{"id":5914,"date":"2022-05-02T07:39:24","date_gmt":"2022-05-02T05:39:24","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/transnistrien-der-brutale-praezedenzfall-eines-postsowjetischen-krieges-20-jahre-vor-der-ukraine\/"},"modified":"2022-05-02T07:39:24","modified_gmt":"2022-05-02T05:39:24","slug":"transnistrien-der-brutale-praezedenzfall-eines-postsowjetischen-krieges-20-jahre-vor-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/transnistrien-der-brutale-praezedenzfall-eines-postsowjetischen-krieges-20-jahre-vor-der-ukraine\/","title":{"rendered":"Transnistrien: Der brutale Pr\u00e4zedenzfall eines postsowjetischen Krieges \u2013 20 Jahre vor der Ukraine"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p><em>von Jewgeni Norin<\/em><\/p>\n<p>Einen \u00e4hnlichen Konflikt, wie wir ihn heute im Donbass erleben, ereignete sich im Raum der untergegangenen Sowjetunion bereits im Jahr 1992. Die daraus entstandene Enklave existiert immer noch. Das international nicht anerkannte Territorium, das formell zu Moldawien geh\u00f6rt hat, entstand als Ergebnis eines kurzen milit\u00e4rischen Konflikts, der gleichzeitig absurd und grausam war. Der Konflikt von damals zeigt viele Parallelen zum aktuellen Konflikt in der Ukraine \u2013 einschlie\u00dflich der pers\u00f6nlichen Geschichten der Teilnehmer.<\/p>\n<p>Der Zusammenbruch der Sowjetunion wurde von einer Reihe bewaffneter Auseinandersetzungen begleitet. Einige davon sind als Beispiele f\u00fcr wahnsinnige, ungez\u00fcgelte Gewalt in die Geschichte eingegangen, vergleichbar nur mit Konflikten in Afrika und im Nahen Osten. Unter ihnen sticht jedoch ein seltsamer, kurzer Krieg in der Region Transnistrien hervor.<\/p>\n<p>Transnistrien ist ein auf der Landkarte kaum erkennbares Gebiet, das sich von Norden nach S\u00fcden entlang des Flusses Dnjestr, an der Grenze zwischen der Ukraine und Moldawien erstreckt, etwa 200 Kilometer lang und nur circa 20 Kilometer breit ist. Am Ende der Sowjetunion lebten in diesem Gebiet etwa 680.000 Menschen. Vor dem Zusammenbruch der UdSSR war Transnistrien ein verschlafenes Gebiet, in dem jahrzehntelang so gut wie nichts geschehen ist.<\/p>\n<p>1992 hingegen tobte dort ein mehrmonatiger kriegerischer Konflikt, nachdem Rebellen, die sich aus Russen und Ukrainern zusammensetzten, die Waffen gegen die Regierung der gerade unabh\u00e4ngig gewordenen Republik Moldau erhoben hatten. Trotz seines sehr kleinen Ausma\u00dfes wurde dieser Krieg zu einer Art Prolog f\u00fcr die gesamte blutige Geschichte der postsowjetischen Konflikte.<\/p>\n<p>Transnistrien wurde w\u00e4hrend der Dynastie der Romanows ein Teil Russlands. Durch die Kriege zwischen dem Russischen und dem Osmanischen Reich wurden riesige Landstriche n\u00f6rdlich des Schwarzen Meeres Russland zugeschlagen. Unter Katharina II verlief die Grenze direkt am Ufer des Flusses Dnjestr. Zur selben Zeit wurde die zuk\u00fcnftige Hauptstadt von Transnistrien, die Stadt Tiraspol, gebaut. Anderthalb Jahrzehnte sp\u00e4ter eroberte Russland Bessarabien von den T\u00fcrken zur\u00fcck \u2013 den \u00f6stlichen Teil des alten F\u00fcrstentum Moldau, dessen Territorium die Grundlage des heutigen Moldawien bildete.<\/p>\n<p>Diese L\u00e4nder lebten mehr oder weniger friedlich innerhalb des Russischen Reiches. Die Wurzeln der aktuellen Probleme reichen bis zu den Ereignissen von 1917 zur\u00fcck. Infolge der Russischen Revolution und des B\u00fcrgerkrieges wurde Moldau ein Teil Rum\u00e4niens, aber Transnistrien blieb in der Sowjetunion. Die UdSSR \u00fcbernahm implizit die Rolle des &#8220;Sammlers&#8221; russischer imperialer L\u00e4ndereien und Transnistrien wurde aus politischen Gr\u00fcnden zur autonomen Region Moldawien erkl\u00e4rt. Nach den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges wurde Moldau von der UdSSR annektiert und Transnistrien an ihr Gebiet angegliedert.<\/p>\n<p>Das Problem war, dass Transnistrien eine sehr spezifische Region f\u00fcr Moldawien darstellte. Ihre Wirtschaftsstruktur unterschied sich stark vom Rest der Republik. Im Gegensatz zum Agrarland Moldawien war Transnistrien in erster Linie eine industrialisierte Region. Obwohl die Bev\u00f6lkerung nur 17 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung von Moldawien und zudem einen sehr kleinen Teil des gesamten Territoriums ausmachte, lieferte die Industrie von Transnistrien in der sp\u00e4ten Sowjetzeit 40 Prozent des BIP der Republik und bis zu 90 Prozent ihrer Elektrizit\u00e4t.<\/p>\n<p>Ein weiteres bedeutendes Merkmal war die ethnische Zusammensetzung der Region. Die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung von Moldawien stellten rum\u00e4nisch sprechende Moldawier, die ethnisch mit ihren Nachbarn in Bukarest verwandt waren. In Transnistrien jedoch setzte sich die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung aus Slawen zusammen \u2013 Russen und Ukrainer. Aus offensichtlichen Gr\u00fcnden fand der Nationalismus in Moldawien, der mit einer Wiederbelebung der Beziehungen zu Rum\u00e4nien einherging, in Transnistrien \u00fcberhaupt keine Unterst\u00fctzung. In der industriellen, russischsprachigen und slawischen Region blieben pro-sowjetische Ansichten auch w\u00e4hrend der Krise, die zum Zusammenbruch der UdSSR f\u00fchrte, weit verbreitet.<\/p>\n<p>Solange die Sowjetunion stark blieb, war das alles kein Problem, denn in der UdSSR galt ethnischer Nationalismus als inakzeptabel. Die V\u00f6lker wurden \u2013 zumindest offiziell \u2013 ideologisch verschmolzen. Ende der 1980er Jahre wurde die UdSSR durch eine Vielzahl von Schwierigkeiten vor eine Zerrei\u00dfprobe gestellt. Insbesondere die Frage der Nationalit\u00e4ten trat mit aller Macht wieder in den Vordergrund. In einer Zeit, in der die UdSSR mit einer Reihe interner Probleme konfrontiert war, verloren die Ideale der sowjetischen Idee rapide an Popularit\u00e4t, w\u00e4hrend der nationalistische Populismus unter den V\u00f6lkern, die in den Randgebieten der UdSSR lebten, stark an Zuspruch gewannen.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich noch ein wichtiges Detail: Die 14. Armee der Roten Armee war in Transnistrien stationiert. Da ihre Zusammenstellung eher einer riesigen Lagerst\u00e4tte f\u00fcr Waffentechnik und Munition glich und weniger einem vollwertigen und kampfbereiten Kontingent befanden sich in der Region genug Waffentechnik und Munition, um ein solches zu bewaffnen. Dar\u00fcber hinaus lebten in Transnistrien viele pensionierte Offiziere, die miteinander in Kontakt standen und eine ziemlich einflussreiche &#8220;Gemeinschaft&#8221; in der Region bildeten.<\/p>\n<p>Transnistrien war 1989 alles andere als ein ruhiges, malerisches Fleckchen Erde der UdSSR in einer Zeit, in der Moldawien einen Aufschwung des Nationalismus und der ethnischen Romantik erlebte. Die F\u00fchrer des aufstrebenden Staates verleugneten einerseits die sowjetische Vergangenheit, waren andererseits aber ein fester Bestandteil der sowjetischen Intelligenzija, mit vagen Vorstellungen davon, wie Staaten im Westen funktionieren. Dies wirkte sich nat\u00fcrlich auch auf ihre Ansichten dar\u00fcber aus, wie eine Nation, die gerade ihre Eigenstaatlichkeit erlangt hat, Beziehungen zu ihren B\u00fcrgern aufbauen sollte.<\/p>\n<p>Die \u00dcberzeugungen dieser Menschen reichten von aufrichtigem Fanatismus bis hin zum Wunsch, die nationalistische Karte zu spielen, um politisch Punkte zu sammeln. Zu den Protagonisten geh\u00f6rte beispielsweise der damalige Premierminister Mircea Druc \u2013 der schon in der Bl\u00fctezeit der Sowjetunion nationalistische \u00dcberzeugungen vertrat, in Wahrheit aber ein typischer Vertreter der sowjetischen Nomenklatura war, der sich in der Rolle eines privilegierten Beamten gefiel. Eine andere f\u00fchrende Figur der moldawischen Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung, Mircea Snegur, war urspr\u00fcnglich ebenfalls Karrierist in der Kommunistischen Partei. Aber durch den Zusammenbruch der UdSSR \u00f6ffnete sich ihm der Weg, um den Schritt von einem gew\u00f6hnlichen regionalen Beamten zu einer F\u00fchrerfigur eines kleinen und armen, aber unabh\u00e4ngigen Staates zu machen.<\/p>\n<p>Ein besonderes Problem stellte die Idee der Wiedervereinigung mit Rum\u00e4nien dar, dem die Moldawier in Ethnie und Sprache nahestehen. Obwohl diese Idee damals in der &#8220;einheimischen&#8221; moldawischen Gesellschaft popul\u00e4r gewesen sein mag, war eine solche Zukunft f\u00fcr die Menschen in Transnistrien kategorisch inakzeptabel. Es waren der extreme Radikalismus und eine extreme Naivit\u00e4t der Protagonisten dieser Zeit, gepaart mit fehlender Kompromissbereitschaft, die dazu f\u00fchrten, dass das Problem zu einer zivilen Konfrontation und schlie\u00dflich in zu einem B\u00fcrgerkrieg eskalierte.<\/p>\n<p><strong>Am Vorabend des Krieges<\/strong><\/p>\n<p>Alles begann 1989, als in Moldawien ein Gesetzesentwurf zur Einf\u00fchrung der moldawischen Sprache als einzige Amtssprache und den \u00dcbergang zum lateinischen Alphabet vorgelegt wurde. Diese Entscheidung wurde allein aufgrund der nationalistischen Gef\u00fchle der moldawischen Ultrapatrioten getroffen, ohne dass versucht wurde, die Stimmung der \u00d6ffentlichkeit bei dieser Frage zu sondieren.<\/p>\n<p>In Transnistrien war die Situation besonders schwierig. Einerseits f\u00fcrchteten sich die Menschen dort vor der immer sch\u00e4rfer werdenden nationalistischen Rhetorik, andererseits sprachen l\u00e4ngst nicht alle Menschen in der Region Moldawisch. Innerhalb der Bev\u00f6lkerung von Transnistrien hatte sich mittlerweile ein starkes Gef\u00fchl der Solidarit\u00e4t entwickelt. Werkt\u00e4tige gro\u00dfer Industrieunternehmen und pensionierte Milit\u00e4rangeh\u00f6rige fanden sich zusammen und gr\u00fcndeten im selben Jahr den Vereinigten Rat der Arbeiterkollektive, der die Interessen von Transnistrien als Ganzes vertreten sollte.<\/p>\n<p>Im Sommer 1990 erkl\u00e4rte Moldawien seine Unabh\u00e4ngigkeit. Bereits am 2. September wurde auf einem Kongress der Abgeordneten von Transnistrien die Transnistrische Moldawische Republik ausgerufen. Ihr erster Pr\u00e4sident wurde ein ethnischer Russe namens Igor Smirnow, Sohn eines Schulleiters und einer Journalistin, der sein gesamtes Berufsleben in der Metallindustrie verbracht hatte. Obwohl er erst seit den 1980er Jahren in Transnistrien lebte, war Smirnow Direktor des Gro\u00dfbetriebes\u00a0Elektromasch\u00a0in Tiraspol und in der Region bestens bekannt.<\/p>\n<p>Die Transnistrier waren durch mehrere \u00dcberlegungen motiviert. Angesichts des unbeholfenen Vorgehens und insbesondere der Rhetorik der neu proklamierten moldawischen Republik f\u00fcrchteten sie einerseits eine Diskriminierung durch Nationalisten. Andererseits wollten viele Menschen in Transnistrien entweder die sowjetische Lebensweise und Lebensordnung bewahren oder zumindest von Moldawien finanzielle Zugest\u00e4ndnisse f\u00fcr die wirtschaftliche Leistung erhalten.<\/p>\n<p>Allerdings hatte man in Chi\u0219in\u0103u, der Hauptstadt von Moldawien, bereits zugeschlagen: Die Romantiker betrachteten alle Autonomieprojekte als nichts anderes als einen von Meuterern inszenierten Aufstand. Und so nahm die Konfrontation Gestalt an. Auf der einen Seite der Barrikaden standen die Transnistrier \u2013 ethnische Russen und Ukrainer mit pro-russischen oder sogar sowjetischen \u00dcberzeugungen. Auf der anderen Seite blieb die Masse der Moldawier, die sich nationalistischen Ideen anschlossen.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit aber war die Situation viel komplizierter. Unter den Transnistriern gab es viele Moldawier mit sozialistischen Ansichten oder solche, die sich einfach aus Solidarit\u00e4t mit Freunden und Nachbarn der Miliz anschlossen. Auf der anderen Seite gab es innerhalb der moldawischen Sicherheitskr\u00e4fte viele Russen, die sich aus Gr\u00fcnden der Karriere oder aus Loyalit\u00e4t auf die Seite des neu gegr\u00fcndeten moldawischen Staates schlugen.<\/p>\n<p>Die 14. Armee der Sowjetunion, deren Hauptquartier sich in einer alten Festung aus dem 16. Jahrhundert in der Stadt Bender befand, war von Anfang an ein wichtiger Verb\u00fcndeter von Transnistrien. Im Chaos, das den Zusammenbruch der UdSSR begleitete, h\u00f6rte sie im Wesentlichen auf, Befehle aus Moskau entgegenzunehmen. Obwohl einige der Offiziere z\u00f6gerten, sympathisierte die Mehrheit der Kader tats\u00e4chlich mit den Transnistriern, insbesondere mit denen, deren Familien in Moldawien lebten.<\/p>\n<p>Dem eigentlichen Krieg stand im Wesentlichen ein Mangel an Waffen im Weg. Aber in den Depots des Landes lagerte eine riesige Menge davon. Infolgedessen pl\u00fcnderten beide Seiten die sowjetischen Depots. Moldawien bildete seine eigenen Streitkr\u00e4fte, zun\u00e4chst auf der Grundlage von Milizen aus Freiwilligen und den Kr\u00e4ften der Polizei, w\u00e4hrend Transnistrien eine eigene Miliz und eine Republikanische Garde gr\u00fcndete.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst versuchten die Moldawier, das Problem auf einfache Weise zu l\u00f6sen. Igor Smirnow wurde w\u00e4hrend eines Aufenthalts in der Ukraine entf\u00fchrt, wahrscheinlich mit Wissen lokaler Spezialdienste. Die Konfrontation hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht das Ausma\u00df eines echten Krieges erreicht, worauf der F\u00fchrer der transnistrischen Sezessionisten wieder freigelassen wurde, nachdem angedroht worden war, in Moldawien &#8220;das Licht auszuschalten&#8221;, da die Stromproduktion f\u00fcr das ganze Land aus Transnistrien stammte.<\/p>\n<p>Es war mittlerweile jedoch klar geworden, dass sich am Horizont handfeste K\u00e4mpfe abzeichneten. Von Kommunisten bis Monarchisten str\u00f6mten Freiwillige aus Russland und der Ukraine nach Transnistrien, oft mit gegens\u00e4tzlichen politischen \u00dcberzeugungen. Die russischen Kosaken, die inmitten des Zusammenbruchs der Sowjetunion eine Renaissance erlebten, schickten ebenfalls eine ungew\u00f6hnlich gro\u00dfe Zahl von Freiwilligen, die sich durch ihre archaischen Uniformen und ihr brachiales Temperament hervortaten.<\/p>\n<p>Die lokale Miliz zog eine Vielzahl von Protagonisten an, die in einer \u00c4ra der Anarchie in den Vordergrund traten. Der auff\u00e4lligste von ihnen war Oberstleutnant Juri Kostenko, ein sowjetischer Armeeoffizier und Veteran des Krieges in Afghanistan. Er wurde wegen seines unausgeglichenen Temperaments aus der Armee verabschiedet, worauf er Anfang der 1990er Jahre einer der ersten Privatunternehmer in der Stadt Bender wurde. Inmitten des eskalierenden Konflikts bildete Kostenko sein eigenes Bataillon innerhalb der Republikanischen Garde und erlangte schnell den Ruf, ein wahnsinnig mutiger, aber gleichzeitig sehr grausamer Mann zu sein, der den Befehlen seiner Vorgesetzten keinerlei Beachtung schenkte.<\/p>\n<p>Die Meinungen \u00fcber ihn gingen auseinander. In der Stadt Bender wurde er einerseits als der effektivste Bek\u00e4mpfer des organisierten Verbrechens in der Stadt betrachtet, andererseits als deren m\u00e4chtigster Boss. W\u00e4hrend seine Feinde seinen Wagemut zur Kenntnis nahmen, warfen ihm seine engsten Vertrauten Skrupellosigkeit vor.<\/p>\n<p>Kostenko kn\u00fcpfte Kontakte zu ehemaligen Weggef\u00e4hrten im Milit\u00e4r, die daf\u00fcr sorgten, dass seine Milizen an Waffen gelangen konnten. Zahlreiche Bataillone wurden auf \u00e4hnliche Weise gegr\u00fcndet, wobei oftmals Offiziere der 14. sowjetischen Armee aktiv an der Bildung dieser Milizen teilnahmen, mit stillschweigender Erlaubnis des Armeekommandanten Gennadi Jakowlew.<\/p>\n<p><strong>Das erste Blut<\/strong><\/p>\n<p>1990 befand sich die UdSSR im Kampf gegen ihren Untergang, als in Transnistrien der Krieg ausbrach. Das erste Blut wurde in der Stadt Dub\u0103sari vergossen, die geografisch in der Mitte der Transnistrischen Republik liegt. Am 2. November 1990 versuchte die moldawische Polizei, in die Stadt einzudringen und traf auf eine feindselige, aber unbewaffnete Menschenmenge. Einer der Polizisten verlor die Nerven und er\u00f6ffnete das Feuer, worauf drei Menschen zu Tode kamen. Mit einer solchen Eskalation hatte selbst die Polizei nicht gerechnet und die T\u00f6tungen l\u00f6sten Entsetzen und Emp\u00f6rung in der Bev\u00f6lkerung aus. Der Krieg begann dadurch schnell eine Eigendynamik zu entwickeln. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Freiwillige nicht in Str\u00f6men \u2013 aber auch nicht z\u00f6gerlich \u2013 der Miliz beingetreten. Jetzt aber meldeten sich die M\u00e4nner der Stadt in Massen zum Dienst in der Miliz.<\/p>\n<p>Der Plan der Moldawier war einfach und ziemlich logisch \u2013 den Fluss Dnjestr zu \u00fcberqueren und Transnistrien in zwei Teile zu spalten. Nicht weit von Dub\u0103sari entfernt stand auf einem H\u00fcgel eine kleine Skulptur, die einen Pionier darstellte, der in ein Signalhorn bl\u00e4st. Direkt unter dieser Skulptur wurden Sch\u00fctzengr\u00e4ben ausgehoben, und sie diente als Orientierungspunkt f\u00fcr die Artillerie. Am Ende der K\u00e4mpfe wirkte die von Granatsplittern und Gewehrkugeln besch\u00e4digte Skulptur aus Gips wie ein Symbol der Zeitwende zwischen den Epochen.<\/p>\n<p>Keine Seite verf\u00fcgte jedoch \u00fcber eine regul\u00e4re Armee, und statt eines Blitzkrieges k\u00e4mpften sowohl Moldawier als auch Transnistrier monatelang in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben. Dieser Krieg unterschied sich jedoch von den Sch\u00fctzengr\u00e4ben des Ersten Weltkrieges dadurch, dass beide Seiten schlecht vorbereitet waren und es ihnen an schweren Waffen fehlte, was eine effektive Kriegsf\u00fchrung unm\u00f6glich machte. Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied zum Ersten Weltkrieg war, dass der Krieg inmitten einer wundersch\u00f6nen, s\u00fcdlichen Umgebung stattfand.<\/p>\n<p><strong>Der Krieg als Picknick<\/strong><\/p>\n<p>Im Allgemeinen betrachteten viele der K\u00e4mpfer den bevorstehenden Krieg als paramilit\u00e4rischen Picknick-Ausflug. Soldaten und Mitglieder der Miliz kamen oft mit Kanistern voller Wein an die Front, manchmal nahmen sie auch ihre Freundinnen mit und fotografierten sich begeistert gegenseitig in Uniform und mit ihren Waffen.<\/p>\n<p>Ein K\u00e4mpfer erinnerte sich, dass in der neutralen Zone riesige Kirschb\u00e4ume wuchsen, auf die der Feind hinaufkletterte, um Kirschen zu pfl\u00fccken, w\u00e4hrend er sich dabei der Schusslinie des gegnerischen Feuers aussetzte, aber anschlie\u00dfend die Ernte genoss, f\u00fcr die er sein Leben riskiert hatte.<\/p>\n<p>Manchmal wurden diese &#8220;Picknicks&#8221; jedoch von wirklich erbitterten K\u00e4mpfen unterbrochen. Die Moldawier versuchten, die Front zu durchbrechen, w\u00e4hrend die Miliz regelm\u00e4\u00dfig die Depots der 14. Armee pl\u00fcnderte, um Waffen und Munition zu erbeuten. Manchmal forderten die Bewacher der Depots die pl\u00fcndernde Miliz sogar auf, sie zu fesseln oder ein wenig zu schlagen, damit sie ehrlich beteuern konnten, dass man ihnen die Ausr\u00fcstung unter Anwendung von Gewalt gestohlen hatte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser blutigen &#8220;Picknicks&#8221; brach die UdSSR zusammen, aber das \u00e4nderte f\u00fcr die K\u00e4mpfer vor Ort nicht viel. Der moldawischen Seite gelang es nicht, die Front um Dub\u0103sari zu durchbrechen. Ein wichtiger Faktor war, dass nur wenige Menschen in Transnistrien oder Moldawien wirklich k\u00e4mpfen wollten. W\u00e4hrend die transnistrischen Milizen ihre eigenen H\u00e4user und H\u00f6fe verteidigten, fehlte den Moldawiern diese Motivation. Es gab keinen ernsthaften Grund f\u00fcr diesen Krieg und nur wenige wollten darin sterben. Infolgedessen zogen sich die K\u00e4mpfe nur schleppend dahin.<\/p>\n<p>Im Sommer 1992 beschlossen die Moldawier, die Richtung der Offensive zu \u00e4ndern. Ziel war diesmal die Stadt Bender. Im Gegensatz zu fast ganz Transnistrien liegt diese Stadt am Westufer des Dnjestr, sodass der Fluss nicht \u00fcberquert werden musste. Im Gegenteil, die Br\u00fccke \u00fcber den Dnjestr lag hinter den Verteidigern der Stadt. Au\u00dferdem war die Stadt mit ihren mehr als 140.000 Einwohnern f\u00fcr lokale Verh\u00e4ltnisse eine relativ gro\u00dfe Stadt, und dort befand sich auch das Hauptquartier der 14. Armee, was bedeutete, dass sie sowohl ein Waffenarsenal als auch ein starkes Kontingent an transnistrischen Unterst\u00fctzern beherbergte.<\/p>\n<p>Alle dieser Begebenheiten dr\u00e4ngten das moldawische Milit\u00e4r dazu, in einen offenen Kampf \u00fcberzugehen. Allerdings lief dabei nicht alles nach Plan und die Minister und Gener\u00e4le schoben sich in der Folge gegenseitig die Verantwortung daf\u00fcr zu. Am Ende versuchte man, die Schuld auf den Pr\u00e4sidenten Mircea Snegur zu schieben, der wiederum behauptete, dass er nichts von den K\u00e4mpfen wisse.<\/p>\n<p>Seltsamerweise arbeitete die moldawische Polizeibeh\u00f6rde in Bender weiter, musste sich aber haupts\u00e4chlich selbst verteidigen. Am 19. Juni verhaftete die Polizei einen Major der transnistrischen Garde, der auf fahrl\u00e4ssige Weise, nur von einem Fahrer begleitet, durch die Stadt fuhr. In der Stadt brach eine spontane Rebellion aus, in dessen Folge die Polizeistation umzingelt wurde. Zum selben Zeitpunkt r\u00fcckte eine Gruppe moldawischer Truppen gegen die Stadt Bender vor, w\u00e4hrend gleichzeitig in den st\u00e4dtischen Schulen die Feiern zum Schulabschluss stattfanden. Die moldawischen Soldaten werden sich sp\u00e4ter noch lange an den \u00e4u\u00dferst ung\u00fcnstigen Zeitpunkt ihres Angriffs erinnern.<\/p>\n<p>Der Angriff auf Bender ging unvermittelt in einen unglaublich chaotischen Stra\u00dfenkampf \u00fcber. Den Moldawiern gelang der Durchbruch zur Br\u00fccke \u00fcber den Dnjestr, w\u00e4hrend transnistrische Milizen versuchten, vom Ostufer her in die Stadt einzudringen. Die Moldawier setzten Feldgesch\u00fctze ein und begannen damit, auf Fahrzeuge zu schie\u00dfen, die versuchten, \u00fcber die Br\u00fccke zu gelangen. Alles erschien wie eine Schlacht aus napoleonischer Zeit, mit Kanonen, die direkt auf Fahrzeuge und Panzer feuerten, die versuchten, in Bender einzufahren.<\/p>\n<p>Interessanterweise wurde diese Kanonen-Batterie von einem ethnischen Russen, einem Oberst namens Leonid Karasew, kommandiert, der in Moldawien lebte und von den Ideen des Lokalpatriotismus durchdrungen war. Er feuerte pers\u00f6nlich einen Schuss aus einer Kanone ab, dass es die jungen Soldaten mit der Angst bekamen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen bestiegen Kosaken, nachdem sie erheblich Alkohol getrunken hatten, am Ostufer ihre Autos, fuhren unter Beschuss \u00fcber die Br\u00fccke und eroberten die Kanonen-Batterie im Nahkampf. Oberst Karasew \u00fcberlebte, aber seine Waffen gingen verloren. Sp\u00e4ter wurden sie in Bender zur Schau gestellt, beschriftet mit Graffiti, wo zu lesen war: &#8220;Ich werde nicht mehr schie\u00dfen.&#8221;<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich str\u00f6mte Verst\u00e4rkung vom Ostufer nach Bender: Soldaten und Offiziere der 14. Armee, die auf der Seite von Transnistrien standen \u2013 und von denen viele Familie in der Stadt hatten \u2013 und sich den K\u00e4mpfen anschlie\u00dfen wollten. Dazu gen\u00fcgte es einfach, durch das Tor der Festung in die Stadt zu schreiten.<\/p>\n<p>Der Kampf um Bender h\u00e4tte viel zerst\u00f6rerischer sein k\u00f6nnen, als er sich in Wirklichkeit entwickelte, da ein erheblicher Teil der Stadt aus Industrieanlagen bestand und das Wetter hei\u00df und trocken war. Eisenbahnz\u00fcge, die Treibstoff transportierten, steckten am Bahnhof fest, und die Getreidesilos der Stadt waren mit getrockneten Kernen von Sonnenblumen vollgepackt. Ein Feuer brach aus und drohte, die Stadt vollst\u00e4ndig zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Dank des unglaublichen Einsatzes ihrer Feuerwehr wurde die Stadt Bender gerettet. Selbst Feuerwehren aus Chi\u0219in\u0103u, von der gegen\u00fcberliegenden Seite der Front, kamen zu Hilfe. Der Feuerwehrmann Wjatscheslaw Tschetschelnitski erinnerte sich, dass er jeden Tag etwa ein Dutzend Eins\u00e4tze hatte. Formal waren die K\u00e4mpfer bereit, die Feuerwehrleute ihre Arbeit machen zu lassen, aber in der Praxis bestanden beide Seiten aus paramilit\u00e4rischen Milizeinheiten, Freiwilligen und bestenfalls Polizisten, denen schnell die Nerven durchgingen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem verfehlte die Artillerie, die auf die Stadt schoss, oft ihre Ziele oder feuerte einfach willk\u00fcrlich in die Stadt hinein. Viele Feuerwehrfahrzeuge kehrten daher oft besch\u00e4digt von ihren Eins\u00e4tzen zur\u00fcck, Feuerwehrleute mussten mit ihren Schl\u00e4uchen zu den Brandherden kriechen. Am Ende konnten die Feuerwehrleute jedoch stolz auf sich sein: Bender wurde vom Feuer gerettet. Wjatscheslaw Tschetschelnitski zahlte jedoch einen schrecklichen Preis f\u00fcr diesen Triumph. Sein Bruder Igor, ebenfalls ein Feuerwehrmann, wurde bei L\u00f6scharbeiten durch eine M\u00f6rsergranate get\u00f6tet.<\/p>\n<p><strong>Ein russischer General beendet die Sache<\/strong><\/p>\n<p>In der Stadt gab es noch mehrere Tage lang chaotische Stra\u00dfenschlachten. In der Zwischenzeit fanden in der russischen Politik gravierende Ver\u00e4nderungen statt. Die 14. Armee, einst sowjetisch, wurde offiziell in die russischen Streitkr\u00e4fte eingegliedert \u2013 und nun wurde der Krieg in Transnistrien zu einem Problem f\u00fcr die junge Russische F\u00f6deration. Infolgedessen reiste Alexander Lebed, ein damals in der russischen Armee angesehener General, inkognito in die Republik, um herauszufinden, was in Transnistrien vor sich geht. Er kam zu einem offensichtlichen Schluss: In der Region herrschte blutiges Chaos, und die 14. Armee war tats\u00e4chlich au\u00dfer Kontrolle geraten und k\u00e4mpfte unabh\u00e4ngig von einer Befehlskette und spontan.<\/p>\n<p>Lebed begann damit, die Ordnung im Hinterland wiederherzustellen und die Pl\u00fcnderer und Banditen festzunehmen, die sich im Holzwerk verschanzt hatten. Dann, in der Nacht des 2. Juli, organisierte er einen kurzen, aber sehr intensiven Artilleriebeschuss auf die vorr\u00fcckenden moldawischen Truppen. Mit seinem Hintergrund als sowjetischer Offizier verachtete Lebed die transnistrischen Rebellen, die er als Anarchisten bezeichnete, w\u00e4hrend er das moldawische Milit\u00e4r mit seiner nationalistischen Regierung als Faschisten betrachtete und versprach, beiden Seiten &#8220;einen Platz auf dem Strafbock zu verschaffen&#8221;. Als eigentliches Ziel sowohl seiner Drohungen als auch seiner Angriffe stellte sich jedoch die moldawische Armee heraus, da diese die aktivere Partei war.<\/p>\n<p><strong>Das abrupte Ende des Konflikts <\/strong><\/p>\n<p>Der Krieg endete sehr abrupt. Tats\u00e4chlich benutzte General Lebed die 14. Armee wie einen Vorschlaghammer, mit dem alles umgenietet wurde, was nicht bereit war, die K\u00e4mpfe zu beenden. Zu denen, die \u00fcber die Einstellung der Feindseligkeiten gar nicht erfreut waren, geh\u00f6rte der charismatische Rebellenf\u00fchrer Oberstleutnant Kostenko. Er hatte es geschafft, sich w\u00e4hrend des Krieges viele Feinde zu machen, einschlie\u00dflich seiner eigenen Vorgesetzten, denen er grunds\u00e4tzlich nicht gehorchte. Kostenko wurde eines Nachts auf einer Autobahn abgefangen und kurzerhand liquidiert. Sp\u00e4ter wurde er zu einer Art &#8220;K\u00f6nig am Fu\u00dfe des Berges&#8221; lokalen Legende, nach der Kostenko manchmal sein eigenes Grab besucht. Wenn man jedoch das Garn der Legende wegl\u00e4sst, muss man festhalten, dass dieser Robin Hood des 20. Jahrhunderts tot ist.<\/p>\n<p>Der Konflikt in Transnistrien war mittlerweile v\u00f6llig festgefahren. Obwohl er sich zu einem blutigen Konflikt mit insgesamt bis zu tausend Toten entwickelte, darunter etwa 400 Zivilisten, war es eindeutig ein &#8220;Krieg ohne wirklichen Grund&#8221; und die gegnerischen Parteien konnten schlie\u00dflich zur Vernunft zur\u00fcckkehren. Bis heute hat Transnistrien die Beziehungen zu Moldawien nicht vollst\u00e4ndig abgebrochen. Obwohl die Transnistrische Republik Moldau international nie offiziell anerkannt wurde, funktionieren ihre Wirtschaft und die sozialen Strukturen. Rebellenf\u00fchrer Igor Smirnow wurde Pr\u00e4sident und blieb es bis 2011. Obwohl er oft der Korruption beschuldigt wurde, ist es erw\u00e4hnenswert, dass er seine Macht geordnet abgegeben hat.<\/p>\n<p>Die Veteranen des Konflikts in Transnistrien zogen in andere Konfliktgebiete in der ehemaligen UdSSR weiter. Einer der au\u00dfergew\u00f6hnlichsten unter ihnen war Igor Girkin, der sp\u00e4ter unter dem Pseudonym &#8220;Strelkow&#8221; bekannt wurde. Er kam als gew\u00f6hnlicher Rebell nach Transnistrien, bewaffnet mit seinem eigenen Karabiner aus dem Zweiten Weltkrieg, nachdem er gerade seinen Abschluss am Institut f\u00fcr Geschichte in Moskau gemacht hatte. Dieser umtriebige Mann k\u00e4mpfte sp\u00e4ter in Bosnien an der Seite der Serben, dann in Tschetschenien an der Seite der russischen Armee und f\u00fchrte 2014 mehrere Monate lang die Rebellen in der Ostukraine in einem Krieg, der viel mit jenem in Transnistrien gemeinsam hatte. Ironischerweise musste er sich dort ukrainischen Nationalisten entgegenstellen, die mit ihm zusammen in Transnistrien auf der Seite der Rebellen gek\u00e4mpft hatten. Viele Biografien der Kriegsteilnehmer sind \u00e4hnlich. Einige k\u00e4mpften aus idealistischen Gr\u00fcnden, andere aus reiner Abenteuerlust und nahmen sp\u00e4ter an Konflikten auf dem Balkan, in Abchasien, Ossetien und Tschetschenien teil \u2013 kurz gesagt, an allen Kriegen und Konflikten, die sich aus dem Zusammenbruch der UdSSR ergaben.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg stellte sich der Status von Transnistrien selbst als zweideutig heraus. Ein kleines russisches Kontingent von Soldaten zur Sicherung des Friedens befindet sich bis heute noch in der Republik, was vielen Einwohnern auch Arbeit bietet. Aber die Republik hat nach wie vor keine internationale Anerkennung.<\/p>\n<p>Auffallend ist jedoch, dass im Vergleich zu anderen Brennpunkten, die Feindseligkeiten zwischen den Parteien in Moldawien auf ein Minimum reduziert wurden. Heutzutage pflegen die Menschen aus Transnistrien und Moldawien oft pers\u00f6nliche Beziehungen und wirtschaftliche Kontakte. Obwohl Transnistrien seine Autonomie sehr streng verteidigt, ist es der Republik gelungen, die Beziehungen zu dem Staat, von dem es sich getrennt hat, nicht zu zerst\u00f6ren. Gl\u00fccklicherweise begannen nach dem Krieg nationalistische Ideen in Moldawien schnell an Popularit\u00e4t zu verlieren.<\/p>\n<p>Die Probleme, vor denen Transnistrien und Moldawien heute stehen, sind \u00e4hnlich, beide sind arme Provinzrepubliken. Wenn wir jedoch blo\u00df den bewaffneten Konflikt betrachten, so muss man feststellen, dass dieser einer der am tiefsten eingefrorenen Konflikte im postsowjetischen Raum ist.<\/p>\n<p>Der Krieg in Transnistrien ist ein wahres Mahnmal sowohl f\u00fcr die menschliche Dummheit als auch f\u00fcr den Idealismus. Krieg ist immer eine Trag\u00f6die, aber viele der Teilnehmer des Konflikts in Transnistrien pflegen romantische Erinnerungen an ihn. Die Transnistrische Moldawische Republik konnte sich aus eigener Kraft selbst bewahren und obwohl sich ihre sowjetische Orientierung in eine russische ver\u00e4ndert hat \u2013 oder sogar eine Art Verschmelzung von russischer Geisteshaltung und sowjetischer Nostalgie vollzogen wurde \u2013, besteht sie weiter. Und die moldawische Seite ist nicht bereit, diesen Konflikt mit Gewalt zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rt.com\/russia\/554330-uprising-transnistria-donbass-ukraine\/\" rel=\"noopener\">Englischen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Jewgeni Norin\u00a0<\/strong>ist ein russischer Historiker mit Fokus auf Russlands Kriege und internationale Politik.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.live\/europa\/137056-transnistrien-verhangt-terrorwarnstufe-rot\/\" rel=\"noopener\">Transnistrien verh\u00e4ngt Terrorwarnstufe &#8220;Rot&#8221;<\/a><\/p>\n<\/p>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/137191-transnistrien-brutale-prazedenzfall-postsowjetischen-krieges\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Jewgeni Norin Einen \u00e4hnlichen Konflikt, wie wir ihn heute im Donbass erleben, ereignete sich im Raum der untergegangenen Sowjetunion bereits im Jahr 1992. 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