{"id":48015,"date":"2023-10-13T19:15:00","date_gmt":"2023-10-13T17:15:00","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/pepe-escobar-die-geopolitik-hinter-der-sogenannten-operation-al-aksa-flut\/"},"modified":"2023-10-13T19:15:00","modified_gmt":"2023-10-13T17:15:00","slug":"pepe-escobar-die-geopolitik-hinter-der-sogenannten-operation-al-aksa-flut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/pepe-escobar-die-geopolitik-hinter-der-sogenannten-operation-al-aksa-flut\/","title":{"rendered":"Pepe Escobar: Die Geopolitik hinter der sogenannten Operation Al-Aksa-Flut"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/65294befb480cc49765d8ea0.png\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Der globale Fokus hat sich gerade von der Ukraine nach Pal\u00e4stina verlagert. Diese neue Arena der Konfrontation wird den Wettbewerb zwischen dem atlantischen und dem eurasischen Block weiter versch\u00e4rfen. Dieser Wettbewerb wird zunehmend zum Nullsummenspiel.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Pepe Escobar<\/em>\u00a0<\/p>\n<p>Die sogenannte Operation Al-Aksa-Flut der Hamas vom vergangenen Wochenende war sorgf\u00e4ltig geplant. Der Starttermin dieser Operation wurde durch zwei ausl\u00f6sende Faktoren bestimmt.<\/p>\n<p>Zuerst pr\u00e4sentierte der israelische Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu, w\u00e4hrend der UN-Generalversammlung im vergangenen September, mittels einer Landkarte seine Vision des &#8220;Neuen Nahen Ostens&#8221;, auf der er Pal\u00e4stina vollst\u00e4ndig ausradierte und somit jede einzelne UN-Resolution zum Thema Pal\u00e4stina ins L\u00e4cherliche zog.<\/p>\n<p>Zweitens sind es die st\u00e4ndigen Provokationen rund um die heilige Al-Aksa-Moschee in Jerusalem, darunter eine ganz bestimmte Provokation, die als Tropfen das Fass endg\u00fcltig zum \u00dcberlaufen brachte: Zwei Tage vor dem Beginn der Operation Al-Aksa-Flut, am 5. Oktober, starteten mindestens 800 israelische Siedler einen Angriff in der Gegend rund um die Moschee und begannen damit, muslimische Pilger zu schlagen und zu treten. Sie zerst\u00f6rten und pl\u00fcnderten zudem pal\u00e4stinensische Gesch\u00e4fte, alles unter den Augen tatenlos zusehender israelischer Sicherheitskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Jeder mit einem funktionierenden Gehirn wei\u00df, dass die Al-Aksa-Moschee eine definitive rote Linie ist \u2013\u00a0nicht nur f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser, sondern f\u00fcr die gesamte arabische und muslimische Welt.<\/p>\n<p>Aber es kommt schlimmer. Die Israelis vergleichen die Operation Al-Aksa-Flut mit Pearl Harbor. Das ist so bedrohlich, wie es nur geht. Der Angriff der Japaner auf den US-Marinest\u00fctzpunkt Pearl Harbor auf Hawaii, am 7. Dezember 1941, war der Grund f\u00fcr die USA, in einen bereits tobenden Weltkrieg einzutreten und Japan im Jahr 1945 schlussendlich mit Atomwaffen zu bombardieren. Dieses &#8220;israelische Pearl Harbor&#8221; k\u00f6nnte Tel Avivs Rechtfertigung sein, einen V\u00f6lkermord in Gaza loszutreten.<\/p>\n<p>Teile des Westens begr\u00fc\u00dfen die bevorstehende ethnische S\u00e4uberung \u2013 darunter auch Zionisten, die sich als &#8220;geopolitische Analysten&#8221; ausgeben und ungeniert verlautbaren, dass der Austausch der Bev\u00f6lkerung in Pal\u00e4stina, der 1948 begann, abgeschlossen werden muss. Und sie glauben, dass man mit massiver Waffengewalt und massiver proisraelischer Berichterstattung in den Medien die Dinge im Handumdrehen umkehren, den pal\u00e4stinensischen Widerstand brechen und die Verb\u00fcndeten der Hamas, wie die Hisbollah und Iran, geschw\u00e4cht zur\u00fccklassen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Das Ukraine-Projekt des Westens ist ins Stocken geraten und hat nicht nur m\u00e4chtige westliche Politiker dumm dastehen lassen, sondern ganze europ\u00e4ische Volkswirtschaften in den Ruin getrieben. Doch w\u00e4hrend sich eine T\u00fcr schlie\u00dft, \u00f6ffnet sich eine andere: Man wechselt einfach vom Verb\u00fcndeten Ukraine zum Verb\u00fcndeten Israel und richtet den Blick auf den Gegner Iran statt auf den Gegner Russland.<\/p>\n<p>Es gibt noch andere triftige Gr\u00fcnde f\u00fcr den Westen, in dieser Region jetzt mit voller Kraft loszulegen. Ein friedliches Westasien bedeutet den Wiederaufbau Syriens \u2013 an dem China nun offiziell beteiligt ist. Es bedeutet eine aktive Sanierung f\u00fcr den Irak und den Libanon, w\u00e4hrend Iran und Saudi-Arabien jetzt Teil von BRICS-11 sind. Die strategische Partnerschaft zwischen Russland und China wird bedingungslos respektiert und es wird mit allen regionalen Akteuren interagiert, einschlie\u00dflich mit den wichtigsten US-Verb\u00fcndeten im Persischen Golf.<\/p>\n<p><strong>Inkompetenz. Absichtliche Strategie. Oder beides.<\/strong><\/p>\n<p>Das bringt uns zu den Kosten f\u00fcr den Beginn dieses neuen &#8220;Kriegs gegen den Terror&#8221;. Die Propaganda ist in vollem Gange. Netanyahu in Tel Aviv setzt die Hamas auf dieselbe Stufe wie den Islamischen Staat. F\u00fcr Wladimir Selenskij in Kiew, ist Hamas gleichbedeutend wie Russland. An einem Oktoberwochenende geriet der Krieg in der Ukraine in den westlichen Mainstream-Medien pl\u00f6tzlich v\u00f6llig in Vergessenheit. Am Brandenburger Tor, am Eiffelturm und selbst im brasilianischen Senat ist man jetzt neu f\u00fcr Israel.<\/p>\n<p>\u00c4gyptische Geheimdienste behaupten, dass sie Israel vor einem bevorstehenden Angriff der Hamas gewarnt h\u00e4tten. Die Israelis entschieden sich jedoch, diese Warnung zu ignorieren, so wie sie auch die milit\u00e4rischen \u00dcbungen der Hamas ignorierten, die sie in den Wochen zuvor beobachtet hatten. Dies mit einer Selbstgef\u00e4lligkeit in ihrem \u00fcberlegenen Glauben, dass die Pal\u00e4stinenser niemals den Mut aufbringen w\u00fcrden, eine milit\u00e4rische Operation gegen Israel zu lancieren.<\/p>\n<p>Was auch immer als N\u00e4chstes geschehen wird, die Operation Al-Aksa-Flut, hat die m\u00e4chtige und popul\u00e4re Mythologie \u00fcber die Unbesiegbarkeit der israelischen Volksarmee, des Mossad, des Shin Bet, der israelischen Merkava-Panzer, des Iron Dome und den israelischen Streitkr\u00e4ften im Gesamten bereits unwiederbringlich zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Billige pal\u00e4stinensische Drohnen schlugen in mehrere \u00dcberwachungst\u00fcrme mit Sensoren ein und setzten sie au\u00dfer Funktion. Dies erleichterte den Vorsto\u00df einer Kampfgruppe auf Gleitschirmen \u00fcber die Grenze nach Israel. Damit wurde der Weg f\u00fcr Angriffstrupps geebnet, die in T-Shirts bekleidet und mit AK-47 bewaffnet waren. Diesen gelang es, die Grenzmauern zu durchbrechen und von Gaza aus nach Israel einzudringen \u2013 etwas, was zuvor nicht mal streunende Katzen gewagt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Israel antwortete umgehend mit der systematischen Bombardierung aus der Luft des Gazastreifens, diesem 365 Quadratkilometer gro\u00dfen Freiluftgef\u00e4ngnis, in dem 2,3 Millionen Menschen leben. Die wahllose Bombardierung von Fl\u00fcchtlingslagern, Schulen, Wohnbl\u00f6cken und Moscheen hat begonnen. Die Pal\u00e4stinenser haben keine Marine, keine Luftwaffe, keine Artillerie, keine gepanzerten Kampffahrzeuge und keine Berufsarmee. Sie haben kaum oder gar keinen Zugriff auf Hightech, w\u00e4hrend Israel Daten von Satelliten der NATO abrufen kann, wann immer es dies m\u00f6chte. Der israelische Verteidigungsminister Joaw Galant verk\u00fcndete eine &#8220;vollst\u00e4ndige Belagerung des Gazastreifens&#8221;. Es werde keinen Strom, kein Essen, keinen Treibstoff geben, alles werde abgeriegelt. Man bek\u00e4mpfe &#8220;menschliche Tiere&#8221; und werde entsprechend handeln.<\/p>\n<p>Die Israelis k\u00f6nnen sich unbesorgt auf eine kollektive Bestrafung einlassen, denn mit drei garantierten Vetorechten im UN-Sicherheitsrat in der Tasche \u2013 jene der USA, Gro\u00dfbritannien und Frankreich \u2013\u00a0wissen sie, dass sie damit durchkommen. Es spielt keine Rolle, dass <em>Haaretz<\/em>, Israels angesehenste Zeitung, offen einr\u00e4umt, dass &#8220;tats\u00e4chlich allein die israelische Regierung f\u00fcr das, was passiert, verantwortlich ist, weil sie die Rechte der Pal\u00e4stinenser missachtet&#8221;. Die Israelis sind dabei absolut konsequent. Bereits 2007 sagte der damalige Chef des israelischen Verteidigungsgeheimdienstes Amos Yadlin: &#8220;Israel w\u00fcrde sich freuen, wenn die Hamas die Kontrolle \u00fcber Gaza \u00fcbernehmen w\u00fcrde, weil die israelischen Streitkr\u00e4fte dann mit Gaza als feindlichem Staat umgehen k\u00f6nnten.&#8221;<\/p>\n<\/p>\n<p><strong>Die Ukraine liefert Waffen an die Pal\u00e4stinenser<\/strong><\/p>\n<p>Noch vor einem Jahr sprach der Komiker im verschwitzten gr\u00fcnen Sweatshirt in Kiew davon, die Ukraine in ein &#8220;gro\u00dfes Israel&#8221; zu verwandeln. Daf\u00fcr erhielt er geb\u00fchrenden Beifall von einer Gruppe von Sprechpuppen aus dem Umfeld der Denkfabrik Atlantic Council.<\/p>\n<p>Nun, es kam ganz anders, eine Quelle alter Schule aus dem Tiefen Staat hat mich \u00fcber Folgendes informiert:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;F\u00fcr die Ukraine bestimmte Waffen sind in den H\u00e4nden der Pal\u00e4stinenser gelandet. Die Frage ist, welches Land daf\u00fcr aufkommt. Iran hat gerade einen Deal mit den USA \u00fcber sechs Milliarden Dollar abgeschlossen, und es ist unwahrscheinlich, dass Iran diesen Deal gef\u00e4hrden w\u00fcrde. Ich habe eine Quelle, die mir den Namen des Landes gegeben hat, aber ich kann den Namen des Landes nicht preisgeben. Tatsache ist, dass ukrainische Waffen in den Gazastreifen gelangt sind und jemand daf\u00fcr bezahlt hat, aber es war nicht Iran.&#8221;<\/em>\u00a0<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nach ihrem atemberaubenden \u00dcberfall am vergangenen Wochenende, hat sich die kluge Hamas bereits mehr Verhandlungsmacht gesichert, als die Pal\u00e4stinenser dies in Jahrzehnten erlangen konnten. W\u00e4hrend Friedensgespr\u00e4che von China, Russland, der T\u00fcrkei, Saudi-Arabien und \u00c4gypten unterst\u00fctzt werden, lehnt Tel Aviv bezeichnenderweise diese Forderung ab. Netanjahu ist besessen davon, Gaza dem Erdboden gleichzumachen, aber wenn das geschieht, ist ein gr\u00f6\u00dferer regionaler Krieg fast unvermeidlich.<\/p>\n<p>Die libanesische Hisbollah \u2013 ein bedingungsloser Verb\u00fcndeter der pal\u00e4stinensischen Achse des Widerstands \u2013 m\u00f6chte lieber nicht in einen Krieg hineingezogen werden, der auf ihrer Seite der Grenze verheerende Folgen haben kann. Aber auch diese Haltung k\u00f6nnte sich \u00e4ndern, wenn Israel de facto einen V\u00f6lkermord im Gazastreifen begeht.<\/p>\n<p>Die Hisbollah verf\u00fcgt \u00fcber mindestens 100.000 ballistische Raketen mit Reichweiten von 40 bis 300 Kilometer. In Tel Aviv wei\u00df man, was das bedeutet, und erschaudert angesichts der h\u00e4ufigen Warnungen des Anf\u00fchrers der Hisbollah, Hassan Nasrallah, dass der n\u00e4chste Krieg mit Israel innerhalb von Israel gef\u00fchrt werden wird.<\/p>\n<p>Das bringt uns zu Iran.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Deniable plausibility&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Die wichtigste unmittelbare Folge der Operation Al-Aksa-Flut ist, dass der feuchte Traum der Washingtoner Neokonservativen von einer &#8220;Normalisierung&#8221; zwischen Israel und der arabischen Welt einfach ausgetr\u00e4umt sein wird, wenn sich daraus ein langwieriger Krieg entwickelt. Tats\u00e4chlich normalisieren gro\u00dfe Teile der arabischen Welt bereits ihre Beziehungen zu Teheran \u2013 und das nicht nur innerhalb der neu erweiterten BRICS-11.<\/p>\n<p>Im Streben nach einer multipolaren Welt, wie sie von den BRICS 11, der Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit (SOZ), der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) und Chinas G\u00fcrtel- und Stra\u00dfeninitiative (BRI) sowie anderen bahnbrechenden Institutionen des eurasischen Raums und des Globalen S\u00fcdens vertreten wird, gibt es einfach keinen Platz f\u00fcr einen ethnozentrischen Apartheidstaat wie Israel, der die kollektive Bestrafung gro\u00dfer Teile der pal\u00e4stinensischen Zivilbev\u00f6lkerung bevorzugt.<\/p>\n<p>Erst dieses Jahr wurde Israel vom Gipfel der Afrikanischen Union ausgeschlossen. Eine israelische Delegation erschien trotzdem und wurde kurzerhand aus der gro\u00dfen Halle geworfen. Bilder, die in den sozialen Medien viral gingen. Bei den UN-Plenarsitzungen im vergangenen Monat, versuchte ein einzelner israelischer Diplomat die Rede des iranischen Pr\u00e4sidenten Ibrahim Raisi zu st\u00f6ren. Kein westlicher Verb\u00fcndeter stand ihm zur Seite und auch er wurde aus dem Plenarsaal entfernt.<\/p>\n<p>Wie der chinesische Pr\u00e4sident Xi Jinping im Dezember 2022 es formulierte, unterst\u00fctzt Peking &#8220;nachdr\u00fccklich die Gr\u00fcndung eines unabh\u00e4ngigen Staates Pal\u00e4stina, der auf der Grundlage der Grenzen von 1967 eine volle Souver\u00e4nit\u00e4t genie\u00dft und Ostjerusalem seine Hauptstadt nennen darf. China unterst\u00fctzt Pal\u00e4stina, Vollmitglied der Vereinten Nationen zu werden.&#8221;<\/p>\n<p>Teherans Strategie ist weitaus ehrgeiziger \u2013 es bietet strategische Beratung f\u00fcr westasiatische Widerstandsbewegungen, von der Levante bis zum Persischen Golf: Hisbollah, Ansarallah, Hashd al-Shaabi, Kataib Hisbollah, Hamas, Pal\u00e4stinensischer Islamischer Dschihad und unz\u00e4hlige andere Gruppierungen. Es ist, als w\u00e4ren sie alle Teil eines neuen gro\u00dfen Schachbretts, das de facto vom Gro\u00dfmeister Iran dominiert wird.<\/p>\n<p>Die Figuren auf dem Schachbrett wurden sorgf\u00e4ltig von niemand anderem als dem ermordeten Kommandeur der Quds-Streitkr\u00e4fte des Korps der Islamischen Revolutionsgarde, General Qassem Soleimani, aufgestellt. Soleimani war ein milit\u00e4risches Genie. Er war ma\u00dfgeblich daran beteiligt, die Grundlagen f\u00fcr die kumulativen Erfolge der iranischen Verb\u00fcndeten im Libanon, in Syrien, im Irak, im Jemen und in Pal\u00e4stina zu schaffen und die Voraussetzungen f\u00fcr eine komplexe Operation wie die Operation Al-Aksa-Flut zu schaffen.<\/p>\n<p>Anderswo in der Region scheitert der Versuch der Atlantiker, strategische Korridore \u00fcber die f\u00fcnf Meere \u2013 das Kaspische Meer, das Schwarze Meer, das Rote Meer, den Persischen Golf und das \u00f6stliche Mittelmeer \u2013 zu er\u00f6ffnen. Russland und Iran zerschlagen mit dem Internationalen Nord-S\u00fcd-Handelskorridor (INSTC) bereits die Pl\u00e4ne der USA im Kaspischen Meer und im Schwarzen Meer, das auf dem Weg ist, ein russischer Binnensee zu werden. Teheran beobachtet die Strategie Moskaus in der Ukraine sehr genau, auch wenn es seine eigene Strategie verfeinert, wie man den Hegemon USA ohne direkte Beteiligung schw\u00e4chen: Nennen wir es &#8220;Deniable plausibility&#8221; \u2013 geopolitisch glaubhafte Bestreitbarkeit.<\/p>\n<p><strong>Tsch\u00fcss Handelskorridor EU-Israel-Saudi-Indien<\/strong><\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis Russland-China-Iran wird von westlichen Neokonservativen als neue &#8220;Achse des B\u00f6sen&#8221; verteufelt. Diese infantile Wut offenbart eine kosmische Ohnmacht. Russland, China und Iran sind echte souver\u00e4ne Staaten, mit denen man sich nicht anlegen sollte. Und wenn doch, ist der zu zahlende Preis unvorstellbar hoch.<\/p>\n<p>Ein Schl\u00fcsselbeispiel: Wenn der von einer amerikanisch-israelischen Achse angegriffene Iran beschlie\u00dfen w\u00fcrde, die Stra\u00dfe von Hormus zu blockieren, w\u00fcrde sich die globale Energiekrise derma\u00dfen versch\u00e4rfen, dass ein Zusammenbruch der westlichen Volkswirtschaften unvermeidlich w\u00e4re. F\u00fcr die unmittelbare Zukunft bedeutet dies, dass der amerikanische Traum, sich \u00fcber die f\u00fcnf Meere hinweg einzumischen, nicht einmal als Fata Morgana abzeichnen w\u00fcrde. Die Operation Al-Aksa-Flut hat auch den k\u00fcrzlich angek\u00fcndigten und viel beschworenen Handelskorridor zwischen der EU, Israel, Saudi-Arabien und Indien zunichtegemacht.<\/p>\n<p>China ist sich all dieser Aufregung, die nur eine Woche vor seinem BRI-Forum in Peking stattfindet, sehr wohl bewusst. Auf dem Spiel stehen die wichtigen BRI-Verbindungskorridore \u2013 quer durch das Kernland, quer durch Russland, sowie die maritime Seidenstra\u00dfe und die arktische Seidenstra\u00dfe. Dann gibt es noch den INSTC, der Russland, Iran und Indien verbindet \u2013 und nebenbei auch die Golfmonarchien mit anschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Die geopolitischen Auswirkungen der Operation Al-Aksa-Flut werden die geo\u00f6konomischen und logistischen Verbindungen zwischen Russland, China und Iran beschleunigen und den Hegemon USA und sein Imperium an milit\u00e4rischen St\u00fctzpunkten umgehen. Bei zunehmendem Handel und ununterbrochenem G\u00fcterverkehr geht es vor allem um gute Gesch\u00e4fte auf Augenh\u00f6he, mit gegenseitigem Respekt \u2013 und nicht um das Szenario eines destabilisierten Westasiens der Kriegstreiber.<\/p>\n<p>Erstaunlich, was eine langsam fliegende Gleitschirm-Infanterie, die eine Grenzmauer \u00fcberfliegt, alles bewirken kann.<\/p>\n<p><em>Dieser Meinungsbeitrag erschien zuerst <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/new.thecradle.co\/articles\/the-geopolitics-of-al-aqsa-flood\">in englischer Sprache<\/a> auf <\/em><em>The Cradle<\/em>.<\/p>\n<p><em>Pepe Escobar<\/em><em> ist ein unabh\u00e4ngiger geopolitischer Analyst und Autor. Sein neuestes Buch hei\u00dft &#8220;Raging Twenties&#8221; (Die w\u00fctenden Zwanziger). Man kann ihm auf\u00a0<\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/t.me\/rocknrollgeopolitics\"><em>Telegram<\/em><\/a><em> und auf <\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/twitter.com\/RealPepeEscobar\"><em>X<\/em><\/a><em> folgen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/kurzclips\/video\/177728-pepe-escobar-totale-demuetigung-nato\/\">Pepe Escobar: &#8220;Die totale Dem\u00fctigung der NATO steht unmittelbar bevor&#8221;<\/a><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><br \/>\n<br \/><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/183640-pepe-escobar-geopolitik-hinter-sogenannten\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der globale Fokus hat sich gerade von der Ukraine nach Pal\u00e4stina verlagert. 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