{"id":26370,"date":"2022-12-27T08:18:13","date_gmt":"2022-12-27T06:18:13","guid":{"rendered":"https:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/wie-das-geld-zur-groessten-bedrohung-der-menschheit-geworden-ist\/"},"modified":"2022-12-27T08:18:13","modified_gmt":"2022-12-27T06:18:13","slug":"wie-das-geld-zur-groessten-bedrohung-der-menschheit-geworden-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/wie-das-geld-zur-groessten-bedrohung-der-menschheit-geworden-ist\/","title":{"rendered":"Wie das Geld zur gr\u00f6\u00dften Bedrohung der Menschheit geworden ist"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/12\/63a5ebb2b480cc1462784010.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                800 Trillionen US-Dollar an Derivaten, Geld, das im Grunde f\u00fcr nichts steht, und dennoch die Entwicklung steuert \u2013 man m\u00fcsste dieser Gefangenschaft entfliehen k\u00f6nnen, die Herrschaft des Geldes brechen. Vielleicht viele kleine W\u00e4hrungen statt eines Weltgeldes?\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Eine Analyse von Boris Akimow<\/em><\/p>\n<p>&#8220;Das Geld regiert die Welt, allein das Geld, hab ich gesagt. Wer anderen Idolen folgt, im Wettrennen des Lebens, der hat verloren&#8221;, diese Zeilen der Band N.O.M. aus St. Petersburg schienen mir in meinem Knabenalter nur ein Scherz zu sein. Bald wurde mir klar, dass es sich um keinen Scherz handelte, sondern um die Philosophie der zeitgen\u00f6ssischen Zivilisation. Die Wirtschaft treibt die Welt an. Das Kapital ist ihr Herz und Hirn zugleich. Und sollte an der Welt etwas nicht in Ordnung sein, so ist keine Heilung m\u00f6glich, ohne einen chirurgischen Eingriff in die lebenswichtigen Organe der Zivilisation vorzunehmen.<\/p>\n<p>Wir befinden uns in einer Situation, in der eine nachhaltige Entwicklung zum wichtigsten globalen Ph\u00e4nomen wird. Die Vereinten Nationen und andere internationale Organisationen widmen den Fragen der nachhaltigen Entwicklung zahlreiche Konferenzen, Berichte und Strategien. Jedes gro\u00dfe globale Unternehmen hat eine eigene Strategie der Nachhaltigkeit. Jeder auch nur halbwegs anst\u00e4ndige Politiker, jede Person des \u00f6ffentlichen Lebens und jeder Gesch\u00e4ftsmann schlie\u00dft sich dem Diskurs \u00fcber nachhaltige Entwicklung an.<\/p>\n<p>Die nachhaltige Entwicklung ist in gewissem Sinne eine neue s\u00e4kulare Weltreligion. Generell anerkannt ist die Feststellung, dass der Mensch den Planeten nicht in dem bisherigen Umfang beanspruchen kann. Wir haben die Grenzen der Ausbeutung erreicht. Und das betrifft nicht nur den \u00f6kologischen Aspekt. Es schwindet nicht nur die biologische Vielfalt, sondern auch die soziale und kulturelle Vielfalt der Welt. Der Mensch an sich wird infrage gestellt. Die Globalisierung bringt die Menschheit in eine \u00e4u\u00dferst prek\u00e4re und verletzliche Lage, indem sie alle Arten von biologischer und kultureller Vielfalt zerst\u00f6rt. Die globale Welt schafft eine posthumane Realit\u00e4t, in der die &#8220;bl\u00fchende Komplexit\u00e4t&#8221; der Weltkultur durch einen Raum des universellen Konsumenten ersetzt wird.<\/p>\n<p>Wir beobachten das Verschwinden der kulturellen Vielfalt, wir verlieren die Polyvariabilit\u00e4t des menschlichen Lebens, es verschwinden Sprachen, Nationen, Ethnien f\u00fcr immer. Wir sind dabei, das jahrhundertealte Kulturerbe der Menschheit zu verlieren. Das sind alles Symbole und Zeichen einer neuen \u00c4ra \u2013 einer \u00c4ra h\u00f6chst instabiler soziokultureller Entwicklung. Der russische Philosoph Konstantin Leontjew erkl\u00e4rte bereits Ende des 19. Jahrhunderts den &#8220;durchschnittlichen Europ\u00e4er &#8220;zum Symbol des globalen B\u00fcrgertums&#8221;, zum Feind dessen, was er die &#8220;bl\u00fchende Komplexit\u00e4t&#8221; des Lebens selbst nannte. &#8220;Irdisch radikaler Kitsch&#8221; ist auch sein Begriff, mit dem er im kulturwissenschaftlichen Sinne die Herausbildung einer Konsumgesellschaft im 20. Jahrhundert vorwegnahm. Gerade die Entstehung einer Gesellschaft des endlosen Konsums hat zu dem grundlegenden Paradigma der Inkonsistenz gef\u00fchrt, in dem wir uns heute befinden.<\/p>\n<p>In einem soziokulturellen Sinne tritt an die Stelle des Bl\u00fctenstands einer facettenreichen Welt, in der es Dutzende und sogar Hunderte von menschlichen Identit\u00e4ten gibt, eine einzige \u00fcbergeordnete Identit\u00e4t des Verbrauchers. Wenn \u00fcberhaupt diese neue menschliche (oder posthumane?) Identit\u00e4t ein Gef\u00fchl der eigenen Standfestigkeit und Wohlhabenheit erlangen kann, dann nur durch den Prozess des endlosen Konsums. Man k\u00f6nnte Descartes auf diese etwas banale Weise paraphrasieren: Ich konsumiere, also existiere ich. Worin liegt aber der Grund f\u00fcr dieses Modell der menschlichen Identit\u00e4t? Warum ist das, was gemeinhin als Erfolg bezeichnet wird, ein notwendiges Ergebnis des immer weiter steigenden Konsums?<\/p>\n<p>Die fundamentalen Grundlagen der Konsumgesellschaft liegen in der Sph\u00e4re des Kapitals. Zu einem bestimmten Zeitpunkt nahm das Geld \u2013 eine sehr gute Erfindung der Menschheit, die als bequemes Tauschmittel entstand \u2013 eine h\u00e4ssliche Gestalt an. Eine Gestalt, die in gewissem Sinne eine eigene Subjektivit\u00e4t, eine eigene Logik angenommen hat, die alles andere \u00fcberlagert. Es ist die Logik der Notwendigkeit einer unaufh\u00f6rlichen Vermehrung des Kapitals. Das Geld kann nicht einfach sein. Es muss sich st\u00e4ndig vermehren, es muss st\u00e4ndig wachsen. Das Kapital ist es, was uns zu dem gebracht hat, was man als Quintessenz einer kaum nachhaltigen Entwicklung bezeichnen k\u00f6nnte. Das Wesen des Kapitals hat die Konsumgesellschaft hervorgebracht, die ihrerseits die \u00f6kologischen und soziokulturellen Grundlagen der menschlichen Zivilisation zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Der zeitgen\u00f6ssische geisteswissenschaftliche Mainstream-Diskurs geht von der Annahme aus, dass der gegenw\u00e4rtige Stand des Geldes der einzig m\u00f6gliche ist. Die dominierende Rolle des Finanz- und Bankensystems ist ein Dogma. Wie soll es anders sein? Die Menschheit als Ganzes neigt zu der Annahme, dass der aktuelle Stand der Dinge (hier meine ich den aktuellen Stand einer beliebigen historischen Epoche) der nat\u00fcrliche und einzig m\u00f6gliche sei. Doch die Geschichte lehrt uns mit unerbittlicher Regelm\u00e4\u00dfigkeit, dass die Zukunft fast immer nicht das ist, was sie von heute aus zu sein scheint. Doch wir lernen es nicht. Dasselbe gilt f\u00fcr die Art und Weise, wie die Weltwirtschaft heute organisiert ist. Sie war nicht immer so. Und sie wird nicht immer so bleiben. Doch je eher wir uns der grundlegenden Gefahren bewusst werden, die von ihr ausgehen, desto eher werden wir in der Lage sein, uns zu transformieren. M\u00f6glicherweise werden wir gr\u00f6\u00dferen Katastrophen dadurch zuvorkommen.<\/p>\n<p>Es gibt optimistische Anzeichen daf\u00fcr, dass dies m\u00f6glich ist, beispielsweise der Umstand, dass Geld als Hauptursache f\u00fcr eine nicht nachhaltige Entwicklung gesehen wird \u2013 und zwar nicht nur von unkonventionellen Philosophen und Tr\u00e4umern wie mir, sondern auch von systemnahen Akteuren wie der Club of Rome. Ein Vorstandsmitglied des Club of Rome, Bernard Lietar, hat ein Papier \u00fcber &#8220;Geld und Nachhaltigkeit&#8221; verfasst. Lietar und seine Kollegen haben der Europ\u00e4ischen Union den Vorschlag unterbreitet, die Rolle des Geldes in der modernen \u00d6konomie zu \u00fcberdenken. Die Kernaussage des Berichts lautet, dass Geld in seiner jetzigen Form die Menschheit unter keinen Umst\u00e4nden auf den Weg der nachhaltigen Entwicklung bringen kann. Dazu gibt es einige wirklich erschreckende Zahlen. Das Transaktionsvolumen im Devisenhandel \u00fcbersteigt inzwischen vier Trillionen [US-Dollar] pro Tag. Der t\u00e4gliche Export und Import von Waren betr\u00e4gt weltweit etwa 2 Prozent dieses Volumens. Somit sind 98 Prozent der Transaktionen rein spekulativ. Dabei sind die Derivate noch gar nicht eingerechnet, die sich auf 800 Trillionen US-Dollar belaufen, das Achtfache des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Diese Zahlen veranschaulichen am besten die derzeitige Situation, die alles andere als nachhaltig ist. Dennis Meadows, ein amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, kommentierte diese Zahlen anschaulich und aufschlussreich: &#8220;Das Finanzsystem ist der Hauptgrund daf\u00fcr, dass unsere Gesellschaft auf einen ungez\u00fcgelten Zusammenbruch zusteuert.&#8221;<\/p>\n<p>Die Globalisierung brachte uns zur Dominanz einer einzigen zentralen W\u00e4hrung. Inzwischen scheint sich die Situation vor unseren Augen langsam, aber sicher zu \u00e4ndern. Auf jeden Fall geriet die Vorstellung ins Wanken, dass der Dollar als Fundament des gesamten globalen Finanzsystems mit der Zeit zu einer immer einflussreicheren und m\u00e4chtigeren Kraft werden w\u00fcrde. Und diese Idee hat ein langes Leben hinter sich. Bereits zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts\u00a0\u2013 lange bevor der US-Dollar wirklich zu einer bedeutenden internationalen Wertgr\u00f6\u00dfe wurde\u00a0\u2013 hatte die Idee des US-Dollars als Symbol einer neuen Weltordnung die Gem\u00fcter ergriffen. Und nicht einfach irgendein dollarbasiertes Finanzinstrument, sondern der US-Dollar als eine Art nahezu mystischer Kraft, als ob er mit Subjektivit\u00e4t und einem eigenen Willen ausgestattet w\u00e4re.<\/p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich Michail Bulgakow zitieren, aus seinem St\u00fcck &#8220;Die Flucht&#8221;. Das Zitat ist insofern bezeichnend, als dieser Archetypus der Weltw\u00e4hrung in das \u00f6ffentliche Bewusstsein und die Weltkultur eingedrungen ist, noch bevor der US-Dollar wirklich eine entscheidende Rolle in der Weltwirtschaft zu spielen begann. Der Handelsminister, Genosse Korsuchin, sagt das: &#8220;Der Dollar! Der gro\u00dfe, allm\u00e4chtige Geist! Er ist \u00fcberall! \u2026 Und da kommen sie! Sie kommen! Es sind zun\u00e4chst Tausende, dann Millionen! Ihre K\u00f6pfe sind in Stahlhelmen gefangen. Sie kommen! Dann rennen sie! Dann werfen sie sich heulend mit der Brust gegen den Stacheldraht! Warum sie das getan haben? Weil der Dollar irgendwo beleidigt wurde! Doch nun ist Stille in der Welt. Und \u00fcberall, in jeder Stadt, schmettern die Trompeten jubelnd! Er ist ger\u00e4cht! Sie schreien nach dem Dollar!&#8221;<\/p>\n<p>Eigentlich erinnert es daran, was wir gerade in der Welt beobachten k\u00f6nnen. Auf jeden Fall k\u00e4mpft der &#8220;kollektive Westen&#8221;, wie es jetzt hei\u00dft, mit genau solchen Absichten. Die Absicht, &#8220;Rache f\u00fcr die Beleidigung des g\u00f6ttlichen Dollars&#8221; zu nehmen. Bernard Lietar spricht im Bericht des Club of Rome davon, dass &#8220;wir an einer kollektiven Blindheit gegen\u00fcber unserem W\u00e4hrungssystem leiden. Und diese Blindheit betrifft die Hoheit der Idee einer zentralen W\u00e4hrung&#8221;. Es herrscht die weitverbreitete Meinung, dass Gesellschaften schon immer ein Monopol auf eine einzige zentralisierte W\u00e4hrung errichtet haben. &#8220;In Wirklichkeit&#8221;, so Lietar, &#8220;wurde in vielen Gesellschaften\u00a0\u2013 wie im alten \u00c4gypten und im mittelalterlichen Europa\u00a0\u2013 eine Vielzahl von Parallelw\u00e4hrungen beg\u00fcnstigt. Dies f\u00fchrte zu einer gr\u00f6\u00dferen wirtschaftlichen Stabilit\u00e4t und zu mehr Wohlstand. Zu einer Wirtschaft, bei der die Gedanken der Menschen ganz nat\u00fcrlich auf eine weitaus entferntere Zukunft gerichtet waren&#8221;.<\/p>\n<p>Eine zentralisierte Weltw\u00e4hrung ist eines der wichtigsten Instrumentarien der Ausbeutung, das auf schnelle Ergebnisse abzielt und eine nachhaltige Entwicklung ignoriert. Die ganze Welt befindet sich in einem Zustand, in dem sie fast permanent Schulden tilgen muss, die durch ein zentralisiertes Geldsystem erzeugt wurden. Im Wesentlichen ist es eine Art &#8220;Antriebsriemen&#8221; f\u00fcr die Weltwirtschaft. Der Pr\u00e4sident von Nigeria, Obasanjo, hat sich zu den Schulden seines Landes ge\u00e4u\u00dfert: &#8220;Alles, was wir vor 1986 geliehen haben, belief sich auf etwa 5 Milliarden Dollar. Wir haben jetzt 16 Milliarden Dollar zur\u00fcckgezahlt, und dabei sind wir immer noch 28 Milliarden Dollar schuldig. Wenn Sie mich fragen, was das gr\u00f6\u00dfte \u00dcbel der Welt ist, w\u00fcrde ich sagen, der Zinseszins.&#8221;<\/p>\n<p>Aus dem Bericht des Club of Rome geht hervor, dass die Entwicklungsl\u00e4nder zu Beginn der 2000er Jahre f\u00fcr jeden Dollar, den sie an internationaler Hilfe erhielten, etwa 13 Dollar f\u00fcr Schuldentilgung ausgaben. In den vergangenen 30 Jahren haben die 60 \u00e4rmsten L\u00e4nder der Welt 550 Milliarden Dollar an Kapital und Zinsen f\u00fcr 540 Milliarden Dollar ihrer Kredite gezahlt und sind noch zur R\u00fcckzahlung weiterer 523 Milliarden Dollar verpflichtet. In solch einer Situation sind nachhaltige Entwicklung und souver\u00e4ne Entscheidungen definitiv kein Thema. Die internationalen Finanzinstitutionen mischen sich in die Angelegenheiten der Schuldnerstaaten ein, indem sie ihnen bestimmte Verhaltensmodelle in Bereichen wie Wirtschaft, Gesellschaftsordnung, Bildung und Au\u00dfenpolitik vorschreiben.<\/p>\n<p>In einem allgemeineren Kontext zwingt der monet\u00e4re Sektor sowohl Staaten und Unternehmen, als auch verschuldete Einzelpersonen, zu einer bestimmten Verhaltenslogik, n\u00e4mlich zu kontinuierlichem Wachstum, ungeachtet der damit verbundenen \u00f6kologischen und sozialen Kosten. Die Ausbeutung im Hier und Jetzt zum Zweck der Kapitalvermehrung und des Kapitalwachstums. Das bedeutet nur eines: Das Konzept des Geldes muss neu \u00fcberdacht werden. Dabei soll von einem geisteswissenschaftlichen Diskurs ausgegangen werden. Wir m\u00fcssen anerkennen, dass die gegenw\u00e4rtige Geldordnung der Hauptfeind der nachhaltigen Entwicklung ist. Die aktuellen wirtschaftlichen, politischen, \u00f6kologischen und moralischen Krisen k\u00f6nnen nicht mit denselben Ans\u00e4tzen gel\u00f6st oder gemildert werden, die sie verursacht haben. Es bedarf neuer Ideen, unkonventionellen Denkens und eines Paradigmenwechsels.<\/p>\n<p>Um eine Analogie aus der Evolutionstheorie aufzugreifen: Ein Fisch taucht aus dem Meer auf und entfacht ein Feuer. Der Fisch sollte aufh\u00f6ren, ein Fisch zu sein, um dieses Problem zu l\u00f6sen. Wir m\u00fcssen aus dem bestehenden Finanzparadigma aussteigen und neue Finanztechnologien schaffen, die uns zu einer nachhaltigen Entwicklung f\u00fchren. Wir ben\u00f6tigen ein anderes Wesen des Geldes. Eine &#8220;bl\u00fchende Komplexit\u00e4t&#8221; in der Welt des Geldes. Eine Vielfalt von W\u00e4hrungssystemen ist eigentlich die Antwort darauf, wo dieses alternative Wesen des Geldes zu finden ist \u2013 eine Absage an das Monopol eines zentralisierten Geldsystems und die Erm\u00e4chtigung der lokalen Gemeinschaften, selbst die Quelle des Geldes zu sein. Dies bedeutet nicht die v\u00f6llige Abschaffung der existierenden W\u00e4hrungen, sondern erm\u00f6glicht, Parallelw\u00e4hrungen zu schaffen.<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren wuchs ein massiver und fast immer erfolgloser Erfahrungsschatz mit Kryptow\u00e4hrungen. Allerdings liegt der Grund f\u00fcr diese wenig optimistische Erfahrung einzig und allein darin, dass die neuen W\u00e4hrungen im Wesentlichen dasselbe Problem aufweisen, mit dem die heutige Welt konfrontiert ist: die Aufbl\u00e4hung des spekulativen Finanzsektors. Im Mittelpunkt der Kryptow\u00e4hrungen stand immer die Idee des schnellen Wachstums, der Zyklizit\u00e4t und all der Dinge, die bereits heute die Aussichten auf Nachhaltigkeit zerst\u00f6ren. Andererseits zeigt gerade das explosive Wachstum der Fintech-Branche, dass das Zeitalter der W\u00e4hrungsvariabilit\u00e4t unvermeidlich ist. Und solange wir das Wesen des Geldes, die Gr\u00fcnde f\u00fcr seine Entstehung und Legitimation, nicht \u00e4ndern, wird die Vielzahl der W\u00e4hrungen die Situation nur verschlimmern.<\/p>\n<p>Zusammenfassend m\u00fcssen wir: a) akzeptieren, dass die \u00c4ra der zentralisierten W\u00e4hrungen zu Ende geht; b) die Gefahr der spekulativen Grundlage von W\u00e4hrungen im Allgemeinen erkennen, einschlie\u00dflich der auf Spekulation basierenden Vielfalt von W\u00e4hrungen; c) neue grundlegende Ideen f\u00fcr den Aufbau von Wirtschaftsinstrumenten formulieren, die ein Vertrauensumfeld f\u00fcr neue W\u00e4hrungen schaffen, deren Ziel die nachhaltige Entwicklung der Menschheit ist.<\/p>\n<p>Gerade die lokalen Gemeinschaften k\u00f6nnen die Quelle f\u00fcr neues Geld sein. Schlie\u00dflich haben verschiedene Gemeinschaften und verschiedene Gebiete unterschiedliche Werte, und lokale W\u00e4hrungen k\u00f6nnten verschiedenen Zwecken dienen \u2013 gebunden an lokale Aufgaben, an die nat\u00fcrlichen Eigenheiten des jeweiligen Gebiets. Angesichts der Frage nach dem Separatismus lassen sich verschiedene Antworten darauf finden, warum es keine solche Gefahr ist. Der erste Gedanke, der einem in den Sinn kommt, ist etwa der Aufbau von Gemeinschaftsw\u00e4hrungen, die ausschlie\u00dflich auf einer nationalen W\u00e4hrungsplattform basieren. F\u00fcr jede Transaktion in der W\u00e4hrung der \u00f6rtlichen Gemeinschaft wird eine Provision an den Staatshaushalt gezahlt. Dies ist nur eine der M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Eine neue Welt, basierend auf der Diversit\u00e4t der lokalen kulturellen, sozialen und anderen Gegebenheiten, einschlie\u00dflich der finanziellen, hat die Chance, endlich die spekulative Komponente der Wirtschaft zu \u00fcberwinden und zu mehr Sicherheit und Stabilit\u00e4t zu gelangen. Das Geld soll nicht l\u00e4nger ein G\u00f6tze sein, wie die eingangs erw\u00e4hnte Band N.O.M. sang. Es sollte zu seinem urspr\u00fcnglichen Sinngehalt gelangen, n\u00e4mlich zu einem bequemen Tauschmittel zu werden.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem\u00a0<\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/opinions\/2022\/12\/19\/1190752.html\"><em>Russischen<\/em><\/a><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/pressefreiheit.rtde.tech\/meinung\/120780-was-cyberattacke-uns-uber-fragilitat\/\">Was uns eine Cyberattacke \u00fcber die Fragilit\u00e4t unserer Finanzsysteme sagt <\/a><em><\/em><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/wirtschaft\/158037-wie-geld-zur-groessten-bedrohung\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>800 Trillionen US-Dollar an Derivaten, Geld, das im Grunde f\u00fcr nichts steht, und dennoch die Entwicklung steuert \u2013 man m\u00fcsste dieser Gefangenschaft entfliehen k\u00f6nnen, die Herrschaft des Geldes brechen. 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