{"id":51102,"date":"2023-12-07T12:46:33","date_gmt":"2023-12-07T10:46:33","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/washington-post-zur-ukraine-annaeherungen-an-die-haessliche-wahrheit\/"},"modified":"2023-12-07T12:46:33","modified_gmt":"2023-12-07T10:46:33","slug":"washington-post-zur-ukraine-annaeherungen-an-die-haessliche-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/washington-post-zur-ukraine-annaeherungen-an-die-haessliche-wahrheit\/","title":{"rendered":"Washington Post zur Ukraine:  Ann\u00e4herungen an die h\u00e4ssliche Wahrheit"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/12\/6571010fb480cc28a0163f26.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                So weit im Eingest\u00e4ndnis der Niederlage ging noch kein Text, der in einem westlichen Medium ver\u00f6ffentlicht wurde. Aber auch der neue Artikel der Washington Post schafft nicht die ganze Strecke, und die Erkenntnis verbirgt sich hinter einem falschen Drama und vielen Vorurteilen.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Dagmar Henn<\/em><\/p>\n<p>Es muss weh tun. Das merkt man dem ausf\u00fchrlichen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/world\/2023\/12\/04\/ukraine-counteroffensive-us-planning-russia-war\/\">Bericht<\/a> der <em>Washington Post<\/em> \u00fcber die gescheiterte ukrainische Offensive deutlich an. Schlie\u00dflich war das Ganze monatelang geplant worden, in Wiesbaden, bei EUCOM. Und dann ging alles derart gr\u00fcndlich schief.<\/p>\n<p>Das jedenfalls wird eingestanden, auch wenn nach wie vor das Wort &#8220;Patt&#8221; das Wort &#8220;Niederlage&#8221; kaschiert. Diese Pl\u00e4ne sind gescheitert. An diesem Punkt geht es nicht weiter, und der geradezu episch zu nennende Bericht \u2013 zwei lange Teile, eigentlich schon eher eine Brosch\u00fcre als ein Artikel \u2013 weckt auch keinerlei Hoffnung auf einen milit\u00e4rischen Ausweg.<\/p>\n<p>Damit erweist sich ein weiteres Mal, dass die \u00f6ffentliche Darstellung in den Vereinigten Staaten immer noch ein gutes St\u00fcck n\u00e4her an der Realit\u00e4t ist als in Deutschland und im restlichen Westeuropa, wo die Ukraine immer noch siegen kann, und sei es, wie der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter j\u00fcngst vorschlug, indem man alle in der EU befindlichen m\u00e4nnlichen Ukrainer noch in den Fleischwolf wirft. Ganze zehn Brigaden k\u00f6nnte man in Deutschland holen, meinte er.<\/p>\n<p>Ein Sieg f\u00fcr die Ukraine, so das Fazit des Artikels, sei weit weniger wahrscheinlich als Jahre von Krieg und Zerst\u00f6rung. Noch nicht die ganze Wahrheit, aber doch nahe dran. Interessant sind all die anderen Details, die hier erstmalig oder zumindest zum ersten Mal so geballt und so deutlich berichtet werden.<\/p>\n<p>Die Rolle, die die US-Einrichtungen in Deutschland gespielt haben. Grafenw\u00f6hr in Franken etwa taucht als Szene eines Besuchs des US-Generals Mark Milley im Januar 2023 bei ukrainischen Truppen auf, die dort ausgebildet werden, und nebenbei findet sich dann die Aussage &#8220;Die Einrichtung war seit 2014 genutzt worden, um kleine Gruppen von Ukrainern auszubilden&#8221;. Gruppen, deren Aufgabe dann darin bestand, den Donbass anzugreifen. Wie weit war die deutsche Regierung einverstanden oder daran beteiligt?<\/p>\n<p>Die milit\u00e4rische Planung der ukrainischen Offensive fand ebenfalls in Deutschland statt:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;In den Anfangsmonaten des Jahres 2023 f\u00fchrten Milit\u00e4rs aus Gro\u00dfbritannien, der Ukraine und den Vereinigten Staaten in einem St\u00fctzpunkt der US-Armee in Wiesbaden eine Reihe von Kriegsspielen durch, wo ukrainische Offiziere in ein neu etabliertes Hauptquartier integriert wurden, das daf\u00fcr verantwortlich war, den Kiewer Kampf zu unterst\u00fctzen.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der ganze Bericht der<em> WaPo<\/em> gibt sich gro\u00dfe M\u00fche, den Ukrainern unabh\u00e4ngige Entscheidungen zuzuschreiben. Wie real das ist und wie direkt der Einfluss dieser Wiesbadener Kommandozentrale war, ist aber ein anderes Thema. Vor allem, weil eines der Ziele dieser Darstellung mit Sicherheit darin besteht, die Verantwortung f\u00fcr das Ergebnis vorzugsweise bei der ukrainischen Seite anzusiedeln.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich h\u00e4tten die Wiesbadener Planer der Ukraine einen einzigen, hochger\u00fcsteten Keil in Richtung Melitopol angetragen, und es sei Kiew gewesen, das auf drei kleineren Angriffsbewegungen bestanden h\u00e4tte. &#8220;Die westliche Milit\u00e4rdoktrin&#8221;, so die <em>WaPo<\/em>, &#8220;fordert einen konzentrierten Schlag auf ein einziges Ziel.&#8221; Wer dahinter den Schatten des Blitzkriegs erahnt, vermutet wahrscheinlich richtig; nur dass, wenn man die russischen Vorbereitungen betrachtet, auch diese Variante gescheitert w\u00e4re. Die befestigten Stellungen der russischen Armee seien &#8220;nach sowjetischem Handbuch&#8221; gebaut worden, was nicht verwundert, denn der Aufbau mit mehreren Reihen befestigter Stellungen spielte schon in der Schlacht von Kursk eine entscheidende Rolle. Die bekanntlich nicht mit einem Erfolg der Angreifer endete.<\/p>\n<p>Der oben erw\u00e4hnte Besuch Milleys galt der 47. Brigade der ukrainischen Armee, die in Grafenw\u00f6hr geschult wurde und die f\u00fcr den Durchbruch Richtung Melitopol vorgesehen war. An dieser Stelle l\u00e4sst sich gut erkennen, auf welche Weise die <em>WaPo<\/em> mit den unangenehmeren Informationen umgeht. Es wird offen eingestanden, dass diese Brigade zu 70 Prozent mit frisch Eingezogenen bemannt war, weil &#8220;\u00fcber ein Jahr des Krieges die ukrainischen Streitkr\u00e4fte viel gekostet&#8221; habe. Aber sogleich wird daraus ein Vorteil gezaubert: &#8220;Junge Offiziere w\u00fcrden die NATO-Taktiken unbeeinflusst von der sowjetischen Weise der Kriegsf\u00fchrung aufnehmen, die immer noch Teile des ukrainischen Milit\u00e4rs beeinflusste.&#8221;<\/p>\n<p>Das weitaus gr\u00f6\u00dfere Problem war allerdings, dass die in Wiesbaden ausget\u00fcftelte Strategie schlicht die gesamte milit\u00e4rische Entwicklung \u2012 die sich bereits im Donbasskrieg abgezeichnet hatte, aber im Verlauf des ersten Jahres der Speziellen Milit\u00e4roperation einen gewaltigen Sprung machte \u2012 nicht wirklich ber\u00fccksichtigt hatte. In Grafenw\u00f6hr, gesteht die <em>WaPo<\/em>, h\u00e4tten die Ukrainer darauf bestanden, Drohnen in die Ausbildung mit einzubeziehen. Die US-Ausbilder weigerten sich anf\u00e4nglich, weil &#8220;die \u00dcbungsprogramme bereits festgelegt waren&#8221;. An anderer Stelle wird eingestanden:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Die ukrainischen Soldaten k\u00e4mpften einen Krieg, wie ihn keine NATO-Truppe erlebt hatte: einen gro\u00dfen konventionellen Konflikt, mit Gr\u00e4ben im Stil des Ersten Weltkriegs, unter allgegenw\u00e4rtigen Drohnen und anderen futuristischen Werkzeugen \u2013 und ohne die Luft\u00fcberlegenheit, die das US-Milit\u00e4r in jedem modernen Konflikt hatte, in dem es k\u00e4mpfte.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das Fazit eines anonymen Ukrainers, das die <em>WaPo<\/em> hierzu anf\u00fchrt, lautet profan: &#8220;Diese ganzen Methoden \u2013 man kann sie geradewegs nehmen und wegschmei\u00dfen, wei\u00dft du?&#8221; Ein weiterer der F\u00e4lle, in denen dieser Text die Wahrheit ausspricht, aber trotzdem hinterher versucht, sie wieder ungesagt zu machen.<\/p>\n<p>Auch bezogen auf die Fantasie des siegreichen Panzerkeils gibt es an anderer Stelle eine Antwort. Denn das Fazit eines anderen ukrainischen Offiziers bezogen auf die amerikanischen Vorhaltungen, man sei\u00a0einfach zu sparsam mit dem gelieferten Material umgegangen, lautet n\u00fcchtern: &#8220;Die Ausr\u00fcstung, die auf dem Schlachtfeld erscheint, hat eine Lebenserwartung von maximal einer Minute.&#8221;<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte auf dieser Grundlage sagen, nicht nur die Ukraine, sondern die gesamte NATO hat im Grunde keine Ahnung, wie sie unter derartigen Bedingungen Erfolge erzielen k\u00f6nnte. Die heutige F\u00fchrungsgeneration geht von v\u00f6llig falschen Voraussetzungen aus, weil auch niemand mehr \u00fcbrig ist, der noch mit den Berechnungen vertraut ist, die w\u00e4hrend des Kalten Krieges angestellt wurden, die beispielsweise einem Panzergrenadier eine \u00dcberlebenszeit von 90 Sekunden gaben. Immer noch mehr als eine Minute, aber doch nahe dran.<\/p>\n<p>Auch diese Frage der falschen Annahmen wird in dem Artikel durchaus angesprochen, wenn auch recht verborgen, im Kontext der Berechnung m\u00f6glicher Verluste bei der Planung, wo es hei\u00dft: &#8220;Die amerikanischen Offiziere hatten in den gr\u00f6\u00dferen Schlachten im Irak und in Afghanistan erlebt, dass die Verluste weit niedriger waren, als gesch\u00e4tzt worden war. Sie sahen die Sch\u00e4tzungen als Ausgangspunkt f\u00fcr die Planung der medizinischen Versorgung und der Evakuierungen vom Schlachtfeld, wodurch die Verluste nie das angenommene Niveau erreichten.&#8221; Sprich, die Berechnungen m\u00f6gen eventuell sogar zutreffend gewesen sein, aber die vorhandene Erfahrung hinderte daran, sie tats\u00e4chlich ernst zu nehmen.<\/p>\n<p>Strenggenommen\u00a0reichen schon diese Punkte, um eine Niederlage wahrscheinlich werden zu lassen. Dazu kam dann noch das Problem mit der Artilleriemunition, was weder die (hier erstmals eingestanden) 350.000\u00a0aus S\u00fcdkorea bezogenen Granaten dauerhaft l\u00f6sen konnten, noch die Lieferung von Clustermunition; die Produktion in den USA, so die <em>WaPo<\/em>, liegt bei weniger als 9.000 Granaten im Monat.<\/p>\n<p>Oder das winzige Detail, dass zumindest nach ukrainischen Aussagen, die die <em>WaPo<\/em> anf\u00fchrt, das gelieferte westliche Material oft schadhaft war: &#8220;Deutsche Marder-Sch\u00fctzenpanzer hatten keinen Funk; sie waren nicht mehr als Eisenschachteln auf Ketten&#8221;, wird ein weiterer Ukrainer zitiert. Von amerikanischer Seite erfolgt im Gegenzug der Vorwurf, die Ukrainer w\u00e4ren nicht f\u00e4hig, das gute Ger\u00e4t angemessen zu behandeln. Und, zu guter Letzt, selbst die Lieferung der von Kiew so begehrten F-16 w\u00fcrde nichts \u00e4ndern. Dazu sagte ein h\u00f6herer US-Offizier: &#8220;Wenn man in drei Monaten eine Staffel F-16-Piloten ausbilden k\u00f6nnte, dann w\u00e4ren sie am ersten Tag abgeschossen worden, denn die russische Luftabwehr in der Ukraine ist sehr stark und sehr f\u00e4hig.&#8221;<\/p>\n<p>Es l\u00e4sst sich also in diesem Artikel alles finden, was n\u00f6tig ist, um alle Hoffnungen auf einen Sieg nicht nur der Ukraine, sondern auch der NATO selbst zu beenden. Da f\u00fchrt schlicht kein Weg hin. Aber diese ganzen Punkte sind in den Artikel eingestreut, w\u00e4hrend die Aufmerksamkeit gezielt auf eine ganz andere Geschichte gelenkt wird \u2013 auf die Kommunikation zwischen dem Pentagon und der ukrainischen Armee.<\/p>\n<p>So soll der Chef von EUCOM, General Christopher Cavoli, den ukrainischen Generalstabschef Saluschny im Sommer wochenlang nicht erreicht haben. Die Ukrainer h\u00e4tten den Beginn der Offensive immer weiter hinausgez\u00f6gert. Und da w\u00e4re ja noch der gro\u00dfe Fehler der drei Angriffskeile, die der urspr\u00fcnglichen Planung widersprachen.<\/p>\n<p>Es ist diese Geschichte, die beim unaufmerksamen Lesen die anderen Informationen \u00fcberlagert, weil hier handelnde Personen aufeinanderprallen, US-Generalstabschef Mark Milley, Saluschny, Selenskij, Pentagon-Chef Lloyd Austin&#8230; Dass das Drama, in dem diese Personen aufgestellt werden, auch bei einem v\u00f6llig anderen Verlauf nichts an den erw\u00e4hnten objektiven Gegebenheiten \u00e4ndern w\u00fcrde, ist eine Erkenntnis, die man sich bei der Lekt\u00fcre selbst erarbeiten muss.<\/p>\n<p>Zur Garnierung werden dann noch allerlei Vorurteile und Propagandabr\u00f6ckchen geliefert, die von der technischen Ebene ablenken. So wird zwar die Zahl ukrainischer Verluste bis Anfang 2023 mit 130.000 f\u00fcr westliche Medien relativ hoch angesetzt, aber es wird ebenfalls behauptet, die russischen h\u00e4tten zur gleichen Zeit 200.000 betragen. Man habe die russische Bereitschaft untersch\u00e4tzt, &#8220;Leben in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung zu opfern, die wenige andere L\u00e4nder billigen k\u00f6nnten&#8221;, w\u00e4hrend die Ukrainer &#8220;sich vor katastrophalen Verlusten f\u00fcrchteten&#8221;.<\/p>\n<p>Von den Sperrtruppen, die die schlecht motivierten Soldaten an der Flucht hindern sollen (die, nebenbei, mit Videos belegt sind, allerdings bei der ukrainischen Armee), bis hin zur menschlichen Flut, die bei Angriffen die fehlenden F\u00e4higkeiten ersetzen soll, wird fast jedes Klischee wiederholt, das schon \u00fcber die sowjetische Armee im Umlauf war. Ein Musterbeispiel daf\u00fcr liefert ein Zitat von CIA-Chef William J. Burns:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Bei all ihrer Inkompetenz im ersten Kriegsjahr gelang es ihnen [den Russen], eine chaotische Teilmobilisierung zu starten, um eine Menge L\u00f6cher in der Front zu stopfen. In Saporoschje konnten wir sehen, wie sie wirklich ziemlich beeindruckende feste Verteidigungen aufbauten, schwer zu durchbrechen, wirklich teuer, wirklich blutig f\u00fcr die Ukrainer.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Tats\u00e4chlich wurden besagte Verteidigungen nie durchbrochen, auch wenn die <em>WaPo<\/em> behauptet, etwa das endlos umk\u00e4mpfte Dorf Rabotino liege hinter der ersten dieser Linien. Das Zitat von Burns belegt aber genau diese eigenartige Mischung aus Verachtung und Unglauben, die den Artikel pr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Bei den Planspielen in Wiesbaden war sogar eine Kapitulation Russlands als M\u00f6glichkeit erwogen worden. &#8220;Die Aufkl\u00e4rung w\u00e4hrend des Winters hatte gezeigt, dass die russische Verteidigung vergleichsweise schwach und \u00fcberwiegend unbesetzt war, und dass die Moral der russischen Truppen nach ihren Niederlagen in Charkow und Cherson schlecht war. Die US-Aufkl\u00e4rung sch\u00e4tzte, dass die f\u00fchrenden russischen Offiziere von tr\u00fcben Aussichten ausgingen.&#8221;<\/p>\n<p>Man kann sich nat\u00fcrlich fragen, wie viel dieser Aufkl\u00e4rung von US-amerikanischer, und wie viel davon von ukrainischer Seite stammte. Aber an diesen Vorurteilen wird eisern festgehalten. Man hat sie schlie\u00dflich nicht umsonst seit 1946 gehegt und gepflegt.<\/p>\n<p>Es ist dieses erbitterte Festhalten am Feindbild, das in der <em>Washington Post<\/em> S\u00e4tze wie jenen von Mark Milley auftauchen l\u00e4sst, den er in Grafenw\u00f6hr zu ukrainischen Diversanten gesagt haben soll:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Es sollte keinen Russen geben, der sich schlafen legt, ohne sich zu fragen, ob ihn mitten in der Nacht nicht die Kehle durchgeschnitten wird.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dahinter ist die unausgesprochene Erwartung, dass besagte ukrainische Diversanten auf die bereitwillige Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung hoffen k\u00f6nnen. Eine Erwartung, die vielleicht in Galizien eine Grundlage hat, aber nicht in jenen Gebieten, in denen die K\u00e4mpfe bisher stattfanden. Dass aber eine ordentliche, gesetzte Zeitung wie die <em>WaPo<\/em> (auch wenn sie enge Beziehungen zur CIA hegt) einen solchen Satz zitiert, als sagte man so etwas bei einem gepflegten Abendessen, zeigt schon, wie tief dieses verzerrte Bild der Russen sitzt.<\/p>\n<p>W\u00e4re dem nicht so, w\u00e4re der Artikel zu einem wesentlich klareren Fazit gekommen. So sind es Unglaube und Unverst\u00e4ndnis, die eine n\u00fcchterne Betrachtung des Scheiterns in der Ukraine verhindern. Was betr\u00fcblich ist, weil das wiederum wenig dazu beitr\u00e4gt, die westlichen Regierungen zu einem auf Tatsachen und nicht Fantasien und W\u00fcnschen beruhenden Handeln zu bewegen.<\/p>\n<p>Dabei gibt es in diesem Artikel einen Satz, der s\u00e4mtliche NATO-Kriegsplaner bis in ihre Tr\u00e4ume verfolgen sollte. Denn eigentlich war die Niederlage wesentlich schneller absehbar, der Zeitpunkt, an dem sich die Planungen als untauglich erwiesen, trat sehr fr\u00fch ein. &#8220;Am vierten Tag hatte General Saluschny, der oberste Kommandeur der Ukraine, genug gesehen. Verbrannte westliche R\u00fcstungsg\u00fcter \u2013 amerikanische Bradleys, deutsche Leopard-Panzer, Minenr\u00e4umfahrzeuge \u2013 \u00fcbers\u00e4ten das Schlachtfeld. Die Zahl der Toten und Verwundeten untergrub die Moral. [\u2026] Monate der Planung mit den Vereinigten Staaten wurden an diesem vierten Tag in den M\u00fcll geworfen.&#8221;<\/p>\n<p>Vier Tage, und ein Angriff, an dessen Vorbereitung die gesamte NATO mit Informationen, Planung und Material beteiligt war, ist gescheitert. Wie viele w\u00e4ren noch am Leben, w\u00e4re dieser Moment als das wahrgenommen worden, was er war. Wie viele k\u00f6nnten noch am Leben bleiben, w\u00e4re der Westen imstande, seine Vorurteile beiseite zu legen und auf die Tatsachen zu reagieren. Aber die Ann\u00e4herung an diese Wahrheit ist zu schmerzhaft.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/europa\/188667-russland-ergreift-initiative-hat-ukraine\/\">Russland ergreift die Initiative: Hat der Ukraine-Konflikt sein Endspiel erreicht? <\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/189157-washington-post-annaeherungen-an-haessliche\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So weit im Eingest\u00e4ndnis der Niederlage ging noch kein Text, der in einem westlichen Medium ver\u00f6ffentlicht wurde. Aber auch der neue Artikel der Washington Post schafft nicht die ganze Strecke, und die Erkenntnis verbirgt sich hinter einem falschen Drama und vielen Vorurteilen. Von Dagmar Henn Es muss weh tun. 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