{"id":39301,"date":"2023-07-02T11:40:20","date_gmt":"2023-07-02T09:40:20","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/russlands-letzter-grosser-schriftsteller-das-wechselhafte-leben-von-eduard-limonow\/"},"modified":"2023-07-02T11:40:20","modified_gmt":"2023-07-02T09:40:20","slug":"russlands-letzter-grosser-schriftsteller-das-wechselhafte-leben-von-eduard-limonow","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/russlands-letzter-grosser-schriftsteller-das-wechselhafte-leben-von-eduard-limonow\/","title":{"rendered":"Russlands letzter gro\u00dfer Schriftsteller: Das wechselhafte Leben von Eduard Limonow"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Die literarische Ikone und der \u00fcberzeugte Revolution\u00e4r Eduard Limonow \u2013 aufgewachsen in der Ukraine \u2013 wurde vor 80 Jahren geboren. Einst vom KGB aus der UdSSR verbannt, schockierte er Jahre sp\u00e4ter das postsowjetische Russland.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Georgi Beresowski<\/em><\/p>\n<p><strong><\/strong>Ein B\u00fcrgerschreck und lebenslanger Teenager, der zu Russlands &#8220;letztem gro\u00dfen Schriftsteller&#8221; wurde; ein Auswanderer und Patriot; ein Boh\u00e8me und kompromissloser Revolution\u00e4r mit dem Geist eines Feldkommandanten; ein Politiker, der sowohl ideologisch an die Regierung als auch an die Opposition gebunden war und dennoch ein unvers\u00f6hnlicher Feind beider Lager; ein sinnlicher und z\u00e4rtlicher Mann voller urspr\u00fcnglicher Wut und Hass auf die Lebenden und die Toten \u2013 jeder Versuch, Eduard Limonow zu erkunden, l\u00e4uft unweigerlich auf widerspr\u00fcchliche Meinungen seiner Zeitgenossen, Fans, Freunde und Feinde hinaus.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend seines 77-j\u00e4hrigen Lebens und bis zu seinem Tod im M\u00e4rz 2020 war Limonow stets eine Quelle von Kontroversen und Widerspr\u00fcchen. Er war ein Au\u00dfenseiter im Sowjetsystem, aber kein Dissident. Im Ausland wurde er in den Kreisen russischer Emigranten nicht akzeptiert und galt den meisten dort als Moskau gegen\u00fcber zu freundlich eingestellt.<\/p>\n<p>Im postsowjetischen Russland wurde der Politiker Limonow von den Beh\u00f6rden geg\u00e4ngelt: Seine Partei wurde verboten und er selbst wurde inhaftiert. Auch die Opposition ging ihm aus dem Weg, da man seine Ansichten f\u00fcr zu radikal und imperialistisch hielt. Und selbst seine B\u00fccher, die in k\u00fcnstlerischer Hinsicht unbestreitbar sind, rufen beim Leser eine Mischung widerspr\u00fcchlicher Gef\u00fchle hervor, die von Bewunderung bis Ekel reichen.<\/p>\n<p>Bei der Beschreibung seiner Liebesaff\u00e4ren \u2013 bis in seine letzten Tage suchte Limonow die Gesellschaft j\u00fcnger, au\u00dfergew\u00f6hnlicher Frauen \u2013 scherzte der Autor oft: &#8220;Sie schlafen nicht mit mir, sie schlafen mit der Geschichte.&#8221; Obwohl man ihm nachsagte, er sei ein unheilbarer Narzisst, sind diese Worte durchaus wahr. Sein gesamtes Leben war in der Tat eine faszinierende Reise durch einige der zweideutigsten Seiten der russischen und der Weltgeschichte.<\/p>\n<h4>Limonow, der Verbannte<\/h4>\n<p>Eduard Sawenko \u2013 so der b\u00fcrgerliche Name von Limonow \u2013 wurde 1943 in die Familie eines Beamten des sowjetischen Staatsschutzes in der Stadt Dserschinsk, in der heutigen Region Nischni Nowgorod, hineingeboren. Als Eduard etwa drei Jahre alt war, zog die Familie nach Charkow \u2013 wo sich kaum drei Jahre zuvor noch die Rote Armee und die Wehrmacht erbitterte K\u00e4mpfe lieferten. Sawenko wuchs in der ostukrainischen Stadt auf, machte dort seine ersten Schritte im Leben und schrieb seine ersten Gedichte. F\u00fcr den Rest seines Lebens betrachtete er Charkow als seine Heimatstadt. &#8220;Charkow \u2013 Heimat, Ukraine \u2013 raus&#8221;, war einer der Lieblingsslogans von Sawenko. F\u00fcr ihn war Charkow immer schon eine &#8220;gro\u00dfartige russische Stadt&#8221;, die er seit dem Zusammenbruch der UdSSR als &#8220;besetzt&#8221; betrachtete.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7c0c48fbef129c1b74b3.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7c0c48fbef129c1b74b3.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7c0c48fbef129c1b74b3.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7c0c48fbef129c1b74b3.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7c0c48fbef129c1b74b3.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7c0c48fbef129c1b74b3.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Ein Foto aus dem Buch &#8220;Limonow in Bildern&#8221;: &#8220;Ich bin 21. Der Dichter \u2013 wieder. Ich stehe vor dem Restaurant Lux in der Sumskaja-Stra\u00dfe.&#8221;<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Zu Sowjetzeiten stellte niemand den Status von Charkow infrage. Sawenko konnte sich frei zwischen den St\u00e4dten bewegen und pendelte zwischen Charkow und Moskau hin und her, bis er sich schlie\u00dflich daf\u00fcr entschied, sich in Moskau niederzulassen. In Moskau nahm Eduard Sawenko den K\u00fcnstlernachnamen Limonow an. Als Proletarier und Punk von Kopf bis Fu\u00df lebte er den Lebensstil eines Boh\u00e8me. Limonow war mit Dichtern und Diplomaten befreundet und ver\u00f6ffentlichte eigene Gedichtb\u00e4nde. Dieses idyllische Leben w\u00e4hrte jedoch nicht lange: Mitte der 1970er-Jahre wurden Limonow und seine Frau Elena Schtschapowa aus der UdSSR verbannt.<\/p>\n<p>&#8220;Keiner von uns beiden hatte jemals \u00fcber eine Auswanderung nachgedacht. Wir wurden einfach rausgeschmissen und niemand hat daf\u00fcr unser Einverst\u00e4ndnis erbeten.&#8221; Der KGB versuchte Limonow dazu zu zwingen, f\u00fcr den Dienst zu arbeiten \u2013 was er nat\u00fcrlich ablehnte. &#8220;Der Preis f\u00fcr diese Weigerung war unser Exil&#8221;, erinnerte sich Schtschapowa sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Nachdem das Ehepaar f\u00fcr eine kurze Zeit durch Europa getingelt war, erhielten Limonow und seine Frau schlie\u00dflich Einreisevisa f\u00fcr die USA, wo New York ihre Hoffnungen f\u00fcr die Zukunft symbolisierte. Doch diese Tr\u00e4ume sollten nicht wahr werden.<\/p>\n<p>Das Paar lebte am Rande der Armut \u2013 es lief f\u00fcr Limonow in den USA nicht besser an als in der UdSSR und mit der Zeit nahm seine Ver\u00e4rgerung und seine Frustration stetig zu. Im Gegensatz zu den meisten sowjetischen Emigranten, die sich dem westlichen Kapitalismus hingaben, schrieb\u00a0Limonow leidenschaftliche Meinungsartikel in den russischsprachigen Publikationen Amerikas und kritisierte die Konsumgesellschaft. Aufgrund seiner heftigen Kritik am Kapitalismus und seiner Sehnsucht nach der sowjetischen Vergangenheit wurde Limonow aus der Emigrantenpresse &#8220;verbannt&#8221; und so seiner letzten Einnahmequelle beraubt.<\/p>\n<p>Irgendwann wurde Limonow von seiner Frau verlassen und der Dichter fiel bis auf die letzte Stufe der sozialen Leiter hinunter. Diese Lebenspr\u00fcfungen machten ihn jedoch nur st\u00e4rker und lieferte dem Autor Stoff f\u00fcr jene Bestseller, die ihn noch zu Lebzeiten zur Legende machen sollten.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7e9748fbef093634d0e4.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7e9748fbef093634d0e4.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7e9748fbef093634d0e4.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7e9748fbef093634d0e4.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7e9748fbef093634d0e4.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e7e9748fbef093634d0e4.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Ein Foto aus dem Buch &#8220;Limonow in Bildern&#8221;: &#8220;Eddie. Autor und Held. Fr\u00fchjahr 1976. Der Roman ist noch nicht geschrieben. Elena ist bereits gegangen. Foto von Ljonka Lubjanitskij.&#8221;<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<h4>Limonow, der Schriftsteller<\/h4>\n<p>Von seiner Frau verlassen, dem Menschen, der ihm am n\u00e4chsten stand, fand sich Limonow als gew\u00f6hnlicher Einwanderer im New Yorker Schmelztiegel wieder. Als Schriftsteller nutzte er meisterhaft seine Intuition, um dieses Thema \u00fcber die Grenzen des pers\u00f6nlichen Dramas hinauszuf\u00fchren und es in einen Konflikt zwischen politischen und Klassenfragen zu verwandeln.<\/p>\n<p>Sein erster Roman &#8220;Ich bin es, Eddie&#8221; wurde zu einem modernen russischen Klassiker, einem herzzerrei\u00dfenden, pornografischen und dennoch konservativen Text \u00fcber die Liebe. Darin wird die Geliebte seines autobiografischen Helden von der reichen und wohlhabenden amerikanischen Bourgeoisie verf\u00fchrt, die mit ihren Versprechungen von Freiheit und Wohlstand naive Russen mit Leichtigkeit t\u00e4uschen kann. Der verzweifelte Held im Roman st\u00fcrzt sich in die Welt der Drogen und sexuellen Promiskuit\u00e4t, einschlie\u00dflich gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Allerdings beschreibt Limonow dies nicht im Lichte der damaligen Beatgeneration \u2013 als einen befreienden Lebensstil. Vielmehr beschrieb er es im Sinne eines Dostojewski \u2013 als einen Absturz in den Vorhof zur H\u00f6lle.<\/p>\n<p>Kein US-Verleger w\u00fcrde sich an einem solchen Skandalroman die Finger verbrennen wollen. Somit konnte Limonow seinen Roman nur in Frankreich ver\u00f6ffentlichen, wo er sich 1980 niederlie\u00df. Das Buch wurde \u00fcber Nacht zu einem Erfolg und Limonow erlangte dadurch Weltruhm, wurde von Lesern und Kritikern gleicherma\u00dfen hochgesch\u00e4tzt und das Buch wurde in Dutzende Sprachen \u00fcbersetzt.\u00a0<\/p>\n<p>Angeregt durch diesen Erfolg schrieb Limonow neue Werke, in denen er seine Erfahrungen aus seiner Zeit in New York einflie\u00dfen lie\u00df. Im Roman &#8220;Die Geschichte seines Dieners&#8221; schilderte Limonow seine Erfahrungen, die er im Haus eines sehr reichen Amerikaners machte, wo er als Butler diente. Und im Roman &#8220;Tagebuch eines Pechvogels&#8221; schrieb Limonow \u00fcber den Kampf mit einem System, das ihm v\u00f6llig fremd war und \u00fcber seinen Wunsch nach einer globalen Revolution. Im Laufe der Jahre schrieb Limonov unz\u00e4hlige Texte \u2013 Romane, Gedichtsammlungen, Kurzgeschichten, philosophische Abhandlungen und Essays.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e8004b480cc08d831510d.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e8004b480cc08d831510d.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e8004b480cc08d831510d.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e8004b480cc08d831510d.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e8004b480cc08d831510d.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e8004b480cc08d831510d.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Eduard Limonow \u2013 damals Vorsitzender der Partei &#8220;Ein anderes Russland&#8221; \u2013 Schriftsteller und Dichter stellt sein neues Buch &#8220;Und seine D\u00e4monen&#8221; im Haus der B\u00fccher am Newski-Prospekt in Sankt Petersburg vor.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Fotoagentur Interpress<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ www.globallookpress.com<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Unter seinen Werken sticht vor allem seine Charkow-Trilogie besonders hervor. Wie es sich f\u00fcr einen russischen Klassiker geh\u00f6rt, pr\u00e4sentierte Limonow darin seine Interpretation der klassischen russischen Literaturthemen Kindheit, Adoleszenz und Jugend. Eine weitere Trilogie ist als &#8220;Gef\u00e4ngnis-Trilogie&#8221; bekannt und wurde in den 2000er-Jahren geschrieben, w\u00e4hrend der Inhaftierung von Limonow in Russland. Er nahm diese dunkle Seite seines Lebens als kreative Herausforderung wahr und nutzte die Zeit der Inhaftierung, um das Leben im Gef\u00e4ngnis und die Menschen, die Teil davon sind, zu beschreiben. Die Trilogie \u2013 &#8220;Gefangen genommen von Toten&#8221;, &#8220;Durch die Gef\u00e4ngnisse&#8221; und &#8220;Sieg der Metaphysik&#8221; \u2013 gilt zu Recht als eine der kraftvollsten Charakterisierungen Russlands und des russischen Volkes, etwas, was die meisten K\u00fcnstler lieber nicht zur Kenntnis nehmen wollen.<\/p>\n<p>In seinem letzten Buch &#8220;Der alte Mann reist&#8221;, beschreibt er das Chaos in den Erinnerungen eines alten Mannes, dargestellt als Erinnerungsfetzen verschiedener Episoden aus seinem eigenen Leben. Das Buch wurde nur f\u00fcnf Tage vor seinem Tod zur Ver\u00f6ffentlichung eingereicht.<\/p>\n<h4><strong><\/strong>Limonow, der Revolution\u00e4r<\/h4>\n<p>Nachdem er nach Paris gezogen war und sein erstes Buch ver\u00f6ffentlichen konnte, kehrte Limonow zu seinem gewohnten Boh\u00e8me Stil zur\u00fcck. F\u00fcr Limonow lief fortan alles gut. Er war ein ber\u00fchmter Schriftsteller, der in Paris lebte, er ver\u00f6ffentlichte ein Buch nach dem anderen und war mit seiner neuen Liebe verheiratet, der S\u00e4ngerin und Schauspielerin Natalia Medwedewa. Ende der 1980er-Jahre hatte Limonow die franz\u00f6sische Staatsb\u00fcrgerschaft erworben, aber das Leben eines Star-Autors war zu langweilig f\u00fcr jemanden, der im Herzen ein Revolution\u00e4r war.<\/p>\n<p>Mit Beginn der Perestroika in Russland unterzog sich Limonow zum Entsetzen seiner Pariser Freunde einem tiefgreifenden Wandel. Er kritisierte offen Michail Gorbatschow, das vom Westen so herzlich umarmte Staatsoberhaupt der UdSSR, und gab in den franz\u00f6sischen Medien zahlreiche Interviews, in denen er Dinge sagte wie: Die Reformer in der UdSSR seien eine Schande f\u00fcr die Sowjetunion und dass sein Vater, ein ehemaliger Offizier beim Staatsschutz NKVD, solches nie gebilligt h\u00e4tte. &#8220;In Paris wurde er aus allen gesellschaftlichen Kreisen und Veranstaltungen ausgeschlossen. Aber zu diesem Zeitpunkt war ihm das egal&#8221;, erinnerte sich Thierry Marignac, der \u00dcbersetzer von Limonow.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e81ec48fbef04136fca97.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e81ec48fbef04136fca97.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e81ec48fbef04136fca97.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e81ec48fbef04136fca97.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e81ec48fbef04136fca97.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e81ec48fbef04136fca97.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Ein Foto aus dem Buch &#8220;Limonow in Bildern&#8221;: &#8220;Den Tiger z\u00e4hmen. Ein liebevoller Tiger.&#8221;<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Aus dieser neuen Wut heraus entstand ein neuer Limonow \u2013 der Politiker Limonow. Als die Sowjetunion zusammengebrochen war und viele Menschen aus dem Land flohen, kehrte Limonow endg\u00fcltig nach Russland zur\u00fcck, wo ihm die russische Staatsb\u00fcrgerschaft verliehen wurde, nachdem ihm seine sowjetische von den damaligen Beh\u00f6rden entzogen worden war. Allerdings blieb er nicht die ganze Zeit \u00fcber in Russland. Im biografischen Roman &#8220;Limonow&#8221;, der weltweit millionenfach verkauft wurde, schrieb der franz\u00f6sische Autor des Buches, Emmanuel Carr\u00e8re, dass Limonow nicht leben k\u00f6nne, ohne seinen eigenen Krieg zu f\u00fchren. In den 90er-Jahren, kurz vor seinem 50. Geburtstag, ging f\u00fcr Limonow dieser Wunsch endlich in Erf\u00fcllung.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst als Kriegsberichterstatter und sp\u00e4ter als Freiwilliger reiste Limonow zu verschiedenen Brennpunkten in der ehemaligen UdSSR und in Jugoslawien. In Bosnien stellte er sich auf die Seite der Serben, traf Radovan Karad\u017ei\u0107, den Pr\u00e4sidenten der nicht anerkannten serbischen Republik Srpska und wurde sogar dabei <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=JkjPZvz27mg\">gefilmt<\/a>, wie er mit einer automatischen Waffe in Richtung des belagerten Sarajevo schoss. &#8220;Der offizielle Grund f\u00fcr meine Eskapaden in jenen Jahren war der Journalismus&#8221;, sagte Limonow dazu. &#8220;Die Diagnose ist einfach: Ich war ein Abenteurer, der unter dem Deckmantel eines Kriegskorrespondenten arbeitete.&#8221;<\/p>\n<p>Nach seiner Zeit in Jugoslawien ging er nach Abchasien und Transnistrien, um auf der Seite der ethnischen Minderheiten zu k\u00e4mpfen, die sich gegen die Zentralregierungen der neu gegr\u00fcndeten Staaten Georgien und Moldawien erhoben. Laut dem Kriegskorrespondenten Wladislaw Schurijgin, der \u00fcber diese Konflikte berichtete, war Limonow ein &#8220;guter Soldat&#8221;.\u00a0<\/p>\n<p>&#8220;Nat\u00fcrlich hat er sich in seinen B\u00fcchern immer vorgestellt, ein Kommandeur zu sein und vielleicht h\u00e4tte er auch einer werden k\u00f6nnen. Aber in Transnistrien war er Soldat. Er marschierte los, wenn ihm der Befehl dazu gegeben wurde und blieb stehen, wenn der Befehl zum Anhalten kam. Er a\u00df, was verf\u00fcgbar war und schlief dort, wo man schlafen konnte&#8221;, erinnerte sich Schurijgin.<\/p>\n<p>Im neuen Jahrtausend versuchte Limonow schlie\u00dflich seinen eigenen Krieg zu beginnen. Im Jahr 2000 reiste er zusammen mit seinen Anh\u00e4ngern nach Kasachstan, um dort den russischen Aufstand in Semipalatinsk zu unterst\u00fctzen. Als dieser scheiterte, begann er mit der Planung eines neuen Aufstands. Schlie\u00dflich wurde er zusammen mit sieben weiteren Personen in der Altai-Region in Russland verhaftet und wegen illegalem Waffenbesitz, Terrorismus und der Vorbereitung eines Staatsstreichs angeklagt. Den Anw\u00e4lten von Limonow gelang es, f\u00fcr ihn einen Freispruch von den meisten Anklagepunkten zu erreichen. Am Ende verb\u00fc\u00dfte er lediglich eine Strafe wegen illegalen Waffenbesitzes.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e83ec48fbef080e7ebfd2.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e83ec48fbef080e7ebfd2.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e83ec48fbef080e7ebfd2.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e83ec48fbef080e7ebfd2.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e83ec48fbef080e7ebfd2.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e83ec48fbef080e7ebfd2.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Der linksradikale russische Politiker und Schriftsteller Eduard Limonov, am 31. Mai 2011 in einem Polizeifahrzeug nach einer Festnahme.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Alexander Nemenow<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ AFP<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Limonow, der Politiker<\/strong><\/p>\n<p>Schon als Emigrant war Limonow mit linksradikalen Kreisen vertraut. In den USA lernte er amerikanische Trotzkisten der Sozialen Partei der Arbeiter (Social Workers Party) kennen und nahm auch an deren Kundgebungen teil. In Frankreich war er mit den F\u00fchrern der Kommunistischen Partei Frankreichs befreundet und schrieb regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr deren Zeitung.<\/p>\n<p>Aber in Russland konnte Limonow nicht einfach ein gew\u00f6hnlicher Linker sein. Im Jahr 1993 gr\u00fcndete er einen politischen Frankenstein \u2013 die Nationalbolschewistische Partei (NBP), deren Name sich teilweise auf eines der schrecklichsten Regimes des 20. Jahrhunderts bezog. Die Parteiflagge zeigte einen schwarzen Hammer und eine schwarze Sichel in einem wei\u00dfen Kreis auf rotem Grund \u2013 eine direkte Anspielung auf die Flagge des Dritten Reiches, wobei Hammer und Sichel das Hakenkreuz ersetzten. Die Parteizeitung hie\u00df &#8220;Limonka&#8221; \u2013 nicht nur eine Anspielung auf den Nachnamen von Limonow, sondern auch auf den Spitznamen, den die Soldaten der Roten Armee der sowjetischen Handgranate von Typ F-1 verliehen haben, die ein weiteres Symbol des Politikers Limonow werden sollte.<\/p>\n<p>Ihren eigenen Anh\u00e4ngern zufolge war die NBP eine radikal antizentristische Partei, &#8220;v\u00f6llig rechts und ewig links zugleich&#8221;. Limonow selbst hielt dies nicht f\u00fcr einen Widerspruch. Seiner Meinung nach lag die Zukunft Russlands gemeinsam in den H\u00e4nden von Nationalisten und Kommunisten.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e85afb480cc08d8315115.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e85afb480cc08d8315115.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e85afb480cc08d8315115.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e85afb480cc08d8315115.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e85afb480cc08d8315115.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e85afb480cc08d8315115.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Der Vorsitzende der russischen nationalbolschewistischen Partei, Eduard Limonow (Mitte), protestiert mit seinen Anh\u00e4ngern gegen die &#8220;Kapitulation&#8221; Russlands in Tschetschenien. Auf dem Banner steht: &#8220;Russland ist alles, der Rest ist nichts&#8221;.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Vladimir Nowikow<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ AFP<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Mitglieder der NBP wurden bald f\u00fcr ihren radikalen Widerstand gegen die Regierung ber\u00fcchtigt: W\u00e4hrend ihrer relativ friedlichen Kundgebungen warfen sie Mayonnaise, Tomaten und Eier auf Politiker und besetzten auch vor\u00fcbergehend Geb\u00e4ude der Regierung. Die Partei, deren Registrierung Limonow seit 1998 vergeblich versucht hatte, wurde vor allem f\u00fcr ihre offene Unterst\u00fctzung von Krieg, Terrorismus und Revolution bekannt. Im Jahr 2007 wurde sie als extremistisch eingestuft und per Gesetz verboten. Nach dem Verbot gr\u00fcndete Limonow umgehend eine neue Partei mit dem Namen &#8220;Das andere Russland&#8221;, die ebenfalls nie offiziell registriert wurde.<\/p>\n<p>Im Jahr 2014 fanden die Regierung Limonow pl\u00f6tzlich auf ihrer Seite wieder. Im Gegensatz zu vielen anderen Oppositionellen unterst\u00fctzten die Nationalbolschewiki die R\u00fcckgabe der Krim an die Russische F\u00f6deration. Allerdings \u00fcberraschte diese Wendung nur diejenigen, die mit der Ideologie des Schriftstellers nicht vertraut waren. Bereits 1999, am Unabh\u00e4ngigkeitstag der Ukraine, besetzten Parteimitglieder der NBP den Turm des Matrosenklubs in Sewastopol, das sich damals auf dem Gebiet der Ukraine befand. Gegen zehn Uhr morgens spannten die\u00a0Parteimitglieder ein Banner \u00fcber das Zifferblatt der Turmuhr, mit der Aufschrift &#8220;Sewastopol ist eine russische Stadt!&#8221; und hissten anschlie\u00dfend die Flagge der NBP. Es \u00fcberrascht somit nicht, dass Limonow kurz darauf in der Ukraine zur Persona non grata wurde und er sich nicht einmal von seinen in Charkow verbliebenen Eltern verabschieden konnte.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e86aeb480cc0a1438feec.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e86aeb480cc0a1438feec.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e86aeb480cc0a1438feec.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e86aeb480cc0a1438feec.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e86aeb480cc0a1438feec.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/07\/649e86aeb480cc0a1438feec.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">drugoros.ru<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach den Protesten beim sogenannten &#8220;Russischen Fr\u00fchling&#8221; im Donbass beteiligte sich die Partei &#8220;Das andere Russland&#8221; aktiv am Konflikt und Hunderte ihrer Mitglieder gingen als Freiwillige an die Front. Limonow selbst war jedoch vom Aufstand im Donbass entt\u00e4uscht und warf seinen Anf\u00fchrern engstirniges Denken vor. &#8220;Warum habt ihr diesen Weg gew\u00e4hlt? Ihr seid zu abh\u00e4ngig von Russland, ihr h\u00e4ttet viel mehr Freiheiten haben k\u00f6nnen. Warum habt ihr Charkow nicht geholfen? Ihr habt Charkow fallen lassen!&#8221;, wetterte Limonow damals an die Adresse der Aufst\u00e4ndischen.\u00a0<\/p>\n<p>Alles in allem hatte Limonow als Politiker keinen Erfolg \u2013 seine mehrfachen Versuche, an Wahlen teilzunehmen, scheiterten. Allerdings verf\u00fcgte er \u00fcber eine starke politische Intuition, die manchmal ans Prophetische grenzte. Im Roman &#8220;Ich bin es, Eddie&#8221;, der 1979 ver\u00f6ffentlicht wurde, stellte er sich bereits Dinge wie Black Lives Matter und die kommende feministische Bewegung vor. In den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch der UdSSR und lange vor der Gr\u00fcndung der NBP sagte er auch den Krieg im Donbass und die R\u00fcckkehr der Krim zu Russland voraus.<\/p>\n<p>&#8220;Limonow hat gr\u00f6\u00dftenteils das moderne Russland verfasst und die Slogans sowohl f\u00fcr die Opposition als auch f\u00fcr die Regierung gepr\u00e4gt&#8221;, schrieb der Abgeordnete der Staatsduma, Sergei Schargunow in seiner Kolumne f\u00fcr die letzte Ausgabe der russischen Version des Magazins <em>Esquire<\/em>. Diese Ausgabe war ausschlie\u00dflich dem verstorbenen Autor gewidmet \u2013 eine Tatsache, die einige sicherlich als symbolisch empfinden werden. Der amerikanische Journalist Mark Ames, der Redakteur bei <em>The Exile<\/em> war \u2013 einem englischsprachigen Moskauer Magazin \u2013 beschrieb ihn als &#8220;den letzten gro\u00dfen russischen Schriftsteller&#8221;. Ob das eine \u00dcbertreibung oder eine Tatsache ist, werden wir vielleicht irgendwann in der Zukunft herausfinden.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/swentr.site\/russia\/571866-exile-writer-politician-revolutionary\/\">Englischen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Georgi Beresowski\u00a0ist ein in Wladikawkas lebender Journalist.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freeassange.rtde.live\/meinung\/161606-kampf-um-russlands-seele-von\/\">Der Kampf um Russlands Seele: Von Patrioten und einem &#8220;westlich-liberalen Kultur-Pufferraum&#8221;<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/gesellschaft\/174013-russlands-letzter-grosser-schriftsteller-wechselhafte\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die literarische Ikone und der \u00fcberzeugte Revolution\u00e4r Eduard Limonow \u2013 aufgewachsen in der Ukraine \u2013 wurde vor 80 Jahren geboren. 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