben schon lange hinter seinen Ambitionen zur\u00fcck. Der indische Premierminister Narendra Modi ist entschlossen, diesen Status quo zu \u00e4ndern. Damit beschreitet er den Weg f\u00fcr sein Land, um auf der Weltb\u00fchne eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen zu k\u00f6nnen, und f\u00e4ngt dabei mit der Indischen Ozeanregion an.<\/p>\n<p>Dabei sollte die kontinuierliche amerikanische Unterst\u00fctzung dem Premierminister Modi und Indien die St\u00e4rkung seiner Position als Global Player erleichtern. Als besonders sensibler Bereich erweist sich in diesem Zusammenhang die R\u00fcstungsindustrie. Die Vereinigten Staaten sind zu Recht bestrebt, Indiens Abh\u00e4ngigkeit von russischen R\u00fcstungsg\u00fctern zu verringern. Dieses Ziel sollte sich jedoch nicht darauf beschr\u00e4nken, die russischen Waffen im Laufe der Zeit durch westliche \u2013 vor allem amerikanische \u2013 Waffen zu ersetzen. Vielmehr sollten die USA Neu-Delhi dabei helfen, seine eigene Verteidigungsindustrie zu entwickeln, auszubauen und zu modernisieren. Dies ist notwendig, um Indiens Gro\u00dfmachtambitionen langfristig aufrechtzuerhalten: Keine Gro\u00dfmacht darf sich in Bezug auf ihre milit\u00e4rische St\u00e4rke auf andere L\u00e4nder verlassen.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Russland<\/strong><\/p>\n<p>Ohne Zweifel strebt Russland danach, eine Gro\u00dfmacht zu sein. Die Gro\u00dfmachtstellung und die Forderung, von anderen Gro\u00dfm\u00e4chten als solche respektiert zu werden, ist ein Kernelement der nationalen Identit\u00e4t Russlands. Heute steht Russland vor der Herausforderung, seine strategische Autonomie aufrechtzuerhalten, insbesondere angesichts der zunehmenden Ann\u00e4herung an China als Folge der westlichen Sanktionen und Russlands eigener Ablehnung des Westens. Trotz allen Geredes \u00fcber eine gleichberechtigte Partnerschaft mit China ist das Verh\u00e4ltnis der beiden L\u00e4nder zutiefst asymmetrisch zugunsten Chinas. Die chinesische Wirtschaft ist sechs- bis zehnmal gr\u00f6\u00dfer als die russische, je nachdem, wie man das BIP berechnet, und diese Kluft vergr\u00f6\u00dfert sich immer mehr zugunsten Chinas. Die Volksrepublik ist gegen\u00fcber Russland technologisch f\u00fchrend, auch wenn Russland nach wie vor \u00fcber einige milit\u00e4rische Technologien verf\u00fcgt, die den chinesischen \u00fcberlegen sind.<\/p>\n<p>Die russische Staatsf\u00fchrung ist sich dar\u00fcber im Klaren, dass sie in Zukunft einige Ma\u00dfnahmen zur Aufrechterhaltung ihrer Autonomie und Unabh\u00e4ngigkeit ergreifen muss, um nicht unter den noch st\u00e4rkeren Einfluss Chinas zu geraten. Eine dieser Ma\u00dfnahmen besteht in dem Versuch, eine Koalition aus eurasischen Staaten und dem Globalen S\u00fcden aufzubauen. Auf diese Weise versucht Moskau, Chinas Einfluss durch multilaterale Organisationen wie BRICS+ und die Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit einzud\u00e4mmen. Die bittere Wahrheit besteht jedoch darin, dass man das angestrebte Gegengewicht nur im Westen \u2013 insbesondere in den USA \u2013 finden kann.<\/p>\n<p>So kann Washington Russland dabei helfen, seine strategische Autonomie zu bewahren und eine Partnerschaft mit den USA im Interesse Amerikas zu entwickeln. Dabei muss jedoch mit Bedacht vorgegangen werden. Die USA sind nicht in der Lage, die derzeitige strategische Allianz zwischen China und Russland zu untergraben, da diese beiden L\u00e4nder starke strategische Beweggr\u00fcnde f\u00fcr enge Beziehungen zueinander haben. Allerdings ist Washington imstande, die russisch-chinesischen Beziehungen zu schw\u00e4chen \u2013 vor allem, indem es Moskau Alternativen zu China bietet, die dem Land derzeit fehlen. Die Wiederherstellung normaler diplomatischer Beziehungen k\u00f6nnte eine Option sein, um Russlands Potenzial zu erweitern. Durch die Lockerung von Sanktionsma\u00dfnahmen k\u00f6nnte die Zusammenarbeit russischer und westlicher Unternehmen in Regionen wie Zentralasien und der Arktis gef\u00f6rdert werden, um dem wachsenden chinesischen Einfluss in diesen Regionen entgegenzuwirken. Eine andere Option w\u00e4re die vorsichtige Wiederherstellung der Energiebeziehungen zwischen Russland und der EU, allerdings so, dass Europa eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Abh\u00e4ngigkeit von russischen Energielieferungen vermeiden k\u00f6nnte. Das Ziel besteht jedoch nicht in einer Entfremdung zwischen Moskau und Peking, sondern darin, daf\u00fcr zu sorgen, dass die diplomatischen und handelspolitischen Beziehungen zwischen Russland und China nicht so stark zugunsten Chinas tendieren, wie dies gegenw\u00e4rtig der Fall ist.<\/p>\n<p><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Europa<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die USA wird Europa die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung darstellen. Es verf\u00fcgt \u00fcber alle wirtschaftlichen und technologischen Ressourcen, um eine Gro\u00dfmacht zu werden, aber es fehlt ihm an politischem Willen und Zusammenhalt. Nach dem Kalten Krieg haben die europ\u00e4ischen L\u00e4nder ihre Verteidigungskapazit\u00e4ten vernachl\u00e4ssigt: Zwar konnten sie die &#8220;Dividenden&#8221; der Friedenzeiten genie\u00dfen, um ihren sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand auszubauen und zu vertiefen, doch in Sachen Sicherheit haben sie sich ganz auf Amerika verlassen. Selbst angesichts der aktuellen russischen Bedrohung sind die f\u00fchrenden europ\u00e4ischen L\u00e4nder nicht bereit, die Verteidigungsausgaben auf das erforderliche Niveau zu erh\u00f6hen. Es besteht keine Bereitschaft der europ\u00e4ischen Bev\u00f6lkerung, ihren Wohlstand f\u00fcr die Steigerung der Verteidigungskapazit\u00e4ten zu opfern. Dar\u00fcber hinaus zeigen sich die europ\u00e4ischen L\u00e4nder unwillig, sich gegenseitig ihre Sicherheit anzuvertrauen: Polen und die baltischen Staaten zum Beispiel werden sich eher an die USA wenden, um Sicherheitsgarantien zu erhalten, als an die gro\u00dfen europ\u00e4ischen L\u00e4nder oder Europa als Ganzes.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Situation sind die USA mitverantwortlich. Denn seit der NATO-Gr\u00fcndung 1949 bietet sie den europ\u00e4ischen Staaten ein H\u00f6chstma\u00df an Sicherheitsgarantien. Auch die USA demonstrierten ihre Entschlossenheit, eine f\u00fchrende Rolle in diesem B\u00fcndnis zu spielen. Jetzt fordern die USA zwar, dass Europa seinen Anteil an den Sicherheitsausgaben erh\u00f6ht, und sprechen gelegentlich von einem europ\u00e4ischen NATO-R\u00fcckgrat, doch die Position Washingtons bleibt widerspr\u00fcchlich. Dar\u00fcber hinaus nutzen die USA Meinungsverschiedenheiten zwischen ihren Verb\u00fcndeten aus, um ihre beherrschende Stellung in dem B\u00fcndnis aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Damit Europa die mit einer Gro\u00dfmachtstellung verbundene Verantwortung \u00fcbernimmt, m\u00fcssen die US-Politiker ihre Mentalit\u00e4t \u00e4ndern. Sie werden mit ihren Verb\u00fcndeten zusammenarbeiten m\u00fcssen, um einen handlungsf\u00e4higen europ\u00e4ischen Pfeiler aufzubauen, der \u00fcber die n\u00f6tige Schlagkraft verf\u00fcgt, um die meisten Sicherheitsrisiken auf dem Kontinent zu bew\u00e4ltigen. Dies setzt die Kooperation zwischen den USA und ihren Verb\u00fcndeten voraus, um einen effektiven europ\u00e4ischen Verteidigungsindustriekomplex aufzubauen, ein gemeinsames Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die sicherheitspolitischen Herausforderungen auf dem Kontinent zu entwickeln und eine schlagkr\u00e4ftige Milit\u00e4rmacht zu formieren, die Europa in einer Vielzahl von unvorhergesehenen Situationen einsetzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Neufindung der amerikanischen F\u00fchrungsrolle<\/strong><\/p>\n<p>Um in einer multipolaren Weltordnung erfolgreich zu sein, wird Washington sein Verhalten \u00fcberdenken m\u00fcssen. Zun\u00e4chst einmal wird es akzeptieren m\u00fcssen, dass Gro\u00dfm\u00e4chte per definitionem strategische Autonomie besitzen. Selbst diejenigen, die die Werte der USA teilen \u2013 wie Europa und in gewissem Ma\u00dfe auch Indien \u2013 werden bisweilen Interessen verfolgen, die den amerikanischen zuwiderlaufen. Washington wird auch akzeptieren m\u00fcssen, dass seine eigene Macht ihre Grenzen hat; andere Gro\u00dfm\u00e4chte k\u00f6nnen \u2013 ob einzeln oder gemeinsam \u2013 die amerikanische Macht eind\u00e4mmen. Das bedeutet aber nicht unbedingt etwas Schlechtes: Wenn Europa m\u00e4chtiger gewesen w\u00e4re und den USA h\u00e4tte die Stirn bieten k\u00f6nnen, h\u00e4tte es Washington davon abhalten k\u00f6nnen, den strategischen Fehler der Irak-Invasion im Jahr 2003 zu begehen. Aufgrund dieser tats\u00e4chlichen Zw\u00e4nge m\u00fcssen sich die USA st\u00e4rker als bisher auf eine begrenzte Anzahl von Priorit\u00e4ten konzentrieren, um ihre lebenswichtigen Interessen zu sch\u00fctzen und voranzubringen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig wird Amerika gezwungen sein, die Existenz einer Wertevielfalt in der modernen Welt anzuerkennen, zumal diese die innenpolitische Struktur der anderen Gro\u00dfm\u00e4chte pr\u00e4gen. Es kann in einer multipolaren Welt aber kein Gleichgewicht erreicht werden, wenn die USA weiterhin die Legitimit\u00e4t der autorit\u00e4ren F\u00fchrer einer anderen Gro\u00dfmacht in Frage zu stellen versuchen.<\/p>\n<p>Durch den Wertekonflikt wird die Flexibilit\u00e4t eingeschr\u00e4nkt, die erforderlich ist, um das Gleichgewicht an ver\u00e4nderte Bedingungen anzupassen; der Wettbewerb um geopolitische und wirtschaftliche Vorteile kann hingegen auf pragmatischere Weise gef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Damit ist nicht gemeint, dass Washington nicht mehr seine Werte propagieren sollte oder dass die Grunds\u00e4tze einer regelbasierten Ordnung in einer multipolaren Welt keinen Platz mehr haben werden. Aber man sollte es vorziehen, die amerikanischen Werte durch eigenes Verhalten und nicht durch Missionierung oder Proselytenmacherei zu f\u00f6rdern. Eine regelbasierte Ordnung wird nur f\u00fcr diejenigen L\u00e4nder und Regionen gelten, die bereit sind, sie zu akzeptieren.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich m\u00fcssen die USA ihre F\u00fchrungsrolle anders als in der Vergangenheit wahrnehmen. In der sich entwickelnden multipolaren Weltordnung sind die USA gegen\u00fcber anderen Gro\u00dfm\u00e4chten nicht mehr so \u00fcberlegen, dass sie ihnen ihren Willen aufzwingen k\u00f6nnen: Sollten die weniger bedeutenden M\u00e4chte mit etwas nicht einverstanden sein, stehen ihnen nun Alternativen zur Verf\u00fcgung. Die F\u00fchrungsrolle wird eher darin bestehen, unterschiedliche und oft konkurrierende Interessen unter einem System zusammenzubringen, das die amerikanischen Interessen beg\u00fcnstigt: Es geht also darum, die Multipolarit\u00e4t geschickter und selbstbewusster zu manipulieren als andere Gro\u00dfm\u00e4chte. So k\u00f6nnten die USA beispielsweise eine F\u00fchrungsrolle bei der Koalitionsbildung \u00fcbernehmen \u2013 unter Einbeziehung zumindest einiger anderer Gro\u00dfm\u00e4chte \u2013, um dr\u00e4ngende globale Herausforderungen wie Klimawandel, Pandemien, grenz\u00fcberschreitende Kriminalit\u00e4t, internationalen Terrorismus und viele andere anzugehen.<\/p>\n<p>Entgegen der in den USA weit verbreiteten Meinung m\u00fcssen effektive Aktivit\u00e4ten in einer multipolaren Welt nicht unbedingt eine zynische Manipulation anderer L\u00e4nder und geschickte diplomatische Man\u00f6ver beinhalten. Vielmehr sollte man eine moralische F\u00fchrungsrolle \u00fcbernehmen, insbesondere als Gro\u00dfmacht, die auf der Weltb\u00fchne die Rolle des Ersten unter Gleichen einnimmt. Dies ist die Rolle, die Amerika anstreben sollte: Nur so kann es seine Ausnahmestellung bewahren und sie mit der Notwendigkeit einer st\u00e4ndigen Interaktion mit der Au\u00dfenwelt in Einklang bringen. Dies ist erforderlich, um nationale Interessen in einer miteinander vernetzten multipolaren Welt zu sch\u00fctzen, die keine Dominanz zul\u00e4sst.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/globalaffairs.ru\/articles\/perestrojka-miroporyadka-grem\/\">Russischen<\/a>. Der Artikel wurde zuerst auf der Homepage von &#8220;Russia in Global Affairs&#8221; ver\u00f6ffentlicht.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Thomas Graham<\/strong> ist Verdienter Wissenschaftler des Rates f\u00fcr ausw\u00e4rtige Beziehungen (USA).<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/meinung\/238772-wird-uno-ende-unipolaren-welt\/\">Wird die UNO das Ende der unipolaren Welt \u00fcberleben?<\/a><em><br \/><\/em><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v6prk45\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/nordamerika\/242519-neuausrichtung-weltordnung\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vereinigten Staaten m\u00fcssen ihre Rolle in der Weltpolitik neu \u00fcberdenken. 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