{"id":15523,"date":"2022-07-30T13:38:35","date_gmt":"2022-07-30T11:38:35","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/der-gruene-wuergegriff-des-westens\/"},"modified":"2022-07-30T13:38:35","modified_gmt":"2022-07-30T11:38:35","slug":"der-gruene-wuergegriff-des-westens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/der-gruene-wuergegriff-des-westens\/","title":{"rendered":"Der gr\u00fcne W\u00fcrgegriff des Westens"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/07\/62e409d248fbef15035db7e4.jpg\" \/><\/p>\n<p><em>von Dagmar Henn<\/em><\/p>\n<p>Es ist Zeit, das gr\u00fcne Experiment zu stoppen. Weltweit. Um den Irrsinn zu erkennen, m\u00fcssen wir uns eigentlich nur in Deutschland umsehen. Aus einem \u00fcber Jahrzehnte verl\u00e4sslichen Stromnetz wurde eines, das schon ohne fehlendes Erdgas im Winter seit Jahren knapp am Blackout vorbeischrammte; 80 Prozent der pflanzlichen Nahrungsmittel m\u00fcssen importiert werden, weil viel Fl\u00e4che f\u00fcr Biosprit genutzt wird, und wenn die Verbote k\u00fcnstlicher D\u00fcngung, die gerade in den Niederlanden und in Kanada zu heftigen Bauernprotesten f\u00fchren, auch hier umgesetzt werden, wird auch beim Getreide die Selbstversorgung der Vergangenheit angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Eigentlich sind die Grunds\u00e4tze ganz einfach. Dass sich die Bev\u00f6lkerung in Deutschland vom Jahr 1800 bis heute vervierfachen konnte, w\u00e4re ohne gewaltige Produktivit\u00e4tszuw\u00e4chse in der Landwirtschaft nie m\u00f6glich gewesen. Wie gro\u00df sie sind, kann man an der Ver\u00e4nderung des Anteils der Bev\u00f6lkerung sehen, der in der Landwirtschaft t\u00e4tig ist: von \u00fcber 90 Prozent um 1800 auf f\u00fcnfzig Mitte des vergangenen Jahrhunderts auf nur noch etwas \u00fcber einem Prozent heute.<\/p>\n<p>Die Industrialisierung sog lange Zeit die freigesetzten Arbeitskr\u00e4fte auf und w\u00e4re gleichzeitig nicht m\u00f6glich gewesen, h\u00e4tte die Mechanisierung nicht den Arbeitskr\u00e4ftebedarf verringert. Es l\u00e4sst sich an diesem historischen Beispiel ablesen, dass die gesicherte Ern\u00e4hrung und die technische Entwicklung der Landwirtschaft die wichtigste, unverzichtbare Grundlage f\u00fcr die weitere Entwicklung ist.<\/p>\n<p>Der Einsatz von Kunstd\u00fcnger trug bedeutend zu dieser Entwicklung bei. Schlie\u00dflich kann er die Ertr\u00e4ge verdoppeln. Selbstverst\u00e4ndlich funktioniert das auch andersherum \u2013 wird nicht mehr k\u00fcnstlich ged\u00fcngt, halbieren sich die Ertr\u00e4ge. Nat\u00fcrlicher D\u00fcnger steht n\u00e4mlich nur begrenzt zur Verf\u00fcgung. Weshalb beispielsweise die niederl\u00e4ndische Politik, die eine Landwirtschaft ohne D\u00fcngung erzwingen will, auch auf Deutschland Auswirkungen haben wird, weil gro\u00dfe Teile der Gem\u00fcseimporte aus den Niederlanden stammen. Wenn sich das Angebot von dort verknappt, d\u00fcrften nicht nur die Preise steigen; es wird schlicht wesentlich weniger Gem\u00fcse geben.<\/p>\n<p>Sri Lanka hatte auf Biolandwirtschaft umgestellt und die Regierung hatte den Import von Kunstd\u00fcngern und Pflanzenschutzmitteln verboten. Das Ergebnis? Die Produktion von Nahrungsmitteln ging drastisch zur\u00fcck, und letztlich jagte die hungernde Bev\u00f6lkerung die Regierung aus dem Amt. Es ist nicht so, dass ein solches Resultat nicht absehbar w\u00e4re. Die Inselbewohner hatten nur das Pech, eine Regierung zu haben, die gerne den Musterknaben in &#8220;Nachhaltigkeit&#8221; und &#8220;Energiewende&#8221; geben wollte.<\/p>\n<p>Dabei ist die urspr\u00fcngliche Kritik, von der all diese Fantasien ausgingen, durchaus berechtigt. Ein langj\u00e4hriger Gebrauch von Kunstd\u00fcnger (und in Deutschland reden wir schon von hundert Jahren; schlie\u00dflich wurde die daf\u00fcr grundlegende Ammoniak-Synthese in Deutschland erfunden) f\u00fchrt zur Auslaugung der nicht im D\u00fcnger enthaltenen N\u00e4hrstoffe im Boden. Wenn man aber den Kunstd\u00fcnger einfach streicht, \u00e4ndert das an dieser N\u00e4hrstoffzusammensetzung nichts (es geht dabei um Spurenmineralien wie Selen), nur die produzierte Menge geht massiv zur\u00fcck. Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel hat eine \u00e4hnliche Wirkung. So etwas muss man sich leisten k\u00f6nnen. Die ganzen Eskapaden, die in der deutschen Landwirtschaft durchgef\u00fchrt wurden, funktionierten nur, weil der Import aus anderen L\u00e4ndern jederzeit m\u00f6glich ist (beziehungsweise war, das \u00e4ndert sich gerade). Wenn L\u00e4nder, bei denen n\u00f6tige Nahrungsmittelimporte gleich den Staatshaushalt in die Bredouille bringen, damit experimentieren, endet das wie in Sri Lanka.<\/p>\n<p>In vielen L\u00e4ndern der Erde sind die meisten landwirtschaftlichen Betriebe winzig, und es handelt sich meist um Subsistenzwirtschaft. Das bedeutet, es wird sehr wenig \u00dcberschuss produziert, und wenn sich die Bedingungen verschlechtern (wenn der D\u00fcnger unbezahlbar wird beispielsweise), reicht der Ernteertrag nicht einmal zur Selbstversorgung. Diese Kleinlandwirtschaft erh\u00e4lt zwar die Mehrheit der Bev\u00f6lkerungen gerade so am Leben, aber sie ist lange nicht so produktiv wie eine Landwirtschaft, die sich alle verf\u00fcgbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse und moderne Technik zunutze machen kann.<\/p>\n<p>Es gibt zwei Wege, auf denen sich eine produktivere Form der Landwirtschaft historisch durchsetzen konnte. Die eine besteht in der Vertreibung der Kleinbauern und der B\u00fcndelung des Landes in den H\u00e4nden von Gro\u00dfbetrieben; der andere besteht darin, dass die Kleinbauern selbst, als Genossenschaft, einen Gro\u00dfbetrieb schaffen. Die einfachste Form davon sind Maschinengenossenschaften, in denen nur das technische Ger\u00e4t gemeinsames Eigentum ist. Eine genossenschaftliche Entwicklung ist allerdings nicht das, was sich als Plan hinter dem ganzen Paket der &#8220;Nachhaltigkeit&#8221; erkennen l\u00e4sst. Es w\u00fcrde mich nicht wundern, wenn im Gefolge der Krise in Sri Lanka schon Aufk\u00e4ufer internationaler Konzerne unterwegs w\u00e4ren, um bankrotten Bauern ihr Land abzukaufen.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein Land in den \u00e4rmeren Regionen der Welt erweist sich die angepriesene Nachhaltigkeit als t\u00f6dliche Falle. Dank der Tatsache, dass die Erschlie\u00dfung neuer Lagerst\u00e4tten fossiler Treibstoffe inzwischen von den (westlichen) Banken nicht mehr finanziert wird, entgeht selbst armen L\u00e4ndern wie Namibia oder Mosambik der Zugang zu g\u00fcnstigen Treibstoffen. Die aber werden dort ben\u00f6tigt, um eine Mechanisierung zu erm\u00f6glichen und sich wom\u00f6glich selbst mit Kunstd\u00fcnger versorgen zu k\u00f6nnen; eine sehr energieintensive Produktion, wie wir in den vergangenen Monaten lernen mussten.<\/p>\n<p>Das Pariser Klimaabkommen liest sich erst einmal unschuldig (unabh\u00e4ngig davon, ob man an den Klimawandel glaubt oder nicht). Die praktische Umsetzung sieht dann anders aus. Sie erfolgt n\u00e4mlich mit den altbekannten Zwangsmitteln \u2013 der Gew\u00e4hrung oder Verweigerung von Krediten, bei denen allerdings nicht die Vorgaben, die man vom IWF schon kennt, und die zur dauerhaften Armut f\u00fchren, ersetzt wurden; nein, sie wurden um die zus\u00e4tzliche Vorgabe des &#8220;Klimaschutzes&#8221; erg\u00e4nzt. Im Gegensatz zu dem, was jahrelang in all den Debatten \u00fcber Nachhaltigkeit erz\u00e4hlt wurde, ist hier kein besseres Modell an die Stelle des alten getreten, sondern das alte wurde durch zus\u00e4tzliche Auflagen versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt dazu, dass der Bau traditioneller Kraftwerke weniger gef\u00f6rdert wird als die &#8220;erneuerbaren Energien&#8221;. Wie wir aber aus Deutschland wissen, sind die Ertr\u00e4ge der &#8220;Erneuerbaren&#8221; schwankend, und es ist oft fraglich, ob \u00fcberhaupt eine positive Energiebilanz entsteht, sprich, ob mehr Energie erzeugt wird, als ihre Erzeugung verbraucht. Die hier \u00fcblichen Berechnungen f\u00fcr Windr\u00e4der ignorieren beispielsweise nach wie vor das Problem des R\u00fcckbaus, der bisher schlicht unterlassen wird, weil es ziemlich teuer ist, den Betonsockel loszuwerden und f\u00fcr die Entsorgung der Fl\u00fcgel noch nicht einmal ein Konzept besteht.<\/p>\n<p>Die verl\u00e4sslichste Variante dieser Energieform, die klassische Wasserkraftgewinnung mit Stauseen, ist nat\u00fcrlich ebenfalls nicht vorgesehen, weil daf\u00fcr ja in die Umwelt eingegriffen und doch der Wald gesch\u00fctzt werden muss.<\/p>\n<p>Die Kreditpolitik beziehungsweise die Tatsache, dass es f\u00fcr diesen Schmonzes leichter Geld gibt und andererseits die Erschlie\u00dfung eigener fossiler Rohstoffe verboten ist, f\u00fchrt dann dazu, dass L\u00e4nder, deren Stromnetze schwach entwickelt sind, sie zus\u00e4tzlich mit schwankender Zufuhr belasten. Wenn das schon in Deutschland nicht gut geht, wie dann in L\u00e4ndern wie Ghana?<\/p>\n<p>Ghana bem\u00fcht sich, wie Sri Lanka, brav alle Vorgaben zu erf\u00fcllen. Das hei\u00dft, es wurde in Solaranlagen investiert. Allerdings in einer Situation, in der das Angebot an Strom nicht den Bedarf deckt, sondern ihm immer hinterherhinkt, weil dieser pro Jahr um bis zu 15 Prozent ansteigt. Wenn eine stetig steigende Nachfrage auf ein schwaches Netz mit schwankender Versorgung trifft, ist Unheil vorprogrammiert. In Ghana manifestierte sich das dieses Jahr mit Stromabschaltungen und in den Medien l\u00e4uft eine Debatte, ob es sich dabei jetzt die <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.ghanaweb.com\/GhanaHomePage\/NewsArchive\/Dumsor-imminent-if-urgent-steps-are-not-taken-Kwabena-Donkor-1507880\">R\u00fcckkehr<\/a> von &#8220;Dumsor&#8221; handelt (ein Wort, das \u00fcbersetzt &#8220;An-Aus&#8221; bedeutet und aus der Zeit h\u00e4ufiger <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.graphic.com.gh\/features\/opinion\/wishful-thinking-and-craving-for-dumsor.html\">Stromausf\u00e4lle<\/a> in den Jahren nach 2014 stammt). Die Netzgesellschaft von Ghana <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.ghanaweb.com\/GhanaHomePage\/business\/Localised-power-cuts-not-the-same-as-dumsor-GRIDCO-clarifies-1554962\">meint<\/a>, das seien immer lokal begrenzte Abschaltungen, deshalb sei das Wort nicht angebracht. Aber die Abschaltungen sind die Folge von <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.ghanaweb.com\/GhanaHomePage\/business\/ECG-broke-current-dumsor-a-result-of-financing-challenges-Jinapor-1516307\">Instabilit\u00e4ten<\/a> im Netz.<\/p>\n<p>Inzwischen <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.ghanaweb.com\/GhanaHomePage\/business\/Dumsor-product-of-Ghana-s-failed-700m-Green-Energy-revolution-Prof-Steve-Hanke-1583660\">kommentierte<\/a> ein Professor der John-Hopkins-Universit\u00e4t, Steve Hanke, dieses Ergebnis. &#8220;2015 unterzeichnete Ghana das Pariser Abkommen, und die Weltbank sorgte f\u00fcr eine B\u00fcrgschaft \u00fcber 700 Millionen Dollar f\u00fcr Ghanas \u00dcbergang zu erneuerbaren Energien. Heute hat Ghana es mit regelm\u00e4\u00dfigen Blackouts zu tun. \u2026 Drei L\u00e4nder wurden zu Musterf\u00e4llen f\u00fcr gr\u00fcne Katastrophen. Ghana, S\u00fcdafrika und Sri Lanka. Was haben sie miteinander gemein? Stromabschaltungen, Proteste und Blackouts.&#8221;<\/p>\n<p>Ghana hat sich auch verpflichtet, den Gebrauch von Kunstd\u00fcngern zu reduzieren. Inzwischen stieg die Zahl der Einwohner, deren Ern\u00e4hrung nicht gesichert ist, auf 11,7 Prozent oder 3,6 Millionen Menschen; doppelt so viele wie 2009.<\/p>\n<p>Viele Nahrungsmittel werden importiert. In den Jahren von 2017 bis 2020 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.modernghana.com\/news\/1168098\/fixing-the-country-open-letter-to-the-president.html\">gab<\/a> Ghana 1,13 Milliarden Ghana-Cedi (etwa acht Cedi entsprechen einem Euro) f\u00fcr den Import von Reis aus, 2,65 Milliarden f\u00fcr H\u00fchnerfleisch, 487 Millionen f\u00fcr Fleisch und 281 Millionen f\u00fcr Gem\u00fcse.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Notwendigkeit, H\u00fchnerfleisch zu importieren, darf sich Ghana bei der EU bedanken, die durch jahrelange subventionierte Exporte die H\u00fchnerzucht in ganz Westafrika ruiniert hat. Beim Reis, so ein ghanischer Politiker, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.modernghana.com\/news\/1168098\/fixing-the-country-open-letter-to-the-president.html\">k\u00f6nnte<\/a> das Land nicht nur Selbstversorger sein, sondern sogar exportieren: &#8220;Der durchschnittliche Ertrag an Reis in Ghana liegt bei etwa 3,5 Tonnen pro Hektar. Mit einer guten Sorte und guten landwirtschaftlichen Technologien (guter Vorbereitung des Bodens vor der Aussaat, Kultivierung w\u00e4hrend des Wachstums, Unkrautbeseitigung, Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung, D\u00fcngung, Wassermanagement, guten Ernteverfahren, Trocknung etc.) k\u00f6nnte Ghana 8 bis 11 Tonnen pro Hektar erzielen.&#8221; Es ist leicht zu sehen, dass die Nachhaltigkeitsvorgaben der Umsetzung eines solchen Reisanbaus im Weg stehen.<\/p>\n<p>Der hohe Anteil an Importen d\u00fcrfte mit dazu beigetragen haben, dass die Inflation in Ghana inzwischen nach offiziellen Angaben bei 29,8 Prozent liegt. Der Preis f\u00fcr Speise\u00f6l ist um 59,3 Prozent gestiegen, der f\u00fcr Weizenmehl um 65 Prozent. Daf\u00fcr hat die W\u00e4hrung Ghanas 23,5 Prozent an Wert verloren, was die Importe weiter verteuert. Im Verlauf der letzten zwei Jahre sind die Nahrungsmittelpreise nach <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/peoplesdispatch.org\/2022\/07\/20\/ghanas-unions-and-left-reject-bailout-talks-with-the-imf-as-economic-crisis-spirals\/\">Angaben<\/a> ghanaischer Oppositioneller insgesamt um 400 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p>Die Regierung tut daraufhin das, was sich die westlichen L\u00e4nder w\u00fcnschen \u2013 sie <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.theafricareport.com\/223099\/ghanas-high-inflation-breaks-a-20-year-record\/\">will<\/a> Sonderziehungsrechte beim IWF beantragen. Muss man die Folgen ausbuchstabieren? K\u00fcrzung des Staatshaushalts, Entlassung \u00f6ffentlicher Besch\u00e4ftigter, Privatisierung von allem, was nicht bei drei auf dem Baum ist? Ich denke, jeder wei\u00df inzwischen, welches Elend sich hinter den drei Buchstaben IWF verbirgt. Kwesi Pratt Junior, Vertreter der oppositionellen Sozialisten, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/peoplesdispatch.org\/2022\/07\/20\/ghanas-unions-and-left-reject-bailout-talks-with-the-imf-as-economic-crisis-spirals\/\">sagt<\/a> \u00fcber die Folgen des ersten IWF-Kredits 1983: &#8220;Von den 400 Fabriken, die Nkrumah (der erste Pr\u00e4sident Ghanas, Anm. d. Red.) gebaut hatte, hatten wir 1992 \u00fcber 300 verkauft. Von all den Unternehmen und Fabriken, die wir verkauft haben, arbeiten jetzt nur noch zwei. Die anderen brachen schlicht zusammen.&#8221;<\/p>\n<p>Oder der Kredit von 2015: &#8220;Im Austausch gegen einen Kredit von 918 Millionen US-Dollar verordnete die Regierung Reformen, einschlie\u00dflich einer Zur\u00fccknahme von Energiesubventionen, einer Steigerung der Benzinpreise um 17 Prozent und dem Einfrieren der Stellen im \u00f6ffentlichen Sektor. Der nominelle Lohnanstieg wurde ebenfalls auf 10 Prozent begrenzt.&#8221;<\/p>\n<p>Am 4. Juli traten die Lehrer in den Streik. Sie forderten eine Erh\u00f6hung ihres Gehalts um 20 Prozent, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten abzufangen. Nachdem sich die Streiks auszuweiten drohten, stimmte die Regierung einer Erh\u00f6hung um 15 Prozent zu. Die Gewerkschaften lehnen eine Kreditaufnahme beim IWF ab. Wenn die Vorgaben des IWF bekannt werden, k\u00f6nnte das zu Unruhen f\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens hatte sich neben dem IWF mit seinem &#8220;gro\u00dfz\u00fcgigen&#8221; Angebot bereits im April USAID in Ghana <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.ghanaweb.com\/GhanaHomePage\/business\/Russia-Ukraine-crisis-USAID-pledges-to-support-Ghana-to-sustain-food-security-1508669\">gemeldet<\/a> und erkl\u00e4rt, die Vereinigten Staaten w\u00fcrden Ghana weiter dabei unterst\u00fctzen, in der Nahrungsmittelproduktion selbstversorgend zu werden, angesichts des globalen Kunstd\u00fcngermangels, der &#8220;durch Russlands Invasion in der Ukraine&#8221; ausgel\u00f6st worden sei. Die USA sind wie immer bereit, einen von ihnen geschaffenen Mangel im Austausch gegen eine St\u00e4rkung ihrer Machtposition zu beheben.<\/p>\n<p>Die Bedingungen, die mit der &#8220;Nachhaltigkeit&#8221; gesetzt werden, f\u00fchren aber nicht nur zu einem Anstieg des Hungers. Sie werden auch den Bankrott vieler Bauern ausl\u00f6sen. Und da wird es interessant, wenn man feststellt, dass unter den gr\u00f6\u00dften Landaufk\u00e4ufern weltweit Konzerne zu finden sind, die die ganze Klimaagenda mit viel Geld gef\u00f6rdert haben. Bill Gates beispielsweise. Oder<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.facing-finance.org\/de\/database\/cases\/monsanto-land-grabbing-political-collusion-and-community-displacement\/\"> Monsanto<\/a>. Die dann nicht nur genetisch modifiziertes und patentiertes Saatgut, das f\u00fcr dauerhafte Abh\u00e4ngigkeit der Anbauer sorgt, in den Markt <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ifz.org.br\/2022\/06\/03\/war-within-the-war-the-fight-over-land-and-genetically-engineered-agriculture\/\">dr\u00fccken<\/a> k\u00f6nnen, sondern die Ern\u00e4hrung der Welt direkt unter Kontrolle haben.<\/p>\n<p>Die Regierung in Kiew hat \u00fcbrigens letztes Jahr die Corona-Ma\u00dfnahmen genutzt, um die vom IWF geforderte &#8220;\u00d6ffnung&#8221; des Landmarkts <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www-oaklandinstitute-org.translate.goog\/blog\/who-really-benefits-creation-land-market-ukraine?_x_tr_sl=fr&amp;_x_tr_tl=en&amp;_x_tr_hl=de&amp;_x_tr_pto=wapp\">durchzupauken<\/a>. Also die Aufhebung der Regelung, die es Ausl\u00e4ndern untersagt, Land in der Ukraine zu kaufen. Wie gro\u00df die Fl\u00e4chen sind, die sich diese Akteure dort seitdem unter den Nagel rei\u00dfen konnten, ist unbekannt. Aber klar ist, dass auch diese Bestrebungen mit dazu beitragen, einen Frieden in der Ukraine zu verhindern. Denn mit der Kontrolle \u00fcber die fruchtbaren ukrainischen B\u00f6den w\u00e4ren diese Akteure ihrem Ziel, in nennenswertem Ma\u00dfe die Kontrolle \u00fcber die globale Nahrungsmittelproduktion zu erlangen, einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4her.<\/p>\n<p>In Russland sind sie \u00fcbrigens seit 2014 aus dem Spiel. Die Rekordernten der letzten Jahre wurden ohne Pestizideinsatz erzielt; da spielte sicher der hohe wissenschaftliche Stand der Landwirtschaft eine bedeutende Rolle.<\/p>\n<p>Wenn man die weltweite Entwicklung betrachtet, sieht es sehr danach aus, dass die Zusammensetzung der Sanktionen vor allem das Ziel hatte, den kolonialen Griff wieder zu verst\u00e4rken. Die negativen Folgen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerungen selbst der westlichen Kernl\u00e4nder waren bei dem Angriff auf den globalen S\u00fcden sozusagen der Kollateralschaden.<\/p>\n<p>Aber auch hier \u2013 die Zeiten, in denen der IWF die einzige Rettung vor einer drohenden Katastrophe war, sind vorbei, und es k\u00f6nnte sich erweisen, dass viele L\u00e4nder in Russland und China die bessere Alternative sehen. Zum Gl\u00fcck; denn wenn man die Entwicklung des chemisch-agrarischen Komplexes kennt, geht es in dieser Auseinandersetzung tats\u00e4chlich um die Freiheit, und zwar auf einer sehr existenziellen Ebene. Und es ist nicht der Westen, der f\u00fcr sie esteht.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de.rt.com\/afrika\/142699-warum-afrika-russland-mehr-vertraut-als-den-usa\/\">Warum Afrika Russland mehr vertraut als den USA<\/a><\/p>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/144777-grune-wurgegriff-westens\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Dagmar Henn Es ist Zeit, das gr\u00fcne Experiment zu stoppen. Weltweit. Um den Irrsinn zu erkennen, m\u00fcssen wir uns eigentlich nur in Deutschland umsehen. 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