{"id":71095,"date":"2024-10-20T10:52:07","date_gmt":"2024-10-20T08:52:07","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/ukrainische-mobilisierung-hat-schueler-von-gestern-im-visier\/"},"modified":"2024-10-20T10:52:07","modified_gmt":"2024-10-20T08:52:07","slug":"ukrainische-mobilisierung-hat-schueler-von-gestern-im-visier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/ukrainische-mobilisierung-hat-schueler-von-gestern-im-visier\/","title":{"rendered":"Ukrainische Mobilisierung hat Sch\u00fcler von gestern im Visier"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/10\/670fa555b480cc260b054ef8.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Ukrainische Sch\u00fcler verlie\u00dfen das Land in gro\u00dfen Mengen vor Beginn des Schuljahres. Experten zufolge k\u00f6nnte ihre Abreise mit Ger\u00fcchten \u00fcber m\u00f6gliche Herabsetzung des Wehrpflichtalters auf 18 Jahre zusammenh\u00e4ngen. Warum k\u00f6nnte Selenskij die Sch\u00fcler von gestern brauchen?\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Jewgeni Posdnjakow<\/em><\/p>\n<p>Vor Beginn des Schuljahres haben 300.000 Sch\u00fcler die Ukraine verlassen. Laut der Abgeordneten der Werchowna Rada, Nina Juschanina, deute dies auf das Fehlen von Signalen seitens der Beh\u00f6rden hinsichtlich der Zukunftspl\u00e4ne f\u00fcr die Ukrainer hin. Parallel dazu sprach Bildungsminister Oxen Lissowoi letzte Woche \u00fcber die Massenabwanderung junger Menschen ins Ausland. Ihm zufolge verlassen die Sch\u00fcler der Oberklassen in gr\u00f6\u00dferem Umfang das Land.<\/p>\n<p>Er wies auch darauf hin, dass eine qualitativ hochwertige Bildung Jugendliche dazu bewegen k\u00f6nnte, in der Ukraine zu bleiben. Seiner Meinung nach st\u00fcnden die einheimischen Universit\u00e4ten den westlichen nicht nach, aber die Studenten w\u00fcrden sich trotzdem f\u00fcr ausl\u00e4ndische Universit\u00e4ten entscheiden, weil sie &#8220;von den Mythen \u00fcber das Ausland beeinflusst werden&#8221;.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist es, dass die gro\u00df angelegte Abwanderung von Obersch\u00fclern, bei denen es sich in der \u00fcberwiegenden Mehrheit um junge M\u00e4nner handelt, vor dem Hintergrund einer laufenden Debatte \u00fcber die Notwendigkeit einer Senkung des Mobilisierungsalters in der Ukraine stattfindet. So erkl\u00e4rte die Abgeordnete Maria Ionowa, dass die westlichen Partner der ukrainischen Streitkr\u00e4fte Kiew zu einer solchen Entscheidung dr\u00e4ngten.<\/p>\n<p>Sergei Leschtschenko, ein Berater des B\u00fcroleiters von Wladimir Selenskij, best\u00e4tigte diese Information und erl\u00e4uterte, dass das Hauptargument der Vereinigten Staaten in dieser Angelegenheit das Einberufungsalter in den USA zur Zeit des Vietnamkriegs sei. Damals wurden die US-Amerikaner bereits mit 19 Jahren in die Konfliktzone geschickt. Daher wird auch der Ukraine empfohlen, ihre Ans\u00e4tze zur Mobilmachung anzupassen.<\/p>\n<p>Leschtschenko zufolge habe Selenskij jedoch angeblich &#8220;nicht aufgegeben und \u00fcberzeugt weiterhin Politiker beider Parteien, Waffen zu geben, ohne das Alter f\u00fcr die Wehrpflicht zu \u00e4ndern&#8221;. In den ukrainischen Streitkr\u00e4ften werden jedoch Stimmen laut, die eine Herabsetzung des Einberufungsalters bef\u00fcrworten. So merkte beispielsweise Igor Obolenski, Kommandeur der 13. Brigade der Nationalgarde &#8220;Chartija&#8221;, an, dass &#8220;je mehr junge Menschen erfahren, was Krieg ist, desto leichter wird es f\u00fcr uns in Zukunft sein&#8221;.<\/p>\n<p>Er schlug jedoch vor, die untere Altersgrenze auf 21 Jahre herabzusetzen. Seiner Einsch\u00e4tzung nach w\u00fcrde eine solche \u00c4nderung dem Land keinen nennenswerten demografischen Schaden zuf\u00fcgen, da es in der Kampfzone &#8220;keine totale Sterblichkeit&#8221; gebe. Zur Erinnerung: Die Herabsetzung des Wehrpflichtalters wurde in der Ukraine bereits im April dieses Jahres vorgenommen.<\/p>\n<p>Damals stimmte Selenskij der Mobilisierung von B\u00fcrgern ab 25 Jahren zu (vorher lag die Schwelle bei 27 Jahren), wie\u00a0<em>TASS<\/em>\u00a0berichtet. Im Vorfeld dieser Entscheidung wurde im Staat lange Zeit die Option diskutiert, das Wehrpflichtalter auf 18 Jahre zu senken. Damals traten auch weitere Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr ukrainische M\u00e4nner in Kraft.<\/p>\n<p>Experten gehen davon aus, dass die gro\u00dfe Abwanderung von Obersch\u00fclern und Ger\u00fcchte \u00fcber eine m\u00f6gliche Herabsetzung des Wehrpflichtalters Glieder derselben Kette sind. Der Wunsch, junge M\u00e4nner in die ukrainischen Streitkr\u00e4fte zu treiben, ist ein Versuch, den Personalmangel zu \u00fcberwinden. Die Politikwissenschaftlerin Larissa Schesler erkl\u00e4rt:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Das ist eine ganz normale Reaktion aller liebenden M\u00fctter und V\u00e4ter: Ihr Kind muss gerettet werden. Sie wissen genau, dass sich die T\u00fcren zum Ausland komplett schlie\u00dfen, sobald ihr Sohn 18 wird.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Schesler ist der Meinung, dass die Eltern allen Grund zu solchen Sorgen h\u00e4tten. Ihr zufolge werde in der Ukraine nicht nur regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Senkung des Wehrpflichtalters diskutiert, sondern auch erw\u00e4hnt, dass die westlichen Partner, insbesondere die USA, darauf best\u00fcnden. Aus der Sicht Washingtons sei es &#8220;ein unzul\u00e4ssiger Luxus f\u00fcr die ukrainischen Streitkr\u00e4fte&#8221;, Menschen nur ab dem Alter von 25 Jahren an die Front zu schicken, meint sie. Die Gespr\u00e4chspartnerin f\u00fcgt hinzu:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Zugleich entwickelt sich in der Ukraine eine absolut katastrophale Situation. Nach \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Daten schlossen im Jahr 2024 etwa 200.000 bis 250.000 Jugendliche die Schule ab. Aber 300.000 Teenager haben den Staat verlassen, das hei\u00dft, wir sprechen von fast jedem Schulabg\u00e4nger. Au\u00dferdem reisen die Neunt- und Zehntkl\u00e4ssler zusammen mit ihnen ab, da ihre Eltern bereits wissen, wie es weitergeht.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Ihrer Meinung nach seien die Debatten \u00fcber eine m\u00f6gliche Herabsetzung des Wehrpflichtalters durch die aktuelle aussichtslose Situation f\u00fcr Selenskijs B\u00fcro verursacht. Die Expertin f\u00e4hrt fort:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Vor kurzem berichtete die Rada, dass etwa sechs Millionen Ukrainer sich noch immer nicht bei der Milit\u00e4rstelle angemeldet haben. Zudem leben zwei Drittel dieser Menschen schon seit langem nicht mehr im Lande. Etwas mehr als vier Millionen Menschen haben ihre Daten im Einberufungsstelle-Register aktualisiert. Etwa anderthalb Millionen von ihnen sind Personen, die R\u00fcckstellung wegen der Besch\u00e4ftigung bei Betrieben haben. \u00dcbrigens ist es das, wor\u00fcber sich Selenskij zuvor emp\u00f6rt hat.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Schesler betont, dass es sich bei weiteren anderthalb Millionen um Behinderte, Kranke, die nicht dienstf\u00e4hig sind, oder V\u00e4ter aus kinderreichen Familien handele. Mit anderen Worten: Die Einberufungsstelle verf\u00fcge \u00fcber &#8220;\u00fcberhaupt&#8221; keine Optionen, um &#8220;diese B\u00fcrger an die Front zu bringen&#8221;. Deshalb sei sich die ukrainische Gesellschaft jetzt sicher, dass die Senkung des Wehrpflichtalters unvermeidlich sei, betonte die Expertin. Weiter erkl\u00e4rt sie:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Auch die chaotischen \u00dcberf\u00e4lle der Einberufungsbeamten auf B\u00fcrger spielen eine Rolle. Sie m\u00fcssen jeden an die Front schicken, den sie erreichen k\u00f6nnen \u2013 Menschen werden auf der Stra\u00dfe, in Bars, bei Konzerten ihrer Lieblingsbands gepackt. Und nat\u00fcrlich ist all dies Ausdruck desselben Problems \u2013 des akuten Mangels an M\u00e4nnern im wehrpflichtigen Alter in der Ukraine.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dabei sei die Zahl der B\u00fcrger, die in den Krieg geschickt werden k\u00f6nnen, viel geringer, als die ukrainische Regierung und ihre &#8220;US-amerikanischen Schirmherren&#8221; erwarten. Das Land habe &#8220;seit 15 bis 20 Jahren gef\u00e4lschte und \u00fcberh\u00f6hte demografische Angaben gemacht, und jetzt geht das in Auge&#8221;, erkl\u00e4rt Schesler.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem habe es der Fachfrau zufolge in der Ukraine von 2000 bis 2006 einen enormen demografischen Einbruch der Geburtenraten gegeben. Die kleinste Kohorte seien diejenigen, die in den 90er Jahren geboren worden seien. Selenskijs B\u00fcro befinde sich also in einer Situation, in der es versuche, Menschen aus einer urspr\u00fcnglich kleinen Altersgruppe zu rekrutieren. Sie f\u00fcgt hinzu:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Davor haben die ukrainischen Beh\u00f6rden eine relativ gro\u00dfe Generation von M\u00e4nnern, die in den 80er Jahren geboren wurden, also die unter 40-J\u00e4hrigen, &#8216;genommen&#8217;. Nach 2022 wurden fast alle jungen M\u00e4nner, die sich dem 18. Lebensjahr n\u00e4herten, von ihren Eltern im Voraus herausgeholt.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Massenabwanderung von Sch\u00fclern vor Beginn des Schuljahres sei eine nat\u00fcrliche Reaktion der Bev\u00f6lkerung auf Ger\u00fcchte \u00fcber eine m\u00f6gliche Herabsetzung des Wehrpflichtalters, meint auch der politische Analyst Wladimir Skatschko, ein Kolumnist von\u00a0<em>Ukraina.ru<\/em>. &#8220;Au\u00dferdem schlie\u00dfe ich nicht aus, dass es bald auch um minderj\u00e4hrige Jugendliche im Alter von 16 bis 17 Jahren gehen wird&#8221;, f\u00fcgt er hinzu. Abschlie\u00dfend betont Skatschko:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Wir sollten den st\u00e4ndigen Druck des Westens in dieser Richtung nicht aus den Augen verlieren. Wenn die spezielle Milit\u00e4roperation andauern wird, werden die USA Selenskij leicht dazu zwingen, die Schwelle auf das von ihnen ben\u00f6tigte Niveau zu senken, auch wenn Kiew bislang behauptet, dies nicht vorzuhaben. Wenn jedoch das derzeitige Tempo der Milit\u00e4roperation anh\u00e4lt, werden sie nicht in der Lage sein, dies rechtzeitig umzusetzen.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 16. Oktober 2024 zuerst auf der Webseite der Zeitung &#8220;Wsgljad&#8221; <\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/m.vz.ru\/politics\/2024\/10\/16\/1292592.html\"><em>erschienen<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Jewgeni Posdnjakow<\/em><\/strong><em>\u00a0ist ein russischer Journalist, Fernseh- und Radiomoderator.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/europa\/215106-ich-fuerchte-mich-vorm-sterben\/\">&#8220;Ich f\u00fcrchte mich vorm Sterben&#8221;: Warum und wie ukrainische M\u00e4nner vor dem Kriegsdienst fl\u00fcchten<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-vk\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/vk.com\/video_ext.php?oid=-134310637&amp;id=456277128\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/222636-ukrainische-mobilisierung-hat-schueler-von-gestern-im-visier\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ukrainische Sch\u00fcler verlie\u00dfen das Land in gro\u00dfen Mengen vor Beginn des Schuljahres. 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