{"id":23613,"date":"2022-11-19T21:58:05","date_gmt":"2022-11-19T19:58:05","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/die-lahmlegung-der-ukrainischen-stromversorgung-als-russisches-druckmittel\/"},"modified":"2022-11-19T21:58:05","modified_gmt":"2022-11-19T19:58:05","slug":"die-lahmlegung-der-ukrainischen-stromversorgung-als-russisches-druckmittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/die-lahmlegung-der-ukrainischen-stromversorgung-als-russisches-druckmittel\/","title":{"rendered":"Die Lahmlegung der ukrainischen Stromversorgung als russisches Druckmittel"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/637768e848fbef465a3eca7f.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Die erneuten und bislang massivsten Raketenschl\u00e4ge gegen die ukrainische Stromversorgung in den letzten Tagen st\u00fctzen die Annahme, dass Russland mit dieser Aktion Verhandlungen erzwingen will.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Bernd Murawski<\/em><\/p>\n<p>Die ersten Raketenangriffe auf das ukrainische Elektrizit\u00e4tsnetz am 10. Oktober wurden noch allgemein als Vergeltung f\u00fcr den Bombenanschlag <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/info\/Vergeltung-fuer-Krim-Bruecke-Tag-227-229,audio1229868.html\">interpretiert<\/a>, der zwei Tage vorher auf die Krim-Br\u00fccke ver\u00fcbt wurde. Betroffen waren vor allem Umspannwerke mit einer Spannung bis zu 250 Kilovolt, die innerhalb weniger Tage repariert werden konnten. Ein weiteres Angriffsziel war das Hauptquartier des ukrainischen Geheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew. Vermutlich wegen der harschen Reaktionen auf die hierdurch verursachten Todesf\u00e4lle richtete die russische Armee fortan ihre Lenkflugk\u00f6rper- und Drohnenangriffe nahezu ausschlie\u00dflich auf milit\u00e4rische Einrichtungen und Objekte der Stromversorgung. Kollateralsch\u00e4den wurden in der Folge weitgehend vermieden und wenn \u00fcberhaupt meist durch die ukrainische Luftabwehr verursacht.<\/p>\n<p><strong>Fortgesetzter Beschuss ukrainischer Stromanlagen<\/strong><\/p>\n<p>Der Beschuss ukrainischer Elektrizit\u00e4ts- und Umspannwerke wurde bis zum heutigen Zeitpunkt mit wechselnder Intensit\u00e4t fortgesetzt. Bereits vor einer Woche gaben Kiewer Beh\u00f6rden bekannt, dass <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ukraine-krieg-wie-sich-kiew-auf-einen-blackout-vorbereitet\/a-63700599\">40 Prozent<\/a> der Anlagen zerst\u00f6rt waren, wobei sich Reparaturarbeiten immer schwieriger gestalten. Planm\u00e4\u00dfige Stromabschaltungen wurden in allen Landesteilen zur t\u00e4glichen Praxis, um zumindest eine partielle Versorgung von Privathaushalten, Unternehmen und \u00f6ffentlichen Einrichtungen zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Trotz westlicher Unkenrufe, der russischen Armee\u00a0gingen bald die Raketen aus, weshalb vermehrt Drohnen zum Einsatz k\u00e4men, erfolgten am 15. November die bislang schwersten Angriffe gegen die Stromversorgung, bei denen 30 Objekte getroffen wurden. Die russische Seite betont zwar, dass das prim\u00e4re Ziel die Zerst\u00f6rung der milit\u00e4rischen Infrastruktur sei, worunter der Schienentransport von R\u00fcstungsg\u00fctern f\u00e4llt, der zu 90 Prozent mit elektrischen Z\u00fcgen bestritten wird. Der Ausfall lebenswichtiger Infrastrukturen wie etwa der Wasserversorgung l\u00e4sst indes keinen Zweifel, dass ebenso die Zivilbev\u00f6lkerung betroffen ist.<\/p>\n<p>R\u00fcckblickend l\u00e4sst sich feststellen, dass der Anschlag auf die Krim-Br\u00fccke und der Beschuss ziviler Objekte auf dem &#8220;alten&#8221; wie dem &#8220;neuen&#8221; Staatsgebiet Russlands eher ein Vorwand als ein Ausl\u00f6ser f\u00fcr die aktuellen russischen Raketenangriffe waren. Der Kreml konnte mit einer moderaten Reaktion des Westens rechnen, da Vergeltungsaktionen bereits in der Vergangenheit zum Zweck der Gesichtswahrung akzeptiert wurden. Erinnert sei etwa an den Milit\u00e4rschlag Teherans nach der Ermordung des iranischen Diplomaten Qassem Soleimani im Januar 2020, den die USA mit Fassung <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/das-mullah-regime-profitiert-doch-das-kann-sich-schnell-wieder-andern-6868933.html\">hinnahmen<\/a>. Als Russland die Angriffe fortsetzte und das Ziel einer schrittweisen Zerst\u00f6rung der ukrainischen Strominfrastruktur evident wurde, hatte sich bereits ein Gew\u00f6hnungsprozess eingestellt, sodass die Kritik auf einem niedrigen Level verblieb.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend bis vor Kurzem vornehmlich Umspannwerke f\u00fcr die lokale Versorgung attackiert wurden, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/politik\/energieinfrastruktur-stromnetz-angriff-ukraine-krieg-russland-100.html\">richteten<\/a> sich die j\u00fcngsten Schl\u00e4ge ebenso gegen das 750-Kilovolt-Hochspannungsnetz. Dies ist insofern bedeutsam, als einerseits dessen Transformatoren schwer zu ersetzen sind und andererseits Verbindungen zwischen den Teilnetzen sowie zum westlichen Ausland unterbrochen werden, die sich nur m\u00fchsam und zeitaufw\u00e4ndig reparieren lassen. Ziel der russischen Angriffe ist offensichtlich nicht allein, die Lage an der milit\u00e4rischen Front zu beeinflussen, sondern auch die Wirtschaft zu destabilisieren und das zivile Leben zu erschweren, um die Kiewer F\u00fchrung zur Aufnahme von Verhandlungen zu zwingen.<\/p>\n<p><strong>Hinweise f\u00fcr den russischen Strategiewandel<\/strong><\/p>\n<p>Eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr die Umsetzung dieser Strategie war der R\u00fcckzug aus dem westlich des Dnjepr gelegenen Teil der Oblast Cherson, der nur wenige Tage vor dem j\u00fcngsten Angriff auf die Stromversorgung erfolgte. Davor verf\u00fcgte die Ukraine mit der Sprengung des Kachowka-Damms \u00fcber ein Gegendruckmittel, denn die <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/russland\/153887-verteidigungsminister-schoigu-befiehlt-russischen-truppen\/\">Folgen<\/a> f\u00fcr die russische Seite w\u00e4ren verheerend: Der Krim-Kanal w\u00e4re ausgetrocknet und die K\u00fchlung des Atomkraftwerks Saporoschje gef\u00e4hrdet gewesen. Au\u00dferdem w\u00e4ren gro\u00dfe Gebiete am unteren Dnjepr \u00fcberschwemmt worden, was auch die Versorgung von Zivilisten und Milit\u00e4rs auf der Westseite des Flusses erschwert h\u00e4tte. Mit dem Einzug der ukrainischen Armee in Cherson schwand das Interesse Kiews an der Zerst\u00f6rung des Damms, da eine \u00dcberflutung der Stadt der Intention widersprochen h\u00e4tte, sich mit deren Einnahme zu br\u00fcsten.<\/p>\n<p>Ein weiterer Hinweis f\u00fcr den Entschluss Moskaus, mittels der schrittweisen Lahmlegung der Stromversorgung eine Verhandlungsl\u00f6sung anzustreben, ist das zaghafte Vorr\u00fccken an der Donezker Front. Bereits lange vor dem russischen R\u00fcckzug aus der Oblast Charkow am 10. September gab es kaum Landgewinne. Ein Grund war das <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/152497-was-russland-hatte-besser-machen\/\">begrenzte Milit\u00e4raufgebot<\/a>, das keine gr\u00f6\u00dferen Operationen, etwa eine Einkesselung des Gegners, erlaubt h\u00e4tte. Ferner erwiesen sich die Verteidigungsstellungen der ukrainischen Armee als recht massiv, was ihre Einnahme verlangsamte. Das wichtigste Motiv war vermutlich die Vermeidung ziviler Opfer und massiver Zerst\u00f6rungen, wie es sie in Mariupol und an anderen Orten des Donbass gab. Dieses Interesse hat auch nach der Aufstockung der Milit\u00e4reinheiten Bestand.<\/p>\n<p>W\u00fcrde eine Entscheidung auf dem Schlachtfeld angestrebt, dann d\u00fcrfte es mehrere Monate dauern, bis die durch die Teilmobilmachung ausgehobenen Kr\u00e4fte einsatzf\u00e4hig sind. Angesichts des ukrainischen Widerstands w\u00e4re danach kaum mit schnellen Erfolgen zu rechnen. Die russische Milit\u00e4rf\u00fchrung d\u00fcrfte zudem Operationen mit dem Risiko h\u00f6herer Opferzahlen scheuen, damit der Kampfeswillen der frisch Einberufenen nicht geschw\u00e4cht wird. Sollte es mithilfe der eigenen Artillerie\u00fcberlegenheit auch gelingen, die ukrainischen Verteidigungslinien zu durchbrechen, d\u00fcrfte sp\u00e4testens die \u00dcbernahme gr\u00f6\u00dferer St\u00e4dte wie Slowjansk und Kramatorsk zu erheblichen personellen Verlusten f\u00fchren. <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=88541\">Vorstellungen<\/a>, dass die russischen Einheiten sogar Charkow oder Odessa einnehmen k\u00f6nnten, erscheinen angesichts des bisherigen Verlaufs der K\u00e4mpfe illusorisch.<\/p>\n<p>Mit dem Wandel der Strategie hin zu Attacken gegen die Strominfrastruktur vermeidet die russische F\u00fchrung nicht nur gr\u00f6\u00dfere Opfer und Zerst\u00f6rungen, sondern dr\u00e4ngt auch auf eine schnelle Entscheidung. Wie die Konferenz der G20 in Bali offenbarte, herrscht in den Staaten des Globalen S\u00fcdens allgemeiner Unmut \u00fcber den bewaffneten Konflikt in der Ukraine. Da die Kriegsparteien unter Druck stehen, die Kampfhandlungen einzustellen und Friedensgespr\u00e4che aufzunehmen, erscheint es wenig opportun, auf eine langfristige milit\u00e4rische L\u00f6sung zu setzen.<\/p>\n<p><strong>Druck auf die ukrainische Regierung<\/strong><\/p>\n<p>Bislang gibt es auf ukrainischer Seite <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/ausland\/article242135125\/Ukraine-Selenskyj-stellt-bei-G-20-Gipfel-Plan-fuer-Kriegsende-vor.html\">keine Anzeichen<\/a> f\u00fcr eine Bereitschaft zu ernsthaften Verhandlungen. Augenscheinlich glaubt die Kiewer F\u00fchrung, der russische R\u00fcckzug aus einigen Gebieten beweise die \u00dcberlegenheit des eigenen Milit\u00e4rs. Dies mag f\u00fcr die Gegenwart zutreffen, da Russland im Rahmen seiner &#8220;milit\u00e4rischen Sonderoperation&#8221; mit einem beschr\u00e4nkten Truppenkontingent agiert hat. Nach dem Einsatz der \u00fcber die Teilmobilmachung gewonnenen Kr\u00e4fte d\u00fcrfte sich die Lage jedoch gravierend \u00e4ndern. Trotz der Territorialgewinne der Ukraine besteht daher unter Milit\u00e4rexperten ein allgemeiner <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/US-General-Baldiger-Sieg-der-Ukraine-nicht-sehr-wahrscheinlich-article23723097.html\">Konsens<\/a>, dass es keinen Sieg der Ukraine auf dem Schlachtfeld geben wird.<\/p>\n<p>\u00dcberdies wird h\u00e4ufig ignoriert, dass die ukrainischen Erfolge mit hohen Verlusten bezahlt wurden. Annahmen in Kiewer Regierungskreisen, dass die dezimierten Reihen wieder aufgef\u00fcllt und sogar bis zu einer Million Soldaten rekrutiert werden k\u00f6nnen, sind gem\u00e4\u00df den <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/kurzclips\/video\/152218-juri-podoljaka-warum-selenskij-keine\/\">Analysen<\/a> von Insidern deutlich zu hoch gegriffen. Zwar gelang es bisher, ein hohes Ma\u00df an Opferbereitschaft aufrechtzuerhalten, was den russischen Gegner \u00fcberrascht haben mag. Die Wirkung von Propaganda und Durchhalteparolen beruhte jedoch weitgehend darauf, dass die Zivilbev\u00f6lkerung bis vor wenigen Wochen kaum von den K\u00e4mpfen an der Front betroffen war. Indes kann angenommen werden, dass f\u00fcr die B\u00fcrger eine &#8220;Schmerzgrenze&#8221; erreicht wird, wenn die Stromversorgung teilweise oder ganz lahmgelegt ist.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Russland diesen Trumpf ausspielt, ist erstaunlich, dass es keinen lauten internationalen Aufschrei gibt. Zweifellos handelt es sich bei einem Beschuss von Elektrizit\u00e4ts- und Umspannwerken um eine v\u00f6lkerrechtlich fragw\u00fcrdige Praxis, da sie auf die Zerst\u00f6rung von Lebensgrundlagen abzielt. Angesichts des herannahenden Winters ist eine humanit\u00e4re Katastrophe nicht auszuschlie\u00dfen. Desgleichen werden die Fl\u00fcchtlingszahlen unweigerlich anschwellen, wenn die Grundversorgung nicht mehr gesichert ist.<\/p>\n<p>Neben dem bereits erw\u00e4hnten Aspekt der Gew\u00f6hnung mag es einen stillen Konsens dar\u00fcber geben, dass die ukrainische F\u00fchrung &#8220;zur R\u00e4son gebracht&#8221; werden muss. Zwar betonen f\u00fchrende Repr\u00e4sentanten des Westens wiederholt, dass Kiew selbst entscheiden soll, wann es zu Gespr\u00e4chen mit Russland bereit ist. Dennoch wird latent Druck ausge\u00fcbt. Das &#8220;Zuckerbrot&#8221; sind die versprochenen Milliarden f\u00fcr den Wiederaufbau und eine k\u00fcnftige EU-Mitgliedschaft, die &#8220;Peitsche&#8221; die immer schrofferen Reaktionen auf Kiews Waffenw\u00fcnsche und seine Versuche, die NATO milit\u00e4risch in die Kriegshandlungen einzubinden. Als Minimum <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/9085\">erwartet<\/a> der Westen von der ukrainischen F\u00fchrung Signale, dass sie dem internationalen Druck nach einer Aufnahme von Verhandlungen zumindest verbal nachgibt.<\/p>\n<p>Hintergrund der westlichen Ungeduld ist zum einen der <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/braunschweig-spiegel.de\/umfrage-mehrheit-fuer-verhandlungen-ueber-ende-des-krieges-in-der-ukraine-alle-nur-putinknechte\/\">schwindende R\u00fcckhalt<\/a> in der eigenen Bev\u00f6lkerung. Angesichts von Inflation, Versorgungsl\u00fccken und drohendem Arbeitsplatzverlust sinkt die Bereitschaft, den Argumenten von Politikern und Medien zu folgen. Zum anderen gibt es zunehmende Engp\u00e4sse bei der Lieferung von R\u00fcstungsg\u00fctern. Mancherorts haben sich die Arsenale so weit geleert, dass die Landesverteidigung nicht mehr gew\u00e4hrleistet ist. Angesichts der unterschiedlichen Belastungen in den Unterst\u00fctzerstaaten der Ukraine nehmen deren Konflikte untereinander zu, sodass sich die Geschlossenheit der westlichen Gemeinschaft zunehmend als Schim\u00e4re erweist. \u00a0<\/p>\n<p><strong>Chinesische Interessen im Hintergrund russischer Entscheidungen<\/strong><\/p>\n<p>Ebenso befindet sich Russland unter externem Druck, einen baldigen Ausstieg aus den Kampfhandlungen anzustreben. Moskaus Erwartungen, zusammen mit China ein alternatives globales Finanzsystem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.voltairenet.org\/article216155.html\">etablieren<\/a> zu k\u00f6nnen, haben in den seit M\u00e4rz stattfindenden Expertengespr\u00e4chen zu keinem greifbaren Ergebnis gef\u00fchrt. Immer h\u00e4ufiger werden in Russland Vorw\u00fcrfe artikuliert, dass China wie auch andere enge Partner nicht die erwartete wirtschaftliche Unterst\u00fctzung und politische R\u00fcckendeckung <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2022\/kritik-an-der-russischen-aussenpolitik-in-russland\/?doing_wp_cron=1668611754.1574420928955078125000\">leisten<\/a>. Stattdessen dr\u00e4ngen sie auf eine Verhandlungsl\u00f6sung des Ukraine-Konflikts, weil sie einerseits negative Konsequenzen f\u00fcr ihre Volkswirtschaften bef\u00fcrchten und andererseits Angst vor einer Eskalation haben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Besuche von Olaf Scholz und Emmanuel Macron in Peking herrschte trotz mancher <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/politik\/berlin-geht-nach-peking-der-wahre-deal\/\">Spekulationen<\/a> und sich widersprechender Verlautbarungen wohl Einigkeit dar\u00fcber, dass die Konfliktparteien in Moskau und Kiew zu baldigen Verhandlungen \u00fcber eine Beendigung der milit\u00e4rischen Aktivit\u00e4ten gedr\u00e4ngt werden sollen. W\u00e4hrend auf der europ\u00e4ischen Seite Wirtschaftsinteressen wie die Versorgung mit Erdgas und anderen Rohstoffen im Vordergrund stehen, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Xi-Europa-muss-unabhaengiger-von-USA-werden-article23718695.html\">m\u00f6chte<\/a> China die wirtschaftlichen und politischen Bindungen zu den f\u00fchrenden EU-Staaten erhalten.<\/p>\n<p>Zwar profitiert Peking von der wachsenden Zusammenarbeit mit Moskau im Energiesektor, etwa durch den <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2022-09\/russland-gaslieferung-china-statt-europa\">beschleunigten<\/a> Bau neuer Erdgasleitungen. Ebenso kann China wegen der westlichen Sanktionen seine Exporte nach Russland steigern und dessen technologische Abh\u00e4ngigkeit erwirken. Gleichwohl war das <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.gtai.de\/de\/trade\/china\/wirtschaftsumfeld\/chinas-aussenhandel-mit-der-europaeischen-union-waechst-langsamer-872910\">Handelsvolumen<\/a> mit der EU im letzten Jahr mit 828 Milliarden Dollar mehr als f\u00fcnfmal so gro\u00df wie jenes mit Russland, das nur 147 Milliarden Dollar betrug. Damit China seinen langfristigen Plan umsetzen kann, den Warenaustausch mit Europa auf den sichereren und schnelleren Landweg zu verlagern, bedarf es eines stabilen politischen Umfelds. Die Routen \u00fcber Russland und teilweise \u00fcber die Ukraine sind aufgrund ihrer k\u00fcrzeren Entfernung und der ausgebauten Infrastruktur dabei unverzichtbar.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Verflechtungen mit den Europ\u00e4ern lassen es f\u00fcr China opportun erscheinen, an dem etablierten Wirtschafts- und Finanzsystem festzuhalten. Zwar d\u00fcrften weiterhin \u00dcberlegungen in alternative Richtungen existieren, wie die <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.cmcmarkets.com\/de-de\/nachrichten-und-analysen\/goldpreis-china-verkauft-massenhaft-us-staatsanleihen\">Tatsache<\/a> zeigt, dass die chinesische Zentralbank in letzter Zeit vermehrt US-Staatsanleihen abst\u00f6\u00dft und Gold kauft. Die an Paris und Berlin gerichteten Kooperationsbekundungen deuten jedoch darauf hin, dass Peking glaubt, die Europ\u00e4er im Konflikt mit Washington in einer neutralen Position halten zu k\u00f6nnen. Zweifellos d\u00fcrfte die chinesische F\u00fchrung die Situation aufmerksam <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/linkezeitung.de\/2022\/11\/16\/kulturblock-fuehrt-zur-eskalation-in-der-ukraine-und-riskiert-den-dritten-weltkrieg\/\">beobachten<\/a>, um nicht den gleichen Fehler wie Russland zu begehen, das bei dem westlichen Griff auf die Ukraine regelrecht <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/152491-was-russland-hatte-besser-teil2\/\">verschaukelt<\/a> wurde.<\/p>\n<p>Damit sind die russischen Bestrebungen, gemeinsam mit China eine parallele globale Finanzarchitektur au\u00dferhalb von Dollar, Euro und SWIFT zu errichten, auf die lange Bank geschoben. Der vermehrte Handel auf Basis nationaler W\u00e4hrungen ist nur ein schwacher Trost. Gelingt dem Kreml gegenw\u00e4rtig schon nicht der Schritt zu der gew\u00fcnschten multipolaren Ordnung im Wirtschafts- und Finanzsektor, dann k\u00f6nnte er zumindest hoffen, dass die schwerwiegendsten Sanktionen durch die F\u00fcrsprache Pekings im Zuge einer Friedensregelung r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Sollte sich die EU widerspenstig verhalten und \u00fcberdies im Schulterschluss mit Washington auf Distanz zu China gehen, w\u00fcrde der russisch-chinesische Plan eines alternativen Finanzsystems auf die Tagesordnung zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de.rt.com\/europa\/153571-medien-kiew-plant-evakuierung-von\/\">Medien: Kiew plant bei totalem Stromausfall Evakuierung von drei Millionen Menschen<\/a><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/154760-lahmlegung-ukrainischen-stromversorgung-als-russisches\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erneuten und bislang massivsten Raketenschl\u00e4ge gegen die ukrainische Stromversorgung in den letzten Tagen st\u00fctzen die Annahme, dass Russland mit dieser Aktion Verhandlungen erzwingen will. 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