{"id":35512,"date":"2023-05-06T09:59:01","date_gmt":"2023-05-06T07:59:01","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/anschlag-auf-den-kreml-wie-russland-antworten-koennte\/"},"modified":"2023-05-06T09:59:01","modified_gmt":"2023-05-06T07:59:01","slug":"anschlag-auf-den-kreml-wie-russland-antworten-koennte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/anschlag-auf-den-kreml-wie-russland-antworten-koennte\/","title":{"rendered":"Anschlag auf den Kreml: Wie Russland antworten k\u00f6nnte"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/05\/645608b948fbef023259eedc.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                In der Nacht auf den 3. Mai hat die Ukraine den Kreml mit zwei Drohnen angegriffen. Der Fall wurde als Terroranschlag und Attentat auf Russlands Pr\u00e4sidenten eingestuft. Was sind die technischen Besonderheiten des Angriffs, worin bestand sein wirkliches Ziel und wie kann Russland auf den Anschlag reagieren?\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Oleg Issaitschenko<\/em><\/p>\n<p>Am Mittwoch hat der Pressedienst des russischen Pr\u00e4sidenten bekannt gegeben, dass das Kiewer Regime versucht hat, die Kreml-Residenz des Pr\u00e4sidenten mit Drohnen anzugreifen. &#8220;Durch rechtzeitige Handlungen von Angeh\u00f6rigen des Milit\u00e4rs und der Sonderdienste wurden die Drohnen unter Einsatz der Mittel der elektronischen Kampff\u00fchrung au\u00dfer Gefecht gesetzt. Durch ihren Absturz und die Zerstreuung von Splittern auf dem Gebiet des Kremls sind keine Verletzten oder Sachbesch\u00e4digungen entstanden&#8221;, so die Meldung weiter.<\/p>\n<p>Dabei wurde der Angriff selbst als eine &#8220;geplante terroristische Aktion und als Attentat auf den Pr\u00e4sidenten im Vorfeld des Tags des Sieges am 9. Mai, an dem auch ausl\u00e4ndische G\u00e4ste anwesend sein werden&#8221;, eingestuft. Die russische Seite behielt es sich vor, Antwortma\u00dfnahmen dort und dann zu ergreifen, wo und wann sie es f\u00fcr n\u00f6tig h\u00e4lt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Zwischenfalls befand sich Wladimir Putin nicht im Kreml, sondern arbeitete in seiner Residenz Nowo-Ogarjowo bei Moskau. Dies erkl\u00e4rte der Pressesprecher des russischen Staatschefs, Dmitri Peskow, gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur <em>RIA Nowosti<\/em>. Er f\u00fcgte hinzu, die Parade auf dem Roten Platz werde am 9. Mai stattfinden und Putin werde an den Feierlichkeiten teilnehmen.<\/p>\n<p>Die Regierung Wladimir Selenskijs begann umgehend, ihre Verwicklung in den Terroranschlag zur\u00fcckzuweisen. Selenskijs Pressesekret\u00e4r Sergei Nikiforow sagte, es handele sich um einen Eskalationsversuch im Vorfeld des 9. Mai. Der Berater des ukrainischen Pr\u00e4sidialamts, Michail Podoljak, behauptete, dass die Ukraine keine Objekte auf russischem Gebiet angreife.<\/p>\n<p><strong>Technische Aspekte<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Aus den vorhandenen Aufnahmen ist es nicht m\u00f6glich, die genauen technischen Daten der Drohne zu bestimmen. Dennoch ist klar, dass es sich um ein flugzeug\u00e4hnliches Ger\u00e4t mit einer Flugmasse von \u00fcber 20 bis 30 Kilogramm und einer Fl\u00fcgelspannweite von drei bis f\u00fcnf Metern gehandelt hat&#8221;, erkl\u00e4rte der Leiter des Zentrums f\u00fcr die Entwicklung von Verkehrstechnologien Alexei Rogosin.<\/p>\n<p>&#8220;Bisher ist nicht bekannt, ob die Drohne von ukrainischem Gebiet aus oder beispielsweise aus dem Umland von Moskau gestartet wurde. Beide Varianten sind technisch ausf\u00fchrbar, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Konstruktion und Selbstkosten&#8221;, erl\u00e4uterte er.<\/p>\n<p>Der Experte vermutete, dass das unbemannte Luftfahrzeug bis zu einem gewissen Zeitpunkt gegen Radiost\u00f6rsignale resistent war. &#8220;Dies kann auf mehrere Weisen erreicht werden. Beispielsweise k\u00f6nnte die Drohne mit einer speziellen milit\u00e4rischen Entst\u00f6rantenne ausgestattet worden sein, deren Kosten bei 10.000 US-Dollar beginnen&#8221;, erkl\u00e4rte er.<\/p>\n<p>&#8220;Weniger wahrscheinlich, aber ebenfalls m\u00f6glich ist, dass die Drohne aus einer Distanz von einigen Kilometern nach dem Prinzip von FPV-Drohnen gesteuert wurde. In diesem Fall lenkt der Operator die Drohne von Hand mittels Video\u00fcbertragung, die die Kameras der Drohne erm\u00f6glichen&#8221;, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p>&#8220;Man sollte verstehen, dass solche &#8216;Loitering Weapons&#8217; oder Kamikazedrohnen eine neue Art von Bedrohung sind. M\u00f6glichkeiten, sie zu bek\u00e4mpfen, werden erst ausgearbeitet. Die russischen Ingenieure arbeiten daran, doch es wird noch einige Monate in Anspruch nehmen, bis wir sie effektiv bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen&#8221;, erkl\u00e4rte Rogosin.<\/p>\n<p>&#8220;Nach den ver\u00f6ffentlichten Aufnahmen ist es tats\u00e4chlich kein Multikopter, sondern ein flugzeug\u00e4hnlicher Apparat. Die technischen Eigenschaften solcher Ger\u00e4te erlauben ihnen, wie wir schon mehrmals sahen, bei einem Start von ukrainischem Gebiet aus Moskau zu erreichen oder sogar weiter als Moskau zu fliegen&#8221;, f\u00fcgte der Chefredakteur der Zeitschrift <em>Bespilotnaja awiazija [Unbemannte Luftfahrt]<\/em>,<em><\/em>Denis Fedutinow, hinzu.<\/p>\n<p>&#8220;Dabei sollte man nicht die M\u00f6glichkeit ausschlie\u00dfen, dass die Drohne von einer Sabotagegruppe tats\u00e4chlich vom russischen Territorium aus gestartet wurde. Dies k\u00f6nne beispielsweise innerhalb des Gebiets Moskau geschehen sein und w\u00fcrde die Chancen, das Zentrum der Hauptstadt zu erreichen, erheblich erh\u00f6hen&#8221;, bemerkte er.<\/p>\n<p>&#8220;Dem Video nach zu urteilen, flog die Drohne auf einer geringen H\u00f6he, um die Wahrscheinlichkeit ihrer Aufsp\u00fcrung und Vernichtung zu minimieren. Ebenso wenig sind auf dem Video Spuren einer \u00e4u\u00dferen kinetischen Einwirkung auf das Flugger\u00e4t sichtbar&#8221;, erkl\u00e4rte der Experte.<\/p>\n<p><strong>Wie reagieren?<\/strong><\/p>\n<p>Indessen begann in den Medien und Blogs eine lebhafte Diskussion dar\u00fcber, wie Russlands Antwort auf einen solchen Terroranschlag ausfallen soll. Eine der meistverbreiteten M\u00f6glichkeiten w\u00e4re ein symmetrischer Angriff auf sogenannte Entscheidungszentren in Kiew, die an den Stra\u00dfen Bankowaja (Selenskijs Administration), Gruschewskogo (Rada und Ministerkabinett), Wladimirskaja (Inlandsgeheimdienst SBU), Elektrikow (ukrainischer Milit\u00e4rgeheimdienst), Michailowskaja (Au\u00dfenministerium) und dem Wosduchoflotski Prospekt (Verteidigungsministerium) liegen.<\/p>\n<p>Andere dagegen schlagen Angriffe nicht gegen Entscheidungszentren, sondern gegen Personen vor, die Entscheidungen treffen. Dabei sind sich alle einig, dass eine derartige Ma\u00dfnahme eher psychologischen und symbolischen Charakter h\u00e4tte und zudem in den PR-Traditionen sowohl von Selenskij selbst als auch von seinen ehemaligen Kollegen vom Studio Kwartal 95 steht.<\/p>\n<p>&#8220;Was geschah, war ein Terroranschlag auf staatlicher Ebene, ver\u00fcbt von Vertretern eines illegalen Regimes, das durch den Staatsstreich von 2014 an die Macht kam. Deswegen m\u00fcssen die Organisatoren dieser Aktion wie Terroristen behandelt werden&#8221;, erkl\u00e4rte Konstantin Dolgow, Mitglied des F\u00f6derationsrats und ehemaliger Botschafter Russlands bei der UNO.<\/p>\n<p>Dolgow zufolge verf\u00fcgt Russland \u00fcber alle notwendigen rechtlichen Grundlagen, um auf den Anschlag zu reagieren. Daher sei es nicht n\u00f6tig, zus\u00e4tzliche Entscheidungen auf legislativer Ebene zu treffen. &#8220;Hier sind keine \u00fcberfl\u00fcssigen Emotionen n\u00f6tig. Die Regierung, einschlie\u00dflich des Oberbefehlshabers, verf\u00fcgt \u00fcber alle notwendigen Befugnisse, deswegen wird es noch ein Nachspiel und eine Antwort auf die entstandene Situation geben&#8221;, versprach der Senator. Dolgow \u00e4u\u00dferte zugleich die Meinung, dass es nun notwendig sei, &#8220;dem Pr\u00e4sidenten zur Seite zu stehen und f\u00fcr den Sieg zu arbeiten&#8221;.<\/p>\n<p>&#8220;Der Anschlag ist ein weiterer Beweis daf\u00fcr, dass wir die spezielle Milit\u00e4roperation komplett zu Recht begonnen haben und fortsetzen. Denn eine Gefahr f\u00fcr unsere Sicherheit wird so lange existieren, wie dieses verbrecherische Regime in Kiew existiert&#8221;, sagte Dolgow.<\/p>\n<p>Gleichzeitig \u00e4u\u00dferte der Politologe Jewgeni Mintschenko die Ansicht, dass Wladimir Putin nach dem Angriff auf den Kreml &#8220;jedes Recht habe, die Sicherheitsgarantien f\u00fcr Wladimir Selenskij zur\u00fcckzunehmen, die er zuvor in einem Gespr\u00e4ch mit dem israelischen Regierungspr\u00e4sidenten Naftali Bennett gab&#8221;. Mintschenko r\u00e4t au\u00dferdem, dass Moskau gegenw\u00e4rtig die Antwortoptionen auf den Anschlag nicht benennen sollte.<\/p>\n<p>&#8220;Andernfalls k\u00f6nnte der Gegner von diesen M\u00f6glichkeiten erfahren und Vorteile daraus ziehen. Mehr noch, ich sehe keine dringende Notwendigkeit, die rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen, wenn die Entscheidung \u00fcber die Beseitigung konkreter Personen getroffen wird&#8221;, betonte der Politologe.<\/p>\n<p>&#8220;Der Angriff selbst erfordert tats\u00e4chlich keine besondere Antwort. Hier sind weder Pathos noch Zorn n\u00f6tig. Unsere Aufgabe besteht jetzt darin, das, was wir in der Ukraine begonnen haben, fortzusetzen und zu beenden. Offensichtlich war dies ein psychologischer Angriff und genauso sollte er bewertet werden&#8221;, f\u00fcgte der Politologe und Dozent der Moskauer Wirtschaftshochschule Marat Baschirow hinzu.<\/p>\n<p>Auch Alexandr Koz, Mitglied des Menschenrechtsrats und Kriegsberichterstatter der Zeitung <em>Komsomolskaja Prawda<\/em>, sieht keinen Sinn darin, &#8220;die Bankowaja oder sonstige wichtige Backsteingeb\u00e4ude anzugreifen&#8221;. Auf seinem Telegramkanal schrieb er:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Man muss keine Strafverfahren gegen diejenigen einleiten, die Attentate auf unseren Pr\u00e4sidenten oder unsere Journalisten ver\u00fcben oder <\/em><em>t\u00e4glich <\/em><em> Bewohner von Donezk t\u00f6ten. Man muss sie vernichten. Nicht Entscheidungszentren, sondern Entscheidungstr\u00e4ger angreifen. Methodisch, planm\u00e4\u00dfig und gnadenlos. Der Gegner tut das systematisch auf unserem Territorium.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Laut dem Fernsehjournalisten Andrei Medwedew g\u00e4be es &#8220;keine Drohnen \u00fcber Moskau, wenn es keine Gefahrenquellen g\u00e4be&#8221;. Er schrieb: &#8220;Nehmen Sie die Tatsache zur Kenntnis, dass die Welt nicht ideal ist, dass wir uns oft selbst betrogen haben, dass wir nicht in allem gut sind, aber besser werden. Nicht so schnell, wie man es gerne h\u00e4tte. Doch wir geben uns M\u00fche. Der Feind ist hinterlistig und in seiner Propaganda geschickt.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Was nun? Nichts. Es gibt keine Katastrophe. Es gibt eine unangenehme Situation. Doch davon stirbt man nicht. Man muss weiterk\u00e4mpfen, R\u00fcckschl\u00fcsse aus den eigenen Fehlern ziehen, arbeiten, neue Waffen produzieren, den Feind vernichten. Wenn es keine Bedrohungsquellen gibt, gibt es auch keine Drohnen \u00fcber Moskau. In solchen Tagen sollte man nicht resignieren und meinen, dass alles verloren sei. Und in den Tagen des Sieges, die sicher noch kommen werden, sollte man sich nicht zu viel freuen. Der Weg zum Sieg ist ein langer. Schonen Sie Ihre Nerven&#8221;, fasste er zusammen.<\/p>\n<p>&#8220;Wie soll man antworten? Erstens mit bedeutenden Erfolgen an der Front. Zweitens mit einer intensiven Entwicklung derjenigen Industriezweige, die die Grundlage unserer milit\u00e4rischen Macht bilden. Drittens mit einer effektiven Diplomatie in Bezug auf die Staaten der &#8216;Weltmehrheit&#8217;, die sich f\u00fcr diesen Zirkus mit Drohnen \u00fcber dem Kreml wenig interessieren&#8221;, riet der Kiewer Politologe Alexei Netschajew.<\/p>\n<p>&#8220;Au\u00dferdem w\u00e4re eine physische Isolierung der Westukraine von den NATO-Staaten \u2013 im Rahmen der L\u00f6sung der wichtigsten milit\u00e4rstrategischen Aufgaben der Milit\u00e4roperation \u2013\u00a0hilfreich. Ebenso die punktuelle &#8216;Einwirkung&#8217; auf gegnerische Personen, die wichtige Entscheidungen treffen. Alles andere, inklusive eventueller Angriffe auf das Kiewer Regierungsviertel, scheint keine effektive Methode zur L\u00f6sung von Problemen zu sein. Es ist besser, die Kr\u00e4fte und Mittel auf die wirklich wichtigen Sachen zu konzentrieren&#8221;, res\u00fcmierte Netschajew.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem Russischen und zuerst erschienen bei <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/society\/2023\/5\/3\/1210335.html\">Wsgljad<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema <\/strong>\u2013 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freeassange.rtde.live\/meinung\/169286-russische-antwort-auf-drohnenangriff-in\/\">Die russische Antwort auf den Drohnenangriff in Moskau k\u00f6nnte unsichtbar bleiben<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/russland\/169344-wie-russland-auf-angriff-auf\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Nacht auf den 3. Mai hat die Ukraine den Kreml mit zwei Drohnen angegriffen. Der Fall wurde als Terroranschlag und Attentat auf Russlands Pr\u00e4sidenten eingestuft. 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