{"id":23985,"date":"2022-11-25T07:30:17","date_gmt":"2022-11-25T05:30:17","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/kiews-verbuendete-zeigen-immer-mehr-uneinigkeit\/"},"modified":"2022-11-25T07:30:17","modified_gmt":"2022-11-25T05:30:17","slug":"kiews-verbuendete-zeigen-immer-mehr-uneinigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kiews-verbuendete-zeigen-immer-mehr-uneinigkeit\/","title":{"rendered":"Kiews Verb\u00fcndete zeigen immer mehr Uneinigkeit"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/637e3bef48fbef0b6664cc44.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Das Gipfeltreffen der G20 in Bali brachte zwar keinen Durchbruch, schuf aber eine gewisse Grundlage f\u00fcr eine politische L\u00f6sung der Ukraine-Krise. Langsam setzt sich die Erkenntnis im Westen durch: Milit\u00e4risch kann die Ukraine nicht gewinnen \u2013 und Russland ist keineswegs isoliert.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Eine Analyse von Kamran Gassanow<\/em><\/p>\n<p>Der G20-Gipfel ist vorbei. Einige Experten setzten gro\u00dfe Hoffnungen in die Gespr\u00e4che in Indonesien, weil sie dachten, dass Joe Biden dort pers\u00f6nlich mit Wladimir Putin \u00fcber die Ukraine sprechen k\u00f6nnte. Wenige Tage sp\u00e4ter stellte sich jedoch heraus, dass Putin nicht nach Bali reisen wird. Er lie\u00df Russland durch den russischen Au\u00dfenminister Sergei Lawrow vertreten.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich bedeutete die Abwesenheit des russischen Pr\u00e4sidenten nicht von vornherein das Scheitern des Verhandlungsprozesses. Diejenigen, die daran interessiert waren, hatten auf jeden Fall die M\u00f6glichkeit, ihre Ansichten oder Vorschl\u00e4ge \u00fcber Lawrow zu \u00fcbermitteln. Letztlich hat das Verhalten der franz\u00f6sischen und deutschen Regierungschefs gezeigt, dass Westeuropa zumindest nach jeder M\u00f6glichkeit sucht, den Ukraine-Konflikt so schnell wie m\u00f6glich zu beenden.<\/p>\n<p>Emmanuel Macron und Olaf Scholz konnten ein kurzes Gespr\u00e4ch mit dem russischen Minister f\u00fchren. Au\u00dferdem k\u00fcndigte der deutsche Bundeskanzler anschlie\u00dfend an, dass er nicht aufh\u00f6ren werde, den Dialog mit dem Kreml zu suchen. Macron versucht, die Voraussetzungen f\u00fcr Gespr\u00e4che sowohl direkt \u00fcber Lawrow als auch \u00fcber die russischen Partner zu schaffen. Bei einem Treffen mit Xi Jinping bat der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident diesen, Putin an den Verhandlungstisch zu bringen. Interessanterweise war die T\u00fcrkei in allen vorangegangenen Monaten der Hauptvermittler gewesen. Sie organisierte im M\u00e4rz ein Treffen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation und trug bis zum Ende des Sommers zur Aushandlung eines &#8220;Getreide-Deals&#8221; bei. Auf dem G20-Gipfel ging die Vermittlungsinitiative jedoch eher von dem deutsch-franz\u00f6sischen Tandem aus.<\/p>\n<p>Die Lagesondierung von Macron und Scholz ist keine zuf\u00e4llige Episode, sondern eine bewusste Strategie. Macron steht seit den Anf\u00e4ngen der Milit\u00e4roperation in der Ukraine in Kontakt mit dem Kreml und dr\u00e4ngt auf eine diplomatische L\u00f6sung der Krise in der Ukraine. Einigen Berichten zufolge habe der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident versucht, Wladimir Selenskij zu Zugest\u00e4ndnissen und Kompromissen f\u00fcr eine Friedensl\u00f6sung zu \u00fcberreden. Scholz ist aufgrund des Drucks der \u00f6stlichen NATO-Mitglieder und der USA weniger unabh\u00e4ngig in seinen Entscheidungen, aber er hatte auch einen hei\u00dfen Draht zu Pr\u00e4sident Putin und ist ein Bef\u00fcrworter diplomatischer L\u00f6sungen. Am 12. November erkl\u00e4rte er nach einem Gespr\u00e4ch mit Wladimir Putin, er werde sich &#8220;von keinem Kritiker davon abhalten lassen, lange Telefongespr\u00e4che mit dem russischen Pr\u00e4sidenten zu f\u00fchren&#8221;.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Aktivit\u00e4t Frankreichs und Deutschlands auf der diplomatischen Schiene sind dreierlei: die Krise innerhalb der EU, die Lage an der Front und die Position der Vereinigten Staaten.<\/p>\n<\/p>\n<p>Europa befindet sich in einer Wirtschaftskrise. Die Inflation in der Eurozone erreichte im September 10 Prozent, ein Rekordwert seit der Gr\u00fcndung der Europ\u00e4ischen Union. Die Europ\u00e4ische Kommission hat ihre Prognose f\u00fcr das BIP-Wachstum der Eurozone von 2,7 Prozent auf 0,3 Prozent gesenkt. Europa steuere im vierten Quartal 2022 auf eine Rezession zu, verk\u00fcndete EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Vorabend des G20-Gipfels. Finanzielle und wirtschaftliche Schwierigkeiten schlagen sich in politischen Krisen nieder. Das Vereinigte K\u00f6nigreich hat seit Beginn des G20-Gipfels bereits zweimal den Premierminister gewechselt. Der estnische Premierminister ist zur\u00fcckgetreten. Auch der italienische Ministerpr\u00e4sident Mario Draghi, der gedroht hatte, Putin von Bali fernzuhalten, hat seinen Posten verloren und damit den Weg f\u00fcr das &#8220;nationalistische Dreigestirn&#8221; um Giorgia Meloni, Matteo Salvini und Silvio Berlusconi freigemacht. Ausl\u00f6ser f\u00fcr all diese politischen Unruhen in Europa sind die antirussischen Sanktionen und die daraus resultierende Inflation, der R\u00fcckgang der Produktion, die Kapitalflucht in die USA, die Arbeitslosigkeit und die Treibstoffknappheit.<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-odysee\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/odysee.com\/%24\/embed\/%40RTDE%3Ae%2FHohe-Inflation-und-nun-auch-Warnung-vor-Stromausf%C3%A4llen-im-Winter-Wirtschaft-am-Abgrund%3A3\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<p>Die Lage an der Front weckt gelegentlich Optimismus bei den Anh\u00e4ngern der Ukraine \u2013 vor allem w\u00e4hrend der Offensiven in Richtung Charkow und Cherson \u2013, bringt aber immer noch mehr Kosten als Nutzen. Das Risiko eines direkten Zusammensto\u00dfes zwischen Russland und der NATO ist nach wie vor hoch. Die Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Deutschlands und der Vereinigten Staaten sprechen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Unzul\u00e4ssigkeit eines Atomkriegs, obwohl sie selbst die Anl\u00e4sse f\u00fcr einen Frontalzusammensto\u00df vermehren. Die Sprengung der Nord-Stream-Pipelines war die erste ernsthafte Herausforderung. Am Tag des Gipfels kam es zu einem weiteren Vorfall: Eine ukrainische Flugabwehrrakete schlug auf polnischem Territorium ein.<\/p>\n<p>Dank der besonnenen Reaktion der jeweils gegnerischen Partei ist es bisher gelungen, das Gleichgewicht am Rande des Abgrunds zu halten. Russland hat keine Vergeltungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Sprengung der Pipelines in der Ostsee ergriffen, und Biden und NATO-Generalsekret\u00e4r Stoltenberg haben die Theorie eines russischen Angriffs auf Polen zur\u00fcckgewiesen. Jedoch bleiben Russland und die USA\/NATO ohne Frieden oder Waffenstillstand auf einem Pulverfass sitzen.<\/p>\n<p>In der konventionellen Kriegsf\u00fchrung kann und wird es, trotz der taktischen Erfolge der Streitkr\u00e4fte der Ukraine in Cherson und Charkow, keinen \u00fcberzeugenden Sieg f\u00fcr Kiew geben. W\u00e4hrend sich Russland in Richtung Dnjepr zur\u00fcckzieht, r\u00e4cht es sich in Richtung Donezk. Die Umgruppierung der russischen Armee geht nicht mit schweren Verlusten an Personal und Ausr\u00fcstung einher. Und diese Realit\u00e4t wird in Berlin, Paris und Br\u00fcssel erkannt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend zu Beginn der Krise die restriktive Haltung der USA als Katalysator f\u00fcr die europ\u00e4ischen Sanktionen gegen Russland und die Waffenlieferungen an die Ukraine wirkte, schraubte Washington nun das Tempo zur\u00fcck. Dar\u00fcber hinaus verhandelt die Biden-Administration selbst mit Moskau. Neben einem Treffen zwischen CIA-Chef William Burns und dem Direktor der russischen Auslandsaufkl\u00e4rung Sergei Naryschkin ist bekannt, dass der Nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan Gespr\u00e4che mit Nikolai Patruschew und Juri Uschakow f\u00fchrt. Bidens Hauptanreiz, \u00fcber die Sicherheitsdienste mit dem Kreml in Kontakt zu bleiben, besteht darin, eine m\u00f6gliche Eskalation und Ausweitung des Ukraine-Konflikts zu einem globalen Konflikt zu verhindern. Die Gespr\u00e4che Selenskijs mit Putin, zu denen Biden den ukrainischen Staatschef dr\u00e4ngt, sind ein unverzichtbares Instrument, um eine Eskalation zwischen den USA und Russland zu verhindern.<\/p>\n<p>Der &#8220;Windwechsel&#8221; des Wei\u00dfen Hauses h\u00e4ngt auch mit der mangelnden Unterst\u00fctzung durch die US-Verb\u00fcndeten im Nahen Osten und die Partner in Asien zusammen. Trotz Washingtons Drohungen und Druck kaufen China und Indien weiterhin russische Energieressourcen. Auch die Golfstaaten folgen dem Beispiel der USA nicht \u2013 gemeinsam mit Russland haben sie am 5. Oktober die \u00d6lproduktion um 2 Millionen Barrel pro Tag gek\u00fcrzt. China, Indien und die Golfstaaten sowie das NATO-Mitglied T\u00fcrkei bauen ihre Beziehungen zu Russland aus. Au\u00dferdem bieten die T\u00fcrkei, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain an, in der Ukraine-Krise zu vermitteln.<\/p>\n<p>Einen gewissen, wenn auch nicht entscheidenden Einfluss auf die Position der Biden-Administration haben innenpolitische Ausrichtungen in den USA. Auch wenn der Sieg der Republikaner im Repr\u00e4sentantenhaus nicht \u00fcberzeugend ausfiel, wird ein minimaler Vorsprung zu ihren Gunsten als &#8220;Bidens Niederlage&#8221; empfunden. Eine St\u00e4rkung der republikanischen Position w\u00fcrde es schwieriger machen, Waffen und Finanzmittel in die Ukraine zu transferieren. Die Republikaner k\u00f6nnten eine gleichm\u00e4\u00dfige Aufteilung der milit\u00e4rischen Lasten mit den europ\u00e4ischen EU-L\u00e4ndern fordern, die angesichts ihrer eigenen Finanz- und Wirtschaftskrisen kaum dazu bereit sind.<\/p>\n<p>Angesichts der Unwirksamkeit der amerikanischen und europ\u00e4ischen Politik in der Ukraine ist es nur nat\u00fcrlich, dass die f\u00fchrenden Vertreter der NATO nach einer Gelegenheit suchen, eine politische L\u00f6sung des Konflikts auszuloten. Die Gespr\u00e4che von Scholz und Macron mit Lawrow sind ein klarer Beweis f\u00fcr den Willen der EU zur Diplomatie. Moskau ist daf\u00fcr offen, und der russische Pr\u00e4sident hat das auch verk\u00fcndet. Die scharfe Rhetorik Kiews wird jedoch zu einem ernsthaften Hindernis in diesem Prozess. Die von Selenskij gestellten Forderungen, insbesondere der R\u00fcckzug der russischen Truppen und die vollst\u00e4ndige &#8220;De-Okkupation&#8221;, was f\u00fcr Moskau die \u00dcbergabe nicht nur der vier neu eingegliederten ukrainischen Regionen im Osten und S\u00fcden, sondern auch der Krim an Kiew bedeutet, sind grunds\u00e4tzlich unm\u00f6glich zu erf\u00fcllen. Frankreich und Deutschland k\u00f6nnen keinen Druck auf Selenskij aus\u00fcben, und die Ukraine genie\u00dft weiterhin die Unterst\u00fctzung der NATO-Falken in Form von USA, Gro\u00dfbritannien und Polen.<\/p>\n<p>Das Gipfeltreffen auf Bali brachte zwar keinen Durchbruch, schuf aber eine gewisse Grundlage f\u00fcr eine politische L\u00f6sung der Ukraine-Krise. Die Staats- und Regierungschefs der EU haben ihre Absicht bekundet, den Dialog mit Russland fortzusetzen. Die USA sind in der gleichen Stimmung, haben aber bisher \u00fcber geschlossene Kan\u00e4le Einfluss genommen. Damit der Prozess erfolgreich fortgesetzt werden kann, sind Zugest\u00e4ndnisse von Seiten Kiews erforderlich. Und ohne kollektiven Druck der EU und der USA auf Selenskij ist es unm\u00f6glich, diese Ziele zu erreichen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Scholz, Macron und Biden keine aktiven Schritte unternehmen, um Selenskij zu einem Kompromiss zu bewegen, werden die Polen und die Briten dies ausnutzen. Polen und Gro\u00dfbritannien sind \u00e4u\u00dferst kompromisslos und erwarten, dass die Ukraine bis zum bitteren Ende k\u00e4mpfen wird. Sobald es Anzeichen f\u00fcr Verhandlungen gibt, inszenieren Warschau und London Sabotageakte und Provokationen. Es ist kein Zufall, dass die Informationen \u00fcber den angeblichen Angriff Russlands auf Polen an dem Tag verbreitet wurden, an dem die Abschlusserkl\u00e4rung der G20 vereinbart wurde.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/opinions\/2022\/11\/22\/1187679.html\">Russischen<\/a>. Zuerst bei Wsgljad erschienen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/pressefreiheit.rtde.tech\/meinung\/154558-format-g20-stirbt-mit-alten\/\">Das Format der G20 stirbt mit der alten Weltordnung <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-vk\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/vk.com\/video_ext.php?oid=-134310637&amp;id=456260290&amp;hash=24c4c3ab673f82b1\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/155252-kiews-verbuendete-zeigen-immer-mehr\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gipfeltreffen der G20 in Bali brachte zwar keinen Durchbruch, schuf aber eine gewisse Grundlage f\u00fcr eine politische L\u00f6sung der Ukraine-Krise. 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