{"id":47332,"date":"2023-10-01T22:02:39","date_gmt":"2023-10-01T20:02:39","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/warum-sich-russland-nicht-an-der-kolonialisierung-afrikas-beteiligte\/"},"modified":"2023-10-01T22:02:39","modified_gmt":"2023-10-01T20:02:39","slug":"warum-sich-russland-nicht-an-der-kolonialisierung-afrikas-beteiligte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/warum-sich-russland-nicht-an-der-kolonialisierung-afrikas-beteiligte\/","title":{"rendered":"Warum sich Russland nicht an der Kolonialisierung Afrikas beteiligte"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Russland war nicht erst seit der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts in die Angelegenheiten Afrikas und in Befreiungsk\u00e4mpfe afrikanischer V\u00f6lker involviert. Die Geschichte der russisch-afrikanischen Beziehungen reicht mehrere Jahrhunderte zur\u00fcck und basierte stets auf Gleichberechtigung und gegenseitigem Respekt.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Maxim Semjonow<\/em><\/p>\n<p>In der Regel wird vermutet, dass sich Russland erst in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts aktiv in die Angelegenheiten des afrikanischen Kontinents einbrachte. Nat\u00fcrlich stimmt es auch, dass die Sowjetunion aus ideologischen Gr\u00fcnden die Entkolonialisierung unterst\u00fctzte, erhebliche Mittel in die sozio\u00f6konomische Entwicklung des Kontinents investierte und Milit\u00e4rberater und Freiwillige zur Verteidigung der Unabh\u00e4ngigkeit der jungen afrikanischen Nationen entsandte. Im 20. Jahrhundert wurde die UdSSR zu einem der wichtigsten Partner der afrikanischen L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Die wahre Geschichte der russisch-afrikanischen Beziehungen reicht jedoch viel weiter zur\u00fcck als nur in die letzten 50 Jahre. Bereits im 18. und 19. Jahrhundert mischte sich das Russische Reich aktiv in die Angelegenheiten des afrikanischen Kontinents ein \u2013 allerdings nicht auf die gleiche Weise wie andere europ\u00e4ische M\u00e4chte, die sich aktiv am &#8220;Kampf um Afrika&#8221; beteiligten und den Kontinent brutal unter sich als &#8220;ihre&#8221; Kolonialreiche aufteilten.<\/p>\n<p>Findige Diplomaten und Reisende setzten sich f\u00fcr russische Interessen in Afrika ein, k\u00e4mpften gegen den Sklavenhandel und prangerten lange vor der Befreiungsbewegung des 20. Jahrhunderts den Rassismus an. K\u00fchne Abenteurer nahmen an waghalsigen Kolonialexpeditionen teil, mutige Milit\u00e4rberater halfen den Afrikanern, sich gegen die vorr\u00fcckenden europ\u00e4ischen Armeen zu wehren, und tapfere Freiwillige k\u00e4mpften an der Seite der einheimischen Bev\u00f6lkerung etwa gegen das riesige britische Empire.<\/p>\n<p>Jetzt, da Russland ein politisches Comeback in Afrika feiert und sein Einfluss auf dem Kontinent w\u00e4chst, ist es besonders wichtig zu wissen, wie diese Beziehungen begannen und sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelten. Im Folgenden gibt <em>RT <\/em>einen historischen \u00dcberblick \u00fcber die Beziehungen zwischen dem Russischen Reich und dem Kontinent Afrika.<\/p>\n<p><strong>Aus den Tiefen der Vergangenheit<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Kontakt zwischen Russland und Afrika wurde vor fast tausend Jahren hergestellt. Der Chronist Nestor \u2013 ein M\u00f6nch, der Ende des 11. Jahrhunderts lebte und der erste russische Historiker war \u2013 beschrieb Siedlungen in \u00c4gypten, \u00c4thiopien, Libyen und anderen afrikanischen L\u00e4ndern. Diese Informationen st\u00fctzten sich nicht nur auf \u00e4ltere r\u00f6mische und byzantinische Texte, sondern basierten auf den damals aktuell bekannt gewordenen Fakten. In jenen fernen Zeiten <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.vostlit.info\/Texts\/rus2\/Hozenija\/XV\/Varsonofij\/frametext.htm\">besuchten<\/a> russische Pilger regelm\u00e4\u00dfig den Nahen Osten und Nordafrika, und russische und afrikanische Christen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.orientalstudies.ru\/rus\/images\/pdf\/journals\/PPS_31_94_1992_13_kobishchanov.pdf\">kn\u00fcpften<\/a> religi\u00f6se Beziehungen.<\/p>\n<p>Russlands Macht und Einfluss wuchsen im 16. und 17. Jahrhundert, und es begann, die christlichen Kl\u00f6ster in Afrika materiell zu unterst\u00fctzen und Schirmherrschaften zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Die russisch-afrikanischen Kontakte beschr\u00e4nkten sich jedoch nicht auf die Religion, sondern wurden bald auf die geopolitische Ebene ausgeweitet. Der erste russische Kaiser, Peter der Gro\u00dfe, wollte den russischen Einfluss weltweit st\u00e4rken. Nachdem er den Gro\u00dfen Nordischen Krieg gegen Schweden gewonnen hatte, richtete er seine Aufmerksamkeit auf neue Unternehmungen.<\/p>\n<p>Zu Beginn des 18. Jahrhunderts richteten sich die Augen aller europ\u00e4ischen L\u00e4nder auf Indien \u2013 ein Land mit unglaublichen Reicht\u00fcmern und Ressourcen, das f\u00fcr Europa im Hinblick auf den Handel \u00e4u\u00dferst vielversprechend war. Einige etablierte Handelsrouten mit Indien verliefen auf dem Landweg, aber sie f\u00fchrten durch das Osmanische Reich, das Russland gegen\u00fcber feindlich eingestellt war. F\u00fcr die Europ\u00e4er war die Haupthandelsroute mit Indien der Seeweg unter Umgehung Afrikas \u00fcber das Kap der Guten Hoffnung. Diese Route war jedoch nicht nur langwierig und voller Risiken, sondern f\u00fchrte auch vorbei an Madagaskar, das von Piraten als St\u00fctzpunkt genutzt wurde.<\/p>\n<p>Ende 1723 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/nvo.ng.ru\/history\/2005-07-01\/5_petr.html\">schickte<\/a> Peter der Gro\u00dfe zwei Fregatten nach Madagaskar, um die Kontrolle \u00fcber die Insel zu erlangen. H\u00e4tte dies geklappt, h\u00e4tte Russland einen g\u00fcnstigen Umschlagplatz auf dem Weg nach Indien gehabt und die M\u00f6glichkeit, den indischen Handel mit Europa zu kontrollieren. Doch pl\u00f6tzlich brach ein Sturm los, der die Schiffe schwer besch\u00e4digte. Der Monarch begann mit den Vorbereitungen f\u00fcr eine zweite Expedition, starb jedoch Anfang 1725, bevor die Vorbereitungen daf\u00fcr abgeschlossen waren. Der nach seinem Tod einsetzende Machtkampf und die relativ lange Zeit der Palastumst\u00fcrze erlaubten es Russland f\u00fcr einige Zeit nicht, sich wieder in Afrika zu engagieren.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/6513091ab480cc584b594f88.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/6513091ab480cc584b594f88.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/6513091ab480cc584b594f88.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/6513091ab480cc584b594f88.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/6513091ab480cc584b594f88.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/6513091ab480cc584b594f88.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">&#8220;Der Mohr von Peter dem Gro\u00dfen&#8221; von L. E. Feinberg<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Dies geschah schlie\u00dflich erst 50 Jahre sp\u00e4ter. In der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts, w\u00e4hrend der Regierungszeit von Katharina der Gro\u00dfen, kn\u00fcpfte Russland Handelsbeziehungen zu den afrikanischen Gebieten des Osmanischen Reiches \u2013 Tunesien, Algerien und Libyen \u2013 und er\u00f6ffnete eine diplomatische Vertretung in \u00c4gypten.<\/p>\n<p>Vergleicht man die Aktivit\u00e4ten Russlands in Afrika mit denen anderer europ\u00e4ischer L\u00e4nder im 18. und 19. Jahrhundert, so scheint es, dass die Russen zu sp\u00e4t kamen, um an der kolonialen Aufteilung Afrikas teilzuhaben. Dies lag jedoch nicht nur an der geografischen Entfernung zwischen Russland und Afrika oder an dem feindlich gesinnten Osmanischen Reich, das zwischen beiden lag. Erstens entwickelte sich das russische Reich aus geografischen Gr\u00fcnden haupts\u00e4chlich in andere Richtungen \u2013 nach Fernost und nach S\u00fcden, nach Zentralasien. Zweitens \u2013 und weitaus wichtiger \u2013 behandelten die Russen schon damals afrikanische V\u00f6lker und L\u00e4nder ganz anders als andere Europ\u00e4er dies taten.<\/p>\n<p><strong>Beziehungen unter Gleichen<\/strong><\/p>\n<p>Es wird allgemein angenommen, dass ein multikulturelles Umfeld, in dem verschiedene V\u00f6lker und Kulturen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum zusammenleben k\u00f6nnen, ideal ist, um Stereotypen zu bek\u00e4mpfen und Vorurteile, Rassismus und andere schockierende Ideologien aus der Vergangenheit zu beseitigen. Die Russen, deren Imperium auf den Grunds\u00e4tzen der Gleichheit und des gegenseitigen Respekts mit den verschiedenen V\u00f6lkern, die ihr Land bewohnten, aufgebaut war, verf\u00fcgten von Natur aus \u00fcber diese Eigenschaften. Dies zeigt sich deutlich am Beispiel des russischen Offiziers und Ingenieurs Igor Kowalewski, der in der ersten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts lebte.<\/p>\n<p>Im Jahr 1847 wurde er von Muhammad Ali Pascha nach \u00c4gypten eingeladen, um nach Goldvorkommen zu suchen. Dies war jedoch nicht der einzige Teil von Kowalewskis Aufgabe. Der zweite, geheime Teil seiner Mission bestand darin, Informationen zu sammeln, die den russischen Interessen dienen konnten. Dazu geh\u00f6rten Informationen \u00fcber Projekte zum Bau eines Suezkanals und eines Nilstaudamms sowie die Untersuchung des Handels in \u00c4thiopien und Arabien. W\u00e4hrend seiner Arbeit in Afrika war Kowalewski einer der ersten europ\u00e4ischen Forscher, der eine detaillierte Karte vom sogenannten &#8220;Inneren Afrika&#8221; erstellte.<\/p>\n<p>Kowalewski und Mitglieder seiner Expedition reisten bis in den heutigen S\u00fcdsudan. Zusammen mit seinem Partner, dem Biologen Lew Zenkowski, sammelte er in Afrika auch wichtige geologische, biologische und zoologische Proben.<\/p>\n<p>In seinen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.prlib.ru\/item\/1544943\">Tageb\u00fcchern<\/a> emp\u00f6rte sich Kowalewski \u00fcber den in Afrika immer noch weit verbreiteten Sklavenhandel und den Rassismus der arabischen Sklavenh\u00e4ndler.<\/p>\n<p>Seine Wut wurde von Nikolai Gumiljow geteilt \u2013 einem ber\u00fchmten russischen Dichter, Reisenden und Helden des Ersten Weltkriegs. Gumiljow organisierte 1909 und 1913 zwei Expeditionen nach Afrika, wo er die Br\u00e4uche und die Lebensweise der afrikanischen V\u00f6lker studierte, die Einheimischen medizinisch versorgte und versklavte Menschen auf eigene Kosten freikaufte.<\/p>\n<p>Russische Reisende und Offiziere empfanden die abwertende Haltung gegen\u00fcber Afrikanern im Allgemeinen als unzivilisiert und emp\u00f6rend. Sie nahmen in dieser Frage einen festen Standpunkt ein, ohne sich in die inneren Angelegenheiten anderer Nationen einmischen zu wollen. F\u00fcr die Einheimischen hingegen stand das Verhalten von Gumiljow und Kowalewski in starkem Kontrast zu dem anderer Europ\u00e4er in Afrika.<\/p>\n<p><strong>Kosaken-Abenteuer<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten Menschen haben noch nie von dem Dorf Sagallo geh\u00f6rt, das am Golf von Tadjoura im heutigen Dschibuti liegt. Doch hier entstand 1889 die erste russische Siedlung in Afrika, gegr\u00fcndet von Nikolai Aschinow. Dieser Abenteurer hatte den afrikanischen Kontinent zuvor mehrmals besucht und sah dort enorme M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Nach seiner R\u00fcckkehr nach Russland gelang es Aschinow, die <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.kp.ru\/daily\/27251\/4382180\/\">Unterst\u00fctzung<\/a> einflussreicher Konservativer \u2013 des Verlegers Michail Katkow und des Ober-Prokurators der Heiligen Synode Russlands Konstantin Pobedonoszew \u2013 zu gewinnen, die seine Initiative zur Gr\u00fcndung einer orthodoxen christlichen Mission in Abessinien (ein Gebiet, dass die heutigen Staaten \u00c4thiopien und Eritrea umfasst) unterst\u00fctzten. Kaufleute aus Nischni Nowgorod, die an der F\u00f6rderung russischer Interessen in dieser Region interessiert waren, unterst\u00fctzten Aschinow ebenfalls finanziell.<\/p>\n<p>Mit 150 Personen, darunter M\u00f6nche und Terek-Kosaken, brach Aschinow Ende 1888 nach Afrika auf. Am 6. Januar 1889 kamen die russischen Siedler im heutigen Dschibuti an. Sie besetzten das leerstehende Sagallo-Fort und gr\u00fcndeten auf dessen Areal eine Siedlung namens Neu-Moskau. Die Siedler begannen sofort mit der Bewirtschaftung des Bodens, pflanzten Weintrauben, Kirschen, Zitronen und Orangen an, legten Gem\u00fcseg\u00e4rten an und entdeckten sogar Salz-, Eisen- und Kohlevorkommen.<\/p>\n<p>Interessanterweise fand das einheimische Volk der Afar Gefallen an den russischen Siedlern. Der Sultan von Tadjoura erteilte Aschinow die offizielle Erlaubnis zum Bau der Siedlung, und die Kosaken brachten den Afrikanern neue Anbautechniken bei. Doch die Idylle w\u00e4hrte nicht lange.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/65130972b480cc5b1c471a74.jpeg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/65130972b480cc5b1c471a74.jpeg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/65130972b480cc5b1c471a74.jpeg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/65130972b480cc5b1c471a74.jpeg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/65130972b480cc5b1c471a74.jpeg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/65130972b480cc5b1c471a74.jpeg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Kosaken in Afrika<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Gebiet, auf dem die russische Kolonie gegr\u00fcndet wurde, stand formell unter franz\u00f6sischem Protektorat. Die Franzosen sahen in der Ansiedlung von Aschinow einen Eingriff in ihre Rechte und schickten im Februar 1889 ein Geschwader, bestehend aus einem Kreuzer und drei Kanonenbooten, nach <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20120719043503\/http:\/www.1911encyclopedia.org\/Sagallo\">Sagallo<\/a>. Der Kommandant der franz\u00f6sischen Truppen stellte den Russen ein Ultimatum \u2013 allerdings sprach keiner von ihnen Franz\u00f6sisch, so dass sie kein Wort verstanden.<\/p>\n<p>Das franz\u00f6sische Geschwader er\u00f6ffnete das Feuer auf die Kolonie und t\u00f6tete sechs Siedler, von denen nur einer zu den &#8220;schrecklichen Kosaken&#8221; geh\u00f6rte, der Rest waren Frauen und Kinder. Die \u00fcberlebenden Russen, die nur Kanonen gegen die Kriegsschiffe besa\u00dfen, kapitulierten und wurden nach Russland zur\u00fcckgeschickt. In der Zwischenzeit zerst\u00f6rten die Franzosen alles, was die russischen Siedler aufgebaut hatten.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4er, darunter auch einige Russen, verurteilten damals Aschinows Expedition und bezeichneten den Kosakenf\u00fchrer als &#8220;Gauner&#8221; und &#8220;Betr\u00fcger&#8221;, allerdings wird diese Einsch\u00e4tzung der Realit\u00e4t nicht gerecht. Erstens ver\u00f6ffentlichte Aschinow das erste vergleichende Alphabet f\u00fcr Russisch und Amharisch (die Sprache in Abessinien), was kaum zum Bild eines &#8220;Schurken&#8221; und &#8220;Betr\u00fcgers&#8221; passt. Zweitens zielte die Mission von 1889 auf die Entwicklung von Handels-, Wirtschafts- und Kulturbeziehungen zwischen Russland und der lokalen Bev\u00f6lkerung ab.<\/p>\n<p>Die Einheimischen und der Sultan von Tadjoura empfingen die russischen Siedler sehr herzlich, die damit eindeutig mehr Rechte an diesem Land hatten als die franz\u00f6sischen Kolonisatoren. Dennoch war die erste russische Siedlung in Afrika nicht von Erfolg gekr\u00f6nt. Bald darauf kehrten die Russen erneut nach Ostafrika zur\u00fcck, diesmal jedoch definitiv, um die Einheimischen vor westeurop\u00e4ischen Eindringlingen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Wache halten \u00fcber \u00c4thiopien<\/strong><\/p>\n<p>Ende des 19. Jahrhunderts war der gr\u00f6\u00dfte Teil Afrikas bereits unter den europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chten aufgeteilt, aber \u00c4thiopien blieb eines der wenigen unabh\u00e4ngigen afrikanischen L\u00e4nder. Beg\u00fcnstigt wurde dies durch die geografische Abgelegenheit von der K\u00fcste, die Gr\u00f6\u00dfe \u00c4thiopiens und die \u00dcberreste fr\u00fcherer M\u00e4chte, die das Land zu einem gef\u00e4hrlichen Gegner f\u00fcr seine Feinde machten. Da die meisten \u00c4thiopier zudem Christen waren, hielten andere christliche Nationen es f\u00fcr falsch, auch dieses Land zu kolonisieren.<\/p>\n<p>Italien, das sich erst 1871 zu einem zentralen K\u00f6nigreich vereinigte und damit zu sp\u00e4t am &#8220;Kampf um Afrika&#8221; teilnahm, beschloss dennoch, \u00c4thiopien f\u00fcr sich zu erobern. Zun\u00e4chst eroberte es kleine K\u00fcstengebiete auf dem Gebiet des heutigen Eritrea, wo die Macht des \u00e4thiopischen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Negus\">Negus<\/a> (K\u00f6nig) schw\u00e4cher war. Da \u00c4thiopien nicht in der Lage war, einen Sieg \u00fcber die Italiener zu erringen, machte es den Kolonisatoren zun\u00e4chst einige Zugest\u00e4ndnisse. Als Rom jedoch direkt die Errichtung eines Protektorats forderte, brachen die \u00c4thiopier alle Beziehungen zu Italien ab. Ein Krieg lag in der Luft, aber \u00c4thiopien hatte einen gro\u00dfen Freund im Norden \u2013 Russland.<\/p>\n<p>Parallel zu Aschinows abenteuerlicher Expedition <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.dissercat.com\/content\/rossiisko-efiopskie-diplomaticheskie-i-kulturnye-svyazi-v-kontse-xix-nachale-xx-vekov\">operierte<\/a> das Russische Reich in \u00c4thiopien auch auf der Ebene des milit\u00e4rischen Geheimdienstes. 1887 legte der 20-j\u00e4hrige Oberleutnant Viktor Maschkow dem Kriegsminister Pjotr Wannowski eine Analyse der milit\u00e4rischen und politischen Lage \u00c4thiopiens vor und wies darauf hin, dass Russland Beziehungen zu diesem afrikanischen Land aufbauen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Im darauffolgenden Jahr trat der junge Offizier Maschkow mit der pers\u00f6nlichen Zustimmung vom russischen Kaiser Alexander III. in die Reserve ein und reiste als unabh\u00e4ngiger Korrespondent nach Afrika. Es gelang ihm, die Unterst\u00fctzung des damaligen Neguse Negest (deutsch: K\u00f6nig der K\u00f6nige), des Kaisers von \u00c4thiopien Menelik II. zu gewinnen und die ersten russisch-\u00e4thiopischen Kontakte herzustellen. Zwischen Menelik II. und Alexander III. entwickelte sich ein reger Briefwechsel, und die Arbeit auf diplomatischer Ebene konnte beginnen. Die beiden L\u00e4nder, die durch eine gemeinsame Religion verbunden waren und gemeinsame geopolitische Interessen hatten, bauten schnell konstruktive und freundschaftliche Beziehungen auf.<\/p>\n<p>Als 1895 der Erste Italo-\u00c4thiopische Krieg begann, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/viewer.rsl.ru\/ru\/rsl01003696844?page=11&amp;rotate=0&amp;theme=white\">wachte<\/a> Nikolai Leontjew mit seiner beeindruckenden Gestalt \u00fcber die Afrikaner. Im Alter von 33 Jahren war Leontjew nur ein <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jessaul\">Jessaul<\/a> (Hauptmann) der Kuban-Kosakenarmee. Dennoch war er faktisch der Befehlshaber einer Gruppe von Milit\u00e4rberatern und die rechte Hand von Kaiser Menelik II.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309b3b480cc5b1c471a77.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309b3b480cc5b1c471a77.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309b3b480cc5b1c471a77.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309b3b480cc5b1c471a77.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309b3b480cc5b1c471a77.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309b3b480cc5b1c471a77.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Russen in \u00c4thiopien<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">\u00a9  Twitter \/ @RusEmbEthiopia<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Leontjew lehrte die \u00c4thiopier nicht nur europ\u00e4ische Milit\u00e4rstrategie und -taktik, sondern brachte auch 30.000 Gewehre, 40 Gebirgsgesch\u00fctze und Millionen von Patronen und Munition aus Russland mit. Russische Milit\u00e4rberater sorgten f\u00fcr strenge Disziplin und brachten den \u00e4thiopischen K\u00e4mpfern moderne Methoden der Kriegsf\u00fchrung bei. Die Ergebnisse dieser Ausbildung zeigten sich schnell.<\/p>\n<p>Die Schlacht von Adua am 1. M\u00e4rz 1896 \u00fcberraschte nicht nur die Italiener, sondern auch die Russen und die \u00c4thiopier, die einen solchen Erfolg nicht erwartet hatten. Das italienische Expeditionskorps wurde fast vollst\u00e4ndig vernichtet \u2013 von 15.000 Mann wurden 11.000 get\u00f6tet oder verletzt, und 3.500 ergaben sich. Die \u00c4thiopier selbst verloren etwa 4.000 Mann.<\/p>\n<p>Italien, das gezwungen war, die Unabh\u00e4ngigkeit \u00c4thiopiens anzuerkennen, musste 1896 als erstes europ\u00e4isches Land seine Niederlage in einem Krieg mit einem afrikanischen Land eingestehen und stimmte Entsch\u00e4digungszahlungen zu. Russland unterst\u00fctzte \u00c4thiopien bei der Verteidigung seiner Unabh\u00e4ngigkeit und half sp\u00e4ter beim Aufbau seiner regul\u00e4ren Armee. Diese Zusammenarbeit beruhte auf den Grunds\u00e4tzen der Gleichheit und des gegenseitigen Respekts.<\/p>\n<p>Neben Maschkow und Leontjew nahmen auch andere herausragende russische Offiziere und Wissenschaftler an der \u00c4thiopienkampagne teil. So waren das etwa Alexander Bulatowitsch \u2013 der erste Europ\u00e4er, der das K\u00f6nigreich Kaffa erforschte \u2013 und Jewgeni Maximow \u2013 ein Held des Russisch-T\u00fcrkischen Krieges, der Zentralasien erkundete, als Journalist in \u00c4thiopien t\u00e4tig war und an einem weiteren Krieg teilnahm, in dem Russland Afrika im Kampf gegen die westlichen Kolonisatoren unterst\u00fctzte.<\/p>\n<p><strong>Russen und Buren: Br\u00fcder f\u00fcr die Ewigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahre 1652 kamen die ersten holl\u00e4ndischen Siedler am Kap der Guten Hoffnung an und begannen dort, den s\u00fcdlichen Teil Afrikas zu erkunden. Sie gr\u00fcndeten die Kapkolonie und deren Hauptstadt Kapstadt. Im Jahr 1795, w\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Revolutionskriege, nutzte Gro\u00dfbritannien die Tatsache, dass die Franzosen die Niederlande besetzten, und eroberte seinerseits die Kapkolonie. Die Nachfahren der niederl\u00e4ndischen Kolonisten \u2013 die Buren \u2013 wehrten sich vehement gegen die Massenumsiedlung der Kolonisten, die Einf\u00fchrung des Englischen als Amtssprache und die Erh\u00f6hung der Steuern.<\/p>\n<p>Die Buren zogen in die nord\u00f6stliche Region vom heutigen S\u00fcdafrika, wo sie zwei Republiken gr\u00fcndeten: Transvaal und den Oranje-Freistaat. Eine Zeit lang kehrte das Leben der Buren zur Normalit\u00e4t zur\u00fcck, doch das \u00e4nderte sich, als in ihrem Gebiet riesige Gold- und Diamantenvorkommen gefunden wurden. In den Jahren 1880\/1881 scheiterte der erste Versuch Gro\u00dfbritanniens, die Burenrepubliken zu erobern, aber die Briten gaben ihre Pl\u00e4ne nicht auf und bereiteten sich auf einen neuen Konflikt vor. Als die Buren erkannten, dass ein Krieg unvermeidlich war, starteten sie 1899 einen eigenen Angriff. Der Zweite Burenkrieg begann.<\/p>\n<p>Offiziell blieben alle anderen L\u00e4nder neutral, aber die \u00f6ffentliche Meinung und die Regierungen vieler europ\u00e4ischer L\u00e4nder stellten sich auf die Seite der Buren. Einige, wie die Niederl\u00e4nder, unterst\u00fctzten die Buren aufgrund ihrer ethnischen N\u00e4he. Die meisten L\u00e4nder wurden jedoch durch den Kampf der kleinen freien Burenrepubliken gegen das riesige britische Empire inspiriert. Die Franzosen, Deutschen, Iren und Russen unterst\u00fctzten die Buren in der Hoffnung, die britische Hegemonie in diesem entlegenen Winkel der Welt zu besiegen.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309f1b480cc59b20bacbc.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309f1b480cc59b20bacbc.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309f1b480cc59b20bacbc.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309f1b480cc59b20bacbc.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309f1b480cc59b20bacbc.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/10\/651309f1b480cc59b20bacbc.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Russische Freiwillige im Burenkrieg<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Buren erhielten Unterst\u00fctzung in Form von Freiwilligen, Geld und Ausr\u00fcstung aus der ganzen Welt. Es mag den Anschein haben, dass trotz der allgemeinen Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Buren in Europa die Zahl der Freiwilligen \u2013 weniger als 3.000 Personen \u2013 nicht sehr gro\u00df war. In diesem Zusammenhang gibt es jedoch einige wesentliche Dinge zu beachten. Erstens gab es zu Beginn des Konflikts nicht mehr als 28.000 britische Soldaten in S\u00fcdafrika, w\u00e4hrend die Buren etwa 45.000 K\u00e4mpfer auf ihrer Seite hatten. Die Freiwilligen machten also anfangs einen betr\u00e4chtlichen Prozentsatz derjenigen aus, die die Buren unterst\u00fctzten, und ihr Anteil war gr\u00f6\u00dfer als der derjenigen, die auf der Seite der Briten standen.<\/p>\n<p>Zweitens \u2013 und das war besonders wichtig \u2013 handelte es sich bei den Freiwilligen nicht um einfache Leute, sondern meist um Offiziere mit Kampferfahrung. In den drei Jahren des Krieges k\u00e4mpften nur etwa 200 russische Freiwillige an der Seite der Buren, aber es waren einige der besten M\u00e4nner Russlands. Der bereits erw\u00e4hnte Held des \u00c4thiopienfeldzugs, Jewgeni Maximow, wurde der zweite Kommandeur der ausl\u00e4ndischen Buren-Freiwilligen. Alexei Jedrichin (auch als &#8220;Alexei Vandam&#8221; bekannt), ebenfalls ein junger Offizier, erwies sich sp\u00e4ter nicht nur als Generalstabsoffizier und Held des Ersten Weltkriegs, sondern auch als herausragender russischer Geopolitiker und Geostratege. Der sp\u00e4tere Vorsitzende der Staatsduma Alexander Gutschkow, einer der ersten russischen Flieger Nikolai Popow und viele andere bekannte Pers\u00f6nlichkeiten ihrer Zeit k\u00e4mpften ebenfalls an der Seite der Buren.<\/p>\n<p>Das Leben der ausl\u00e4ndischen Freiwilligen in Afrika war <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/conjuncture.ru\/vandam_letters-of-the-transvaal\/\">alles andere als einfach<\/a>. Sie wurden nicht bezahlt, da die l\u00e4ndlichen Burenrepubliken nur wenig Geld zur Verf\u00fcgung hatten. Offiziersposten wurden selektiv verteilt, und ohne Kenntnisse des Niederl\u00e4ndischen und Autorit\u00e4t bei den Einheimischen konnte ein Ausl\u00e4nder \u2013 selbst ein Adliger mit Titel oder ein hervorragender Milit\u00e4r \u2013 nur mit einem niedrigen Rang rechnen. Hinzu <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/conjuncture.ru\/vandam_letters-of-the-transvaal\/\">kamen<\/a> der nat\u00fcrliche Stolz der Buren und ihre mangelnde Bereitschaft, Befehle zu befolgen, sowie die anspruchsvollen Bedingungen des Dienstes, das hei\u00dfe Klima und alle H\u00e4rten des Guerillakrieges.<\/p>\n<p>Anfangs behandelten die Buren alle Freiwilligen mit Vorsicht, aber die Russen gewannen in ihren Augen schnell an Autorit\u00e4t und Gunst. Zahlreiche Berichte belegen, dass alle Freiwilligen, die nach S\u00fcdafrika kamen, ideologisch motiviert waren, um den Buren in ihrem Kampf um Freiheit zu helfen. Die russischen Freiwilligen stahlen nicht und pl\u00fcnderten nicht; sie dienten aufrichtig und k\u00e4mpften tapfer auf Augenh\u00f6he mit den Buren. So kehrte beispielsweise Jewgeni Maximow, obwohl er durch einen Schuss am Kopf verletzt worden war, bald nach seiner Genesung in die Reihen der Freiwilligen zur\u00fcck, setzte seine Aufkl\u00e4rungsmissionen fort und f\u00fchrte die Truppen zum Angriff.<\/p>\n<p>Die russischen Freiwilligen nahmen nicht nur direkt an den K\u00e4mpfen teil, sondern leisteten den Buren auch medizinische Hilfe. Eine Abteilung des Russischen Roten Kreuzes, die zu Beginn des Krieges eintraf und nur 33 Personen umfasste, versorgte allein in den ersten sechs Monaten der K\u00e4mpfe fast 7.000 Kranke und Verwundete.<\/p>\n<p>Der Kampf zwischen David und Goliath endete schlie\u00dflich mit dem Sieg des Letzteren.<\/p>\n<p>Mit der erstmaligen Einrichtung von Konzentrationslagern und der Einf\u00fchrung eines brutalen Besatzungsregimes gelang es dem britischen Empire schlie\u00dflich, den Widerstand der Buren zu brechen. 1902 endete der Krieg, und Gro\u00dfbritannien annektierte die Burenrepubliken.<\/p>\n<p>Trotz des erfolglosen Ausgangs des Krieges taten russische Freiwillige alles in ihrer Macht Stehende, um den Buren zu helfen. Dar\u00fcber hinaus war die Unterst\u00fctzung Russlands entscheidend f\u00fcr die Erhaltung der Unabh\u00e4ngigkeit anderer afrikanischer L\u00e4nder, darunter auch \u00c4thiopiens. In jenen fernen Zeiten legte Russland das Fundament und die allgemeinen Grunds\u00e4tze, auf denen es seine Politik gegen\u00fcber den afrikanischen L\u00e4ndern im 20. und 21. Jahrhundert fortsetzte.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rt.com\/africa\/583519-history-russia-africa-relations\/\"><em>Englischen<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n<p><em>Maxim Semjonow ist ein russischer Journalist mit dem Schwerpunkt Postsowjetische Staaten.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freedert.online\/kurzclips\/video\/176996-praesident-burkina-fasos-heimat-oder\/\">Pr\u00e4sident Burkina Fasos: &#8220;Russland ist f\u00fcr Afrika Familie&#8221; <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-vk\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/vk.com\/video_ext.php?oid=-134310637&amp;id=456268899&amp;hash=c1f7cb0a281af853\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/afrika\/181915-warum-sich-russland-nicht-an\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russland war nicht erst seit der zweiten H\u00e4lfte des 20. 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