{"id":78380,"date":"2025-02-13T07:45:08","date_gmt":"2025-02-13T05:45:08","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/wie-russland-das-restliche-erdgas-in-der-ukraine-umverteilt\/"},"modified":"2025-02-13T07:45:08","modified_gmt":"2025-02-13T05:45:08","slug":"wie-russland-das-restliche-erdgas-in-der-ukraine-umverteilt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/wie-russland-das-restliche-erdgas-in-der-ukraine-umverteilt\/","title":{"rendered":"Wie Russland das restliche Erdgas in der Ukraine &quot;umverteilt&quot;"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/02\/67acc342b480cc54843e965c.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Die ukrainischen Energieeinrichtungen sind erneut in das Visier des russischen Milit\u00e4rs geraten, dieses Mal in der Region Poltawa und im Westen des Landes. Experten zufolge schlagen die russischen Streitkr\u00e4fte so zu, dass nur die inl\u00e4ndischen Verbraucher in der Ukraine mit Gas versorgt werden.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Jewgeni Posdnjakow<\/em><\/p>\n<p><strong><\/strong><em><\/em>Von den russischen Streitkr\u00e4ften wurde ein Gruppenangriff auf die Einrichtungen des Gas- und Energiekomplexes in der Ukraine durchgef\u00fchrt. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums erm\u00f6glichte die besch\u00e4digte Infrastruktur das Funktionieren des milit\u00e4risch-industriellen Komplexes des Gegners. F\u00fcr den Beschuss wurden Pr\u00e4zisionswaffen mit gro\u00dfer Reichweite und unbemannte Luftfahrzeuge (UAV) eingesetzt.<\/p>\n<p>Lokalen Quellen zufolge handelte es sich bei den Zielobjekten unter anderem um Gasfelder im Gebiet Poltawa. Sp\u00e4ter erkl\u00e4rte der Pressedienst des ukrainischen Energieunternehmens Naftogaz, die Explosionen h\u00e4tten die Produktionsanlagen des Unternehmens besch\u00e4digt. Infolgedessen w\u00e4ren neun Siedlungen in diesem Gebiet von der Gasversorgung abgeschnitten.<\/p>\n<p>Zur Erinnerung: Im Jahr 2025 intensivierte Russland seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Gegners. So wurde Mitte Januar ein Raketenangriff auf Einrichtungen in der Stadt Stryi (Gebiet Lwow) durchgef\u00fchrt, wo sich ein gro\u00dfes Gasspeicherwerk befindet. Die Milit\u00e4rkorrespondenten bezeichneten diesen Angriff als einen wichtigen Schritt zur garantierten Reduzierung des Milit\u00e4rpotenzials der ukrainischen Streitkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend, am 1. Februar, griffen die russischen Streitkr\u00e4fte eine Reihe von Gas- und Energieinfrastruktureinrichtungen an, die auch zur Versorgung des ukrainischen milit\u00e4risch-industriellen Komplexes dienen. Vor diesem Hintergrund entstanden in der Ukraine Probleme bei der Entnahme von Gas aus unterirdischen Gasspeichern. Nach Angaben von <em>Reuters<\/em> sank der t\u00e4gliche Verbrauch der gelagerten Gasmengen auf 58 Millionen Kubikmeter, w\u00e4hrend der Gesamtbedarf des Landes bei 110 Millionen Kubikmetern pro Tag liegt.<\/p>\n<p>In Kiew f\u00fchrte man die derzeitige Situation auf Sch\u00e4den an den Kompressor-Stationen zur\u00fcck, die durch den russischen Beschuss verursacht worden seien. Nach Angaben des Direktors des ukrainischen Energieforschungszentrums, Alexander Chartschenko, reicht der Druck in der Infrastruktur nicht aus, um das Gas abzupumpen. Experten halten solche Erkl\u00e4rungen jedoch f\u00fcr einen Versuch, die schlechte Vorbereitung des B\u00fcros von Selenskij auf die Heizperiode zu verschleiern.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Urspr\u00fcnglich wurden von den russischen Streitkr\u00e4ften haupts\u00e4chlich W\u00e4rmekraftwerke angegriffen. Das Ziel war es, dem Feind die Strom\u00fcbertragung zu erschweren. Mit anderen Worten: Wir haben die ukrainischen Streitkr\u00e4fte auf einen &#8220;Energiehungerzustand&#8221; gebracht&#8221;,<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>sagt der Wirtschaftswissenschaftler und Politologe Iwan Lisan.<\/p>\n<p>Die Gasinfrastruktur sei nicht auf der Liste der vorrangigen Angriffsziele aufgef\u00fchrt, so der Analytiker weiter. Schlie\u00dflich habe die Ukraine zu diesem Zeitpunkt als Gastransporteur nach Europa fungiert. &#8220;Damals bestand kein Grund, diese Gassysteme anzugreifen. Durch den Verzicht auf den Gastransit haben sich die ukrainischen Beh\u00f6rden jedoch selbst der Beschussgefahr ausgesetzt&#8221;, betont der Experte.<\/p>\n<p>Dem Gespr\u00e4chspartner zufolge f\u00fchren die russischen Angriffe auf die gegnerische Gasinfrastruktur zu Problemen beim Ein- und Auspumpen von Erdgas in die unterirdischen Gasspeicher. In diesem Zusammenhang erinnert er an die vom B\u00fcro von Selenskij ge\u00e4u\u00dferten Beschwerden, wonach das Gasvolumen in den unterirdischen Speichern auf ein kritisches Niveau gesunken sei.<\/p>\n<p>Nach Ansicht des Analytikers besteht eines der Hauptprobleme der ukrainischen Regierung in der schlechten Vorbereitung auf die Heizperiode. Es sei vermutlich zu wenig Gas in die Speicher gepumpt worden. Und jetzt \u2013 nachdem die Gasinfrastruktureinrichtungen auf der Angriffsliste des russischen Milit\u00e4rs st\u00fcnden \u2013 habe der Feind zus\u00e4tzliche Schwierigkeiten.<\/p>\n<p>Lisan zufolge ist es wichtig, dass die russischen Truppen nicht einzelne T\u00fcrme angreifen, sondern Punkte, an denen das Gas zuerst angeliefert und dann \u00fcber das ukrainische Gastransportsystem verteilt wird. Er weist darauf hin, dass in den vergangenen Tagen gerade solche Einrichtungen &#8220;ausgeschaltet&#8221; worden seien.<\/p>\n<p>Laut dem Gespr\u00e4chspartner k\u00f6nnten diese Angriffe auch mit dem Ziel erfolgen, die Ukraine zur Wiederaufnahme des Gastransits zu zwingen. &#8220;Im Prinzip haben sie [die ukrainischen Beh\u00f6rden] keine andere Wahl: Der Druck in den Leitungen reicht nicht aus, um Gas zu pumpen, die eigene Gasproduktion ist zur\u00fcckgegangen und in den unterirdischen Gasspeichern gibt es keine ausreichenden Vorr\u00e4te&#8221;, argumentiert Lisan. Allerdings &#8220;wird kein Ziel verfolgt, das Land in die Steinzeit zu st\u00fcrzen&#8221;.<\/p>\n<p>&#8220;Solche Ziele verfolgen beispielsweise Kiew und Chi\u0219in\u0103u in Bezug auf Transnistrien. Hingegen zielt die russische Seite in systematischer Weise auf die Schw\u00e4chung des milit\u00e4risch-industriellen Komplexes der Ukraine ab. Als Folge solcher Schl\u00e4ge werden die Kosten f\u00fcr die Unterhaltung von Selenskijs B\u00fcro f\u00fcr die EU immer h\u00f6her&#8221;, f\u00fcgt der Experte hinzu. Seine Prognose lautet:\u00a0<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Die Beh\u00f6rden werden in naher Zukunft gezwungen sein, Ma\u00dfnahmen zur Reduzierung des Gasverbrauchs zu ergreifen.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Zudem m\u00fcssten sie die Temperatur des W\u00e4rmetr\u00e4gers in den Gaskesselh\u00e4usern senken. Mittelfristig stellt sich jedoch in jedem Fall die Frage der Vorbereitung auf die n\u00e4chste Heizperiode: Dann muss das Erdgas, das in Europa immer knapper wird, wieder in unterirdische Gasspeicher gepumpt werden.<\/p>\n<p>Vor den Ereignissen von 2013 und 2014 sei das Zentrum der ukrainischen Gasf\u00f6rderindustrie der Osten des Landes gewesen, erkl\u00e4rt der Energieexperte Aleksei Anpilogow.<\/p>\n<p>&#8220;Die meisten Gasf\u00f6rderaktivit\u00e4ten fanden dort in einem langen Abschnitt vom Norden des Gebiets Dnjepropetrowsk bis in den S\u00fcden des Gebiets Charkow statt. Die dortigen Gasvorkommen wurden bereits zu Sowjetzeiten erschlossen&#8221;, sagt er.<\/p>\n<p>&#8220;In der Vergangenheit wurde auch im Westen der Ukraine Gas gef\u00f6rdert. Die regionalen Gasvorkommen waren jedoch ersch\u00f6pft, sodass der Energiesektor \u2013 z.\u00a0B. in dem Gebiet Lwow \u2013 allm\u00e4hlich ins Stocken geriet. Das Problem wurde jedoch auf sinnvolle Weise gel\u00f6st: Die vorhandene Infrastruktur wurde in unterirdische Gasspeicher umgewandelt&#8221;, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n<p>&#8220;Als n\u00e4chstes Gebiet f\u00fcr die aktive Erschlie\u00dfung von Gasfeldern sollte die sogenannte &#8220;Erdgasprovinz Krim&#8221; dienen. Die ukrainischen Beh\u00f6rden planten sogar die Erschlie\u00dfung von Gasvorkommen auf dem Schwarzmeer-Schelf. Im Jahr 2014 musste Kiew jedoch auf diese Pl\u00e4ne verzichten&#8221;, so der Gespr\u00e4chspartner.<\/p>\n<p><em>&#8220;Dar\u00fcber hinaus gab es weitere Pl\u00e4ne zur Steigerung der inl\u00e4ndischen Gasf\u00f6rderung.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>So stellte beispielsweise das ukrainische Energieunternehmen Naftogaz im Jahr 2020 die Strategie &#8220;Dreizack&#8221; vor. &#8220;Sie besteht aus drei Komponenten: erstens \u2013 die Gasf\u00f6rderung aus tiefen Lagerst\u00e4tten, zweitens \u2013 Gas aus Schiefergestein und drittens \u2013Schelfgas&#8221;, hie\u00df es in einer Mitteilung dieses Unternehmens.<\/p>\n<p>Ein weiteres nicht realisiertes Projekt stellte die Initiative &#8220;20\/20&#8221; dar, deren Umsetzung von der vorigen Regierung des Landes genehmigt worden war. Nach dem Konzept sollte das Staatsunternehmen Ukrgazdobytscha bis zum Jahr 2020 eine Menge von 20 Milliarden Kubikmetern Gas f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>&#8220;Daher verf\u00fcgt die Ukraine nur noch \u00fcber Gasvorkommen im Osten des Landes. Aber auch diese gehen allm\u00e4hlich zur Neige. Die F\u00f6rderung in den Gebieten Dnjepropetrowsk, Poltawa und Charkow reicht jedoch nur f\u00fcr den kommunalen Gasbedarf. Die gesamte ukrainische Industrie konnte nur durch den Import von Energieressourcen aufrechterhalten werden. \u00dcbrigens war Moskau der Hauptgaslieferant, wenn auch nicht offiziell&#8221;, betont der Experte.<\/p>\n<p>&#8220;Kiew dachte sich einen Plan aus: Das Gas floss weiterhin von Russland nach Europa, und bei der Durchleitung durch die Ukraine wurde ein Teil davon &#8220;ausgelassen&#8221;, um den lokalen Gasbedarf zu decken. Die Bezahlung f\u00fcr die verbrauchten Kubikmeter ging an die Tschechische Republik oder Polen. Mit anderen Worten: Der Verzicht auf unser Gas stellte lange Zeit eine Fiktion dar&#8221;, meint Anpilogow.<\/p>\n<p><em>&#8220;Doch seit dem 1. Januar dieses Jahres sieht die Situation ganz anders aus.<\/em><\/p>\n<p>Der zwischen Kiew und Moskau geschlossene Gastransitvertrag sei ausgelaufen. Und die Ukraine lehne es ab, ihn zu verl\u00e4ngern. &#8220;Damit zerst\u00f6rte sie im Alleingang das jahrzehntelang kalibrierte Gashandelssystem, das die gesamte osteurop\u00e4ische Region umfasste&#8221;, sagt er.<\/p>\n<p>&#8220;Zudem hielten Vertr\u00e4ge \u00fcber Gaslieferungen nach Europa Russland lange Zeit davon ab, Angriffe auf die gegnerische Energieinfrastruktur zu ver\u00fcben. Unsere Pipelines waren eng in das ukrainische Gassystem integriert. Daher k\u00f6nnte die Besch\u00e4digung einer ihrer Komponenten die F\u00e4higkeit von Gazprom beeintr\u00e4chtigen, die getroffenen Vereinbarungen zu erf\u00fcllen&#8221;, erkl\u00e4rt der Experte.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Heute gibt es diesen Abhaltungsfaktor nicht mehr. Unsere Angriffe auf die ukrainischen Gasf\u00f6rderkapazit\u00e4ten zielen darauf ab, den Feind daran zu hindern, \u00fcbersch\u00fcssiges Gas f\u00fcr die Produktion von Milit\u00e4rausr\u00fcstung zu verwenden. Damit soll ein Gasdefizit entstehen, sodass die Ukraine die verbleibenden Gasressourcen nur zur Gasversorgung der inl\u00e4ndischen Verbraucher nutzen kann&#8221;<\/em>,<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>so der Gespr\u00e4chspartner.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden die ukrainischen Verantwortlichen in die Enge getrieben worden sein.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Er meint: &#8220;Nat\u00fcrlich wissen wir, wie Selenskijs B\u00fcro mit seinen eigenen B\u00fcrgern umgeht. Es wird sicherlich versuchen, die Interessen der Bev\u00f6lkerung au\u00dfer Acht zu lassen und das Gas dem Milit\u00e4r zuzuf\u00fchren. Doch in diesem Fall kommt es zu einer Sozialkrise, mit der die dortigen Machthaber rechnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Es wird f\u00fcr den Gegner nicht einfach sein, aus der derzeitigen Situation herauszukommen. Zwar hat die Ukraine die M\u00f6glichkeit, Gas von Polen oder der Tschechischen Republik zu erwerben. Aber die Preise werden enorm hoch sein, da Europa selbst unter einem riesigen Engpass an Energieressourcen leidet. Und der Umfang des Gastransports wird minimal sein&#8221;, sagt Anpilogow abschlie\u00dfend.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/society\/2025\/2\/11\/1314207.html\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist am 11. Februar 2025 zuerst auf der Zeitung Wsgljad erschienen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong><em> &#8211; <\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/international\/235545-eu-russland-spaltung-fuehrt-zu\/\">Teure Zeiten ohne Russland: Macron bittet Unternehmen zur Kasse<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v6g6xzp\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/europa\/236547-wie-russland-restliche-erdgas-in-ukraine-umverteilt\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ukrainischen Energieeinrichtungen sind erneut in das Visier des russischen Milit\u00e4rs geraten, dieses Mal in der Region Poltawa und im Westen des Landes. 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