{"id":27848,"date":"2023-01-16T16:13:26","date_gmt":"2023-01-16T14:13:26","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/nicht-am-blut-der-anderen-verdienen-wiktor-medwedtschuk-analysiert-den-ukraine-konflikt\/"},"modified":"2023-01-16T16:13:26","modified_gmt":"2023-01-16T14:13:26","slug":"nicht-am-blut-der-anderen-verdienen-wiktor-medwedtschuk-analysiert-den-ukraine-konflikt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/nicht-am-blut-der-anderen-verdienen-wiktor-medwedtschuk-analysiert-den-ukraine-konflikt\/","title":{"rendered":"&quot;Nicht am Blut der anderen verdienen&quot; \u2013 Wiktor Medwedtschuk analysiert den Ukraine-Konflikt"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Der ukrainische Oppositionspolitiker Wiktor Medwedtschuk kam durch einen Gefangenenaustausch im September 2022 frei und lebt jetzt im russischen Exil. Zum ersten Mal seit Beginn der russischen Milit\u00e4roperation meldet er sich zu Wort mit einer umfassenden Analyse zu den Ursachen und Vorschl\u00e4gen zur L\u00f6sung des Ukraine-Konflikts.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Wiktor Medwedtschuk<\/em><\/p>\n<p>H\u00f6rt man vielen westlichen Politikern zu, so scheint es ganz unm\u00f6glich zu sein, den Sinn und die Mechanismen des Konflikts in der Ukraine zu begreifen. US-Pr\u00e4sident Biden dementiert eine direkte Beteiligung amerikanischer Truppen an dem Konflikt, berichtet aber zugleich bei jeder Gelegenheit, dass die Vereinigten Staaten dorthin die Waffen f\u00fcr Milliarden von Dollar liefern. Wenn Milliarden f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke in der Ukraine ausgegeben werden, so hei\u00dft das, dass die ukrainischen Interessen f\u00fcr die USA eine \u00e4u\u00dferst wichtige Rolle spielen. Wenn aber die amerikanische Armee dort nicht k\u00e4mpfen will, so sind sie vielleicht doch nicht so wichtig. Und was sind diese milliardenschweren Lieferungen? Unentgeltliche Hilfe? Gewinnbringende Gesch\u00e4fte? Investitionen? Oder eine politische Kombination? Keine Antworten, lauter Nebel.<\/p>\n<p>Oder das j\u00fcngste Gest\u00e4ndnis der Ex-Bundeskanzlerin Merkel dar\u00fcber, dass das Minsker Abkommen nur ein Versuch war, der Ukraine Zeit zu geben. Daraus folgt, dass niemand je Frieden schaffen wollte. Anders gesagt: Russland wurde betrogen. Aber mit welchem Ziel? Die Ukraine zu sch\u00fctzen oder selbst anzugreifen? Und wozu sollte man Russland betr\u00fcgen, wenn man einfach das umsetzen konnte, was Deutschland selbst empfahl? Oder empfahl Deutschland bewusst das, was nie umgesetzt werden konnte? So kann man fortsetzen, bis man an die Frage kommt, ob politische Falschspieler zur Rechenschaft gezogen werden k\u00f6nnen. Allerdings scheint es heute viel wichtiger zu sein, damit anzufangen, den Nebel rund um die aktuelle Situation zu lichten. Denn aktuell ist der Stand der Dinge gerade so und nicht anders. Was f\u00fchrte dazu, welche Ursachen waren es? Und wie beendet man diese Situation? Denn sie wird immer gef\u00e4hrlicher. Fangen wir also unsere Analyse damit an, wie alles begann.<\/p>\n<p><strong>Womit endete der Kalte Krieg? <\/strong><\/p>\n<p>Gew\u00f6hnlich geht der Beginn jedes neuen Krieges auf das Ende des vergangenen Krieges zur\u00fcck. Dem ukrainischen Konflikt ging der Kalte Krieg voraus. Die Antwort auf die Frage, womit er eigentlich endete, wird uns dem Verst\u00e4ndnis n\u00e4herbringen, welchen Sinn der heutige Konflikt hat, der nicht auf die Ukraine begrenzt ist, sondern mehrere L\u00e4nder betrifft. Es ist n\u00e4mlich so, dass die westlichen und die postsowjetischen Staaten, vor allem Russland, die Folgen dieses Krieges unterschiedlich interpretieren.<\/p>\n<p>Der Westen betrachtet sich eindeutig als Sieger in diesem Krieg und Russland als Verlierer. Da Russland, dieser Logik zufolge, die besiegte Seite sei, sei das Gebiet der ehemaligen UdSSR und des Ostblocks die rechtm\u00e4\u00dfige Beute der USA und der NATO, das nach dem Prinzip &#8220;Wehe den Besiegten!&#8221; unter die westliche Kontrolle \u00fcberginge. Folglich sei die Ukraine die Einflusszone der USA und der NATO, und gar nicht von Russland. Daher seien Russlands Anspr\u00fcche\u00a0auf einen Einfluss auf die ukrainische Politik und den Schutz der eigenen Interessen in dieser Region &#8220;unbegr\u00fcndet&#8221; und seien ein direkter Angriff gegen die Interessen der USA und der NATO. &#8220;Wir m\u00fcssen die Welt nicht l\u00e4nger durch ein Prisma der Ost-West-Beziehungen betrachten. Der Kalte Krieg ist vorbei&#8221;, sagte Anfang der 1990-er Jahre Margaret Thatcher. Anders ausgedr\u00fcckt, spielt die Position des Ostens, d. h. Russlands, keine Rolle mehr. Es gibt nur einen Vektor, nur einen Meister des Universums, nur einen Sieger.<\/p>\n<p>Russland hat eine grunds\u00e4tzlich andere Sicht auf diesen Prozess. Es betrachtet sich keinesfalls als Verlierer. Das Ende des Kalten Krieges war durch demokratische politische und wirtschaftliche Reformen bedingt, und die milit\u00e4rische Konfrontation wurde durch Handel und Integration mit dem Westen ersetzt. Denn ist es nicht ein Sieg, wenn der ehemalige Feind heute zum Freund geworden ist? Dabei verfolgte die UdSSR und sp\u00e4ter die Russische F\u00f6deration nicht das Ziel, im Kalten Krieg zu gewinnen, sondern die milit\u00e4rische Konfrontation zwischen Ost und West zu beenden, die zu einer Nuklearkatastrophe h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen. Moskau fand zusammen mit Washington die M\u00f6glichkeit, dieser Konfrontation ein Ende zu setzen, und erreichte damit die Ziele nicht nur f\u00fcr sich selbst, sondern vielmehr f\u00fcr die ganze Welt.<\/p>\n<p>Bei diesem Ansatz wurde gar nicht davon ausgegangen, dass sich der Westen den Osten einverleibt und den postsowjetischen Raum wirtschaftlich, rechtlich und kulturell seiner Kontrolle unterstellt. Es ging vielmehr um eine Zusammenarbeit auf Augenh\u00f6he und die gemeinsame Gestaltung einer neuen politischen und wirtschaftlichen Realit\u00e4t. Also haben wir sehr deutlich mit zwei unterschiedlichen Sichtweisen auf das Ende des Kalten Krieges zu tun: Triumph der Sieger auf der einen Seite und der Bau einer neuen Welt und einer neuen Zivilisation auf der anderen. Von diesen zwei Ans\u00e4tzen werden die weiteren Entwicklungen zuk\u00fcnftig gepr\u00e4gt sein.<\/p>\n<p><strong>Neue Welt oder neue westliche Kolonien? <\/strong><\/p>\n<p>1991 zerfiel die Sowjetunion und 1992 wurde die Europ\u00e4ische Union gegr\u00fcndet, in die der postsowjetische Raum, einschlie\u00dflich Russlands, gro\u00dfe Hoffnungen setzte. Da schien eine neue Welt zu sein, ein neues \u00fcberstaatliches Gebilde, eine neue Wende in der Geschichte der europ\u00e4ischen Zivilisation. Russland, genauso wie die anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks und der UdSSR, sieht sich in der Zukunft als vollberechtigtes Mitglied dieser Union. Es wird die Doktrin des Europas &#8220;von Lissabon bis Wladiwostok&#8221; entwickelt.<\/p>\n<p>In dieser Situation begr\u00fc\u00dft Russland nicht nur die Wiedervereinigung Deutschlands, sondern auch den Beitritt von seinen ehemaligen Verb\u00fcndeten und sogar der ehemaligen Sowjetrepubliken zur EU. In den 1990-er Jahren steht die wirtschaftliche Integration mit dem Westen f\u00fcr Russland im Vordergrund, darin sieht Moskau den Schl\u00fcssel zu seinem Erfolg als moderner Staat. Dabei hat die russische F\u00fchrung keinen besonderen Wunsch, die ehemaligen Sowjetrepubliken, einschlie\u00dflich der Ukraine, an sich zu binden. Die meisten von ihnen lebten von Dotationen aus dem Zentrum, sprich: von Moskau. Man klopft die F\u00fchrung dieser L\u00e4nder freundlich auf die Schulter, versucht aber, diese wirtschaftliche B\u00fcrde loszuwerden, und zwar so schnell wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Schneller als die Ukraine f\u00e4ngt Russland an, sich in den europ\u00e4ischen Markt zu integrieren. Denn Russland hat gro\u00dfe Mengen an Energietr\u00e4gern, woran in Europa ein gro\u00dfer Bedarf besteht. Die Ukraine, im Gegenteil, ist nicht in der Lage, Energietr\u00e4ger zu europ\u00e4ischen Preisen zu kaufen. Die Unabh\u00e4ngigkeit der Ukraine h\u00e4tte sehr wohl mit einem wirtschaftlichen Scheitern enden k\u00f6nnen, ohne den S\u00fcdosten, wo momentan erbitterte K\u00e4mpfe stattfinden. Der S\u00fcdosten mit seinen riesigen Produktionskapazit\u00e4ten und seiner entwickelten Industrie ordnete die Ukraine in die internationale Arbeitsverteilung hinein. Es ist nicht \u00fcblich, davon zu sprechen, aber gerade der russischsprachige S\u00fcdosten rettete in den 1990-er Jahren die wirtschaftliche und damit auch die politische Unabh\u00e4ngigkeit der Ukraine.<\/p>\n<p>Nun betrachten wir etwas anderes. Seit den 1990-er Jahren entstehen in Europa und an seinen Grenzen eine Reihe von schwerwiegenden ethnischen Konflikten und Kriegen, in die Millionen von Menschen einbezogen waren. Bis 1991 gab es keine solche Menge ethnischer Auseinandersetzungen. All das f\u00fchrte zum Zerfall von Jugoslawien und dem Verlust der territorialen Integrit\u00e4t von Georgien, Moldau und Syrien. Im Sinne des Paradigmas der Europa-Vereinigung ist es zwecklos. Denn das Ziel dieser Union ist nicht die Fragmentierung von Europa in zahlreiche Kleinstaaten, sondern ganz im Gegenteil die Schaffung einer riesigen \u00fcbernationalen Volksunion. Diese V\u00f6lker brauchen einander nicht zu exterminieren, noch die Grenzen zu vermehren, sondern zusammen eine neue Welt zu bauen. Was stimmt hier nicht?<\/p>\n<p>Es stimmt nicht, wenn man von der Sichtweise ausgeht, die fr\u00fcher in Russland vorherrschte. Geht man aber vom Konzept des Sieges des Westens im Kalten Krieg aus, so haben die ethnischen Konflikte einen ganz anderen Sinn. Und dieser Sinn wurde mehrmals verk\u00fcndet. Bei der Sitzung des Vereinigten Generalstabs am 24.\u00a0Oktober 1995 sagte z. B. US-Pr\u00e4sident Bill Clinton: &#8220;Indem wir die Fehler der sowjetischen Diplomatie und die ungew\u00f6hnliche Selbstgef\u00e4lligkeit von Gorbatschow und seiner Umgebung sowie jener, die offen eine proamerikanische Position eingenommen haben, ausnutzten, haben wir das erreicht, was Pr\u00e4sident Truman mit einer Atombombe erreichen wollte&#8221;.<\/p>\n<p>Daraus l\u00e4sst sich die Schlussfolgerung ziehen, dass bei weitem nicht alle westlichen Politiker eine neue gerechte Weltordnung schaffen wollten. Ihre Aufgabe war es, den Gegner \u2013 die UdSSR, Jugoslawien und andere L\u00e4nder \u2013 zu vernichten. Und in diesem Fall ist die Versch\u00e4rfung der interethnischen Konflikte durchaus logisch, denn sie schw\u00e4chen den Gegner und im Fall des Sieges helfen sie, sein Land zu zergliedern, damit der Sieger es sich leichter einverleiben kann.<\/p>\n<p>Unter diesen Umst\u00e4nden spielt der echte Stand der Dinge keine Rolle. Die Situation wird bewusst eskaliert. Einerseits werden die Vertreter der Titularnation des Genozids beschuldigt, der Vernichtung der fremden Kultur und der fremden Sprache sowie der ethnischen S\u00e4uberungen. Andererseits werden die Vertreter der nationalen Minderheit, die kompakt in gewissen Teilen des Landes leben, als Separatisten und eine Bedrohung f\u00fcr den Staat erkl\u00e4rt. Diese Taktik ist seit der Antike bekannt und wurde vom R\u00f6mischen Reich angewandt. Doch heute haben wir nicht mehr mit dem Bau eines neuen Sklavenhalterreiches zu tun. Oder doch? Wird in Washington beispielsweise der postsowjetische Raum als gewisse Provinzen eines Gro\u00dfreiches betrachtet, die schon ihre Metropole haben und vor Angriffen der Barbaren gesch\u00fctzt werden sollen, die sich diesem Reich nicht unterordnen wollen?<\/p>\n<p>Also gibt es zwei politische Strategien: die wirtschaftliche und politische Integration der L\u00e4nder, wo gegenseitiger Vorteil im Vordergrund steht, und die Einverleibung einiger L\u00e4nder durch die anderen, wo die Interessen der ersteren nicht in Betracht genommen werden. Solche L\u00e4nder k\u00f6nnen zergliedert, als Schurkenstaat erkl\u00e4rt oder erobert werden.<\/p>\n<p>Was die Russische F\u00f6deration anbelangt, je mehr sie aus der Krise kommt, die von der pl\u00f6tzlichen \u00c4nderung des politischen und wirtschaftlichen Kurses hervorgerufen wurde, desto mehr wird sie mit offenen Versuchen konfrontiert, sie zu schw\u00e4chen, zu erniedrigen und zu benachteiligen; immer h\u00e4ufiger wird sie zum Schurkenstaat erkl\u00e4rt, obwohl ihr Wirtschaftspotenzial steigt. Die Erh\u00f6hung des Wirtschaftspotentials soll den Einfluss des Landes st\u00e4rken, und das sollte in der westlichen Welt normalerweise begr\u00fc\u00dft werden. Doch genau das Gegenteil passiert. Nicht nur wird Russlands Einfluss nicht begr\u00fc\u00dft, sondern er wird als falsch, kriminell und korrumpiert erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Darauf sollte an dieser Stelle tiefer eingegangen werden. Also nimmt Russland die westliche Demokratie als Muster, f\u00fchrt Reformen durch und beginnt, sich in die westliche Welt einzuordnen. Im Sinne des Baus des gemeineurop\u00e4ischen Hauses sollte das begr\u00fc\u00dft und unterst\u00fctzt werden. Europa bekommt einen friedlichen und finanzkr\u00e4ftigen Partner mit seinen M\u00e4rkten und Ressourcen, was es selbstverst\u00e4ndlich wesentlich verst\u00e4rkt. Doch wenn man sich vom kolonialen Denken leiten l\u00e4sst, so wird man das Wirtschaftswachstum und die Unabh\u00e4ngigkeit einer fernen Kolonie nicht dulden wollen. Provinzen d\u00fcrfen die Metropole nicht \u00fcberholen \u2013 weder finanziell noch politisch oder kulturell.<\/p>\n<p>Es gibt die EU, die sich mit der Gestaltung einer neuen wirtschaftlichen Ordnung besch\u00e4ftigte. Und es gibt die NATO, die 1949 gegr\u00fcndet wurde und dem Osten, in erster Linie der UdSSR und Russland, gegen\u00fcberstand. Erinnern wir uns an die Worte des ersten NATO-Generalsekret\u00e4rs Hastings Ismay: &#8220;die Amerikaner in Westeuropa, die Russen au\u00dfen vor und die Deutschen unter Kontrolle zu halten&#8221;. Das hei\u00dft, die NATO-Ideologie besteht darin, dass die USA in Europa und sogar in einer dominierenden Position sind, und Russland nicht.<\/p>\n<p>Was soll Russland in der Situation machen? Es hat ja den Kalten Krieg gewissenhaft beendet, und die USA und die NATO offenbar nicht. Also erfolgt die f\u00fcr es vorgesehene Vereinigung mit dem Westen nicht auf Augenh\u00f6he, sondern in der Form der wirtschaftlichen und politischen Einverleibung. Daher die Forderungen von Moskau, die Bewegung Richtung seine Grenzen zu stoppen und die Ans\u00e4tze und die Vereinbarungen zu revidieren. Und jetzt sehen wir, dass das NATO-Konzept nicht nur die Integration Russlands in Europa ruinierte, sondern auch die Erweiterung Europas und seine Entwicklung endg\u00fcltig endete. Von zwei obenerw\u00e4hnten Ans\u00e4tzen \u00fcberwand also der eine offensichtlich den anderen.<\/p>\n<p><strong>Russland und die Ukraine \u2013 eine Trag\u00f6die der Beziehungen <\/strong><\/p>\n<p>Vom allgemeinen Bild gehen wir jetzt unmittelbar zu den Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine \u00fcber. Zu Beginn soll man feststellen, dass die Beziehungen dieser L\u00e4nder eine eigenartige Geschichte haben. Sie sind enger als die Beziehungen zwischen England und Schottland oder zwischen n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen US-Staaten. Die Ukraine war im Laufe von 300 Jahren ein Teil Russlands, was sich auf ihre Kultur, ethnische Zusammensetzung und Mentalit\u00e4t auswirkte. 1991 erhielt die Ukraine ihre Unabh\u00e4ngigkeit nicht als Folge eines nationalen Befreiungskampfs, sondern nach einer Vereinbarung mit Moskau. Die neue wirtschaftliche und politische Realit\u00e4t bewegt die russische Elite dazu, nicht nur der Ukraine Unabh\u00e4ngigkeit zu geben, sondern sie sogar dazu anzuregen. Eine milit\u00e4rische Auseinandersetzung zwischen den zwei neuen Staaten konnte sich damals niemand vorstellen. Die Ukrainer sahen Russland als eine freundliche Macht und die Russen als eine br\u00fcderliche Nation, und diese Zuneigung war gegenseitig.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c554f848fbef1a043e055e.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c554f848fbef1a043e055e.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c554f848fbef1a043e055e.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c554f848fbef1a043e055e.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c554f848fbef1a043e055e.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c554f848fbef1a043e055e.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Als Vorsitzende des politischen Rates der Partei &#8220;Oppositionelle Plattform f\u00fcrs Leben&#8221; setzet sich Medwedtschuk f\u00fcr Dialog mit russischen Parteien ein. Auf dem Bild: Auf einem gemeinsamen Forum mit der Partei &#8220;Einiges Russland&#8221; im Sommer 2019 in Moskau.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">RIA Nowosti<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>In Russland dominierte in Bezug auf die Ukraine lange Zeit das Konzept &#8220;noch ein Russland&#8221;, was viel engere Beziehungen vermutete als z. B. die zwischen Gro\u00dfbritannien und Kanada. Im Alltag h\u00f6rte man oft: &#8220;Wir sind ein Volk, aber zwei Staaten&#8221;. Die Ukrainer und die Russen interessierten sich aktiv f\u00fcr das politische Leben des jeweiligen Nachbars. Danach k\u00f6nnte man den heutigen Pr\u00e4sidenten der Ukraine Selenskij fragen, der sein Geld mit politischer Satire verdiente, die sich gew\u00f6hnlich auf die Politik beider L\u00e4nder bezog.<\/p>\n<p>Am Beispiel der Ukraine wird sichtbar, wie das Konzept der Bildung eines gemeinsamen politischen und wirtschaftlichen Raums vom Konzept der Verdr\u00e4ngung Russlands aus der Ukraine eine Niederlage erleidet. Seit dem ersten Maidan 2005 beginnt die Ukraine, antirussische Politik auf der Ebene der Staatsideologie umzusetzen. Dabei ist ersichtlich, dass diese Politik dem Muster des Kalten Krieges folgt. Das hei\u00dft, die Ukrainer wurden psychologisch gegen Russen aufgebracht durch die Unterst\u00fctzung von gewissen Politikern sowie \u00c4nderungen in der Bildungspolitik, in der Kultur und in der Arbeit der landesweiten Medien. All das erfolgte unter dem Deckmantel der demokratischen Reformen und der positiven Ver\u00e4nderungen, die von allerlei westlichen und internationalen Organisationen unterst\u00fctzt wurden.<\/p>\n<p>Ein demokratischer Prozess war es kaum. Es wurde einfach das Diktat der prowestlichen Kr\u00e4fte in der Politik, in den Medien, in der Wirtschaft und in der Zivilgesellschaft etabliert. Prowestliche Demokratie wurde mit undemokratischen Mitteln durchgesetzt. Und heute ist wie nie zuvor die folgende Frage wichtig: Ist das politische Regime in der Ukraine eine Demokratie?<\/p>\n<p>Innerhalb der Ukraine existierten seit 1991 zwei L\u00e4nder: Anti-Russland und die Ukraine wie ein zweites Russland. Das eine kann sich ohne Russland nicht denken, das andere kann sich mit Russland nicht denken. Dabei ist diese Teilung recht artifiziell. Den Gro\u00dfteil ihrer Geschichte erlebte die Ukraine mit Russland, sie ist mit Russland kulturell und spirituell verbunden.<\/p>\n<p>Die Integration mit Russland wird eindeutig von der Wirtschaft diktiert. Wenn man in seiner N\u00e4he so einen riesigen Markt und Ressourcen hat, kann nur eine Macht mit beschr\u00e4nktem Verstand darauf verzichten, sie zu nutzen, und umso mehr sie zu blockieren. Antirussische Stimmungen hatten der Ukraine noch nie etwas au\u00dfer Leid und Armut gebracht. Deswegen propagandieren alle prowestlichen nationalistischen Bewegungen, bewusst oder unbewusst, dem ukrainischen Volk Elend und Armut.\u00a0<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c553f5b480cc27b95feeff.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c553f5b480cc27b95feeff.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c553f5b480cc27b95feeff.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c553f5b480cc27b95feeff.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c553f5b480cc27b95feeff.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2023\/01\/63c553f5b480cc27b95feeff.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Wiktor Medwedtschuk vermittelte  im Donbass-Konflik. Aus dem Bild trifft er sich mit Wladimir Putin im Tawrischen Palast in Sankt-Petersburg a, 19. Juli 2019<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">RIA Nowosti<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Es wurde bereits erw\u00e4hnt, dass gerade der S\u00fcdosten mit seiner Produktion dem Land half, sich in die internationale Arbeitsverteilung einzuordnen. Der Osten, eine gro\u00dfe russischsprachige Region, verdiente f\u00fcr das Land das meiste Geld. Selbstverst\u00e4ndlich hatte es Auswirkungen f\u00fcr die politische Vertretung in der ukrainischen Macht. Der S\u00fcdosten hatte mehr menschliche und finanzielle Ressourcen, was in das prowestliche Konzept der Ukraine nicht passte. Allzu stolze, freie und reiche Menschen lebten dort.<\/p>\n<p>Sowohl der erste, als auch der zweite Maidan waren gegen Wiktor Janukowitsch gerichtet \u2013 den ehemaligen B\u00fcrgermeister von Donezk, einem Leader von Donbass und nicht nationalistischen zentristischen politischen Kr\u00e4ften. Die Wahlunterst\u00fctzung dieser Kr\u00e4fte war erheblich, sehr lange wollte die Ukraine nicht zum Anti-Russland werden. Pr\u00e4sident Juschtschenko, der als Folge des ersten Maidans an die Macht kam, verlor sehr schnell die Unterst\u00fctzung des Volks, vor allem wegen seiner antirussischen Politik.<\/p>\n<p>Dann folgte ein merkw\u00fcrdiger Trend in der ukrainischen Politik. Nach dem zweiten Maidan gewann Pr\u00e4sident Poroschenko die Wahlen, der den Frieden mit Russland in einer Woche versprochen hatte. Das hei\u00dft, er wurde als Friedenspr\u00e4sident gew\u00e4hlt. Stattdessen wurde er zum Kriegspr\u00e4sidenten, scheiterte daran, das Minsker Abkommen umzusetzen und verlor kl\u00e4glich die folgenden Wahlen. Er wurde von Wladimir Selenskij abgel\u00f6st, der genauso Frieden versprach, aber zur Verk\u00f6rperung des Krieges wurde. Dem ukrainischen Volk wird also Frieden versprochen, und dann wird es betrogen. Nachdem er mit der Rhetorik der Friedensschaffung an die Macht gekommen war, nahm der zweite ukrainische Pr\u00e4sident danach eine \u00e4u\u00dferst radikale Position ein. H\u00e4tte er so eine Position am Anfang der Wahlkampagne gehabt, h\u00e4tte ihn niemand gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Und jetzt zur\u00fcck zur allgemeinen Idee dieses Artikels. Wenn jemand sagt, dass er mit den Nachbarn eine neue Welt schaffen will, aber in der Tat einfach seine Interessen durchsetzt, wo alle Mittel gut sind, selbst ein Krieg oder sogar ein Atomkrieg, dann hat er offensichtlich \u00fcberhaupt nicht vor, etwas schaffen. So verhielt sich der Ex-Pr\u00e4sident der Ukraine Poroschenko, genauso verh\u00e4lt sich der heutige Pr\u00e4sident Selenskij, und nicht nur sie allein. So verh\u00e4lt sich auch die NATO-F\u00fchrung und zahlreiche US-amerikanische und europ\u00e4ische Politiker.<\/p>\n<p>Vor der bewaffneten Auseinandersetzung erstickte er jede Opposition, indem er die Interessen seiner Partei durchsetzte. Er schuf nie Frieden. In der Ukraine wurden Politiker, Journalisten, \u00f6ffentliche Aktivisten, die vom Frieden und gutnachbarlichen Beziehungen mit Russland sprachen, noch vor dem bewaffneten Konflikt repressiert, ihre Medien ohne jegliche rechtlichen Gr\u00fcnde geschlossen und ihr Eigentum r\u00e4uberisch beschlagnahmt. Als die ukrainische F\u00fchrung mit Vorw\u00fcrfen wegen Verletzungen der Gesetzgebung und der Meinungsfreiheit konfrontiert wurde, kam die Antwort, die Friedenspartei sei &#8220;eine Horde von Verr\u00e4tern und Propagandisten&#8221;. Und der Westen war mit dieser Antwort zufrieden.<\/p>\n<p>In der Wirklichkeit war die Situation nicht so einfach und eindeutig. &#8220;Verr\u00e4ter und Propagandisten&#8221; vertraten, unter anderem im Parlament, nicht nur den L\u00f6wenanteil der W\u00e4hler, sondern auch die Grundlage des Wirtschaftspotenzials des Landes. Also war das ein Schlag nicht nur gegen Demokratie, sondern auch gegen den Wohlstand der B\u00fcrger. Die Politik von Selenskij f\u00fchrte dazu, dass Menschen anfingen, die Ukraine wegen der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen sowie Repressionen und politischer Hetze massenhaft zu verlassen. Unter ihnen waren eine Vielzahl an ukrainischen Politikern, Gesch\u00e4ftsleuten, Kulturschaffenden und Klerikern, die f\u00fcr ihr Land nicht wenig gemacht hatten. Diese Menschen wurden von der ukrainischen F\u00fchrung aus der Politik und dem gesellschaftlichen Leben einfach weggestrichen, obwohl sie auch das Recht auf ihre Position haben, und zwar nicht weniger, als Selenskij und sein Team.<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4fte und der Handel im S\u00fcdosten der Ukraine sind in vieler Hinsicht an Russland gebunden, daher war der Konflikt keine ausschlie\u00dflich innere Angelegenheit. Russland sah sich gezwungen, nicht nur seine wirtschaftlichen Interessen zu sch\u00fctzen, sondern auch seine Ehre und W\u00fcrde, die ihm, wie oben gezeigt, systematisch verweigert wurden. Und es war niemand da, um diese Situation zu verbessern. Die ukrainische Friedenspartei wurde zum Verr\u00e4ter erkl\u00e4rt, und die Macht wurde von der Kriegspartei ergriffen. Der Konflikt breitete sich weiter aus und nahm eine internationale Dimension an.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sagen, es w\u00e4re doch noch die europ\u00e4ische Politik da, doch sie unterst\u00fctzt massenhaft Selenskij und zieht dadurch Europa in den Krieg und eine eigene Wirtschaftskrise hinein. Nun ist es nicht mehr Europa, das der Ukraine die Politik beibringt, sondern die Ukraine bringt Europa bei, wie man mit der Politik von Hass und Unvers\u00f6hnlichkeit einen Wirtschaftsabschwung und Armut erreicht. Wenn Europa diese Politik weiterhin fortsetzt, wird es dadurch in den Krieg einbezogen, wom\u00f6glich sogar in einen Atomkrieg.<\/p>\n<p>Jetzt zur\u00fcck zu dem, was eingangs erw\u00e4hnt wurde. Der Kalte Krieg endete mit dem politischen Beschluss, eine neue Welt ohne Kriege zu bauen. Es ist deutlich, dass solch eine Welt nicht gebaut wurde und dass die heutige Weltpolitik wieder an der Stelle angelangt ist, wo sie die Entspannung begann. Und nun gibt es nur zwei m\u00f6gliche Auswege: entweder zu einem Weltkrieg und einem Nuklearkonflikt abzugleiten oder wieder einen Prozess der Entspannung einzuleiten, wozu aber die Interessen von allen Seiten ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen. Dazu muss man politisch anerkennen, dass Russland seine Interessen hat und sie bei dem Bau einer neuen Entspannungspolitik zu ber\u00fccksichtigen sind. Vor allem gilt: fair zu spielen, niemanden zu betr\u00fcgen, Realit\u00e4t nicht zu vernebeln und nicht zu versuchen, am Blut der anderen zu verdienen. Doch wenn das globale politische System nicht in der Lage ist, elementare Ehrenhaftigkeit zu zeigen und von Stolz und merkantilen Interessen geblendet ist, dann stehen uns schwere Zeiten bevor.<\/p>\n<p>Der ukrainische Konflikt wird sich weiter ausbreiten, indem er auf Europa und andere L\u00e4nder \u00fcberspringt, oder er wird lokalisiert und beigelegt. Doch wie kann er beigelegt werden, wenn in der Ukraine die Kriegspartei grenzenlose Macht besitzt und Kriegshysterie ausl\u00f6st, die die Grenzen des Landes schon \u00fcberschritten hat, und der Westen das hartn\u00e4ckig als Demokratie bezeichnet? Diese Kriegspartei sagt unz\u00e4hlige Male, dass sie keinen Frieden brauche, sondern mehr Geld und Waffen f\u00fcr den Krieg. In dem Krieg beruhigen sich die Politik und die Gesch\u00e4fte dieser Menschen, dadurch gingen ihre internationalen Rankings rasant nach oben. In Europa und in den USA werden sie mit stehenden Ovationen begr\u00fc\u00dft und an sie d\u00fcrfen keine unangenehmen Fragen gerichtet werden, ihre Aufrichtigkeit und Glaubw\u00fcrdigkeit d\u00fcrfen nicht angezweifelt werden. Die ukrainische Kriegspartei erlebt einen Triumph nach dem anderen, dabei ist kein milit\u00e4rischer Durchbrunch in Sicht.<\/p>\n<p>Was die ukrainische Friedenspartei anbelangt, so ist sie weder in Europa noch in den USA willkommen. Eindeutig zeugt es davon, dass die meisten US-amerikanischen und europ\u00e4ischen Politiker gar keinen Frieden in der Ukraine wollen. Das hei\u00dft aber nicht, dass die Ukrainer keinen Frieden wollen und dass der Kriegstriumph von Selenskij f\u00fcr sie wichtiger ist als ihre Leben und zerst\u00f6rte H\u00e4user. Diejenigen, die sich f\u00fcr den Frieden eingesetzt hatten, wurden auf Anordnung des Westens betrogen, eingesch\u00fcchtert und repressiert. Die ukrainische Friedenspartei passte einfach nicht in die westliche Demokratie. \u00a0<\/p>\n<p>Hier stellt sich die Frage: Wenn die Partei f\u00fcr den Frieden und Zivildialog nicht in eine Demokratie passt, ist es dann \u00fcberhaupt eine Demokratie? Vielleicht sollten die Ukrainer, um ihr Land zu retten, damit anfangen, ihre eigene Demokratie zu bilden und ihren eigenen Zivildialog ohne westliche Betreuer zu initiieren, deren Verwaltung sch\u00e4dliche und zerst\u00f6rerische Folgen hatte. Wenn der Westen die Meinung der anderen Ukraine nicht h\u00f6ren will, ist es seine Sache, aber f\u00fcr die Ukraine ist solch eine Meinung wichtig und notwendig, sonst wird dieser Albtraum nie ein Ende nehmen. Das hei\u00dft, man sollte eine politische Bewegung gr\u00fcnden aus denjenigen, die nicht aufgegeben haben, die ihre \u00dcberzeugungen aus Angst vor Tod und Gef\u00e4ngnis nicht verleugnet haben, die nicht wollen, dass ihr Land zum Platz f\u00fcr geopolitische Auseinandersetzungen wird. Die Welt muss diese Menschen h\u00f6ren, egal wie stark der Westen f\u00fcr sich das Monopol auf die Wahrheit verlangen m\u00f6ge. Die Situation in der Ukraine ist katastrophal kompliziert und gef\u00e4hrlich, doch sie hat nichts damit zu tun, was wir jeden Tag von Selenskij h\u00f6ren.<\/p>\n<p><em>Dieser Text erschien zuerst in der <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/iz.ru\/1454275\/viktor-medvedchuk\/ukrainskii-sindrom-anatomiia-sovremennogo-voennogo-protivostoianiia\">Iswestija<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Wiktor Medwedtschuk (68) ist ukrainischer Poltiker und Gesch\u00e4ftsmann. Er arbeitete im Team des zweiten ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wiktor Kutschma und war mehrere Jahre Vize-Sprecher in Werchowna Rada. Als einer der wenigen in der ukrainischen Politik warb er offen noch vor Euromaidan f\u00fcr den Beitritt der Ukraine in die Eurasische Zollunion (sp\u00e4ter EAWU) und pflegte gute Kontakte zur russischen F\u00fchrung. 2018-2022 war er Vorsitz im politischen Rat der Partei Oppositionelle Plattform f\u00fcrs Leben, bis die Partei von Selenskij verboten wurde. In der Ukraine wird der Politiker des Staatsverrats veschuldigt. Medwedtschuk war mehrere Monaten inhaftiert, bevor er im September im Z\u00fcge eines Gefangegenaustausches frei kam. 2021 war in der Forbes-Liste der Top-20 der reichsten Ukrainer. 2022 wurden gro\u00dfe Teile seines Verm\u00f6gen von der ukrainischen Justiz beschlagnahmt. Derzeit lebt in Russland. <\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/meinungsfreiheit.rtde.life\/international\/148052-staatswissenschaftlerin-zur-vorgeschichte-ukraine-krieges\/\">Staatswissenschaftlerin zur Vorgeschichte des Ukraine-Krieges: &#8220;Russen und Ukrainer sind ein Volk!&#8221;<\/a><em><\/em><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/160016-wiktor-medwedtschuk-analysiert-ukraine-konflikt\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ukrainische Oppositionspolitiker Wiktor Medwedtschuk kam durch einen Gefangenenaustausch im September 2022 frei und lebt jetzt im russischen Exil. Zum ersten Mal seit Beginn der russischen Milit\u00e4roperation meldet er sich zu Wort mit einer umfassenden Analyse zu den Ursachen und Vorschl\u00e4gen zur L\u00f6sung des Ukraine-Konflikts. 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