{"id":34615,"date":"2023-04-23T21:15:49","date_gmt":"2023-04-23T19:15:49","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/gibt-es-ein-eu-projekt-zur-demontage-des-christentums\/"},"modified":"2023-04-23T21:15:49","modified_gmt":"2023-04-23T19:15:49","slug":"gibt-es-ein-eu-projekt-zur-demontage-des-christentums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/gibt-es-ein-eu-projekt-zur-demontage-des-christentums\/","title":{"rendered":"Gibt es ein EU-Projekt zur Demontage des Christentums?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/04\/6442b20748fbef247e26fa7b.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Mahnungen \u00fcber die Diskriminierung von Christen und ihren Einrichtungen in der EU werden lauter \u2013 auch in Frankreich. Solche Rufe aber werden als deplatzierte Wehleidigkeit auf Basis \u00fcbertriebener und selbst verschuldeter Xenophobie verworfen. Doch das ist zu simpel.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Elem Chintsky<\/em><\/p>\n<p>Man nehme die immer bekannter werdende Kirchenunterdr\u00fcckung und Verfolgung traditionell gl\u00e4ubiger, orthodoxer Christen in der heutigen Ukraine durch das von der NATO gesponserte Kiewer Regime unter Betracht. Auch der stille Jubel und das goldene Schweigen des Wertewestens zu dieser ethnologischen Trag\u00f6die stellt einen kulturell-machtpolitisches Prisma dar.<\/p>\n<p>Dank dieses Prismas stellt sich die Frage, ob unter westlicher Aufsicht sonst noch irgendwo Unannehmlichkeiten und schiere Existenznot f\u00fcr Christen auf der Welt generiert werden.<\/p>\n<p>In einem Spektrum zwischen negativer Voreingenommenheit und blanker Verfolgung Gl\u00e4ubiger sowie Zerst\u00f6rung ihrer christlichen Symbole, beginnt die Europ\u00e4ische Union im Westen eine Vorreiterrolle zu spielen.<\/p>\n<p>Die beste Illustration des amtlichen EU-Ansatzes sind die verschiedenen Kommissariate, die Br\u00fcssel vorsorglich ins Leben gerufen hat. Darunter Koordinatoren zur Bek\u00e4mpfung der Islamophobie, des Rassismus, der Homophobie und sogar einer <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/info\/law\/better-regulation\/have-your-say\/initiatives\/13068-Strategie-zur-Bekampfung-von-Antisemitismus-und-zur-Forderung-des-judischen-Lebens-in-der-EU_de\">&#8220;Strategie zur Bek\u00e4mpfung von Antisemitismus&#8221;<\/a>. Selbst eine Stelle zur Bek\u00e4mpfung &#8220;sozio\u00f6konomischer Diskriminierung von Frauen afrikanischer, nah\u00f6stlicher, lateinamerikanischer und asiatischer Abstammung&#8221; wurde einberufen. Die EU-Kommission lehnt bisher aber gleichzeitig jede Verpflichtung eines EU-B\u00fcrokraten f\u00fcr den Kampf gegen Hass und Aggression gegen Christen und christliche Institutionen ab.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich hat die Journalistin Elena Kondratieva-Salguero auf einen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.lefigaro.fr\/vox\/societe\/l-union-europeenne-doit-accepter-de-voir-en-face-la-montee-des-actes-antichretiens-20230303\">offenen Brief<\/a> in der franz\u00f6sischen Zeitung <em>Le Figaro<\/em>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/actualcomment.ru\/kogo-na-samom-dele-obizhayut-v-evrope-2303071616.html?fbclid=IwAR0cwGxUBEBDhunKb9ujLBRWE1bbhW8XtHceF16uEPJnPtH-ibyS7sBsjHA\">aufmerksam gemacht<\/a>. In dem Manifest hei\u00dft es wortw\u00f6rtlich:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Das Christentum ist nach wie vor das erste und wichtigste Ziel antireligi\u00f6ser Handlungen in Frankreich und in Europa. (\u2026) Kriminelle Handlungen gegen christliche Symbole und Gemeinschaften werden immer gewaltt\u00e4tiger und k\u00f6nnen nicht ignoriert werden. (\u2026) Vandalismus, Zerst\u00f6rung von Kreuzen, Versuche, Kirchen in Brand zu setzen, (\u2026) spiegeln deutlich die st\u00e4ndig wachsende Aggression gegen das Christentum in ganz Europa wider. (\u2026) Es ist nicht mehr m\u00f6glich, sich mit halbherzigen Ma\u00dfnahmen, st\u00e4ndigen leeren Versprechungen und Ausreden zu begn\u00fcgen. (\u2026) Das Aufflammen von Hass und offener Gewalt gegen Christen muss entschlossen und wirksam bek\u00e4mpft werden, sonst sind die Grundprinzipien unserer gesamten Zivilisation gef\u00e4hrdet, an erster Stelle die Gewissensfreiheit.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Unterzeichner des offenen Briefes berufen sich auf Daten der OSZE und des franz\u00f6sischen Innenministeriums.<\/p>\n<p>29 christliche Kirchen wurden in Frankreich in den Jahren 2018 bis 2023 vollst\u00e4ndig und vors\u00e4tzlich in Brand gesteckt und niedergebrannt. Allein seit Anfang 2023, und zwar nur in der franz\u00f6sischen Hauptstadt gez\u00e4hlt, wurden in vier gro\u00dfen Kirchen Vandalismus, Brandstiftung und Zerst\u00f6rung von Statuen von Heiligen sowie Anbetungsobjekten aufgezeichnet: in der Pfarrkirche Saint-Eustache als einer der wichtigsten Pariser Kirchen, der Kirche der Maria Mediatrix, der ehemaligen Kirche und Abtei und dem heutigen Kunstmuseum St-Martin-des-Champs sowie der katholischen Pfarrkirche Saint-Laurent.<\/p>\n<p>Der Vandalismus in der Pfarrkirche Saint-Eustache ereignete sich w\u00e4hrend einer Messe, und der &#8220;Unbekannte&#8221; ist laut Kondratieva-Salguero nach der w\u00fctenden Zerst\u00f6rung wieder spurlos verschwunden, w\u00e4hrend die Beh\u00f6rden sehr schwammig und unmotiviert Tat und Motiv als ungekl\u00e4rt deklarierten.<\/p>\n<p>Unter Auswertung des offenen Briefes kommt die in Frankreich lebende russische Journalistin zu einem scharfen Urteil:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Ebenso wenig k\u00f6nnen wir den unbestreitbaren Einfluss des sogenannten &#8216;politischen Islamismus&#8217; unter den europ\u00e4ischen Politikern leugnen, die bewusst eine unkontrollierte Zuwanderung in die Europ\u00e4ische Union f\u00f6rdern, zusammen mit einer verst\u00e4rkten Ausl\u00f6schung der europ\u00e4ischen Geschichte, Kultur und christlichen Traditionen. Und das durch offene Unt\u00e4tigkeit und stillschweigenden Nichtwiderstand gegen alle antichristlichen Angriffe jeglicher Art, von islamistischen bis hin zu satanistischen (deren Anh\u00e4nger sich erfolgreich der Schar von &#8216;Unbekannten&#8217; anschlie\u00dfen) \u2013 alles, damit das Christentum das Ziel der Vernichtung bleibt.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Inwieweit der &#8220;politische Islamismus&#8221; proaktiv und allein f\u00fcr die wachsende Diskriminierung von Christen in Frankreich und den westlichen EU-Staaten verantwortlich zu machen ist, erscheint als Erkl\u00e4rung verfr\u00fcht.\u00a0 Zwar bleibt der franz\u00f6sische Katholizismus mit 29 Prozent die Religionsgemeinschaft mit der nominal gr\u00f6\u00dften Mitgliederzahl (der Islam liegt zurzeit mit zehn Prozent auf dem 2. Platz in Frankreich), aber<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.insee.fr\/fr\/statistiques\/6793308?sommaire=6793391#:~:text=La%20fr%C3%A9quence%20et%20l%27intensit%C3%A9,%2C%20et%2034%20%25%20des%20juifs.\"> die Statistik<\/a> religi\u00f6s praktizierender Menschen zwischen 18 und 59 Jahren obliegt durchaus drastischer, historisch einzigartiger Umkehrungen. Praktizierende Muslime machen n\u00e4mlich da schon 58 Prozent aus, w\u00e4hrend praktizierende Katholiken auf gerade mal 15 Prozent kommen. Bei solchen Zahlen kann didaktisch zumindest gesagt werden, dass sich ein gro\u00dfer Priorit\u00e4tenwechsel bei der Ahndung von religi\u00f6ser Diskriminierung in Frankreich eingenistet haben muss.<\/p>\n<p>Aber wie bereits demonstriert, scheint eine negative Voreingenommenheit der Europ\u00e4ischen Union gegen\u00fcber dem Christentum zum jetzigen Zeitpunkt fast sicher. Allerdings sollte man die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr etwas mehr diversifizieren und atheistische und ultraliberale Einfl\u00fcsse in die Gleichung einbeziehen. Dann kann man auch sagen, dass Letztere dem politischen Islam durchaus freundlich gesinnt sind, w\u00e4hrend der organisierte Atheismus \u2013 siehe Christopher Hitchens&#8217;, Richard Dawkins&#8217; oder Sam Harris&#8217; Arbeiten \u2013 dem Islam als Ideologie im Allgemeinen sehr kritisch gegen\u00fcbersteht.<\/p>\n<p>Das Thema christlicher Diskriminierung ist auch nicht wirklich brandneu, sondern war bereits empirisch und systematisch in der franz\u00f6sischen Publikation von 2014 namens &#8220;Schwarzbuch \u00fcber die Lage der Christen auf der Welt&#8221; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.xoeditions.com\/livres\/le-livre-noir-de-la-condition-des-chretiens-dans-le-monde\/\">thematisiert<\/a> worden, ruft Kondratieva-Salguero in Erinnerung. Das internationale Team von circa 70 Experten \u2013 darunter politische Analysten, religi\u00f6se Pers\u00f6nlichkeiten und politische Analysten \u2013 hatte damals schon viele entsetzliche Fakten dieses Ph\u00e4nomens zusammengetragen. Die Forscher waren gezwungen gewesen, zu dem Schluss zu kommen, dass ausgerechnet im freiheitlich gesinnten Westen diese Probleme rasant \u00dcberhand nehmen.<\/p>\n<p><strong>Priorit\u00e4ten setzen<\/strong><\/p>\n<p>Fast zur selben Zeit wie der <em>Le-Figaro<\/em>-Beitrag wurden Ergebnisse der Deutschen Bischofskonferenz \u00fcber weltweite Christenverfolgung <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/kultur\/christenverfolgung-nimmt-in-vielen-laendern-weltweit-zu,TWPYfK0\">publik<\/a>. Aus diesen Angaben geht jedoch hervor, dass es den Christen \u00fcberall schlechter geht, nur nicht im Westen. Mehr noch, der Westen wird in den verschiedenen Berichten gar nicht als diskriminierender Raum gef\u00fchrt. Stattdessen werden die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen gebrandmarkt, wie China oder der Iran. \u00dcberall, nur nicht bei uns selbst, sozusagen. Wohingegen es in der Ukraine wohl auch keine gr\u00f6\u00dferen Probleme diesbez\u00fcglich geben soll \u2013 was mindestens eindeutige Fahrl\u00e4ssigkeit bei der Untersuchung dieser Frage vermuten lassen m\u00fcsste.<\/p>\n<p>Zur gro\u00dfen \u00dcberraschung der atheistischen und verweltlichten Bev\u00f6lkerungen in der EU ist der christliche Partikularismus, der so oft als arrogant und absolutistisch ermahnt wird, keine Ausnahme. Auch der Islam besteht darauf, die einzige Wahrheit zu kennen, und ist \u00fcberzeugt, die einzig richtige metaphysische Position innezuhaben. Selbst der universalistische und somit beliebige Pluralismus, der heute unter Atheisten, Materialisten und Naturalisten immer popul\u00e4rer wird, ist letztendlich ausgrenzend, da dieser allen anderen Weltanschauungen den Wahrheitsanspruch abspricht, w\u00e4hrend er seinen eigenen \u2013 paradoxerweise \u2013 geltend macht.<\/p>\n<p>Da reicht es auch nicht aus, dass die systemischen Verharmloser beschwichtigend sagen: &#8220;Unseren nominalen und verweltlichten Christen, die gar nicht mehr an Gott glauben und mittlerweile mit uns zusammen die zweik\u00f6pfige Gender- und Klimareligion in ihren Tempeln anbeten, geht es doch hervorragend.&#8221; So eine Art Toleranz ist leer und jeglichen Sinnes befreit.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, was Kondratieva-Salguero an Reaktionen von Staat und Massenmedien beobachten konnte: Die Beschwichtiger argumentieren n\u00e4mlich, dass Christen im Allgemeinen sowieso etwa ein Drittel der Weltbev\u00f6lkerung darstellen \u2013 daher sei es statistisch nachvollziehbar, dass sie die zahlreichsten Opfer antireligi\u00f6ser Handlungen seien. Es lohne sich also nicht, zu dramatisieren \u2013 &#8220;andere werden auch beleidigt&#8221;.<\/p>\n<p>Ja, F\u00e4lle &#8220;anderer Beleidigter&#8221; sind auch Fakt, und diesen gilt es auch zu verurteilen. Aber laut Datenlage treten diese eine Mal f\u00fcr jedes neue Dutzend antichristlicher Handlungen in Europa selbst auf. Die T\u00e4ter entweihen hingegen keine Moscheen, zerbr\u00f6ckeln keine Synagogen und zerst\u00f6ren keine Buddha-Statuen an Orten der Anbetung. Wie die Motte zum Licht zieht es die extremistischen Aktivisten am st\u00e4rksten zum Christentum. In Anbetracht dieser Ph\u00e4nomene r\u00fcckt die gezielte Weigerung der EU, ausgerechnet einen Kommissar zur Bek\u00e4mpfung antichristlicher Diskriminierung nicht zu berufen, in besonderes Licht.\u00a0<\/p>\n<p>Der Laizismus in Frankreich, auf dem eine verfassungsbasierte Trennung von Staat und Religion beruht, m\u00fcsste theoretisch kein Hindernis sein, um eine faire Behandlung christlicher Interessen und deren Religionsfreiheit im Land zu gew\u00e4hrleisten. Ist doch der Laizismus ein Garant, dass nicht nur die obige Trennung sichergestellt ist, sondern auch, dass innerhalb aller vertretenen Religionen in der franz\u00f6sischen Gesellschaft keine gegen\u00fcber der jeweils anderen diskriminiert wird. In der Praxis sieht das nat\u00fcrlich anders aus.<\/p>\n<p>Die EU-B\u00fcrokratie ist weitestgehend gewillt, sehr achtsam zu entdecken und aufzuzeigen, wo christliche Doktrinen oder Konzepte vermeintlich andere Religionsgruppen diskriminieren k\u00f6nnten \u2013 verbringt aber ausgesprochen wenig Zeit damit, den Umkehrschluss zu ermitteln. So auch der Ende 2021 gestartete Versuch, Weihnachten und alle damit verbundenen Begriffe per neuem Sprachdiktat aus der \u00f6ffentlichen Nutzung herauszunehmen und auf dem Altar der &#8220;diversen, pluralistischen Inklusivit\u00e4t&#8221; zu opfern. Der links-progressive britische <em>Guardian<\/em> musste das Framing <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2021\/nov\/30\/eu-advice-on-inclusive-language-withdrawn-after-rightwing-outcry\">sofort liefern<\/a>, es sei der unverbesserliche &#8220;rechte Fl\u00fcgel&#8221; der EU-Politiker gewesen, der diesem sonst vermeintlich wohlwollenden Unterfangen einen Strich durch die Rechnung machte. Selbst der sonst als liberal geltende Papst Franziskus sah hier pers\u00f6nlich eine rote Linie und ermahnte die EU-Kommission im Namen des Katholizismus, vorerst nicht zu weit zu gehen.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Das neue Kind auf dem Hof der Religionen&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Die im Westen rasant wachsende Gender-Religion, die ihre staatlich sanktionierte missionarische T\u00e4tigkeit \u00fcber die LGBTQ-Ideologie vollzieht, versteht sich mehr und mehr als direkter Konkurrent des Christentums auf dem ehemals freien Markt der Ideen und Weltanschauungen. Die jeweiligen Positionen stehen sich diametral gegen\u00fcber. Jede &#8220;Kirche&#8221;, die sich doch beugt oder unterwandern l\u00e4sst, ist herzlich willkommen. Ansonsten gilt, dass die blo\u00dfe Existenz authentischer Christenheit ein Affront f\u00fcr diese Gruppierungen verbleibt \u2013 wobei echte Koexistenz mit solch ideologisch eingef\u00e4rbten Staatsstrukturen zu einer entfernten Fantasie verkommt.<\/p>\n<p>Die Gender-Religion ist nicht an das reformatorische (eigentlich sogar neutestamentarische) Credo der Trennung von Staat und Religion gebunden und verankerte sich deshalb reibungslos im Herzen staatlicher sowie \u00fcberstaatlicher Strukturen unter dem Deckmantel progressiver Wissenschaftlichkeit.<\/p>\n<p>Echter, gelebter und praktizierter Laizismus \u2013 wie der Wertewesten ihn immer noch bei sich behauptet und irrt\u00fcmlicherweise verbucht \u2013 w\u00fcrde die LGBTQ-Religion offen als solche bezeichnen und gegen\u00fcber Islam, Judentum und Christentum zumindest gleichstellen. Die einen werden nicht daran gehindert zu glauben, dass ein biologischer Mann schwanger werden kann und einmal monatlich menstruiert. Die anderen w\u00fcrden weiterhin nicht daran gehindert, zu glauben, dass der beileibe wiederauferstandene Jesus f\u00fcr ihre S\u00fcnden gestorben ist und jeder Mensch, auch Ungl\u00e4ubige, inh\u00e4rente Rechte und Pflichten besitzt, die Gott h\u00f6chstpers\u00f6nlich ihnen verlieh. Der Staat m\u00fcsste dort konsequente Neutralit\u00e4t wahren, auf Diskriminierung von allen Seiten gleich stark reagieren und keiner Gruppe erlauben, der anderen ihre Ideologie aufzuzwingen. Dieser zivilisatorische Moment wurde aber verpasst.<\/p>\n<p>Jeder jedoch, der lamentiert, dass der Iran, Saudi-Arabien, die Volksrepublik China oder die Russische F\u00f6deration in ihrer Reaktion auf die und bez\u00fcglich der Propagierung der LGBTQ-Religion &#8220;nicht tolerant oder laizistisch genug sind&#8221;, m\u00fcsse sich vom liberal-westlichen, neokolonialistischen Trugschluss verabschieden, der besagt, dass all diese Regionalhegemonen, die vollkommen andere sozialhistorische Entwicklungen erlebt haben, \u00e4hnliche &#8220;Reformationen&#8221; durchgehen m\u00fcssen, wie der Wertewesten es die letzten drei Jahrhunderte tat. Um diese simple Einsicht ist es im Westen aber ausgesprochen schlecht bestellt. Denn westlichen Laizismus im Iran oder in Saudi-Arabien durch den \u00fcblichen &#8220;US-Demokratieexport&#8221; zu erzwingen, w\u00fcrde zu einer allumfassenden Welle revolution\u00e4rer Staatsgewalt f\u00fchren, die jegliche F\u00e4lle heutiger Diskriminierungen dort in den Schatten stellen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Die Reise ist bereits angetreten worden<\/strong><\/p>\n<p>Ja, Isaac Newtons Werk der &#8220;Mathematische Prinzipien der Naturphilosophie&#8221; stellte neue Theorien f\u00fcr die Wissenschaft auf, die schlie\u00dflich zu &#8220;der gro\u00dfen Idee der Aufkl\u00e4rung&#8221; f\u00fchrten. N\u00e4mlich, &#8220;dass der Mensch, geleitet vom Licht der Vernunft, alle Naturph\u00e4nomene erkl\u00e4ren und die Erforschung seines eigenen Platzes in einer Welt, die nicht mehr geheimnisvoll war, in Angriff nehmen k\u00f6nnte&#8221; (Encyclopedia Britannica).<\/p>\n<p>Aber Newton war \u2013 nach ein paar okkulten Forschungsabenteuern \u2013 letztendlich ein christlicher Theist. Das hei\u00dft, w\u00e4hrend er seine Wissenschaftsposition herausbildete, glaubte er an einen pers\u00f6nlichen Gott, der f\u00fcr eine Ordnung sorgt, die der Mensch erforschen und beobachten kann.<\/p>\n<p>Seit der Epoche der Aufkl\u00e4rung aber fing unter einigen humanistischen Gelehrten auch an die fahrl\u00e4ssig-tollk\u00fchne Halbwahrheit zu kursieren, dass das Christentum als anthropologisch-zivilisatorische Komponente des Abendlandes chirurgisch nicht nur entfernt werden kann, sondern entfernt werden muss, samt seinem moralischen Code \u2013 um immerw\u00e4hrenden &#8220;Fortschritt&#8221; zu gew\u00e4hrleisten. Ab dem 19. Jahrhundert wurde diese Position f\u00fcr die revolution\u00e4ren Intellektuellen zur fundamentalen Ausgangsposition. Der 2021 verstorbene Professor f\u00fcr politische \u00d6konomie und US-Diplomat Alberto Martinez Piedra thematisierte diesen Trend in seinem Werk &#8220;No God, No Civilization: The New Atheism &amp; the Fantasy of Perpetual Progress&#8221;, zu Deutsch: &#8220;Kein Gott, keine Zivilisation: Der neue Atheismus und die Fantasie des ewigen Fortschritts&#8221;.<\/p>\n<p>So wurde dieser Trugschluss im Laufe der letzten eineinhalb Jahrhunderte nur teilweise korrigiert und f\u00fchrte zu einer groben Relativierung von Normen und einer ins Absurde reichenden normativen Flexibilit\u00e4t. Beide ebneten den blutigen Weg f\u00fcr die menschenverachtenden Ideologien des 20. Jahrhunderts \u2013 wie der Eugenik und der sozialdarwinistischen Rassenlehren des US-dominierten, angels\u00e4chsischen Raums oder der Deutschen zur Nazizeit. Eine minuti\u00f6s recherchierte Pflichtlekt\u00fcre zu dieser Schattenepoche, deren Hall bis heute durch die westlichen Institutionen nachklingt, ist Edwin Blacks &#8220;War Against the Weak&#8221; (2003), zu Deutsch: &#8220;Krieg gegen die Schwachen&#8221;.<\/p>\n<p>Nach solchen Prozessen des &#8220;Fortschritts&#8221; kann sich sehr z\u00fcgig ein neuer drakonischer, zentralisierter Autoritarismus b\u00fcndeln, wie die EU ihn sp\u00e4testens seit dem Corona-Jahr 2020 teils vergeblich, teils erfolgreich zu kaschieren versucht. Die Folge ist eine technokratische, faschistoide Staatsanbetung, wie wir sie heute auf dem europ\u00e4ischen Kontinent haben, mit der in Br\u00fcssel beheimateten h\u00f6chsten Gottheit.<\/p>\n<p>Echte Toleranz und die Freiheit anders Empfindender sind nach dem Zweiten Weltkrieg \u2013 und besonders nach dem Kalten Krieg \u2013 so sehr aus den Fugen geraten, dass der technologisch-ethische &#8220;Fortschritt&#8221;, den nicht-christliche Eliten im Westen (und im Kalten Krieg auch in der Sowjetunion) regelm\u00e4\u00dfig ihren Bev\u00f6lkerungen wie ein Mantra durch alle Kan\u00e4le versprachen, mittlerweile in einer ratternden Zentrifuge der Paradoxien und Widerspr\u00fcche gem\u00fcndet ist. Beispiele hierf\u00fcr sind die vollkommen verzerrten und ausgeh\u00f6hlten Axiome der Gewissens-, Meinungs- und Redefreiheit. Dazu kommt die Unverletzlichkeit der W\u00fcrde des Individuums und seines K\u00f6rpers oder auch die Religionsfreiheit selbst \u2013 sowie die Freiheit, nicht gl\u00e4ubig oder religi\u00f6s sein zu wollen. Und \u00fcber dieses clever gesattelte Trojanische Pferd findet auch die systematische Demontage der christlichen Kultur in der EU statt, die nicht mehr an der Wahlurne zu beheben ist.<\/p>\n<p><em><strong>Elem Chintsky<\/strong> ist ein deutsch-polnischer Journalist, der zu geopolitischen, historischen, finanziellen und kulturellen Themen schreibt. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit RT DE besteht seit 2017. Seit Anfang 2020 lebt und arbeitet der freischaffende Autor im russischen Sankt Petersburg. Der urspr\u00fcnglich als Filmregisseur und Drehbuchautor ausgebildete Chintsky betreibt au\u00dferdem einen eigenen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/t.me\/elemread\">Kanal auf Telegram<\/a>, auf dem man noch mehr von ihm lesen kann.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freeassange.rtde.live\/meinung\/161576-wie-konnte-es-nur-dazu\/\">&#8220;Wie konnte es nur dazu kommen?&#8221; \u2013 Enthemmter \u00dcberlegenheitsglaube erm\u00f6glichte Auschwitz<em><\/em><\/a><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/168184-laeuft-ein-eu-projekt-zur-demontage-des-christentums-auf-hochtouren\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mahnungen \u00fcber die Diskriminierung von Christen und ihren Einrichtungen in der EU werden lauter \u2013 auch in Frankreich. 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