{"id":11312,"date":"2022-06-19T11:19:14","date_gmt":"2022-06-19T09:19:14","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/warum-moskau-erneut-verhandlungen-mit-selenskij-zustimmt\/"},"modified":"2022-06-19T11:19:14","modified_gmt":"2022-06-19T09:19:14","slug":"warum-moskau-erneut-verhandlungen-mit-selenskij-zustimmt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/warum-moskau-erneut-verhandlungen-mit-selenskij-zustimmt\/","title":{"rendered":"Warum Moskau erneut Verhandlungen mit Selenskij zustimmt"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/62a9c27e48fbef17ac5c1567.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Im Westen werden immer mehr Stimmen laut, die fordern, dass die Ukraine auf Verhandlungen mit Russland eingehen soll. Auch Kiew sendet inzwischen vorsichtige Signale. Mit seinem Gespr\u00e4chsangebot stellt Moskau Kiew eine diplomatische Falle, meint der russische Politkommentator Geworg Mirsojan.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>von Geworg Mirsojan<\/em><\/p>\n<p>Das Oberhaupt des Kiewer Regimes, Wladimir Selenskij, hat beschlossen, Russland einen &#8220;Gefallen&#8221; zu tun. In einem Gespr\u00e4ch mit der <em>Financial Times<\/em> sagte er, er sei bereit, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Allerdings unter der Bedingung, dass\u00a0es Verhandlungen mit Wladimir Putin pers\u00f6nlich sein werden, da es dort\u00a0ansonsten &#8220;niemanden gibt, mit dem man reden kann&#8221;.<\/p>\n<p>Bislang war es immer der Wunsch der russischen Gesellschaft, dass Moskau auf dieses Angebot im Stile von &#8220;es gibt (in Kiew) niemanden, mit wem man reden kann&#8221; reagiert, da das Kiewer Regime nicht verhandlungsf\u00e4hig sei. Es werde jegliche m\u00fcndlichen Vereinbarungen brechen \u2013 mit der Begr\u00fcndung, dass &#8220;nichts dergleichen vereinbart wurde&#8221;. Es werde auch schriftliche Vereinbarungen mit dem Argument brechen, &#8220;Russland hat uns gezwungen, diese Bedingungen zu akzeptieren&#8221;. Bei jedem Bruch eines Abkommens werde der Westen (als angeblicher Garant f\u00fcr die Umsetzung der Abkommen durch die Ukraine) seinen Z\u00f6glingen in Kiew auf die Schulter klopfen und sagen, dass es Moskau gewesen sei, das das Abkommen gebrochen hat \u2013 so wie es\u00a0bei den Minsker Abkommen der Fall war.<\/p>\n<p>Letztendlich werden die Vereinbarungen mit der Ukraine so lange Bestand haben, bis der letzte russische Soldat die Ukraine verlassen hat. Danach wird die Ukraine ihren russophoben Kurs fortsetzen, der NATO beitreten, und Russland wird mit Sanktionen und Opfern im Namen der Entnazifizierung obendrauf \u2013 und der Notwendigkeit, in ein oder zwei Jahren erneut eine Sonderoperation durchf\u00fchren zu m\u00fcssen, um die Stationierung von US-Raketen irgendwo in der Region Tschernigow zu verhindern \u2013 zur\u00fcckbleiben.<\/p>\n<p>Deshalb besteht der Weg zur L\u00f6sung aller in der Ukraine gestellten Aufgaben darin, den Kampf bis zu seinem siegreichen Ende fortzusetzen. Einfach ausgedr\u00fcckt, geht es um die Demontage des ukrainischen Staatsprojekts &#8220;Anti-Russland&#8221;.<\/p>\n<p>Aber Moskau verweigerte Selenskij mit seinen Verhandlungsphantasien nicht die Gespr\u00e4chsbereitschaft, sondern antwortete im Stil von &#8220;es ist m\u00f6glich, aber &#8230;&#8221;. Dmitri Peskow sagte noch im April, das Treffen sei &#8220;hypothetisch m\u00f6glich&#8221;, aber damit es stattfinden k\u00f6nne, m\u00fcsste ein konkretes Dokument in den Tiefen der Verhandlungsrunden schon gereift sein. Nicht eine Ansammlung von Ideen, sondern ein konkretes schriftliches Dokument. Wie die russischen Beh\u00f6rden inzwischen gemerkt haben, wird in den Delegationen nicht mehr gearbeitet.<\/p>\n<p>&#8220;Der Ball liegt nun seit fast zwei Monaten im Spielfeld der Ukrainer, seit Mitte April, als sie zuvor ihre eigenen, in Istanbul skizzierten Ans\u00e4tze \u00e4nderten, die wir bereit waren, als Grundlage zu akzeptieren. Aber sie weigerten sich sofort\u00a0&#8230; Dennoch wurden die Kontakte fortgesetzt, und unsere Vision f\u00fcr die n\u00e4chste Version des Vertragsentwurfs wurde ihnen Mitte April \u00fcbermittelt.<\/p>\n<p>&#8220;Und seitdem haben wir keine R\u00fcckmeldung erhalten&#8221;, sagte der russische Au\u00dfenminister Sergei Lawrow. &#8220;Die ukrainische Seite hat sich aus dem Verhandlungsprozess zur\u00fcckgezogen, und deshalb besteht jetzt keine Notwendigkeit, \u00fcber die M\u00f6glichkeit der Vorbereitung eines solchen Treffens zu sprechen&#8221;, fasste Dmitri Peskow zusammen und machte Kiew klar, dass die Gespr\u00e4che auf Arbeitsebene wiederaufgenommen werden sollten.<\/p>\n<p><strong>Ja, aber nein &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Die Antwort des Kremls &#8220;Ja, aber &#8230;&#8221; hat mindestens zwei Ziele. Erstens: Damit beh\u00e4lt Russland sein weltweites Ansehen. Es zeigt, dass seine Sonderoperation erzwungen war, dass sie immer f\u00fcr eine diplomatische L\u00f6sung von Problemen offen ist. Dies wird die neutralen und befreundeten Staaten erfreuen \u2013 und den verfeindeten Westen dazu anregen, sich in die f\u00fcr Russland richtige Richtung zu bewegen. Denn immer mehr westliche Politiker verstehen, dass der Westen in der Ukraine milit\u00e4risch verliert, und sind bereit, einen Dialog mit Russland \u00fcber eine Vers\u00f6hnung zu f\u00fchren, unter der Voraussetzung, dass ukrainische Gebiete abgetreten werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Bislang ist nur von der Krim, der Donezker und Lugansker Volksrepublik die Rede, aber Sergei Lawrow hat deutlich gemacht, dass die Bedingungen des Abkommens von der Lage vor Ort abh\u00e4ngen werden. Und diese Situation bedeutet nun, dass auch die Regionen Cherson und Saporoschje die Ukraine verlassen werden. Dar\u00fcber sprechen viele russische Beamte sowie Moskaus demonstratives \u00dcberschreiten des Punktes, an dem es kein Zur\u00fcck mehr gibt \u2013 die Ausstellung von P\u00e4ssen der Russischen F\u00f6deration an die Einwohner der Region ab dem 12. Juni. Eine \u00e4hnliche &#8220;Extraktion&#8221; erwartet andere ukrainische Gebiete, die von russischen Truppen befreit werden. Das bedeutet, dass der Westen in der Einsicht, dass eine Niederlage unvermeidlich ist, auf die Gespr\u00e4chsbereitschaft Moskaus eingehen und sich den neuen Bedingungen anpassen wird.<\/p>\n<p>Zweitens liegt es auf der Hand, dass die Demontage der ukrainischen Staatlichkeit viel leichter vonstattengehen wird, wenn die ideologischen Grundlagen des Regimes zusammenbrechen, wenn in Kiew Verwirrung und Unbest\u00e4ndigkeit herrschen. Deshalb verlangt Moskau, dass die ukrainische und die russische Delegation vor dem Treffen zwischen Selenskij und Putin einen Entwurf f\u00fcr ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts unterzeichnen, der alle Forderungen Russlands umfassen wird, einschlie\u00dflich der Entnazifizierung und des Verzichts auf die befreiten Gebiete. Schon die Verk\u00fcndung dieses Entwurfs w\u00fcrde in Kiew eine schwere Machtkrise ausl\u00f6sen. Sollte sich Selenskij danach davon lossagen, kann Moskau das Treffen unter dem Vorwand ablehnen, dass &#8220;Selenskij wieder betr\u00fcgt&#8221;.<\/p>\n<p>Kiew versteht wahrscheinlich die von Russland gestellten Fallen und ist noch nicht verzweifelt genug, den von Moskau vorgeschlagenen Weg zu gehen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Selenskij die russische Forderung ablehnt und das Friedensabkommen nicht vorab unterzeichnen wird. Das bedeutet, dass es keine Verhandlungen geben und die russische Operation bis zum siegreichen Ende fortgesetzt wird \u2013 bis die ukrainischen Gebiete von der Macht der Drogenabh\u00e4ngigen und Nazis befreit sind.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/opinions\/2022\/6\/9\/1162290.html\">vz.ru<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/meinungsfreiheit.rtde.life\/international\/140424-henry-kissinger-versuchte-westen-zu\/\">Henry Kissinger versuchte den Westen zu warnen, dass im Konflikt mit Russland die Zeit davonl\u00e4uft<\/a><\/p>\n<p><em><\/em><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/141111-warum-moskau-erneut-verhandlungen-mit\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Westen werden immer mehr Stimmen laut, die fordern, dass die Ukraine auf Verhandlungen mit Russland eingehen soll. Auch Kiew sendet inzwischen vorsichtige Signale. 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