{"id":56144,"date":"2024-02-28T17:13:34","date_gmt":"2024-02-28T15:13:34","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/nothing-and-chips-russland-kuendigt-fischereiabkommen-auf-briten-duerfen-sich-klughungern\/"},"modified":"2024-02-28T17:13:34","modified_gmt":"2024-02-28T15:13:34","slug":"nothing-and-chips-russland-kuendigt-fischereiabkommen-auf-briten-duerfen-sich-klughungern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/nothing-and-chips-russland-kuendigt-fischereiabkommen-auf-briten-duerfen-sich-klughungern\/","title":{"rendered":"Nothing and chips \u2013 Russland k\u00fcndigt Fischereiabkommen auf, Briten d\u00fcrfen sich klughungern"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/02\/65df22a1b480cc764e0d08d6.png\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Russlands Abkommen von 1959 mit Gro\u00dfbritannien \u00fcber den Fischfang war bereits mehrere Jahrzehnte aktiv. Nun l\u00f6st Russland es auf. Worum aber geht es hier genau \u2013 doch sicherlich nicht nur um Fisch?\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Jewgenij Krutikow<\/em><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Die Engl\u00e4nder haben Sanktionen gegen uns verh\u00e4ngt \u2013 und selber formen sie ihr Men\u00fc zu 40 Prozent aus unserem Kabeljau. Vielleicht werden sie ja kl\u00fcger, wenn sie etwas schlanker geworden sind.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>So kommentierte Wjatscheslaw Wolodin, Vorsitzender der Russischen Staatsduma, den <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/international\/193172-russland-wird-grossbritannien-fischfang-in\/\">Austritt Russlands<\/a> aus dem Abkommen von 1959 mit Gro\u00dfbritannien \u00fcber den Fischfang. Dieses Abkommen war bereits mehrere Jahrzehnte aktiv. Worum aber geht es hier genau \u2013 doch sicherlich nicht nur um Fisch?\u00a0<\/p>\n<p>Russlands Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, mit dem ein Abkommen \u00fcber Fischerei mit Gro\u00dfbritannien aufgek\u00fcndigt wird, das noch in der Sowjetzeit abgeschlossen worden war. Dieser V\u00f6lkerrechtsakt vom 25. Mai 1956 berechtigt zum\u00a0Fischfang in den Gew\u00e4ssern der Barentssee von Schiffen aus, deren Heimath\u00e4fen im Vereinigten K\u00f6nigreich liegen.<\/p>\n<p>Erstmals in der Geschichte wird damit ein v\u00f6lkerrechtlicher Vertrag aufgel\u00f6st, der Lebensmittel betrifft.<\/p>\n<p>Eines sollte man sich hierbei vor Augen halten: Fisch, so gew\u00f6hnlich und selbstverst\u00e4ndlich er auch erscheint, ist ein \u00fcberaus wichtiges strategisches Lebensmittel \u2013 Streitigkeiten um Fischereirechte f\u00fchrten in der Geschichte regelm\u00e4\u00dfig zu Kriegen. F\u00fcr manche europ\u00e4ische Staaten ist Fisch zudem ein \u00e4u\u00dferst wichtiges Volkslebensmittel. Zum Beispiel f\u00fcr Gro\u00dfbritannien. Und diesen \u00fcberholten, ja, schon\u00a0seit seinem Abschluss sinnlosen Vertrag aufzuk\u00fcndigen \u2013 das ist eines der wenigen Beispiele f\u00fcr Gegensanktionen, die Russland gegen diesen unfreundlichen Staat verh\u00e4ngen kann, die der Wirtschaft und dem nationalen Selbstbewusstsein dieses Staates real schaden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im offiziellen Erkl\u00e4rungsblatt zu dem Gesetzentwurf wird hervorgehoben:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Das Abkommen ist auf vorwiegend einseitige Beg\u00fcnstigung ausgerichtet \u2013 Punkte, aus denen sich analoge oder verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Vorteile f\u00fcr die Russische F\u00f6deration ergeben, fehlen darin g\u00e4nzlich.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Grund und Anlass liegen vor:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Eingedenk des Beschlusses Gro\u00dfbritanniens vom 15. M\u00e4rz 2022, die Meistbeg\u00fcnstigung bezogen auf bilateralen Handel mit der Russischen F\u00f6deration aufzuheben, wird die Aufk\u00fcndigung\u00a0des Abkommens keine ernstzunehmenden au\u00dfenpolitischen oder wirtschaftlichen Folgen f\u00fcr die Russische F\u00f6deration nach sich ziehen.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Austrittsm\u00f6glichkeiten sind vorgesehen und durch einen der Artikel des Abkommens geregelt.<\/p>\n<p>Inhaltlich beschr\u00e4nkt sich das Abkommen in der Tat lediglich auf Folgendes: Es erlaubte britischen Schiffen den Fischfang in der Barentssee \u2013 in der sowjetischen und sp\u00e4ter russischen Wirtschaftszone \u00f6stlich des Kaps Kanin bis zur Insel Kolgujew und weiter an den Ufern der beiden Nowaja Semlja-Inseln. Historisch gesehen sind das Fischereigew\u00e4sser der Pomoren \u2013 einer ethnischen Untergruppe der Gro\u00dfrussen, die an der\u00a0K\u00fcste des Wei\u00dfen Meeres lebt. Heute fischt dort die russische Fischfangflotte mit Heimath\u00e4fen im Gebiet Archangelsk. Sprich, im Wesentlichen sind dies historisch gesehen Binnengew\u00e4sser (im politischen Sinne) Russlands, im Russischen Norden. Die Engl\u00e4nder stie\u00dfen nie bis dorthin vor; diejenigen unter den Norwegern, die ganz besonders eigenwillige Vorstellungen von Geographie pflegten, jagten die Pomoren wirksam hinfort. Doch dann, unter Nikita Chruschtschow als Generalsekret\u00e4r der KPdSU, kam das Unterwartete. Der Staatsduma-Vorsitzende Wjatscheslaw Wolodin <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/t.me\/dumatv\/5720\">erinnert<\/a>:\u00a0<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Da haben wir doch tats\u00e4chlich alles an England hingegeben \u2013 einseitig, indem wir Fischfang vor unseren Ufern erlaubten. Engl\u00e4nder, die diesen Fisch 68 Jahre lang a\u00dfen, verh\u00e4ngten v\u00f6llig gewissenlos Sanktionen gegen uns. Dabei bereiten sie 40 Prozent ihres Men\u00fcs aus unserem Kabeljau zu. Sollen sie jetzt ein wenig abnehmen \u2013 vielleicht macht sie das ja kl\u00fcger.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wozu schloss die Sowjetunion im Jahre 1956 ein f\u00fcr sich selbst so ung\u00fcnstiges Abkommen ab \u2013 und wozu bewahrten und befolgten die Sowjetunion und nach ihr auch Russland dieses Abkommen auch noch \u00fcber 60 Jahre? Nun, damals hatte die UdSSR Zugang zu praktisch unbegrenzten biologischen Meeresressourcen und entwickelt ihre Fischfangindustrie \u00e4u\u00dferst rege. Und Mitte der 1950er Jahre lie\u00df die sowjetische Staatsf\u00fchrung sich dazu verleiten, diesen Vorteil als Softpower-Instrument in der gro\u00dfen Au\u00dfenpolitik zu nutzen.<\/p>\n<p>Gerichte\u00a0mit Kabeljau und Schellfisch sind in Gro\u00dfbritannien ein unverzichtbarer Teil nicht\u00a0allein der nationalen K\u00fcche. Nein, Fish&amp;Chips sind ein unverzichtbarer Teil der britischen Lebensart, f\u00fcr die Briten noch weitaus wichtiger sogar als etwa\u00a0Blini und Pelmeni f\u00fcr die Russen. Faktisch ein nationales Symbol.<\/p>\n<p>Dabei mussten die Briten schon immer die Filetst\u00fccke der Weltmeere f\u00fcr sich mit Waffengewalt sichern \u2013 insbesondere im Nordatlantik und den anliegenden Gew\u00e4ssern, wo diese Arten von Wei\u00dffisch (der Ausdruck hier <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wei%C3%9Ffisch#Verwendung_des_Begriffs_im_internationalen_Handel\">kulinarisch verwendet<\/a>) reichlich vorkommen.<\/p>\n<p>Und da kam doch KPdSU-Generalasekret\u00e4r Nikita Chruschtschow oder jemand aus seinem Umfeld im Jahre 1956 auf die Schnapsidee, eine Art Geste des guten Willens zu vollf\u00fchren: Schiffen unter britischer Flagge Zugang zu den Seegew\u00e4ssern des russischen Nordens zu gew\u00e4hren und ihnen dort nicht\u00a0nur den Fischfang zu erlauben, sondern auch, vor Anker zu gehen. Ohne jegliches Entgelt von der britischen Seite. Angenommen wurde, London oder die Briten w\u00fcrden vor Liebe zur Sowjetunion entbrennen. Das geh\u00f6rte zu Nikita Chruschtschows Politik Namens &#8220;friedliches Zusammenleben mit dem Westen&#8221;, die mit gewissen Korrekturen auch unter Leonid Breschnew fortgesetzt wurde.<\/p>\n<p>Doch London ist anders gestrickt. Dort betrachtet man den Fang von Wei\u00dffisch in den Gew\u00e4ssern n\u00f6drlich von Archangelsk als Teil und Fortsetzung der eigenen Kolonialgeschichte. Und nat\u00fcrlich gilt auch: Angeboten? Abgestaubt! So stammten denn zum Jahr 2022 40 Prozent von\u00a0Kabeljau, Schellfisch und Lodde, die in Gro\u00dfbritannien konsumiert werden, aus russischen Gew\u00e4ssern. Dabei essen sie diese Fischarten nahezu t\u00e4glich \u2013 zuhause wie au\u00dfer Haus. Geradezu \u00fcberdeutlich trat dies nach dem Brexit zutage, als die Lieferketten sauber getrennt wurden.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kam im M\u00e4rz 2022 dann der Schuss ins eigene Knie: Die Briten hoben das Meistbeg\u00fcnstigungsprinzip f\u00fcr Russland auf \u2013 und belegten Kabeljau aus Russland mit 35-prozentigen Z\u00f6llen. Also nicht Fisch, den Fischer von Schiffen unter britischer Flagge in russischen Gew\u00e4ssern fangen, sondern Fisch, den sie zus\u00e4tzlich aus Russland importieren.<\/p>\n<p>Auch ein &#8220;schlauer Plan&#8221; wurde in Rowan Atkinsons Heimatland hierf\u00fcr geschmiedet. Denn selbst nach dem Austritt aus dem Fischfangabkommen mit den Briten bleibt Russland Mitglied der regionalern Fischfangorganisationen: Die Nordostatlantische Fischereikommission und die Nordwestatlantische Fischereiorganisation geben ihren Mitgliedern Mechanismen an die Hand, um ihre Beziehungen hinsichtlich des Fischfangs zu regeln. In London dachte man anscheinend, sich mithilfe jener Mechanismen Quoten f\u00fcr Fischfang in der russischen Wirtschaftszone erwirken zu k\u00f6nnen. Doch NEAFC und NAFO regeln lediglich die Prozeduren f\u00fcr die \u00dcberwachung der Fischfangaktivit\u00e4ten und ja, sie verteilen auch die Fischfangquoten \u2013 die eigentlichen Lizenzen hingegen werden von dem Staat vergeben, in dessen Gew\u00e4ssern oder der ausschlie\u00dflichen Wirtschaftszone gefischt werden soll. Ebenso wie dieser Staat die Einhaltung der jeweiligen Regeln \u00fcberwacht. Darum schlie\u00dfen Staaten hier\u00fcber jeweils bilaterale Abkommen ab.<\/p>\n<p>Quoten f\u00fcr Fischfang in der Barentssee, zum Beispiel, werden durch Beschl\u00fcsse der Russisch-Norwegischen Fischereikommission vergeben \u2013 und 85 Prozent davon sind unter Russland und Norwegen aufgeteilt.\u00a0Von den verbleibenden 15 Prozent geht nur ein Prozent an London. Norwegen, das bei den westlichen Sanktionen gegen Russland nur zu aktiv mitzieht, verzichtet in Fragen der Fischerei seinerseits auf jegliche Einschr\u00e4nkungen und arbeitet weiterhin aktiv mit Russland zusammen. Fisch ist eben wichtiger als die Ukraine und die europ\u00e4ische Solidarit\u00e4t; und f\u00fcr Norwegen ist es \u00e4u\u00dferst lukrativ, alle biologischen Meeresressourcen der Nordmeere nur mit Russland untereinander aufzuteilen und alle anderen \u00fcber Bord zu werfen.<\/p>\n<p>Warum das f\u00fcr Norwegen g\u00fcnstig ist? Ein Beispiel zum Verst\u00e4ndnis: Au\u00dfer den Briten gibt es in Europa ein weiteres Volk, f\u00fcr dessen nationale K\u00fcche Wei\u00dffischgerichte aller Art ebenfalls ein Symbol sind \u2013 die Polen. Kein Fest in Polen kommt ohne Kabeljau oder Zander im Pelzmantel aus (was in etwa dem\u00a0russische Schichtsalat &#8220;Hering im Pelzmantel&#8221; gleichkommt). Rezepte polnischer Fischgerichte sind auch au\u00dferhalb der Rzeczpospolita bekannt \u2013 ebenso wie schlesische und polnische Fischsaucen. Nun kann Warschau es sich aber geopolitisch gesehen ums Verrecken nicht erlauben, auf Sanktionen gegen Russland zu verzichten. Genau hier setzen die schlauen Norweger an: Sie fangen Kabeljau nach Quote in der Barentssee, kaufen ihn auch aus Russlands eigenem Fang zu, verpacken ihn h\u00fcbsch und verkaufen ihn an die Polen. Ist damit irgendjemand unzufrieden? Niemand, au\u00dfer den Briten.<\/p>\n<p>Die Restquoten von 15 Prozent auf den Fischfang in der Barentssee, nach der Aufteilung unter Russland und Norwegen, gehen an andere Staaten, meist an Island. H\u00f6ren sie das Wort Kabeljau, greifen diese Wikinger mit einer Hand nach dem Netz \u2013 und mit der anderen, blutroten Auges, gleich zum Enterhaken: Im 20. Jahrhundert brachen die Isl\u00e4nder allein nach dem Jahr 1952 sage und schreibe drei Kabeljaukriege gegen Gro\u00dfbritannien vom Zaun, indem sie ihre Wirtschaftszone willk\u00fcrlich ausweiteten. Es kam dabei sogar zu Kampfhandlungen auf See, mit Rammman\u00f6vern von Kriegsschiffen gegeneinander \u2013 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Cod_Wars\">auch Sch\u00fcsse fielen<\/a>. Islands Regierung forderte von London im Jahr 1972 ultimativ,\u00a0die Wirtschaftszone des Landes anzuerkennen, drohte, bei Nichtbefolgung den f\u00fcr die NATO \u00fcberaus wichtigen St\u00fctzpunkt Keflavik r\u00e4umen zu lassen \u2013 und begann sogar geheime Verhandlungen mit der Sowjetunion \u00fcber den Erwerb von Kriegsschiffen. Hier musste Washington auf die Briten Druck aus\u00fcben, damit diese Insel, die f\u00fcr das Atlantikb\u00fcndnis von kritischer Wichtigkeit ist, ihre Orientierung nicht hin zu einer pro-sowjetischen wechselt.<\/p>\n<p>London gab auf, und die Isl\u00e4nder erpressen nach wie vor alle um sich herum mit ihrer Unberechenbarkeit in Fragen des Fischfangs. Auch mit den Norwegern hatten sie sich in den 1990er Jahren deswegen in der Wolle \u2013 nur eben in den Gew\u00e4ssern um Spitzbergen, die Norwegen zu seinem Staatsgebiet z\u00e4hlt. Auch hier kam es zum Einsatz von Kriegsschiffen \u2013 zum Geleitschutz der Trawler-Flottillen.<\/p>\n<p>Im Ergebnis dessen kam es denn zum russisch-norwegischen, wenn man so will, Fischfangkartell\u00a0\u2013 nur die Isl\u00e4nder will man lieber nicht nerv\u00f6s machen und vergibt an sie regelm\u00e4\u00dfig ihre Quoten. Daf\u00fcr haben es fast alle auf Gro\u00dfbritannien <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/europa\/126299-streit-uber-fischerei-nach-brexit\/\">abgesehen<\/a>, seitdem es aus der Europ\u00e4ischen Union ausgetreten ist. D\u00e4nemark etwa hat den Briten gleich im Ganzen verboten, an Gr\u00f6nlands Ufern zu fischen, und erkl\u00e4rt dies mit der Sorge um die dortigen Inuit mit deren traditionellen Fischfangmethoden.<\/p>\n<p>Und so betrugen die <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ukfisheries.net\/about-distant-fishing\/the-quota-system\">an Gro\u00dfbritannien vergebenen Fangquoten auf Kabeljau im Jahr 2023<\/a>\u00a0lediglich 5.950 Tonnen, davon 5.200 Tonnen in den Gew\u00e4ssern um die demilitarisierte Spitzbergen-Inselgruppe \u2013 und l\u00e4ppische 500 Tonnen in den eigentlichen Gew\u00e4ssern Norwegens selbst.<\/p>\n<p>Russlands Aufhebung seines Fischereiabkommens mit Gro\u00dfbritannien wird dessen ohnehin krisengeplagter Fischfangbranche den Rest geben. Journalisten der <em>Daily Mail<\/em>\u00a0geben sich derweil nicht nur \u00fcber das Schicksal der traditionellen britischen Gerichte besorgt \u2013 sondern auch dar\u00fcber, dass Schiffe der Nordmeerflotte Russlands gegen britische Trawler Gewalt anwenden k\u00f6nnten. Dabei schossen die Isl\u00e4nder w\u00e4hrend der Kabeljaukriege doch nicht einmal so oft auf ihre britischen Konkurrenten wie sie diesen die Netze durchschnitten \u2013 das erwies sich als wirksam genug gegen die Fischwilderer. Doch da gibt es einen weiteren Aspekt: Es liegen Gr\u00fcnde f\u00fcr die Annahme vor, dass manchmal die britischen Trawler zu Spionagezwecken benutzt wurden. Denn die Barentssee von Spitzbergen bis Nowaja Semlja \u2013 das ist der Beginn des N\u00f6rdlichen Seewegs; das sind die St\u00fctzpunkte der Nordmeerflotte; das sind die Nuklearwaffen-Testgel\u00e4nde auf Nowaja Semlja; und die Einfahrt zum Wei\u00dfen Meer, wo Sewerodwinsk mit seinen Kriegsschiff- und U-Boot-Werften sowie gro\u00dfe \u00dcbungsgel\u00e4nde und -gew\u00e4sserzonen der Nordmeerflotte Russlands liegen. Nein, nein, liebe Briten \u2013 regeln wir das doch lieber so: Ihr fangt euren leckeren Fisch lieber irgendwo sch\u00f6n weit weg von Russlands Ufern!<\/p>\n<p>Veraltete, \u00fcberholte Abkommen und Vertr\u00e4ge dieser Art, sollte hier separat erw\u00e4hnt werden, gibt es noch viele. Manche davon wurden bereits revidiert. So wurde die Frage mit Japans Fischfang vor den S\u00fcdkurilen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/international\/182453-japan-scheitert-an-einigung-mit\/\">gel\u00f6st<\/a>, der dem Land der aufgehenden Sonne im Austausch gegen die Finanzierung mehrerer Projekte auf diesen Inseln gestattet war. Die Revision all dieser Abkommen ist bereits angelaufen \u2013 und es scheint, als sei der Fall mit Gro\u00dfbritannien nur der Beginn eines gro\u00dfen Weges.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2024\/2\/21\/1254597.html\">Wsgljad<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2013 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/meinung\/197121-warum-kuendigung-24-abkommens-keine-gute-idee-ist\/\">Warum die K\u00fcndigung des 2+4-Abkommens keine gute Idee ist<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/197622-nothing-and-chips-russland-kuendigt\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russlands Abkommen von 1959 mit Gro\u00dfbritannien \u00fcber den Fischfang war bereits mehrere Jahrzehnte aktiv. Nun l\u00f6st Russland es auf. Worum aber geht es hier genau \u2013 doch sicherlich nicht nur um Fisch? Von Jewgenij Krutikow &#8220;Die Engl\u00e4nder haben Sanktionen gegen uns verh\u00e4ngt \u2013 und selber formen sie ihr Men\u00fc zu 40 Prozent aus unserem Kabeljau. 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