{"id":28606,"date":"2023-01-25T14:59:51","date_gmt":"2023-01-25T12:59:51","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/ukraine-die-isolierte-erzaehlung\/"},"modified":"2023-01-25T14:59:51","modified_gmt":"2023-01-25T12:59:51","slug":"ukraine-die-isolierte-erzaehlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/ukraine-die-isolierte-erzaehlung\/","title":{"rendered":"Ukraine: Die isolierte Erz\u00e4hlung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63d05b2d48fbef79c40067f5.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Isoliert man einen Sachverhalt von Faktoren, die um ihn herum vorhanden sind, verf\u00e4lscht man die ganze Sache an sich. Die Folgen sind gravierend, denn aufgrund des herausgeschnittenen Kontextes wird eine zusammenh\u00e4ngende Einordnung unm\u00f6glich gemacht.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Tom J. Wellbrock<\/em><\/p>\n<p>In diesem Text soll anhand einer Fiktion verdeutlicht werden, wohin es f\u00fchrt, wenn Teile eine Geschichte weggelassen werden. \u00dcber diese Fiktion und ein allt\u00e4gliches Beispiel wird der Bogen zum Ukraine-Konflikt gespannt und die Frage er\u00f6rtert, wie man sich sein eigenes Urteil bilden kann.<\/p>\n<p><strong>Oktober 1944:<\/strong><\/p>\n<p>An der deutschen Ostgrenze marschieren Soldaten der Roten Armee in Deutschland ein, \u00fcber die Westgrenze kommen die US-Amerikaner. Die Deutschen werden durch den v\u00f6lkerrechtswidrigen Angriff \u00fcberrascht, sind nicht vorbereitet. Besonders betroffen ist der Raum Aachen, erschreckende Bilder gehen um die Welt.<\/p>\n<p><strong>Anfang 1945:<\/strong><\/p>\n<p>Die sogenannte Winteroffensive erreicht nun auch die Oder und weitet sich aus, es kommt zur Schlacht um Berlin. Am 25. April sto\u00dfen sowjetische und US-Truppen aufeinander, am 30. April wird bekannt, dass Adolf Hitler, der deutsche Reichskanzler, umgekommen ist. Zwei Tage sp\u00e4ter kommt es zur deutschen Kapitulation, die am 8. Mai 1945 unterschrieben wird.<\/p>\n<p>Weltweit wird nach der deutschen Kapitulation dar\u00fcber berichtet, wie Russland und die USA ohne Grund Deutschland \u00fcberfallen haben. Alle Berichterstatter sind sich einig, dass die Aggressoren in Moskau und Washington zu finden sind, die Deutschen sind Opfer eines grauenvollen imperialistischen sowjetisch-US-amerikanischen Angriffs geworden. Viele Kommentatoren \u00e4u\u00dfern die Meinung, dass der Einmarsch h\u00e4tte verhindert werden k\u00f6nnen, wenn Deutschland zuvor mit Waffen, Abwehrraketen und Panzern ausger\u00fcstet worden w\u00e4re. Ohne diese Unterst\u00fctzung waren die Deutschen jedoch nahezu wehrlos den Angriffen der Aggressoren ausgeliefert.<\/p>\n<p>Aus Moskau und den USA wird wiederholt betont, dieser Einmarsch sei notwendig gewesen, um Deutschland vom Nationalsozialismus zu befreien. Politik und Medien bestreiten das und argumentieren, dass die Vorgeschichte des Einmarsches keine Rolle spiele. Entscheidend sei vielmehr der brutale, v\u00f6lkerrechtswidrige und durch die Motivation der sowjetischen und US-amerikanischen Ausbreitung gef\u00fchrte Angriffskrieg, der auf ganzer Linie zu verurteilen sei. Gefordert wird ein Sondertribunal gegen die Regierungschefs der beiden L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Allen Beteuerungen der beiden L\u00e4nder zum Trotz, erst gehandelt zu haben, nachdem s\u00e4mtliche L\u00f6sungsversuche abgelehnt oder ignoriert worden waren, beschlie\u00dfen L\u00e4nder wie Frankreich, Gro\u00dfbritannien, die Niederlande, Italien und Belgien, an Deutschland Waffen zu liefern. Das Ziel sei, die Kapitulation r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen und auf dem Schlachtfeld gegen die USA und die UdSSR zu gewinnen. Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident sagt w\u00f6rtlich: &#8220;Wenn Deutschland untergeht, gehen wir alle unter!&#8221;<\/p>\n<p>Erste Waffen werden geliefert, es folgen Panzer, dann Personal und Soldaten aus den Waffen liefernden L\u00e4ndern. In Deutschland beginnt unterdessen eine zun\u00e4chst kleine, dann immer weiter anwachsende Gruppe derer, die erst k\u00fcrzlich den Krieg f\u00fcr verloren erkl\u00e4rt hatten, sich zusammenzurotten. Die Stimmung in Deutschland kippt in Richtung der verloren geglaubten Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p>Einige wenige Stimmen in den L\u00e4ndern, die Deutschland befreien wollen, \u00e4u\u00dfern die Hoffnung, dass die Diplomatie siegen wird. Auf einer Website schreibt der Betreiber:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em> &#8220;Wenn das nicht funktioniert, dann gnade uns Gott.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Eine Geschichte ohne Geschichte ist nichts wert<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Einwand, der jetzt vermutlich kommt, ist der, dass man die fiktive Situation von 1945 und die heutige reale nicht miteinander vergleichen kann. Das stimmt zum Teil, zu einem anderen Teil aber auch nicht. Denn es geht hier nicht um die beschriebene fiktive Situation, sondern um den Umstand, dass eine Geschichte vollst\u00e4ndig erz\u00e4hlt werden muss.<\/p>\n<p>Zudem: Ein Vergleich dient dazu, bei einem Sachverhalt Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten. Wenn beides gelingt, ist auch der Vergleich erfolgreich. Insofern ist die pauschale Mahnung, man d\u00fcrfe dieses nicht mit jenem vergleichen, genau genommen absurd.<\/p>\n<p>Im oben genannten Beispiel wie auch in der akuten Situation in der Ukraine wird etwas gemacht, das die Menschen recht einfach auf eine bestimmte Denkrichtung trainieren kann: Wenn man eine Situation, einen Konflikt, von s\u00e4mtlichen \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen isoliert, erlaubt dies naturgem\u00e4\u00df auch nur eine eingeschr\u00e4nkte Beurteilungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Nehmen wir einmal an, Sie sehen zuf\u00e4llig, wie eine Frau von einem Mann gegen eine H\u00e4userwand gedr\u00fcckt wird. Die Frau wehrt sich, aber der Mann ist st\u00e4rker und erh\u00f6ht sogar noch den Druck. Ein nachvollziehbarer Reflex Ihrerseits w\u00e4re, der Frau zu Hilfe zu eilen. Sie ist dem Mann k\u00f6rperlich unterlegen und wirkt, als sei sie bedroht und in der Defensive. Also packen Sie den Mann von hinten an Hals und Schulter und ziehen ihn von der Frau weg. Die Frau rei\u00dft die Augen auf, starrt Sie an und l\u00e4uft fort. Die Situation scheint bereinigt, Sie haben richtig gehandelt. Der Mann dreht sich schweigend um und geht ebenfalls. Sie \u00fcberlegen, ihn aufzuhalten, entscheiden sich dann aber dagegen. V\u00f6llig \u00fcberrascht von Ihrer eigenen Courage wird Ihnen klar, dass Sie sich in eine potenziell gef\u00e4hrliche Lage gebracht haben und das Schicksal durch eine weitere k\u00f6rperliche Konfrontation mit dem Mann nicht erneut herausfordern wollen.<\/p>\n<p>Am Abend erfahren Sie in den Nachrichten, dass eine Bande die Stadt unsicher macht. Sie hat es vor allem auf Menschen abgesehen, die geh\u00f6rlos sind. Der Chef der Bande ist eine Frau, die einen unerkl\u00e4rlichen Hass auf geh\u00f6rlose Menschen entwickelt hat. Es ist die Frau, der Sie geholfen haben, und als Sie eingriffen, war sie gerade dabei, ein Messer aus ihrer Tasche zu ziehen. Der Mann konnte das verhindern, er hatte zudem von dieser Bande geh\u00f6rt und war fest entschlossen, nicht das n\u00e4chste Opfer dieser pathologischen Frau zu werden, die bereits sechs M\u00e4nner auf dem Gewissen hatte. Alle waren geh\u00f6rlos gewesen, standen in keinerlei Beziehung zur Frau und mussten doch ihr Leben lassen.<\/p>\n<p>Die im fiktiven Beispiel oben genannten L\u00e4nder ignorierten ebenfalls die Hintergr\u00fcnde der Handlungen der USA und der Sowjetunion. Als weiterf\u00fchrender Gedanke dieser fiktiven Situation k\u00f6nnte man zum Beispiel annehmen, dass es Kr\u00e4fte gab, die ein Interesse daran hatten, dass Deutschland wieder aus der Asche aufersteht. Wom\u00f6glich ging es auch gar nicht um Deutschland, sondern um die Schw\u00e4chung der USA und der UdSSR. Vielleicht spielten wirtschaftliche Interessen eine Rolle, vielleicht auch imperialer Gr\u00f6\u00dfenwahn der L\u00e4nder, die Deutschland mit Waffen unterst\u00fctzen wollten. Sogar pers\u00f6nliche oder pathologische Motive sind denkbar.<\/p>\n<p><strong>Meinungsbildung ohne Schaum vorm Mund<\/strong><\/p>\n<p>Kommen wir zur heutigen bedrohlichen Lage zur\u00fcck. Wir befinden uns in einem Klima der Angst auf der einen und des Hasses auf der anderen Seite. Die mit Abstand meisten Menschen im Land wollen keinen hei\u00dfen Krieg, f\u00fcrchten sich vor einem Atomkrieg, also dem Dritten Weltkrieg. Die Fraktion der anderen, derjenigen, die den Konflikt anfeuern und ganz offen aussprechen, dass sie &#8220;Russland ruinieren&#8221;, vielleicht sogar ausl\u00f6schen wollen, bilden eine breite Meinungsfront, unterst\u00fctzt durch willf\u00e4hrige Medien, die von Tag zu Tag lauter werden mit ihren Rufen nach Krieg, Vergeltung, Panzerlieferungen und Regime Change.<\/p>\n<p>Bereits seit Februar wird uns nur ein Ausschnitt der Lage pr\u00e4sentiert. Die gro\u00dfe Erz\u00e4hlung wurde auf die kleinste Erkl\u00e4rung reduziert. Wir sahen gewisserma\u00dfen die Frau an der Wand (die Ukraine) und den Mann, der sie bedrohte (Russland). Nun gibt es sowohl f\u00fcr die Szene zwischen dem Mann und der Frau als auch f\u00fcr den Konflikt zwischen der Ukraine zahlreiche Erkl\u00e4rungen und Deutungen.<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich habe ich Ihnen oben einfach die Geschichte vom Mann und der Frau erz\u00e4hlt, aber alles war ganz anders. Vielleicht habe ich Ihnen gesagt, was der Mann abends in den Nachrichten erfuhr, doch es war gar nicht so. Meine Geschichte mit dem Mann und der Frau hat sich zwar so abgespielt, wie ich sie beschrieben habe, die Aufl\u00f6sung am Abend vor dem Fernseher, die habe ich mir aber ausgedacht. In Wahrheit hat der Mann tats\u00e4chlich die Frau gerettet, der andere Mann war auch nicht geh\u00f6rlos, sondern so bedrohlich, dass ein aggressiver Blick in die Augen des Mannes gen\u00fcgte, um ihn einzusch\u00fcchtern. Vielleicht konnte der T\u00e4ter nur deshalb den Tatort unbehelligt verlassen, weil der andere Mann einfach Angst hatte. Oder vielleicht war es auch umgekehrt. Die Frau griff den Mann an, er dr\u00fcckte sie gar nicht gegen die Wand, Sie standen aber in einem ung\u00fcnstigen Winkel, um die Szene richtig einordnen zu k\u00f6nnen. Und so weiter und so fort.<\/p>\n<p>Der Punkt ist, dass wir eine Situation nur beurteilen k\u00f6nnen (wenn wir Gl\u00fcck haben), wenn wir so viele Informationen wie m\u00f6glich haben. Und dazu geh\u00f6rt selbstverst\u00e4ndlich auch der Lauf der Geschichte, der letztlich zum Konflikt beigetragen hat. Man kann zwar behaupten, dass das Verwerfliche einer Tat nicht weniger verwerflich wird, wenn wir die Entwicklung zuvor kennen. Gut m\u00f6glich, dass Sie die Tat auch dann so bewerten, wie Sie es vorher taten. Ebenso gut m\u00f6glich ist es aber, dass Sie mit vermehrtem Wissen zu anderen Schl\u00fcssen kommen als ohne diese Informationen. Vielleicht verurteilen Sie die Tat weiterhin, sehen aber die Schuldfrage differenzierter, kommen zum Schluss, dass der vermeintliche T\u00e4ter zuvor ein Opfer gewesen ist. Vielleicht beginnen Sie zu verstehen, warum er gehandelt hat, wie er gehandelt hat. Und wom\u00f6glich stecken Sie in der Folge in einer Gewissensklemme, weil Sie nicht mehr kategorisch einordnen k\u00f6nnen, wer was getan hat, warum er es getan hat und wie es zu vermeiden gewesen w\u00e4re. Alles beginnt sich zu drehen, Sie verstehen immer weniger und wollen doch wissen, wie alles zusammenh\u00e4ngt. Also steigen Sie tiefer ein in das Thema.<\/p>\n<p>Sie f\u00f6rdern Fakten zutage, mit denen Sie niemals gerechnet h\u00e4tten, beleuchten nach und nach Ecken, die zuvor vollst\u00e4ndig im Dunkeln gelegen haben. Feindbilder l\u00f6sen sich auf, Heldenverehrungen entpuppen sich als gewaltiger Irrtum. Irgendwann neigen Sie dazu, die Position zu wechseln und sich auf die Seite des vermeintlich Schuldigen zu stellen. Sie halten das eine Weile durch, wehren sich aber dagegen und leuchten weiter die Ecken aus. Zum Schluss stellen Sie fest, dass beide Seiten Interessen haben, die sie mit allen Mitteln verteidigen wollen. Ihr inneres Pendel schl\u00e4gt erneut aus und bewegt sich auf eine neutrale Mitte zu. Die Schuldfrage wird in diesem Moment unwichtiger, sie r\u00fcckt aus dem Mittelpunkt der Geschichte heraus, und Sie stellen fest, dass sie nicht das beste Mittel ist, um das Problem zu l\u00f6sen. Mehr noch: Sie bemerken, dass es gerade diese Schuldfrage ist, die eine L\u00f6sung unm\u00f6glich werden l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Es ist gutgegangen und wird b\u00f6se enden<\/strong><\/p>\n<p>In der oben beschriebenen Fiktion haben Vernunft und Diplomatie sich letztlich durchgesetzt. Mir gef\u00e4llt einfach die Vorstellung eines Happy End, daher habe ich entschieden, es so kommen zu lassen. Da es meine Fiktion ist, ist es auch mein Ende der Geschichte, und wer mir vorwerfen will, ich sei romantisch oder kitschig, der m\u00f6ge das tun.<\/p>\n<p>Weniger romantisch betrachte ich die reale und akute Situation. Der Bev\u00f6lkerung wird der hier in einigen Varianten beschriebene Ausschnitt pr\u00e4sentiert, ein gr\u00f6\u00dferer Blick wird aktiv unterbunden. Damit lassen sich auch die zahlreichen Diffamierungen von Menschen erkl\u00e4ren, die nicht auf den rasenden Zug des Krieges aufspringen wollen. Sie sind es n\u00e4mlich, die genau das wollen: einen genaueren Blick auf die Fakten einerseits und eine diplomatische Herangehensweise andererseits.<\/p>\n<p>Doch so funktioniert die Erz\u00e4hlung nicht, die uns eine isolierte Situation pr\u00e4sentiert, die \u2013 so isoliert betrachtet \u2013 funktionieren mag, aber komplett in sich zusammenbricht, wenn man den Blick weitet. Wir befinden uns in einem Kampf, der nicht \u00f6ffentlich gef\u00fchrt wird, sondern sich um die Gedanken und \u00dcberzeugungen, um die Emotionen und \u00c4ngste dreht, und dieser Kampf wird erbarmungslos gef\u00fchrt, mit allen Waffen, die sich anbieten.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wird ein Krieg gegen uns gef\u00fchrt, gegen unsere m\u00f6glichen Versuche, statt eines eindeutigen Bildes der Lage und des &#8220;Feindes&#8221; eine differenzierte Perspektive zu entwickeln. Wir sind im Nachteil, denn unsere Widersacher wissen, dass Sie die besseren Waffen haben. Sie bieten uns das Simple, Einfache an, sie geben uns Erkl\u00e4rungen und L\u00f6sungen, die uns nicht \u00fcberanstrengen, zumindest nicht mental und emotional. Und wie es aussieht, verlieren wir diese alles entscheidende Schlacht gerade, um die Rhetorik zu gebrauchen, an die wir uns schon gew\u00f6hnt haben. Denn wir weigern uns zunehmend, aus der isolierten Betrachtungsweise auszubrechen. Einige sind an dem Punkt, an dem die von au\u00dfen beeinflusste Manipulation nicht mehr notwendig ist. Einige von uns haben sich selbst in diese gedankliche Isolation versetzt. Aus Bequemlichkeit, aus \u00dcberzeugung, aus Dummheit oder weil sie nie gelernt haben, komplexe Sachverhalte zu analysieren.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen verstehen: Die Situation ist brandgef\u00e4hrlich. Wir steuern auf einen Krieg zu, der nicht zu kontrollieren sein wird. Daher ist es umso wichtiger, sich intensiv mit dem Ukraine-Konflikt zu besch\u00e4ftigen. Man kann nicht einfach &#8220;Ja, richtig!&#8221; br\u00fcllen, ohne sich zuvor \u00fcber die Hintergr\u00fcnde informiert zu haben, und zwar von allen erdenklichen Seiten. Wir sprechen ja nicht dar\u00fcber, ob man lieber Rotwein oder Wei\u00dfwein trinkt, sondern \u00fcber die Frage nach Krieg und Frieden. Das ist nicht trivial, und die eigene Haltung dazu ist vor allem eine Entscheidung, die man nicht aufgrund von oberfl\u00e4chlichen und interessengesteuerten Argumenten treffen sollte.<\/p>\n<p>Cui bono \u2013 oft bem\u00fcht und doch viel zu sehr in den Hintergrund ger\u00fcckt oder als verschw\u00f6rungstheoretisches Geschw\u00e4tz abqualifiziert. Doch wer etwas verstehen will, muss nicht nur die Vorgeschichte kennen, um sich ein umfassendes Bild zu machen. Er muss sich immer auch die Frage stellen, wer etwas von einer Handlung hat, wo seine Vorteile liegen k\u00f6nnten. Im Falle der Ukraine kann man die Fragestellung auch variieren und sich fragen, wem etwas daran liegt, ein Land vor einem vermeintlichen Aggressor zu sch\u00fctzen. Die Ukraine war dem Westen viele Jahre lang egal, die wirtschaftlich desastr\u00f6se Lage des Landes ist auch deshalb entstanden, weil der Westen nichts unternommen hat, um der Ukraine auf die Beine zu helfen. Offenbar waren daf\u00fcr kein Geld und kein Interesse vorhanden.<\/p>\n<p>Woher das pl\u00f6tzliche Interesse kommt, Milliarden in ein Land zu investieren, das jahrelang am langen Arm in wirtschaftlicher Not gehalten wurde, ist eine Frage, die man sich einfach stellen muss, will man die Motive, Hintergr\u00fcnde und Interessen verstehen. Auf diese Hintergr\u00fcnde bin ich in zahlreichen Artikeln, Interviews und Podcasts eingegangen, daher wiederhole ich das an dieser Stelle nicht.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte aber abschlie\u00dfend die Leser ermuntern, die Frage nach den hier beschriebenen Gr\u00fcnden f\u00fcr die Haltung des Westens weiterzureichen. An Freunde, Kollegen, Familienmitglieder. Ich muss Sie zwar warnen, das wird kein Kindergeburtstag, denn alle in diesem Artikel formulierten Fragen und Thesen, Theorien und Geschichten taugen nicht f\u00fcr einen geselligen Abend bei Rotwein und K\u00e4se.<\/p>\n<p>Aber wissen Sie, niemand hat gesagt, es w\u00e4re einfach.<\/p>\n<p><em><strong>Tom J. Wellbrock<\/strong><\/em><em>\u00a0ist Journalist, Sprecher, Texter, Moderator und Mitherausgeber des Blogs &#8220;<\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.neulandrebellen.de\/\"><em>neulandrebellen<\/em><\/a><em>&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/160240-politiker-letzten-generation-werden-sie\/\">Politiker der &#8220;Letzten Generation&#8221;: Werden sie gezielt dumm gez\u00fcchtet?<\/a><\/p>\n<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/160857-ukraine-die-isolierte-erzaehlung\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Isoliert man einen Sachverhalt von Faktoren, die um ihn herum vorhanden sind, verf\u00e4lscht man die ganze Sache an sich. 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