{"id":32900,"date":"2023-03-24T14:36:11","date_gmt":"2023-03-24T12:36:11","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/der-westen-haette-den-ukraine-krieg-verhindern-koennen-wollte-es-aber-nicht\/"},"modified":"2023-03-24T14:36:11","modified_gmt":"2023-03-24T12:36:11","slug":"der-westen-haette-den-ukraine-krieg-verhindern-koennen-wollte-es-aber-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/der-westen-haette-den-ukraine-krieg-verhindern-koennen-wollte-es-aber-nicht\/","title":{"rendered":"Der Westen h\u00e4tte den Ukraine-Krieg verhindern k\u00f6nnen, wollte es aber nicht"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/641d5b21b480cc690521c294.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Russland w\u00e4re wohl kaum in die Ukraine einmarschiert, wenn eine Koalition aus NATO-Staaten zuvor mit einem direkten Eingreifen gedroht h\u00e4tte. Dass man darauf im Westen verzichtete, geschah offenbar bewusst. Dahinter stand die Fehleinsch\u00e4tzung, Russland wirtschaftlich erdrosseln und politisch isolieren zu k\u00f6nnen.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Bernd Murawski<\/em><\/p>\n<p>Dies ist die Geschichte von jemandem, der es in der Hand hatte, einen Krieg zu verhindern. Stattdessen verfolgte er ein h\u00f6heres Ziel und steigerte sich in einen Wahn, der ihn blind f\u00fcr die Realit\u00e4ten machte. Am Ende scheiterte er kl\u00e4glich. Nicht nur misslang sein Vorhaben, sondern er geriet in eine schlechtere Lage als zuvor. Der Weg f\u00fchrte \u00fcber Hunderttausende von Toten und massive Zerst\u00f6rungen, die er in Kauf nahm, weil er sich nicht verantwortlich f\u00fchlte. Gemeint ist der kollektive Westen.<em><\/em><\/p>\n<p><strong>Eine Beistandserkl\u00e4rung f\u00fcr die Ukraine<\/strong><\/p>\n<p>Wie Russland 2015 dem Beistandsgesuch der syrischen Regierung nachkam und milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung gew\u00e4hrte, h\u00e4tte eine Gruppe von NATO-Staaten ank\u00fcndigen k\u00f6nnen, bei einem russischen Angriff Kampfeinheiten in die Ukraine zu schicken. Dies w\u00e4re der Kiewer F\u00fchrung vor Beginn des bewaffneten Konflikts f\u00fcr den Fall zugesichert worden, dass sie eine entsprechende Bitte vorgebracht h\u00e4tte. Da es sich um einen Verteidigungskrieg gehandelt h\u00e4tte, w\u00e4ren die Hilfeleistungen v\u00f6lkerrechtskonform gewesen. \u00a0<\/p>\n<p>Die russische Milit\u00e4raktion gegen die Ukraine mag die \u00d6ffentlichkeit wie auch die meisten politischen Beobachter \u00fcberrascht haben, kaum jedoch westliche Geheimdienstkreise. Obgleich keine letzte Gewissheit bestand, d\u00fcrften Erkenntnisse aus der Satelliten\u00fcberwachung Hinweise auf einen m\u00f6glichen russischen Angriff gegeben haben. F\u00fcr wie ernst die Indikatoren gehalten wurden, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/krise-in-osteuropa-cia-rechnet-mit-russischem-angriff-kommende-woche-a-2e10a45f-b6eb-4b1a-b692-2edc64c04adf\">bezeugen<\/a> die Warnungen, die laut Medien an politische Entscheidungstr\u00e4ger weitergegeben wurden. H\u00e4tten sich die Bef\u00fcrchtungen als unbegr\u00fcndet erwiesen, w\u00e4ren Schutzzusagen der NATO-Mitglieder an die Ukraine zumindest ein Signal an Russland gewesen.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>In einer &#8220;Koalition der Willigen&#8221; h\u00e4tten die USA die F\u00fchrung \u00fcbernommen, weil sie den Gro\u00dfteil der Milit\u00e4rausr\u00fcstung bereitstellen w\u00fcrden. Gro\u00dfbritannien und Polen w\u00e4ren gleichfalls in eine zentrale Rolle gelangt, w\u00e4hrend sich Deutschland eher zur\u00fcckgehalten h\u00e4tte. Alle NATO-Mitglieder w\u00e4ren aufgefordert gewesen, sich dem Projekt zur Unterst\u00fctzung der Ukraine anzuschlie\u00dfen, ebenso die Beitrittskandidaten Schweden und Finnland. Manche Staaten h\u00e4tten Bodentruppen und Luftstreitkr\u00e4fte bereitgestellt, andere sich auf die Lieferung milit\u00e4rischer Ger\u00e4te und logistische Unterst\u00fctzung beschr\u00e4nkt. F\u00fcr die Koordination w\u00e4re entweder das Kommando der US-Armee oder das NATO-Hauptquartier verantwortlich gewesen. Eine formelle Beteiligung der NATO h\u00e4tte es indes nicht geben, weil einige Mitglieder wie die T\u00fcrkei und Ungarn eine Teilnahme abgelehnt h\u00e4tten.<\/p>\n<p><strong>Die zu erwartenden Reaktionen<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4re eine westliche Unterst\u00fctzergruppe gebildet worden, die einem Hilfegesuch Kiews gefolgt w\u00e4re, h\u00e4tte Russland wohl kaum einen Waffengang wie im Februar letzten Jahres riskiert. Sowohl Vertreter des NATO-Blocks als auch russische F\u00fchrungsmitglieder haben wiederholt erkl\u00e4rt, dass ein milit\u00e4rischer Zusammensto\u00df der Armeen beider Seiten unbedingt vermieden werden sollte. Dazu w\u00e4re es aber unweigerlich gekommen, wobei \u00fcber den Ausgang angesichts der klaren \u00dcberlegenheit der westlichen Milit\u00e4rkr\u00e4fte kein Zweifel bestanden h\u00e4tte. \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Probleme h\u00e4tte es eher durch die Ukraine gegeben. Das im Fr\u00fchjahr 2021 verabschiedete <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/critical-news.de\/ukraine-dekret-117-2021-kriegserklaerung-ein-mythos-oder-realitat\/\">De-Okkupationsdekret<\/a> hat die Kiewer F\u00fchrung n\u00e4mlich verpflichtet, die verlorenen Territorien notfalls gewaltsam zur\u00fcckzuerobern. Au\u00dferdem h\u00e4tte sie Schl\u00e4ge gegen Ziele jenseits der russischen Grenze ausf\u00fchren k\u00f6nnen, wie es in den letzten Monaten wiederholt geschehen ist. Die US-gef\u00fchrte Koalition h\u00e4tte daher deutlich machen m\u00fcssen, dass allein defensive Operationen unterst\u00fctzt werden. Offen w\u00e4re geblieben, wie ukrainische Angriffe auf die Krim und den Donbass zu bewerten gewesen w\u00e4ren.<\/p>\n<p>In der Ukraine d\u00fcrfte ein Interesse bestanden haben, Russland zu Gegenschl\u00e4gen zu provozieren, um danach den Westen um Beistand zu ersuchen. Bereits die Stationierung russischer Truppen in den Donbass-Republiken, wie sie nach deren Anerkennung durch Russland am 21. Februar 2022 und dem Abschluss von Beistandspakten erfolgte, h\u00e4tte Kiew als Eindringen in das eigene Hoheitsgebiet interpretiert. Der Kreml h\u00e4tte seinerseits erkl\u00e4rt, dass die Republiken Donezk und Lugansk inzwischen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.juraforum.de\/lexikon\/voelkerrechtssubjekt\">V\u00f6lkerrechtssubjekte<\/a> geworden seien und wegen ukrainischen Beschusses um Hilfe b\u00e4ten.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich w\u00e4re es zu einer Fortsetzung der Grenzscharm\u00fctzel gekommen, und obendrein h\u00e4tte Russland massive Gegenschl\u00e4ge bis ins ukrainische Hinterland unternehmen k\u00f6nnen. Die US-gef\u00fchrte Unterst\u00fctzergruppe w\u00e4re daraufhin bei einem Hilfeersuchen der Kiewer Regierung in eine prek\u00e4re Lage geraten. Selbst wenn sie sich der ukrainischen Argumentation nicht angeschlossen h\u00e4tte, w\u00e4re sie allein um ihrer Glaubw\u00fcrdigkeit willen zum Handeln aufgefordert gewesen.<\/p>\n<p>Um einen milit\u00e4rischen Schlagabtausch mit Russland zu vermeiden, h\u00e4tte sie wahrscheinlich von Kiew verlangt, die alleinige Kontrolle \u00fcber den Grenzabschnitt zu bekommen. Aufgrund gleicher \u00dcberlegungen h\u00e4tte sich Moskau veranlasst gesehen, die Donbass-Milizen unter seine Fittiche nehmen. Damit h\u00e4tte sich die Lage an der Front zum ersten Mal seit mehr als acht Jahren vollst\u00e4ndig beruhigt. Die russische F\u00fchrung h\u00e4tte als Erfolg deklarieren k\u00f6nnen, mit der Beendigung der humanit\u00e4ren Notlage im Donbass eines ihrer Ziele erreicht zu haben.<\/p>\n<p><strong>Schw\u00e4chung Russlands als favorisierte Alternative<\/strong><\/p>\n<p>Das hier vorgestellte Szenario h\u00e4tte f\u00fcr die westliche Seite zwei entscheidende Vorteile: Zum einen k\u00f6nnte die bereits begonnene Stationierung von Einheiten der NATO erweitert und die Ukraine sp\u00e4ter als Mitglied aufgenommen werden. Zum anderen h\u00e4tte Kiew die M\u00f6glichkeit, seine Ukrainisierungspolitik ungehindert fortzusetzen und russische Elemente aus Sprache, Schrift und Kultur weiter auszumerzen. Sowohl eine NATO-Pr\u00e4senz als auch die Zur\u00fcckdr\u00e4ngung russischen Einflusses liegen zweifelsohne im westlichen Interesse. Desto unverst\u00e4ndlicher erscheint, dass ein milit\u00e4risches Vorgehen Russlands gegen die Ukraine offenbar zugelassen wurde.<\/p>\n<p>Augenscheinlich gab es f\u00fcr die politische Elite des Westens ein wichtigeres Ziel als m\u00f6gliche Milit\u00e4rbasen an der russischen Grenze und die Umwandlung der Ukraine in ein &#8220;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/geschichtedergegenwart.ch\/anti-russland-die-ukraine-als-politisches-projekt\/\">Anti-Russland<\/a>&#8220;. Worum es sich dabei handelte, wurde von f\u00fchrenden Politikern und Vertretern einflussreicher Think-Tanks mehrfach offen ausgesprochen, etwa von Annalena Baerbock mit den <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rnd.de\/politik\/ukraine-krieg-baerbock-ueber-sanktionen-das-wird-russland-ruinieren-RZDYS2DEPRK5OST7ZGGRZ6UN4I.html\">Worten<\/a>, Russland ruinieren zu wollen. \u00dcber die Schaffung von wirtschaftlichem Chaos sollten Russland und seine Regierung nachhaltig geschw\u00e4cht und als Machtfaktor gestutzt werden. Wie der russische Au\u00dfenminister Sergei Lawrow <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Russland-dekolonisieren-Will-der-Westen-die-Russische-Foederation-zerstueckeln-7274966.html?seite=all\">erw\u00e4hnte<\/a>, existieren sogar Pl\u00e4ne, das Land zu zerst\u00fcckeln und die einzelnen Teile zu &#8220;dekolonialisieren&#8221;.<\/p>\n<p>Um die hierf\u00fcr notwendigen &#8220;<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/de\/qanda_22_2333\">beispiellosen<\/a>&#8221;\u00a0Sanktionen verh\u00e4ngen zu k\u00f6nnen, bedurfte es eines \u00fcberzeugenden Anlasses. Dieser war durch den russischen Einmarsch in die Ukraine gegeben. Mehrere Ereignisse im Vorzeitraum wie der von der OSZE dokumentierte <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2022\/ukrainische-armee-verstaerkt-den-beschuss-auf-wohngebiete-im-donbass\/\">intensivierte Beschuss<\/a> von St\u00e4dten des Donbass, die Konzentration ukrainischer Truppenverb\u00e4nde im Osten des Landes und die verst\u00e4rkte Aufr\u00fcstung der Ukraine durch den Westen dienten offensichtlich dem Zweck, den Druck auf den Kreml zu erh\u00f6hen. Der <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article236976541\/Russland-Ukraine-Krise-Johnson-fuerchtet-groessten-Krieg-in-Europa-seit-1945.html\">Abzug<\/a> westlicher Milit\u00e4rberater in den ersten Wochen des Februar 2022 kann als Fingerzeig interpretiert werden, dass das Terrain f\u00fcr einen russischen Angriff ger\u00e4umt w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wenn der Westen eine m\u00f6gliche Vereitelung des milit\u00e4rischen Konflikts unterlie\u00df, um Russland stattdessen maximal sch\u00e4digen zu k\u00f6nnen, dann bestand verst\u00e4ndlicherweise kein Interesse an sicherheitspolitischen L\u00f6sungen, die Moskau akzeptiert h\u00e4tte. Ebenso wenig ging es um das Recht der Ukraine auf Selbstbestimmung und freier Wahl ihrer ausl\u00e4ndischen Partner. Sollte der ukrainische Pr\u00e4sident Wladimir Selenskij an eine solche Mission des Westens geglaubt haben, dann wurde er arg get\u00e4uscht. Seine Auftritte in westlichen Parlamentss\u00e4len dienten wie die verzerrte Berichterstattung \u00fcber die Kriegsereignisse vielmehr einer Propagandamaschinerie, deren Zweck die D\u00e4monisierung Russlands war.<\/p>\n<p>Der massive Informationskrieg unter Beteiligung von Politikern, Experten und Medien erzielte schlie\u00dflich eine breite Akzeptanz der Sanktionsma\u00dfnahmen. Fr\u00fchere Differenzen innerhalb der westlichen Staatengemeinschaft, die wirtschaftlich, historisch und geographisch bedingt waren, l\u00f6sten sich scheinbar in einer einheitlichen antirussischen Front auf.<\/p>\n<p><strong>Die Bedeutung geopolitischer Interessen<\/strong><\/p>\n<p>Um die westlichen Motive f\u00fcr eine Schw\u00e4chung Russland zu verstehen, bedarf es eines Blickes auf die Interessenlagen der L\u00e4nder. Nach Wladimir Putins Macht\u00fcbernahme schien sich George F. Kennans <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/usa-eine-stimme-fuer-vernunft\/\">Voraussage<\/a> von 1997 zu erf\u00fcllen, dass sich die Dem\u00fctigung Russlands und die Ausweitung der westlichen Machtsph\u00e4re nach Osten langfristig r\u00e4chen w\u00fcrden. Als sich die russische F\u00f6deration innen- und au\u00dfenpolitisch zunehmend von westlichen Leitbildern entfernte und gleichzeitig ihr Selbstbewusstsein wuchs, antwortete der Westen mit Kritik und Distanz.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich stellte Moskau den Hegemonialanspruch der USA infrage, was zum erste Mal deutlich in Putins <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/dokumentationen\/10-02-2007-putin-kritisiert-usa-politik\/phoenix\/Y3JpZDovL3Bob2VuaXguZGUvMjUyNDU1Mw\">Rede<\/a> auf der M\u00fcnchener Sicherheitskonferenz 2007 zum Ausdruck kam. Die Reaktionen auf das russische Votum f\u00fcr eine multipolare Welt gleichberechtigter Staaten waren gespalten. Der gr\u00f6\u00dfte Widerstand kam von den angels\u00e4chsischen Staaten, allen voran den USA und Gro\u00dfbritannien. Sie sahen ihre globale Dominanz bedroht, die sich auf den milit\u00e4rischen Bereich wie auch auf die Finanzwelt erstreckte. Mithilfe von Erl\u00f6sen aus dem Finanzsektor kompensierten sie die wachsenden Au\u00dfenhandelsdefizite, die auf einer jahrzehntelangen Vernachl\u00e4ssigung des produktiven Sektors beruhten.<\/p>\n<p><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/deutsche-wirtschafts-nachrichten.de\/511653\/Soll-Deutschland-den-USA-den-Ruecken-kehren\">Dagegen<\/a> konnten Deutschland und andere Staaten Kontinentaleuropas ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit erhalten und sogar partiell ausbauen. Einen wesentlichen Anteil daran hatten billige Rohstoffe aus Russland, das \u00fcberdies ein wichtiger Absatzmarkt f\u00fcr europ\u00e4ische Produkte war. Eine \u00e4hnlich gro\u00dfe Bedeutung erlangte die Etablierung von Wertsch\u00f6pfungsketten, in denen China eine herausragende Stellung einnimmt.<\/p>\n<p>Gleichwohl sind Russland und China die Hauptprotagonisten einer multipolaren Weltordnung. Ihr Bestreben ist darauf gerichtet, neokoloniale Strukturen, die dem Westen eine Vormachtstellung einr\u00e4umen, durch gr\u00f6\u00dfere nationale Eigenst\u00e4ndigkeit, faire Handelsbeziehungen und Win-Win-Konstellationen zu ersetzen. Die Bedrohung seiner Privilegien hat den Westen zu einer Schicksalsgemeinschaft zusammengeschwei\u00dft, deren wirtschaftliche und politisch-strategische Interessen mit Beschw\u00f6rungen demokratischer Werte und einer regelbasierten Ordnung kaschiert werden. Dennoch gibt es Unterschiede in der Betroffenheit, da Kontinentaleuropa dank der entwickelten Realwirtschaft seinen Platz in einer multipolaren Welt finden d\u00fcrfte, w\u00e4hrend den angels\u00e4chsischen Staaten ein schmerzlicher Machtverlust droht.<\/p>\n<p><strong>Die Schaffung einer anti-russischen Front<\/strong><\/p>\n<p>In Moskau d\u00fcrfte nicht unbemerkt geblieben sein, dass Washington und London bei der Eind\u00e4mmung Russlands eine f\u00fchrende Rolle spielen und die deutsche Regierung eine eher z\u00f6gerliche Haltung einnimmt. Seit den 1990er Jahren hatte sich zwischen Russland und Deutschland \u00fcber zahlreiche Kooperationsformate ein Vertrauensverh\u00e4ltnis <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.swp-berlin.org\/publications\/products\/arbeitspapiere\/Partnerschaft_ks.pdf\">entwickelt<\/a>, das zunehmend unter angels\u00e4chsischen Beschuss geriet. Durch antirussische Medienpropaganda und die Schaffung vollendeter Tatsachen wie den Maidan-Umsturz 2014 konnten die EU-Staaten tendenziell veranlasst werden, ihre Ostpolitik an US-Zielen auszurichten.<\/p>\n<p>Wenn Deutschland trotz mancher Bedenken mitgezogen ist, dann aus der <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/apolut.net\/warum-deutschland-zu-den-usa-haelt-von-bernd-murawski\/\">\u00dcberzeugung<\/a>, dass das gemeinsame Interesse des Westens am Erhalt seiner globalen Dominanz Geschlossenheit erfordere. Es wurde aber auch bef\u00fcrchtet, dass die USA bei widerspenstigem Verhalten zu Drohinstrumenten wirtschaftlicher, medialer oder geheimdienstlicher Art greifen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die wachsende Bereitschaft der Bundesregierung, sich an Russland-feindlichen Aktionen zu beteiligen, basierte auf der Annahme, dass der \u00f6stliche Nachbar auf westliche Technologien angewiesen sei und keinen Abbruch der Beziehungen zu seinen Wirtschaftspartnern in der EU riskieren w\u00fcrde. Trotz gesteigertem Russland-Bashing, zuletzt mit der Nawalny-Aff\u00e4re von Berlin selbst orchestriert, war man zuversichtlich, dass der Kreml stillhalten und westliche Provokationen und Diffamierungen weiterhin schlucken w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dieser Glaube erschien begr\u00fcndet, da ein gro\u00dfer Teil der russischen Produktion auf westlichem Know-how beruhte. Die Funktionsf\u00e4higkeit vieler Betriebe und Anlagen war abh\u00e4ngig von Ersatzteilen, Vorprodukten und Wartungsdiensten aus dem Ausland. Die hohe Verletzlichkeit der Wirtschaft wurde der russischen F\u00fchrung sp\u00e4testens durch die Sanktionen bewusst, die infolge der Krim-Angliederung <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.bpb.de\/themen\/europa\/ukraine-analysen\/272732\/dokumentation-verlaengerung-der-krim-sanktionen-durch-die-eu\/\">verh\u00e4ngt<\/a> wurden. Um keine weiteren Strafma\u00dfnahmen zu erleiden, sah sich Moskau gezwungen, unvorteilhafte Kompromisse einzugehen und Notlagen zu ertragen. Erw\u00e4hnt seien das Erste Minsker Abkommen, wodurch ein erfolgreicher Vormarsch der Donbass-Milizen gestoppt wurde, und die Unterbrechung des Krim-Kanals mit dramatischen Folgen f\u00fcr Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung.<\/p>\n<p><strong>Die Lage vor Beginn der russischen Milit\u00e4roperation<\/strong><\/p>\n<p>Als sich Deutschland und Frankreich Ende 2021 von Minsk II <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/linkezeitung.de\/2021\/11\/20\/maas-le-drian-ein-briefwechsel-mit-lawrow-und-die-wahrheit\/\">lossagten<\/a>, schien der Bogen \u00fcberspannt zu sein. Bereits ein halbes Jahr vorher hatte der Kreml eine neue nationale Sicherheitsstrategie <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.voltairenet.org\/article213632.html\">verabschiedet<\/a>, die es in sich hatte. Nie zuvor waren die westlichen Staaten in einem offiziellen Dokument als feindlich gesonnen bezeichnet worden. Gefordert wurden mehr wirtschaftliche Autarkie und eine Intensivierung der Beziehungen zu China, Indien und anderen Partnerstaaten au\u00dferhalb des Westens. Es wurde festgestellt, dass schon gro\u00dfe Schritte in diese Richtung unternommen wurden, auch angesto\u00dfen durch fr\u00fchere Sanktionen.<\/p>\n<p>Die an USA und NATO gerichtete sicherheitspolitische Initiative vom Dezember 2021 gilt allgemein als letzter Versuch, eine friedliche L\u00f6sung des Ukraine-Konflikts zu erreichen. Doch d\u00fcrfte die russische F\u00fchrung angesichts der vorausgegangenen Erfahrungen kaum <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.russlandkontrovers.com\/erwaegt-russland-einen-bruch-mit-dem-westen\">geglaubt<\/a> haben, im Westen auf eine konstruktive Haltung zu sto\u00dfen. Bei einer Nachbetrachtung dr\u00e4ngt sich der Eindruck auf, dass die eigentlichen Adressaten des russischen Vorsto\u00dfes befreundete Staaten des Globalen S\u00fcdens, wohlgesonnene Kr\u00e4fte im Westen und die eigenen B\u00fcrger waren. Russische Interessen sollten bekannt gemacht und als legitim herausgestellt werden, um im Fall einer Milit\u00e4raktion Sympathie und Zustimmung zu erlangen. \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Die negative Reaktion auf die russische Initiative st\u00fctzt die Sicht, dass dominante Kr\u00e4fte im Westen einen milit\u00e4rischen Schlag Russlands gegen die Ukraine herbeiw\u00fcnschten. Eine Bereitschaft zu Verhandlungen wie auch Gegenangebote zum russischen Vorschlag w\u00e4ren aus diesem Blickwinkel destruktiv gewesen. Dennoch gab es von europ\u00e4ischer Seite mit den Moskau-Besuchen von Olaf Scholz und Emmanuel Macron im Januar 2022 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/ukraine-krise-bundeskanzler-scholz-usa-macron-putin-1.5523971\">Bem\u00fchungen<\/a>, die Situation zu entsch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise haben die EU-Staatslenker erkannt, dass Russland nicht mit der westlichen Wirtschaftswaffe erschreckt werden kann, und \u00e4u\u00dferten Bereitschaft zu Kompromissen. Vielleicht wollten sie auch nur den russischen Pr\u00e4sidenten warnen, indem sie ihn \u00fcber die Sanktionen in Kenntnis setzten, die bei einem Angriff auf die Ukraine verh\u00e4ngt w\u00fcrden. Offenbar haben sie nicht verstanden, dass der Kreml auf eine milit\u00e4rische Auseinandersetzung vorbereitet war und das vergiftete &#8220;Angebot&#8221; der westlichen Hardliner anzunehmen gedachte.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckschl\u00e4ge und Erfolge Russlands im Ukraine-Krieg<\/strong><\/p>\n<p>Der Moskauer F\u00fchrung d\u00fcrften die Intentionen der USA und ihrer F\u00fcrsprecher in Europa bekannt gewesen sein. Ebenso hatte man registriert, dass der Westen seine wirtschaftliche und geopolitische Macht \u00fcbersch\u00e4tzt. Wenn in dessen Hauptst\u00e4dten die \u00dcberzeugung vorherrschte, die russische F\u00fchrung w\u00fcrde mit der Entscheidung f\u00fcr einen Waffengang in eine aufgestellte Falle tappen, dann beruhte dies offenkundig auf Selbstt\u00e4uschung. Anstatt dass der Kreml aufgrund von Druck, Angst oder vermeintlicher Alternativlosigkeit handelte, d\u00fcrfte er die westliche Hinterlist durchschaut und die sich bietende Gelegenheit genutzt haben. Mit der &#8220;erlaubten&#8221; Milit\u00e4raktion konnte Russland nicht nur der Bev\u00f6lkerung im Donbass helfen, sondern auch weitergehende Ziele ansteuern. Diese waren die Neutralisierung der Ukraine und die Zur\u00fcckdr\u00e4ngung des ultranationalistischen Einflusses. \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Doch auch die russischen Planer der milit\u00e4rischen Sonderoperation <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uBULbPEqy4M\">versch\u00e4tzten<\/a> sich. Sie mussten bald erkennen, dass die erwartete Unterst\u00fctzung seitens der ethnischen Russen in der Ukraine ausblieb. In St\u00e4dten mit russischer Bev\u00f6lkerungsmehrheit wie Charkow und Odessa gab es nicht einmal Anzeichen f\u00fcr Aufst\u00e4nde oder zivilen Ungehorsam. Obwohl die ukrainischen B\u00fcrger als Br\u00fcder tituliert und zivile Einrichtungen bewusst geschont wurden, musste die Moskauer F\u00fchrung konstatieren, dass sich keine prorussische Stimmung wie beim <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.usagm.gov\/wp-content\/media\/2014\/06\/Ukraine-research-brief.pdf\">Anti-Maidan<\/a> neun Jahre zuvor entfachen lie\u00df.\u00a0<\/p>\n<p>Ebenso wenig kam es zu Machtver\u00e4nderungen zugunsten russlandfreundlicher oder zumindest verst\u00e4ndigungsbereiter Personen im politischen Zentrum Kiews. Dennoch gelang es, mit der ukrainischen F\u00fchrung Konsultationen aufzunehmen, nachdem sie durch die russische Milit\u00e4roperation sichtlich geschockt war. Die erfolgreich verlaufenden Verhandlungen, bei denen Russland seine Kernforderungen durchzusetzen schien, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/open-source\/naftali-bennett-wollte-den-frieden-zwischen-ukraine-und-russland-wer-hat-blockiert-li.314871\">endeten<\/a> jedoch abrupt, nachdem der Westen unter britischer und US-amerikanischer Federf\u00fchrung intervenierte. F\u00fcr die russische Seite war dies ein weiterer herber R\u00fcckschlag.<\/p>\n<p>Nach den anschlie\u00dfenden ukrainischen Mobilisierungen und der massiven westlichen Waffenhilfe erwies sich das im Einsatz befindliche Milit\u00e4r Russlands als unzureichend. Die Kreml-F\u00fchrung entschied sich daraufhin zu einer Aufstockung der Truppen und einer Steigerung der Kriegsproduktion. Es herrschte die \u00dcberzeugung vor, dass Russlands weitaus gr\u00f6\u00dferes <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/ukraine-ist-wirtschaftlich-viel-staerker-geschwaecht-als-russland\/\">Wirtschaftspotenzial<\/a> und seine milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit auf l\u00e4ngere Sicht zu einem Sieg auf dem Schlachtfeld f\u00fchren w\u00fcrden. Ferner glaubte man, dass sich die NATO weiter zur\u00fcckhalten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wichtige Voraussetzungen f\u00fcr den russischen Eskalationsschritt waren die Zustimmung der eigenen B\u00fcrger und die Akzeptanz durch die wichtigsten Verb\u00fcndeten im Ausland. Hier konnte Russland zweifellos die gr\u00f6\u00dften Erfolge verzeichnen. <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/wer-wladimir-putin-stuerzen-will-darf-auf-das-russische-volk-nicht-zaehlen-li.230240\">Umfragen<\/a> zufolge genie\u00dft die Moskauer F\u00fchrung derzeit einen breiteren R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung als vor dem Krieg, zumal der vom Westen erhoffte Zusammenbruch der russischen Volkswirtschaft ausgeblieben ist. Ebenso ist es dem Kreml gelungen, au\u00dferhalb der westlichen Staatengemeinschaft Unterst\u00fctzung und Sympathien oder zumindest Neutralit\u00e4tsbekenntnisse und Verst\u00e4ndnis zu erhalten.<\/p>\n<p><strong>Eine Schlappe f\u00fcr den Westen<\/strong><\/p>\n<p>Die wohl gr\u00f6\u00dfte Entt\u00e4uschung f\u00fcr den Westen war die Positionierung des Globalen S\u00fcdens im Ukraine-Konflikt. Dadurch wurden die Hoffnungen auf eine Isolation und wirtschaftliche Strangulierung Russlands zunichte gemacht. Wiederholte <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/baerbock-strebt-enge-beziehungen-zu-afrika-an-18600616.html\">Versuche<\/a>, Druck auf jene L\u00e4nder auszu\u00fcben und sie mit Angeboten zu k\u00f6dern, verliefen ergebnislos. So beteiligte sich nur ein Viertel der Staaten mit etwa 15 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung an den Wirtschaftssanktionen. Da der Ukraine-Konflikt zudem eher stabilisierend auf die russische Gesellschaft wirkte und die Milit\u00e4reinheiten mit immer <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.merkur.de\/politik\/waffen-russland-ukraine-krieg-news-putin-kampfroboter-marker-militaer-fra-92029990.html\">besserem Ger\u00e4t<\/a> ausger\u00fcstet werden, haben die westlichen Bestrebungen einer Schw\u00e4chung Russlands eher das Gegenteil erreicht. \u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Unterdessen l\u00e4sst sich die fr\u00fchere Chance, den Kreml durch eine Beistandserkl\u00e4rung f\u00fcr die Ukraine von der Milit\u00e4roperation abzubringen, nicht mehr nachholen. Heute w\u00fcrde dieses Konzept zu einer Beteiligung von NATO-Staaten an den Kampfhandlungen und damit zu einer direkten Konfrontation mit der russischen Armee f\u00fchren. Der Zweck der Zusicherung milit\u00e4rischen Beistands war ja nicht ein Kriegseintritt, sondern die Abschreckung Russlands. Die Kiewer F\u00fchrung d\u00fcrfte angesichts ihrer <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/linkezeitung.de\/2023\/03\/17\/die-washington-post-hat-endlich-die-ganze-wahrheit-darueber-gesagt-wie-schlecht-kiews-streitkraefte-dastehen\/\">hoffnungslosen Lage<\/a> zu einer Eskalation bereit sein, was wohl auch f\u00fcr einige Hardliner im Westen gilt. Die gro\u00dfe Mehrheit der Politiker ist sich hingegen der potenziellen Gefahren bewusst. \u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Dies gilt ebenso f\u00fcr die Kreml-F\u00fchrung, auch wenn sie die eigene nukleare Schlagkraft mehrmals thematisiert hat. Entgegen westlichen Bef\u00fcrchtungen scheint es nicht ihre Absicht zu sein, mit einem Atomschlag auf eine m\u00f6gliche milit\u00e4rische Niederlage zu antworten, zumal sie eine solche gegenw\u00e4rtig nicht einmal auf dem Schirm hat. Vielmehr will sie eine Lieferung von Langstreckenraketen an Kiew <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.newsweek.com\/russia-responds-west-reportedly-giving-ukraine-longer-range-weapons-1778546\">verhindern<\/a>, die Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte und Gro\u00dfst\u00e4dte auf russischem Territorium erreichen k\u00f6nnen. Des Weiteren soll die NATO davon abgehalten werden, mit Bodentruppen oder Luftstreitkr\u00e4ften in den Krieg einzutreten. Nur dann k\u00f6nnte sich die russische Armee angesichts ihrer Unterlegenheit bei konventionellen Waffen gezwungen sehen, nuklear best\u00fcckte Raketen einzusetzen.<\/p>\n<p>Vor die Alternative gestellt, eine Eskalation mit unvorhersehbaren Folgen zu riskieren oder eine voraussichtliche ukrainische Niederlage hinzunehmen, scheinen sich einflussreiche Kr\u00e4fte in den USA f\u00fcr Letzteres zu entscheiden. Eine aktuelle <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2023\/teil-1-suchen-die-usa-eine-exit-strategie-aus-dem-ukraine-krieg\/\">Analyse<\/a> der RAND Corporation spricht sich f\u00fcr ein baldiges Friedensabkommen aus, wobei ukrainische Gebietsverluste f\u00fcr unvermeidlich gehalten werden. Ferner m\u00fcsste sich die Ukraine zur Neutralit\u00e4t verpflichten, was ein Ende von NATO-Stationierungsabsichten bedeuten w\u00fcrde. Schlie\u00dflich wird auch ein Abbau der Sanktionen signalisiert, wor\u00fcber sich die Europ\u00e4er wohl am meisten freuen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Nach dem Afghanistan-Krieg, aus dem sich der Westen vor anderthalb Jahren <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/frieden-sichern.dgvn.de\/konflikte-brennpunkte\/afghanistan\">zur\u00fcckgezogen<\/a> hat, ist er erneut Opfer seiner eigenen Fehleinsch\u00e4tzung geworden. Die jetzige Schlappe w\u00e4re vermieden worden, wenn sich die westlichen Staaten mit dem Status quo zufriedengegeben h\u00e4tten. Es h\u00e4tte gen\u00fcgt, der russischen Seite fr\u00fchzeitig zu signalisieren, dass eine Gruppe von NATO-Staaten an der Seite der Ukraine in einen Verteidigungskrieg eintreten w\u00fcrde. Das Ziel einer nachhaltigen Schw\u00e4chung Russlands erwies sich hingegen als Vorhaben, das zum Scheitern verurteilt war. Infolgedessen haben die westlichen Politiker sowohl bei ihren eigenen B\u00fcrgern als auch bei den F\u00fchrern des Globalen S\u00fcdens an Glaubw\u00fcrdigkeit verloren.<\/p>\n<p>Das Resultat ist ein Scherbenhaufen mit Hunderttausenden von Toten und einem ukrainischen Staat, f\u00fcr den der Zeitraum einer Generation kaum zur Beseitigung aller materiellen und psychischen Sch\u00e4den ausreichen d\u00fcrfte. Die EU-Staaten erleiden durch die Abkopplung von ihrem wichtigsten Rohstofflieferanten wirtschaftliche Einbu\u00dfen und verlieren gleichzeitig an politischem Gewicht. Russland muss seine F\u00fchler in andere Weltregionen ausstrecken, da seine traditionellen Bande zum Westen gekappt wurden. Und die USA werden mit dem Tatbestand konfrontiert, dass sich ihre hegemoniale Stellung beschleunigt dem Ende zuneigt.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/pressefreiheit.rtde.tech\/inland\/165955-lafontaine-gibt-usa-mitschuld-am-ukraine-krieg\/\">&#8220;Sie haben kein Interesse an einem Frieden&#8221; \u2013 Lafontaine gibt USA Mitschuld am Ukraine-Krieg<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/166092-westen-haette-ukraine-krieg-verhindern\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russland w\u00e4re wohl kaum in die Ukraine einmarschiert, wenn eine Koalition aus NATO-Staaten zuvor mit einem direkten Eingreifen gedroht h\u00e4tte. Dass man darauf im Westen verzichtete, geschah offenbar bewusst. Dahinter stand die Fehleinsch\u00e4tzung, Russland wirtschaftlich erdrosseln und politisch isolieren zu k\u00f6nnen. 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