{"id":22558,"date":"2022-11-06T21:43:37","date_gmt":"2022-11-06T19:43:37","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/wie-ein-terroristischer-anschlag-zu-einem-meilenstein-im-post-sowjetischen-russland-wurde\/"},"modified":"2022-11-06T21:43:37","modified_gmt":"2022-11-06T19:43:37","slug":"wie-ein-terroristischer-anschlag-zu-einem-meilenstein-im-post-sowjetischen-russland-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/wie-ein-terroristischer-anschlag-zu-einem-meilenstein-im-post-sowjetischen-russland-wurde\/","title":{"rendered":"Wie ein terroristischer Anschlag zu einem Meilenstein im post-sowjetischen Russland wurde"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Zwanzig Jahre nach der terroristischen Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater: Die Welt war schockiert, nachdem islamistische Terroristen einen gut besuchten Veranstaltungsort kaperten und hunderte Geiseln nahmen. Unser Autor beschreibt die damaligen Ereignisse und welche Konsequenzen diese f\u00fcr das moderne Russland hatten.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Jewgeni Norin<\/em><\/p>\n<p>Im Jahr 2002 f\u00fchrte Russland in Tschetschenien eine leidvolle milit\u00e4rische Operation zur Terrorismusbek\u00e4mpfung durch. Trotz aller von der Sowjetarmee geerbten Probleme waren die damaligen Streitkr\u00e4fte des Landes in offenen milit\u00e4rischen Schlachten effizient. Allerdings wurden sie dann in langwierige und scheinbar endlose Operationen gegen eine Untergrundarmee verwickelt, in einer von Bergen und W\u00e4ldern durchzogenen Republik.<\/p>\n<p>Hinterhalte, Bombenanschl\u00e4ge und \u00dcberf\u00e4lle auf Konvois folgten in einer endlosen Spirale aufeinander. Im S\u00fcden Russlands waren st\u00e4ndig irgendwo Explosionen von selbstgebauten Bomben zu h\u00f6ren, die an dicht bev\u00f6lkerten \u00f6ffentlichen Orten gez\u00fcndet wurden und jeweils Dutzende von Menschenleben forderten. Erschwerend kam hinzu, dass die Islamisten nun zu Selbstmordattentaten \u00fcbergegangen waren.<\/p>\n<p>H\u00f6hepunkt dieser Methode war eine Geiselnahme vor 20 Jahren im Moskauer Dubrowka-Theater. Nachdem mehr als hundert Menschen ums Leben kamen, wurde jede Verhandlungsoption mit den Terroristen ausgeschlossen und die \u00d6ffentlichkeit stellte sich auf eine kompromisslose Konfrontation ein.<strong><br \/><\/strong><\/p>\n<p><strong>Selbstmordkommando<\/strong><\/p>\n<p>Der kaukasische terroristische Untergrund \u00fcbernahm sehr bald die im Nahen Osten angewandten Taktiken der Selbstmordattentate. In Tschetschenien wurden vor allem M\u00e4dchen in den Tod geschickt. Diese Selbstmordattent\u00e4terinnen wurden in einer Weise umgarnt und beeinflusst, wie es in totalit\u00e4ren religi\u00f6sen Sekten \u00fcblich ist: Das M\u00e4dchen wurde erst mit der Idee indoktriniert, dass sie eine &#8220;Auserw\u00e4hlte&#8221; sei, die bald ins Paradies aufsteigen werde, um Gl\u00fcckseligkeit zu finden, in der Gesellschaft von M\u00e4nnern, die ebenfalls im Namen des Glaubens gestorben sind.<\/p>\n<p>Die Terroristen rekrutierten meist M\u00e4dchen mit schlechter Bildung aus Bergd\u00f6rfern, die in einer streng patriarchalischen Gesellschaft aufgewachsen waren. Viele von ihnen litten unter ernsthaften psychischen Problemen und im Allgemeinen wurden sie auch mit Beruhigungsmitteln ruhig gehalten. Die Vorbereitung zu einem Selbstmordattentat beinhaltete oft auch sexuelle Gewalt. Nach den starren Vorstellungen, die hier im Spiel waren, hatte eine Frau keine Zukunft in diesem Leben und sie konnte ihr Gl\u00fcck nur im Jenseits finden. Nach dem Eintritt in dieses kranke System waren F\u00e4lle, in denen eine rekrutierte Selbstmordattent\u00e4terin \u00fcberlebte, \u00e4u\u00dferst selten. Eigentlich konnte man sie an den Fingern abz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Tschetscheniens ma\u00dfgeblichster und abscheulichster militanter F\u00fchrer, Schamil Bassajew, gr\u00fcndete eine spezielle Gruppe namens Rijadus-Salichin (G\u00e4rten der Tugendhaften), um Terroranschl\u00e4ge und insbesondere Selbstmordattentate zu organisieren. Die Gruppe bestand aus einem kleinen, aber best\u00e4ndigen Kern von Rekrutierern, w\u00e4hrend gew\u00f6hnliche Mitglieder jedoch in rascher Folge verheizt wurden und in den Flammen der Selbstmordexplosionen verdampften.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c397.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c397.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c397.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c397.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c397.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c397.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Schamil Bassajew.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Global Look Press \/ Robert King<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ www.globallookpress.com<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Trotz all dieser gewaltt\u00e4tigen &#8220;Kreativit\u00e4t&#8221; war die Situation f\u00fcr die Terroristen schwierig. Sie verloren im Guerillakrieg allm\u00e4hlich an Boden, ihre Reihen wurden zusehends dezimiert, und kleinere Untergruppen fielen dadurch vollst\u00e4ndig auseinander. Alles, was ihnen blieb, war Terroranschl\u00e4ge zu ver\u00fcben, um die \u00d6ffentlichkeit psychologisch zu brechen und Moskau dazu zu bringen, mit ihnen zu verhandeln.<\/p>\n<p>In dieser neuen Phase des Terrors spielten zwei Personen eine Schl\u00fcsselrolle. Zum einen war da Schamil Bassajew, ein anerkannter Terroristenf\u00fchrer, der 1995 die gr\u00f6\u00dfte erfolgreiche Massengeiselnahme durch tschetschenische Militanten in Budjonnowsk organisiert hatte. Damals erf\u00fcllte Russland die Forderungen der Terroristen, was es den Militanten erm\u00f6glichte, ihre Bewegung vor dem Zusammenbruch zu retten. Und jetzt war das b\u00f6se Genie von Bassajew gefragt, um einen noch grandioseren Angriff zu planen.\u00a0<\/p>\n<p>Zum anderen war da eine weitere wichtige Pers\u00f6nlichkeit, Aslan Maschadow, der als &#8220;moderater&#8221; Kommandant galt. Er wurde gebraucht, damit Russland einen Gespr\u00e4chspartner hatte, der akzeptabel war, um einen Waffenstillstand auszuhandeln. Ohne Maschadow war Bassajew nur ein unbedeutender Schulhofschl\u00e4ger. Umgekehrt jedoch war Maschadow ohne Bassajew ein machtloser K\u00f6nig ohne K\u00f6nigreich, der Moskau keine Verhandlungen aufzwingen konnte.<\/p>\n<p>Bassajew organisierte eine gro\u00dfe Gruppierung f\u00fcr das Aus\u00fcben von Terroranschl\u00e4gen. Die Gruppe umfasste 44 Personen, darunter 22 Selbstmordattent\u00e4terinnen, und wurde von Mowsar Barajew geleitet, dem Neffen von Arbi Barajew, einem hochrangigen Feldkommandanten und pathologischen Sadisten, der zusammen mit Bassajew eine Ausbildung f\u00fcr Selbstmordattent\u00e4ter in Tschetschenien organisiert und sogar seinen eigenen Verwandten als &#8220;M\u00e4rtyrer&#8221; auf eine Selbstmordmission geschickt hatte. Arbi war bereits w\u00e4hrend einer von Russland durchgef\u00fchrten Spezialoperation get\u00f6tet worden, und nun plante sein Neffe, den Onkel zu \u00fcbertreffen. Obwohl Mowsar Barajew Ehrgeiz hatte, fehlte es ihm an Charisma und Intelligenz. Er wollte als autorit\u00e4rer Kommandant hervorstechen, aber Bassajew setzte ihn gerade deshalb an die Spitze seines Trupps, weil er ihn f\u00fcr einen entbehrlichen jungen Mann hielt.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c398.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c398.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c398.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c398.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c398.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c398.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Mowsar Barajew.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Wikipedia<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Rest des Trupps bestand aus der gleichen Art von Leuten. Die H\u00e4lfte waren Selbstmordattent\u00e4terinnen, w\u00e4hrend die meisten M\u00e4nner im Alter von 20 bis 23 Jahren waren. Es gab unter ihnen nur wenige echte Fanatiker, die wussten, dass sie sterben werden, und auch bereit waren, f\u00fcr die Sache zu sterben. Einer von ihnen war Ruslan Elmursajew, der sich um Mowsar Barajew k\u00fcmmern sollte. Die Standardbewaffnung des Trupps bestand haupts\u00e4chlich aus Sturmgewehren vom Typ Kalaschnikow sowie Granaten, w\u00e4hrend die Waffen der Selbstmordattent\u00e4terinnen die an ihren K\u00f6rpern befestigten Sprengg\u00fcrtel und Pistolen waren.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung einer Trag\u00f6die<\/strong><\/p>\n<p>Am Abend des 23. Oktobers 2002 besuchte die Moskauer Journalistin Alexandra Koroljewa im Moskauer Theater auf der Dubrowka das Musical namens &#8220;Nord-Ost&#8221;, eine Auff\u00fchrung, die auf einem sowjetischen Abenteuerroman basiert. Zu ihrem Gl\u00fcck, wie sich sp\u00e4ter herausstellen sollte, f\u00fchlte sie sich pl\u00f6tzlich unwohl und verlie\u00df nach dem ersten Akt die Vorstellung. Die Lobby war voller Menschen und die Atmosph\u00e4re war festlich und entspannt, aber drau\u00dfen fiel vom n\u00e4chtlichen Himmel \u00fcber Moskau\u00a0ein fieser herbstlicher Regen herab. Alexandra kam entsprechend durchgefroren nach Hause, goss sich eine Tasse Tee auf, schaltete das Radio ein und erfuhr dadurch, dass sie ihrem m\u00f6glichen Tod um etwa zehn Minuten entkommen war \u2013 das Theater war von schwer bewaffneten Terroristen gekapert worden.<\/p>\n<p>Ein solch gro\u00dfes Theater bot sich f\u00fcr die Terroristen als lohnendes Ziel an. Ein geschlossener Raum ohne Fenster, in dem Hunderte von Menschen versammelt waren, war aus Sicht der Angreifer ein idealer Ort, um zuzuschlagen. Die\u00a0Informanten von Barajew in Moskau hatten mehrere Geb\u00e4ude ausgekundschaftet. Urspr\u00fcnglich war geplant, das ber\u00fchmte Bolschoi-Theater zu kapern, was jedoch fallen gelassen wurde, weil es zu gut bewacht war. Aber das Theater auf der Dubrowka erschien ihnen ideal, da das Musical Nord-Ost in Moskau zu einem Publikumsmagneten geworden war und somit bei den Auff\u00fchrungen immer sehr viele Besucher anwesend waren.<\/p>\n<p>Die Terroristen kamen in kleinen Gruppen in die Hauptstadt und lie\u00dfen sich in konspirativen Wohnungen nieder, w\u00e4hrend die Waffen und die Sprengstoffe auf separaten Wegen geliefert wurden. Die Kommandeure der Gruppe besuchten mehrere Male Auff\u00fchrungen des Musicals, um das Geb\u00e4ude zu studieren und die Sicherheitsvorkehrungen\u00a0\u2013 die praktisch nicht vorhanden waren \u2013 zu beurteilen.<\/p>\n<p>Am Abend des 23. Oktobers 2002 fuhren die Terroristen in Kleinbussen vor das Theater, gerade als der zweite Akt begann.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c399.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c399.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c399.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c399.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c399.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c399.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Szene aus dem Musical &#8220;Nord-Ost&#8221; nach dem Roman von Weniamin Kawerin &#8220;Die zwei Hauptm\u00e4nner&#8221;.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik \/ Wladimir Wjatkin<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Zuerst nahmen die Zuschauer die Leute, die in Flecktarnmuster die B\u00fchne st\u00fcrmten, f\u00fcr einen Teil der Darstellung wahr. Aber dann wurden die Schauspieler von der B\u00fchne gesto\u00dfen und mehrere Sch\u00fcsse wurden in Richtung Decke abgefeuert, begleitet von Rufen &#8220;Das ist ein \u00dcberfall!&#8221;. Ahnungslose und konsternierte Zuschauer wurden mit Maschinengewehrkolben niedergeschlagen, w\u00e4hrend die wenigen Sicherheitsleute, die nur mit Gaspistolen bewaffnet waren, schnell neutralisiert werden konnten.<\/p>\n<p>Die Terroristen f\u00fchrten ihren Plan reibungslos und effizient durch. Zweiundzwanzig weibliche Terroristen verteilten sich in der Halle, jede mit einem Sprengstoffg\u00fcrtel am K\u00f6rper, der mit Plastiksprengstoff, N\u00e4geln, Schrauben und Metallkugeln bepackt war. Im Theatersaal wurden zudem auch zwei m\u00e4chtige Bomben platziert \u2013 eine in der Mitte des Saals und die zweite auf dem Balkon, w\u00e4hrend mehrere kleinere Sprengs\u00e4tze im Saal herum verteilt wurden. Die Explosionszonen der verschiedenen Sprengs\u00e4tze \u00fcberlappten sich, sodass eine einzige Explosion jeden im Saal treffen und gleichzeitig die hohe Decke des Theaters zum Einsturz bringen w\u00fcrde. 916 Menschen befanden sich nun in den H\u00e4nden von Terroristen.<\/p>\n<p><strong>Die Geiseln<\/strong><\/p>\n<p>In der Konfusion der ersten Minuten konnten viele zu Hause anrufen und ihre Familien kontaktieren. Einem Mann, der zuf\u00e4llig ein Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB war, gelang es, sein Mobiltelefon zu verbergen und eine ganze Weile lang Textnachrichten mit seinen Kollegen au\u00dferhalb des Theaters auszutauschen. Er wurde sp\u00e4ter tot aufgefunden. Eine Frau aus dem Publikum erinnerte sich, dass sie ihren Mann angerufen und versucht hatte, zu erkl\u00e4ren, was passiert ist \u2013 es f\u00fchlte sich einfach surreal an, zu absurd, um wahr zu sein. W\u00e4hrend diese Erfahrung f\u00fcr alle im Saal traumatisch war, war sie f\u00fcr eine einzelne tschetschenische Frau im Publikum besonders entsetzlich: Sie hatte Angst, als Tschetschenin identifiziert und hingerichtet zu werden, weil sie den &#8220;Verrat&#8221; begangen hat, dasselbe Theater wie die Russen besucht zu haben.<\/p>\n<p>Das Dubrowka-Theater ist ein gro\u00dfes Geb\u00e4ude mit kompliziertem, weitl\u00e4ufigem Innenausbau, wodurch man vielen Terroristen, die durch die langen Korridore streiften, leicht ausweichen und sich verstecken konnte. Mehreren Theaterangestellten gelang es, eines der Fenster zu erreichen. Sie knoteten Kleidungsst\u00fccke zu einem improvisierten Seil zusammen und kletterten hinunter. Einer von ihnen st\u00fcrzte, \u00fcberlebte aber mit einem gebrochenen Bein. Sieben Theatertechniker schlossen sich im Theatershop ein. Mitarbeiter eines Teams der Katastrophenbeh\u00f6rde EMERCOM, das am Tatort eintraf, riskierten ihr Leben, um schnell und m\u00f6glichst ger\u00e4uschlos Fenstergitter durchzus\u00e4gen und weitere Menschen herauszuholen. Ein paar weitere Geiseln wurden aus dem zweiten Stock mithilfe einer Leiter gerettet, die zur R\u00fcckseite des Geb\u00e4udes gebracht wurde. Eine Mitarbeiterin fand einen kleinen Raum der Putzmannschaft, schloss sich dort ein, schaltete das Licht aus und blieb die n\u00e4chsten drei Tage m\u00e4uschenstill da drinnen sitzen \u2013 man kann sich kaum vorstellen, was sie durchgemacht hat.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39a.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39a.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39a.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39a.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39a.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39a.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Das Geb\u00e4ude des Dubrowka-Theaters in Moskau.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik \/ Wladimir Astapkowitsch<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><\/strong>In den ersten chaotischen Stunden, bevor die Terroristen das gesamte Geb\u00e4ude unter ihre Kontrolle bringen konnten und bevor drau\u00dfen eine Polizeiabsperrung errichtet wurde, gelang es vielen, aus dem Theater zu fliehen, aber das war auch der Zeitpunkt, an dem sich einige der ersten Trag\u00f6dien ereigneten. Oberst Konstantin Wassiljew betrat das Geb\u00e4ude ohne Begleitung. Er hoffte, zumindest einige Menschen retten zu k\u00f6nnen, indem er sich als wertvolle Geisel im Austausch f\u00fcr Frauen und Kinder anbot. Er wurde von den Terroristen auf der Stelle erschossen.<\/p>\n<p>Eine junge Frau namens Olga Romanowa folgte ebenso einem edlen Impuls, erlitt aber das gleiche Schicksal. Nachdem sie von der Situation erfahren hatte, ging sie ins Theater und begann auf Barajew und seine M\u00e4nner einzureden. Solch ein Vorgehen h\u00e4tte in einem Roman vielleicht funktioniert, aber nicht in der Realit\u00e4t. Die Terroristen haben sie einfach ermordet.<\/p>\n<p>Es gab eine Geisel in der Haupthalle, deren Anwesenheit ironischerweise f\u00fcr viele ein Gl\u00fccksfall war. Georgi Wassiljew war einer der Autoren des Musicals. Er hatte die Chance, zu fliehen, aber da er sich pers\u00f6nlich f\u00fcr die Besucher seines Musicals verantwortlich f\u00fchlte, entschied er sich dagegen. Dies erwies sich als richtige Entscheidung. Wassiljew erinnerte sich sp\u00e4ter:<\/p>\n<p>&#8220;Umgehend kamen da ernsthafte Probleme auf. Zum Beispiel bemerkten die Terroristen pl\u00f6tzlich, dass dicker Rauch aus den gro\u00dfen, schweren Beh\u00e4ltern kam, mit denen sie die B\u00fchnent\u00fcren verbarrikadiert hatten, und sie wussten nicht, was das war. Das waren Nebelmaschinen. Den Terroristen blieb nichts anderes \u00fcbrig, als sich an die Geiseln zu wenden und zu fragen, ob jemand w\u00fcsste, was sie damit anfangen sollten. Zum Gl\u00fcck war ich da und wusste, was zu tun ist. Tats\u00e4chlich denke ich, dass meine Anwesenheit dazu beigetragen hat, viele gef\u00e4hrliche Situationen zu vermeiden. Was als N\u00e4chstes geschah, bewies, dass es m\u00f6glich war, einige Zugest\u00e4ndnisse von den Terroristen zu bekommen. Die optischen Filter begannen zu rauchen und Feuer zu fangen. Der Computer, mit dem die Lichter gesteuert wurden, reagierte nicht und die Filter waren nicht f\u00fcr eine so lange Bestrahlung mit starkem B\u00fchnenlicht ausgelegt. Es roch nach verbrannter Plastik, die Menschen hatten Angst. Die Terroristen versuchten zun\u00e4chst, cool zu wirken, aber ich erkl\u00e4rte ihnen, in was f\u00fcr einer schrecklichen Falle wir alle stecken w\u00fcrden, wenn im Theater ein Feuer ausbrechen sollte. Ich sagte ihnen, dass sie nicht einmal Zeit haben w\u00fcrden, ihre politischen Forderungen zu stellen, in wenigen Minuten tot sein w\u00fcrden, zusammen mit allen anderen. Eingesch\u00fcchtert von diesem Szenario stimmten sie zu, mir ein Funkger\u00e4t zu geben, damit ich mit meinen Leuten im Theater in Kontakt treten konnte, und eine Zeit lang gelang es mir sogar, mit denen au\u00dferhalb in Kontakt zu bleiben. Ich hatte zum Beispiel Kontakt mit unserem technischen Direktor Andrei Jalowitsch aufgenommen, der au\u00dferhalb des Geb\u00e4udes war. Er hat viel getan, um die Geiseln zu befreien. Ich k\u00f6nnte sehr lange \u00fcber diese Episoden sprechen \u2013 diese drei Tage waren voll von solchen Situationen.&#8221;<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39b.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39b.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39b.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39b.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39b.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39b.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Georgi Wassiljew.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik \/ Kirill Kallinikow<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><\/strong><strong>Erste Verhandlungen<\/strong><\/p>\n<p>In der Zwischenzeit begann Barajew seinen blutigen Auftritt in Zusammenarbeit mit Komplizen au\u00dferhalb des Theaters. Der Terrorideologe Mowladi Udugow wurde umgehend von der <em>BBC<\/em> interviewt. Er sprach \u00fcber die guten Absichten der Terroristen, die den Krieg in Tschetschenien beenden wollten. Die Terroristen verstanden durchaus die Bedeutung der Medien. Telefongespr\u00e4che f\u00fcr die Geiseln wurden organisiert, damit sie mit Journalisten sprechen und zu Demonstrationen zur Unterst\u00fctzung f\u00fcr deren Forderungen aufrufen konnten.<\/p>\n<p>Der popul\u00e4re Volkss\u00e4nger Iosif Kobson sprach als Erster mit den Terroristen. Ins Theater wurde der Musiker, der sp\u00e4ter in die Politik ging, vom Korrespondenten der <em>Sunday Times<\/em>, Mark Franchetti, begleitet. Schamil Bassajew drohte, das Geb\u00e4ude mit den Geiseln in die Luft zu sprengen, wenn seine Forderungen nicht innerhalb einer Woche erf\u00fcllt werden. Kobson sprach mit den Anf\u00fchrern der Gruppe und handelte das erste Abkommen aus \u2013 er nahm eine Frau mit zwei Kindern und einem weiteren Baby mit, das sie als ihr eigenes ausgab.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend eines Interviews platzte Barajew heraus, dass der Angriff eine gemeinsame Operation von Schamil Bassajew und Aslan Maschadow sei. Sp\u00e4ter sprach er noch ausf\u00fchrlicher dar\u00fcber, ohne Raum f\u00fcr Zweideutigkeiten zu lassen. Das war nicht gerade angenehm f\u00fcr Maschadow, der im Westen das Image eines &#8220;moderaten&#8221; F\u00fchrers hatte. Der Ausrutscher ging jedoch schnell in der Flut der sich entwickelnden Ereignisse vergessen.<\/p>\n<p>Die russische Regierung versuchte, so viele prominente Pers\u00f6nlichkeiten wie m\u00f6glich in die Verhandlungen einzubeziehen. Nach Kobson, dem Kinderarzt Leonid Roschal und dem jordanischen Arzt Anwar Al-Said betraten noch einige weitere Pers\u00f6nlichkeiten, darunter auch Oppositionelle, das Theater.\u00a0<\/p>\n<p>Der Kinderarzt Roschal kam in Lebensgefahr, w\u00e4hrend er mit den Terroristen verhandelte. Zwei M\u00e4dchen baten um Erlaubnis, auf die Toilette gehen zu d\u00fcrfen, und flohen durch ein Fenster. Es kam in der Folge zu einer kurzen Schie\u00dferei, bei der ein Major der Sondereinheit ALFA seine Deckung aufgeben musste, um das gegnerische Feuer auf sich zu ziehen. Er wurde zwar verwundet, schaffte es aber, selbst einen Terroristen zu verwunden und die Flucht der M\u00e4dchen zu decken. Barajew wurde in der Folge sehr w\u00fctend und drohte, den Arzt zu erschie\u00dfen, beruhigte sich aber wieder, nachdem Roschal den verwundeten Terroristen \u00e4rztlich zu versorgen begann, und lie\u00df den Arzt anschlie\u00dfend auch weitere Geiseln behandeln. Und das keinen Moment zu fr\u00fch \u2013 viele unter ihnen waren bereits in einem kritischen Zustand.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39c.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39c.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39c.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39c.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39c.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bab480cc4c4f43c39c.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Leonid Roschal, Leiter des Moskauer Forschungsinstituts f\u00fcr Notfallchirurgie, erz\u00e4hlt Journalisten, wie er den Geiseln im Theater auf der Dubrowka medizinische Hilfe geleistet hat.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik \/ Wladimir Wjatkin<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><\/strong>Gleichzeitig planten die Sicherheitsbeh\u00f6rden eine St\u00fcrmung des Theaters. Die Gelegenheit f\u00fcr Verhandlungen waren ausgesch\u00f6pft und jede Fortsetzung der Belagerung bedeutete wahrscheinlich den Tod f\u00fcr viele Geiseln. Der FSB war auch besorgt, dass die Terroristen die Nerven verlieren k\u00f6nnten, da die Belagerung des Theaters auch f\u00fcr sie anstrengend war. Die Spezialeinheiten zur Terrorismusbek\u00e4mpfung ALFA und WYMPEL, die zu Sowjetzeiten gegr\u00fcndet wurden, mussten die St\u00fcrmung einleiten.<\/p>\n<p>Die Spezialkommandos begaben sich in ein \u00e4hnlich gestaltetes Theater, das sie vor der St\u00fcrmung als \u00dcbungsort nutzen konnten. Die Positionen der einzelnen Terroristen innerhalb des Geb\u00e4udes wurden ziemlich gut ausgekundschaftet, w\u00e4hrend das Kanalisationssystem und m\u00f6gliche vorhandene Tunnel unter dem Theater analysiert wurden.<\/p>\n<p><strong>H\u00f6llischer Surrealismus<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Geiseln war die Situation von Anfang an sehr prek\u00e4r. Die Terroristen gaben ihnen keine Nahrung und nur sehr wenig Wasser. Die meisten waren dehydriert. Und lange Zeit auf einem Stuhl zu sitzen, ohne aufstehen zu k\u00f6nnen, ist eine intensive k\u00f6rperliche Belastung.<\/p>\n<p>Ein besonders makabres Element der Belagerung war die Idee, den Orchestergraben als Toilette zu nutzen. Dies war extrem erniedrigend, besonders f\u00fcr Frauen, die sie benutzen mussten, w\u00e4hrend sie von Terroristen beobachtet wurden, die durchweg alle M\u00e4nner waren. Aber mit fast tausend Menschen in der Halle verwandelte sich die Grube schnell in eine stinkende Kloake und verpestete die Luft in dem geschlossenen Raum. Irgendwann w\u00e4re es fast sogar zu einem Brand gekommen, nachdem Wassiljew vorgeschlagen hatte, einige Lampen an Notenst\u00e4ndern anzubringen, um den Orchestergraben zu beleuchten, damit die Leute zumindest vermeiden k\u00f6nnten, in F\u00e4kalien zu treten. Eines der Verl\u00e4ngerungskabel verursachte jedoch einen Kurzschluss und die Notenbl\u00e4tter und weitere Stromkabel fingen Feuer. Der Leiter der Abteilung f\u00fcr Elektrizit\u00e4t des Theaters, Alexander Fedjakin, der sich ebenfalls unter den Geiseln befand, rettete den Tag, indem er das Feuer umgehend mit einem Feuerl\u00f6scher l\u00f6schte, den er sich von einer Wand griff.<\/p>\n<p>Die Terroristen heizten diese Atmosph\u00e4re des h\u00f6llischen Surrealismus zus\u00e4tzlich an, indem sie auf der B\u00fchne beteten, religi\u00f6se Lieder sangen und mit ihren Gewehren in die Decke schossen. Die Geiseln standen kurz vor dem Zusammenbruch. An drei Tagen hatten sie jeweils etwa vier Deziliter an Wasser und der Gestank aus dem Orchestergraben verursachte selbst bei denen, die ein Dutzend Reihen entfernt sa\u00dfen, schwere k\u00f6rperliche Leiden.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39d.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39d.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39d.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39d.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39d.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39d.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Szenenbild aus dem Film &#8220;Die letzte Herausforderung&#8221; (2019), Regie: Alexei Petruchin.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Russian film group, Startfilm<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><\/strong><strong>Die St\u00fcrmung<\/strong><\/p>\n<p>In den fr\u00fchen Morgenstunden des 26. Oktobers verlor eine der Geiseln vollst\u00e4ndig die Fassung. Er rannte durch die Halle. Die Terroristen er\u00f6ffneten das Feuer auf ihn und in der Folge wurde zus\u00e4tzlich eine weitere Geisel get\u00f6tet. In diesem Moment waren die Beamten der Sondereinheiten ALFA und WYMPEL bereits auf dem Weg zum Auditorium. Insgesamt 180 Beamte nahmen an der Operation teil.<\/p>\n<p>Aufgrund der betr\u00e4chtlichen Gr\u00f6\u00dfe konnten die Terroristen nicht den gesamten Umfang des Geb\u00e4udes kontrollieren. Au\u00dferdem waren die weiblichen Selbstmordattent\u00e4ter in der Theaterhalle versammelt, wo sie sich die ganze Zeit aufhielten, und die restlichen 22 M\u00e4nner waren eine kleine Truppe. Dadurch konnten die Spezialeinheiten unbemerkt vorr\u00fccken.<\/p>\n<p>Der erste Trupp von ALFA betrat das Geb\u00e4ude durch eine Schwulenbar, die sich neben dem Theater befand. Sobald alle drinnen waren, sammelte sich der Trupp in Vorbereitung auf den Zugriff. Eine weitere Einheit betrat das Geb\u00e4ude aus dem Keller, angef\u00fchrt von lokalen Kennern des urbanen Untergrunds Moskaus. Und zu diesem Zeitpunkt wurde auch eine Entscheidung getroffen, die bis heute als der umstrittenste Teil des Plans f\u00fcr den Zugriff gilt.<\/p>\n<p>Die Art und Weise, wie Bomben und Sprengk\u00f6rper im gesamten Auditorium platziert worden waren, machte die Option einer erfolgreichen klassischen Sturmoperation scheinbar unm\u00f6glich. Daher wurde entschieden, ein auf Fentanyl basierendes Schlafmittel einzusetzen. Mit diesem Plan hoffte man, dass die Terroristen keine Zeit haben w\u00fcrden, das Geb\u00e4ude in die Luft zu sprengen. F\u00fcr einige der dort festgehaltenen Geiseln bedeutete dies jedoch auch den sicheren Tod. Die Wirkung von Schlafgas kann auf Menschen sehr unterschiedlich sein, ganz zu schweigen vor dem Hintergrund der zus\u00e4tzlichen Dimension der mentalen und emotionalen Ersch\u00f6pfung der Geiseln. Diejenigen, die die Angriffsoperation planten, glaubten jedoch, dass dies der einzige Weg sei: Die Terroristen mussten eingeschl\u00e4fert oder handlungsunf\u00e4hig gemacht werden, zumindest einige von ihnen, sonst w\u00fcrde das Geb\u00e4ude in die Luft gesprengt und das Leben aller darin eingeschlossenen Menschen w\u00e4re vorbei.<\/p>\n<p>Das Gas wurde in das Bel\u00fcftungssystem des Theaters gepumpt, w\u00e4hrend sich eine Gruppe der Sondereinsatzkr\u00e4fte mit Absicht vor der Fassade des Geb\u00e4udes zeigte, um die Aufmerksamkeit der Terroristen abzulenken.<\/p>\n<p>Danach entwickelte sich die Situation rasant.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39e.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39e.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39e.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39e.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39e.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39e.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Russische Spezialeinheiten st\u00fcrmen am fr\u00fchen 26. Oktober 2002 das Dubrowka-Theater in Moskau, wo tschetschenische Separatisten seit dem 23. Oktober etwa 700 Theaterbesucher als Geiseln halten.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Alexander Nemenow \/ AFP<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ AFP<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><\/strong>Die m\u00e4nnlichen Terroristen st\u00fcrmten aus dem Auditorium zu den Fenstern, w\u00e4hrend gleichzeitig eine Gruppe Sondereinheiten aus dem Keller hereinst\u00fcrmte. Ihre Aufgabe war es, die Selbstmordattent\u00e4terinnen zu neutralisieren, was der riskanteste Teil der ganzen Operation war. Einige von ihnen waren bereits durch das eingestr\u00f6mte Schlafgas eingenickt, andere waren durch das Gas verwirrt und orientierungslos, so wie die meisten Geiseln auch. Die Beamten des Sonderkommandos ALFA mussten rasch handeln, da die Selbstmordattent\u00e4terinnen inmitten der Geiseln sa\u00dfen. Um sich in die Luft jagen zu k\u00f6nnen, mussten sie blo\u00df einen Z\u00fcnder in ihre Sprengstoffwesten einlegen und zwei Dr\u00e4hte verbinden. Und einige der Terroristen hatten die Z\u00fcnder bereits eingelegt.<\/p>\n<p>Die M\u00e4nner von ALFA waren jedoch schnell und effizient. Keinem der Terroristen im Auditorium gelang es, das Feuer zu er\u00f6ffnen oder eine Bombe zu z\u00fcnden. Sp\u00e4ter wurden Vorw\u00fcrfe gegen die Spezialkr\u00e4fte laut, weil sie keine Terroristen lebend gefangen nahmen. Es w\u00e4re jedoch lebensgef\u00e4hrlich gewesen, so etwas wie eine &#8220;scharfe Bombe&#8221; am Leben zu lassen, daher wurden alle Selbstmordattent\u00e4terinnen auf der Stelle get\u00f6tet, einschlie\u00dflich derjenigen, die bereits schliefen.<\/p>\n<p>Zur gleichen Zeit entwickelte sich au\u00dferhalb des Zuschauerraums ein kurzes, aber intensives Gefecht. Die Terroristen, die zu den Fenstern gest\u00fcrmt waren, wo ein vorget\u00e4uschter Angriff inszeniert worden war, wurden durch Scharfsch\u00fctzen liquidiert. Mowsar Barajew versuchte, aus dem Raum, in dem er sich verschanzt hatte, zur\u00fcckzuschie\u00dfen, wurde aber schlie\u00dflich von einer Handgranate get\u00f6tet, die in den Raum geschleudert wurde.<strong><br \/><\/strong><\/p>\n<p><strong>Tragische Ergebnisse<\/strong><\/p>\n<p>Zur gro\u00dfen Best\u00fcrzung und als Qual f\u00fcr das ganze Land war das Ergebnis der Rettungsaktion weniger zufriedenstellend als die Operation der Sonderkommandos, die im Dubrowka-Theater durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Es ist viel dar\u00fcber geschrieben worden, dass Sanit\u00e4ter angeblich nicht dar\u00fcber aufgekl\u00e4rt wurden, welche Art von Schlafgas verwendet wurde. In Wirklichkeit aber waren die Dinge komplizierter. Es gab eine schlechte Koordination zwischen den Spezialeinheiten, Rettungssanit\u00e4tern und \u00c4rzten, was w\u00e4hrend der Evakuierung zu einem Moment des Chaos und zu Verwechslungen f\u00fchrte. Infolgedessen erhielten einige Geiseln kein Gegenmittel, w\u00e4hrend andere das Pech hatten, zwei Dosen zu erhalten, die wahrscheinlich t\u00f6dlich waren. Dar\u00fcber hinaus waren viele Menschen w\u00e4hrend der Belagerung so dehydriert und hatten\u00a0derartig\u00a0gelitten, dass sie dennoch verstarben, selbst wenn jede Hilfe korrekt verabreicht wurde.<\/p>\n<p>Und es dauerte lange, bis gen\u00fcgend Krankenwagen vor Ort ankamen. Die Erfahrungen aus fr\u00fcheren Terroranschl\u00e4gen hatten gezeigt, dass Funkgespr\u00e4che die Terroristen darauf aufmerksam machen konnten, dass das Geb\u00e4ude gest\u00fcrmt werden w\u00fcrde, also wurde den Sanit\u00e4tern diesmal erst im letzten Moment gesagt, dass sie zum Dubrowka-Theater fahren sollen.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39f.jpg 850w,\n                http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39f.jpg 1960w,\n            \" ><source data-srcset=\" \nhttp:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39f.jpg 460w,\n              http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39f.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39f.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/11\/636409bcb480cc4c4f43c39f.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Nach der St\u00fcrmung des Theaters auf der Dubrowka finden sich Krankenwagen in der Melnikow-Stra\u00dfe in Moskau ein.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik \/ Alexander Poljakow<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><\/strong>Obwohl w\u00e4hrend des Zugriffs der Sondereinsatzkr\u00e4fte keine Geiseln get\u00f6tet wurden, starben viele in der Folge darauf. Die Gesamtzahl der Todesopfer, einschlie\u00dflich der von den Terroristen vor dem Zugriff get\u00f6teten Geiseln, stieg letztlich auf 130, wobei die meisten dieser Todesf\u00e4lle auf Gasvergiftungen zur\u00fcckzuf\u00fchren waren, die durch Stress, Dehydration, bereits bestehende Erkrankungen und Tage extremer k\u00f6rperlicher Belastungen verschlimmert wurden.<\/p>\n<p>Fast umgehend wiesen Beobachter darauf hin, dass eine bessere Koordination und eine effizientere Bem\u00fchung zur Evakuierung viel mehr Leben gerettet h\u00e4tten. In seiner Ansprache an die Nation, die der Trag\u00f6die des Dubrowka-Theaters gewidmet war, sagte Pr\u00e4sident Wladimir Putin:<\/p>\n<p>&#8220;Wir konnten nicht alle retten. Vergeben Sie uns.&#8221;<\/p>\n<p>F\u00fcr die Russen war die Geiselnahme in vielerlei Hinsicht eine Offenbarung \u00fcber Land und Leute. Zugegeben, es kamen viele harte Fragen auf und wenig schmeichelhafte Antworten zur Handhabung der Rettungsaktion. Doch es gab auch die andere Seite der Medaille. Die Terroristenbande wurde vollst\u00e4ndig ausgel\u00f6scht und das schlimmste Szenario konnte abgewendet werden, denn das Geb\u00e4ude war eine Zeit lang nur Sekunden von der vollst\u00e4ndigen Zerst\u00f6rung entfernt.<\/p>\n<p>Die Menschen im Theater und in der russischen Gesellschaft insgesamt zeigten viel Mut, Durchhalteverm\u00f6gen und Selbstlosigkeit. Theaterangestellte, die sich nie freiwillig als Helden gemeldet hatten, leisteten den Geiseln wichtige Unterst\u00fctzung. Fast alle Politiker und Pers\u00f6nlichkeiten des \u00f6ffentlichen Lebens, die an den Verhandlungen teilgenommen haben, leisteten vorbildliche Arbeit, obwohl sie unterschiedliche, oft diametral entgegengesetzte Ansichten und Agenden hatten. Es gab selbstverst\u00e4ndlich Ausnahmen, und viele waren sp\u00e4ter w\u00fctend auf die Journalisten, die gleich zu Beginn den Zugriff der Sondereinsatzkr\u00e4fte live im Fernsehen zeigten \u2013 eine \u00dcbertragung, die m\u00f6glicherweise auch von den Terroristen h\u00e4tte gesehen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Andere Medienvertreter jedoch nahmen an Verhandlungen teil und halfen, Essen und Wasser zu den Geiseln zu bringen, die sich ebenfalls sehr unterst\u00fctzten und sich gegenseitig halfen, diese drei Tage in der H\u00f6lle zu \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Der Terroranschlag hat die Regierung letztendlich nicht dazu gezwungen, mit den Terroristen aus dem Kaukasus zu verhandeln.<\/p>\n<p>Die Geiselnahme von Dubrowka hat damals viele Schw\u00e4chen Russlands offengelegt und war eine verheerende Trag\u00f6die. Es war jedoch auch eine Zeit, in der die Regierung und die \u00d6ffentlichkeit ein Ma\u00df an Mut und gegenseitiger Unterst\u00fctzung zeigten, das in der post-sowjetischen Zeit neue Wege er\u00f6ffnete.<\/p>\n<p><em>Aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rt.com\/russia\/565120-bloody-musical-how-russia-survived\/\">Englischen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Jewgeni Norin<\/strong> ist ein russischer Historiker mit Fokus auf Russlands Kriege und internationale Politik.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/freeassange.rtde.me\/meinung\/149097-terrorismus-made-in-ukraine-schuchtert\/\">Terror &#8220;Made in Ukraine&#8221; l\u00e4sst Russen unbeeindruckt<\/a><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/russland\/153375-wie-terroristischer-anschlag-zu-meilenstein\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwanzig Jahre nach der terroristischen Geiselnahme im Moskauer Dubrowka-Theater: Die Welt war schockiert, nachdem islamistische Terroristen einen gut besuchten Veranstaltungsort kaperten und hunderte Geiseln nahmen. 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