{"id":28346,"date":"2023-01-22T09:48:26","date_gmt":"2023-01-22T07:48:26","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/blutigste-blockade-der-geschichte-wie-leningrad-ueberlebte\/"},"modified":"2023-01-22T09:48:26","modified_gmt":"2023-01-22T07:48:26","slug":"blutigste-blockade-der-geschichte-wie-leningrad-ueberlebte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/blutigste-blockade-der-geschichte-wie-leningrad-ueberlebte\/","title":{"rendered":"Blutigste Blockade der Geschichte: Wie Leningrad \u00fcberlebte"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Ende der Belagerung: Vor achtzig Jahren startete die Rote Armee die Operation Iskra, die der H\u00f6lle der Belagerung von Leningrad ein Ende setzte. Unser Autor blickt zur\u00fcck in die Geschichte, auf das Leid der Menschen in dieser Stadt und auf die Befreiung von der Blockade, die fast 900 Tage dauerte.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Anatolij Brusnikin<\/em><\/p>\n<p>Leningrad, das heutige Sankt Petersburg, war Schauplatz einer der blutigsten und tragischsten Episoden des Zweiten Weltkriegs.<\/p>\n<p>Die Belagerung der ehemaligen Hauptstadt des zaristischen Russlands durch die Wehrmacht und ihre Alliierten dauerte 872 Tage und forderte das Leben von rund einer Million Zivilisten sowie etwa einer halben Million Soldaten. Vor achtzig Jahren wurde in einem kolossalen milit\u00e4rischen Kraftakt die Blockade der Stadt durchbrochen: Die Operation Iskra \u00f6ffnete einen schmalen, ungedeckten, exponierten, aber dennoch funktionsf\u00e4higen Landkorridor zum von den Sowjets kontrollierten Gebiet.<\/p>\n<p>Nach vier katastrophalen Fehlschl\u00e4gen in den vorangegangenen Jahren war die Operation Iskra der erste erfolgreiche Versuch, die Blockade der Wehrmacht zu durchbrechen. Der Erfolg der Operation war unglaublich wichtig, aber der Sieg forderte einen derma\u00dfen hohen Tribut und ist mit so viel unbeschreiblicher Trauer und Zerst\u00f6rung verbunden, dass selbst in Russland nur sehr selten daran erinnert wird.<\/p>\n<p><strong>Die &#8220;\u00fcberfl\u00fcssige&#8221; Stadt<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem deutschen Plan f\u00fcr die Ostfront bestand die urspr\u00fcngliche Aufgabe der Heeresgruppe Nord darin, Leningrad bis Mitte September 1941 zu erobern. Dies erwies sich jedoch als unm\u00f6glich. Die Mobilisierung der Zivilbev\u00f6lkerung zum Anlegen von Verteidigungslinien im S\u00fcden der Stadt \u2013 \u00fcberwiegend Frauen, da die M\u00e4nner entweder in den Fabriken besch\u00e4ftigt waren oder an die Front mussten \u2013 und der hartn\u00e4ckige Widerstand der Roten Armee hinderten die Deutschen daran, die Stadt im Sturm zu \u00fcberrennen. Franz Halder, Stabschef der Bodentruppen, wollte keine Zeit und M\u00fchen f\u00fcr die &#8220;untergehende&#8221; Stadt verschwenden, wie er sie damals beschrieb, und \u00fcberzeugte Adolf Hitler, Panzer und mechanisierte Einheiten in Richtung Moskau zu verlegen und Leningrad stattdessen unter eine Blockade zu nehmen.<\/p>\n<p>Man ging davon aus, dass die Verteidiger von Leningrad nach einem kalten Winter, begleitet von Hunger, nicht mehr die Kraft haben w\u00fcrden, Widerstand zu leisten. Die Stadt sollte anschliessend eingenommen und dem Erdboden gleichgemacht werden. Alle Gebiete n\u00f6rdlich des Flusses Newa, der durch die Stadt in die Ostsee m\u00fcndet, w\u00e4ren dann den finnischen Verb\u00fcndeten der Deutschen \u00fcberlassen worden, die w\u00e4hrend der Blockade die n\u00f6rdliche Blockadefront sicherten, so der Plan.<\/p>\n<p>Bei der Einkreisung der Stadt am 29. August 1941 \u2013 nur zwei Monate und eine Woche nach Beginn der Operation Barbarossa \u2013 wurde die letzte Eisenbahnlinie in der N\u00e4he des Bahnhofs von Mga unterbrochen. Am 8. September 1941 wurde Schl\u00fcsselburg (auf Russisch Schlisselburg) eingenommen, zw\u00f6lf Kilometer n\u00f6rdlich von Leningrad am Ladogasee gelegen, dem Ursprung der Newa. Bis dahin konnte von hier aus noch Nachschub nach Leningrad transportiert werden. Die Dauer der Blockade von Leningrad wird ab diesem Datum gez\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Fast unmittelbar nach der Gr\u00fcndung durch Zar Peter I. (Peter der Gro\u00dfe) im Jahr 1703, wurde Sankt Petersburg Russlands wichtigster Handelshafen und Marinest\u00fctzpunkt. Breite Alleen, Kathedralen, die atemberaubende Sch\u00f6nheit der Pal\u00e4ste der Zarenfamilie und anderer Adliger, sowie Zugbr\u00fccken \u00fcber die breite Newa erinnern heute noch an die gro\u00dfartige Geschichte Russlands. Aber bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Stadt auch zu einem der wichtigsten Produktionszentren des Landes geworden und behielt ihre industrielle Bedeutung, selbst nachdem die Bolschewiki, die 1918 an die Macht kamen, die Hauptstadt nach Moskau verlegten. Dar\u00fcber hinaus erkannten sowohl Adolf Hitler als auch Joseph Stalin die ideologische Bedeutung der Stadt, da hier die erste sozialistische Revolution stattgefunden hatte und die Stadt selbst zu Ehren des F\u00fchrers des Weltproletariats, Wladimir Lenin, umbenannt worden war.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb069f48fbef44061da4ee.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb069f48fbef44061da4ee.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb069f48fbef44061da4ee.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb069f48fbef44061da4ee.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb069f48fbef44061da4ee.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb069f48fbef44061da4ee.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Wladimir Lenin h\u00e4lt am 19. Juli 1920 eine Rede w\u00e4hrend einer Kundgebung zur Er\u00f6ffnung des Zweiten Kongresses der Kommunistischen Internationale.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">V.K. Bulla<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Durch die Ausl\u00f6schung Leningrads vom Antlitz der Erde w\u00e4re es Hitler gelungen, gro\u00dfe sowjetische Industrie- und Milit\u00e4ranlagen zu zerst\u00f6ren, von denen es \u00fcber 300 auf dem Stadtgebiet gab, die Ostsee f\u00fcr die deutsche Schifffahrt sicher zu machen, eine m\u00e4chtige Handelsflotte zu erobern, um weiter in Richtung Murmansk und Archangelsk vorzusto\u00dfen und so die Lieferung von Hilfsg\u00fctern zu unterbinden, die dort \u00fcber das mit den USA vereinbarte Lend-Lease-Programm anlandeten. Schlie\u00dflich und vor allem wollte Hitler die &#8220;Asiaten&#8221; aus Europa vertreiben und seinen kommunistischen Gegner demoralisieren, indem er ihn der Wiege seiner Revolution beraubte.<\/p>\n<p><strong>Eine H\u00f6lle im Eis<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund des desastr\u00f6sen Kriegsbeginns der Roten Armee und des allgemeinen Chaos in der Verwaltung des Landes, war Leningrad absolut unvorbereitet auf eine Belagerung. Eine vollst\u00e4ndige Evakuierung der drei Millionen Einwohner der Stadt, entlang von nur zwei Eisenbahnlinien und das in relativ kurzer Zeit, war unm\u00f6glich. Und die Evakuierung von milit\u00e4risch wichtigen Fabriken und Anlagen hatte Priorit\u00e4t. Die Kinder wurden aus der Stadt gebracht, um sie vor Bomben- und Artilleriebeschuss zu sch\u00fctzen. Sie wurden jedoch nicht ins Landesinnere geschickt, sondern in die Vororte und D\u00f6rfer in der N\u00e4he der Stadt, aus denen die meisten von ihnen bald zur\u00fcckkehren sollten.<\/p>\n<p>Es waren keine nennenswerten Lebensmittelvorr\u00e4te angelegt worden, und die meisten Lagerh\u00e4user waren bereits am 8. und 10. September, als die Blockade in Kraft trat, von der deutschen Luftwaffe zerst\u00f6rt worden. Bereits im Oktober wurden die Rationen f\u00fcr jene Bewohner, die weder in Fabriken arbeiteten noch in Sch\u00fctzengr\u00e4ben k\u00e4mpften, auf katastrophale 125 Gramm Brot pro Tag reduziert, und im November setzte dann eine regelrechte Hungersnot ein. W\u00e4hrend der gesamten Zeit der Belagerung wurden in der ganzen Stadt F\u00e4lle von Kannibalismus registriert und \u2013 wo m\u00f6glich \u2013 strafrechtlich untersucht. Die Zahl solcher Vorf\u00e4lle ging in die Hunderte. Aber angesichts der unmenschlichen Bedingungen, unter denen sich Millionen von Leningrader B\u00fcrgern befanden, ist dies auf den zweiten Blick nicht so erschreckend, wie es zun\u00e4chst scheinen mag.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wurde die Situation durch die bittere Winterk\u00e4lte versch\u00e4rft. Ausgerechnet der Winter 1941\/42 erwies sich als der k\u00e4lteste und l\u00e4ngste seit Beginn der Aufzeichnungen. Die durchschnittliche Tagestemperatur lag bereits am 11. Oktober bei Null Grad Celsius und stieg erst am 7. April wieder \u00fcber den Gefrierpunkt. Die Treibstoffreserven der Stadt gingen rasch zur Neige, w\u00e4hrend die Stromversorgung auf 15 Prozent des Vorkriegsniveaus gesunken war. Die Zentralheizungen in der Stadt wurde abgeschaltet, Abwasser- und Wasserversorgungssysteme froren ein. Die Menschen stellten kleine gusseiserne \u00d6fen in ihre Wohnungen und verheizten alles was sie besa\u00dfen oder finden konnten, einschlie\u00dflich M\u00f6bel, Parkettb\u00f6den, Tapeten und B\u00fccher.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb073848fbef1ec74a8e12.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb073848fbef1ec74a8e12.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb073848fbef1ec74a8e12.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb073848fbef1ec74a8e12.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb073848fbef1ec74a8e12.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb073848fbef1ec74a8e12.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Belagerte Leningrader verlassen einen Luftschutzbunker nach einem Angriff auf die Stadt am 10. Dezember 1942.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Boris Kudoyarov<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Monate des ersten Winters waren die trostlosesten. Den Kommandanten der Wehrmacht war verboten worden, Fl\u00fcchtlinge aus der Stadt zu lassen. Die Menschen starben an K\u00e4lte und Ersch\u00f6pfung im eigenen Zuhause, mitten w\u00e4hrend der Arbeit und auf offener Stra\u00dfe. Viele setzten sich einfach hin, um sich kurz auszuruhen, und standen nie wieder auf. Ab Februar 1942 bargen Spezialtrupps t\u00e4glich \u00fcber 1.000 Leichen von den Stra\u00dfen. Laut offiziellen Statistiken, die bei den N\u00fcrnberger Prozessen vorgelegt wurden, starben bei den Bomben- und Artillerieangriffen insgesamt 17.000 Menschen, w\u00e4hrend die von den Deutschen herbeigef\u00fchrte Hungersnot \u2013 zusammen mit der K\u00e4lte \u2013 weitere 632.000 Menschenleben forderte. Zu diesen Zahlen kamen noch 332.000 gefallene Soldaten. Die neuere Forschung neigt jedoch dazu anzunehmen, dass diese Zahlen zu tief angesetzt wurden. Dies k\u00f6nnte zum Teil darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, dass Stalin wahrscheinlich nicht die Verantwortung f\u00fcr eine derartige Katastrophe \u00fcbernehmen oder gar Schw\u00e4che gegen\u00fcber den ehemaligen Verb\u00fcndeten zeigen wollte, nachdem der Kalte Krieg bereits begonnen hatte sich zusammenzubrauen.<\/p>\n<p><strong>Die \u00dcberlebenden des Massenmords<\/strong><\/p>\n<p>Man stelle sich vor: Man wacht im einzigen warmen Zimmer einer riesigen Leningrader Wohnung auf. Jede Bewegung schmerzt, der Kopf ist benebelt durch den Hunger. Man muss sich nicht anziehen, da man in seinen Kleidern und einer wattierten Jacke geschlafen hat. Aus einem Eimer sch\u00f6pft man \u00fcbrig gebliebenes Wasser, das am Vortag aus einem Brunnen geholt wurde. Man zieht sich noch w\u00e4rmer an und macht sich auf den Weg zu einer Fabrik, der Weg dahin f\u00fchrt quer durch die Stadt. Der \u00f6ffentliche Nahverkehr funktioniert schon lange nicht mehr. Die Erg\u00e4nzungsrationen an Nahrung werden in der Fabrik organisiert \u2013 eine weitere Chance den Tag zu \u00fcberleben. Im Hausflur steigt einem ein Geruch in die Nase, weil am unteren Ende des Treppenhauses bereits seit drei Tagen eine Leiche liegt. Man versucht nicht hinzusehen. Auf dem Weg zur Arbeit trifft man auf Menschen, die Schlitten ziehen, auf denen die Leichen ihrer Angeh\u00f6rigen liegen. Sie schl\u00e4ngeln sich zwischen Schneewehen und still stehenden Trolleybussen hindurch, um irgendwo die Toten zu begraben. Aber all das weckt keinerlei Emotionen mehr, nachdem in den endlosen Monaten dieses Winters rund eine Million Menschen um einen herum umgekommen sind. Man hat bereits alle Hoffnung verloren, lebt wie von einem Autopiloten gesteuert durch den Tag und wei\u00df, dass dieses Schicksal einen bald selbst treffen k\u00f6nnte. Hunderttausende Menschen haben dies durchgemacht und das Trauma in Erinnerung behalten, obwohl viele es vorzogen, sich \u00fcber ihre Erinnerungen an all die Schrecken nicht zu \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>In Bezug auf Brutalit\u00e4t, Ausma\u00df und Organisation ist die Belagerung von Leningrad durchaus vergleichbar mit anderen ber\u00fcchtigten Massenmorden, einschlie\u00dflich der &#8220;Endl\u00f6sung der Judenfrage&#8221;, bei denen sich die Deutschen der Folgen ihres Handelns voll bewusst waren. Und w\u00e4hrend es die sowjetische F\u00fchrung aus mehreren Gr\u00fcnden vers\u00e4umte, darauf aufmerksam zu machen, auch auf internationaler Ebene, nannte das Stadtgericht Sankt Petersburg im Oktober 2022 schlie\u00dflich die Dinge beim Namen und erkannte die Belagerung als V\u00f6lkermord an.<\/p>\n<p><em>&#8220;Erst k\u00fcrzlich wurde auch die Blockade von Leningrad als V\u00f6lkermord anerkannt. Es war h\u00f6chste Zeit, dies zu tun. Durch die Organisation der Blockade versuchten die Nazis gezielt, die Leningrader Bev\u00f6lkerung zu vernichten \u2013 alle, von den Kindern bis zu den Alten. Dies wird, wie ich bereits erw\u00e4hnt habe, auch durch deutsche Dokumente best\u00e4tigt.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Dies sagte Wladimir Putin im November 2022. Obwohl Russlands derzeitiger Pr\u00e4sident zehn Jahre nach dem endg\u00fcltigen Durchbruch der Leningrader Blockade geboren wurde, war seine Familie von dieser Trag\u00f6die direkt betroffen.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb07a5b480cc303437d70c.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb07a5b480cc303437d70c.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb07a5b480cc303437d70c.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb07a5b480cc303437d70c.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb07a5b480cc303437d70c.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb07a5b480cc303437d70c.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Eine Frau neben Leichen auf Schlitten und bereitgestellten S\u00e4rgen. 01. Februar 1943<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Zu Beginn der Blockade wurde Viktor, der eineinhalbj\u00e4hrige Sohn von Wladimir Putins Mutter, Maria Iwanowna, zur Evakuierung abgeholt, aber er schaffte es nie aus der Stadt. Laut offizieller Darstellung starb das Kind an einer Krankheit. Die einzige Nachricht, die seine Mutter dar\u00fcber erhielt, war eine Sterbeurkunde. Wie der russische Staatschef selbst einmal erz\u00e4hlte, konnte seine Mutter nur deshalb \u00fcberleben, weil ihr Mann, Putins Vater, an der Front verwundet worden war \u2013\u00a0er k\u00e4mpfte am Br\u00fcckenkopf an der Newa \u2013 und dadurch eine erh\u00f6hte Ration an Nahrung erhielt, die er seiner Frau bei ihren t\u00e4glichen Besuchen im Krankenhaus weitergab. Dies machte er so lange, bis er selbst vor Hunger ohnm\u00e4chtig wurde und die \u00c4rzte, die verstanden, was vor sich gegangen war, weitere Besuche seiner Ehefrau untersagten. Nachdem er das Krankenhaus mit einem eingegipsten Bein und auf Kr\u00fccken verlassen konnte, pflegte er seine Frau, die wegen Schw\u00e4che nicht mehr gehen konnte.<\/p>\n<p><strong>Die Angriffe \u00fcber die Leichen der Kameraden<\/strong><\/p>\n<p>Laut den Erinnerungen von Georgi Schukow \u2013 dem sp\u00e4teren Oberkommandierenden der Roten Armee \u2013, der im September und Oktober 1941 den Sturm auf Leningrad abwehren konnte, hielt Stalin die Lage der Stadt zun\u00e4chst f\u00fcr nahezu hoffnungslos und konzentrierte sich mehr darauf, Moskau zu retten. Aber der verzweifelte Widerstand der Verteidiger der Stadt, die unersch\u00fctterliche Beharrlichkeit ihrer Einwohner und der sp\u00e4tere Heldenmut der Brigaden, die knappe Lebensmittel in Lastwagen und Karren entlang der einzigen Lebensader der Stadt \u2013 der auf dem zugefrorenen Ladogasee errichteten &#8220;Stra\u00dfe des Lebens&#8221; \u2013 nach Leningrad transportierten, zwang den bolschewistischen F\u00fchrer, seine Einstellung zu \u00e4ndern. Ab diesem Punkt begann er zu fordern, dass seine Milit\u00e4rkommandeure die Blockade mit allen Mitteln und so schnell wie m\u00f6glich durchbrechen sollen. Die Ungeduld Stalins, der erst zwei Monate zuvor die Kommandeure der Westfront hinrichten lie\u00df, f\u00fchrte zu einer Reihe \u00fcberst\u00fcrzter und schlecht vorbereiteter Versuche, die Blockade zu durchbrechen.<\/p>\n<p>Was genau aber war der deutsche &#8220;Keil&#8221;, der bis zum Ladogasee vordrang und Leningrad vom Rest des Landes abschnitt? Es war ein 15 x 15 Kilometer tiefes Gebiet, das haupts\u00e4chlich aus W\u00e4ldern und Torfmooren bestand, in dessen Mitte sich ein H\u00fcgel befand, auf dem das Dorf Sinjawino stand. Im Westen wurde das Gebiet von der an dieser Stelle etwa 500 Meter breiten Newa begrenzt, hinter der die Verteidigungstruppen der Leningrader Front aufgestellt waren. Im Osten verlief die Wolchow-Front, im Norden lag das Ufer des Ladogasees und im S\u00fcden der Gro\u00dfteil der deutschen Heeresgruppe Nord.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Stalins Industrialisierung in den 1930er Jahren war am Ufer der Newa ein gro\u00dfes Kondensationskraftwerk gebaut worden. Torf wurde aus den Mooren gewonnen, um ihn als Brennstoff zu verwenden. Die Werksarbeiter lebten in mehreren umliegenden D\u00f6rfern, die durch unbefestigte Stra\u00dfen und eine Schmalspurbahn verbunden waren. Im Norden lag die alte Festungsstadt Schl\u00fcsselburg; im S\u00fcden, tief hinter den deutschen Linien, befand sich der Eisenbahnknotenpunkt am Bahnhof von Mga. Die Versuche, die Belagerung Leningrads zu durchbrechen, werden im Allgemeinen als die Sinjawino-Operationen bezeichnet.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb082148fbef1f0b495786.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb082148fbef1f0b495786.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb082148fbef1f0b495786.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb082148fbef1f0b495786.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb082148fbef1f0b495786.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb082148fbef1f0b495786.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">W\u00e4hrend der 2. Sinjawino-Operation marschieren Soldaten am 11. Januar 1942 durch Matsch und Schlamm an die Front.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die erste Sinjawino-Operation begann buchst\u00e4blich am Tag nach der vollst\u00e4ndigen Errichtung der Blockade, am 9. September 1941. Sie entwickelte sich zu einem zweiw\u00f6chigen Kampf zwischen der neu gebildeten 54. Armee von Marschall Grigori Kulik, die aus Rekruten und versprengten Einheiten aus dem Osten zusammengestellt wurde, und den deutschen Truppen, die versuchten, zum Fluss Swir durchzubrechen, um sich mit den finnische Truppen zu vereinen. W\u00e4re dies der Wehrmacht gelungen, h\u00e4tte von einer &#8220;Stra\u00dfe des Lebens&#8221; keine Rede sein k\u00f6nnen und Leningrad h\u00e4tte die Belagerung definitiv nicht \u00fcberstanden. Aus Sicht von Stalin, dem Generalstabschef Schaposchnikow und Marschall Schukow \u2013 zu dem Zeitpunkt Kommandant der eingeschlossenen Leningrader Front \u2013, war die Operation ein Fehlschlag. W\u00fctend dar\u00fcber, beschloss Schukow eigenh\u00e4ndig zu handeln und gab den Befehl, eine \u00dcberquerung der Newa von Westen her zu erzwingen. In der N\u00e4he von Schl\u00fcsselburg wurden die Landungstruppen zwar vernichtet, aber ein weiterer Versuch zw\u00f6lf Kilometer s\u00fcdlich, an einer engen Flussbiegung, war erfolgreicher, und der Br\u00fcckenkopf an der Newa, wo Putins Vater k\u00e4mpfte, konnte gebildet werden.<\/p>\n<p>Der Br\u00fcckenkopf an der Newa \u00e4nderte st\u00e4ndig seine Ausdehnung, mit einer maximalen Breite von bis zu zwei Kilometern und einer Tiefe von etwa 800 Metern. Obwohl die relativ geringe Breite des Flusses es erm\u00f6glichte, mit Booten Verst\u00e4rkung anzulanden, wenn auch \u00fcber eiskaltes und teils vereistes Wasser und unter st\u00e4ndigem Beschuss \u2013 nur jeder f\u00fcnfte Soldat schaffte es \u2013, war das Ufer selbst f\u00fcr eine weitere Offensive absolut ungeeignet. Von Norden wurde es vom gigantischen Kraftwerk eingegrenzt, das die Deutschen umgehend in eine Festung verwandelt hatten. Im Osten grenzte es an zwei gro\u00dfe sandige Senken, durch die es unm\u00f6glich war, einen Angriff zu lancieren oder ein Man\u00f6ver durchzuf\u00fchren. Der Br\u00fcckenkopf stand unter st\u00e4ndigem Beschuss durch feindliche Artillerie und Maschinengewehre. Dies hielt die sowjetischen Kommandeure jedoch nicht davon ab, Frontalangriffe anzuordnen, um Erfolge an Stalin melden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zwischen dem 19. September 1941 und dem 29. April 1942 sowie dem 26. September 1942 und dem 17. Februar 1943 rotierten unz\u00e4hlige Regimenter und Divisionen durch diesen Br\u00fcckenkopf. Es wurden \u00fcber 50 aussichtslose Versuche unternommen, in Richtung Sinjawino und Mga vorzudringen, um die feindlichen Blockadelinien zu durchbrechen. Allein 1941, w\u00e4hrend der ersten und zweiten Sinjawino-Operation, starben auf diesem kleinen St\u00fcck Erde mindestens 68.000 Menschen. Es war fast unm\u00f6glich, verwundete Soldaten, geschweige denn Leichen, \u00fcber den Fluss zu evakuieren. Wenn Leichen begraben wurden, wurden sie direkt dort begraben wo man sie fand \u2013 oft mehr als einmal, da unaufh\u00f6rliches Artilleriefeuer und Luftangriffe mit bis zu 50.000 Granaten und Fliegerbomben pro Tag die Erde aufw\u00fchlte und die Leichen wieder freilegten. Die tiefen Wintertemperaturen machten es fast unm\u00f6glich, Sch\u00fctzengr\u00e4ben in den gefrorenen Boden zu graben. Starr gefrorene Leichen wurden anstelle von Baumst\u00e4mmen verwendet, um die W\u00e4lle der Gr\u00e4ben oder die Schutzd\u00e4cher dar\u00fcber zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;All das vor dem Hintergrund unseres eigenen Artilleriefeuers und jenem der Deutschen, des unverkennbaren Geruchs der Sprengladung von M\u00f6rsergranaten, des horrenden L\u00e4rms deutscher Stuka, dem St\u00f6hnens der Verwundeten und dem Fluchen der Lebenden, mit denen sie die Deutschen, den Krieg, den erb\u00e4rmlichen Br\u00fcckenkopf und manchmal unsere eigenen Kanoniere verfluchten, wenn sie auf unsere eigenen Stellungen feuerten.&#8221;\u00a0\u2013\u00a0<\/em>Yuri Poresch, ein sowjetischer Soldat, der die K\u00e4mpfe \u00fcberlebt hat<\/p>\n<\/blockquote>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08bc48fbef1ed04d5739.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08bc48fbef1ed04d5739.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08bc48fbef1ed04d5739.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08bc48fbef1ed04d5739.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08bc48fbef1ed04d5739.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08bc48fbef1ed04d5739.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Soldaten der 168. Infanteriedivision von Oberst Andrei Bondarew am 11. Mai 1941, w\u00e4hrend der Schlacht um Leningrad bei Newski-Pjatatschok.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Vsevolod Tarasevich<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Es wird gesch\u00e4tzt, dass der durchschnittliche Kampfwert eines Soldaten auf dem Newa-Br\u00fcckenkopf 52 Stunden betrug. Danach war er entweder tot oder verwundet und anschlie\u00dfend einer herausfordernden Evakuierung ausgesetzt. Der Vater von Wladimir Putin, dem von einer Granate Ferse und Kn\u00f6chel zerschmettert worden war, musste den Fluss schwimmend \u00fcberqueren und schaffte es nur mit Hilfe eines Kameraden ans rechte Ufer.<\/p>\n<p>Das Ausma\u00df der in diesem Gebiet erlittenen Verluste konnte erst nach dem Krieg erfasst werden. Zum Zeitpunkt der K\u00e4mpfe konzentrierte sich alles darauf, Leningrad aus der verheerenden Belagerung zu befreien.<\/p>\n<p><strong>Die Geburt eines Verr\u00e4ters<\/strong><\/p>\n<p>Der Kampf im Sinjawino-Keil war auch f\u00fcr die Deutschen kein leichtes Spiel und sie mussten unz\u00e4hlige Wellen sowjetischer Angriffe aus zwei entgegengesetzten Richtungen abwehren. Durch kontinuierliches Artilleriefeuer waren bald so gut wie alle B\u00e4ume im einst bewaldeten Kampfgebiet zerschossen. Dadurch konnten die Wehrmachtssoldaten von ihren befestigten Stellungen aus, insbesondere von der Sinjawino-Anh\u00f6he, die S\u00fcmpfe \u00fcberblicken, die auch im Winter nie zufroren, und die, von schwerem Artilleriebeschuss aufgew\u00fchlt, mit Minen und Leichen von Rotarmisten \u00fcbers\u00e4t waren, dazwischen der ein oder andere ausgebrannte Panzer.\u00a0<\/p>\n<p>Weiter s\u00fcdlich, am Eingang zum Kessel von Demjansk, dessen Verteidigung durch die Deutschen eng mit der Verteidigung des Sinjawino-Keils verbunden war, befand sich ein handgefertigtes Schild am Stra\u00dfenrand, auf dem auf Deutsch geschrieben stand: &#8220;Willkommen in der H\u00f6lle&#8221;. Die Deutschen dort m\u00fcssen \u00e4hnliche Erfahrungen wie die Rotarmisten in Sinjawino gemacht haben, das mittlerweile aussah wie ein Gem\u00e4lde von Hieronymus Bosch.<\/p>\n<p>Nach dem Sieg bei Moskau, gefolgt von einer Gegenoffensive, forderte Stalin erneut den Durchbruch der Belagerung, was zu der ber\u00fcchtigten Ljuban-Offensive f\u00fchrte, die zwischen dem 7. Januar und dem 10. Juli 1942 stattfand. Das Ziel war, den gesamten Sinjawino-Keil s\u00fcdlich von Mga abzuschneiden und dadurch nicht nur die Belagerung Leningrads zu entlasten, sondern auch die strategische Initiative im Norden zu ergreifen. Der 2. Sto\u00dfarmee, die speziell f\u00fcr diese Operation aufgestellt wurde, gelang es, die deutsche Verteidigung zu durchbrechen. Aufgrund des Mangels an befahrbaren Stra\u00dfen, ausreichender Versorgung und ausreichender Verst\u00e4rkung, sowie der Inkompetenz von Michail Chosin, dem Kommandeur der Leningrader Front, wurde sie jedoch gezwungen, ihren Vormarsch zu stoppen, bevor sie zunehmend eingekreist und zerst\u00f6rt wurde. Am 20. April wurde Andrei Wlassow, ein Held der Schlacht um Moskau und einer der von Stalin am meisten respektierten Gener\u00e4le, eher zuf\u00e4llig mit dem Kommando der 2. Sto\u00dfarmee betraut, um ihren angeschlagenen Kommandanten zu entlasten.<\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt war die 2. Sto\u00dfarmee so gut wie dem Untergang geweiht. Als das Oberkommando der Armee schlie\u00dflich den R\u00fcckzug genehmigte, war es schon zu sp\u00e4t, da die Einkesselung bereits vollzogen war. Nachdem Wlassow seine letzten Befehle erteilt hatte, versuchte er \u2013 wie er es bereits im Sommer 1941 in der N\u00e4he von Kiew getan hatte \u2013\u00a0auf eigene Faust zu fliehen, wurde jedoch gefangen genommen und konnte von den Deutschen identifiziert werden. Wlassow wird sp\u00e4ter die mit den Nazis kollaborierende &#8220;Russische Befreiungsarmee&#8221; \u2013 auch als &#8220;Wlassow-Armee&#8221; bekannt \u2013 anf\u00fchren und zum Inbegriff des Verr\u00e4ters werden. Insgesamt kamen bei der verheerenden Operation bei Ljuban etwa 350.000 Soldaten und Offiziere ums Leben.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08ffb480cc2f91783cc9.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08ffb480cc2f91783cc9.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08ffb480cc2f91783cc9.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08ffb480cc2f91783cc9.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08ffb480cc2f91783cc9.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb08ffb480cc2f91783cc9.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Andrej Wlassow, 1943, bei einem Man\u00f6ver zur Ausbildung russischer Freiwilliger der &#8220;Russische Befreiungsarmee&#8221;.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Roger Viollet<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Gettyimages.ru<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die letzten R\u00fcckschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p>Einen Monat sp\u00e4ter, Ende August 1942, begann die Rote Armee mit der dritten Sinjawino-Operation einen weiteren Versuch, die Belagerung zu durchbrechen. Diesmal stand die Leningrader Front unter dem Kommando von Leonid Goworow, einem viel f\u00e4higeren General und akribischen Artillerieoffizier. Der Kommandeur der Wolchow-Front war Kirill Merezkow, ein erfahrener General, der im B\u00fcrgerkrieg in Spanien gek\u00e4mpft und im Winterkrieg gegen Finnland den Auftrag erhalten hatte, die Mannerheim-Linie zu durchbrechen. Ihnen gegen\u00fcber stand die 18. deutsche Armee von Georg Lindemann, zu der unter anderem auch die 250. Blaue Division spanischer Freiwilliger geh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Angesichts der Gegebenheiten der Moorlandschaft vor Ort, schien die Mission jedoch immer noch nahezu unm\u00f6glich zu erf\u00fcllen.\u00a0<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Soldaten mussten W\u00e4lle aus Holz und Erde bauen, anstatt Sch\u00fctzengr\u00e4ben f\u00fcr ihre Stellungen und Unterst\u00e4nde auszuheben. Sie sch\u00fctteten Erde auf, um Stellungen zu errichten, legten mit Holzplanken viele Kilometer Wege an und bauten Plattformen aus Holz f\u00fcr Artilleriegesch\u00fctze und M\u00f6rser. Die riesigen Torfmoore, die sich von den Ufern des Ladogasee bis nach Sinjawino und s\u00fcdlich von Sinjawino erstrecken, die dichten W\u00e4lder mit den gro\u00dfen S\u00fcmpfen, die selbst f\u00fcr die Infanterie fast undurchdringlich waren, schr\u00e4nkten die Man\u00f6vrierf\u00e4higkeit der Truppen stark ein und verschafften der gegnerischen Seite weitere Vorteile.&#8221;<\/em>, erinnert sich Kirill Merezkow.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der wesentlich gr\u00fcndlicher geplante dritte Versuch erforderte mehrere Wellen vorr\u00fcckender Truppen, unterst\u00fctzt von schwerem Artilleriefeuer und Flammenwerfer, um feindliche Befestigungen zu zerst\u00f6ren. Die Operation h\u00e4tte ein Erfolg werden k\u00f6nnen, aber im August wurden die Deutschen durch die 11. Armee verst\u00e4rkt, die aus der blutigen Schlacht von Sewastopol als Sieger hervorgegangen war. Diese wurde von Erich von Manstein, einem der h\u00f6chsten Gener\u00e4le Hitlers, kommandiert.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich sollte von Manstein seinen Erfolg auf der Krim in Leningrad wiederholen. Als sich die Situation in der N\u00e4he von Sinjawino jedoch zunehmend verschlechterte, forderte ihn die deutsche F\u00fchrung auf, die russische Offensive unter allen Umst\u00e4nden zu stoppen, was ihm auch gelang. Somit sah es nach einem weiteren R\u00fcckschlag f\u00fcr die Rote Armee aus, die \u00fcber 100.000 Soldaten und Offiziere verloren hatte, darunter 40.000 Gefallene. Aber es gelang, einen Angriff der Wehrmacht auf Leningrad abzuwenden und die 11. Armee soweit zu schw\u00e4chen, dass sie sp\u00e4ter, als sie nach Stalingrad entsandt wurde, die Einkesselung der 6. Armee von Paulus nicht durchbrechen konnte.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb097448fbef1ec74a8e1b.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb097448fbef1ec74a8e1b.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb097448fbef1ec74a8e1b.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb097448fbef1ec74a8e1b.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb097448fbef1ec74a8e1b.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb097448fbef1ec74a8e1b.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Erich von Manstein, deutscher Feldmarschall der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Ullstein bild\/Ullstein bild<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Gettyimages.ru<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der Funke, der die Panzerung durchbrach<\/strong><\/p>\n<p>Die dritte Sinjawino-Operation erm\u00f6glichte Goworow und Merezkow, ein besseres Verst\u00e4ndnis des Gel\u00e4ndes und der feindlichen F\u00e4higkeiten zu erlangen. Stalin schlug vor, dass die n\u00e4chste Operation den Codenamen Iskra \u2013 zu Deutsch &#8220;Funke&#8221; \u2013 tragen sollte. Die Idee dahinter war, dass diese Operation die Belagerung endg\u00fcltig durchbrechen sollte. Was den f\u00fcnften Versuch, die Belagerung zu durchbrechen, von den vorangegangenen Bem\u00fchungen unterschied, war die sorgf\u00e4ltige Planung und die spezielle Vorbereitung der Truppen.<\/p>\n<p>Beispielsweise \u00fcbten Soldaten das \u00dcberqueren der Newa an Stellen innerhalb der Stadt, an denen der Feind sie nicht beobachten konnte. Zudem sollte Artilleriefeuer alle Feuerstellungen des Feindes am linken Ufer ausschalten. Um dies zu erreichen, schlich ein Soldat, der vor dem Krieg Kunstmaler war, mehrere N\u00e4chte hintereinander an die Frontlinie und beobachtete sorgf\u00e4ltig die deutschen Verteidigungsstellungen, um danach ins Hauptquartier zur\u00fcckzukehren und alles, was er gesehen und in Erinnerung behalten hatte, auf einer vier Meter breiten Leinwand als Bild darzustellen. Dieses Bild wurde dann von Artillerieoffizieren als Referenz verwendet.<\/p>\n<p>Mit langen Metallspie\u00dfen zusammengehaltene Baumst\u00e4mme sollten urspr\u00fcnglich mittleren und schweren Panzern helfen, den Fluss zu \u00fcberqueren. Nachdem die ersten beiden Panzer w\u00e4hrend einer \u00dcbung gesunken waren, wurde klar, dass man den h\u00f6lzernen &#8220;Schienen&#8221; etwa 24 Stunden Zeit geben musste, um sich am Eis festzufrieren, bevor man sie befahren konnte. Das Herausfinden solcher Details, kombiniert mit dem \u00dcberraschungsfaktor, war entscheidend f\u00fcr den Erfolg der Operation.<\/p>\n<p>Am s\u00fcdlichen Ufer des Ladogasees sollte von Westen her die 67. Armee unter dem Kommando von Michail Duchanow vorsto\u00dfen, der seine milit\u00e4rische Karriere vor der russischen Revolution als Pontonier begann. Aus dem Osten sollte die ungl\u00fcckliche 2. Sto\u00dfarmee angreifen, die jetzt zum dritten Mal aufgestellt und von Wladimir Romanowski kommandiert wurde. Sie z\u00e4hlte 164.000 Mann und hatte eine erhebliche Aufr\u00fcstung in Bezug auf gepanzerte Fahrzeuge und Artillerie erhalten. Nur zwei Monate zuvor waren von der 2. Sto\u00dfarmee nach der Niederlage in der dritten Sinjawino-Operation nur noch 4600 Soldaten \u00fcbrig geblieben.<\/p>\n<p>In diesem Armeeabschnitt war die Verteidigung der Deutschen au\u00dfergew\u00f6hnlich beeindruckend. Sie hatten mehrere Linien von Kampfstellungen errichtet, die durch W\u00e4lle aus Erde und Holz befestigt waren, die mit Wasser \u00fcbergossen wurden, um sie zu vereisen. Insgesamt gab es \u00fcber 400 Stellungen f\u00fcr Artillerie und Maschinengewehre samt Minenfeldern davor und dazwischen.<\/p>\n<p>Iwan Fedjuninski, stellvertretender Kommandeur der Wolchow-Front, der f\u00fcr die Gesamtkoordination der Operation Iskra verantwortlich war, hatte 302.000 Mann unter seinem Kommando, f\u00fcnfmal so viele wie die deutschen Truppen in Sinjawino. Die erste Phase sah die Schaffung einer Landverbindung nach Leningrad vor, die zweite Phase zielte darauf ab, Mga, einen wichtigen Knotenpunkt, zu erobern, um eine Eisenbahnverbindung mit den zentralen Regionen Russlands herzustellen.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb09c8b480cc2dee30687d.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb09c8b480cc2dee30687d.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb09c8b480cc2dee30687d.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb09c8b480cc2dee30687d.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb09c8b480cc2dee30687d.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63cb09c8b480cc2dee30687d.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sowjetische Infanterie beim Angriff nach massiver Vorbereitung durch die Artillerie am\u00a001.Februar 1944.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Endlich ein Durchbruch<\/strong><\/p>\n<p>Die Operation war urspr\u00fcnglich f\u00fcr Anfang Dezember 1942 geplant. Da die Newa jedoch aufgrund eines relativ milden Winters nur langsam zufror, wurde die Offensive um einen Monat verschoben.\u00a0<\/p>\n<p>Am 12. Januar 1943, nach einem Luftangriff im Morgengrauen und nach zwei Stunden Artilleriebeschuss, begannen die beiden Angriffsfronten sich in einem zw\u00f6lf Kilometer breiten Korridor aufeinander zuzubewegen. Bedeutende Fortschritte wurden im Westen erzielt, wo der Angriff entgegen den Erwartungen der Deutschen nicht vom, sondern n\u00f6rdlich des Newa-Br\u00fcckenkopfs startete. Bereits am ersten Tag sicherten sich die vorr\u00fcckenden Truppen ein sechs mal drei Kilometer gro\u00dfes Gel\u00e4nde am linken Ufer der Newa.<\/p>\n<p>Die Erfolge im Osten waren bescheidener. In den kommenden vier Tagen verlangsamte sich der Vormarsch und ging in einen Stellungskampf \u00fcber. Die Rote Armee st\u00fcrmte deutsche Befestigungen in den Arbeiterd\u00f6rfern, w\u00e4hrend die Wehrmacht Verst\u00e4rkung schickte. In jenen Tagen kam es zum ersten Einsatz des Panzers vom Typ Tiger. Einer dieser schweren Panzer, der damals auf dem Schlachtfeld noch eine Rarit\u00e4t war, wurde erbeutet und sorgf\u00e4ltig untersucht. Dies erm\u00f6glichte es Schwachstellen zu identifizieren, wodurch sowjetische und sp\u00e4ter alliierte Panzersoldaten lernen konnten, wie man diese effektiv ausnutzt.<\/p>\n<p>Dann, am Morgen des 18. Januar, trafen Vorausverb\u00e4nde der beiden Fronten s\u00fcdlich des Arbeiterdorfes Nr. 5 an der Eisenbahnlinie zwischen Sinjawino und Schl\u00fcsselburg aufeinander, wehrten einen deutschen Gegenangriff ab und drangen gegen Mittag in das befestigte Dorf selbst ein. Das deutsche Kommando erkannte die Dringlichkeit der Situation und befahl der Schl\u00fcsselburg-Garnison zu evakuieren, wobei etwa 8000 Soldaten und Offiziere erfolgreich der Einkesselung entkommen konnten. Bis zum 20. Januar war ein etwa 10 Kilometer breiter Landkorridor, der s\u00fcdlich des Ladogasee verlief, von feindlichen Streitkr\u00e4ften ges\u00e4ubert worden, die sich in die Sinjawino-H\u00f6hen eingegraben hatten. Weitere bis in den April andauernde Versuche, sie zu vertreiben, waren ebenso blutig wie vergeblich, sodass die Operation Iskra ihr zweites Ziel verfehlte. Die Deutschen verlie\u00dfen Sinjawino erst ein Jahr sp\u00e4ter, im Januar 1944, als Teil eines gro\u00df angelegten R\u00fcckzugs.<\/p>\n<p>Doch all das spielte f\u00fcr die \u00dcberlebenden in Leningrad keine Rolle mehr, solange die schreckliche Belagerung endlich vorbei war. Der Bau einer durch den Korridor verlaufenden Eisenbahnstrecke \u2013 die praktisch in Sichtweite von Sinjawino gebaut werden musste und in Reichweite der deutsches Artillerie lag \u2013 begann umgehend am 18. Januar 1943. Es dauerte nur 17 Tage, um eine 33 Kilometer lange Strecke zu bauen, die jeweils erst nach Einbruch der Dunkelheit in Betrieb genommen wurde, bei Temperaturen tief unter dem Gefrierpunkt, und als &#8220;Stra\u00dfe des Sieges&#8221; genutzt wurde, um Nachschub nach Leningrad zu liefern und \u00dcberlebende zu evakuieren.<\/p>\n<p>Russlands n\u00f6rdliche Hauptstadt und die Wiege der bolschewistischen Revolution war gerettet.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rt.com\/russia\/570004-salvation-from-genocide-leningrad-seige\/\">Englischen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Anatolij Brusnikin ist ein russischer Historiker und Journalist.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema\u00a0\u2013\u00a0<\/strong><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/international\/160446-deutschland-und-angst-vor-eigenen\/\">Deutschland und die Angst vor der eigenen Geschichte \u2013 Russischer Historiker im Gespr\u00e4ch mit RT<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-vk\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/vk.com\/video_ext.php?oid=-134310637&amp;id=456262649&amp;hash=d00ac1ddcac4a510\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/160546-blutigste-belagerung-geschichte-wie-leningrad\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende der Belagerung: Vor achtzig Jahren startete die Rote Armee die Operation Iskra, die der H\u00f6lle der Belagerung von Leningrad ein Ende setzte. 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