{"id":21952,"date":"2022-10-28T18:12:27","date_gmt":"2022-10-28T16:12:27","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/"},"modified":"2022-10-28T18:12:27","modified_gmt":"2022-10-28T16:12:27","slug":"kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/","title":{"rendered":"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/635bfd8648fbef4031002d58.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier hat die Deutschen in einer Grundsatzrede auf eine schwierigere Zukunft eingestimmt und von ihnen &#8220;Widerstandsgeist&#8221; gegen Russland gefordert. Man k\u00f6nne dem &#8220;verbrecherischen Angriff&#8221; auf die Ukraine nicht zuschauen. Hier die Rede im Wortlaut.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Bundespr\u00e4sident Frank-Walter\u00a0Steinmeier sprach am Freitag im Schloss Bellevue in Berlin bei einer Veranstaltung mit der Deutschen Nationalstiftung. Unter den Zuh\u00f6rern waren auch die fr\u00fcheren Bundespr\u00e4sidenten Joachim Gauck und Christian Wulff. Die gut 40-min\u00fctige Ansprache trug den Titel &#8220;Alles st\u00e4rken, was uns verbindet&#8221;. Mehrfach wandte sich Steinmeier mit der Formulierung &#8220;liebe Landsleute&#8221; direkt an die B\u00fcrger. Wir dokumentieren die Rede im Wortlaut.<\/em><\/p>\n<p>Jeder Mensch in unserem Land, der am 24. Februar aufwachte und die Bilder sah von Raketeneinschl\u00e4gen in Kiew, von Panzerkolonnen auf ukrainischen Stra\u00dfen, von der russischen Invasion auf breitester Front \u2013 jeder, der mit diesen Bildern erwachte, wusste: An diesem Morgen war die Welt eine andere geworden.<\/p>\n<p>F\u00fcr niemanden ist der Schrecken dieses Morgens so entsetzlich wie f\u00fcr die Menschen in der Ukraine selbst. Mit einigen von ihnen sa\u00df ich am Dienstag in Korjukiwka, einer kleinen Stadt nahe der wei\u00dfrussischen Grenze, zusammen in einem Luftschutzkeller. Diese Menschen erz\u00e4hlten mir ihre Geschichten, sie erz\u00e4hlten mir, wie dieser 24. Februar, wie der Schrecken des Krieges in ihr ganz normales Leben brach: der ungeheure L\u00e4rm der Einschl\u00e4ge, der Rauch, das Feuer, ihre pure Angst \u2013 diese Frauen und M\u00e4nner zitterten, als sie mir davon berichteten. Eine \u00e4ltere Frau erz\u00e4hlte, wie sie mit ihrem Enkel die schier endlose Kette von russischen Panzern, Lastern und Kriegsger\u00e4t vorbeirollen sah und der Enkel sie ansah und fragte:\u00a0&#8220;Oma, m\u00fcssen wir jetzt sterben?&#8221;\u00a0Die Gro\u00dfmutter konnte ihm die Frage nicht beantworten \u2013 und das treibt ihr noch heute die Tr\u00e4nen in die Augen.<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, jede und jeder von Ihnen erinnert sich an diesen 24. Februar. Auch ich. Das Sirenengeheul, der dunkle Rauch \u00fcber Kiew, die schrecklichen Bilder dieses Morgens, sie gingen und gehen mir unter die Haut. Und sie markierten das endg\u00fcltige, bittere Scheitern jahrelanger politischer Bem\u00fchungen, auch meiner, genau diesen schrecklichen Moment zu verhindern.<\/p>\n<p>Der 24. Februar war ein Epochenbruch. Er hat auch uns in Deutschland in eine andere Zeit, in eine \u00fcberwunden geglaubte Unsicherheit gest\u00fcrzt: eine Zeit, gezeichnet von Krieg, Gewalt und Flucht, von Sorge vor der Ausbreitung des Krieges zum Fl\u00e4chenbrand in Europa. Eine Zeit schwerer wirtschaftlicher Verwerfungen, Energiekrise und explodierender Preise. Eine Zeit, in der unser Erfolgsmodell der weltweit vernetzten Volkswirtschaft unter Druck geraten ist. Eine Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt, das Vertrauen in Demokratie, mehr noch: das Vertrauen in uns selbst Schaden genommen hat.<\/p>\n<p>Politik kann keine Wunder vollbringen. Niemand, auch kein Bundespr\u00e4sident, kann in dieser zutiefst unsicheren Zeit alle Sorgen nehmen. Im Gegenteil: Ich glaube, dass viele der Sorgen berechtigt sind. Wir erfahren die tiefste Krise, die unser wiedervereintes Deutschland erlebt.<\/p>\n<p>Aber ich bin \u00fcberzeugt: Wenn wir uns diesen Moment, diesen Epochenbruch bewusst machen, wenn wir uns einen Begriff machen von dem Zeitalter, das zu Ende gegangen ist, und dem neuen Zeitalter, das begonnen hat \u2013 dann, und nur dann, sch\u00e4rfen wir unseren Blick f\u00fcr das, was jetzt von uns verlangt ist, und ich bin sicher: Dann m\u00fcssen wir dieser neuen Zeit nicht angstvoll oder gar wehrlos entgegensehen.<\/p>\n<p>Die Jahre vor dem 24. Februar waren f\u00fcr Deutschland eine Epoche im R\u00fcckenwind. Es waren Jahre, gepr\u00e4gt vom Gl\u00fccksmoment der Deutschen Einheit, vom friedlichen Abzug der sowjetischen Truppen, vom Ende der Blockkonfrontation und dem Zusammenwachsen Europas. Es waren Jahre der Friedensdividende, von der wir Deutsche in der Mitte des vereinten Europas reichlich profitiert haben.<\/p>\n<p>Und vielleicht auch das: Unser eigenes deutsches Gl\u00fcck pr\u00e4gte unseren Blick auf die Welt. Wir setzten darauf, dass wir von Freunden umgeben und der Krieg in Europa jedenfalls unvorstellbar geworden sei. Freiheit und Demokratie schienen \u00fcberall auf dem Vormarsch, Handel und Wohlstand in alle Richtungen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Trotz aller Krisen jener Zeit und obwohl nat\u00fcrlich nicht alles gelungen ist, was wir uns erhofft haben: Diese Jahre waren gute Jahre! Deutschland, ein Land mit dieser dunklen Geschichte, war hineingewachsen in die Gemeinschaft der Staaten, respektiert, sogar beliebt bei den Partnern, mit wachsenden Gestaltungsspielr\u00e4umen, auch wachsender Verantwortung in der Welt.<\/p>\n<p>Und: Deutschland, ein Land so klein im Weltma\u00dfstab und praktisch ohne eigene Ressourcen und Bodensch\u00e4tze, war eine starke, moderne, global vernetzte Volkswirtschaft geworden \u2013 dank guter Bildung und Ausbildung, der Bereitschaft zu Reformen und Handelsbeziehungen in die ganze Welt.<\/p>\n<p>Deshalb sage ich: Diese Jahre mit R\u00fcckenwind, sie waren gute Jahre. Nichts ist uns in den Scho\u00df gefallen. Wir haben gearbeitet f\u00fcr Frieden und Wohlstand. Wir haben auf internationale Kooperation gesetzt und nach Regeln gespielt.<\/p>\n<p>Dann kam der 24. Februar. Am 24. Februar hat Putin nicht nur Regeln gebrochen und das Spiel beendet. Nein, er hat das ganze Schachbrett umgeworfen!<\/p>\n<p>Russlands brutaler Angriffskrieg in der Ukraine hat die europ\u00e4ische Sicherheitsordnung in Schutt und Asche gelegt. In seiner imperialen Besessenheit hat der russische Pr\u00e4sident das V\u00f6lkerrecht gebrochen, Grenzen in Frage gestellt, Landraub begangen. Der russische Angriff ist ein Angriff auf alle Lehren, die die Welt aus zwei Weltkriegen im vergangenen Jahrhundert gezogen hatte.<\/p>\n<p>Heute sind diese gemeinsamen friedenswahrenden Lehren verblasst. An die Stelle des Austausches, der Suche nach dem Verbindenden tritt mehr und mehr das Ringen um Dominanz. Chinas wirtschaftlicher und politischer Machtanspruch ist darin ein zentraler Faktor. Dieses Ringen wird die Zukunft der internationalen Beziehungen auf lange Sicht pr\u00e4gen. Die traurige Wahrheit ist leider: Die Welt ist auf dem Weg in eine Phase der Konfrontation \u2013 obwohl sie doch dringender denn je auf Kooperation angewiesen w\u00e4re. Klimawandel, Artensterben, Pandemien, Hunger, Migration, nichts davon l\u00e4sst sich l\u00f6sen ohne die Bereitschaft und den Willen zu internationaler Zusammenarbeit. Und deshalb darf das Bem\u00fchen darum\u2013 trotz Krise und Krieg \u2013 nicht aufgegeben werden!<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr uns in Deutschland? Meine Antwort ist: Es kommen h\u00e4rtere Jahre, raue Jahre auf uns zu. Die Friedensdividende ist aufgezehrt. Es beginnt f\u00fcr Deutschland eine Epoche im Gegenwind.<\/p>\n<p>Um in dieser Zeit zu bestehen, k\u00f6nnen wir auf die Kraft und St\u00e4rke bauen, die wir uns in den vergangenen Jahren erarbeitet haben. Und helfen werden uns Erfahrungen, die wir bei der \u00dcberwindung anderer schwerer Krisen gemacht haben. Vergessen wir \u2013 bei allen Sorgen \u2013gerade jetzt nicht: Wir sind wirtschaftlich stark, st\u00e4rker als viele andere. Wir haben gute Forschung, starke Unternehmen und einen leistungsf\u00e4higen Staat. Wir haben eine gro\u00dfe und starke Mitte in unserer Gesellschaft.<\/p>\n<p>Aber zu den St\u00e4rken, die uns bislang geholfen haben, muss etwas hinzukommen: Wir m\u00fcssen konfliktf\u00e4hig werden, nach innen wie nach au\u00dfen. Wir brauchen den Willen zur Selbstbehauptung, und wir brauchen auch die Kraft zur Selbstbeschr\u00e4nkung. Wir brauchen keine Kriegsmentalit\u00e4t \u2013 aber wir brauchen Widerstandsgeist und Widerstandskraft!<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt zuallererst eine starke und gut ausgestattete Bundeswehr. Diese Erwartung haben unsere B\u00fcrger, und die haben auch unsere Nachbarn und Partner. Wir sind das starke Land in der Mitte Europas. Wir sind in der Pflicht, unseren Beitrag zur B\u00fcndnisverteidigung zu leisten \u2013 heute viel mehr als in einer Zeit, in der andere, vor allem die\u00a0USA, die sch\u00fctzende Hand \u00fcber uns gehalten haben. Wir konnten uns lange auf andere verlassen und k\u00f6nnen das auch weiterhin, aber jetzt m\u00fcssen sich andere auch auf uns verlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich versichere unseren Partnern: Deutschland nimmt seine Verantwortung an, in der NATO und in Europa. Das zeigen die sicherheitspolitischen Entscheidungen der Bundesregierung seit der Zeitenwende vom 24. Februar. Das zeigt vor allem aber auch die breite \u00f6ffentliche Zustimmung, mit der diese Entscheidungen getragen werden.<\/p>\n<p>Und \u2013 das ist mir besonders wichtig \u2013 das zeigt vielleicht auch die wachsende Aufmerksamkeit und der wachsende Respekt f\u00fcr die Bundeswehr in der Breite der Gesellschaft. Endlich, sage ich. Das ist h\u00f6chste Zeit. Diese Gesellschaft braucht eine starke Bundeswehr \u2013 aber die Bundeswehr braucht auch eine Gesellschaft, die ihr den R\u00fccken st\u00e4rkt. Daf\u00fcr werde ich als Bundespr\u00e4sident weiter einstehen.<\/p>\n<p>Konfliktf\u00e4higkeit und Widerstandskraft erfordern noch mehr als das. In dem Ma\u00dfe, in dem die Erwartungen an uns wachsen, wird auch die Kritik an uns zunehmen. Damit m\u00fcssen wir erwachsen umgehen und nicht jede Kritik von au\u00dfen umgehend als Munition in der innenpolitischen Auseinandersetzung missbrauchen.<\/p>\n<p>Dass ein Land wie unseres in der Kritik steht, daran werden wir uns gew\u00f6hnen m\u00fcssen. Schauen wir auf die\u00a0USA, die haben viel \u00dcbung darin. Die\u00a0USA\u00a0sind globale F\u00fchrungsmacht. Sie werden kritisiert f\u00fcr das, was sie tun, und das, was sie nicht tun. Sie k\u00f6nnen nicht auf andere zeigen oder h\u00f6here Instanzen anrufen. Sie m\u00fcssen wissen, was sie tun und warum.<\/p>\n<p>Und Deutschland? Nein, Deutschland ist keine globale F\u00fchrungsmacht. Aber wir sind einer der Gro\u00dfen in Europa. Von uns wird F\u00fchrung erwartet, F\u00fchrung im Interesse Europas. Entscheidend ist nicht der Applaus des Publikums. Entscheidend ist die St\u00e4rkung Europas. Je unsicherer die Welt um uns herum, desto sicherer m\u00fcssen wir uns \u00fcber diesen gemeinsamen Weg sein.<\/p>\n<p>Zu einem offenen Blick in die neue Zeit geh\u00f6ren auch schwierige Fragen an uns selbst. Die Welt seit dem Epochenbruch ist eine andere \u2013 und das bedeutet, dass wir von alten Denkmustern und Hoffnungen Abschied nehmen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das gilt ganz besonders f\u00fcr unseren Blick auf Russland. Ich wei\u00df, dass sich viele Menschen in unserem Land Russland und seinen Menschen verbunden f\u00fchlen, russische Musik und Literatur lieben. In Ostdeutschland kommen ganz unterschiedliche, h\u00f6chst kontroverse Erinnerungen an vierzig Jahre Geschichte hinzu, die bis heute nachwirken. Im Osten und im Westen sind wir dankbar f\u00fcr das Wunder der Wiedervereinigung und vergessen nicht, dass wir Michail Gorbatschow verdanken, dass sie friedlich blieb.<\/p>\n<p>Dass die sowjetischen Truppen ohne einen Schuss abzugeben nach Hause zur\u00fcckgekehrt sind, das hat viel Hoffnung auf eine friedliche Zukunft gemacht. Und diese Hoffnung hatte auch ich, und sie war Antrieb f\u00fcr meine Arbeit in vielen Jahren.<\/p>\n<p>Aber wenn wir auf das Russland von heute schauen, dann ist eben kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume. Unsere L\u00e4nder stehen heute gegeneinander.<\/p>\n<p>Putin f\u00fchrt eine Invasionsarmee, und die Ukrainer verteidigen ihr Land, das sie seit ihrer Unabh\u00e4ngigkeit, seit drei\u00dfig Jahren aufbauen. Russlands Angriffskrieg hat Gorbatschows Traum vom\u00a0&#8220;gemeinsamen Haus Europa&#8221;\u00a0zertr\u00fcmmert. Es ist ein Angriff auf das Recht, auf die Prinzipien von Gewaltverzicht und unverletzlicher Grenzen. Er ist ein Angriff auf alles, wof\u00fcr auch wir Deutsche stehen. Wer also schulterzuckend fragt\u00a0&#8220;Was geht denn dieser Krieg uns hier in Deutschland an?&#8221;, der redet \u2013 wie ich finde \u2013 unverantwortlich, aber vor allem geschichtsvergessen. Mit dieser Haltung k\u00f6nnen wir als Deutsche in Europa nicht bestehen \u2013 diese Haltung ist falsch!<\/p>\n<p>Und deshalb, lieber Herr Botschafter Makeiev, unterst\u00fctzen wir die Ukraine, solange es n\u00f6tig sein wird. Wir unterst\u00fctzen sie milit\u00e4risch \u2013 Ihr Pr\u00e4sident hat mir gerade berichtet, wie lebensrettend die deutschen Luftverteidigungssysteme sind. Wir unterst\u00fctzen sie auch finanziell und politisch. Wir unterst\u00fctzen sie ganz akut beim schnellen Wiederaufbau nach Russlands wirklich niedertr\u00e4chtigen Angriffen auf Strom, Heizung, warmes Wasser, auf alle lebenswichtigen Infrastrukturen vor dem nahenden Winter.<\/p>\n<p>Und ich rede nicht nur, Herr Botschafter, \u00fcber Unterst\u00fctzung durch Politik. Es gibt so viele Menschen in Deutschland, die mithelfen, die Fl\u00fcchtlinge aufgenommen haben oder ihnen auf dem Weg in unsere Schulen, \u00c4mter und Betriebe zur Seite stehen. Es gibt unz\u00e4hlige zivilgesellschaftliche Initiativen, St\u00e4dtepartnerschaften, kommunale Netzwerke, die ganz konkret in der Ukraine Hilfe leisten. Daf\u00fcr m\u00f6chte ich Ihnen allen in unserem Land heute danken, Ihnen allen, die diese lebenswichtige Hilfe leisten und daf\u00fcr sorgen, dass sie weitergeht \u2013 meinen aufrichtigen Dank f\u00fcr das, was Sie tun!<\/p>\n<p>Und weil dieser Krieg auch uns betrifft, f\u00fchrt auch an wirtschaftlichem Druck auf Russland kein Weg vorbei. Das sage ich denen, die mich fragen, warum wir denn Lasten tragen sollen f\u00fcr den Krieg in einem anderen Land.\u00a0&#8220;Schaden die Sanktionen nicht vielmehr uns selbst? K\u00f6nnen wir sie nicht einfach sein lassen?&#8221;\u00a0Solche Fragen h\u00f6re ich h\u00e4ufig in diesen Tagen, und ich will sie gar nicht abtun, denn die \u00c4ngste, die dahinterstehen, sind real. Was ich sagen will: Wir m\u00fcssen diese Fragen beantworten.<\/p>\n<p>Sanktionen, Abbruch von Kontakten, Waffenlieferungen in einen tobenden Krieg: Nichts davon ist Alltag, nichts davon vertr\u00e4gt sich mit unseren bisherigen Vorstellungen von einem friedlichen Miteinander. Aber wir leben eben nicht in einer idealen Welt, wir leben im Konflikt. Und daf\u00fcr brauchen wir Konfliktinstrumente. Und ja, Sanktionen haben Kosten, auch f\u00fcr uns. Was w\u00e4re denn die Alternative? Tatenlos diesem verbrecherischen Angriff zuschauen? Einfach weitermachen, als w\u00e4re nichts geschehen? Es ist doch unser Interesse, dass wir uns mit unseren Partnern Russlands Rechtsbruch entgegenstemmen. Es ist unser Interesse, dass wir uns aus Abh\u00e4ngigkeiten von einem Regime l\u00f6sen, das Panzer rollen l\u00e4sst gegen ein Nachbarland und Energie als Waffe benutzt. Es ist unser Interesse, uns selbst zu sch\u00fctzen und unsere Verwundbarkeit zu reduzieren. Niemand hat das klarer und k\u00fcrzer gesagt als die estnische Ministerpr\u00e4sidentin vor Kurzem:\u00a0&#8220;Energie mag teurer werden, aber die Freiheit ist unbezahlbar.&#8221;<\/p>\n<p>Ich habe gesagt: Wir leben im Konflikt, und dieser Krieg geht uns etwas an. Aber ebenso wichtig ist mir: Unser Land ist nicht im Krieg. Und wir wollen auch nicht, dass sich das \u00e4ndert. Eine Ausweitung des Krieges, gar eine nukleare Eskalation, die muss verhindert werden.<\/p>\n<p>Und ich wei\u00df, viele Menschen in unserem Land sehnen sich nach Frieden. Einige glauben, es fehle an ernsthaften Bem\u00fchungen unsererseits, ja gar an Bereitschaft zum Verhandeln. Ich kann Ihnen versichern: Niemandem, der bei Sinnen ist, fehlt der Wille. Aber die Wahrheit ist: Im Angesicht des B\u00f6sen reicht eben guter Wille nicht aus.<\/p>\n<p>Denn nichts anderes sind Russlands brutale Attacken in den letzten acht Monaten: niedertr\u00e4chtig und menschenverachtend. Ein vermeintlicher Friede, der solches Handeln belohnt, ein Friede, der Putins Landraub besiegelt, ist kein Friede. Er w\u00fcrde f\u00fcr viele Menschen in der Ukraine eine Schreckensherrschaft bedeuten, w\u00fcrde sie der Willk\u00fcr und Gewalt der russischen Besatzer \u00fcberlassen. Schlimmer noch: Ein solcher Scheinfriede w\u00fcrde Putins Hunger noch vergr\u00f6\u00dfern. Moldawien und Georgien, auch unsere Partner im Baltikum leben in Angst.<\/p>\n<p>Auch die Menschen in der Ukraine, die Frauen und M\u00e4nner und Kinder, die t\u00e4glich vor den russischen Raketenangriffen in die Keller fl\u00fcchten, auch die w\u00fcnschen sich Frieden, dringlicher noch als wir. Aber sie haben doch recht, wenn sie sagen: Der Friede, den wir uns ersehnen, muss ein gerechter Friede sein. Ein Friede, der die Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit der Ukraine bewahrt. Ein ungerechter Friede ist keine L\u00f6sung, weil er den Keim neuer Gewalt in sich tr\u00e4gt. Mehr noch, ein ungerechter Friede w\u00fcrde all jene auf der Welt best\u00e4rken, deren Machthunger kein Recht und keine Regeln kennt. Das kann nicht in unserem Interesse sein.<\/p>\n<p>Den Frieden wollen, aber Waffen ins Kampfgebiet liefern; eine Kriegspartei unterst\u00fctzen, aber selbst nicht im Krieg sein; Sanktionen gegen andere beschlie\u00dfen, aber auch selbst darunter leiden \u2013 ja, das sind Widerspr\u00fcche, und ich h\u00f6re jeden Tag, wie viele Deutsche daran zweifeln, manche sogar verzweifeln.<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr uns Deutsche eine Zerrei\u00dfprobe. Der Gegenwind bl\u00e4st tief hinein in unser Land. Die neue Zeit fordert uns heraus wie lange nicht mehr. Es ist eine Zerrei\u00dfprobe, die uns auch keiner abnimmt und f\u00fcr die es keinen einfachen Ausweg gibt. Wie k\u00f6nnen wir das bestehen als Land, das selbst verunsichert ist? Woher nehmen wir die St\u00e4rke, Widerspr\u00fcche auszuhalten, wenn wir selbst von Zweifeln geplagt sind?<\/p>\n<p>Ich glaube: Dieser Moment der Krise, der muss f\u00fcr uns zun\u00e4chst ein Moment der Selbstvergewisserung sein. Machen wir uns klar: Das, was uns im Kern ausmacht, das hat Bestand. Auch in Zeiten des Gegenwinds bleiben wir, wer wir sind: eine starke Demokratie in der Mitte Europas. Eine freie, vielf\u00e4ltige Republik von selbstbestimmten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern.<\/p>\n<p>Was der Epochenbruch, von dem ich spreche, was der ver\u00e4ndert, sind nicht die Werte, f\u00fcr die wir stehen. Aber die Ziele m\u00fcssen wir sch\u00e4rfen und anpassen auf die neuen Herausforderungen. Wir wollen in zwei Jahren sagen k\u00f6nnen: Wir haben die wirtschaftliche Talsohle durchschritten. Wir wollen in f\u00fcnf Jahren sagen k\u00f6nnen: Nicht nur die Ukraine hat ihre Souver\u00e4nit\u00e4t behauptet \u2013 auch wir selbst m\u00fcssen keine Angst vor neuen Kriegen in Europa haben. Wir wollen in zehn Jahren sagen k\u00f6nnen: Wir haben diese Gesellschaft zusammengehalten, mit den Schw\u00e4cheren untergehakt und mitgenommen, und die Mehrheit hat ihr Vertrauen in die Demokratie bewahrt. Wir wollen in f\u00fcnfzehn Jahren sagen k\u00f6nnen: Trotz Krieg und Krise \u2013 wir haben sichergestellt, dass auch den nachfolgenden Generationen ein gutes Leben auf unserer Erde m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Ja, wahrscheinlich k\u00f6nnen wir die Erfolgsgeschichte unseres Landes nicht in derselben Taktzahl fortschreiben wie in den letzten drei Jahrzehnten. Aber das Wesentliche wird wieder wichtig, und das verdient unsere ganze Kraft.<\/p>\n<p>Ich sage\u00a0&#8220;unsere&#8221;\u00a0Kraft, und ich sage das ganz bewusst. Liebe Landsleute, diese neue Zeit, sie fordert jeden Einzelnen. Vielleicht konnte man in den Zeiten mit R\u00fcckenwind noch durchkommen, ohne sich selbst gro\u00dfartig einzusetzen. Vielleicht konnte man es sich erlauben, Politik einfach anderen zu \u00fcberlassen. Das gilt heute nicht mehr. Deutschland, unser Land braucht Ihren Willen zur Ver\u00e4nderung, braucht Ihren Einsatz f\u00fcr das Gemeinwesen, damit wir dort ankommen, wo wir hinwollen!<\/p>\n<p>Was also verlangt das Wesentliche? Und was sind wir bereit, uns abzuverlangen? Klar ist: Wir m\u00fcssen in den n\u00e4chsten Jahren Einschr\u00e4nkungen hinnehmen. Das sp\u00fcren die meisten l\u00e4ngst. Jeder muss beitragen, wo er kann. Und diese Krise verlangt, dass wir wieder lernen, uns zu bescheiden.<\/p>\n<p>Das mag nun wie Hohn klingen in den Ohren derer, die schon heute nicht \u00fcber die Runden kommen. Ich wei\u00df, dass auch in unserem reichen Land viele nicht verzichten k\u00f6nnen, weil ihr gesamter Alltag bereits aus Verzicht besteht. Diese Krise trifft Menschen, die schon vor dem Kriegsausbruch jeden Tag f\u00fcr ihr Auskommen zu k\u00e4mpfen hatten, f\u00fcr ihre Wohnung oder f\u00fcr ein gutes Leben ihrer Kinder. Diese Krise trifft Betriebe, Selbstst\u00e4ndige, L\u00e4den, die gut liefen, aber jetzt wegen unterbrochener Lieferketten und hoher Energiepreise in die Schieflage geraten.<\/p>\n<p>Deshalb muss am Beginn jeder Debatte die Versicherung stehen: Unser Staat l\u00e4sst Sie auch in dieser Zeit nicht allein! Er setzt seine Kraft ein, um denen zu helfen, die es allein nicht schaffen. Entlastungspakete, Abwehrschirm, Gaspreisbremse, Wohngeld und Unterst\u00fctzungsleistungen f\u00fcr Unternehmen, die gro\u00dfen wie die kleinen, zeugen von diesem Willen. Wichtig ist: Diese Unterst\u00fctzung muss jetzt rasch bei den Betroffenen ankommen. Kein Staat, auch das geh\u00f6rt zur Wahrheit, kein Staat in Europa kann so viel f\u00fcr seine B\u00fcrger tun wie unser Land. Aber auch unser Staat wird nicht jede Belastung auffangen k\u00f6nnen. Und er muss es nicht! Denn die Krise trifft auch auf die Vielen, denen es \u2013 zum Gl\u00fcck! \u2013 gut geht, die stark sind, die in den Jahren des R\u00fcckenwinds auch zu Wohlstand und Sicherheit gekommen sind. Sie k\u00f6nnen sich einschr\u00e4nken, ohne dass existenzielle Not entsteht. Und es gibt auch Bereitschaft dazu, wie mir manche sogar schreiben. Vertrauen wir auf diese starke Mitte unserer Gesellschaft!<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich trifft diese Krise auch auf viele wohlhabende, reiche Menschen in unserem Land. Menschen, die viel haben und mehr tragen k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen jetzt helfen, um die immensen Kosten der notwendigen Entlastungen \u00fcberhaupt stemmen zu k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen jetzt beitragen, um neue Ungerechtigkeiten zu vermeiden. Beeindruckende Entlastungspakete sind wichtig \u2013 aber nicht weniger wichtig ist Gerechtigkeit bei der Verteilung der Lasten! Davon wird viel abh\u00e4ngen, glaube ich.<\/p>\n<p>Liebe Landsleute, mir ist v\u00f6llig klar: Niemand schr\u00e4nkt sich gern ein. Aber ich w\u00fcnsche mir, dass wir unsere Perspektive ver\u00e4ndern. Dass wir nicht als erstes fragen:\u00a0&#8220;Wer kann mir die Last abnehmen?&#8221;\u00a0Sondern eher:\u00a0&#8220;Hilft das, um gemeinsam durch die Krise zu kommen?&#8221;\u00a0Das ist die Haltung, mit der wir jetzt, so hoffe ich, gemeinsam durch den Winter gehen.<\/p>\n<p>Doch zur Wahrheit geh\u00f6rt auch: Mit diesem Winter ist es nicht getan. So sehr uns die Sorgen vor Inflation, Energiepreisen und dem Krieg gerade umtreiben: Es wird auch nach diesem Winter, auch nach dieser wirtschaftlichen Talsohle kein einfaches Zur\u00fcck zum Davor geben k\u00f6nnen. Denn auch wenn der Krieg die politische Tagesordnung verschoben hat \u2013 auch der Klimawandel fordert unser entschiedenes Handeln, auch und gerade jetzt! Ich mache mir ehrlich gesagt Sorgen, dass diese Menschheitsaufgabe zu sehr in den Hintergrund ger\u00e4t. Der Klimawandel macht keine Ukraine-Pause!<\/p>\n<p>Klar ist: Wenn wir Emissionen drastisch reduzieren und uns von fossilen Energien l\u00f6sen wollen, m\u00fcssen wir manche lieb gewordene Gewohnheit aufgeben, im Kleinen wie im Gro\u00dfen. Von der Frage, wie \u2013 und wie schnell \u2013 wir uns fortbewegen und was wir essen, bis hin zur Frage, wie wir bauen und wohnen. Auch hier kann jeder Einzelne seinen Beitrag leisten. Beginnen wir sofort damit! Jeder noch so kleine Schritt ist besser als keiner.<\/p>\n<p>Aber trotzdem werden diese individuellen Anstrengungen nat\u00fcrlich nicht ausreichen. Unser Land, unser erfolgreiches Wirtschaftsmodell steht vor einem historischen Umbau. Wir verlassen gerade die \u00c4ra der fossilen Industrialisierung, eine \u00c4ra, die Deutschlands Aufstieg als Exportnation begr\u00fcndet und begleitet hat. Und wir treten ein in ein Zeitalter zunehmend ohne Kohle, \u00d6l und Gas, in dem sich Deutschland neu beweisen muss und neu beweisen wird. Darin liegen, bei aller Herausforderung, \u00fcber die ich spreche, auch wirklich gro\u00dfe Chancen f\u00fcr unser Land! Dass wir diese Chancen tats\u00e4chlich nutzen, dass neuer Wohlstand auf neuen, besseren Grundlagen m\u00f6glich wird, das ist jetzt die vordringliche Aufgabe von Ingenieurinnen und Entwicklern, von Wirtschaft und Politik. Und daf\u00fcr, dass diese Aufgabe gelingt, daf\u00fcr sind unsere Chancen, wie ich finde, gut.<\/p>\n<p>Und weil der Klimawandel in der Welt nur gemeinsam abgewendet werden kann, m\u00fcssen wir auch daf\u00fcr Sorge tragen, dass es in Zukunft weiterhin Institutionen und Kooperationen geben wird, die \u00fcber die wachsenden geopolitischen Gr\u00e4ben hinweg eine neue Blockkonfrontation vermeiden. Eine Zweiteilung der Welt in\u00a0&#8220;wir gegen die&#8221;, die ist, so bin ich \u00fcberzeugt, nicht in unserem Interesse. Ja, wir m\u00fcssen unsere Verwundbarkeit reduzieren, wir m\u00fcssen einseitige Abh\u00e4ngigkeiten verringern. Aber das bedeutet eben nicht weniger Vernetzung mit der Welt, sondern, das wird Sie \u00fcberraschen, mehr. Nicht binden an wenige, sondern Chancen und Risiken streuen. Deshalb rate ich uns: Verlernen wir nach dem Epochenbruch, \u00fcber den wir sprechen, nicht all das, was deutsche Au\u00dfenpolitik stark gemacht hat: die europ\u00e4ische Verankerung, das Bem\u00fchen um internationale Zusammenarbeit, um gemeinsame Regeln, der Dialog zwischen den Verschiedenen, das Werben um Partner, die anders sind als wir. Das ist eben keine Stilfrage, sondern das ist eine \u00dcberlebensfrage.<\/p>\n<p>Ohne den Kampf gegen den Klimawandel ist alles nichts. Er braucht unsere ganze Kraft. Beweisen wir jetzt unsere St\u00e4rke in der Ver\u00e4nderung! Erm\u00f6glichen wir unseren Kindern und Kindeskindern ein gutes Leben auf unserem Planeten! Wir haben das in der Hand!<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, wir schr\u00e4nken uns ein, um durch die Krise zu kommen. Wir ver\u00e4ndern uns, um unsere Erde zu erhalten. Noch ein Drittes wird uns abverlangt in dieser Epoche: Wir brauchen aktive, widerstandskr\u00e4ftige B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger.<\/p>\n<p>Denn in diesen Zeiten des Gegenwinds nehmen die Angriffe auf unsere freie Gesellschaft zu. Putin versucht, Europa zu spalten, und er tr\u00e4gt dieses Gift auch ins Innere unserer Gesellschaft. Wir sind verletzlich, weil wir offen sind und weil wir auch offen bleiben wollen. Das Netz der Bahn, das freie Internet, die Software auf unseren Handys, unsere Energieversorgung \u2013 all das, das wissen Sie, ist bereits Ziel von Angriffen geworden. Wir werden uns besser sch\u00fctzen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Aber auch unsere Demokratie geh\u00f6rt zur kritischen Infrastruktur. Und sie steht unter Druck. Sie sch\u00fctzen k\u00f6nnen nur wir selbst. Das verlangt von uns Demokraten mehr als Bekenntnisse. Es verlangt Engagement und \u2013 auch hier wieder \u2013 Widerstandsgeist und Widerstandskraft.<\/p>\n<p>Widerstandskr\u00e4ftige B\u00fcrger treten ein f\u00fcr ihre Meinungen, \u00e4u\u00dfern ihre Sorgen \u2013 aber sie lassen sich nicht vereinnahmen von denen, die unsere Demokratie attackieren. Widerstandskr\u00e4ftige B\u00fcrger unterscheiden zwischen der notwendigen Kritik an politischen Entscheidungen \u2013 und dem Generalangriff auf unser politisches System. Widerstandskr\u00e4ftige B\u00fcrger halten Unsicherheit aus und lassen sich nicht verf\u00fchren von denen, die einfache L\u00f6sungen versprechen. Sie erwarten mit Recht, dass Politik sich in dieser schwierigen Zeit auf das Wichtigste konzentriert, dass Pragmatismus \u00fcber ritualisierte Schauk\u00e4mpfe siegt. Widerstandskr\u00e4ftige B\u00fcrger fordern Freiraum f\u00fcr ihre eigene Art zu leben \u2013 aber vergessen nicht, wie sehr wir alle auf andere angewiesen sind. Widerstandskr\u00e4ftige B\u00fcrger verlangen sich etwas ab: Respekt und Vernunft zum Beispiel. Das ist schwer, richtig schwer! Aber nur so k\u00f6nnen wir dem Gift des Populismus, der Gefahr des Auseinanderdriftens wirksam etwas entgegensetzen.<\/p>\n<p>Und am Ende kommt es auch darauf an, wenn wir im Gegenwind stehen: Anstatt uns weiter auseinandertreiben zu lassen, m\u00fcssen wir alles st\u00e4rken, was uns verbindet.<\/p>\n<p>Alles st\u00e4rken, was uns verbindet \u2013 zum Beispiel zwischen Jung und Alt. Viele j\u00fcngere Menschen sind ungeduldig und werfen den \u00c4lteren vor, dass sie zu sorglos mit unserem Planeten umgegangen sind, zu z\u00f6gerlich umgesteuert haben. Die J\u00fcngeren f\u00fchlen sich betrogen \u2013 die \u00c4lteren f\u00fchlen sich abgewertet in dem, was sie f\u00fcr ihre Kinder und ihr Land getan haben. Spielen wir die Generationen nicht gegeneinander aus! Daraus kann nichts Gemeinsames entstehen. Und wir alle haben doch hoffentlich das gleiche Ziel! Wir wollen unser Land ver\u00e4ndern, wir wollen es zu einem besseren machen \u2013 und das geht eben nur gemeinsam. Und so kommt auf uns \u00c4ltere, auf meine Generation jetzt die Aufgabe zu, selbst sp\u00e4t im Leben das Gewohnte noch einmal zu \u00fcberdenken und mitzuhelfen, dass Ver\u00e4nderung gelingt. Und den J\u00fcngeren, auch den vielen hier im Saal, sage ich: Es ist jetzt an Euch, in die Verantwortung zu gehen, Euch einzubringen, gerne kritisch, nicht destruktiv, und unser Land zu ver\u00e4ndern, es vielleicht sogar besser zu machen als die Generationen davor. Meine Unterst\u00fctzung habt Ihr, haben Sie!<\/p>\n<p>Oder schauen wir auf manches Unverst\u00e4ndnis zwischen Ost und West. Auch hier ist zu st\u00e4rken, was uns verbindet. Viele Menschen in Ostdeutschland erleben gerade gef\u00fchlt die R\u00fcckkehr in die neunziger Jahre, als schon einmal Sicherheiten einst\u00fcrzten und Existenzen zusammenbrachen. Wie viel von dieser Erfahrung, von dieser Angst ist im Westen wirklich angekommen? Wir m\u00fcssen es diesmal besser machen, im Angesicht einer Krise, die den Osten erneut h\u00e4rter trifft, weil nat\u00fcrlich auch 32 Jahre nach der Wiedervereinigung die Energieversorgung schwieriger, die Einkommen niedriger und die Ersparnisse geringer sind bei den Menschen. Zu st\u00e4rken, was uns verbindet, bedeutet heute daf\u00fcr zu sorgen, dass der Osten nicht hinten runterf\u00e4llt. Ich wei\u00df, dass dort die Sorgen gro\u00df sind. Aber ich wei\u00df auch, wie viel Licht am Horizont ist, wie viele Gr\u00fcnder, wie viel innovative Technologien auf Weltniveau aus Ostdeutschland kommen dank bester Universit\u00e4ten und Forschungsinstitute. Ein Unternehmen aus Th\u00fcringen ist gerade zum zweiten Mal mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet worden. Ersehnte Ansiedlungen von Halbleiterproduktion finden in Sachsen und demn\u00e4chst auch in Sachsen-Anhalt statt. F\u00fchrende Unternehmen der Elektromobilit\u00e4t finden auch in Brandenburg ihren Platz. Das alles sind mehr als ermutigende Einzelf\u00e4lle. Arbeiten wir an dieser neuen und nachhaltigen St\u00e4rke Ostdeutschlands, das ist unsere gemeinsame Aufgabe!<\/p>\n<p>Und das Verbindende zu st\u00e4rken, diese Aufgabe stellt sich auch zwischen Stadt und Land. Viele Menschen, die in l\u00e4ndlichen Regionen leben \u2013 und das ist die Mehrheit in unserem Land \u2013, finden sich nicht wieder in den Debatten, die wir in der Hauptstadt f\u00fchren, Debatten, die h\u00e4ufig noch viel weiter von ihren tats\u00e4chlichen Problemen entfernt sind als der n\u00e4chste Facharzt oder die Poststelle. Umgekehrt blicken viele Menschen in der Gro\u00dfstadt manchmal in einer Mischung aus Verkl\u00e4rung und \u00dcberheblichkeit auf die l\u00e4ndlichen R\u00e4ume, sehnen sich nach Ruhe und Abgeschiedenheit \u2013 die man aber nur am Wochenende genie\u00dfen will. Woran es h\u00e4ufig fehlt, ist die ehrliche Anerkennung von unterschiedlichen Lebensbedingungen von Stadt und Land; woran es fehlt, ist die Bereitschaft, die Bed\u00fcrfnisse von Menschen im l\u00e4ndlichen Raum ernst zu nehmen, auch die Lebensqualit\u00e4t in den D\u00f6rfern und kleinen St\u00e4dten zu erhalten. Und dazu braucht es mehr als eine stabile Internetverbindung. Es verlangt Aufmerksamkeit, und es verlangt Respekt f\u00fcr ein anderes Leben. Wagen wir doch ruhig h\u00e4ufiger einmal den Blick \u00fcber den eigenen Tellerrand, \u00fcber die eigene Wirklichkeit hinweg! Ich glaube, das k\u00f6nnen, das m\u00fcssen wir uns abverlangen in einem gemeinsamen Land.<\/p>\n<p>Reich und Arm, Jung und Alt, Stadt und Land: Verbindungen st\u00e4rken, \u00fcber Generationen und vor allen Dingen Lebenswelten hinweg \u2013 darum geht es mir jetzt. Ich bin jedem dankbar, der an mehr denkt als nur sich selbst. Viele Menschen in unserem Land tun es, diese Menschen sind das R\u00fcckgrat unserer Gesellschaft. Aber dieses Lob aufs Ehrenamt, das darf nicht mehr nur Sache von Sonntagsreden sein. Fakt ist: Das klassische Ehrenamt altert, Verantwortung verteilt sich auf weniger Schultern. Dabei ist der Einsatz f\u00fcr andere \u2013 gerade in den Zeiten des Gegenwinds \u2013 unverzichtbar! Oder ich k\u00f6nnte sagen: systemrelevant! Eben deshalb m\u00fcssen wir neue Wege finden, wie wir Entfremdung entgegenwirken, unsere Gesellschaft, unseren Gemeinsinn st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Dazu habe ich einen Vorschlag gemacht, und ich sage es offen, ich habe auch nicht erwartet, dass die Idee einer sozialen Pflichtzeit nur Begeisterung hervorruft. Was ich will, ist eine ehrliche Debatte \u00fcber unser Engagement f\u00fcr das gemeinsame Ganze. Eine Debatte, die hoffentlich nicht wieder im Nichts enden wird! Ich bin und bleibe \u00fcberzeugt, dass es keine Zumutung ist, wenn wir die Menschen fragen, was sie f\u00fcr den Zusammenhalt in diesem Lande zu tun bereit sind.<\/p>\n<p>Denn, und das ist meine wirklich tiefe \u00dcberzeugung: Demokratie geht nicht ohne Zusammenhalt. Zusammenhalt entsteht nicht von selbst. Er muss auch einge\u00fcbt werden. Er ist das Ergebnis von Menschen, von Empathie, von Verantwortung, von N\u00e4chstenliebe. Die Idee der sozialen Pflichtzeit einfach nur abzulehnen, das ist keine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit. Vielleicht gibt es andere \u00fcberzeugende Konzepte. Aber soll das ewige Pl\u00e4doyer f\u00fcr Zusammenhalt nicht folgenlos bleiben, dann brauchen wir mehr: mehr Ideen und mehr Menschen, die \u2013 mindestens einmal im Leben \u2013 f\u00fcr eine gewisse Zeit sich den Sorgen ganz anderer, zuvor fremder Menschen widmen, f\u00fcr diese Menschen schlicht und einfach da sind. So st\u00e4rken wir, was uns verbindet, und darauf kommt es jetzt an \u2013 mehr als je zuvor!<\/p>\n<p>Liebe G\u00e4ste, zum Schluss: Staatsb\u00fcrger und Staatsb\u00fcrgerin zu sein in Zeiten der Krise, Widerstandskraft beweisen im Gegenwind, das verlangt uns etwas ab. Wir stehen heute zum ersten Mal in der Geschichte des vereinten Deutschlands gemeinsam an einem Scheidepunkt. Trauen wir uns zu, aufzubrechen in diese neue Zeit mit ihren neuen Herausforderungen? Sind wir gewappnet f\u00fcr das, was von uns gefordert wird?<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt: Aus dieser Herausforderung heraus kann neue St\u00e4rke, kann auch neue Einheit wachsen. Es wird nicht einfach sein, und es wird anstrengend sein. Ja, wir werden durch eine Zeit der Belastungen und der Unsicherheiten gehen, bevor wir neue Sicherheiten und wieder ganz festen Grund unter den F\u00fc\u00dfen haben. Ich w\u00fcnsche mir, dass wir uns bei all den M\u00fchen nicht aus den Augen verlieren, dass wir unsere Kraft jetzt nicht im t\u00e4glichen Gegeneinander vergeuden. Wenn wir zusammenhalten, wenn wir Mut und Ehrgeiz beweisen, dann bin ich mir sicher: Wir werden dieser Aufgabe gewachsen sein.<\/p>\n<p>Wir bewahren unsere Freiheit, unsere Demokratie. Wir machen Deutschland zu einer neuen Industrienation \u2013 technologisch f\u00fchrend, klimaverantwortlich, in der Mitte Europas. Vernetzt, aber weniger verwundbar. Wehrhaft, aber nicht kriegerisch. Ein offenes, freundliches Land mit mehr und neuen internationalen Partnern.<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt: Unser Land hat die Kraft, Krisen zu \u00fcberwinden. Es hat die Menschen, die immer wieder daf\u00fcr arbeiten, die Unternehmerinnen, die Forscher, die Ingenieure, die Facharbeiterinnen. Unser Land hat das Wissen und die Ideen, die Erfahrung von Generationen und den Ehrgeiz der Jugend.<\/p>\n<p>Vertrauen wir einander \u2013 und vertrauen wir uns selbst! Und lassen wir uns nicht entmutigen vom Gegenwind, der uns in dieser neuen Zeit entgegenweht. Es kommt nicht darauf an, dass alle dasselbe tun \u2013 aber dass wir eines gemeinsam im Sinn haben: alles zu st\u00e4rken, was uns verbindet!<\/p>\n<p>Das ist die Aufgabe. Tun wir\u2019s.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de.rt.com\/inland\/142639-oskar-lafontaine-offnet-nord-stream\/\">Oskar Lafontaine: &#8220;\u00d6ffnet Nord Stream 2!&#8221;<\/a><\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/inland\/152830-kein-platz-fur-alte-traume\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier hat die Deutschen in einer Grundsatzrede auf eine schwierigere Zukunft eingestimmt und von ihnen &#8220;Widerstandsgeist&#8221; gegen Russland gefordert. Man k\u00f6nne dem &#8220;verbrecherischen Angriff&#8221; auf die Ukraine nicht zuschauen. Hier die Rede im Wortlaut. Bundespr\u00e4sident Frank-Walter\u00a0Steinmeier sprach am Freitag im Schloss Bellevue in Berlin bei einer Veranstaltung mit der Deutschen Nationalstiftung. Unter den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":21953,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_automatic_camp":["217"],"5376e17c8aa9114fc70ed0955ee85e5e":["&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut"],"original_link":["https:\/\/de.rt.com\/inland\/152830-kein-platz-fur-alte-traume\/"],"_thumbnail_id":["21953"],"_wptg_p2tg_sent2tg":["2022-10-28 18:16:30"],"jnews_social_counter_last_update":["1776658867"]},"categories":[19,23],"tags":[22571,29537,221,11883,19818,2106,1723,35017,50,32403],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v22.7 (Yoast SEO v22.7) - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut - just-now.NEWS Deutschland<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier hat die Deutschen in einer Grundsatzrede auf eine schwierigere Zukunft eingestimmt und von ihnen &#8220;Widerstandsgeist&#8221; gegen Russland gefordert. Man k\u00f6nne dem &#8220;verbrecherischen Angriff&#8221; auf die Ukraine nicht zuschauen. Hier die Rede im Wortlaut. Bundespr\u00e4sident Frank-Walter\u00a0Steinmeier sprach am Freitag im Schloss Bellevue in Berlin bei einer Veranstaltung mit der Deutschen Nationalstiftung. Unter den [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"just-now.NEWS Deutschland\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/wirmachenauf\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2022-10-28T16:12:27+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/quotKein-Platz-fuer-alte-Traeumequot-\u2013-Rede-von-Bundespraesident-Steinmeier.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"460\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"259\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"rtnews\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:creator\" content=\"@WirMachenAuf_de\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@WirMachenAuf_de\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"rtnews\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"27\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/\"},\"author\":{\"name\":\"rtnews\",\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/#\/schema\/person\/fb534a4e865501d8b3285208df34a9b5\"},\"headline\":\"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut\",\"datePublished\":\"2022-10-28T16:12:27+00:00\",\"dateModified\":\"2022-10-28T16:12:27+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/\"},\"wordCount\":5449,\"commentCount\":0,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/quotKein-Platz-fuer-alte-Traeumequot-\u2013-Rede-von-Bundespraesident-Steinmeier.jpg\",\"keywords\":[\"alte\",\"Bundespr\u00e4sident\",\"f\u00fcr\",\"Platz\",\"quotKein\",\"Rede\",\"Steinmeier\",\"Tr\u00e4umequot\",\"von\",\"Wortlaut\"],\"articleSection\":[\"Deutschland\",\"Russland\"],\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/\",\"url\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/\",\"name\":\"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut - just-now.NEWS Deutschland\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/quotKein-Platz-fuer-alte-Traeumequot-\u2013-Rede-von-Bundespraesident-Steinmeier.jpg\",\"datePublished\":\"2022-10-28T16:12:27+00:00\",\"dateModified\":\"2022-10-28T16:12:27+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/quotKein-Platz-fuer-alte-Traeumequot-\u2013-Rede-von-Bundespraesident-Steinmeier.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/quotKein-Platz-fuer-alte-Traeumequot-\u2013-Rede-von-Bundespraesident-Steinmeier.jpg\",\"width\":460,\"height\":259,\"caption\":\"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut\"},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/\",\"name\":\"just-now.NEWS Deutschland\",\"description\":\"Das Portal f\u00fcr unzensierte Nachrichten aus der Welt\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/#organization\",\"name\":\"Just Now News\",\"url\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/#\/schema\/logo\/image\/\",\"url\":\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/logo500x500.jpg\",\"contentUrl\":\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/logo500x500.jpg\",\"width\":500,\"height\":500,\"caption\":\"Just Now News\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/#\/schema\/logo\/image\/\"},\"sameAs\":[\"https:\/\/www.facebook.com\/wirmachenauf\",\"https:\/\/x.com\/WirMachenAuf_de\"]},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/#\/schema\/person\/fb534a4e865501d8b3285208df34a9b5\",\"name\":\"rtnews\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/82aafea7d8127119dd649515f56e2117?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/82aafea7d8127119dd649515f56e2117?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"rtnews\"},\"url\":\"https:\/\/now-news.de\/de\/author\/rnews\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO Premium plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut - just-now.NEWS Deutschland","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut","og_description":"Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier hat die Deutschen in einer Grundsatzrede auf eine schwierigere Zukunft eingestimmt und von ihnen &#8220;Widerstandsgeist&#8221; gegen Russland gefordert. Man k\u00f6nne dem &#8220;verbrecherischen Angriff&#8221; auf die Ukraine nicht zuschauen. Hier die Rede im Wortlaut. Bundespr\u00e4sident Frank-Walter\u00a0Steinmeier sprach am Freitag im Schloss Bellevue in Berlin bei einer Veranstaltung mit der Deutschen Nationalstiftung. Unter den [&hellip;]","og_url":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/","og_site_name":"just-now.NEWS Deutschland","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/wirmachenauf","article_published_time":"2022-10-28T16:12:27+00:00","og_image":[{"width":460,"height":259,"url":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/quotKein-Platz-fuer-alte-Traeumequot-\u2013-Rede-von-Bundespraesident-Steinmeier.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"rtnews","twitter_card":"summary_large_image","twitter_creator":"@WirMachenAuf_de","twitter_site":"@WirMachenAuf_de","twitter_misc":{"Verfasst von":"rtnews","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"27\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/"},"author":{"name":"rtnews","@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/#\/schema\/person\/fb534a4e865501d8b3285208df34a9b5"},"headline":"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut","datePublished":"2022-10-28T16:12:27+00:00","dateModified":"2022-10-28T16:12:27+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/"},"wordCount":5449,"commentCount":0,"publisher":{"@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/quotKein-Platz-fuer-alte-Traeumequot-\u2013-Rede-von-Bundespraesident-Steinmeier.jpg","keywords":["alte","Bundespr\u00e4sident","f\u00fcr","Platz","quotKein","Rede","Steinmeier","Tr\u00e4umequot","von","Wortlaut"],"articleSection":["Deutschland","Russland"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/","url":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/","name":"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut - just-now.NEWS Deutschland","isPartOf":{"@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/quotKein-Platz-fuer-alte-Traeumequot-\u2013-Rede-von-Bundespraesident-Steinmeier.jpg","datePublished":"2022-10-28T16:12:27+00:00","dateModified":"2022-10-28T16:12:27+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#primaryimage","url":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/quotKein-Platz-fuer-alte-Traeumequot-\u2013-Rede-von-Bundespraesident-Steinmeier.jpg","contentUrl":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/10\/quotKein-Platz-fuer-alte-Traeumequot-\u2013-Rede-von-Bundespraesident-Steinmeier.jpg","width":460,"height":259,"caption":"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut"},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/kein-platz-fuer-alte-traeume-rede-von-bundespraesident-steinmeier-im-wortlaut\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/now-news.de\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"&quot;Kein Platz f\u00fcr alte Tr\u00e4ume&quot; \u2013 Rede von Bundespr\u00e4sident Steinmeier im Wortlaut"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/#website","url":"https:\/\/now-news.de\/de\/","name":"just-now.NEWS Deutschland","description":"Das Portal f\u00fcr unzensierte Nachrichten aus der Welt","publisher":{"@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/now-news.de\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/#organization","name":"Just Now News","url":"https:\/\/now-news.de\/de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/logo500x500.jpg","contentUrl":"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/logo500x500.jpg","width":500,"height":500,"caption":"Just Now News"},"image":{"@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/wirmachenauf","https:\/\/x.com\/WirMachenAuf_de"]},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/#\/schema\/person\/fb534a4e865501d8b3285208df34a9b5","name":"rtnews","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/now-news.de\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/82aafea7d8127119dd649515f56e2117?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/82aafea7d8127119dd649515f56e2117?s=96&d=mm&r=g","caption":"rtnews"},"url":"https:\/\/now-news.de\/de\/author\/rnews\/"}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21952"}],"collection":[{"href":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21952"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21952\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21953"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21952"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21952"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21952"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}