{"id":15265,"date":"2022-07-27T21:52:54","date_gmt":"2022-07-27T19:52:54","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/jetzt-raechen-sich-die-suenden-der-vergangenheit\/"},"modified":"2022-07-27T21:52:54","modified_gmt":"2022-07-27T19:52:54","slug":"jetzt-raechen-sich-die-suenden-der-vergangenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/jetzt-raechen-sich-die-suenden-der-vergangenheit\/","title":{"rendered":"Jetzt r\u00e4chen sich die S\u00fcnden der Vergangenheit"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/07\/62e17c35b480cc2e2664db1e.jpg\" \/><\/p>\n<p><em>von Rainer Rupp<\/em><\/p>\n<p>Wie sehr auch Wirtschaftsnachrichten inzwischen manipuliert und gesch\u00f6nt werden, zeigen die aktuellen Bem\u00fchungen der Biden-Administration, die bevorstehende Feststellung einer Rezession in den USA mit allerlei l\u00e4cherlichem Get\u00f6se zu verhindern. Denn so kurz vor den Kongresswahlen w\u00e4re das offizielle Eingest\u00e4ndnis einer Rezession Gift f\u00fcr die Siegeschancen von Bidens Demokratischer Partei im House of Representatives, das im November neu gew\u00e4hlt wird.<\/p>\n<p>Da die Republikaner ohnehin bereits den Senat dominieren, w\u00e4re der aktuell ziemlich wahrscheinliche Verlust der Mehrheit im Repr\u00e4sentantenhaus f\u00fcr die Demokraten eine schwere Schlappe. Das w\u00fcrde bedeuten, dass die Biden-Administration die n\u00e4chsten zwei Jahre als &#8220;lahme Ente&#8221; regieren m\u00fcsste. Und das ausgerechnet zu einer Zeit, in der sich die wirtschaftspolitischen S\u00fcnden der Vergangenheit in Form von nicht bereinigten Krisen und hemmungslosem Gelddrucken durch die US-Zentralbank zunehmend r\u00e4chen.<\/p>\n<p>Eine dieser S\u00fcnden, die sich jetzt mit Macht r\u00e4cht, war die Erfindung der &#8220;Modern Monetary Theory (MMT)&#8221;, die Moderne Geldtheorie. Diese MMT besagte allen Ernstes, dass die Zentralbanken so viel Geld &#8220;drucken&#8221; k\u00f6nnten beziehungsweise so viele Staatsschulden kaufen und die Wirtschaft mit so viel Liquidit\u00e4t \u00fcberfluten k\u00f6nnten, wie sie wollen, ohne dass dies negative Folgen h\u00e4tte, zum Beispiel f\u00fcr die Inflation oder f\u00fcr die Einkommensverteilung. Tats\u00e4chlich haben wir infolge dieser MMT eine historisch ungekannte Konzentration immensen Reichtums in den H\u00e4nden von immer weniger Leuten gesehen, w\u00e4hrend die Masse der Menschen, einschlie\u00dflich des Mittelstandes, immer \u00e4rmer geworden ist!<\/p>\n<p>Ein Pfeiler dieser im Westen praktizierten Modernen Geldtheorie war bis vor wenigen Monaten die Null-Zins-Politik der US-Zentralbank FED, w\u00e4hrend die Europ\u00e4ische Zentralbank EZB bis vor wenigen Tagen eine noch radikalere Politik der negativen Zinsen durchgesetzt hatte. Aktuell d\u00fcmpelt das Zins-Niveau der EZB bei null \u2013 und das bei neun Prozent Inflation in der Europ\u00e4ischen Union. In den USA ist die Differenz zwischen Inflation und Zinsen etwas geringer und liegt bei 7,5 Prozent.<\/p>\n<p>Die direkten Folgen dieser Entwicklung sind gewaltige Kaufkraftverluste, vor allem f\u00fcr die unteren Einkommensbezieher, denn die Preissteigerungen in den Bereichen Miete, Transportkosten und Lebensmittel liegen weit \u00fcber der durchschnittlich errechneten BIP-Inflationsrate von acht bis neun Prozent. Aber genau f\u00fcr diese hoch-inflation\u00e4ren G\u00fcter und Dienstleistungen geben Geringverdiener in den USA und der EU den Gro\u00dfteil ihres Einkommens aus.<\/p>\n<p>Mit der fragw\u00fcrdigen, wenn nicht sogar kriminellen Modernen Geldtheorie wollten die westlichen Regierungs\u00f6konomen angeblich ihre L\u00e4nder aus den Krisen f\u00fchren, die mit der Bankenkrise 2007\/ 2008 begonnen hatten und sich anschlie\u00dfend zu einer allgemeinen Finanz- und Staatsschuldenkrise ausgeweitet hatten. Begleitet wurde dies von einem schweren, globalen Einbruch der realen Wirtschaft. Von diesen Krisen hat sich der Westen bis heute nicht erholt. Im Gegenteil; er sitzt heut tiefer im Morast als 2007\/ 2008. In den nachfolgenden Jahren wurden die schweren wirtschaftlichen Verwerfungen in den westlichen L\u00e4ndern zwar durch ungehemmtes Gelddrucken \u00fcbert\u00fcncht, aber die strukturellen Probleme haben sich zugleich immer tiefer in die wirtschaftliche Substanz des Westens hineingefressen.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund sind die aktuellen Meldungen aus den USA dazu, ob das Land in einer Rezession steckt, nicht verwunderlich. Regelrecht belustigend ist, wie jetzt Regierungs\u00f6konomen an der Definition des Begriffs &#8220;Rezession&#8221; basteln, um das b\u00f6se Wort nicht benutzen zu m\u00fcssen. Das hat mich an einen alten Witz aus der Zeit erinnert, als Maggie Thatcher noch britische Premierministerin war.<\/p>\n<p>Die Premierministerin Thatcher brauchte dringend einen neuen Chef-\u00d6konom. Drei Wirtschaftswissenschaftler waren in die engere Wahl f\u00fcr den Job gekommen. Beim Vorstellungsgespr\u00e4ch stellte Frau Thatcher dem ersten Kandidaten die Frage: &#8220;Wie viel ist zwei und zwei?&#8221; Die Antwort lautete &#8220;vier&#8221;. Frau Thatcher hakte nach: &#8220;UND&#8221;. Die Antwort laute unver\u00e4ndert: &#8220;Ja, vier, was sonst&#8221;. Er durfte gehen.<\/p>\n<p>Dem zweiten Kandidaten stellte Frau Thatcher dieselbe Frage: &#8220;Wie viel ist zwei und zwei?&#8221; Diesmal lautete die Antwort &#8220;vier, es k\u00f6nnte aber auch 22 sein&#8221;. Wieder hakte Frau Thatcher mit einem &#8220;UND&#8221; nach. Aber auch dieser Kandidat hatte dem nichts hinzuzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Der dritte Kandidat antwortete auf dieselbe Frage ebenfalls mit &#8220;vier oder 22&#8221;. Erneut hakte Frau Thatcher mit ihrem &#8220;UND&#8221; nach. Kandidat drei z\u00f6gerte einen Moment und hatte dann verstanden. Die Antwort, die ihm die Position des Chef-\u00d6konomen der Premierministerin bescherte, lautete:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Zwei und zwei k\u00f6nnen vier, aber auch 22 sein. Zwei und zwei k\u00f6nnen aber auch drei oder f\u00fcnf oder 27 sein, ganz wie Sie, Frau Premierministerin, das Ergebnis haben wollen.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die F\u00e4higkeit der Chef-\u00d6konomen der Regierungen der westlichen Welt aus &#8220;zwei und zwei&#8221; f\u00fcnf oder 27 zu machen, steht derzeit besonders hoch im Kurs. Denn vor dem Hintergrund der schweren wirtschaftlichen Probleme in den L\u00e4ndern der verfaulenden westlichen Wertegemeinschaft muss man den Menschen Sicherheit kommunizieren, um Unruhen zu vermeiden. Man braucht wissenschaftliche Alchemisten, die Mist wie Gold aussehen lassen. Und ein guter Regierungsvolkswirt beherrscht diese hohe Kunst. Sie k\u00f6nnen aus einem h\u00e4sslichen H\u00e4ngebauchschwein, das sich wonnig im Morast hoher Inflationsraten, zerbrochener Lieferketten und katastrophaler Energiekrisen suhlt, mit etwas Lippenstift und Make-up ein anziehendes Kuscheltier zaubern.<\/p>\n<p>Da ich selbst einen Universit\u00e4tsabschluss in Wirtschaftswissenschaften habe und auch noch &#8220;politische \u00d6konomie&#8221; studiert habe, die heute in unserer neoliberalen \u00c4ra nicht mehr gelehrt wird, wei\u00df ich, wovon ich spreche. Anders als in der Mathematik, wo es f\u00fcr zwei plus zwei nur eine L\u00f6sung gibt, sind zum Beispiel in den Wissenschaften, die sich mit der Juristerei oder der Wirtschaft besch\u00e4ftigen, alles m\u00f6glich. Es kommt nur auf die jeweilige Definition an und schon bekommt man das gew\u00fcnschte Ergebnis. Da kann aus einem positiven Resultat ein negatives werden, oder umgekehrt. Es ist wie bei einem Fu\u00dfballspiel, bei dem man w\u00e4hrend des Spiels das eigene Tor verkleinert. In dieser Kunst, Definitionen politisch zielgerichtet zu ver\u00e4ndern, um der jeweiligen Politik der Herrschenden zu dienen, kannten sich Juristen bereits in vor-r\u00f6mischen Zivilisationen aus. Die Wirtschaftswissenschaftler haben dieses Geschick erst in den letzten zwei Jahrhunderten perfektioniert.<\/p>\n<p>Derzeit arbeiten in den USA ganze Heerscharen von \u00d6konomen der Regierung und der US-Zentralbank FED daran, mit einem neuen &#8220;Definitions-Lippenstift&#8221; das h\u00e4ssliche Warzenschwein der Gattung &#8220;Rezession&#8221; aufzuh\u00fcbschen, um es dann m\u00f6glichst ganz aus dem Stra\u00dfenbild der US-Hauptstadt verschwinden zu lassen. Dabei werden sie von den &#8220;Presstituierten&#8221;, die Pr\u00e4sident Biden und seiner Demokratischen Partei nahestehen, in den Medien nach Kr\u00e4ften unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>So ist es durchaus m\u00f6glich, dass die Rezession, die nach der bisherigen Definition in den USA bereits eingetreten ist, schon bald als &#8220;Fake News&#8221; abgetan wird und der wirtschaftliche Niedergang in den USA, ebenso wie die hohen Inflationsraten nicht wirklich existieren, sondern nur &#8220;gef\u00fchlt sind&#8221;.<\/p>\n<p>Diese krankhafte Verweigerung der Realit\u00e4t, der Unwille, die Welt so wahrzunehmen, wie sie ist, ist symptomatisch f\u00fcr die Biden-Administration. Das hat nicht nur zu einer Versch\u00e4rfung der au\u00dfenpolitischen Krisen und zur nachhaltigen Schw\u00e4chung von Washingtons globaler Position gef\u00fchrt, sondern die Vereinigten Staaten auch innenpolitisch und wirtschaftlich destabilisiert.<\/p>\n<p>Aber nun zur herk\u00f6mmlichen Definition der &#8220;Rezession&#8221; und zu dem Zaubertrick, mit dem das Wei\u00dfe Haus jetzt versucht, sie aus der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung verschwinden zu lassen.<\/p>\n<p>Der Begriff &#8220;Rezession&#8221; ist in den USA seit Jahrzehnten wie folgt definiert: &#8220;Eine Periode des vor\u00fcbergehenden wirtschaftlichen Niedergangs, in der der Handel und die Industriet\u00e4tigkeit zur\u00fcckgehen, was im Allgemeinen durch einen R\u00fcckgang des BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen gekennzeichnet ist&#8221;.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hat es in der US-Finanzwelt und Wirtschaft nie eine Debatte gegeben, auch nicht zwischen den beiden gro\u00dfen politischen Parteien, den Demokraten und den Republikanern.<\/p>\n<p>Aber Joe Bidens Wei\u00dfes Haus, das in weniger als 2 Jahren sehenden Auges in mehr Katastrophen gestolpert ist als unter einem seiner Vorg\u00e4nger, will nun auch die &#8220;Torpfosten&#8221; der Definition von Rezession verschieben. Dazu wurde vor wenigen Tagen mit der Autorit\u00e4t des absolut vertrauensw\u00fcrdigen Wei\u00dfen Hauses eine Presseanweisung erteilt, um die l\u00e4stigen &#8220;Desinformationen&#8221;, die in letzter Zeit die Runde machen, dass n\u00e4mlich die USA in einer Rezession stecken, ein f\u00fcr alle Mal zu unterbinden.<\/p>\n<p>Zu diesem Zweck ver\u00f6ffentlichte letzte Woche der &#8220;Beirat der Wirtschaftsberater des Wei\u00dfen Hauses&#8221; auf <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/cea\/written-materials\/2022\/07\/21\/how-do-economists-determine-whether-the-economy-is-in-a-recession\/\">seinem Internet-Blog<\/a> ein Positionspapier unter dem Titel &#8220;Wie bestimmen \u00d6konomen, ob sich die Wirtschaft in einer Rezession befindet?&#8221;. Das Papier beginnt mit der Begriffskl\u00e4rung:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Was ist eine Rezession? W\u00e4hrend einige behaupten, dass zwei aufeinanderfolgende Quartale mit sinkendem realem BIP eine Rezession darstellen, ist dies weder die offizielle Definition noch die Art und Weise, wie \u00d6konomen den Zustand des Konjunkturzyklus bewerten.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Und dann verschieben Bidens \u00d6konomen unter Vort\u00e4uschung von mehr &#8220;Wissenschaftlichkeit&#8221; die Torpfosten und f\u00fchren ihre neue Gummi-Definition ein. Da hei\u00dft es nun:\u00a0<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Stattdessen ruhen sowohl die offiziellen Bestimmungen \u00fcber Rezessionen als auch die Einsch\u00e4tzung der Wirtschaftst\u00e4tigkeit durch die \u00d6konomen auf einem ganzheitlichen Blick, n\u00e4mlich auf den Daten \u2013 einschlie\u00dflich denen des Arbeitsmarktes, der Konsum- und Unternehmensausgaben, der Industrieproduktion und der Einkommen. Basierend auf diesen Daten ist es unwahrscheinlich, dass der R\u00fcckgang des BIP im ersten Quartal dieses Jahres \u2013 selbst wenn ihm im zweiten Quartal ein weiterer R\u00fcckgang des BIP folgt \u2013 auf eine Rezession hindeutet.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Es folgt noch etwas Bla-Bla und das Jonglieren mit Entwicklungen ausgesuchter Wirtschaftsindikatoren, die dank ihrer geschickten Pr\u00e4sentation in eine positive Richtung deuten. Folgerichtig endet das Papier mit der zu erwartenden Schlussfolgerung, dass derzeit nichts auf einen gesamtwirtschaftlichen Abschwung in den USA hindeutet. W\u00f6rtlich hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession ist niemals gleich null, aber die Trends in den Daten der ersten H\u00e4lfte dieses Jahres, die zur Bestimmung einer Rezession verwendet werden, deuten nicht auf einen Abschwung hin.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die politische Debatte um den Begriff &#8220;Rezession&#8221; ist nicht neu. Bereits im Januar 2008, als die Bankenkrise und die Rezession l\u00e4ngst begonnen hatten, erkl\u00e4rte der damalige FED-Vorsitzende Ben Bernanke, dass &#8220;die Federal Reserve derzeit keine Rezession prognostiziert&#8221;. Im Juni 2008 unterstrich er dann, dass &#8220;das Risiko, dass die Wirtschaft in einen erheblichen Abschwung eingetreten ist, im letzten Monat oder so abgenommen zu haben scheint.&#8221; Und noch im August 2008 bestritt Bernanke, &#8220;dass eine Rezession im Gange&#8221; sei. Nat\u00fcrlich sagte er all das, weil es damals, wie heute, die politische Zweckm\u00e4\u00dfigkeit verlangte. Aus dem gleichen Grund wollte auch die derzeitige US-Finanzministerin und ehemalige FED-Chefin Janet Yellen das Wort &#8220;Rezession&#8221; aus dem \u00f6ffentlichen Diskurs verbannen, als sie sich am Dienstag dieser Woche in einem Interview auf &#8220;Meet the Press&#8221; gegen die g\u00e4ngige Definition von &#8220;Rezession&#8221; aussprach.<\/p>\n<\/p>\n<p>Aber egal, wie diese Diskussion um den Begriff &#8220;Rezession&#8221; in Washington ausgeht, zweifellos befindet sich die &#8220;Biden-Wirtschaft&#8221; im Niedergang. Der einfache amerikanische Arbeiter braucht keine Wortspielerei, um zu verstehen, dass die Inflation die Lohnerh\u00f6hungen beiweitem \u00fcbersteigt. Es bedarf keiner &#8220;offiziellen&#8221; Rezessions-Erkl\u00e4rung, um zu erkennen, dass der Lebensstandard in den USA sinkt, dass die Nahrungsmittel- und Mietinflation mehr Amerikaner zwingt, Kreditkartenschulden anzuh\u00e4ufen und verst\u00e4rkt von Ersparnissen zu leben, die eigentlich zur Altersvorsorge gedacht waren.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich aber ruht das Wirtschaftssystem der USA sowie das des ganzen Westens l\u00e4ngst nicht mehr auf starken S\u00e4ulen, sondern auf immer h\u00f6heren und wackligeren Stelzen, die jederzeit bei einem unvorhergesehenen Schock zusammenbrechen k\u00f6nnen. Auch die westlichen Eliten in Wirtschaft und Politik wissen das, auch dass es aus dieser Situation keinen guten Ausweg gibt. Die Katastrophe ist unausweichlich. Es ist keine Frage des &#8220;Ob&#8221;, sondern nur noch eine des &#8220;Wann&#8221;. Und das Wann wird mit jedem Tag wahrscheinlicher. Ein selbstkritischer Insider der US-Finanzindustrie hatte diese Situation vor einiger Zeit wie folgt beschrieben:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Alle Hedgefonds-Manager wissen, dass sie auf dem Musikdeck der Titanic tanzen. Sie kennen das Schicksal des Schiffes. Aber solange die Musik spielt, machen sie gro\u00dfes Geld. Deshalb m\u00fcssen sie mittanzen, denn wer Vorsicht walten l\u00e4sst und abseitssteht, macht nicht die gro\u00dfen Gewinne, die die anderen machen und wird deshalb vom System bestraft, indem er zum Beispiel seinen Job verliert. Da jedoch alle T\u00e4nzer die wachsende Gefahr kennen, versucht jeder m\u00f6glichst nahe am Ausgang zu tanzen, um beim geringsten Anzeichen des Zusammensto\u00dfes mit dem Eisberg als Erster in einem der Rettungsboote zu sitzen.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nur ein Bruchteil der Geldverm\u00f6gen in den H\u00e4nden der Reichen, das sich zu einer kolossalen Blase aufgebl\u00e4ht hat, konnte in reale Werte, wie Immobilien, Wertpapiere, Edelmetalle und Kunstwerke, investiert werden. Der Rest des Geldes ist hei\u00dfe Luft, f\u00fcr die die &#8220;Investoren&#8221; verzweifelt nach lukrativen Anlagem\u00f6glichkeiten suchen und am liebsten noch die letzten Verm\u00f6genswerte von Staat und Gemeinden privatisieren m\u00f6chten. Ein anderer Teil der Geldblase hat an den Aktienb\u00f6rsen seit 2011 jedes Jahr f\u00fcr neue H\u00f6chstst\u00e4nde gesorgt, trotz zunehmender Krisenstimmung bei vielen Anlegern. Aktuell aber gibt es viele Hinweise, dass auch diese Blase bald platzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zu allem \u00dcberfluss sind seit dem Fr\u00fchjahr 2020 noch einige Krisen hinzugekommen. Die Corona-Lockdowns haben erlaubt, den Geldhahn noch weiter aufzudrehen und Billionen Dollar und Euros in das System zu pumpen. Der von den USA angezettelte Handelskrieg gegen China hat eine ganze Reihe zus\u00e4tzlicher Lieferketten zerst\u00f6rt. Und nicht zuletzt haben die dilettantischen westlichen Bumerang-Sanktionen gegen Russland zur aktuellen Energie-Krise gef\u00fchrt. Letztere hat das Zeug, der Wirtschaft der EU-L\u00e4nder endg\u00fcltig den Teppich unter den F\u00fc\u00dfen wegzurei\u00dfen.<\/p>\n<p>Auch sollte jeder Politiker wissen, dass man den Wohlstand eines Landes nicht mit Hilfe der Zentralbank herbeidrucken kann. Zwar k\u00f6nnen clevere \u00d6konomen dank innovativer Definitionen den Leuten auf dem Papier vorgaukeln, dass die Wirtschaft und ihr Wohlstand w\u00e4chst. Aber am Ende merkt auch der D\u00fcmmste, was los ist, wenn das Geld in der Tasche nicht mehr f\u00fcr das Notwendigste reicht.<\/p>\n<p>Mit der Modernen Geldtheorie wurde im Westen das Gegenteil von Wachstum und Wohlstand erreicht. Konsequent versuchen daher die Finanz- und Politeliten den Tag der Abrechnung mit immer neuen Tricks und T\u00e4uschungsman\u00f6vern hinauszuschieben und uns von den eigentlichen Problemen unserer Gesellschaft abzulenken. Bis vor Kurzem war es noch der absolut \u00fcberlebensnotwendige &#8220;Gr\u00fcne Deal&#8221;, um das Klima zu retten. Angesichts der aktuellen Reaktivierung von Kohlekraftwerken hat die Klima-Rettung f\u00fcr die Ampelkoalition in Berlin aber offensichtlich keine Priorit\u00e4t mehr.<\/p>\n<\/p>\n<p>Viel wichtiger scheint es der Scholz-Regierung jetzt, dem deutschen B\u00fcrger vorzugaukeln, dass die politische Entscheidung, russische Energie-Produkte zu sanktionieren, ein moralischer Geniestreich und kein katastrophaler Fehler war. Und weil sie diesen Fehler nicht eingestehen wollen oder k\u00f6nnen, sind sie bereit, den Industriestaat Deutschland auf dem Altar ihrer Arroganz und US-H\u00f6rigkeit zu opfern. Sie sind bereit, unsere Gesellschaft an den Rand des Abgrunds zu f\u00fchren, denn selbst der Intelligenzbolzen Baerbock erwartet f\u00fcr diesen Winter gr\u00f6\u00dfere Unruhen im Land.<\/p>\n<p>Wenn Geringverdiener und eine wachsende Zahl Arbeitsloser und ihre Familien ohne Aussicht auf Besserung wegen sinkender Kaufkraft nicht mehr in der Lage sind, sich hinreichend zu ern\u00e4hren; und wenn gleichzeitig von ihnen verlangt wird, aus Solidarit\u00e4t mit dem Geheimdienst-Staat Ukraine und dessen erzkorrupter Selenskij-Regierung im eigenen Wohnzimmer zu frieren, dann sind auch die herrschenden Eliten in Deutschland zurecht um ihre Zukunft besorgt.\u00a0<\/p>\n<p>Um das Schlimmste abzuwenden, h\u00e4tte die deutsche Polit-Elite noch die Chance, \u00fcber ihren eigenen Schatten zu springen und eine eigenst\u00e4ndige Politik zum Wohl des deutschen Volkes zu machen, sich aus der westlichen Kriegsfront gegen Russland zu l\u00f6sen und eine Wiederann\u00e4herung mit Moskau zum gegenseitigen Vorteil zu verfolgen. Aber wir haben in Berlin keine souver\u00e4ne Regierung. Die aktuelle Bundesregierung hat \u2013 ihrem Verhalten nach zu urteilen \u2013 ihren Amtseid darauf geschworen, die Interessen Washingtons und der Ukraine zu verteidigen, auf Kosten des deutschen Volkes. Die deutschen Polit-Eliten wollen ihre schrecklichen Fehler partout nicht einsehen und riskieren damit im kommenden Winter, entsprechend den von Annalena Baerbock bef\u00fcrchteten unkontrollierten Entwicklungen pers\u00f6nlich zur Zielscheibe des Volkszorns zu werden.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/kurzclips\/video\/144488-biden-ich-denke-nicht-dass\/\">Biden: &#8220;Ich denke nicht, dass wir eine Rezession erleben werden&#8221;<\/a><\/p>\n<\/p>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/144595-jetzt-rachen-sich-sunden-vergangenheit\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Rainer Rupp Wie sehr auch Wirtschaftsnachrichten inzwischen manipuliert und gesch\u00f6nt werden, zeigen die aktuellen Bem\u00fchungen der Biden-Administration, die bevorstehende Feststellung einer Rezession in den USA mit allerlei l\u00e4cherlichem Get\u00f6se zu verhindern. 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