{"id":15595,"date":"2022-07-31T12:29:40","date_gmt":"2022-07-31T10:29:40","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/krieg-zerstoerung-verarmung-ein-globales-system-in-der-krise\/"},"modified":"2022-07-31T12:29:40","modified_gmt":"2022-07-31T10:29:40","slug":"krieg-zerstoerung-verarmung-ein-globales-system-in-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/krieg-zerstoerung-verarmung-ein-globales-system-in-der-krise\/","title":{"rendered":"Krieg, Zerst\u00f6rung, Verarmung: Ein globales System in der Krise"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/07\/62e2e3feb480cc476956233e.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Die heutige Technologie k\u00f6nnte allen Menschen ein angenehmes Leben bescheren. Die Realit\u00e4t ist anders: Der Westen eskaliert die Kriegstreiberei &#8211; weltweit nehmen soziale, wirtschaftliche und \u00f6kologische Verwerfungen zu. Ein Ausweg scheint nicht in Sicht zu sein. Stecken wir fest?\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>von Susan Bonath<\/em><\/p>\n<p>Die NATO-Staaten r\u00fcsten auf, \u00fcberziehen ihre Konkurrenten mit Wirtschaftskriegen. Die angeblich liberalen Demokratien des Westens mutieren zu repressiven \u00dcberwachungsregimen, deren Milit\u00e4rb\u00fcndnis strikt gen Osten marschiert, um letztlich mehr M\u00e4rkte und Rohstoffe zu erobern. In diversen Laboren forscht &#8220;die Wissenschaft&#8221; an gef\u00e4hrlichen Erregern, die biologische Kriegsf\u00fchrung ist keine Utopie mehr. Fortgesetzter Ressourcen-Raubbau und riesige Abfallmengen befeuern eine \u00d6kokatastrophe, w\u00e4hrend trotz Massenproduktion mehr Menschen denn je im Elend und Hunger versinken.<\/p>\n<p>Viele warnen seit langem vor den Folgen, manche demonstrieren. Doch die Debatten \u00fcber eine Umkehr enden in einer Dauerschleife aus Konjunktiven: wir sollten, wir k\u00f6nnten, wir m\u00fcssten&#8230; Aber dieses Wir existiert nicht. Jeder Schritt steht und f\u00e4llt mit den Profiten und Machtambitionen der multinationalen Gro\u00dfkonzerne, f\u00fchrt die Armen in noch gr\u00f6\u00dfere Not und l\u00e4sst auch staatliche Gewalt eskalieren.<\/p>\n<p>Dabei k\u00f6nnte die Menschheit mit der heutigen Technologie l\u00e4ngst umsteuern und allen Erdbewohnern ein gutes Leben erm\u00f6glichen. Das gelingt nicht, und die Masse der Menschen scheint im Hamsterrad einer unerbittlichen Profitmaschine festzustecken und l\u00e4uft weiter und weiter \u2013 gegen die Interessen der Meisten.<\/p>\n<p><strong>Der mystifizierte Markt<\/strong><\/p>\n<p>So mancher neigt dazu, die Schuld bei einzelnen Personen zu suchen: Bill Gates, Joe Biden, Angela Merkel, George Soros, Wladimir Putin, Olaf Scholz, Klaus Schwab und so weiter. Auch wenn es fraglos real ist, dass Reichtum und politischer Einfluss miteinander korrelieren: Derlei Schuldzuweisungen greifen zu kurz und verkennen die systemischen Ursachen f\u00fcr das Dilemma dieser Tage. Um es bildlich darzustellen: W\u00fcrde jemand Bill Gates enteignen oder Klaus Schwab absetzen, r\u00fcckte der N\u00e4chste nach. Alles bliebe, wie es ist.<\/p>\n<p>Es ist ein systemisches Problem: Kapitalismus. Die Grundlage dieser Produktionsweise ist der Markt. Verkl\u00e4rt als Hort der Freiheit, angeblich einer nat\u00fcrlichen menschlichen Leidenschaft f\u00fcr Tauschwirtschaft entsprungen, r\u00e4umen ihm moderne \u00d6konomen die Rolle eines Gottes ein. Wir alle sollen ihm dienen: Der Kapitalist, indem er durch Warenproduktion und -verkauf nach Wachstum und Rendite strebt &#8211; der Lohnabh\u00e4ngige, indem er seine Arbeitskraft feilbietet und unerm\u00fcdlich schuftet.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wird \u00fcber die M\u00e4rkte, also Rohstoff-, Handels-, Immobilien-, Arbeitsm\u00e4rkte und so weiter, gesprochen und geschrieben, als handele es sich um eine Urgewalt, um unausl\u00f6schbare Gottheiten. Mal seien sie unruhig, mal erzitterten sie gar; und fr\u00fcher waren sie auch hier und dort recht &#8220;positiv gestimmt&#8221;.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es kein Brot, wenn niemand das Getreide erntet. Werden keine Motoren gebaut, bleiben die Autos, Busse und Bahnen irgendwann stehen. Aber mit Omas idyllischem Gem\u00fcsemarkt hat ein kapitalistischer Markt nicht das Geringste zu tun. Und er ist auch nicht etwa nat\u00fcrlich gewachsen. Im Gegenteil: Als die Industrialisierung begann, setzte die herrschende Klasse den Markt mit brachialer Gewalt durch: mittels Steuern, Enteignung und folgend durch den Zwang zum Verkauf der Arbeitskraft.<\/p>\n<p>Der Markt bringe uns Wohlstand, befriedige all unsere Bed\u00fcrfnisse, wird schwadroniert. Tats\u00e4chlich bedient er nur die Kaufkraft. Das ist ein gro\u00dfer Unterschied: Wenn etwa ein imperialistischer Staat von einem Konzern Waffen kauft und sie bezahlt, werden sie produziert und geliefert. Wenn eine hungernde Mutter um Brot f\u00fcr ihr hungerndes Kind bittet, passiert gar nichts, wenn sie kein Geld hat.<\/p>\n<p>Die Konkurrenz, in welche der Markt jeden Unternehmer und Besch\u00e4ftigten zwingt, habe erst den ungeheuren technologischen Fortschritt hervorgebracht, so die Erz\u00e4hlung. Sicher wird sie manches beschleunigt haben. Doch f\u00fchrte erst die Erfindung von Maschinen f\u00fcr die Massenproduktion dazu, dass sich der Kapitalismus gegen\u00fcber dem Feudalismus durchsetzen konnte \u2013 und musste. Die technologische Entwicklung selbst zwang zu einer \u00c4nderung der Herrschafts- und Wirtschaftsordnung.<\/p>\n<p>Von dem Umstand, dass die Masse der Menschen mangels eigenen wirtschaftlichen Eigentums zum Verkauf ihrer Arbeitskraft gezwungen ist, lebt und gedeiht der Markt. Vor mehr als 150 Jahren bezeichnete ihn Karl Marx als ein &#8220;automatisches Subjekt&#8221; mit dem einzigen Selbstzweck der Profitmaximierung. Es ist heute wie damals: Die Unternehmer und Anteilseigner, die andere f\u00fcr Lohn besch\u00e4ftigen, stecken sich den Erl\u00f6s aus einem beachtlichen Teil des Arbeitsproduktes in die eigenen Taschen. Arbeitsvertr\u00e4ge mit festen Lohnvereinbarungen verschleiern diese Form der Ausbeutung.<\/p>\n<p><strong>Lohnabh\u00e4ngig: R\u00e4dchen im Getriebe<\/strong><\/p>\n<p>Die Unternehmer handeln jedoch nicht b\u00f6swillig, sondern weil ihr Betrieb sonst unterginge. Mit anderen Worten: Wer seine Besch\u00e4ftigten nicht effektiv ausbeutet und nicht versucht, seine Konkurrenten auszustechen, kann einpacken. Das System zwingt nicht nur Eigentumslose zum Verkauf ihrer Arbeitskraft, sondern auch Kapitalisten in die Konkurrenz gegeneinander.\u00a0<\/p>\n<p>Wie eine Naturgewalt erkl\u00e4ren \u00d6konomen auch die aktuelle Wirtschaftskrise, die unz\u00e4hlige Klein- und mittelst\u00e4ndische Unternehmen in die Pleite trieb und treibt, Millionen, wenn nicht Milliarden Menschen verarmen l\u00e4sst &#8211; die Eigner der f\u00fchrenden Gro\u00dfkonzerne aber reicher und m\u00e4chtiger macht. In dieser Mystifizierung des Marktes schwingt eine Drohung an die Lohnabh\u00e4ngigen mit: Ordnet euch noch strikter unter, strengt euch mehr an, akzeptiert die \u00dcberwachung \u2013 um eure Leben und den Markt zu retten.<\/p>\n<p>Diese Drohung trifft die meisten Besch\u00e4ftigten ins Mark. Aus Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes und ihres Einkommens schrubben sie ohne zu murren noch mehr unbezahlte \u00dcberstunden und Doppelschichten. Aus Furcht vor dem eigenen Absturz sucht so mancher die Schuld bei denen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Auch sie sollen sich f\u00fcr die Rettung des w\u00fctenden Marktes mehr anstrengen.\u00a0<\/p>\n<p>Mitlaufen ist Pflicht oder notwendiges \u00dcbel. Das bedeutet auch: Nicht murren und klagen \u00fcber irrationale Corona-Ma\u00dfnahmen, sie auf Anweisung gar selbst umsetzen. Nur nicht die \u00f6ffentliche Meinung infrage stellen, und wenn es sein muss, im Auftrag auch die ukrainische Flagge hissen oder f\u00fcr die Entlassung des russischen Kollegen stimmen. Man will kein Au\u00dfenseiter sein, darf es nicht. Denn Au\u00dfenseiter haben es schwer und landen schnell ganz unten.<\/p>\n<p>Aus der Perspektive von unten k\u00f6nnte man das Desaster mit den Worten des 1998 verstorbenen, ostdeutschen Liedermachers und Tagebauarbeiters Gerhard Gundermann philosophisch beschreiben: &#8220;Alle wissen wo es langgeht, aber keiner wei\u00df warum.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Fremdbestimmte Arbeit<\/strong><\/p>\n<p>Selbst viele Linke halten heute den Begriff &#8220;Arbeiterklasse&#8221; f\u00fcr \u00fcberholt. Schlie\u00dflich halten die Gewerkschaften seit Jahrzehnten an ihrem vermeintlichen Erfolgsmodell der &#8220;Sozialpartnerschaft&#8221; fest. Einst blutig erk\u00e4mpfte Rechte sind heute im Arbeitsgesetz festgeschrieben, f\u00fcr ein paar Euro mehr Lohn k\u00f6nnen zumindest privilegiertere Besch\u00e4ftigte regelm\u00e4\u00dfig streiken. Und irgendwie arbeiten alle zusammen.\u00a0<\/p>\n<p>Doch der Schein tr\u00fcgt: Nach wie vor haben Kapitalisten und Lohnabh\u00e4ngige unterschiedliche Interessen, die einander widerstreben. Erstere m\u00fcssen Rendite einfahren und daf\u00fcr die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter so gering wie m\u00f6glich halten. Letztere wollen nat\u00fcrlich m\u00f6glichst hohe Einkommen erzielen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist die Klasse der Lohnabh\u00e4ngigen heute so gro\u00df, vielf\u00e4ltig, aber auch hierarchisch aufgestellt wie nie zuvor. Und wer lohnabh\u00e4ngig ist, arbeitet weisungsgebunden, muss sich also einem &#8220;Arbeitgeber&#8221;, entweder einem Unternehmen oder dem Staat, unterwerfen.<\/p>\n<p>Ein paar Beispiele: Die Fallmanagerin im Jobcenter g\u00e4ngelt die Erwerbslosen und Aufstocker nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil sie daf\u00fcr bezahlt wird. Aus dem gleichen banalen Grund baut der Besch\u00e4ftigte bei Rheinmetall an Waffensystemen, die dem T\u00f6ten von Menschen dienen. Deshalb beantworten die Pressesprecherinnen des Robert-Koch-Instituts (RKI), des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) oder eines Ministeriums Anfragen von Journalisten selten fachkompetent, sondern nach Vorgabe von oben, gern mit mehr oder weniger passenden Textbausteinen.<\/p>\n<p>Der Markt gleicht einer Profitmaschine, in der jede Produktion von was auch immer den Unternehmern und Anteilseignern Gewinn bringen muss. Dies ist \u00fcberhaupt sein einziger Selbstzweck. Die Profitmaschine aber wird angetrieben und in Gang gehalten durch Abermillionen von abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten, die fremdbestimmt arbeiten, um daf\u00fcr Gehalt oder Lohn zu bekommen. Eigene Ideen der Besch\u00e4ftigten sind in der Regel nicht gefragt. Es geht um Dienst nach Anweisung, um das eigene Leben finanzieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dies ist wohl eine der Ursachen daf\u00fcr, dass die Mehrheit sehr leidensf\u00e4hig zu sein scheint und die Herrschenden Aufst\u00e4nde oder gar Umst\u00fcrze von unten eher nicht erwarten. Wer lohnabh\u00e4ngig ist und sich zu sehr auflehnt gegen die herrschenden Verh\u00e4ltnisse, riskiert auch immer den eigenen Absturz in die Not.<\/p>\n<p><strong>Unsichtbare Herrschaft<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man nun der Frage nachgeht, woher eigentlich die Anweisungen kommen, die Millionen von abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten erf\u00fcllen, st\u00f6\u00dft man auf ein weiteres Problem: unsichtbare Profiteure, unsichtbare Kapitalisten. Den gew\u00f6hnlichen Fabrikbesitzer mit Namen und Adresse gibt es nicht mehr. Heute sind die Eigentumsverh\u00e4ltnisse undurchsichtig.<\/p>\n<p>Firmenanteile werden gehalten von Gro\u00dfaktion\u00e4ren und vielen Eignern kleinerer Anteile. Nicht selten sind Letztere zugleich lohnabh\u00e4ngig besch\u00e4ftigt, manchmal sogar in dem Unternehmen, von dem sie ein paar Aktien besitzen. In demokratisch erscheinenden Aufsichtsr\u00e4ten und Aktion\u00e4rsversammlungen wird das Gesch\u00e4ftsziel festgelegt und entsprechende Pl\u00e4ne \u2013 so viel zur Frage, im Kapitalismus gebe es keine Planwirtschaft \u2013 entworfen und Beschl\u00fcsse gefasst.<\/p>\n<p>Aktien kann man kaufen und verkaufen, und damit ver\u00e4ndern sich nicht selten die Eigent\u00fcmer eines Unternehmens. Konzerne agieren heute also v\u00f6llig unabh\u00e4ngig vom Personal, und zwar als juristische Person. Die Gro\u00dfkonzerne selbst sind damit zu gesichtslosen Profitmaschinen geworden, zu verrechtlichten &#8220;automatischen Subjekten&#8221; (Karl Marx \u00fcber das Kapital). Einzelne Profiteure dieser Profitmaschinen sind kaum mehr selbst rechtlich angreifbar.<\/p>\n<p>Mehr noch: Diese Gro\u00dfunternehmen werden meist gemanagt und nach au\u00dfen vertreten durch bezahlte, also auch lohnabh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigte, die Dienst nach Vorschrift vollziehen. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer selbst ist also oft nur ein Angestellter, der sich an den Beschl\u00fcssen von Aktion\u00e4rsversammlungen und am Markt orientiert, eine Charaktermaske, wenn man so will. Die wirklichen Profiteure treten kaum in Erscheinung.<\/p>\n<p>Beschwert sich ein Besch\u00e4ftigter etwa \u00fcber unzumutbare Arbeitsbedingungen, versandet dies nicht selten schlicht in h\u00f6heren Hierarchien besser gestellter Lohnabh\u00e4ngiger. Dort scheinen die zugeteilten Befugnisse jede Menge vorauseilenden Gehorsam zu erzeugen. Die Protagonisten wollen und k\u00f6nnen kein Risiko eingehen, ohne ihren hochdotierten Job zu gef\u00e4hrden. Zugleich verleiht ihnen die Weisungsgebundenheit eine gewisse Immunit\u00e4t: Sie sind schwer rechtlich angreifbar. Welcher angestellte Manager oder Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer will schon auf sein \u00fcppiges Jahresgehalt, zuweilen in Millionenh\u00f6he, verzichten.<\/p>\n<p><strong>Monopole und ihre Machtinstrumente<\/strong><\/p>\n<p>Die jetzige Krise, wohl die gr\u00f6\u00dfte seit dem Zweiten Weltkrieg, fiel nicht vom Himmel. Ihre tieferen Ursachen sind im System der kapitalistischen Marktwirtschaft zu verorten. Mit einfachen Worten: Wenn Unternehmen in st\u00e4ndiger Konkurrenz zueinander um Profite ringen, kommt es zwangsl\u00e4ufig dazu, dass der St\u00e4rkere den Schw\u00e4cheren aussticht. Bei den Gewinnern konzentriert sich immer mehr Reichtum. Sie expandieren, fusionieren und vervielfachen ihren Reichtum immer weiter. Monopole entstehen.<\/p>\n<p>Schon Marx erkannte diesen Prozess der zunehmenden Monopolisierung, einhergehend mit der Verschmelzung von Geld- und Industriekapital zum Finanzkapital. Wladimir Iljitsch Lenin blickte vor \u00fcber 100 Jahren noch weiter. Er beschrieb die zunehmende Verquickung des Finanzkapitals mit den Staatsapparaten und ihren politischen Vertretungen.<\/p>\n<p>Aus der zunehmenden Kapitalkonzentration, befeuert durch die Konkurrenz, folge zwangsl\u00e4ufig, so Lenin in seinen Ausf\u00fchrungen zum Imperialismus, ein &#8220;zweckm\u00e4\u00dfiges Verwachsen&#8221; der Monopolverb\u00e4nde der gro\u00dfen Konzerne mit den staatlichen milit\u00e4rischen und administrativen Organen. So entstehe &#8220;eine effiziente politisch-\u00f6konomische Herrschaftsstruktur, die alle Bereiche des Lebens durchdringt&#8221;. Er sah noch etwas anderes: Die Staatsgewalt m\u00fcsse zunehmend autorit\u00e4r agieren und milit\u00e4rische Mittel einsetzen.<\/p>\n<p>Unbestritten ist, dass heute riesige multinationale Monopole, die viele Industriezweige vereinen, \u00fcber die globalen Lieferketten und Preise bestimmen. Auch die Staaten haben, etwa mit der EU und der NATO, imperialistische Zweckb\u00fcndnisse geschmiedet, die letztendlich die Interessen der fortschrittlichsten Gro\u00dfkonzerne und damit ihre eigenen auf kriegerischem Weg \u2013 mit oder ohne Feuerwaffen \u2013 durchsetzen. Die Staaten und ihre Institutionen sind Herrschaftsinstrumente der m\u00e4chtigsten Kapitalfraktionen geworden.<\/p>\n<p><strong>Die Techgiganten an der Spitze<\/strong><\/p>\n<p>Die Spitze der entwickelten Produktivkr\u00e4fte bilden heute die gro\u00dfen Technologiekonzerne. Sie verf\u00fcgen \u00fcber hochmoderne Computer und Software, ein gigantisches Potenzial an wissenschaftlichem Know-how und riesige materielle Verm\u00f6gen. Sie sind mittels dessen imstande, wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse, inklusive der Bev\u00f6lkerungen, global zu kontrollieren und instruieren. Es ist ihr Interesse, Konkurrenten vom Markt zu verdr\u00e4ngen und sich andere wichtige Wirtschaftssparten einzuverleiben.<\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige kapitalistische Krise spielt den Tech-Konzernen bei ihrem Ringen um Reichtum, Macht und Einfluss in die H\u00e4nde. Es geht im Grunde um ein Stocken des Kapitalverwertungsprozesses, der viel mit der von ihnen selbst vorangetriebenen technologischen Entwicklung zu tun hat. Kurz gesagt: Wo Maschinen und Computer menschliche Arbeitskraft zunehmend ersetzen, sinkt die erzielbare Profitrate.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen einerseits immer schneller immer gr\u00f6\u00dfere Warenmengen mit immer weniger Besch\u00e4ftigten hergestellt werden. Andererseits verliert eine wachsende Masse ihr Lohneinkommen, somit ihre Kaufkraft. Das f\u00fchrt zu einer steigenden \u00dcberproduktion. Immer mehr Waren k\u00f6nnen nicht mehr abgesetzt werden, die M\u00fcllberge wachsen. Der Staat muss mehr Geld f\u00fcr Sozialleistungen aufbringen, Kapitalanlagen werden unrentabler, kleinere und mittelst\u00e4ndische Betriebe gehen pleite.<\/p>\n<p>Lange Zeit versuchten die Zentralbanken, diese Entwicklung aufzuhalten. Viele hatten ihre Leitzinsen bis knapp \u00fcber, auf oder sogar unter Null gesenkt, um billiges Geld auf den Markt zu sp\u00fclen und Unternehmer zum Investieren zu animieren. Doch dieses Modell st\u00f6\u00dft heute an seine Grenzen: Schwindende Ressourcen und zunehmende Umweltzerst\u00f6rung zwingen die Herrschenden in die Schranken \u2013 m\u00f6glicherweise einer von vielen Gr\u00fcnden f\u00fcr so einige Corona-Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p><strong>Grenzen der Profitmaschine: Was folgt?<\/strong><\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Die kapitalistische Profitmaschine, wie wir sie kennen, sieht ihrem Ende entgegen. Es geht nicht mehr h\u00f6her, schneller, weiter. Das war abzusehen, und so manch ein bekannter Verm\u00f6gender hat sich dar\u00fcber bereits \u00f6ffentlich den Kopf zerbrochen, allerdings nicht im Sinne der Massen.<\/p>\n<p>So suchen die M\u00e4chtigsten nach neuen M\u00f6glichkeiten der Unterdr\u00fcckung, zum Beispiel die Rundum\u00fcberwachung. Die Tech-Konzerne haben daf\u00fcr ein umfassendes Repertoire geschaffen und wollen es nutzen. Allerdings ist es teuer und aufw\u00e4ndig, acht Milliarden Menschen solcher G\u00e4ngelei zu unterziehen. Die Regierungen m\u00fcssten mitspielen und die Staaten immer mehr Verarmte versorgen. Aus kapitalistischer Sicht entsteht ja gerade eine wachsende Masse nutzlosen Humankapitals.<\/p>\n<p>Dies ist eine k\u00fchle Feststellung, die aber einiges bef\u00fcrchten l\u00e4sst. Unz\u00e4hlige Existenzen k\u00f6nnten bald daran h\u00e4ngen, wie viele Menschen das Dilemma erkennen und ihre Angst vor Widerstand \u00fcber den Haufen werfen. Ein kollektives &#8220;Nein, bis hierher und nicht weiter&#8221; w\u00e4re vielleicht ein Anfang: F\u00fcr eine humane, kooperative Weltwirtschaft, die den Bed\u00fcrfnissen der Massen dient, nicht dem Reichtum und der Macht weniger Menschen; und die das Erobern von M\u00e4rkten und Ressourcen durch imperialistische Milit\u00e4rb\u00fcndnisse \u00fcberfl\u00fcssig macht.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/144354-volksaufstande-oder-unterwerfung-wie-werden\/\">Volksaufst\u00e4nde oder Unterwerfung \u2013 wie werden die Deutschen im Herbst reagieren?<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/144700-krieg-zerstoerung-verarmung-globales-system\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die heutige Technologie k\u00f6nnte allen Menschen ein angenehmes Leben bescheren. 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