{"id":38813,"date":"2023-06-24T10:22:25","date_gmt":"2023-06-24T08:22:25","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/schoene-neue-welt-ein-indischer-journalist-beim-st-petersburger-wirtschaftsforum\/"},"modified":"2023-06-24T10:22:25","modified_gmt":"2023-06-24T08:22:25","slug":"schoene-neue-welt-ein-indischer-journalist-beim-st-petersburger-wirtschaftsforum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/schoene-neue-welt-ein-indischer-journalist-beim-st-petersburger-wirtschaftsforum\/","title":{"rendered":"Sch\u00f6ne neue Welt \u2013 Ein indischer Journalist  beim St. Petersburger Wirtschaftsforum"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/06\/649460f848fbef41d470dda2.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Moskau strebte beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg (SPIEF) Handelsallianzen mit L\u00e4ndern in Asien und im Globalen S\u00fcden an. Unser Autor berichtet von der 26. Ausgabe des Forums, bei dem sich die Widerstandsf\u00e4higkeit der russischen Wirtschaft gegen\u00fcber den westlichen Sanktionen deutlich zeigte.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Ein Bericht von Joydeep Sen Gupta<\/em><\/p>\n<p>Es war eine sch\u00f6ne neue Welt, nachdem der Aeroflot-Flug von Delhi nach Moskau an einem lauen Montagmorgen am internationalen Flughafen Scheremetjewo gelandet war.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Der 12. Juni war aufgrund des Russland-Tags, der seit 1992 j\u00e4hrlich gefeiert wird, auch ein Feiertag. Der Tag erinnert an die Erkl\u00e4rung der Staatssouver\u00e4nit\u00e4t der Russischen Sozialistischen F\u00f6derativen Sowjetrepublik (RSFSR) im Jahr 1990. Der Geist dieses Feiertags lag \u00fcber den Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen von Moskau, einer gesch\u00e4ftigen Metropole mit \u00fcber 13 Millionen Einwohnern, die sich im westlichen Teil Russlands befindet und bildet der Schmelztiegel und das Nervenzentrum des Landes. Ein Teil der Vielfalt Russlands \u2013 Moskau ist die Heimat vieler der 193 ethnischen Gruppen im gr\u00f6\u00dften Land der Welt \u2013 kann in dieser einzigartigen Stadt an jeder Ecke erlebt werden.<\/p>\n<p><strong>Zu gro\u00df, um zu scheitern<\/strong><\/p>\n<p>Entgegen der landl\u00e4ufigen Meinung, dass die von den USA angef\u00fchrten westlichen Sanktionen, die nach Beginn der Milit\u00e4roperation Moskaus in der benachbarten Ukraine verh\u00e4ngt wurden, um die russische Wirtschaft unter Druck zu setzen, sind die Strafma\u00dfnahmen kolossal gescheitert. Russland \u2013 ein Kraftpaket aus \u00d6lvorkommen, Erdgas, Bodensch\u00e4tzen und nat\u00fcrlichen Ressourcen \u2013 hat sich als \u00e4u\u00dferst widerstandsf\u00e4hig gegen\u00fcber dem Druck des Westens erwiesen. Es ist bekannt, dass Sanktionen Verhaltens\u00e4nderungen bei Staaten mit kleineren Volkswirtschaften erzwingen k\u00f6nnen, aber Russland ist ein ganz anderes Kaliber.<\/p>\n<p>Der Westen hat es nicht geschafft, Lehren aus der Geschichte zu ziehen. Die US-Sanktionen gegen Venezuela haben es nicht geschafft, den Gewerkschaftsf\u00fchrer und sp\u00e4teren Pr\u00e4sidenten des s\u00fcdamerikanischen Landes, Nicol\u00e1s Maduro, aus dem Land zu fegen. Eine Jahrzehnte lange \u00e4hnliche Aktion gegen Kuba konnte Fidel Castro nicht in die Knie zwingen. Im Iran sind die theokratischen Mullahs immer noch an der Macht, trotz mehr als vier Jahrzehnten h\u00e4rter US-Ma\u00dfnahmen gegen das Land.<\/p>\n<p>Laut dem amerikanischen Politikanalysten und Automobilindustrie-Veteran Douglas Andrew Littleton, der am Rande des Saint Petersburg Economic Forum (SPIEF) mit RT sprach, setzen die Russen auf ihre Identit\u00e4t, ihr Selbstvertrauen und ihre angeborene Widerstandsf\u00e4higkeit angesichts der Sanktionen.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Die reflexartigen Reaktionen des Westens ber\u00fccksichtigten nicht die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen. Weder die USA noch Russland sind voneinander abh\u00e4ngig. Der Handel zwischen den beiden L\u00e4ndern ist jetzt so gering wie in keinem Jahr seit 1992, als die Russische F\u00f6deration aus der Aufl\u00f6sung der Sowjetunion hervorging. Das Gegenteil gilt jedoch f\u00fcr Russland und Europa, deren Volkswirtschaften insbesondere im Energiebereich eng verbunden waren. Europa ist der gr\u00f6\u00dfte Kollateralschaden im Stellvertreterkrieg der USA gegen Russland.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Die Regierung von Pr\u00e4sident Joe Biden soll au\u00dfer sich vor Wut sein \u00fcber die Wirkungslosigkeit der Sanktionen, deren Nachbeben die Energiekosten in Mittel- und Westeuropa in die H\u00f6he schnellen lie\u00dfen, w\u00e4hrend die Volkswirtschaften der EU unter Hyperinflation und Rezession leiden. \u00dcber 1.000 westliche multinationale Konzerne m\u00f6gen Russland zwar verlassen haben, aber chinesische Unternehmen profitieren dadurch von der abwesenden Konkurrenz und Russlands massivem Konsumhunger. Von Autos \u00fcber Haushaltsger\u00e4te hin zu Smartphones ist der chinesische Einfluss in allen Lebensbereichen deutlich zu erkennen. Unternehmen aus der zweitgr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft der Welt bleiben trotz der wachsenden Spannungen zwischen Peking und Washington vorerst unter dem Radar der Sanktionen.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Wirtschaftsdaten zeigen, dass Chinas Exporte nach Russland im ersten Quartal dieses Jahres um 67,2 Prozent zugenommen haben. Peking mildert somit die Auswirkungen der Sanktionen gegen Moskau ab und weigert sich, Russland wegen seiner Milit\u00e4roperation in der Ukraine zu verurteilen, da es die Krise als einen Konflikt zwischen Nachbarn mit gemeinsamer Geschichte und kultureller Vergangenheit betrachtet.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin erl\u00e4uterte diese historische Verbindung im Vorfeld der Milit\u00e4roperation, w\u00e4hrend ihr derzeitiger Verlauf mit der anhaltenden Bewaffnung der Ukraine durch die Staaten der NATO zusammenh\u00e4ngt. Wie dem auch sei, Russlands Priorit\u00e4t liegt im Ausbau einer erstklassigen Infrastruktur, bei der die Erschwinglichkeit \u2013 f\u00fcr einen Erstbesucher wie mich \u2013\u00a0die gr\u00f6\u00dfte \u00dcberraschung darstellte.<\/p>\n<p><strong>Moskau, eine globale und dennoch \u00e4u\u00dferst lebenswerte Stadt<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong>Im vergangenen Jahr wurde Moskau vom Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen (UN-Habitat) nach den St\u00e4dten Singapur und Toronto zur drittgr\u00f6\u00dften Stadt der Welt gek\u00fcrt. Der Prosperit\u00e4t-Index von UN-Habitat bewertete 29 globale Gro\u00dfst\u00e4dte anhand von sechs Indizes: Produktivit\u00e4t, Infrastruktur, Lebensqualit\u00e4t, soziale Gerechtigkeit und Eingliederung, \u00f6kologische Nachhaltigkeit sowie Stadtverwaltung und lokale Gesetzgebung, alles Faktoren, die von grundlegender Bedeutung f\u00fcr den Wohlstand und die Qualit\u00e4t einer Stadt sind.<\/p>\n<p><strong><\/strong>In den Kategorien Infrastruktur und Lebensqualit\u00e4t belegte Moskau den ersten Platz, eine Klassifizierung, die sich w\u00e4hrend meines kurzen Aufenthalts best\u00e4tigen sollte. Die Kategorie Infrastruktur umfasste Internetzugang und Zugang zu \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln, w\u00e4hrend sich die Kategorie Lebensqualit\u00e4t auf Bildung und Wissenschaft, Kriminalit\u00e4tsrate und Abdeckung mit Gr\u00fcnfl\u00e4chen konzentrierte.<\/p>\n<p>&#8220;Der UN-Habitat-Index verschafft Moskau keine formalen Vorteile, aber er hilft, Stereotypen abzubauen und beweist, dass wir auf dem richtigen Weg sind\u201c, so Moskaus B\u00fcrgermeister Sergei Sobjanin, der im Oktober 2010 der dritte B\u00fcrgermeister Moskaus wurde. Er war f\u00fcr gro\u00df angelegte Stadterneuerungs- und Versch\u00f6nerungsprojekte, den Ausbau \u00f6ffentlicher Verkehrsmittel sowie Wohnbauprojekte in der Metropole verantwortlich. Im Vergleich zu St\u00e4dten wie Delhi und Mumbai ist das Leben in Moskau zudem g\u00fcnstiger, und mit dem bevorstehenden Besuch in Stankt Petersburg w\u00fcrden mich noch mehr \u00dcberraschungen erwarten.<\/p>\n<p><strong><\/strong><strong>Sapsan, eine Ode an den majest\u00e4tischen Vogel<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong>Der Sapsan, benannt nach dem russischen Namen des Wanderfalken, dem schnellsten Vogel der Erde, ist ein elektrisch angetriebener Hochgeschwindigkeitszug, der 2009 den Betrieb aufnahm. Er verbindet Moskau mit der ehemaligen russischen Hauptstadt Sankt Petersburg und Nischni Nowgorod, die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt an der Wolga.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Der Sapsan wurde vom deutschen Unternehmen Siemens gebaut und ben\u00f6tigt knapp vier Stunden, um die etwa 700 Kilometer lange Reise von Moskau nach Sankt Petersburg zur\u00fcckzulegen, wo vom 14. bis 17. Juni die 26. Ausgabe des SPIEF stattfand. Der Sapsan ist eine erstklassige M\u00f6glichkeit, mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde, zwischen diesen beiden historischen St\u00e4dten zu reisen. Der Sapsan bietet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verh\u00e4ltnis und verk\u00f6rpert den H\u00f6hepunkt eines effizienten russischen Verkehrssystems. Die Reise f\u00fchrt durch wundersch\u00f6ne Landschaften mit Datschen, an Kleinst\u00e4dten vorbei und durch W\u00e4lder, sodass die vier Stunden Reise wie im Flug vorbeigingen. Am Ziel f\u00e4hrt der Zug sanft in den Moskauer Kopfbahnhof ein, der sich am oberen Ende des Newski-Prospekts im Zentrum von Sankt Petersburg befindet.<\/p>\n<p><strong>Sankt Petersburg: Kein Fenster zum Westen mehr<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong>Sankt Petersburg wurde 1703 gegr\u00fcndet, als Zar Peter der Gro\u00dfe w\u00e4hrend eines langwierigen Krieges mit Schweden das Gebiet nahe der Newa eroberte. Er gr\u00fcndete dort seine n\u00f6rdliche Hauptstadt als eine Ode an das mittelalterliche Rom auf dem H\u00f6hepunkt der Renaissance. Trotz der rauen klimatischen Bedingungen wurde die Stadt zum Symbol des Kosmopolitismus und des aufgekl\u00e4rten Europas. Im Jahr 1712 wurde Sankt Petersburg zur Hauptstadt des russischen Reiches.<\/p>\n<p><strong><\/strong>W\u00e4hrend der Herrschaft von Zarin Jelisaweta Petrowna von 1741 bis 1762, bl\u00fchte die junge Stadt dank den besten k\u00fcnstlerischen, literarischen und musikalischen Talenten, die aus ganz Europa in die Stadt str\u00f6mten sowie dank ausl\u00e4ndischer Architekten, bei denen es sich haupts\u00e4chlich um Italiener handelte. Sie bauten beeindruckende Kirchen und Pal\u00e4ste.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Die Stadt musste im Zweiten Weltkrieg enorm leiden, w\u00e4hrend sie von September 1941 bis Januar 1944 von deutschen Truppen belagert wurde. Sch\u00e4tzungen zufolge starben w\u00e4hrend der rund 900-t\u00e4gigen Belagerung 800.000 Menschen an K\u00e4lte und Hunger, doch die Einwohner der Stadt weigerten sich, sich zu ergeben.<\/p>\n<p>Sankt Petersburg, von den Bolschewiki nach dem Tod ihres F\u00fchrers Wladimir Lenin im Jahr 1924 in Leningrad umbenannt, wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut. Der urspr\u00fcngliche Name der Stadt wurde 1991 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wiederhergestellt. Sankt Petersburg bleibt eine der Hauptattraktionen f\u00fcr Besucher Russlands, auch wenn der Tourismus trotz des \u00fcppigen historischen Reichtums und der atemberaubenden Natursch\u00f6nheit der Umgebung nicht die erhoffte Popularit\u00e4t erreicht hat.<\/p>\n<p><strong>SPIEF-Highlights<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong>Das diesj\u00e4hrige SPIEF, oft als &#8220;russisches WEF&#8221; bezeichnet, unterstrich Russlands Ausrichtung auf Asien und auf die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens. Trotz des Boykotts westlicher Staaten nahmen \u00fcber 17.000 Delegierte aus 130 Nationen im weitl\u00e4ufigen Kongresszentrum am Stadtrand von St. Petersburg teil \u2013 und das seit dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts bereits zum zweiten Mal in Folge.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Das Hauptthema des diesj\u00e4hrigen Forums war &#8220;Souver\u00e4ne Entwicklung&#8221; und als Hauptg\u00e4ste des diesj\u00e4hrigen Forums waren der ungarische Au\u00dfen- und Handelsminister P\u00e9ter Szijj\u00e1rt\u00f3, der algerische Pr\u00e4sident Abdelmadjid Tebboune, der kubanische Premierminister Manuel Marrero Cruz, der armenische Pr\u00e4sident Wahagn Chatschaturjan und der Chef der abtr\u00fcnnigen Republik S\u00fcdossetien, Alan Gaglojew, anwesend.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung war auch ein Zusammentreffen von Verb\u00fcndeten, die einen gemeinsamen Rivalen haben: die von den USA gef\u00fchrten westlichen Nationen. Der iranische Botschafter in Russland, Kazem Jalali, forderte die von Sanktionen betroffenen L\u00e4nder auf, &#8220;der unipolaren globalen Hegemonie zu widerstehen&#8221;. Der prominente Unternehmer Zhou Liqun, Vorsitzender des Chinesischen Unternehmerverbandes in Russland, schloss sich dem Aufruf von Jalali an, angesichts der unerwarteten Gewinne im Handel zwischen Russland und China \u2013 dank der Sanktionen.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Im Rahmen der Forderungen nach einer De-Dollarisierung verwies Igor Schuwalow, Chef des russischen staatlichen Entwicklungskonzerns VEB.RF, auf die Entwicklung des Yuan zu einer k\u00fcnftigen globalen Reservew\u00e4hrung, ein Thema, das w\u00e4hrend der Veranstaltung mehrmals zur Sprache kam.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Ein weiteres wichtiges Thema war der Ausbau von Handelsrouten. Der russische Minister f\u00fcr die Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis, Aleksei Tscheckunkow, sagte gegen\u00fcber RT am Rande des SPIEF, dass Russland in den kommenden Jahrzehnten von Infrastrukturprojekte wie das Ost-Gebiet, die Nordseeroute und verschiedene Vorhaben zur Gewinnung und Verarbeitung nat\u00fcrlicher Ressourcen der Arktis profitieren werde. Nach Angaben des russischen Verkehrsministers Witali Saweljew k\u00f6nnte sich das G\u00fctervolumen, das \u00fcber den Internationalen Nord-S\u00fcd-Transportkorridor (INSTC) transportiert wird, der als Alternative zum Suezkanal angepriesen wird, in den n\u00e4chsten sieben Jahren fast verdreifachen.<\/p>\n<p><strong><\/strong>W\u00e4hrend Russland neue M\u00e4rkte erschlie\u00dft, pr\u00fcft Moskau sorgf\u00e4ltig die Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Auswahl seiner ausl\u00e4ndischen Partner unter den sogenannten &#8220;befreundeten Nationen&#8221; oder unter solchen, die sich nicht an den Sanktionen des Westens beteiligen. Der russische Minister f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung, Maksim Reschetnikow, legte den Fahrplan f\u00fcr die Integration der vier ehemaligen ukrainischen Regionen \u2013 die Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie die Regionen Cherson und Saporoschje \u2013 in das wirtschaftliche Umfeld Russlands vor.<\/p>\n<p><strong>Putin teilt gegen den Westen aus<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong>Der H\u00f6hepunkt des diesj\u00e4hrigen Forums in Sankt Petersburg war die mit Spannung erwartete Rede des russischen Pr\u00e4sidenten. Wladimir Putin zitierte Wirtschaftsdaten zur Untermauerung seiner Behauptung, dass das Wirtschaftswachstum Russlands f\u00fcr das laufende Gesch\u00e4ftsjahr voraussichtlich bis zu zwei Prozent betragen werde, was mit den f\u00fchrenden globalen Volkswirtschaften vergleichbar sei. Auch die Arbeitslosigkeit sei Russland mit 3,3 Prozent auf einem historischen Tiefstand. Putin forderte zudem die Regierung von Ministerpr\u00e4sident Michail Mischustin auf, zur Steigerung der Arbeitsproduktivit\u00e4t beizutragen.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Der Pr\u00e4sident betonte auch besonders die Tatsache, dass Russlands Abh\u00e4ngigkeit vom \u00d6lexport r\u00fcckl\u00e4ufig sei. Dies sei auf die Abwanderung westlicher Unternehmen zur\u00fcckzuf\u00fchren, was sich als Segen f\u00fcr inl\u00e4ndische Unternehmen gezeigt habe. Er feuerte eine verbale Breitseite gegen den kollektiven Westen ab, indem er eine Reihe globaler Themen ansprach und die Beschlagnahmung russischer Verm\u00f6genswerte durch den Westen mit R\u00e4uberpraktiken aus dem Mittelalter verglich.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Der russische Au\u00dfenminister Sergei Lawrow stimmte Pr\u00e4sident Putin zu und bestand darauf, dass Russland niemandem im Westen mehr vertrauen werde, wenn es um die Sicherheit Russlands geht.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Auf Putins Rede auf dem Forum am Freitag folgte am Samstag der Empfang einer Delegation afrikanischer Staats- und Regierungschefs. Die Gruppe reiste einen Tag nach ihrem Besuch in der Ukraine und einem Treffen mit Pr\u00e4sident Wladimir Selenskij nach Russland weiter, um einen Zehn-Punkte-Friedensfahrplan zur Beendigung des Konflikts zwischen Kiew und Moskau vorzustellen.<\/p>\n<p><strong><\/strong><strong>Indiens diplomatischer Drahtseilakt<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong>Dieses Jahr waren die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Gastland beim SPIEF. Der Pr\u00e4sident der VAE, Mohamed bin Zayed Al Nahyan, wurde in letzter Minute zum hochkar\u00e4tigen Gast auf der B\u00fchne der Veranstaltung vom Freitag, da der \u00f6lreiche Golfstaat sich bereit zeigt, ein &#8220;kalkuliertes Risiko&#8221; einzugehen und in einer zunehmend polarisierten Welt Beziehungen zu Russland zu kn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Mit der diesj\u00e4hrigen Pr\u00e4sidentschaft der G-20 begeht Indien weiterhin ein diplomatischer Drahtseilakt, auch im Hinblick auf den Besuch von Premierminister Narendra Modi in den USA vom 21. bis 24. Juni und den anstehenden wichtigen Wahlen f\u00fcr Neu-Delhi und Washington im kommenden Jahr. Indiens Pr\u00e4senz war beim diesj\u00e4hrigen SPIEF marginal, trotz einer Zunahme im bilateralen Handel mit Russland, bei dem Neu-Delhi der gr\u00f6\u00dfte Nutznie\u00dfer beim Aufkauf von verg\u00fcnstigtem russischem \u00d6l ist.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Indien wurde auf dem Forum durch den Bundesminister f\u00fcr Stahl und l\u00e4ndliche Entwicklung Faggan Singh Kulaste vertreten. Dieser traf am Donnerstag am Rande der Veranstaltung den Gouverneur des Steinkohlereviers Kusnezker Becken, Sergei Tsiwiljow, und sagte ihm dabei zu, mehr Kohle aus Russland zu importieren. Der indische Premierminister Narendra Modi selbst hatte 2017 am Forum teilgenommen. Der diesj\u00e4hrige mangelnde Enthusiasmus f\u00fcr das SPIEF seitens der Regierung des Premierministers wurde jedoch durch zahlreiche indische Wirtschaftsf\u00fchrer ausgeglichen.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Laut Ramnik Kohli, einem Vertreter des Business Council for Cooperation with India (BCCI), sei es ein g\u00fcnstiger Zeitpunkt, kleine und mittlere Unternehmen zu unterst\u00fctzen, die zur neuen treibenden Kraft f\u00fcr weiteres Wirtschaftswachstum zwischen beiden L\u00e4ndern werden k\u00f6nnten. Kohli ist mit der russischen Gesch\u00e4ftslandschaft bestens vertraut. Er kam 1997 zum ersten Mal nach Russland, um an der Staatlichen Universit\u00e4t f\u00fcr Management zu studieren, nachdem er ein Stipendium der russischen Regierung erhalten hatte, und ermutigt indische Unternehmen, ihre T\u00e4tigkeiten auf Russland zu expandieren. Der Ma\u00dfschneider Sammy Kotwani, seit \u00fcber drei Jahrzehnten in Moskau ans\u00e4ssig und Leiter der Indian Business Alliance (IBA), sieht derzeit auch eine einmalige Gelegenheit, die Beziehungen zu Russland zu f\u00f6rdern und zu vertiefen.<\/p>\n<p><strong>Auf dem Weg zu einer neuen Weltordnung<\/strong><\/p>\n<p><strong><\/strong>Aufgrund des Fehlens zahlreicher westlicher Unternehmen an der diesj\u00e4hrigen Ausgabe des SPIEF, konnte der Umfang der getroffenen Vereinbarungen jene der Vergangenheit nicht \u00fcbertreffen. Aber das hat deshalb nicht zu einer schlechteren Stimmung gef\u00fchrt, wie westliche Medien behaupteten, im Versuch, das Forum zu diskreditieren, nachdem der Kreml die Medien aus &#8220;unfreundlichen L\u00e4ndern&#8221; nicht akkreditiert hatte. Laut Anton Kobjakow, Berater des russischen Pr\u00e4sidenten und Exekutivsekret\u00e4r des SPIEF-Organisationskomitees, wurden mehr als 900 Vereinbarungen und Vertr\u00e4ge unterzeichnet, im Gesamtwert von rund 3,86 Billionen Rubel \u2013 rund 42 Milliarden Euro. Insgesamt wurden 43 Vertr\u00e4ge mit Vertretern ausl\u00e4ndischer Unternehmen abgeschlossen, darunter auch aus Italien und Spanien, w\u00e4hrend am Forum selbst rund 150 Unternehmen aus 25 &#8220;unfreundlichen&#8221; L\u00e4ndern teilnahmen.<\/p>\n<p><strong><\/strong>Die Veranstaltung insgesamt hat der Debatte nach dem Streben nach einer multipolaren Weltordnung und einer souver\u00e4nen nationalen Entwicklung neue Impulse verliehen, was die von den USA dominierte westliche Hegemonie in Zukunft noch mehr herausfordern wird.<\/p>\n<p><em>Aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rt.com\/india\/578272-russia-india-economy-spief\/\">Englischen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Joydeep Sen Gupta ist Asien-Redakteur f\u00fcr RT.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong><em> &#8211;\u00a0<\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freeassange.rtde.live\/russland\/172606-gouverneur-delegierte-aus-ueber-100\/\">Gouverneur: Delegierte aus \u00fcber 100 L\u00e4ndern nehmen am Sankt Petersburger Wirtschaftsforum teil<\/a><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/russland\/173305-bericht-indischen-journalisten-von-seinem\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moskau strebte beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg (SPIEF) Handelsallianzen mit L\u00e4ndern in Asien und im Globalen S\u00fcden an. Unser Autor berichtet von der 26. Ausgabe des Forums, bei dem sich die Widerstandsf\u00e4higkeit der russischen Wirtschaft gegen\u00fcber den westlichen Sanktionen deutlich zeigte. 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