{"id":31576,"date":"2023-03-05T08:00:29","date_gmt":"2023-03-05T06:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/die-verschwiegene-geschichte-vom-weg-zur-unabhaengigkeit-der-ukraine\/"},"modified":"2023-03-05T08:00:29","modified_gmt":"2023-03-05T06:00:29","slug":"die-verschwiegene-geschichte-vom-weg-zur-unabhaengigkeit-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/die-verschwiegene-geschichte-vom-weg-zur-unabhaengigkeit-der-ukraine\/","title":{"rendered":"Die verschwiegene Geschichte vom Weg zur Unabh\u00e4ngigkeit der Ukraine"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Nazi-Kollaborateure, Dissidenten und sowjetische Funktion\u00e4re: Ukrainische Nationalisten wurden in der UdSSR zwar verfolgt und inhaftiert, hatten aber viele Verb\u00fcndete in den Zirkeln der Macht.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Alexander Nepogodin<\/em><\/p>\n<p>Das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Niederlage der ukrainischen Nazi-Kollaborateure setzte der nationalistischen Bewegung in der Sowjetrepublik Ukraine bei Weitem kein Ende. Im Gegenteil, die &#8220;Patrioten&#8221; erkannten die Sinnlosigkeit des bewaffneten Kampfes im Untergrund und gingen den entgegengesetzten Weg. Dadurch wurden jedoch politische F\u00fchrer in Kiew zu ahnungslosen Komplizen der in den 1920er Jahren begonnenen Bestrebungen zur &#8220;Ukrainisierung&#8221; von Gebieten, die von einer haupts\u00e4chlich russischen Bev\u00f6lkerung bewohnt waren.<\/p>\n<p>Vertreter der ukrainischen Nationalbewegung begannen sich damit an Menschenrechtsaktivit\u00e4ten zu beteiligen und gleichzeitig ethnische Probleme anzusprechen. Dies f\u00fchrte zur Gr\u00fcndung der Partei &#8220;Nationale Bewegung der Ukraine&#8221;, bekannt als &#8220;Narodnyj Ruch Ukrajiny&#8221;, kurz Ruch, die zur treibenden Kraft wurde und die schlie\u00dflich das Land 1991 in die Unabh\u00e4ngigkeit f\u00fchrte. Zusammen mit anderen nationalistischen Gruppierungen spielte sie eine wichtige Rolle beim Zusammenbruch der Sowjetunion.<\/p>\n<p><strong>Nicht jedermanns Tauwetter<\/strong><\/p>\n<p>Die Repressionen gegen Dissidenten wurden in der Sowjetunion unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges rigoros wieder aufgenommen. In der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik (UkrSSR) zeigte sich dies vor allem im Kampf gegen die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), eine zum Ende der 1920er Jahre gegr\u00fcndete politische Untergrundorganisation, die haupts\u00e4chlich in Galizien und Wolhynien aktiv war. W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs organisierten Mitglieder der OUN eine aufst\u00e4ndische Armee, die sogar auf Seiten Nazideutschlands k\u00e4mpfte. Sie wurden von Sympathisanten mit Nazideutschland unter den Bewohnern der 1939 annektierten westlichen Regionen der UkrSSR unterst\u00fctzt. Der Tod von Josef Stalin 1953 und das sp\u00e4tere Anprangern des Personenkults um Stalin unter Nikita Chruschtschow setzten der Praxis der breiten Unterdr\u00fcckung dieser Bewegung jedoch ein Ende. Unter Chruschtschow begann eine Zeit des sogenannten &#8220;Tauwetters&#8221; \u2013 ein \u00dcbergang vom Totalitarismus zu einer milderen Form der Diktatur.<\/p>\n<p>Die Zensur wurde gem\u00e4\u00dfigt, die Redefreiheit bekam neuen Raum und es gab eine relative Liberalisierung des politischen und \u00f6ffentlichen Lebens. Dadurch erhielten national gesinnte Ukrainer ein gewisses gr\u00f6\u00dferes Ma\u00df an Meinungsfreiheit, ohne Gefahr zu laufen, verhaftet und eingekerkert zu werden. Mit der Zerschlagung der Untergrundbewegung der OUN wurden sie jedoch weitgehend \u00fcber jede Form des bewaffneten Kampfes desillusioniert. Da die Mitglieder meist Intellektuelle waren, zogen sie es vor, sich nicht in Taten, sondern in Worten auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Es gab gute Aussichten f\u00fcr diesen Ansatz. Das Kiewer Regionalkomitee wurde von Petro Schelest geleitet, der aus dem Dorf Sloboschanschtschina \u2013 dem heutigen hart umk\u00e4mpften Andrejewka oder Bachmut \u2013 in der N\u00e4he von Charkow stammte. Sp\u00e4ter, w\u00e4hrend des so genannten Tauwetters, f\u00fchrte er die Kommunistische Partei der UkrSSR. W\u00e4hrend seiner Amtszeit wurde in der Republik die n\u00e4chste Stufe der Ukrainisierung gez\u00fcndet, indem Schelest nach seiner Ernennung zum obersten Beamten der UkrSSR die Anwendung des ukrainischen Sprachdialekts einf\u00fchrte.<\/p>\n<p>&#8220;Pl\u00f6tzlich tauchten in der N\u00e4he von Kiew kleine Restaurants und Tavernen mit &#8216;ukrainischen&#8217; Namen auf: &#8216;Kuren&#8217; oder &#8216;Natalka-Poltawka&#8217; \u2013 zus\u00e4tzlich zu Elementen der ukrainischen Ethnographie in Darstellungsform und Darreichung. Schilder mit der Aufschrift &#8216;Ukraine&#8217; erschienen pl\u00f6tzlich in Einkaufszentren und dergleichen&#8221;, erinnerte sich der <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.radiosvoboda.org\/a\/30656654.html\">ukrainische<\/a> Schriftsteller und Literaturkritiker Iwan Dsjuba.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ed48fbef247858eb16.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ed48fbef247858eb16.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ed48fbef247858eb16.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ed48fbef247858eb16.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ed48fbef247858eb16.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ed48fbef247858eb16.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Petro Schelest, Erster Sekret\u00e4r des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Ukraine, Mitglied des Pr\u00e4sidiums des Politb\u00fcros des Zentralkomitees der KPdSU, stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates der UdSSR<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik \/ Rykow<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>In den 1960er Jahren begann sich parallel zur n\u00e4chsten Stufe der Ukrainisierung eine neue Konstellation von Figuren der ukrainischen Nationalbewegung zu bilden. Ihre ersten Treffen fanden in einem Kino-Club des ehemaligen Kiewer Internats f\u00fcr h\u00f6here T\u00f6chter statt, den die Bolschewiki in Oktoberpalast umbenannt hatten. Dort trafen sich junge Schriftsteller, K\u00fcnstler, Musiker, Schauspieler und Regisseure. Unter ihnen waren Iwan Dsjuba, Jewgeni Swerstjuk und Alla Gorskaja, die zu wichtigen Pers\u00f6nlichkeiten der ukrainischen Bewegung werden sollten.<\/p>\n<p><strong>Eine Hinwendung zur Politik<\/strong><\/p>\n<p>Sehr bald wurden diese kreativen Treffen von politischen Untert\u00f6nen begleitet. 1962 entdeckten die K\u00fcnstlerin Alla Gorskaja und der Dichter Wassili Simonenko die Gr\u00e4ber bei Bykownja <em>[eine Siedlung innerhalb Kiews]<\/em> \u2013 heute bekannt als nationales historisches Denkmal &#8221; Bykownjanski-Gr\u00e4ber&#8221; in Kiew \u2013 sowie bei Wassilkow, ebenfalls im Gebiet Kiew, die Todeszone des NKWD \u2013\u00a0des Volkskommissariats f\u00fcr Innere Angelegenheiten zu dieser Zeit, das sp\u00e4ter erst durch das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit und dann durch den KGB ersetzt wurde \u2013\u00a0wo von 1937 bis 1941 durch Stalins Repressionen mindestens 7.000 Opfer erschossen und verscharrt wurden.<\/p>\n<p>Sie schickten in der Folge einen Brief an den Stadtrat von Kiew und forderten ihn auf, die Existenz dieser Massengr\u00e4ber \u00f6ffentlich zu machen und in ein Mahnmal f\u00fcr die Opfer von Stalins Terror umzuwandeln. Gleichzeitig begannen ukrainische Intellektuelle, sich der ihrer Meinung nach \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Pr\u00e4senz der russischen Sprache im \u00f6ffentlichen Leben der UkrSSR entgegenzustellen, w\u00e4hrend sie unter anderem die ideologischen Beschr\u00e4nkungen ihrer Kreativit\u00e4t anprangerten. Von einer Unabh\u00e4ngigkeit der UkrSSR war damals zwar noch keine Rede, aber die Bewegung f\u00fcr b\u00fcrgerliche und nationale Rechte erstarkte zunehmend.<\/p>\n<p>Das Jahr 1965 wurde zu einem Meilenstein in der Geschichte der Unabh\u00e4ngigkeit der Ukraine. Im September dieses Jahres feierte der Film &#8220;Schatten der vergessenen Vorfahren&#8221; des regimekritischen Regisseurs Sergei Paradshanow in Kiew Premiere. Der Film erz\u00e4hlt die Geschichte zweier junger, sich liebender Menschen aus verfeindeten westukrainischen Familien. Vor Beginn der Vorf\u00fchrung hielt der Regisseur eine Rede \u2013 und anschlie\u00dfend betraten der Literaturkritiker Iwan Dsjuba, der Doktorand Wassili Stus und der Journalist Wjatscheslaw Tschornowil die B\u00fchne.<\/p>\n<p>Sie <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.radiosvoboda.org\/a\/1815151.html\">k\u00fcndigten<\/a> dem Publikum an, dass die Massenrepressionen zur\u00fcckkehren und Mitglieder der ukrainischen &#8220;Intelligenzija&#8221; aus politischen Gr\u00fcnden festgenommen werden w\u00fcrden. 140 Zuschauer unterzeichneten nach ihrem Auftritt eine Petition, in der sie ein Ende der politischen Verfolgungen forderten. Abgesehen von der Vertreibung einiger Studenten aus Universit\u00e4ten und der Entlassung einiger junger Menschen aus Fabriken und Produktionsst\u00e4tten hatte dieser Akt nur wenige Folgen, er war aber der erste \u00f6ffentliche Protest der neuen national orientierten Intelligenzija.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb17.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb17.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb17.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb17.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb17.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb17.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Wjatscheslaw Tschornowil, Co-Pr\u00e4sident der damaligen &#8220;Nationalen Bewegung der Ukraine&#8221;, bekannt als Ruch<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik \/ Igor Kostin<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Eure Freiheit \u2013 unsere Freiheit<\/strong><\/p>\n<p>Der Protest von Dsjuba, Stus und Tschornowil bedeutete, dass der Kampf der ukrainischen Intelligenzija in eine qualitativ neue Phase eingetreten war. W\u00e4hrend sich zuvor alles auf eine gem\u00e4\u00dfigte Unzufriedenheit beschr\u00e4nkte, ausgedr\u00fcckt innerhalb der eigenen vier W\u00e4nde und in den Salons der Kreativen, begannen 1965 die Dissidenten mit \u00f6ffentlichen Protestaktionen. Drei Monate nach der skandal\u00f6sen Premiere des Films von Paradshanow ver\u00f6ffentlichte Dsjuba sein Pamphlet &#8220;Internationalismus oder Russifizierung&#8221;.<\/p>\n<p>In seinem Text warf der Autor der sowjetischen F\u00fchrung vor, die Ukrainer gewaltsam russifizieren zu wollen und behauptete, die Kommunistische Partei habe seit der Zeit Stalins an der Ideologie des Gro\u00dfmachtchauvinismus festgehalten. Seiner Meinung nach war der einzige Weg, die Unterdr\u00fcckung des ukrainischen Volkes zu beenden, eine R\u00fcckkehr zur leninistischen Nationalit\u00e4tenpolitik.<\/p>\n<p>Dieses Pamphlet wurde haupts\u00e4chlich im Eigenverlag, also in der Form des sogenannten &#8220;Samisdat&#8221; verbotener Literatur ver\u00f6ffentlicht, die von B\u00fcrgern kopiert und unter der Hand weiterverbreitet wurde. Aber 1968 wurde der Text auch in M\u00fcnchen in der dortigen Zeitschrift <em>Modernity<\/em> f\u00fcr Ausgewanderte ver\u00f6ffentlicht. Dieses Magazin wurde vom Ukrainischen Obersten Befreiungsrat unterst\u00fctzt, der mit der OUN und ihrem einstigen F\u00fchrer, dem Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera, eng verbunden war. Das Pamphlet von Dsjuba fand eine breite Resonanz in der Gesellschaft und provozierte eine Reaktion der sowjetischen Beh\u00f6rden, woraufhin der Autor aus dem Verband der Schriftsteller der UdSSR ausgeschlossen wurde. Petro Schelest, das de facto Oberhaupt der UkrSSR und Mitglied des Politb\u00fcros, erlaubte jedoch die Ver\u00f6ffentlichung dieses Pamphlets f\u00fcr den offiziellen Gebrauch und versandte sogar Exemplare davon an regionale Parteikomitees.<\/p>\n<p><strong>Der Versuch, die Nationalisten zu stoppen<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in die Tschechoslowakei im Jahr 1968 bef\u00fcrchtete die ukrainische Intelligenzija ein erneutes Anziehen der Daumenschrauben und bereitete einen Protestbrief gegen die politische Verfolgung vor, der an die F\u00fchrer der UdSSR gerichtet war: an Leonid Breschnew, Alexei Kossygin und Nikolai Podgorny, von denen zwei \u2013\u00a0Breschnew und Podgorny \u2013 selbst Ukrainer waren. Der Brief wurde von 139 Pers\u00f6nlichkeiten aus Kultur und Kunst unterzeichnet. Einer der Erstunterzeichner war der Regisseur Paradshanow.<\/p>\n<p>Es ist nicht verwunderlich, dass sich bald darauf Ger\u00fcchte \u00fcber eine im Untergrund agierende terroristische Bandera-Organisation in der UkrSSR ausbreiteten. Schlie\u00dflich wurden einige der prominentesten Unterzeichner festgenommen und eine von ihnen, Alla Gorskaja als Mitinitiatorin des Briefes, die bereits 1962 die geheimen Hinrichtungsst\u00e4tten des NKWD aufgesp\u00fcrt hatte, starb in der Folge unter seltsamen Umst\u00e4nden. Ihr Schwiegervater soll sie mit einer Axt erschlagen, anschlie\u00dfend Bu\u00dfe getan und umgehend Selbstmord begangen haben. Es bleibt ein R\u00e4tsel, wie ein \u00e4lterer Mann, der nach einem Herzinfarkt an einem Stock ging, eine gesunde, kr\u00e4ftige Person mit einem einzigen Hieb niederstrecken konnte. Eine der inoffiziellen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.bbc.com\/ukrainian\/ukraine_in_russian\/2015\/11\/151128_ru_s_blog_history_gorska\">Versionen<\/a> schreibt den Mord dem KGB zu, der die K\u00fcnstlerin angeblich wiederholt vorgeladen und aufgefordert hatte, ihre Unterschrift unter dem Protestbrief zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb18.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb18.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb18.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb18.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb18.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ee48fbef247858eb18.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Alla Gorskaja und Mitstreiter W. Parachin, G. Siniza, W. Sarezki 1965 in Donezk<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Trotz der Ermordung von Alla Gorskaja stellte die ukrainische Nationalbewegung ihre Aktivit\u00e4ten nicht ein. Zun\u00e4chst <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.radiosvoboda.org\/a\/26538319.html\">entwickelte<\/a> sich ein Untergrund \u2013 vor allem in avantgardistischen K\u00fcnstlerkreisen in Kiew, Charkow, Lwow und Ushgorod. Zus\u00e4tzlich intensivierte die 1976 gegr\u00fcndete ukrainische Helsinki-Gruppe ihre Menschenrechtsaktivit\u00e4ten und begann, nationale Themen anzusprechen.<\/p>\n<p>Als Reaktion auf Versuche, Verletzungen der Rechte der ukrainischen Intelligenzija publik zu machen, unterdr\u00fcckte die Sowjetregierung umgehend die Aktivit\u00e4ten von Menschenrechtsaktivisten. Von 1977 bis 1979 wurden Dutzende von ihnen verhaftet und auf der Grundlage von Gesetzen bez\u00fcglich &#8220;antisowjetischer Agitation und Propaganda&#8221; \u2013\u00a0vor allem nach dem Artikel 62, Teil 1 des Strafgesetzbuchs der UkrSSR \u2013\u00a0in Straflager verbannt. Unter ihnen waren Wjatscheslaw Tschornowil, Lewko Lukjanenko und Wassili Stus. Die Schuld des Letzteren wurde vor Gericht von seinem eigenen Anwalt Wiktor Medwedtschuk \u2013 dem sp\u00e4teren Vorsitzenden der Regierung unter dem ukrainischen Pr\u00e4sidenten Leonid Kutschma und Co-Vorsitzenden der Partei &#8220;Oppositionsplattform \u2013 F\u00fcr das Leben&#8221; \u2013 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.radiosvoboda.org\/a\/28097722.html\">anerkannt<\/a>. Am Ende wurde der Dichter zu zehn Jahren Gef\u00e4ngnis und f\u00fcnf Jahren Verbannung verurteilt, was sich f\u00fcr ihn letztlich als Todesurteil herausstellte.<\/p>\n<p>Obwohl sie sich der m\u00f6glichen Folgen bewusst waren, h\u00f6rten die Dissidenten nicht auf, f\u00fcr b\u00fcrgerliche und nationale Rechte zu k\u00e4mpfen. Allerdings w\u00e4hlten nicht alle diesen Weg. Einige, die zun\u00e4chst die Intelligenzija unterst\u00fctzt hatten, distanzierten sich sp\u00e4ter nicht nur von ihr, sondern unterst\u00fctzten sogar aktiv ihre Verfolger. So kritisierte beispielsweise der Schriftsteller Iwan Dratsch, Tr\u00e4ger staatlicher Auszeichnungen der UdSSR, die ukrainischen Nationalisten, die &#8220;haupts\u00e4chlich vom westlichen Rand unseres Landes kommen&#8221;. Sein Bruch mit den Dissidenten hinderte ihn jedoch nicht daran, sp\u00e4ter wieder eine Figur in der nationalen Bewegung zu werden oder sich an der Vorbereitung der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung der Ukraine im Jahr 1991 zu beteiligen.<\/p>\n<p>Sein Kollege in den Kreisen der Kreativen, Dmitri Pawlitschko, wurde einst verd\u00e4chtigt, an der Ukrainischen Aufst\u00e4ndischen Armee \u2013 dem bewaffneten Fl\u00fcgel der OUN \u2013 teilgenommen zu haben. Es \u00fcberrascht daher nicht, dass er als einer der Patriarchen der ukrainischen Nationalbewegung in der heutigen Ukraine gilt, nachdem er bereits 1991 damit begann, sich f\u00fcr einen Krieg gegen Russland stark zu machen. In den 1960er und 1970er Jahren unterst\u00fctzte er jedoch aktiv die Annexion der Westukraine durch die UdSSR. Er ist zum Beispiel der Autor des folgenden Verses:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Ich bin der Sohn eines einfachen Holzf\u00e4llers, ein Huzule aus den Karpaten. Das Schicksal l\u00e4chelte mir s\u00fc\u00df zu, im Licht der Kremlsterne!&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ef48fbef247858eb19.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ef48fbef247858eb19.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ef48fbef247858eb19.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ef48fbef247858eb19.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ef48fbef247858eb19.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98ef48fbef247858eb19.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Dmitri Pawlitschko<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Wikipedia<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1985 kam Michail Gorbatschow in der Sowjetunion an die Macht und leitete die sogenannte Perestroika ein. W\u00e4hrend der Demokratisierungswelle des gesellschaftlichen und politischen Lebens entstand im Februar 1989 die &#8220;Nationale Bewegung der Ukraine f\u00fcr die Perestroika&#8221; \u2013 besser bekannt als Ruch vom Ukrainischen f\u00fcr &#8220;Bewegung&#8221;. Dies war eine \u00e4u\u00dferst bunt gemischte Koalition, der sowohl gem\u00e4\u00dfigte Kommunisten als auch radikale Nationalisten angeh\u00f6rten, die zun\u00e4chst von Ivan Dratsch angef\u00fchrt wurde und sp\u00e4ter ihren Namen verk\u00fcrzt auf &#8220;Nationale Bewegung der Ukraine&#8221; anpasste.<\/p>\n<p>Nach einiger Zeit ging die F\u00fchrung von Ruch an Wjatscheslaw Tschornowil \u00fcber, der dank seines zehnj\u00e4hrigen Kampfes gegen das Sowjetregime gro\u00dfe Autorit\u00e4t unter den ukrainischen Dissidenten genoss. Es gab jedoch auch aufrichtige Kommunisten wie Dratsch und Pawlitschko in der Bewegung. Viele bekannte ukrainische nationalistische F\u00fchrer, die eine gro\u00dfe Rolle beim Putsch auf dem Maidan 2014 und dem anschlie\u00dfenden Krieg im Donbass spielten, begannen ihre politische Karriere bei der Ruch, darunter Oleg Tjahnybok, Vorsitzender der ultranationalistischen Partei Svoboda, und Andrei Parubij, ehemaliger Sprecher des ukrainischen Parlaments, der Werchowna Rada.<\/p>\n<p>Bei den Parlamentswahlen im M\u00e4rz 1990 erhielt der Demokratische Block, zu dem Ruch geh\u00f6rte, 111 von 450 Sitzen und wurde damit zur zweitgr\u00f6\u00dften Partei im Obersten Sowjet der UkrSSR. Das Parlament wurde von der kommunistischen Mehrheit, der sogenannten &#8220;Gruppe der 239&#8221;, unter F\u00fchrung von Alexander Moros kontrolliert. Nationalisten, die eine Trennung der Ukraine von der UdSSR forderten, wurden haupts\u00e4chlich von Einwohnern der Westukraine und teilweise aus Kiew unterst\u00fctzt. Es war jedoch die Ruch, die zur treibenden Kraft wurde, um die Ukraine 1991 in die Unabh\u00e4ngigkeit zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Ereignisse entwickelten sich von nun an schlagartig. Im Juli 1990 verabschiedete der Oberste Sowjet der UkrSSR die Erkl\u00e4rung der staatlichen Souver\u00e4nit\u00e4t der Ukraine, die jedoch keine praktischen Folgen hatte. Doch nach Ger\u00fcchten \u00fcber die Unterzeichnung eines erneuerten Unionsvertrags, der die UkrSSR als Teil der UdSSR festschreiben w\u00fcrde, forderten Studenten von Universit\u00e4ten in Kiew und Lwow neue Parlamentswahlen und traten in einen Hungerstreik, der als &#8220;Revolution auf Granit&#8221; bezeichnet wurde.<\/p>\n<p>Auf dem H\u00f6hepunkt der Ereignisse auf dem Platz der Oktoberrevolution \u2013 heute Platz der Unabh\u00e4ngigkeit oder auch als Maidan bekannt \u2013 nahmen 150 Menschen am Hungerstreik teil. Nach zwei Wochen trat der Vorsitzende des Ministerrates der UkrSSR, Witalij Massol, zur\u00fcck. Aber trotz einiger Erfolge der Opposition schienen die Aussichten auf eine echte ukrainische Unabh\u00e4ngigkeit im Sommer 1991 noch eine Illusion zu bleiben. In einem Referendum im M\u00e4rz desselben Jahres stimmten mehr als 70 Prozent der Einwohner der UkrSSR f\u00fcr den Erhalt der UdSSR.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98f048fbef247858eb1a.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98f048fbef247858eb1a.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98f048fbef247858eb1a.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98f048fbef247858eb1a.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98f048fbef247858eb1a.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/03\/63fc98f048fbef247858eb1a.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Teilnehmer des Hungerstreiks w\u00e4hrend der &#8220;Revolution auf Granit&#8221; in Kiew im Jahr 1990 auf dem Maidan<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Ein logisches Ergebnis<\/strong><\/p>\n<p>Auf einem Festival am 17. August 1991 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=v8JwS6Tvr0c&amp;feature=emb_imp_woyt\">r\u00e4umte<\/a> der Anf\u00fchrer von Ruch Wjatscheslaw Tschornowil ein, dass die Wahrscheinlichkeit einer Unabh\u00e4ngigkeit der Ukraine \u00e4u\u00dferst gering sei. Doch nur zwei Tage sp\u00e4ter kam es in Moskau zu einem Staatsstreich, als das &#8220;Staatliche Komitee f\u00fcr den Ausnahmezustand&#8221;, das GKTschP <em>[\u0413\u043e\u0441\u0443\u0434\u0430\u0440\u0441\u0442\u0432\u0435\u043d\u043d\u044b\u0439 \u043a\u043e\u043c\u0438\u0442\u0435\u0442 \u043f\u043e \u0447\u0440\u0435\u0437\u0432\u044b\u0447\u0430\u0439\u043d\u043e\u043c\u0443 \u043f\u043e\u043b\u043e\u0436\u0435\u043d\u0438\u044e \u0413\u041a\u0427\u041f]<\/em>, die B\u00fchne betrat, um die Unterzeichnung eines neuen Unionsvertrages zu verhindern, der die UdSSR in eine Konf\u00f6deration verwandelt h\u00e4tte. Infolgedessen verabschiedete der Oberste Sowjet der UkrSSR am 24. August das &#8220;Gesetz zur Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung der Ukraine&#8221;. Die Aktivit\u00e4ten der Kommunistischen Partei der UkrSSR wurden erst ausgesetzt und anschlie\u00dfend g\u00e4nzlich verboten.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit ukrainischer Nationalisten, kommunistischer Anf\u00fchrer und der Nomenklatura der KPdSU, verst\u00e4rkt durch die administrativen Ressourcen der vertikalen Machtstruktur der UkrSSR, erm\u00f6glichte es, die \u00f6ffentliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine Unabh\u00e4ngigkeit zu gewinnen. Am 1. Dezember 1991 wurde ein neues Referendum abgehalten, bei dem mehr als 90 Prozent der Einwohner f\u00fcr eine unabh\u00e4ngige Ukraine stimmten. Ironischerweise stimmten die Einwohner bei den gleichzeitig abgehaltenen ersten Pr\u00e4sidentschaftswahlen in der Ukraine im Wesentlichen jedoch f\u00fcr den Erhalt der UkrSSR, indem sie den Partei-Apparatschik Leonid Krawtschuk w\u00e4hlten, w\u00e4hrend die nationalistischen Kandidaten Wjatscheslaw Tschornowil und Lewko Lukjanenko gemeinsam nicht einmal ein Drittel der Stimmen erhielten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus hatten Tschornowil und die Ruch bereits 1992 damit begonnen, die F\u00f6deralisierung der Ukraine &#8220;auf den Prinzipien des Nationalismus und der nationalen Einheit&#8221; aktiv voranzutreiben. Wladimir Tschernjak, ein Mitglied des Zentralkomitees von Ruch, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.kommersant.ru\/doc\/32494\">erkl\u00e4rte<\/a>, dass der \u00dcbergang zum F\u00f6deralismus &#8220;den Prozess des Staatsaufbaus beschleunigen wird, da er die zentralen Beh\u00f6rden von der L\u00f6sung regionaler Probleme befreit und es ihnen erm\u00f6glicht, ihre Aufmerksamkeit auf globale Probleme zu richten&#8221;.<\/p>\n<p>Solche Initiativen fanden jedoch keine Resonanz in der Bev\u00f6lkerung, und Meinungsverschiedenheiten zwischen Parteimitgliedern f\u00fchrten fast zu einer Spaltung. Die alte Konstellation von Nationalisten, die die Ukraine in die Unabh\u00e4ngigkeit gef\u00fchrt hatte, begann sich von der politischen B\u00fchne zu verabschieden. An ihre Stelle traten radikalere Organisationen, die eine totale Ukrainisierung und einen Krieg mit Russland forderten. Unter ihnen waren die Ukrainische Nationalversammlung, die eine eigene bewaffnete Unterabteilung mit dem Namen &#8220;Ukrainische Nationalistische Selbstverteidigung&#8221; hatte, sowie die rechtsextreme Sozial-Nationale Partei der Ukraine, die 2004 in Allukrainische Vereinigung &#8220;Swoboda&#8221; umbenannt wurde.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rt.com\/russia\/571662-ukranian-nationalists-in-ussr\/\">Englischen<\/a><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Alexander Nepogodin<\/strong> ist ein in Odessa geborener politischer Journalist und Experte f\u00fcr Russland und die ehemalige Sowjetunion.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/pressefreiheit.rtde.tech\/europa\/163816-ukraine-neues-gebilde\/\">Mit westlichem Geld ist aus der Ukraine ein neues Gebilde entstanden<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/europa\/164005-verschwiegene-geschichte-ukraine\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nazi-Kollaborateure, Dissidenten und sowjetische Funktion\u00e4re: Ukrainische Nationalisten wurden in der UdSSR zwar verfolgt und inhaftiert, hatten aber viele Verb\u00fcndete in den Zirkeln der Macht. 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