{"id":29850,"date":"2023-02-08T16:29:33","date_gmt":"2023-02-08T14:29:33","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/ukraine-chronologie-eines-krieges\/"},"modified":"2023-02-08T16:29:33","modified_gmt":"2023-02-08T14:29:33","slug":"ukraine-chronologie-eines-krieges","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/ukraine-chronologie-eines-krieges\/","title":{"rendered":"Ukraine: Chronologie eines Krieges"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/02\/63e3a50b48fbef2778733bee.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Um die Situation rund um den Ukraine-Konflikt besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, ist es hilfreich, ein paar historische Stationen in Augenschein zu nehmen. Denn ein Blick zur\u00fcck ist keineswegs &#8220;Whataboutism&#8221;, sondern eine M\u00f6glichkeit, die Entstehung dieses Krieges zu verstehen.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Tom J. Wellbrock<\/em><\/p>\n<p><strong><\/strong>Vorbemerkung: Diese Chronologie ist stark komprimiert und springt zeitlich, wenn es mir angemessen erschien. Sie soll jenen als Einstieg in das Thema dienen, die sich bisher mit dem Ukraine-Konflikt nicht oder nur wenig befasst haben. Eine tiefere Besch\u00e4ftigung mit dem Thema sei also jedem empfohlen.<\/p>\n<p><strong>Im Zweiten Weltkrieg<\/strong><br \/><strong><\/strong><\/p>\n<p>Deutsche und ukrainische Nazis haben im Zweiten Weltkrieg teils sehr eng zusammengearbeitet und gemeinsam gemordet. Nach der Befreiung vom deutschen Nationalsozialismus konnten zahlreiche ukrainische Nazis in westliche Staaten fliehen, unter anderem nach Deutschland und in die USA. Dort wurden sie nicht zur Rechenschaft gezogen, sondern lebten unbehelligt ihr Leben, bis es zum nat\u00fcrlichen Tode kam. Eine der Ausnahmen bildet Stepan Bandera, der in M\u00fcnchen ermordet wurde\u00a0\u2013 vermutlich vom sowjetischen Geheimdienst. Die N\u00fcrnberger Prozesse, die zur Verurteilung vieler Nazis gef\u00fchrt hatten, lie\u00dfen ukrainische Nazis au\u00dfen vor.<\/p>\n<p>Ukrainische Nazis pl\u00fcnderten, folterten und mordeten noch bis in die Mitte der 1950er Jahre hinein in der Ukraine. Sie k\u00e4mpften zu diesem Zeitpunkt gegen die Sowjets, die die Ukraine \u2013 und zuletzt die West-Ukraine \u2013 von den deutschen Nazis befreit hatten. Nach und nach nahm ihre Bedeutung ab, doch sie verschwanden nie und warteten auf ihre Chance, sich neu zu formieren.<\/p>\n<p>Die &#8220;Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN)&#8221;, die unter Stepan Bandera schon w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs eine Rolle gespielt hatte, wurde im Laufe der Zeit immer wieder von unterschiedlichen politischen Gruppen geehrt und gefeiert. Ex-Botschafter Andrei Melnyk war also wahrlich nicht der erste, der Bandera und die OUN reinwaschen wollte.<\/p>\n<p>Die angesprochene Chance, zu neuem Einfluss zu kommen, begann mit der deutschen Wiedervereinigung und dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Aus der staatlich gelenkten Ukraine wurde ein Markt der Privatisierungen, was die Ungleichheit innerhalb der Bev\u00f6lkerung massiv verst\u00e4rkte und die soziale Frage in den Vordergrund r\u00fcckte. Neofaschistische Gruppen konnten auf diesem N\u00e4hrboden wachsen und zahlreiche Anh\u00e4nger f\u00fcr sich gewinnen.<\/p>\n<p><strong>Die Orangene Revolution<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2004 kam es in der Ukraine zur sogenannten Orangenen Revolution, was nichts anderes beschreibt als einen Umsturz, initiiert durch die USA. Der Plan war klar: die Installation eines ukrainischen Pr\u00e4sidenten, der im Sinne der Vereinigten Staaten agiert.<\/p>\n<p>Die Wahl fiel auf Wiktor Juschtschenko, der gemeinsam mit der auserkorenen Ministerpr\u00e4sidentin Julia Timoschenko allerdings einen ziemlich missratenen Job machte. Beide zerstritten sich, die Bev\u00f6lkerung wandte sich ab, und im Jahr 2010 wurde Wiktor Janukowitsch Pr\u00e4sident der Ukraine. Auf ihn wartete eine Herausforderung, denn neben der Zusammenarbeit mit Russland bzw. den GUS-Staaten war ein Assoziierungsabkommen mit der EU in Verhandlungen.<\/p>\n<p>Diese Verhandlungen nahmen im Jahr 2013 Fahrt auf, doch sie f\u00fchrten nicht zu dem aus europ\u00e4ischer Sicht gew\u00fcnschten Ergebnis. Janukowitsch wollte das Abkommen in dieser Form nicht, weil es sein Land vor die Wahl zwischen Europa und Russland stellte. Zumindest w\u00e4ren die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland auf eine harte Probe gestellt worden, denn f\u00fcr die Ukraine drohten wirtschaftliche Schw\u00e4chungen durch billige EU-Produkte, und Russland h\u00e4tte unter EU-Waren ohne Z\u00f6lle leiden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Russlands Bem\u00fchungen, diese Probleme gemeinsam zu l\u00f6sen, quittierte der damalige EU-Kommissionspr\u00e4sident Barroso mit den Worten, dass Russland die Beziehungen zwischen der EU und der Ukraine nichts angingen. Moskau entgegnete, dass in diesem Fall das Abkommen zwischen Russland und der Ukraine aufgel\u00f6st werden m\u00fcsse, der Preis f\u00fcr die russische Wirtschaft sei zu hoch. Das schreckte Pr\u00e4sident Janukowitsch auf, dem die lange Geschichte der wirtschaftlichen Verbundenheit mit Russland bewusst war. Russland war also ein wichtiger Wirtschaftsfaktor f\u00fcr die Ukraine, und so entschied sich Janukowitsch, das Assoziierungsabkommen mit der EU vorerst nicht zu unterschreiben.<\/p>\n<p><strong>2014: Der Euro-Maidan<\/strong><\/p>\n<p>Der Westen und die USA waren mit der Ukraine bekanntlich noch nicht fertig. Und so folgte die n\u00e4chste &#8220;Revolution&#8221;, diesmal unter dem Zeichen der Maidan-Proteste oder des Euro-Maidan.<\/p>\n<p>Erneut ging die Initiative und insbesondere die Finanzierung von den USA aus. Victoria \u2013 Fuck the EU \u2013 Nuland hatte freim\u00fctig zugegeben, dass f\u00fcr die Installation einer neuen Regierung mehr als 5 Milliarden Dollar in die Hand genommen wurden, um das Vorhaben zu realisieren.<\/p>\n<p>Bei den Protesten auf dem Maidan spielten erneut faschistische Gruppen eine wichtige Rolle, und das d\u00fcrfte wiederum dem abgew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten Juschtschenko gefallen haben, der gewisserma\u00dfen als letzte Amtshandlung im Jahr 2010 Stepan Bandera zum &#8220;Held der Ukraine&#8221; ernannt hatte. Sein Nachfolger Janukowitsch machte diese Ernennung wieder r\u00fcckg\u00e4ngig, nachdem er Pr\u00e4sident geworden war.<\/p>\n<p>Die eskalierende Gewalt auf dem Maidan stellte die politische F\u00fchrung der Ukraine vor eine un\u00fcberwindbare Aufgabe. Insbesondere die Polizei, die angewiesen war, alles zu tun, um eine Eskalation zu verhindern, war zun\u00e4chst ratlos, dann hilflos und am Ende Opfer von Schl\u00e4gertrupps, die sogar Polizisten in Brand setzten. Da die Proteste gewisserma\u00dfen wie Familienausfl\u00fcge unzufriedener B\u00fcrger begonnen hatten, hoffte die Regierung um Janukowitsch, durch Gespr\u00e4che eine Einigung erzielen zu k\u00f6nnen. Doch eine solche war\u00a0f\u00fcr die amerikanischen Drahtzieher zu keinem Zeitpunkt eine Option. Die Polizei, die zun\u00e4chst unbewaffnet die Demonstrationen \u00fcberwacht hatte, wurde von der Heftigkeit der Angriffe \u00fcberrascht.<\/p>\n<p>Zynisch in diesem Zusammenhang: Die zivilen Opfer der Proteste, die angeheuerten Scharfsch\u00fctzen und mit Baseballschl\u00e4gern bewaffneten Faschisten zum Opfer fielen, wurden im Anschluss durch die T\u00e4ter geehrt und betrauert. Der Gro\u00dfteil der anderen Demonstranten bemerkte diesen Zynismus nicht. Drei pl\u00f6tzlich neu gegr\u00fcndete Fernsehsender dokumentierten die Demonstrationen und stellten es so dar, als sei die Gewalt ausschlie\u00dflich von der Polizei ausgegangen.<\/p>\n<p><strong>Die verfassungswidrige Entmachtung des Pr\u00e4sidenten<\/strong><\/p>\n<p>Das fr\u00fchzeitige Ende des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Janukowitsch war seine Entmachtung. Eine Legitimation gab es f\u00fcr sie nicht, denn die n\u00f6tige parlamentarische Mehrheit kam nicht zustande, weitere gesetzliche H\u00fcrden wurden ebenfalls ignoriert. Das hinderte die Umst\u00fcrzler aber nicht daran, ihren Pr\u00e4sidenten &#8220;vom Hof zu jagen&#8221;, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Janukowitsch floh mit einem Hubschrauber. Die Fahrzeugkolonne, in dem seine Widersacher ihn vermuteten, wurde beschossen\u00a0\u2013 allerdings bekanntlich, ohne den Pr\u00e4sidenten t\u00f6ten zu k\u00f6nnen, was die Absicht der Angriffe gewesen war.<\/p>\n<p><a><\/a>Die neue Regierung kam also faktisch illegal ins Amt und nahm einen ukrainischen Verfassungsbruch in Kauf. Das st\u00f6rte weder den neuen Pr\u00e4sidenten Arsenij Jazenjuk von der nationalistischen Partei &#8220;Swoboda&#8221; noch den Westen, der den neuen Staatsf\u00fchrer mit offenen Armen empfing. Inzwischen war unter Gnaden der USA auch Wladimir Klitschko ins Spiel gekommen, der im Zuge des Umsturzes eng mit Swoboda zusammengearbeitet hatte. Sp\u00e4ter sagte er:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Das ist keine Zusammenarbeit. Wir haben uns im Kampf gegen das Regime zusammengetan, mehr nicht.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Und \u00fcberhaupt, so die westliche Erz\u00e4hlung, habe die Partei Swoboda kaum Einfluss gehabt. Zwar stellte sie drei Minister, diese h\u00e4tten aber nicht viel zu sagen gehabt. Und auch der rechtsextreme &#8220;Rechte Sektor&#8221; sei von Moskau \u00fcberbewertet\u00a0worden.<\/p>\n<p><strong>Angriff auf den Donbass<\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich begann mit der neuen \u2013 es sei daran erinnert \u2013 illegal formierten ukrainischen Regierung der Druck auf den Donbass und die Krim. Die russische Sprache wurde nicht mehr anerkannt, die russischst\u00e4mmigen Menschen der Ukraine erfuhren erheblichen Druck. Hatte Janukowitsch kurz nach seiner Amtseinf\u00fchrung im Besonderen mit Blick auf die Ost- und S\u00fcd-Ukraine Russisch als zweite Amtssprache eingef\u00fchrt, dauerte es nach seinem Sturz nur einen Tag, bis diese Entscheidung wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht wurde.<\/p>\n<p>Die Krim entging diesem Druck durch ein Referendum, das bis heute als illegal bezeichnet und vom Westen nicht anerkannt wird. Doch die Abspaltung von der Ukraine und Zuwendung zu Russland blieben bestehen, sehr zum \u00c4rger der Regierung Kiews. Entgegen der westlichen Erz\u00e4hlung war es nicht so, dass Russland das Referendum den Menschen auf der Krim aufgezwungen hatte. Es war genau umgekehrt: Die Menschen auf der Krim hatten gesehen, was in Kiew passiert war und stellten sich offensiv dagegen, ebenfalls in den Sog der neuen Regierung zu geraten. Im Westen wurde das Bild einer Zwangsveranstaltung vermittelt, da russisches Milit\u00e4r vor Ort war. Die Medien machten daraus eine milit\u00e4rische Aktion, die die Menschen mit Gewalt zum Referendum trieb.<\/p>\n<p>Das ist schlicht gelogen. Schon kurz nach dem Regierungssturz in Kiew machte sich auf der Krim Widerstand breit, die Bev\u00f6lkerung wollte in jedem Fall Russland zugeh\u00f6rig sein. Die Pr\u00e4senz des Milit\u00e4rs war im \u00dcbrigen nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich, da die Krim schon historisch bedingt ein wichtiger Milit\u00e4rposten der Russen war. Bei dem Referendum wurde niemand verletzt oder get\u00f6tet, nach der Bekanntgabe des Ergebnisses wurde ausgiebig gefeiert, inklusive Feuerwerk. F\u00fcr den Anschluss an Russland hatten sich weit \u00fcber 90 Prozent der Menschen entschieden, die Abstimmungsbeteiligung lag ebenfalls bei deutlich \u00fcber 90 Prozent.<\/p>\n<p>Beim Donbass hielt sich Russland deutlich bedeckter, vermutlich gen\u00e4hrt durch die Hoffnung, es k\u00e4me zu einer g\u00fctlichen Einigung. Und so sah Russland lange \u2013 nicht wenige sagen: zu lange \u2013 zu, wie der Druck von Kiew auf den Donbass stetig wuchs. Heute ist bekannt und international anerkannt, dass im Donbass rund 14.000 Menschen durch Angriffe aus der West-Ukraine ums Leben kamen. Doch \u00fcber die physischen Attacken hinaus erfuhren die Menschen im Donbass weitere Schikanen, etwa fehlende oder verz\u00f6gerte Auszahlungen von Geldern wie Renten oder die teilweise Zerst\u00f6rung oder Unterbrechung zum Beispiel der Wasserversorgung.<\/p>\n<p>Wie auch auf der Krim hatten die russischst\u00e4mmigen Ukrainer im Donbass wahrgenommen, dass von einem Tag auf den anderen die russische Sprache verbannt wurde, entsprechend wachsam waren sie. Da aus der Anbindung an Russland zu diesem Zeitpunkt nichts wurde, formierten sich die Menschen in der Ost-Ukraine selbst. Damit begann ein mehr als acht Jahre dauernder Beschuss der West-Ukraine auf \u2013 wie es oft hei\u00dft \u2013 das eigene Volk, die eigenen Leute. Man muss allerdings in diesem Zusammenhang erg\u00e4nzen, dass die Bezeichnung &#8220;eigene Leute&#8221; oder &#8220;eigenes Volk&#8221; nicht korrekt ist. Wie schon die Faschisten von Swoboda oder dem Rechten Sektor immer wieder betonten, wollten sie von Russen, Juden und anderem &#8220;Gesindel&#8221; nichts wissen. Sie waren es auch, die nach Janukowitschs Entscheidung, die russische Sprache zur zweiten Amtssprache zu machen, am lautesten protestierten und Rache und\u00a0Vergeltung ank\u00fcndigten.<\/p>\n<p>Widerstand gab es auch in Odessa, wo am Ende 48 Menschen starben, die nach Angriffen von Hooligans und Auftragsfaschisten der West-Ukraine in das Gewerkschaftshaus gefl\u00fcchtet waren. In Odessa wurden auch Gesichter gesehen, die zuvor auf dem Maidan aktiv zur Eskalation beigetragen hatten. Im ukrainischen Fernsehen wurde im Anschluss an die Morde von Odessa die Meldung frenetisch bejubelt, dass keine &#8220;Ukrainer&#8221; ums Leben gekommen waren, sondern &#8220;nur&#8221; abtr\u00fcnnige russischst\u00e4mmige Menschen.<\/p>\n<p><strong>Russlands Anerkennung der Volksrepubliken<\/strong><\/p>\n<p>Bekanntlich erkannte Russland kurz vor dem Beginn des aktuellen Krieges am 24. Februar 2022 die Volksrepubliken an. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ab, dass eine Eskalation bevorstand. Doch man muss wissen, dass Putin bis zuletzt versucht hat, beim Westen Gespr\u00e4chsbereitschaft zu erzeugen, um gemeinsam eine friedliche L\u00f6sung zu erzielen. Auch der Druck im eigenen Land ist dabei nicht zu untersch\u00e4tzen. Wie oben erw\u00e4hnt, gab es in Russland Kritiker, die Putin Unt\u00e4tigkeit in Sachen Donbass vorwarfen. Es war nur folgerichtig, dass der russische Pr\u00e4sident sich diesem Druck nicht dauerhaft entziehen konnte. Und so kam es zu der Abstimmung in der Duma, die Anerkennung der Volksrepubliken war besiegelt.<\/p>\n<p>Man kann geteilter Meinung dar\u00fcber sein, ob die Anerkennung der Volksrepubliken zu diesem Zeitpunkt klug war, ebenso wie man die Referenden mitten im Ukraine-Krieg unterschiedlich bewerten kann. Unabh\u00e4ngig von der Frage des richtigen oder falschen Zeitpunkts muss man jedoch konstatieren, dass die Situation, wie sie war, irgendwann einen Punkt erreichen musste, der nach Entscheidungen verlangt. Der Westen jedenfalls h\u00e4tte jede M\u00f6glichkeit gehabt, die Eskalation bis hin zum Krieg zu verhindern. Heute ist bekannt, dass er daran kein Interesse hatte, und die Aussage der ehemaligen deutschen Kanzlerin Angela Merkel (CDU), wonach das Abkommen &#8220;Minsk 2&#8221; lediglich dazu diente, der Ukraine Zeit f\u00fcr eine entsprechende milit\u00e4rische Aufr\u00fcstung zu verschaffen, ist nur eine unter vielen, die belegen, dass der Ukraine-Krieg vom Westen bzw. den USA ausdr\u00fccklich gewollt war.<\/p>\n<p><strong>L\u00f6sungen<\/strong><\/p>\n<p>Es ist gar nicht so schwer, zu einer L\u00f6sung des Ukraine-Konflikts zu kommen. Zumindest dann nicht, wenn man davon ausgeht, dass die USA und der Westen Russland unterstellen, die gesamte Ukraine einnehmen und\/oder vernichten zu wollen. In Anbetracht der irrigen Annahme, dass Putin neben der Ukraine noch weitere L\u00e4nder \u00fcberfallen und vereinnahmen will, k\u00f6nnte man diese Behauptungen als Verhandlungsgegenstand nutzen.<\/p>\n<p>Der Autor dieses Textes ist \u00fcberzeugt davon, dass Russland weder ein Interesse noch die Kapazit\u00e4ten hat, L\u00e4nder zu \u00fcberfallen und einzunehmen. Als Verhandlungsgrundlage k\u00f6nnte diese Unterstellung aber n\u00fctzlich sein, wenn man sie zur russischen Maximalforderung erhebt. Denn davon ausgehend k\u00f6nnten Verhandlungen das Ziel haben, diesen angeblichen Ausdehnungswunsch Russlands &#8220;wegzuverhandeln&#8221;. Wenn es der Sache denn dient, soll der Westen daran glauben, dass er die Expansionspl\u00e4ne Russlands durch Diplomatie beseitigen kann. Er k\u00f6nnte das Gesicht wahren, w\u00e4hrend Russland einer L\u00f6sung zustimmt, der \u00fcberhaupt kein Problem vorausgegangen ist, n\u00e4mlich die imperiale Landnahme welcher L\u00e4nder auch immer.<\/p>\n<p>Die Vorstellung, der Donbass und die Krim k\u00f6nnten an die Ukraine gehen, ist dagegen nur als absurd zu bezeichnen. Denkbar w\u00e4ren erneute Referenden, unter Aufsicht der russischen und der westlichen Seite. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Menschen der Krim und des Donbass f\u00fcr die Ukraine entscheiden, siedelt der Autor dieses Textes bei null an. Dennoch w\u00e4re damit Klarheit geschaffen, der sich faire und ehrliche Regierungen anschlie\u00dfen m\u00fcssten. Und das nat\u00fcrlich auch, wenn sich die Menschen f\u00fcr den Anschluss an die Ukraine entscheiden w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Auch ohne diplomatische Auszeichnungen kann man sagen, dass die Weiterf\u00fchrung des Krieges ein Vorhaben ist, das keinerlei L\u00f6sungen erzielen wird. L\u00f6sungen kommen nur zustande, wenn die Diplomatie endlich siegt und mit konkreten L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen beginnt, auf deren Grundlage eine Einigung erzielt werden kann. M\u00f6glich ist das, wenn Diplomaten beteiligt sind, die f\u00fcr die Sache brennen und alles daf\u00fcr tun, dem Krieg ein Ende zu bereiten. Das ist kein Hexenwerk, und es gab in der Geschichte der Menschheit sicher Kriege, die aussichtsloser erschienen und am Ende doch diplomatisch beendet wurden.<\/p>\n<p>Man muss jedoch ganz n\u00fcchtern feststellen: Sowohl die deutschen politischen F\u00fchrer als auch die der international beteiligten L\u00e4nder \u2013 allen voran die Vereinigten Staaten \u2013 haben nach wie vor kein Interesse daran, diesen Krieg zu beenden, nachdem die Vertreter dieser L\u00e4nder jahrzehntelang daran gearbeitet haben, ihn Realit\u00e4t werden zu lassen.<\/p>\n<p>Damit sind die Bev\u00f6lkerungen in der Pflicht, ihren Unmut kundzutun und klarzustellen, dass sie Krieg kategorisch ablehnen und ihre Regierungen nur akzeptieren, wenn diese sich in Diplomatie \u00fcben. Alles andere als sich laut und deutlich \u00e4u\u00dfernde Bev\u00f6lkerungen ist eine Illusion, denn auf den hohen Pl\u00e4tzen der Politik sind Vernunft und Diplomatie nicht vorgesehen.<\/p>\n<p><em>Tom J. Wellbrock\u00a0ist Journalist, Sprecher, Texter, Podcaster, Moderator und Mitherausgeber des Blogs &#8220;<\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.neulandrebellen.de\/\"><em>neulandrebellen<\/em><\/a><em>&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/pressefreiheit.rtde.tech\/europa\/162223-ukraine-verliert-dritte-stuetze-verteidigung\/\">Die Stadt Sewersk: Ukraine verliert die dritte S\u00e4ule der Verteidigung im Donbass<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/europa\/162243-ukraine-chronologie-krieges\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die Situation rund um den Ukraine-Konflikt besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, ist es hilfreich, ein paar historische Stationen in Augenschein zu nehmen. 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