{"id":14054,"date":"2022-07-16T19:45:58","date_gmt":"2022-07-16T17:45:58","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/nur-ein-schmutziges-abkommen-mit-moskau-koennte-die-ukraine-retten-teil-2\/"},"modified":"2022-07-16T19:45:58","modified_gmt":"2022-07-16T17:45:58","slug":"nur-ein-schmutziges-abkommen-mit-moskau-koennte-die-ukraine-retten-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/nur-ein-schmutziges-abkommen-mit-moskau-koennte-die-ukraine-retten-teil-2\/","title":{"rendered":"Nur ein &quot;schmutziges Abkommen&quot; mit Moskau k\u00f6nnte die Ukraine retten \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdni.russiatoday.com\/deutsch\/images\/2022.07\/thumbnail\/62d1c7eeb480cc1c7f7fc84e.jpg\" \/><\/p>\n<p><em>Von Rainer Rupp<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Teil 1<\/strong> finden Sie <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/meinung\/143526-nur-schmutziges-abkommen-mit-moskau-koennte-ukraine-retten-teil-1\/\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Trotz seiner milit\u00e4rischen Siege steckt Russland aus Sicht des US-Wissenschaftlers Dr. Gordon Hahn in der Ukraine in einer Art milit\u00e4rpolitischen Zwickm\u00fchle. Denn mit jedem weiteren Sieg, mit dem Russland im Rahmen seiner Milit\u00e4roperation weiter in den Westen der Ukraine vordringt, werden laut Dr. Hahn Moskaus Ukraine-Probleme gr\u00f6\u00dfer. Dabei geht der US-Wissenschaftler haupts\u00e4chlich von der Gefahr einer mehr oder weniger starken Partisanenbewegung gegen die russischen Streitkr\u00e4fte, deren zivile Begleiter und ukrainische Helfer aus.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zum US-Mainstream hat Dr. Hahn die Entwicklung in der Ukraine seit dem Maidan-Putsch durch gewaltbereite Rechtsextremisten im Jahr 2014 stets korrekt analysiert, realistisch und emotionslos. Wie andere herausragende US-Kenner der Materie hatte auch er von Anfang an die NATO-Osterweiterung und vor allem die Hochr\u00fcstung der Ukraine durch die USA bzw. die NATO scharf kritisiert, weil die Folgen, die jetzt eingetretenen sind, schon damals absehbar waren. Daher sollte man Dr. Hahns Warnung nicht als alarmistisches westliches Wunschdenken abtun.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich kamen viele der faschistischen Maidan-Putschisten aus der westukrainischen Stadt Lwow und aus den benachbarten Gebieten, in denen sich die Urspr\u00fcnge der verschiedenen, untereinander konkurrierenden neonazistischen Bewegungen befinden. Seit der Unabh\u00e4ngigkeit der Ukraine im Jahr 1991 hat sich Stepan Banderas verbrecherische Ideologie im ganzen Land verbreitet und auch in der fernen Hauptstadt Kiew und selbst in Odessa metastasiert. Von daher ist es durchaus realistisch zu erwarten, dass Terrorangriffe irregul\u00e4rer ukrainischer Gruppen zunehmen werden, je n\u00e4her die Russen gen Lwow an der Westgrenze der Ukraine und an die polnische Grenze vorr\u00fcckten.<\/p>\n<p>Aus diesen \u00dcberlegungen leitet Dr. Hahn seine These ab, dass Moskau, wenn es nach dem Sieg den Frieden in der Ukraine nicht verlieren will, vor der schwierigen Frage steht, an welcher geographischen Linie es am besten seine milit\u00e4rische Sonderoperation zur Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine stoppt.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Kiew zu erobern und die H\u00e4lfte bis zu zwei Drittel des Landes (Ukraine) zu besetzen&#8221;, sei nicht Putins urspr\u00fcngliches Ziel gewesen, schreibt Dr. Hahn unter Verweis auf eine Studie des Brookings Institute aus den USA und erg\u00e4nzt: &#8220;Aber je l\u00e4nger Kiew sich weigert, mit Moskau zu verhandeln, und der Westen weiterhin milit\u00e4rische und finanzielle Hilfe f\u00fcr Kiew leistet, \u2026 desto mehr wird die territoriale Ausweitung der russischen milit\u00e4rischen Sonderoperation in Richtung Westukraine zu einem notwendigen Ziel.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Mit &#8220;notwendigem Ziel&#8221; spricht Dr, Hahn das Problem der Russen an, das dadurch entsteht, dass sich die Regierung von Pr\u00e4sident Wladimir Selenskij in Kiew vor allem auf US- bzw. britischen Druck den von den Russen geforderten, zielgerichteten und strukturierten Verhandlungen \u00fcber eine diplomatische L\u00f6sung des Konflikts verweigert. W\u00e4hrend die Russen verhandeln wollen, ohne auf ihre hart erk\u00e4mpften milit\u00e4rischen Vorteile zu verzichten, wollen Selenskij und USA bzw. NATO einen Waffenstillstand. An dem ist Russland aus guten Gr\u00fcnden wiederum nicht interessiert. Denn ein Waffenstillstand g\u00e4be dem Westen und Kiew Zeit f\u00fcr den Bau neuer Befestigungen, Zeit f\u00fcr mehr Nachschub an Soldaten, Waffen und Material und f\u00fcr die dringend notwendigen Truppenverlegungen, die dann ohne Angst vor russischem Beschuss durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnten. Nur mit einem Waffenstillstand k\u00f6nnten die stark angeschlagene Moral und materielle Verfassung der ukrainischen Streitkr\u00e4fte wenigstens teilweise verbessert werden.<\/p>\n<p>Im vergangenen M\u00e4rz hatte Russland bei den Verhandlungen mit der Ukraine in Istanbul nach einer diplomatischen L\u00f6sung der Krise und nach einem Modus Vivendi gesucht, der sich auf die Donbassrepubliken Donezk und Lugansk sowie auf die Anerkennung der Krim als russisches Hoheitsgebiet beschr\u00e4nkte. Aufgrund des Kiew von angloamerikanischer Seite aufgezwungenen Abbruchs der Istanbuler Verhandlungen und der Verweigerung weiterer Gespr\u00e4che haben die Russen inzwischen weitere russischsprechende Gebiete der Ukraine erobert. Mariupol am Asowschen Meer ist ein Beispiel. Dort wurden die russischen Truppen als Befreier vom Joch der Asow-Nazis gefeiert, die in der 400.000-Einwohner-Stadt ein brutales Willk\u00fcr-Regime gef\u00fchrt hatten.<\/p>\n<p>Inzwischen sind weitere russischsprechende Regionen entlang der Schwarzmeerk\u00fcste befreit worden. Nur die von den Ukrainern schwer befestigte Schwarzmeer-Perle Odessa fehlt noch, damit die Rumpfukraine mit Sitz in Kiew ganz von der K\u00fcste abgeschnitten ist. In Abwesenheit jeglichen Kiewer Interesses an einer Verhandlungsl\u00f6sung und vor dem Hintergrund des st\u00e4ndig wiederholten Befehls von Pr\u00e4sident Selenskij ans ukrainische Milit\u00e4r, mit allen Mitteln weiterzuk\u00e4mpfen und die Krim und den Donbass zur\u00fcckzuerobern, bleibt auch den Russen nichts anderes \u00fcbrig als weiterzuk\u00e4mpfen, und das bedeutet, immer weiter gen Westen in die Ukraine vorzudringen. Zugleich bedeutet das aber auch, dass die so neu hinzugewonnen Gebiete, vor allem die politisch oder strategisch wichtigen, nicht einfach an die Ukraine zur\u00fcckgegeben w\u00fcrden, wenn es irgendwann doch zu einer Verhandlungsl\u00f6sung mit der Rumpfukraine kommen sollte. Mit anderen Worten, mit jedem weiteren Tag der Verhandlungsverweigerung Kiews wird das Territorium der Rumpfukraine kleiner und eine eventuelle diplomatische L\u00f6sung der Krise schwieriger.<\/p>\n<p>Derzeit deuten alle Anzeichen darauf hin, dass die ukrainische Frontlinie im westlichen Donbass wieder einmal vor dem Zusammenbruch steht und nur noch Tage, h\u00f6chstens wenige Wochen halten wird. Das hat Spekulationen belebt, in welcher Richtung die bald freigesetzten russischen &#8220;Taktischen Kampfbataillone&#8221; in der n\u00e4chsten Phase der Sonderoperation eingesetzt werden. Sowohl der S\u00fcdwesten mit Ziel Odessa als auch das Voranschieben der Front im Zentrum der Ukraine bis hin zum Ostufer des gro\u00dfen Flusses Dnjepr, der die Ukraine ziemlich mittig von Nord nach S\u00fcd durchquert, stehen zur Diskussion.<\/p>\n<p>Der Vorteil dieser Grenzziehung w\u00e4re, dass der Dnjepr eine nat\u00fcrliche und leicht zu kontrollierende Grenze und Schutz gegen zuk\u00fcnftig zu erwartende Infiltration terroristische Gruppen aus der westlichen Rumpfukraine b\u00f6te.<\/p>\n<p>Allerdings ist das bei Weitem nicht die beste L\u00f6sung f\u00fcr Russland, denn wie wir weiter oben gelesen haben, hatten Putin und der Kreml sicherlich nicht im Sinn, die H\u00e4lfte der Ukraine bis zum Dnjepr zu besetzen oder wom\u00f6glich noch weiterzugehen.<\/p>\n<p>M\u00f6glichst viel Territorium der Ukraine zu besetzen und zu kontrollieren, ist nicht im Interesse Moskaus, denn es l\u00f6st sein Problem mit der NATO und sein Ziel der Entnazifizierung der Ukraine nicht. Denn als Besetzungsmacht, und als solche w\u00fcrde Russland in der Westukraine empfunden, k\u00f6nnte Moskau seine Probleme nicht beheben, sondern h\u00f6chstens verschlimmern. Deshalb h\u00fclfe ein russischer Siegfrieden nicht. Die Verwaltung der Westukraine mit Russland als Besatzungsmacht w\u00fcrde den Gro\u00dfteil der lokalen Bev\u00f6lkerung den USA und der NATO vollends in die Arme treiben.<\/p>\n<p>Was Russland in der Rumpfukraine \u2013 wie auch immer diese aussieht \u2013 braucht, ist mittelfristig eine repr\u00e4sentative, demokratisch gew\u00e4hlte Regierung, die Autorit\u00e4t hat und von der Bev\u00f6lkerung anerkannt und getragen wird. Ein solche Regierung w\u00fcrde das Diktat eines russischen Siegfriedens nicht anerkennen. Die Selenskij-Regierung kommt daf\u00fcr nicht in Frage. Sie hat bei der Bev\u00f6lkerung jegliche Glaubw\u00fcrdigkeit verloren.<\/p>\n<p>Aber wie will Russland zu einer Verhandlungsl\u00f6sung der aktuellen milit\u00e4rischen Krise kommen? Das ginge nur, wenn die USA und die wichtigsten L\u00e4nder der EU massiven Druck auf die ukrainische Regierung aus\u00fcben w\u00fcrden. Mit Selenskij und den aktuellen US\/EU-Regierungen ist das unm\u00f6glich. Vorher m\u00fcssten realistische Politiker in den USA und in Europa an die Macht kommen. Erst dann k\u00f6nnte eine Verhandlungsl\u00f6sung zwischen Russland und der Rumpfukraine zustande kommen, gefolgt von einem Friedensvertrag, in dessen Rahmen sich die Regierung der Rumpfukraine auf ihrem Hoheitsgebiet selbst um die Einhaltung der Vertragsbedingungen k\u00fcmmert, namentlich die Einhaltung der milit\u00e4rischen und politischen Neutralit\u00e4t und die Entnazifizierung, u. a. die Entwaffnung der Nazis sowiedas Verbot aller Nazi-Organisationen und ihrer Propaganda.<\/p>\n<p>Damit die Regierung einer unabh\u00e4ngigen Rumpfukraine das tun k\u00f6nnte, m\u00fcsse sie finanziell stark und innenpolitisch stabil sein. Dr. Hahn erinnert uns jedoch in seinem Artikel daran, dass das Ergebnis der milit\u00e4rischen Siege Russlands in der Ukraine &#8220;eine territorial zerst\u00fcckelte, wirtschaftlich nicht \u00fcberlebensf\u00e4hige und am NATO-Tropf h\u00e4ngende, innenpolitisch total zerstrittene, instabile Rumpfukraine&#8221; ist.<\/p>\n<p>Wenn wir vor diesem Hintergrund unsere \u00dcberlegungen fortf\u00fchren und rein theoretisch annehmen, dass die russische Sonderoperation in der Ukraine am Westufer des Dnjepr ihr Ende finden w\u00fcrde, dann k\u00f6nnte mit ziemlicher Zuversicht angenommen werden, dass angesichts der starken innenpolitischen Verwerfungen \u2013 besonders nach der Niederlage des ukrainischen Milit\u00e4rs und Grabenk\u00e4mpfe in der Selenskij-Regierung \u2013 die Stadt Lwow in der Westukraine zur inoffiziellen Hauptstadt der Rumpfukraine ausgerufen w\u00fcrde. Selbstredend w\u00fcrden die Neofaschisten in der neuen Regierung weiterhin den Ton angeben. Zugleich w\u00fcrde die Rumpfukraine f\u00fcr ihr \u00dcberleben ganz am Finanz-Tropf der USA und der anderen NATO-L\u00e4nder h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Dr. Hahn trifft in seiner Analyse den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt, dass aus russischer Sicht eine solche Rumpfukraine nicht die n\u00f6tige Sicherheit gegen ein Fortbestehen der Bedrohung durch die NATO b\u00f6te. Denn die NATO w\u00fcrde sich in einem solchen Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den Neonazis in dieser Rumpfukraine einnisten.<\/p>\n<p>Zugleich geht Dr. Hahn davon aus, dass Russland, egal wie die Rumpfukraine aussehen wird, Gefahr l\u00e4uft, auf Jahre hinaus in der ganzen Ukraine Angriffen von Partisanen ausgesetzt zu sein. W\u00e4hrend der Gro\u00dfteil von Dr. Hahns Analysen gut fundiert sind, kann der Autor dieser Zeilen dieser pauschalen Prognose nicht zustimmen. Zwar m\u00fcsste Russland wom\u00f6glich auf etliche Jahre mit terroristischen Angriffen im Westen der Ukraine rechnen, z. B. wenn dort die &#8220;Banderistan-Regionen&#8221;, also die rechtsextremen Hochburgen, ebenfalls besetzen w\u00fcrden. Dagegen existiert die Gefahr von Partisanen oder Terrorangriffen nicht oder nur zu einem geringen Ma\u00df in den anderen Teilen der Ukraine, die grob vier F\u00fcnftel des aktuellen ukrainischen Staatsgebietes ausmachen.<\/p>\n<p>In den russischsprachigen Teilen der Ost- und S\u00fcdukraine (z. B. in Mariupol) waren die russischen Soldaten vom Gro\u00dfteil der lokalen Bev\u00f6lkerung als Befreier und Besch\u00fctzer begr\u00fc\u00dft worden. Das ist eine Garantie daf\u00fcr, dass Neonazi-Terroristen sich in diesen Gebieten nicht wie Fische im Wasser in der Bev\u00f6lkerung bewegen k\u00f6nnten, sondern sofort auffallen und gemeldet w\u00fcrden. Auch in den gro\u00dfen Weiten und eher menschenleeren und wenig bewaldeten Regionen der Zentralukraine h\u00e4tte eine Neonazi-Terrorbewegung gro\u00dfe Probleme, lange zu \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Aber wie w\u00fcrde es aussehen, wenn die russische Armee ihre Operation zu Beginn des Winters am Ostufer des Dnjepr bis zum Fr\u00fchling pausiert, die Selenskij-Regierung sich in Kiew eingeigelt hat und weiterhin ernsthafte Verhandlungen mit Russland ablehnt? Mit hoher Wahrscheinlichkeit w\u00fcrde ein Kleinkrieg mit Nadelstichen \u00fcber den Dnjepr hinweg gef\u00fchrt werden. Milit\u00e4rische Formationen aus Nazi-Bataillonen, aber auch aus nationalistischen Kreisen der stark gerupften regul\u00e4ren ukrainischen Armee, die nicht die russische Gefangenschaft vorgezogen und sich stattdessen auf das Westufer zur Fortsetzung des Kampfes abgesetzt haben, werden wahrscheinlich mit gro\u00dfz\u00fcgiger Hilfe westlicher Geheimdienste versuchen, russische Flugzeuge abzuschie\u00dfen, Schiffe auf dem Dnjepr zu versenken und mit Raketen und weitreichender Artillerie russische Ziele bis zu 300 Kilometer \u00f6stlich des Dnjepr zu vernichten.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt w\u00e4re die endg\u00fcltige Beendigung der russischen Milit\u00e4roperation am Westufer des Dnjepr keine optimale L\u00f6sung f\u00fcr Russland. Eine Rumpfukraine vom Dnjepr bis Lwow im Westen w\u00e4re stattdessen eher die Verwirklichung eines Traums der westlichen Kriegstreiber und ihrer Nazi-Sch\u00fctzlinge: Die Nazis w\u00fcrden zu Freiheitsk\u00e4mpfern erkl\u00e4rt, Russland k\u00f6nnte mit viel weniger westlichem Finanzaufwand weiter milit\u00e4risch auf Trab gehalten und zur Ader gelassen werden, und politisch k\u00f6nnte man die Sache so drehen, dass Moskau in der Rumpfukraine sein zweites &#8220;Afghanistan&#8221; erlebt.<\/p>\n<p>Richtig gef\u00e4hrlich f\u00fcr Russland und den Rest der Welt aber k\u00f6nnte es werden, wenn Moskau im Fr\u00fchling des n\u00e4chsten Jahres seine milit\u00e4rische Spezialoperation in der Ukraine wiederaufn\u00e4hme, sich den Weg nach &#8220;Banderistan&#8221; freik\u00e4mpfte und die Brutst\u00e4tte des ukrainischen Faschismus unter Kriegsrecht und russische Besatzungsverwaltung stellte. Dann m\u00fcssten die Neonazi-Terroristen nicht erst den Dnjepr \u00fcberwinden, um ihre russischen Opfer zu finden. Zugleich k\u00f6nnten sie sich wie &#8220;Fische im Wasser&#8221; bewegen. Leicht vorstellbar ist ein makabrer Wettbewerb, den sich konkurrierende Neonazi-Terrorgruppen liefern k\u00f6nnten, wer die meisten oder die schlimmsten Anschl\u00e4ge gegen russische Truppen, ihre zivilen Verwaltungsbeh\u00f6rden und ihre lokalen zivilen Helfer vorweisen kann.<\/p>\n<p>Wenn in dieser Situation der Westen offiziell oder verdeckt \u00fcber Geheimdienste die Terroristen mit Geld, Waffen, Terrorausbildung und Angriffspl\u00e4nen unterst\u00fctzt, erh\u00f6ht sich laut Dr. Hahn die Gefahr eines direkten Zusammensto\u00dfes zwischen Russland und der NATO stark. Leicht vorstellbar ist auch, dass ukrainische Neonazi-Terroristen z. B. bei ihren polnischen Freunden auf polnischem Territorium auf der anderen Seite der Grenze einen &#8220;sicheren Hafen&#8221; bek\u00e4men, wo sie sich vom Kampf ausruhen und medizinisch behandeln lassen k\u00f6nnten, bevor sie f\u00fcr neue Angriffe gegen russische Ziele zur\u00fcck in die Ukraine gingen.<\/p>\n<p>Wenn nun Russland \u2013 in \u00dcbereinstimmung mit dem V\u00f6lkerrecht \u2013 solche Gruppen bis auf polnisches Territorium verfolgte oder einen &#8220;sicheren Hafen&#8221; der Terroristen auf polnischem Boden vernichtete und dabei wom\u00f6glich noch polnische Terrorhelfer t\u00f6tete, dann w\u00e4re das zwar noch kein Fall f\u00fcr den NATO-Artikel 5, den NATO-Beistandsartikel, aber viele Kriegstreiber und ihre Freunde in den Medien w\u00fcrden alles tun, um mit einen solchen Vorfall vor der \u00d6ffentlichkeit den NATO-Eintritt in den Krieg gegen Russland zu fordern und zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Dieses enorme Gefahrenpotenzial hat Dr. Hahn zwar nicht direkt, aber dennoch implizit angesprochen, als er in seinem Artikel zum Schluss daran erinnerte, dass es sich bei dem Krieg in der Ukraine <strong>nicht<\/strong> um einen Stellvertreterkrieg zwischen den USA bzw. der NATO und Russland handelt!<\/p>\n<p>In diesem Krieg gebe es, so Dr. Hahn, &#8220;nur einen Stellvertreter, n\u00e4mlich die Ukraine&#8221;. Die wird f\u00fcr die NATO ins Feuer geschickt, w\u00e4hrend Russland direkt und ohne Stellvertreter getroffen wird. Daher, unterstreicht Dr. Hahn, sei es jetzt<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;f\u00fcr die westliche Diplomatie h\u00f6chste Zeit, vor allem f\u00fcr die US-Politik in den h\u00f6chsten Gang zu schalten und bereit zu sein, die notwendigen Kompromisse mit Moskau einzugehen, sonst wird die Ukraine h\u00f6chstwahrscheinlich als unabh\u00e4ngiger Staat von der Weltb\u00fchne verschwinden, und ein gr\u00f6\u00dferer Russland-NATO-Krieg wird zu einer unmittelbaren Perspektive, ein Krieg, der nicht nur Europa und Russland, sondern auch die Welt mit einem nuklearen Fl\u00e4chenbrand bedroht&#8221;.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die Dringlichkeit der Lage unterstreicht Dr. Hahn mit folgenden Worten:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;Jeder weitere Tag, an dem Washington sich weigert, einen Kanal zu Putin zu \u00f6ffnen und Kiew zu Verhandlungen zu dr\u00e4ngen, bedeutet mehr Tod und Zerst\u00f6rung f\u00fcr beide Seiten, eine globale wirtschaftliche Katastrophe und das Risiko eines viel gr\u00f6\u00dferen Krieges.&#8221;<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Letztlich muss aber auch Dr. Hahn einr\u00e4umen, dass die Aussichten f\u00fcr ein Entgegenkommen des Westens f\u00fcr eine diplomatische Konfliktl\u00f6sung &#8220;nicht gut sind&#8221;. Der Grund daf\u00fcr sei, dass<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>&#8220;f\u00fcr den Westen die NATO-Erweiterung zu einem Muss geworden ist, und zwar auf der Ebene einer existenziellen Grundbedingung. Denn in den K\u00f6pfen der westlichen F\u00fchrer h\u00e4ngt der Erhalt der Hegemonie des Westens vom Prestige der NATO und ihrer fortgesetzten Erweiterung ab, die getrieben wird von m\u00e4chtigen wirtschaftlichen und politischen Interessen verschiedener Staaten, vor allem der krisengesch\u00fcttelten und zerfallenden Vereinigten Staaten&#8221;.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Aber auch der Kreml hat laut Dr. Hahn gro\u00dfe Probleme, mit den USA bzw. den NATO-Staaten einen Verhandlungsfrieden auszuarbeiten. Denn den Russen fehle einfach &#8220;das Vertrauen in die Zusagen und in die hochheiligen Verpflichtungen&#8221;, die die USA feierlich eingehen, nur um sie bei passender Gelegenheit arrogant zu ignorieren.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngste Enth\u00fcllung des ehemaligen ukrainischen Pr\u00e4sidenten Petro Poroschenko, dass Kiew Minsk II nur deshalb unterzeichnet habe, um Zeit zu gewinnen f\u00fcr den acht Jahre dauernden Aufbau, Bewaffnung und Ausbildung des ukrainischen Milit\u00e4rs durch die NATO, um die Krim und den Donbass zur\u00fcckzuerobern, habe &#8220;in Moskau nur den Sinn f\u00fcr die unehrenhaften und charakterlosen&#8221; Politriegen der &#8220;westlichen Wertegemeinschaft&#8221; gesch\u00e4rft. Laut Dr. Hahn &#8220;vertraut Moskau dem Westen weniger, als der Westen Moskau vertraut, und das sagt etwas aus&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/test.rtde.tech\/russland\/143213-bis-zum-herbst-wird-ukraine\/\">Bis zum Herbst wird der Ukraine-Konflikt Ergebnisse zeigen \u2013 was danach kommt, liegt am Westen<\/a><\/p>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/143619-nur-schmutziges-abkommen-mit-moskau-koennte-ukraine-retten-teil-2\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Rainer Rupp Teil 1 finden Sie hier. Trotz seiner milit\u00e4rischen Siege steckt Russland aus Sicht des US-Wissenschaftlers Dr. Gordon Hahn in der Ukraine in einer Art milit\u00e4rpolitischen Zwickm\u00fchle. 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