{"id":40704,"date":"2023-07-23T17:52:30","date_gmt":"2023-07-23T15:52:30","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/gelebt-gekaempft-und-bereit-fuer-russland-zu-sterben-wie-ein-junger-autor-zum-soldaten-wurde\/"},"modified":"2023-07-23T17:52:30","modified_gmt":"2023-07-23T15:52:30","slug":"gelebt-gekaempft-und-bereit-fuer-russland-zu-sterben-wie-ein-junger-autor-zum-soldaten-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/gelebt-gekaempft-und-bereit-fuer-russland-zu-sterben-wie-ein-junger-autor-zum-soldaten-wurde\/","title":{"rendered":"Gelebt, gek\u00e4mpft und bereit, f\u00fcr Russland zu sterben: Wie ein junger Autor zum Soldaten wurde"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Ein junger Schriftsteller und Autor, der zum Soldaten wurde und gegen die Ukraine zu den Waffen griff, erz\u00e4hlt RT seine Geschichte. Nun plant er, ein Buch \u00fcber diesen Krieg zu schreiben.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Dmitri Plotnikow<\/em><\/p>\n<p>Der Krieg in der Ukraine lockt alle m\u00f6glichen Menschen an die Front, auch kreative Menschen. Wladislaw Jefremow war einer von ihnen. Vor Ausbruch der Feindseligkeiten lebte er in Sankt Petersburg und arbeitete im Journalismus. Im M\u00e4rz 2022 &#8220;tauschte er die Schreibfeder gegen das Schwert&#8221; und ging als Freiwilliger an die Front, wo er bis April 2023 im Einsatz war und am Ende im Kampf ein Bein verlor. Nun plant er, ein Buch \u00fcber seine Erfahrungen zu schreiben.<\/p>\n<p>Wladislaw teilte mit <em>RT<\/em> seine Gedanken dar\u00fcber, was junge Menschen dazu inspiriert, freiwillig in die Sch\u00fctzengr\u00e4ben zu ziehen, \u00fcber den Alltag der Soldaten auf den Schlachtfeldern im Donbass und \u00fcber die neue Generation von Kriegsautoren.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Ich f\u00fchlte mich immer schon zum Krieg hingezogen&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>RT:<\/strong><\/em>\u00a0<em>Warum hast <\/em><em>du<\/em><em><\/em><em>dich<\/em><em> entschieden, als Freiwilliger an die Front zu gehen?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Wladislaw Jefremow:<\/strong><\/em> Ich war schon immer ein eigenartiger junger Mann. Zur Zeit der russischen Milit\u00e4rintervention in Syrien hatte ich als Kriegsberichterstatter dorthin gewollt. Sp\u00e4ter hatte ich gelegentlich daran gedacht, in den Donbass zu gehen. Aber im Jahr 2014 war ich erst 19 Jahre alt gewesen, und man hatte 21 sein m\u00fcssen, um als Freiwilliger dort zu k\u00e4mpfen. Schlie\u00dflich, nach 2015, hatten im Donbass die regelm\u00e4\u00dfigen aktiven Feindseligkeiten zusehends nachgelassen, weshalb es dort nicht viel zu tun gegeben hatte. Solange die Minsker Vereinbarungen in Kraft gewesen waren, war es den Volksmilizen nicht gestattet gewesen, den ukrainischen Gegner anzugreifen. Die M\u00e4nner, die in dieser Zeit dort gedient hatten, erz\u00e4hlten mir, dass ihre schweren Waffen versiegelt waren, damit niemand damit schie\u00dfen konnte. Jedenfalls nagte seither ein &#8220;ungel\u00f6ster Zwiespalt&#8221; an mir.<\/p>\n<p>Als der derzeitige Krieg im Februar 2022 begann, war ich zu Hause in St. Petersburg und qu\u00e4lte mich mit dem Gedanken, dass ich dort rumsa\u00df und selbst nichts beitragen konnte. Alles, was ich tat, f\u00fchlte sich sinnlos an \u2013 Artikel schreiben, an der Wohnung handwerkeln, zu Hause rumsitzen. Mein gew\u00f6hnliches Leben schien im Vergleich zu dem, was in der Ukraine geschah, bedeutungslos. Ich war bereit, jede Rolle dort anzunehmen und Kriegsjournalist, humanit\u00e4rer Freiwilliger oder Soldat zu werden. Am Anfang hatte ich Lust, dort Journalismus zu betreiben, da mir dies Spa\u00df machte und ich Erfahrung in diesem Bereich hatte. Ich wollte f\u00fcr die Medien arbeiten, jedoch in einem milit\u00e4rischen Kontext. Aber eigentlich bin ich dann Soldat geworden.<\/p>\n<p><em><strong>RT:<\/strong> Wie kamst <\/em><em>du<\/em><em> zur Armee?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>WJ:<\/strong><\/em> Das ist eine unglaubliche Geschichte. Es war in den fr\u00fchen Tagen des Konflikts, als man aufgrund von Beschr\u00e4nkungen durch das Coronavirus die Grenze zur Volksrepublik Donezk (DVR) noch nicht passieren konnte. Die einzige M\u00f6glichkeit, da r\u00fcberzumachen, bestand darin, entweder dort Verwandte zu haben oder in der DVR einer Arbeit nachzugehen. Die Leute von der Partei &#8220;Das andere Russland&#8221; halfen mir schlie\u00dflich, \u00fcber die Grenze zu gelangen und der Volksmilizen der DVR beizutreten. Sie sagten mir, ich solle nach Rostow am Don fahren und dort auf weitere Anweisungen warten.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94caf48fbef3d59631b2a.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94caf48fbef3d59631b2a.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94caf48fbef3d59631b2a.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94caf48fbef3d59631b2a.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94caf48fbef3d59631b2a.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94caf48fbef3d59631b2a.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Freunde begleiten Wladislaw bei seiner Abreise zu seinem ersten Kampfeinsatz.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Telegram\/Imperial Stout<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ RT<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><\/strong>Ich packte also meine Sachen, wusste aber nicht einmal, was ich im Krieg brauchen w\u00fcrde. Also packte ich eine taktische Weste, Thermounterw\u00e4sche und ein paar Klamotten ein. Sp\u00e4ter, f\u00fcr meine dritte Kampftour in den Donbass, kaufte ich Ausr\u00fcstung im Wert von einer halben Million Rubel ein \u2013 zum aktuellen Wechselkurs etwa 5.000 Euro \u2013, aber w\u00e4hrend dieser ersten Tour gab ich h\u00f6chstens 20.000 Rubel aus \u2013 knapp 200 Euro.<\/p>\n<p>Unterwegs traf ich einen 18-J\u00e4hrigen, der sich ebenfalls ehrenamtlich engagieren wollte, aber nicht wusste, was er tun sollte. Er wollte eigentlich nur erst mal nach Rostow fahren, um zu sehen, wie es von dort aus weitergehen k\u00f6nnte. Ich fand den Kerl wirklich aufgeweckt und beschloss, ihn mitzunehmen. Sp\u00e4ter sollte ich erleben, dass mein Bauchgef\u00fchl mir Recht gegeben hatte \u2013 er entpuppte sich als gro\u00dfartiger K\u00e4mpfer.<\/p>\n<p>Um die Grenze \u00fcberqueren zu k\u00f6nnen, erhielten wir Arbeitsvertr\u00e4ge, in denen stand, dass wir als Rechtsassistenten in Makejewka arbeiten w\u00fcrden, das ist eine Satellitenstadt von Donezk. Wir schlossen uns der Internationalen Brigade Pjatnaschka an und waren die ersten Freiwilligen, die mithilfe der Partei &#8220;Das andere Russland&#8221; an die Front kamen. Wir \u00f6ffneten sozusagen die B\u00fcchse der Pandora, denn sp\u00e4ter schlossen sich auch die meisten Mitglieder dieser Partei als Freiwillige unserer Einheit an.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Man muss ganz anders k\u00e4mpfen&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>RT:<\/strong> Wie verlief dein Dienst in der Brigade Pjatnaschka? Was f\u00fcr Kampfeins\u00e4tze hattest du?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>WJ:<\/strong><\/em> Nun, welche Art von Missionen k\u00f6nnen Penner haben? (lacht). Wir waren in der N\u00e4he von Awdejewka stationiert. Ich erinnere mich noch an meinen ersten Kampfeinsatz. Wir kamen auf einem Feld an, und da war ein Unterstand, wo wir unsere Sachen reinschleppten; es war Nacht, und man konnte nichts sehen. Unsere Aufgabe war es, diese Position zu halten. Wenn der Feind angreifen sollte, so drohte uns der sichere Tod, aber wenn m\u00f6glich, sollten wir das Hauptquartier \u00fcber das Geschehen informieren. Unsere Verteidigungsbem\u00fchungen h\u00e4tten einen ukrainischen Angriff h\u00f6chstens um zehn Minuten verz\u00f6gert.<\/p>\n<p>Bei unseren Kampfeins\u00e4tzen ging es meistens darum, an einem bestimmten Ort anzukommen und einfach dort zu sein oder Wachdienst zu leisten. Es war weder wirklich lustig noch interessant. Au\u00dfer, dass ich mich daran erinnere, wie wir einmal einem gezielten Angriff durch M\u00f6rser ausgesetzt waren. Oder dann war da die Zeit, in der ich haupts\u00e4chlich kaputte Kabel reparierte \u2013 wir wurden ja st\u00e4ndig von Artillerie angegriffen, und die Kabel wurden von den Granatsplittern zerfetzt. Aber haupts\u00e4chlich bestand unsere Aufgabe darin, unter st\u00e4ndigem Beschuss im Schlamm rumzusitzen.<\/p>\n<p>Das Einzige, was w\u00e4hrend diesen ersten Kampferfahrungen hervorstach, waren die Ereignisse im Industriegebiet von Awdejewka, wo die K\u00e4mpfe auch w\u00e4hrend der Minsker Vereinbarungen nie aufgeh\u00f6rt hatten. Dort war eine Gruppe Freiwilliger aus Abchasien, und nach dem ersten Gefecht wurde zwei jungen M\u00e4nnern aus der Gruppe klar, dass Krieg nicht wirklich ihr Ding ist. Also befahl das Kommando, deren Positionen mit anderen K\u00e4mpfern zu besetzen. Aus irgendeinem Grund schickten sie mich und meinen \u2013 inzwischen gefallenen \u2013 Kameraden, der das milit\u00e4rische Rufzeichen &#8220;Lette&#8221; verwendete und noch nie zuvor an einem Feuergefecht teilgenommen hatte. Unsere einzige Kampferfahrung beschr\u00e4nkte sich bisher darauf, unter Beschuss dazusitzen.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d2148fbef3d59631b2d.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d2148fbef3d59631b2d.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d2148fbef3d59631b2d.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d2148fbef3d59631b2d.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d2148fbef3d59631b2d.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d2148fbef3d59631b2d.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Wladislaw im Kampfgebiet<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Telegram\/Imperial Stout<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ RT<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Industriegebiet von Awdejewka wurde st\u00e4ndig geschossen. Wir befanden in einem kleinen befestigten Sch\u00fctzengraben, Granaten flogen \u00fcber uns hinweg, es war dunkel, wir konnten nichts sehen und lediglich die Sch\u00fcsse h\u00f6ren und die Lichtblitze der Explosionen sehen. Damals fragte ich mich oft, wie es sein kann, dass ich noch nicht get\u00f6tet worden war. Das war eine harte Mission.<\/p>\n<p>Einmal haben wir sogar an einem echten Angriffseinsatz teilgenommen. Am Abend zuvor wurde unsere Einheit zusammengestellt und uns wurde nur gesagt, dass wir am n\u00e4chsten Morgen um vier Uhr morgens aufstehen und Waffen entgegennehmen sollen. Aber dieser Angriff war ein v\u00f6lliger Fehlschlag. Niemand wusste, was geplant war, wir sprangen einfach in die Lastwagen und wurden in der N\u00e4he von Awdejewka abgesetzt. Erst sp\u00e4ter wurde mir klar, dass man ganz anders k\u00e4mpfen muss. Aber so funktionierten die Einheiten der Freiwilligen damals. Im Allgemeinen hatten beide Seiten wenig Erfahrung, und man konnte Fehler machen, die der Krieg, wie er heute gef\u00fchrt wird, nicht verzeihen w\u00fcrde. Damals konnte man als unprofessioneller Soldat noch schlecht k\u00e4mpfen und trotzdem \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Ungef\u00e4hr zehn Stunden lang lagen wir unter wiederholtem Beschuss. Dann kam der Lastwagen zur\u00fcck, holte uns ab, und uns wurde gesagt, dass wir zum St\u00fctzpunkt zur\u00fcckkehren w\u00fcrden, weil die Artillerie schlechte Arbeit leistete, die gepanzerten Fahrzeuge besch\u00e4digt waren und der Angriff nicht durchgef\u00fchrt werden konnte. Ich bin dem Kommando f\u00fcr diese Entscheidung sehr dankbar. Allerdings war unser Vorgehen im Gro\u00dfen und Ganzen nicht wirklich professionell. Nachdem ich verwundet worden war, beschloss ich, die Einheit zu verlassen.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Ich war st\u00e4ndig in einem Adrenalinrausch&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>RT:<\/strong> Aber du hast dich entschieden, in der Armee zu bleiben?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>WJ:<\/strong><\/em> Ja, aber mir wurde klar, dass ich einer professionelleren Einheit beitreten muss. Bei Pjatnaschka begann ich, den Umgang mit Drohnen zu \u00fcben, kaufte mir dann eine und verfeinerte meine F\u00e4higkeiten zunehmend. Das n\u00e4chste Mal, als ich an die Front ging, ging ich als Drohnenpilot im Rahmen der Eins\u00e4tze der Spezialeinheit Troy. Das war eine wirklich coole Erfahrung.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d7948fbef02ff26d491.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d7948fbef02ff26d491.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d7948fbef02ff26d491.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d7948fbef02ff26d491.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d7948fbef02ff26d491.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94d7948fbef02ff26d491.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">K\u00e4mpfer der &#8220;Imperialen Legion&#8221;, jener Einheit, in der Wladislaw k\u00e4mpfte<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Telegram\/Imperial Stout<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ RT<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Vor Ort wurden wir von der Hauptdirektion des Nachrichtendienstes empfangen. Sie sagten uns, sie ben\u00f6tigen einen Drohnenpiloten \u2013\u00a0und so ging ich mit ihnen. Infolgedessen lebte ich mit den Jungs von der Feindaufkl\u00e4rung zusammen, die hatten ihr eigenes Lager. Ich verwendete die Drohne, um feindliche Kr\u00e4fte aufzusp\u00fcren, die Artillerie zu korrigieren und Granaten \u00fcber feindliche Stellungen abzuwerfen. In dieser Einheit hatte ich das Gef\u00fchl, wirklich gebraucht zu werden. Was hatte ich hingegen in der vorherigen Einheit gemacht? Ich hatte unter Beschuss in einem Unterstand gesessen und nicht mal den Feind zu Gesicht bekommen. Aber hier sah ich, dass ich n\u00fctzlich war, und wollte nicht einmal mehr in die Rotation gehen. Doch leider wurde diese Einheit aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p><em><strong>RT:<\/strong> Was hast du dann als N\u00e4chstes getan?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>WJ:<\/strong><\/em> Mir wurde klar, dass ich weiterk\u00e4mpfen wollte. Meine zweite Fronttour in den Donbass hat gezeigt, dass mir der Kampf im Allgemeinen gef\u00e4llt. W\u00e4hrend meines dritten Kampfeinsatzes schloss ich mich der freiwilligen Einheit der &#8220;Imperialen Legion&#8221; an. Was das Training anging, lief alles bestens \u2013 wir haben sowohl vor dem Aufbruch an die Front als auch sp\u00e4ter regelm\u00e4\u00dfig ge\u00fcbt.<\/p>\n<p>Ich lernte st\u00e4ndig etwas Neues, arbeitete mit neuer Ausr\u00fcstung, verschiedenen Waffentypen und bewegte mich in verschiedenen Arten von Befestigungen. Wir haben st\u00e4ndig das Schie\u00dfen trainiert, wodurch ich allein durch diese Trainings mehr Schie\u00dfpraxis erwerben konnte als bei den bisherigen Kampfeins\u00e4tzen zusammengenommen.<\/p>\n<p>Irgendwann fanden wir uns in der N\u00e4he von Ugledar wieder. Ich war dort Drohnenpilot, und es hat mir in Ugledar auch sehr gut gefallen. Ich war st\u00e4ndig in einem Adrenalinrausch, immer mit etwas besch\u00e4ftigt, drehte mich wie ein Hamster im Rad und sa\u00df nie still. Zu diesem Zeitpunkt versuchten russische Truppen in der Gegend, Ugledar zu st\u00fcrmen. Wir beteiligten uns auch an der Angriffsaktion. Wir waren rund um die Stadt in Feldern und W\u00e4ldern positioniert. Ohne den Schutz durch Nebelw\u00e4nde konnten wir uns nicht bewegen, da Ugledar auf einem H\u00fcgel liegt und von unserer Position aus einer Festung \u00e4hnelte. Von dort flogen st\u00e4ndig Drohnen ein \u2013 die Ukrainer hatten viele davon \u2013, und wir gerieten st\u00e4ndig unter Artilleriefeuer.<\/p>\n<p>\u00dcberall waren Drohnen. Beide Seiten nutzten sie zum Abwerfen von Granaten und zur Korrektur und Lenkung von Artillerie, Panzern und M\u00f6rsern. Wir haben die Drohnen im Grunde dazu benutzt, einander zu zerm\u00fcrben. Dieser Kampfeinsatz war sehr interessant, aber er war kurz, weil ich auf eine Mine trat und ein Bein verlor.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94dcfb480cc37e671d702.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94dcfb480cc37e671d702.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94dcfb480cc37e671d702.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94dcfb480cc37e671d702.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94dcfb480cc37e671d702.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94dcfb480cc37e671d702.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Wladislaw nach seiner Verwundung im Krankenhaus<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">\u00a9 Telegram\/Imperial Stout<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ RT<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich bereue nichts. Ich muss f\u00fcr den Rest meines Lebens eine Prothese tragen. Aber ich habe getan, was ich tun musste, und ich habe es gut gemacht. Ich bin ein gl\u00fccklicher Mensch, einfach weil die meisten Menschen ein bedeutungsloses Leben f\u00fchren, w\u00e4hrend ich einen Sinn im Leben hatte und immer noch habe. Ich habe gelebt, gek\u00e4mpft und war bereit, f\u00fcr Russland zu sterben. Aber ich lebe weiter.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Niemand m\u00f6chte mehr im wirklichen Leben &#8216;Call of <\/strong><strong>D<\/strong><strong>uty&#8217; spielen&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>RT: <\/em><\/strong><em>D<\/em><em>u hast den Konflikt in seinen Anf\u00e4ngen erlebt und bist dann fast ein Jahr sp\u00e4ter an die Front zur\u00fcckgekehrt. Wie hat sich die Situation an der Front <\/em><em>in<\/em><em> diesem Jahr ver\u00e4ndert?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>WJ:<\/strong><\/em> Erstens hat der Einsatz von Drohnen dramatisch zugenommen. St\u00e4ndig brummt etwas \u00fcber deinem Kopf, st\u00e4ndig beobachtet dich jemand. Diese Drohnen werden immer h\u00e4ufiger eingesetzt, und ich denke, dass dies einen gro\u00dfen Einfluss darauf haben wird, wie wir in Zukunft k\u00e4mpfen werden. Man muss beispielsweise besser darin werden, sich zu verstecken. Aber selbst das hindert eine Drohne nicht daran, direkt in den Unterstand zu fliegen und ihn in die Luft zu jagen. Man kann sich nirgendwo mehr wirklich verstecken, die Drohnen sind klein und schnell. Selbst kann man halt nur nur so schnell rennen, wie man eben kann, und hoffen, dass die Drohnen einem nicht auf den Fersen ist.<\/p>\n<p>Einer meiner Kameraden war bei der Gruppe Wagner und k\u00e4mpfte in der N\u00e4he von Artjomowsk (Bachmut). Zweimal sah er pers\u00f6nlich, wie Drohnen Fahrzeuge mit verwundeten K\u00e4mpfern trafen, die h\u00e4tten evakuiert werden sollen und die der Feind gezielt ins Visier genommen hatte. Drohnen werden in Massenproduktion hergestellt, sie sind billige Trommelmunition geworden. Dies bedeutet, dass die Feldbefestigung an Bedeutung verliert und milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung noch leichter zerst\u00f6rt werden kann.<\/p>\n<p>Nach meiner zweiten Fronttour wurde mir klar, dass es in diesem Krieg zwei Arten von Menschen gibt \u2013 diejenigen, die die Drohnen steuern, und diejenigen, die sich vor ihnen verstecken. Dieser Trend verst\u00e4rkt sich von Monat zu Monat, und bald werden wir an einem Punkt angelangt sein, an dem Drohnenpiloten gegen andere Drohnenpiloten k\u00e4mpfen. Wer wird unter solchen Umst\u00e4nden den Rest der Armee brauchen? Warum viel Geld in die Wartung und den Betrieb eines Panzers investieren, wenn er von einer billigen Drohne in die Luft gesprengt werden kann, die jederzeit startbereit ist?<\/p>\n<p>Dahin entwickelt sich der Kampf. Wir sind st\u00e4ndig auf der Suche nach neuen Waffen, und wenn sie sich als effektiv erweisen, werden sie auf dem Schlachtfeld eingesetzt, w\u00e4hrend die alten Waffen der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Beispielsweise ist der Einsatz von Sch\u00fctzenpanzern, die den Vormarsch der Infanterie abdecken sollen, heutzutage kaum noch m\u00f6glich. Jetzt sind es nur noch Maschinengewehre, die in Bewegung sind, und Fahrzeuge zur Evakuierung von Verwundeten. Dasselbe gilt f\u00fcr Panzer. Wenn sie mit gen\u00fcgend Sprengstoff beladen sind, zerst\u00f6ren Drohnen ohne Weiteres schweres Ger\u00e4t \u2013\u00a0und nichts kann sie aufhalten.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich werden f\u00fcr jeden neuen Angriffsmechanismus auch neue Schutzmechanismen entwickelt. Dies wird zu einem technischen Krieg zwischen Entwicklern von Drohnen und den Entwicklern von Drohnenabwehr\u00a0und Anti-Drohnen-Gesch\u00fctzen f\u00fchren. Der Krieg wird immer technischer und professioneller. Es braucht keine Laienk\u00e4mpfer mehr \u2013 so, wie es auch keinen wirklichen Bedarf an gew\u00f6hnlichen Soldaten mit Maschinengewehren gibt. W\u00e4hrend meiner drei Kampfeins\u00e4tze habe ich zum Beispiel nie ein Maschinengewehr so benutzt, wie es verwendet werden sollte, und ich habe selten geh\u00f6rt, dass jemand damit einen Feind erschossen hat.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94e4348fbef02d44e6ed2.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94e4348fbef02d44e6ed2.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94e4348fbef02d44e6ed2.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94e4348fbef02d44e6ed2.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94e4348fbef02d44e6ed2.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/64b94e4348fbef02d44e6ed2.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Wladislaw und seine Frau Alina<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Telegram\/Imperial Stout<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ RT<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Sogar Sturmtruppen versuchen, so wenig wie m\u00f6glich direkt das Feuer zu er\u00f6ffnen. Heutzutage wei\u00df fast jeder, dass, wenn der Feind sich in einem Geb\u00e4ude befindet, dieses mit Artilleriefeuer zusammengeschossen werden muss und man nicht hineingehen und versuchen darf, das Geb\u00e4ude st\u00fcrmen. Man betritt ein Geb\u00e4ude nur, um zu best\u00e4tigen, dass es leer oder ges\u00e4ubert ist. Aber auch dann werden Granaten eingesetzt.<\/p>\n<p>Niemand m\u00f6chte mehr im wirklichen Leben &#8220;Call of Duty&#8221; spielen, es ist sinnlos geworden. Es ist einfacher, den Feind solange mit Granatwerfern niederzuringen, bis er kein Lebenszeichen mehr von sich gibt \u2013 und erst dann eine Aktion zur Sicherung und S\u00e4uberung des Geb\u00e4udes zu lancieren. In dieser Hinsicht funktionieren gewisse Waffentypen viel besser als individuelle Waffen. Die beste Angriffsoperation ist jedoch immer jene, die nicht stattgefunden hat.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Ich hoffe, dieser Krieg f\u00fchrt nicht zu einem weiteren Erich Maria Remarque&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>RT:<\/strong> Zur\u00fcck an der Front hast du angefangen, Geschichten zu schreiben, und viele andere K\u00e4mpfer betreiben auch Telegram-Kan\u00e4le. Handelt es sich hierbei nur um reine Selbstreflexion der Soldaten, oder ist Prosa an vorderster Front von gesellschaftlicher Bedeutung?<\/em><\/p>\n<p><em><strong>WJ:<\/strong><\/em> Sie ist sicherlich von gesellschaftlicher Bedeutung. Der Krieg ist eine Welt f\u00fcr sich, und nur wenige Menschen kommen damit in Ber\u00fchrung. Gleichzeitig hat er eine eigene Ausstrahlung und erregt Aufmerksamkeit. Die meisten Menschen m\u00f6chten verstehen, was Krieg ist, was dort vor sich geht und wie er sich tats\u00e4chlich abspielt.<\/p>\n<p>Ich glaube nicht, dass Kriegsprosa zum Moralisieren genutzt werden sollte. Vielmehr gibt es den Menschen einen Einblick in eine Welt, die sie nie erleben werden, die sie aber verstehen wollen. Die Nachfrage schafft ihr eigenes Angebot, und ich gehe davon aus, dass in Zukunft viel Material erscheinen wird. Aber es wird nicht immer hochwertige Literatur sein. F\u00fcr den Autor ist es nicht wirklich Selbstreflexion, sondern eine M\u00f6glichkeit, sich auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Ich habe schon erlebt, wie der Durchschnittsmensch, der noch nichts in einem Krieg erlebt oder gesehen hat, ank\u00fcndigt, er wolle ein Buch \u00fcber den Krieg schreiben. Grunds\u00e4tzlich ist er der Meinung, dass das Schreiben von B\u00fcchern Spa\u00df macht, man dadurch an Geld und Frauen kommt, also warum sollte er es nicht tun? Aber wie viele werden sich tats\u00e4chlich hinsetzen und das Buch dann auch schreiben? Ehrlich gesagt, sehr wenige. Und wie viele werden etwas schreiben, das als w\u00fcrdig erachtet werden kann? Noch weniger.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte wirklich nicht, dass wir ein Genre minderwertiger Kriegsliteratur bekommen. Dies geschah in der UdSSR nach dem Zweiten Weltkrieg, als Unmengen von B\u00fcchern \u00fcber den Krieg ver\u00f6ffentlicht wurden. Diese B\u00fccher sind oft nicht lesbar. Kriegsliteratur sollte kein Propagandainstrument sein. Man muss sich nicht hinsetzen und ein Buch \u00fcber den Krieg schreiben, damit die eigenen Nachkommen erfahren, wof\u00fcr man gek\u00e4mpft hat. Man w\u00fcrde einfach etwas Ekelhaftes erschaffen. Kriegsliteratur sollte in erster Linie Literatur sein, keine milit\u00e4rische Propaganda.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dieser Krieg f\u00fchrt nicht zu einem weiteren Erich Maria Remarque (lacht). Ich habe &#8220;Im Westen nichts Neues&#8221; gelesen, als ich bereits \u00fcber Kampferfahrung verf\u00fcgte, und war schockiert \u00fcber das naive Denken, dass wir alle Menschen sind und deshalb die Verteidigungsminister und Politiker und nicht die Soldaten gegeneinander k\u00e4mpfen sollten. Aber hey, die Welt ist nun mal so. Menschen bringen einander um. Wir tun dies seit Anbeginn der Zeit und werden es bis zum Ende der Zeit tun.<\/p>\n<p>Aber ich wiederhole: Jede Literatur \u00fcber den Krieg hat eine Daseinsberechtigung, wenn es sich wirklich um Literatur handelt. In diesem Fall spielt die pers\u00f6nliche Meinung des Autors zum Krieg keine Rolle. Ich denke nur, dass jemand, der sich f\u00fcr das Thema interessiert, noch viel mehr Interessantes dar\u00fcber zu erz\u00e4hlen hat.<\/p>\n<p><em>Aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rt.com\/russia\/579378-writer-turned-soldier-took-up-arms\/\">Englischen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Dmitri Plotnikow <\/strong><\/em><em>ist ein politischer Journalist, der sich mit der Geschichte <\/em><em>von <\/em><em>und aktuellen Ereignissen <\/em><em>in <\/em><em>ehemalige<\/em><em>n<\/em><em> Sowjetstaaten besch\u00e4ftigt.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.life\/russland\/161528-patriotismus-mitleid-und-hass-die-geschichte-eines-russischen-freiwilligen\/\">Patriotismus, Mitleid und Hass: Die Geschichte eines russischen Freiwilligen<\/a><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/russland\/175796-wie-ein-junger-autor-zum-soldaten-wurde\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein junger Schriftsteller und Autor, der zum Soldaten wurde und gegen die Ukraine zu den Waffen griff, erz\u00e4hlt RT seine Geschichte. 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