{"id":113172,"date":"2026-10-26T07:00:00","date_gmt":"2026-10-26T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/die-sicht-aus-russland-der-ukraine-konflikt-tritt-in-seine-endphase-ein\/"},"modified":"2026-10-26T07:00:00","modified_gmt":"2026-10-26T05:00:00","slug":"die-sicht-aus-russland-der-ukraine-konflikt-tritt-in-seine-endphase-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/die-sicht-aus-russland-der-ukraine-konflikt-tritt-in-seine-endphase-ein\/","title":{"rendered":"Die Sicht aus Russland: Der Ukraine-Konflikt tritt in seine Endphase ein"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Andrei Suschenzow, Dekan der Fakult\u00e4t f\u00fcr Internationale Beziehungen am MGIMO, er\u00f6rtert, warum Europa eine direkte Konfrontation mit Russland so sehr f\u00fcrchtet, wie die USA die Last der Ukraine-Krise auf die EU abw\u00e4lzen, warum die &#8220;Pyramide des Vertrauens&#8221; um Kiew herum br\u00f6ckelt und wann der Ukraine-Konflikt ein Ende finden k\u00f6nnte.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p>[Das Interview, das urspr\u00fcnglich auf Russisch von <em>TASS<\/em>\u00a0<a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/tass.ru\/interviews\/28229193\">ver\u00f6ffentlicht wurde<\/a>, wurde vom <em>RT<\/em>-Team \u00fcbersetzt und bearbeitet.]<\/p>\n<p><strong>Washington zieht sich zur\u00fcck, Europa bekommt die Rechnung pr\u00e4sentiert<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Jewgeni Kusnezow: Sie haben darauf hingewiesen, dass die USA versuchen, sich aus der Ukraine-Krise zu l\u00f6sen, indem sie die Last auf Europa abw\u00e4lzen. Sollte sich Washington tats\u00e4chlich distanzieren \u2013 sind die Europ\u00e4er dann politisch und wirtschaftlich in der Lage, die Rolle des wichtigsten &#8220;Sicherheitsgaranten&#8221; f\u00fcr die Ukraine zu \u00fcbernehmen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Andrei Suschenzow:<\/strong> Die Strategie der USA in der Ukraine-Krise entsprach zun\u00e4chst ihrem Archetyp als Seemacht, die in der Konfrontation mit einer gro\u00dfen Kontinentalmacht ein &#8220;kontinentales Schwert&#8221; einsetzt. Dabei handelt es sich um einen Nachbarstaat, der \u00fcber milit\u00e4rische Ressourcen verf\u00fcgt und von der Seemacht unterst\u00fctzt wird, um deren Rivalen zu schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Die Ukraine eignete sich gut f\u00fcr diese Rolle: Sie ist ein gro\u00dfer Staat mit betr\u00e4chtlichen Streitkr\u00e4ften, der zudem hochmotiviert ist, sich Russland entgegenzustellen. Doch eine solche Strategie hat ihre Grenzen: Man kann das Verhalten des &#8220;Schwerts&#8221; nicht vollst\u00e4ndig kontrollieren. Zudem ist das nicht sonderlich ressourceneffizient \u2013 \u200b\u200bdie verf\u00fcgbaren Mittel sind begrenzt, und wenn in der Konfrontation kein entscheidender Wendepunkt erreicht wird, f\u00fchrt weitere Unterst\u00fctzung zu keinen nennenswerten Effektivit\u00e4tsgewinn mehr.<\/p>\n<p>Die USA erkannten schon fr\u00fch, dass sie viele ihrer Interessen in dieser Krise durchsetzen konnten, und bereiteten ihren R\u00fcckzug vor. Sie taten das, was eine Seemacht \u00fcblicherweise tut, wenn sie beschlie\u00dft, ihre Aufmerksamkeit auf andere Regionen zu richten: Sie zogen sich in ihren eigenen Machtbereich zur\u00fcck. Der wesentliche Unterschied zwischen einer Seemacht und einer Kontinentalmacht liegt in der Freiheit, den Einsatzort der eigenen Streitkr\u00e4fte selbst zu w\u00e4hlen. Eine Seemacht kann frei entscheiden, wo sie ihre Kr\u00e4fte einsetzt, und von dort aus Angriffe in verschiedenen Teilen der Weltmeere f\u00fchren. Dies geschieht in der Regel in Form von punktuellen Unternehmungen, da gro\u00df angelegte expedition\u00e4re Feldz\u00fcge nur selten von Erfolg gekr\u00f6nt sind. Die USA kamen zu dem Schluss, dass es an der Zeit sei, sich zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n<p>Sie wollten jedoch nicht, dass dieser R\u00fcckzug mit dem Zusammenbruch des ukrainischen Regimes einhergeht. Die USA integrierten ihren R\u00fcckzug \u2013 sowie die damit verbundene Neuausrichtung ihrer Priorit\u00e4ten in Richtung Ostasien \u2013 in ihre Politik gegen\u00fcber den NATO-Verb\u00fcndeten. Sie \u00fcbertrugen diesen die Verantwortung f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Ukraine und nahmen selbst die Rolle eines &#8220;Moderators&#8221; ein: eines Vermittlers, der die Krise nicht etwa befeuert, sondern auf eine L\u00f6sung hinsteuert. In strategischen Dokumenten der USA wird das Interesse bekundet, die Ukraine-Krise zu beenden.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1de648fbef253f3c2a42.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1de648fbef253f3c2a42.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1de648fbef253f3c2a42.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1de648fbef253f3c2a42.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1de648fbef253f3c2a42.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1de648fbef253f3c2a42.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Europ\u00e4ische Staats- und Regierungschefs treffen sich im Wei\u00dfen Haus mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump, 18. August 2025<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Doch die USA verhielten sich sowohl gegen\u00fcber der Ukraine als auch gegen\u00fcber ihren europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten verr\u00e4terisch, indem sie ihnen diese Last ohne Vorwarnung aufb\u00fcrdeten. Den Europ\u00e4ern mangelt es an milit\u00e4rischen Ressourcen, technologischen F\u00e4higkeiten, strategischem Denken und einem Bewusstsein f\u00fcr die eigenen Interessen \u2013 allesamt Eigenschaften, die es erm\u00f6glichen, Ursachen und Folgen abzuw\u00e4gen, zu erkennen, was milit\u00e4risch erreichbar ist und was nicht, und zu bestimmen, wo in dieser Krise die Interessen des eigenen Blocks liegen.<\/p>\n<p>Diesen Europ\u00e4ern steht derzeit ein Finanzinstrument von erheblichem Gewicht zur Verf\u00fcgung \u2013 im Grunde das einzige, auf das sie zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Sie setzen es jedoch verschwenderisch ein, zumal die Staatsverschuldung der meisten gro\u00dfen europ\u00e4ischen L\u00e4nder 100\u00a0Prozent des BIP erreicht oder bereits \u00fcbersteigt. Eine externe Kompensation f\u00fcr ihre Milit\u00e4rausgaben ist nicht zu erwarten, und auf einen Sieg der Ukraine gibt es keinerlei Hoffnung.<\/p>\n<p>G\u00e4be es eine solche Hoffnung, w\u00fcrden sie darauf setzen, ihre Verluste durch russische Ressourcen\u00a0\u2013 etwa durch neue Abkommen mit Russland zu neuen Bedingungen\u00a0\u2013 wieder auszugleichen. Doch keine dieser Hoffnungen erf\u00fcllt sich.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus beginnen diese Europ\u00e4er\u00a0\u2013 bedingt durch einen Mangel an strategischer Erfahrung, die infolge der US-Bevormundung und des nuklearen Schutzschirms verloren gegangen ist\u00a0\u2013, ihre eigene Geografie zu leugnen. Sie ignorieren die Tatsache, dass Russland gemeinsam mit ihnen auf demselben Kontinent liegt.<\/p>\n<p>Geografie ist eine Konstante, ein unver\u00e4nderlicher Bestandteil au\u00dfenpolitischer Rahmenbedingungen. Regierungen und historische Umst\u00e4nde m\u00f6gen sich wandeln, doch die Geografie bleibt best\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Der Kurs auf eine langfristige Konfrontation mit ihrem gr\u00f6\u00dften Nachbarn\u00a0\u2013 einer Quelle zahlreicher Vorteile f\u00fcr die europ\u00e4ische Wirtschaft, die nun verloren gegangen sind\u00a0\u2013 zeugt von einem \u00e4u\u00dferst begrenzten Blickwinkel. Innenpolitische Entwicklungen in der EU legen nahe, dass es f\u00fcr diese Europ\u00e4er\u00a0\u2013 ganz nach dem US-Vorbild\u00a0\u2013 an der Zeit ist, \u00fcber ihre eigenen Interessen nachzudenken: Was l\u00e4sst sich im Zuge der Ukraine-Krise erreichen, was nicht, und wie k\u00f6nnte der weitere Weg aussehen? Bislang sind den Europ\u00e4ern jedenfalls keine klugen Schachz\u00fcge gelungen.<\/p>\n<p>Wenn es keine guten Spielz\u00fcge gibt, ist es besser, auszusetzen und keine weiteren Fehler mehr zu begehen. Bisher sieht es\u00a0\u2013 wie unser Pr\u00e4sident [Wladimir Putin] es ausdr\u00fcckte\u00a0\u2013 nach einer ganzen Reihe von Fehlern aus, einer nach dem anderen.<\/p>\n<p><strong>Hohe Ausgaben, geringe strategische Macht<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Kusnezow: Werden sie es nicht irgendwann leid, dieses Spiel zu spielen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Suschenzow:<\/strong> Die europ\u00e4ischen Staaten verf\u00fcgen nicht \u00fcber die vollst\u00e4ndige strategische Autonomie, die Russland und die USA genie\u00dfen; zudem sind sie nur bedingt in der Lage, kollektiv und mit einer einheitlichen Haltung zu handeln. Jede wichtige Entscheidung erfordert den Konsens von fast 30 L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission verf\u00fcgt \u00fcber kein nennenswertes eigenes Budget, sondern ist auf die Haushalte der Nationalstaaten angewiesen. Trotz der gemeinsamen W\u00e4hrung wird die Verschuldung f\u00fcr jedes Land separat erfasst.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1e6db480cc3ecc1e1f72.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1e6db480cc3ecc1e1f72.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1e6db480cc3ecc1e1f72.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1e6db480cc3ecc1e1f72.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1e6db480cc3ecc1e1f72.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1e6db480cc3ecc1e1f72.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Andrei Suschenzow, Dekan der Fakult\u00e4t f\u00fcr Internationale Beziehungen an der MGIMO-Universit\u00e4t, auf dem SPIEF-2023<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Sputnik \/ Konstantin Michaltschewski \/ Offizielle Fotoagentur RIA Novosti<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Es gibt keine einheitliche Armee. Sie k\u00f6nnten strategisches Gewicht entfalten, wenn sie in der Lage w\u00e4ren, geschlossen zu handeln\u00a0\u2013 doch davon ist nichts zu sehen. Die Westeurop\u00e4er haben gro\u00dfe Angst davor, unmittelbar in eine milit\u00e4rische Krise mit Russland hineingezogen zu werden. Spekulationen \u00fcber die Entsendung von Truppen in die Ukraine werden stets mit dem Vorbehalt verkn\u00fcpft, dass dies erst geschehen k\u00f6nne, wenn ein dauerhafter Frieden und ein Waffenstillstand erreicht seien.<\/p>\n<p>Ihr Eifer speist sich teilweise aus der Einsch\u00e4tzung, dass die Unterst\u00fctzung der Ukraine und dieses Stellvertreterkonflikts vergleichsweise kosteng\u00fcnstig sei. Sie haben keinerlei Skrupel, was die Ukraine betrifft. Es ist ihnen gleichg\u00fcltig, was aus dem Land, seinen Grenzen oder seiner Bev\u00f6lkerung wird. Sie \u00e4u\u00dfern rhetorische Emp\u00f6rung, str\u00f6men zu Gipfeltreffen, posieren f\u00fcr &#8220;Familienfotos&#8221; und geben kategorische Erkl\u00e4rungen ab. Im Grunde handelt es sich jedoch um eine Ansammlung von Zuschauern, die nicht unmittelbar in die milit\u00e4rische Krise verwickelt sind.<\/p>\n<p>Das Instrument, auf das sie zur\u00fcckgreifen, ist eine Schuldenfinanzierung zulasten der Ukraine in H\u00f6he von fast 500\u00a0Milliarden Dollar. Eine astronomische Summe, die nicht die strategisch notwendigen Ergebnisse gebracht, sondern die eigene Position sogar verschlechtert hat. Das gesamte Geld ist in Rauch aufgegangen.<\/p>\n<p><strong>Russland als Kitt, der Europa zusammenh\u00e4lt<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Kusnezow: Die EU h\u00e4lt an ihren Pl\u00e4nen fest, Russland mit immer neuen Sanktionen zu belegen. \u00dcbrigens hat Br\u00fcssel auch Sie auf seine Sanktionsliste gesetzt. Gleichzeitig fordern einige europ\u00e4ische Staats- und Regierungschefs einen Dialog mit Russland. Ist das derzeit \u00fcberhaupt m\u00f6glich?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Suschenzow:<\/strong> Die Europ\u00e4er nutzen die Ukraine-Krise als Plattform f\u00fcr Einigkeit, um zu einem geschlosseneren Gebilde zu werden. Aufgrund ihres mangelnden strategischen Eigenst\u00e4ndigkeit, der dominierenden Rolle der USA und ihrer internen Zersplitterung bleibt ihnen als einzige Basis f\u00fcr Solidarit\u00e4t eine antirussische Haltung.<\/p>\n<p>Die Bedeutung variiert dabei von Land zu Land. F\u00fcr S\u00fcdeuropa ist das Ganze weniger offensichtlich. F\u00fcr Spanien etwa\u00a0\u2013 trotz seiner antirussischen Regierung\u00a0\u2013 sind Pal\u00e4stina und der Nahe Osten von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung. Die baltischen Staaten und Nordeuropa verfolgen einen alarmistischen und militaristischen Ansatz. Einige von ihnen grenzen direkt an uns. Die dort Verantwortlichen sind ein eigenartiges V\u00f6lkchen; man muss mit allem rechnen. Doch niemand m\u00f6chte seine Streitkr\u00e4fte in die Ukraine-Krise hineinziehen \u2013 so, wie es die DVRK auf unserer Seite getan hat.<\/p>\n<p>Sie nutzen die Ukraine, um ihren eigenen Handlungsspielraum zu erweitern und Schritte in Richtung eines koordinierten Vorgehens zu unternehmen. Diese Schritte sind zwar nicht sonderlich effektiv, dennoch werden gemeinsame Pl\u00e4ne ausgearbeitet und betr\u00e4chtliche finanzielle Mittel bereitgestellt.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1edbb480cc3e1e781b2a.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1edbb480cc3e1e781b2a.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1edbb480cc3e1e781b2a.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1edbb480cc3e1e781b2a.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1edbb480cc3e1e781b2a.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1edbb480cc3e1e781b2a.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Das Treffen der &#8220;Koalition der Willigen&#8221; in Kiew am 24. August 2026<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein ungel\u00f6stes Problem ist die Umstrukturierung der europ\u00e4ischen R\u00fcstungsindustrie; sie ist fragmentiert und produziert etwa 15 verschiedene Typen von Kampfpanzern mit Gesch\u00fctzen unterschiedlicher Kaliber. Standardisierung ist eine gro\u00dfe und schwierige Herausforderung. Es bedarf eines Katalysators. Mit anderen Worten: Sie befassen sich gewisserma\u00dfen mit einer internen Herausforderung.<\/p>\n<p><strong>Frieden an der Seite Russlands \u2013 oder eine strategische Sackgasse<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Kusnezow: Wollen die europ\u00e4ischen NATO-Mitglieder als Vertreter eines &#8220;vereinten Europas&#8221; mit Russland an einen Verhandlungstisch setzen, um ihren strategischen Mangel an Autonomie auszugleichen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Suschenzow:<\/strong> Zu ihren Taktiken, um Handlungsf\u00e4higkeit zu erlangen, geh\u00f6ren die Bereitstellung von Finanzhilfen f\u00fcr die Ukraine, der Diebstahl russischer Gold- und Devisenreserven, das Einbehalten und die Verwendung von Ertr\u00e4gen sowie der Versuch, die Verantwortung f\u00fcr dieses Verbrechen auf alle zu verteilen. Wenn es sich um ein Verbrechen handelt, dann um ein kollektives\u00a0\u2013 damit kein einzelnes Land allein zur Verantwortung gezogen werden kann. Zudem l\u00f6sen sie eine Reihe technischer Fragen.<\/p>\n<p>Die USA l\u00f6sen solche Probleme nicht, Russland ebenso wenig. Wir k\u00f6nnen es uns leisten, strategisch, autonom, zielgerichtet und konsequent zu handeln. Die Europ\u00e4er hingegen machen einen Schritt zur\u00fcck, einen vorw\u00e4rts, zwei zur\u00fcck; sie blicken st\u00e4ndig \u00fcber die Schulter und suchen nach einem Konsens.<\/p>\n<p>Es liegt im Interesse Russlands, sie nur dann an den Verhandlungstisch einzuladen, wenn klar ist, dass diese Europ\u00e4er einer stabilen Ordnung auf dem Kontinent den Vorrang geben\u00a0\u2013 einer Ordnung, die auf dem Prinzip eines &#8220;Friedens an der Seite Russlands&#8221; beruht, statt gegen Russland gerichtet zu sein. Ein &#8220;Frieden gegen Russland&#8221; ist von Grund auf instabil und f\u00fchrt f\u00fcr Europa in eine Sackgasse. Er verurteilt sie dazu, ins Hintertreffen zu geraten, eine strategische Niederlage zu erleiden und niemals zu einem echten Akteur auf der Weltb\u00fchne zu werden. Je mehr interne Widerspr\u00fcche hinsichtlich der Priorit\u00e4ten innerhalb des Blocks bestehen, desto fragiler wird er\u00a0\u2013 und die &#8220;Russland-Frage&#8221; entwickelt sich zunehmend genau zu einem solchen Streitpunkt.<\/p>\n<p><strong>Die &#8220;Vertrauenspyramide&#8221; der Ukraine br\u00f6ckelt<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Kusnezow: Sie sagten, die &#8220;Vertrauenspyramide&#8221; rund um die Ukraine werde bald in sich zusammenbrechen. Wann wird das endg\u00fcltig geschehen? <\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Suschenzow:<\/strong> Aus russischer Sicht besteht die Logik hinter dieser Krise darin, dass wir einen Krieg f\u00fchren, um unsere Gegner zu zerm\u00fcrben und ihre Ressourcen zu ersch\u00f6pfen. Wir nehmen ihre r\u00fcckw\u00e4rtigen Linien ins Visier und zerbrechen ihr &#8220;kontinentales Schwert&#8221;.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1f69b480cc3ce837ba9d.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1f69b480cc3ce837ba9d.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1f69b480cc3ce837ba9d.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1f69b480cc3ce837ba9d.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1f69b480cc3ce837ba9d.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6ada1f69b480cc3ce837ba9d.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Ein Detail des Frachtflugzeugs Mrija (&#8220;Der Traum&#8221;) \u2013 des schwersten jemals geflogenen Flugzeugs \u2013, das in den ersten Tagen der russischen Milit\u00e4roperation zerst\u00f6rt wurde<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Wir zeigen auf, dass ihre Strategie irrelevant ist; ihre Ziele sind unerreichbar. Die Ressourcen, die sie aufwenden, werden mit der Zeit in immer gr\u00f6\u00dferen Mengen ben\u00f6tigt werden. Die vorhandenen Mittel veralten, ebenso wie die Systeme, die zu deren Einsatz auf ukrainischem Territorium dienen. Sie m\u00fcssen ersetzt und neu aufgebaut werden.<\/p>\n<p>Der Aufbau von Infrastruktur ist extrem kostspielig; unter Kriegsbedingungen ist er schlicht unm\u00f6glich. Mit der Zeit werden die westlichen L\u00e4nder selbst erkennen, dass diese Strategie nicht tragf\u00e4hig ist. Die Opposition in diesen L\u00e4ndern \u00e4u\u00dfert bereits offen ihre Emp\u00f6rung und spricht von einer Sackgasse.<\/p>\n<p>Der Besuch von [Friedrich] Merz in Kiew stie\u00df bei der gesamten Opposition auf scharfe Kritik: In einer Zeit, in der die deutsche Staatsverschuldung steigt, reist der Bundeskanzler nach Kiew und verspricht erneut Gelder und Ressourcen\u00a0\u2013 im Grunde auf Kosten der deutschen Bev\u00f6lkerung. Das Ausma\u00df der investierten Mittel ist inzwischen so betr\u00e4chtlich, dass sich die Frage stellt, was dies rechtfertigt. Welche Ziele verfolgt Berlin, was wird erreicht, und wo scheitert man?<\/p>\n<p>Es werden immer nachdr\u00fccklicher Forderungen laut, dass die ukrainische F\u00fchrung die Lage realistisch betrachten und erkennen sollte, was erreichbar ist und was nicht. Die &#8220;Pyramide des Vertrauens&#8221; br\u00f6ckelt. Eine nach der anderen nehmen die beteiligten Parteien eine zunehmend distanzierte Haltung in dieser Frage ein.<\/p>\n<p>Ihre prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Hoffnungen haben sich nicht erf\u00fcllt. Nun stehen sie praktisch mit leeren H\u00e4nden da. Man muss zugeben: Es war ein Fehler.<\/p>\n<p>Niemand m\u00f6chte daf\u00fcr die Verantwortung \u00fcbernehmen. Die Angelegenheit hat nicht nur eine politische, sondern auch eine finanzielle Dimension. Wer soll f\u00fcr die Hunderte Milliarden Euro zur Rechenschaft gezogen werden, die f\u00fcr ein strategisch sinnloses Unterfangen ausgegeben wurden\u00a0\u2013 ein Unterfangen, das Russland zum Feind gemacht und die Sicherheit auf dem Kontinent untergraben hat?<\/p>\n<p>Deshalb sprechen wir von einem kurzfristigen historischen Zeitrahmen. Es k\u00f6nnte in den kommenden Monaten oder vielleicht in den n\u00e4chsten Jahren zu einem Ende kommen. Doch von einem jahrzehntelangen Krieg kann keine Rede sein. Der Punkt ist, dass dies weiterhin eine Krise mit jeweils eigenen Phasen bleiben wird\u00a0\u2013 und wir befinden uns derzeit in der letzten Phase ihrer Bew\u00e4ltigung.<\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2013 <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de-rt.com\/europa\/295559-nowinski-selenskij-stimmte-2022-drei-zentralen-russischen-forderungen-zu\/\">Ukraine-Verhandlungen 2022: Selenskij stimmte allen drei russischen Forderungen zu<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7f224y\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de-rt.com\/europa\/295587-die-sicht-aus-russland-der-ukraine-konflikt-tritt-in-seine-endphase-ein\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andrei Suschenzow, Dekan der Fakult\u00e4t f\u00fcr Internationale Beziehungen am MGIMO, er\u00f6rtert, warum Europa eine direkte Konfrontation mit Russland so sehr f\u00fcrchtet, wie die USA die Last der Ukraine-Krise auf die EU abw\u00e4lzen, warum die &#8220;Pyramide des Vertrauens&#8221; um Kiew herum br\u00f6ckelt und wann der Ukraine-Konflikt ein Ende finden k\u00f6nnte. 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