{"id":111755,"date":"2026-10-04T16:13:04","date_gmt":"2026-10-04T14:13:04","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/japan-will-russland-die-stirn-bieten-kann-es-dabei-auf-eigenen-beinen-stehen\/"},"modified":"2026-10-04T16:13:04","modified_gmt":"2026-10-04T14:13:04","slug":"japan-will-russland-die-stirn-bieten-kann-es-dabei-auf-eigenen-beinen-stehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/japan-will-russland-die-stirn-bieten-kann-es-dabei-auf-eigenen-beinen-stehen\/","title":{"rendered":"Japan will Russland die Stirn bieten \u2013 kann es dabei auf eigenen Beinen stehen?"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Die bilateralen Beziehungen zwischen Japan und Russland sind am Gefrierpunkt. Tokios j\u00fcngster Konflikt mit Moskau offenbart einen tieferliegenden Zwiespalt zwischen nationalen Ambitionen, der Abh\u00e4ngigkeit von Washington und dem Bedarf an russischer Energie.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Jewgeni Balakin<\/em><\/p>\n<p>Ein 15 Meter hohes Bronzedenkmal \u00fcberragt das Ufer des Amur: Ein sowjetischer Soldat schwingt den Kolben seines Gewehrs und zertr\u00fcmmert einen japanischen Grenzstein, der das kaiserliche Chrysanthemen-Emblem tr\u00e4gt \u2013 ein in Japan als heilig geltendes Symbol.<\/p>\n<p>Am 4. September \u2013 dem Tag nach dem in Russland begangenen &#8220;Tag des Sieges \u00fcber das militaristische Japan und das Ende des Zweiten Weltkriegs&#8221; \u2013 wurde <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/khabarovsktv.ru\/news\/krupneyshiy-v-rossii-memorial-posvyashchyonnyy-okonchaniyu-vtoroy-mirovoy-voyny-otkryli-v\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">am h\u00f6chsten Punkt<\/a> des Amur-Ufers in Chabarowsk das Denkmal &#8220;Sieg im Osten&#8221; enth\u00fcllt. Das Monument entstand auf Initiative des russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin unter Beteiligung der Russischen Milit\u00e4rhistorischen Gesellschaft und der Regierung der Region Chabarowsk. Bei dem steinernen Grenzpfahl handelt es sich um eine exakte Nachbildung eines Grenzsteins, den Japan nach dem Russisch-Japanischen Krieg auf Sachalin errichtet hatte.<\/p>\n<p>Am darauffolgenden Tag <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rbc.ru\/politics\/05\/09\/2026\/6a9c69a69c6d7f3388e17142\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">forderte<\/a> die japanische Politikerin Sanae Takaichi die Entfernung des Denkmals. Die Darstellung der zertr\u00fcmmerten Chrysantheme, so schrieb sie auf X, sei absolut inakzeptabel und stelle eine Kr\u00e4nkung der nationalen Gef\u00fchle des japanischen Volkes dar. Au\u00dfenminister Toshimitsu Motegi bezeichnete das Denkmal als &#8220;inakzeptabel&#8221; und zutiefst bedauerlich; Tokio werde weiterhin auf dessen Entfernung dr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Moskau reagierte mit der Erkl\u00e4rung, das Denkmal weder abbauen noch ver\u00e4ndern zu wollen. Die Sprecherin des Au\u00dfenministeriums, Maria Sacharowa, <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/lenta.ru\/news\/2026\/09\/09\/long-dolzhna-izvlech-uroki-iz-istorii-i-porvat-s-militarizmom-kitay-podderzhal-rossiyu-v-spore-s-yaponiey-o-monumente-pobedy\/\">merkte sogar an<\/a>, man k\u00f6nne ebenso gut verlangen, dass der Wind aufh\u00f6re zu wehen oder die Sonne nicht mehr scheine.<\/p>\n<p>Peking nutzte die Gelegenheit, seinen Nachbarn an vergangene Verbrechen zu erinnern: Die Sprecherin des chinesischen Au\u00dfenministeriums, Mao Ning, <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.m24.ru\/news\/08092026\/938981\">riet Japan<\/a>, aus der Geschichte zu lernen, endg\u00fcltig mit dem Militarismus zu brechen und sich das Vertrauen der Nachbarn durch konkrete Taten zu verdienen.<\/p>\n<p>Auf den ersten Blick erscheint die Situation beispiellos. Innerhalb eines einzigen Monats stattete der russische Pr\u00e4sident der Insel Iturup einen historischen Besuch ab; beide Seiten bestellten die jeweiligen Botschafter ein; Japan, die USA und Australien hielten Milit\u00e4r\u00fcbungen nur 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt ab; und nun kommt noch der Streit um das Denkmal und die Forderung nach dessen Abriss hinzu. Medien sprechen von einer &#8220;deutlichen Abk\u00fchlung&#8221; der Beziehungen, einer neuen Konfrontationswelle im russischen Fernen Osten und sogar von einer m\u00f6glichen &#8220;zweiten Front&#8221; des Kalten Krieges.<\/p>\n<p>Russische Experten, die mit <em>RT<\/em> sprachen, beurteilen die Lage jedoch anders.<\/p>\n<p><strong>Eine Verkettung von Zuf\u00e4llen<\/strong><\/p>\n<p>Ausgel\u00f6st wurde die Situation nicht durch russische Ma\u00dfnahmen, sondern durch das japanische Verteidigungsministerium.<\/p>\n<p>Am 4. August billigte das japanische Kabinett sein j\u00e4hrliches <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.mod.go.jp\/en\/publ\/w_paper\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wei\u00dfbuch zur Verteidigung<\/a> \u2013 ein mit 598 Seiten rekordverd\u00e4chtiges Dokument, dessen Umschlag im Anime-Stil eine Gruppe l\u00e4chelnder junger Menschen vor der Kulisse einer futuristischen Stadt zeigte. Das diesj\u00e4hrige Thema lautete &#8220;Sicherheit f\u00fcr die Zukunft&#8221;. Der Inhalt des Wei\u00dfbuchs war jedoch durchaus pragmatisch: China wurde als Japans gr\u00f6\u00dfte strategische Herausforderung <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.kommersant.ru\/doc\/8862189\">eingestuft<\/a>, gefolgt von Russland und Nordkorea. Zudem wurde erstmals der milit\u00e4rische Aufr\u00fcstungsprozess direkt mit wirtschaftlichem Wohlstand verkn\u00fcpft (was die friedliche Gestaltung des Umschlags erkl\u00e4rt).<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc2d148fbef3ce353f27c.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc2d148fbef3ce353f27c.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc2d148fbef3ce353f27c.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc2d148fbef3ce353f27c.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc2d148fbef3ce353f27c.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc2d148fbef3ce353f27c.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">\u00a9 Japanisches Verteidigungsministerium<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Abschnitt befasst sich mit den <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rbc.ru\/politics\/04\/08\/2026\/6a71fc359a7947164dda68f5\">russischen Milit\u00e4raktivit\u00e4ten<\/a> im Fernen Osten: Das Dokument verzeichnet Fl\u00fcge von Tu-95-Maschinen, 214 Abfangman\u00f6ver gegen\u00fcber russischen Flugzeugen im Laufe des Jahres, den Ausbau gemeinsamer Marinepatrouillen mit China (im August 2025 beteiligte sich erstmals ein U-Boot an diesen Patrouillen) sowie einen Flug russischer und chinesischer Bomber in das Gebiet nahe der Insel Shikoku im Dezember. Zudem gibt es ein Kapitel \u00fcber neue Methoden der Kriegsf\u00fchrung, etwa den Einsatz kosteng\u00fcnstiger Massenproduktionsdrohnen und von KI bei Entscheidungsprozessen. Zum zweiten Mal in Folge bezeichnet das Dokument das russische milit\u00e4rische Vorgehen auf den s\u00fcdlichen Kurileninseln als &#8220;illegale Besatzung&#8221;.<\/p>\n<p>Neun Tage sp\u00e4ter, am 13. August, <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.interfax.ru\/russia\/1109005\">besuchte Wladimir Putin Iturup<\/a>. W\u00e4hrend seiner gesamten Amtszeit hatte der russische Pr\u00e4sident zuvor noch nie die s\u00fcdlichen Inseln der Kurilenkette besucht, auf die auch Japan Anspruch erhebt.<\/p>\n<p>Japans Reaktion erfolgte umgehend. Takaichi bezeichnete den Besuch als &#8220;absolut inakzeptabel&#8221;, Motegi bekr\u00e4ftigte Tokios Standpunkt, wonach die Inseln ein &#8220;untrennbarer Bestandteil des japanischen Territoriums&#8221; seien, und das japanische Au\u00dfenministerium <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.kommersant.ru\/doc\/8891910\">bestellte<\/a>\u00a0den russischen Botschafter in Japan, Nikolai Nosdrew, ein. Moskau reagierte entschlossen und wies die \u00c4u\u00dferungen japanischer Regierungsvertreter als politisch <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.interfax.ru\/russia\/1109183\">irrelevant<\/a>, beleidigend sowie rechtlich nichtig zur\u00fcck; es bekr\u00e4ftigte, dass Iturup \u2013 ebenso wie die \u00fcbrigen Kurilen \u2013 ein integraler Bestandteil Russlands sei und japanische Vertreter kein Recht h\u00e4tten, Moskau vorzuschreiben, welche Regionen des Landes der russische Pr\u00e4sident besuchen d\u00fcrfe.<\/p>\n<p>Am 15. August, dem Jahrestag der japanischen Kapitulation im Zweiten Weltkrieg, <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/iz.ru\/2149486\/2026-08-15\/rukovodstvo-praviashchei-partii-iaponii-posetilo-assotciiruiushchiisia-s-militarizmom-khram\">sandte Takaichi<\/a> ein &#8220;Tamagushi&#8221; (rituelles Opfergeschenk) an den Yasukuni-Schrein. Sie verzichtete jedoch auf einen pers\u00f6nlichen Besuch, und die Regierungspartei <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/news\/2026\/8\/15\/1442890.html\">stellte klar<\/a>, dass die Spende aus privaten Mitteln sowie in Takaichis Eigenschaft als LDP-Vorsitzende und nicht als Regierungschefin erfolgt sei. Die Geste war darauf ausgelegt, das heimische Publikum zufriedenzustellen, ohne einen diplomatischen Streit mit Peking und Seoul auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Am 18. August wurde der japanische Botschafter in Russland, Akira Muto, in das russische Au\u00dfenministerium einbestellt. Der stellvertretende Au\u00dfenminister Michail Galusin legte <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.interfax.ru\/russia\/1109894\">scharfen Protest<\/a> gegen \u00c4u\u00dferungen des japanischen Premierministers und des Au\u00dfenministers ein; er betonte, dass die Souver\u00e4nit\u00e4t und Hoheitsgewalt Russlands \u00fcber die S\u00fcdlichen Kurilen unantastbar und jegliche Versuche, diese Realit\u00e4t infrage zu stellen, inakzeptabel und illegitim seien.<\/p>\n<p>Am 31. August kam es zu einem weiteren Vorfall, diesmal im Zusammenhang mit Milit\u00e4r\u00fcbungen. Vom 8. bis 24. September f\u00fchrten Japan, die USA und Australien die \u00dcbung &#8220;Orient Shield&#8221; durch, wobei einige Operationen auf der Insel Hokkaido nahe der russischen Grenze stattfanden. Der japanischen Seite wurde <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/ria.ru\/20260901\/japonija-2114573651.html\">mitgeteilt<\/a>, dass provokative milit\u00e4rische Aktivit\u00e4ten in der N\u00e4he der russischen Fernostgrenzen absolut inakzeptabel seien; Sacharowa <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.kommersant.ru\/doc\/8923387\">wies insbesondere<\/a> auf die Pl\u00e4ne hin, w\u00e4hrend der \u00dcbungen landgest\u00fctzte US-Raketensysteme vom Typ &#8220;Typhon&#8221; \u2013 die f\u00fcr den Abschuss von Raketen mittlerer und k\u00fcrzerer Reichweite ausgelegt sind \u2013 zu stationieren, und warnte vor entsprechenden Gegenma\u00dfnahmen.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc35548fbef54980ef81d.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc35548fbef54980ef81d.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc35548fbef54980ef81d.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc35548fbef54980ef81d.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc35548fbef54980ef81d.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc35548fbef54980ef81d.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Ein neues Denkmal f\u00fcr den sowjetischen Sieg \u00fcber Japan im Zweiten Weltkrieg, das am 4. September 2026 im Rahmen des russisch-chinesischen Forums in Chabarowsk eingeweiht wurde<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">\u00a9 Sputnik \/ Ekaterina Chesnokova<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Am 4. September wurde in Chabarowsk das Denkmal enth\u00fcllt. Am selben Tag beschloss die UN-Generalversammlung die Einf\u00fchrung der Equal-Earth-Projektion. Japan stimmte daf\u00fcr. Doch wenige Tage sp\u00e4ter forderte das Land <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.vedomosti.ru\/politics\/news\/2026\/09\/10\/1227905-kartu-mira\">eine Korrektur<\/a>: In der Online-Version der neuen Karte waren die vier S\u00fcdlichen Kurilen in derselben Farbe wie das \u00fcbrige Russland dargestellt \u2013 ein f\u00fcr Japan inakzeptabler Umstand.<\/p>\n<p>Das ist die Bilanz: sechs Vorf\u00e4lle innerhalb von 30 Tagen. Jeder Vorfall versch\u00e4rft die Lage weiter, und zusammengenommen zeichnen sie das Bild einer rapide schlechter werdenden Beziehung.<\/p>\n<p>Im Folgenden analysieren russische Experten die Situation.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Die Beziehungen haben sich nicht pl\u00f6tzlich abgek\u00fchlt&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Wassili Schtschepkin \u2013 Japanologe mit Doktortitel in Geschichte, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung f\u00fcr den Fernen Osten am Institut f\u00fcr Orientalische Manuskripte der Russischen Akademie der Wissenschaften sowie Dozent an der Higher School of Economics in St. Petersburg \u2013 schl\u00e4gt vor, die Frage neu zu formulieren.<\/p>\n<p>&#8220;Meiner Ansicht nach haben sich die Beziehungen zwischen Russland und Japan nicht pl\u00f6tzlich abgek\u00fchlt; sie befinden sich bereits seit \u00fcber vier Jahren in diesem Zustand, n\u00e4mlich seit Beginn der russischen Milit\u00e4roperation in der Ukraine. Japan schloss sich den westlichen Sanktionen an, und alles, was in den vergangenen vier Jahren geschehen ist, ist weitgehend eine Folge davon&#8221;, sagte er.<\/p>\n<p>Der Bruch erfolgte demnach nicht im September 2026, sondern im M\u00e4rz 2022 \u2013 als Tokio das Sanktionsregime des kollektiven Westens unterst\u00fctzte und Moskau daraufhin die Verhandlungen \u00fcber einen Friedensvertrag <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.vedomosti.ru\/politics\/news\/2022\/03\/21\/914483-mid-rf-prekratil-s-yaponiei\">abbrach<\/a>, die Visumfreiheit f\u00fcr japanische Staatsb\u00fcrger f\u00fcr die Kurilen-Inseln aufhob und den Dialog \u00fcber gemeinsame wirtschaftliche Aktivit\u00e4ten dort einstellte. Alles, was darauf folgte, war die Konsequenz dieser einen Entscheidung.<\/p>\n<p>Was ist also im August geschehen? Laut Schtschepkin war die aktuelle Ereigniskette eine direkte Folge von Putins Besuch auf Iturup. Tokios Reaktion war unvermeidlich. Er weist jedoch auf ein bisher wenig beachtetes Detail hin: &#8220;Abgesehen von Erkl\u00e4rungen sind bislang keine konkreten Ma\u00dfnahmen erfolgt.&#8221;<\/p>\n<p>Im September hat Japan keine Schritte unternommen. Es wurden keine neuen Sanktionspakete verabschiedet, keine Diplomaten ausgewiesen und keine der verbliebenen Projekte eingestellt. Was Demarchen, die Einbestellung von Diplomaten und die R\u00fcge inakzeptablen Verhaltens betrifft: All dies geh\u00f6rt zum diplomatischen Standardverfahren.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc44848fbef3ccc730bca.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc44848fbef3ccc730bca.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc44848fbef3ccc730bca.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc44848fbef3ccc730bca.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc44848fbef3ccc730bca.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc44848fbef3ccc730bca.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Wladimir Putin und der Gr\u00fcnder der Unternehmensgruppe Gidrostroj, Alexander Werchowski, besuchen den Fischverarbeitungskomplex Jasny auf der Insel Iturup in der russischen Region Sachalin (13.\u00a0August 2026).<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">\u00a9 Sputnik \/ Gawriil Grigorow<\/span><span class=\"RTImage-captionItem\"> \/ Sputnik<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>&#8220;Weder Tokio noch Moskau sind daran interessiert, die Beziehungen weiter zu belasten&#8221;, sagt Schtschepkin. &#8220;Meiner Einsch\u00e4tzung nach ist eine weitere Verschlechterung unwahrscheinlich, da keine der beiden Seiten die bilaterale Zusammenarbeit stoppen oder die Spannungen eskalieren lassen will.&#8221;<\/p>\n<p>Daraus l\u00e4sst sich schlie\u00dfen, dass die russisch-japanischen Beziehungen in ihrer gegenw\u00e4rtigen Form eine abh\u00e4ngige Variable darstellen.<\/p>\n<p>&#8220;Der aktuelle Zustand der Beziehungen ist vielmehr eine Folge anderer Ereignisse, die nicht unmittelbar mit der russisch-japanischen Agenda verkn\u00fcpft sind&#8221;, so der Experte.<\/p>\n<p>Eine eigenst\u00e4ndige bilaterale Agenda existiert nicht mehr; daher kann man nur noch von der globalen Lage und deren Bezug zu Russlands Fernem Osten sprechen.<\/p>\n<p>&#8220;Wir befinden uns derzeit in einer Art Sackgasse, in die wir immer dann zur\u00fcckfallen, wenn sich die globale Lage verschlechtert \u2013 und insbesondere, wenn sich die Beziehungen zwischen Russland und den USA eintr\u00fcben&#8221;, sagt der Experte. &#8220;Die USA waren lange Zeit jene &#8216;dritte Kraft&#8217;, von der die russisch-japanischen Beziehungen ma\u00dfgeblich abhingen.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Wer hat damit angefangen?<\/strong><\/p>\n<p>Zwar sind die Beziehungen tats\u00e4chlich eingefroren, doch herrscht unter den Beteiligten kein Konsens dar\u00fcber, wer daran die Schuld tr\u00e4gt. Russische Experten haben dazu jedoch eine klare Meinung.<\/p>\n<p>Olga Bontsch-Osmolowskaja, Japanologin und promovierte Historikerin, erl\u00e4utert die Hintergr\u00fcnde f\u00fcr die Entscheidung Tokios. Ihrer Ansicht nach hat Japans Politik nach 2022 aufgeh\u00f6rt, wirklich unabh\u00e4ngig zu sein. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.<\/p>\n<p>&#8220;Es ist eine Sache, einen weit entfernten Krieg politisch zu verurteilen und den eigenen Standpunkt aus Gr\u00fcnden der Wahrung des Scheins zu bekunden \u2013 angesichts der Existenz einer Art &#8216;Oberherrn&#8217;; etwas ganz anderes ist es jedoch, sich aktiv in die entsprechende Politik einzubinden&#8221;, sagt sie. Japan entschied sich f\u00fcr Letzteres. Und zwar mit besonderem Eifer.<\/p>\n<p>&#8220;Angetrieben von dem, was man als &#8216;Komplex des Mustersch\u00fclers&#8217; bei den Japanern bezeichnen k\u00f6nnte \u2013 sowie von ihrer Neigung zu h\u00f6chster Gewissenhaftigkeit, bis hin zum Fanatismus bei der Erledigung von Aufgaben \u2013, schloss sich Japan eng diesem Kurs an: Es \u00fcbernahm das gesamte Sanktionspaket gegen Moskau und zog sich aus verschiedenen Formen der Zusammenarbeit zur\u00fcck&#8221;, so Bontsch-Osmolowskaja.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc4fc48fbef4d9d59ed70.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc4fc48fbef4d9d59ed70.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc4fc48fbef4d9d59ed70.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc4fc48fbef4d9d59ed70.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc4fc48fbef4d9d59ed70.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc4fc48fbef4d9d59ed70.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Angeh\u00f6rige der australischen, der japanischen und der US-Armee nehmen auf Hokkaido (Japan) an der Abschlusszeremonie der \u00dcbung &#8220;Orient Shield &#8217;26&#8221; teil (24. September 2026).<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die bisherige Politik \u2013 die es Tokio erm\u00f6glichte, einen Ausgleich zwischen B\u00fcndnisverpflichtungen und eigenen Interessen im Norden zu finden \u2013 wurde eingeschr\u00e4nkt. Damit waren auch alle Errungenschaften des vorangegangenen Jahrzehnts hinf\u00e4llig.<\/p>\n<p>&#8220;Russland hat die Verschlechterung der Beziehungen zu Japan nicht eingeleitet&#8221;, sagt Bontsch-Osmolowskaja. &#8220;Es hat auf die japanischen Sanktionen und die verst\u00e4rkte US-Milit\u00e4rpr\u00e4senz reagiert \u2013 und tut dies weiterhin.&#8221;<\/p>\n<p>Zwischen Worten und tats\u00e4chlichen F\u00e4higkeiten verl\u00e4uft jedoch ein schmaler Grat. Man nehme zum Beispiel die \u00dcbung &#8220;Orient Shield&#8221;: &#8220;Im Rahmen dieser \u00dcbungen werden unterschiedlichste Man\u00f6ver trainiert \u2013 Truppenlandungen, Munitionstransporte, die Verlegung von HIMARS-Systemen, Luftabwehrsystemen und so weiter.&#8221;<\/p>\n<p>Dies erkl\u00e4rt die heftige Reaktion Russlands. &#8220;Nat\u00fcrlich behauptet niemand, dass es sich hierbei buchst\u00e4blich um die Vorbereitung eines Angriffs auf die Kurilen handelt. Doch Russland ist gezwungen, nicht nur Absichtserkl\u00e4rungen, sondern auch milit\u00e4rische F\u00e4higkeiten zu bewerten&#8221;, sagt Bontsch-Osmolowskaja.<\/p>\n<p>Absichten \u00e4ndern sich mit den Regierungen, doch die milit\u00e4rische Infrastruktur bleibt bestehen. Und Milit\u00e4rverantwortliche weltweit tragen diesem Umstand Rechnung.<\/p>\n<p>Daraus ergibt sich ein Teufelskreis: Japan baut gemeinsam mit den USA sein milit\u00e4risches Potenzial aus; als Reaktion darauf st\u00e4rkt Russland seine Position im Fernen Osten. Tokio wiederum f\u00fchrt diese Aufr\u00fcstung als zus\u00e4tzliche Rechtfertigung f\u00fcr eine weitere Militarisierung an. Und der Kreislauf beginnt von vorn.<\/p>\n<p>Dies wird durch Japans Milit\u00e4rausgaben untermauert. Japan hat die Schwelle von zwei Prozent f\u00fcr Verteidigungsausgaben <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rbc.ru\/politics\/04\/08\/2026\/6a71fc359a7947164dda68f5\">vorzeitig \u00fcberschritten<\/a> \u2013 ein Jahr fr\u00fcher als in der Strategie von 2022 vorgesehen. Im laufenden Haushaltsjahr beliefen sich die Verteidigungsausgaben auf den Rekordwert von <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/tass.ru\/ekonomika\/26022413\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">8,8 Billionen Yen<\/a>, und f\u00fcr das kommende Jahr ist bereits eine Rekordsumme von 8,9 Billionen Yen (etwa 50 Milliarden Euro) beantragt.<\/p>\n<p>Im Juni <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vpk.name\/news\/1134952_yaponiya_prinyala_zakon_o_sozdanii_vozdushno-kosmicheskih_sil_samooborony.html\">benannte das Parlament<\/a> die Luftselbstverteidigungsstreitkr\u00e4fte in &#8220;Luft- und Weltraumselbstverteidigungsstreitkr\u00e4fte&#8221; um; dies war die erste Umbenennung einer der drei Teilstreitkr\u00e4fte der Selbstverteidigungsstreitkr\u00e4fte seit deren Gr\u00fcndung im Jahr 1954. Im August <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.kommersant.ru\/doc\/8906687\">k\u00fcndigte Takaichi<\/a> weitere \u00c4nderungen an: die Aufstellung einer Gruppe f\u00fcr Weltraumoperationen, den Einsatz eines Satelliten zur Weltraum\u00fcberwachung (Space Domain Awareness, SDA) sowie den Ausbau der 15. Brigade der Bodenselbstverteidigungsstreitkr\u00e4fte auf Okinawa zu einer Division.<\/p>\n<p>Diese Ma\u00dfnahmen richten sich vornehmlich gegen Peking. Angesichts der geografischen Lage sind sie jedoch auch gegen Moskau gerichtet.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc5cb48fbef25a0538628.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc5cb48fbef25a0538628.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc5cb48fbef25a0538628.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc5cb48fbef25a0538628.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc5cb48fbef25a0538628.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc5cb48fbef25a0538628.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Die 1. Luftlandebrigade der japanischen Selbstverteidigungsstreitkr\u00e4fte absolviert eine \u00dcbung im Camp Narashino in der Pr\u00e4fektur Chiba (12. Januar 2025).<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Energie statt Diplomatie<\/strong><\/p>\n<p>Trotz alledem gibt es einen Aspekt, der das dramatische Gesamtbild ausgleicht: W\u00e4hrend Diplomaten diplomatische Protestnoten (Demarchen) austauschen, laufen Gastanker von Sachalin aus und transportieren Fl\u00fcssigerdgas (LNG) nach Japan.<\/p>\n<p>Das Projekt Sachalin-2 hat Sanktionen, den Stillstand des politischen Dialogs und Forderungen nach einer Aufl\u00f6sung des Projekts \u00fcberstanden. Im Juni <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.interfax.ru\/world\/1095459\">verl\u00e4ngerte<\/a> das US-Amt f\u00fcr die Kontrolle von Auslandsverm\u00f6gen (OFAC) die Sondergenehmigung erneut bis zum 18. Dezember 2026. Eine solche Ausnahmeregelung wird seit 2022 j\u00e4hrlich erteilt, wobei ihr jeweils Verhandlungen zwischen Tokio und Washington vorausgingen. <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/sakh.online\/news\/18\/2026-07-29\/rossiya-i-yaponiya-mogut-vosstanovit-torgovlyu-chto-eto-znachit-dlya-sahalina-520554\">Nach Angaben<\/a> des japanischen Wirtschaftsministeriums deckte russisches LNG im Jahr 2025 etwa neun Prozent der japanischen Importe von Fl\u00fcssigerdgas ab; laut\u00a0Bontsch-Osmolowskaja ist das umgekehrte Verh\u00e4ltnis sogar noch ausgepr\u00e4gter: Auf Japan entfielen rund 58 Prozent der Exporte des Projekts.<\/p>\n<p>Wladimir Nelidow \u2013 promovierter Historiker, Dozent am Lehrstuhl f\u00fcr Orientalistik am MGIMO, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum f\u00fcr Japanstudien des Instituts f\u00fcr Orientalistik der Russischen Akademie der Wissenschaften sowie\u00a0RIAC-Experte\u00a0\u2013 sieht darin den Hauptgrund, warum die Drohungen nicht \u00fcber blo\u00dfe Worte\u00a0hinausgingen.<\/p>\n<p>&#8220;Ein Abbruch der diplomatischen Beziehungen w\u00e4re unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig&#8221; sagt er. &#8220;Auch die M\u00f6glichkeiten zur Einf\u00fchrung weiterer Wirtschaftssanktionen sind begrenzt: Japan verf\u00fcgt \u00fcber keinen gro\u00dfen Hebel. So ist das Land beispielsweise weiterhin an \u00d6l- und Gasprojekten auf Sachalin beteiligt und \u2013 so meine Einsch\u00e4tzung \u2013 nicht bereit, diese aufzugeben.&#8221;<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass die US-Regierung auf einen R\u00fcckzug Japans aus den Sachalin-Projekten dr\u00e4ngte. Tokio blieb jedoch dabei. &#8220;Soweit wir das beurteilen k\u00f6nnen, hat Takaichi entweder die USA \u00fcberzeugt oder auf ihrem Standpunkt beharrt; jedenfalls blieb Japan trotz der Haltung seines wichtigsten Verb\u00fcndeten an den Projekten beteiligt.&#8221;<\/p>\n<p>Ein zweiter m\u00f6glicher Hebel ist humanit\u00e4rer Natur. Auch hier bem\u00fcht sich Tokio um den Erhalt der Beziehungen. &#8220;Die japanische Seite hat viel in die humanit\u00e4re Zusammenarbeit mit Russland investiert. Vor der aktuellen Eskalation \u00e4u\u00dferten sich die Japaner sogar stolz dar\u00fcber, dass trotz des fehlenden politischen Dialogs weiterhin Kulturfestivals und andere Veranstaltungen zwischen den beiden L\u00e4ndern stattfanden.&#8221; Nelidow f\u00fcgt hinzu: &#8220;Langfristig ist Japan vielleicht st\u00e4rker auf solche Kontakte angewiesen als Russland.&#8221;<\/p>\n<p>Schtschepkin st\u00fctzt diese Einsch\u00e4tzung und erg\u00e4nzt, dass die Zusammenarbeit in Bereichen wie Kultur, Bildung und Tourismus selbst in den vergangenen vier Jahren aufrechterhalten werden konnte \u2013 nicht zuletzt dank der Bem\u00fchungen der prorussischen Lobby innerhalb des japanischen Au\u00dfenministeriums. Der aktuelle Zustrom russischer Touristen nach Japan, so der Experte weiter, sei weitgehend ein Erbe der Regierung Shinz\u014d Abe; damals hatten sich die Seiten darauf verst\u00e4ndigt, die Territorialfrage zun\u00e4chst zur\u00fcckzustellen und sich stattdessen auf Wirtschaft, Kultur und Visafragen zu konzentrieren.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc63148fbef431552dbc1.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc63148fbef431552dbc1.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc63148fbef431552dbc1.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc63148fbef431552dbc1.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc63148fbef431552dbc1.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc63148fbef431552dbc1.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Wassili Schtschepkin, Olga Bontsch-Osmolowskaja und Wladimir Nelidow<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Gesamtbild ist recht eindeutig. Bontsch-Osmolowskaja spricht von einem &#8220;kalten Frieden&#8221; und warnt davor, dass ein v\u00f6lliger Abbruch der Beziehungen keinem der beiden L\u00e4nder n\u00fctzen w\u00fcrde: Zwar k\u00f6nnte Japan das Gas von Sachalin technisch gesehen ersetzen \u2013 was jedoch Zeit, Geld und eine noch st\u00e4rkere Abh\u00e4ngigkeit von US-Lieferanten erfordern w\u00fcrde \u2013, doch Russland w\u00fcrde dadurch Einnahmen aus dem Projekt verlieren. &#8220;Ein endg\u00fcltiger Bruch w\u00e4re, sollte es dazu kommen, f\u00fcr beide Seiten mit einem zu hohen Preis verbunden&#8221;, sagt sie.<\/p>\n<p>Die Grenze, bis zu der sich die Beziehungen verschlechtern k\u00f6nnen, wird daher nicht durch die Diplomatie bestimmt. Sie wird durch die Energiebilanz vorgegeben \u2013 und das gilt f\u00fcr beide Seiten.<\/p>\n<p><strong>Warum Takaichi nicht schweigen konnte<\/strong><\/p>\n<p>Es bleibt eine dr\u00e4ngende Frage: Warum gab die japanische Premierministerin all diese lautstarken Erkl\u00e4rungen ab, wenn darauf keine konkreten Ma\u00dfnahmen folgen sollten?<\/p>\n<p>Nelidow schl\u00e4gt vor, die Situation aus der Sicht der japanischen F\u00fchrung zu betrachten, um deren Logik besser zu verstehen. Sanae Takaichi stieg als nationalistische Politikerin auf, die sich unter anderem als Verteidigerin der nationalen Ehre profilierte; darauf gr\u00fcndet sich ihre Politik.<\/p>\n<p>&#8220;H\u00e4tte sie nicht auf den Besuch des russischen Pr\u00e4sidenten in dem von Japan beanspruchten Gebiet reagiert \u2013 oder auf die Errichtung des Denkmals, das [Russland] als angemessen, notwendig und wertvoll betrachtet, die Japaner jedoch als Sch\u00e4ndung eines Staatssymbols empfinden, oder auf die Milit\u00e4r\u00fcbungen \u2013, w\u00e4re sie von ihrer eigenen Partei im \u00fcbertragenen Sinne zerrissen worden&#8221;, so der Experte.<\/p>\n<p>Als die US-Regierung beispielsweise <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/news.un.org\/ru\/story\/2026\/08\/1468515\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sanktionen gegen<\/a> den Internationalen Strafgerichtshof verh\u00e4ngte \u2013 einschlie\u00dflich gegen dessen vorsitzende Richterin, die Japanerin Tomoko Akane \u2013, sah sich Takaichi Kritik ausgesetzt, weil sie sich nicht nachdr\u00fccklich genug f\u00fcr ihre Landsfrau eingesetzt hatte. &#8220;Wenn die \u00d6ffentlichkeit und Parteikollegen selbst im Umgang mit den USA entschlossenes Handeln von ihr verlangen, was w\u00fcrden sie dann erst im Fall Russlands sagen?&#8221;<\/p>\n<p>Ein Szenario, in dem Tokio geschwiegen h\u00e4tte, um die Beziehungen zu Moskau nicht zu gef\u00e4hrden, ist praktisch ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Waleri Kistanow, Leiter des Zentrums f\u00fcr Japanstudien am Institut f\u00fcr China und das moderne Asien der Russischen Akademie der Wissenschaften, wies auf <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/lenta.ru\/news\/2026\/09\/10\/long-japan\/\">die Einzelheiten<\/a> des Protests gegen das Denkmal in Chabarowsk hin. Takaichi \u00e4u\u00dferte sich zwar in den sozialen Medien, gab jedoch keine offizielle Erkl\u00e4rung ab, und die gro\u00dfen japanischen Medien (mit Ausnahme rechtskonservativer Publikationen) berichteten kaum \u00fcber den Vorfall. Es kam zu keinem landesweiten Aufschrei.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc6cd48fbef3dad577008.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc6cd48fbef3dad577008.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc6cd48fbef3dad577008.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc6cd48fbef3dad577008.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc6cd48fbef3dad577008.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc6cd48fbef3dad577008.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Die Vorsitzende der japanischen Regierungspartei Liberaldemokratische Partei (LDP), Sanae Takaichi (4. Oktober 2025)<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit anderen Worten: Die Erkl\u00e4rung richtete sich nicht an Moskau, sondern an Parteikollegen sowie an jenen Teil der japanischen W\u00e4hlerschaft, f\u00fcr den die Ereignisse von 1945 eine bleibende historische Wunde darstellen. Auch die am 15. August im Yasukuni-Schrein dargebrachte Opfergabe folgte dieser Logik: Sie wurde aus privaten Mitteln finanziert und ohne die pers\u00f6nliche Anwesenheit Takaichis vollzogen; sie war als Signal an das heimische Publikum gedacht, jedoch sorgf\u00e4ltig darauf abgestimmt, keine neue Krise in den Beziehungen zu Peking heraufzubeschw\u00f6ren.<\/p>\n<p>Dass auf diese Vorf\u00e4lle keine konkreten Taten folgten, ist der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis der Ereignisse im September. Dies bedeutet, dass ein Gro\u00dfteil der Geschehnisse nicht die bilateralen Beziehungen betraf, sondern auf das heimische Publikum zielte.<\/p>\n<p>Dennoch ist die Situation keineswegs harmlos. Symbolische Bekenntnisse neigen dazu, sich zu verfestigen: Ein Premierminister, der den Abriss eines Denkmals gefordert hat, kann seine eigene Aussage nicht widerrufen, und ein Nachfolger m\u00fcsste von derselben Position aus agieren.<\/p>\n<p><strong>Wer profitiert?<\/strong><\/p>\n<p>Experten sind sich dar\u00fcber einig, wer von dem Konflikt profitiert, sind sich jedoch \u00fcber die Auswirkungen uneinig. &#8220;Es ist klar, dass die USA der Hauptnutznie\u00dfer sind&#8221;, sagt Bontsch-Osmolowskaja. &#8220;Je schlechter die Beziehungen zwischen Moskau und Tokio werden, desto st\u00e4rker w\u00e4chst Japans bestehende Abh\u00e4ngigkeit von den USA in allen Aspekten: Waffen, Geheimdienst, Versorgung und Sicherheitsgarantien.&#8221; Washington erh\u00e4lt einen disziplinierten Verb\u00fcndeten, zus\u00e4tzliche St\u00fctzpunkte f\u00fcr den Truppeneinsatz und ein weiteres Instrument, um Druck auf den russischen Fernen Osten auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Allerdings f\u00fcgt sie hinzu: &#8220;Es ist wichtig, die Situation nicht auf ein Szenario zu reduzieren, in dem die USA eine Art &#8216;dunkles Imperium&#8217; und Japan lediglich seine Marionette sind.&#8221;<\/p>\n<p>Auch in Japan gibt es bestimmte Nutznie\u00dfer dieser Konfrontation. Zu den Bef\u00fcrwortern einer Revision der Nachkriegsbeschr\u00e4nkungen z\u00e4hlen das Verteidigungsestablishment, das Bontsch-Osmolowskaja als revanchistisch und nationalistisch bezeichnet, sowie Waffenhersteller, f\u00fcr die <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.kommersant.ru\/doc\/8906687\">erweiterte Exporte<\/a> M\u00e4rkte er\u00f6ffnen, die fast 80 Jahre lang verschlossen waren. Das Bild einer externen Bedrohung dient als Legitimationsmechanismus: Je l\u00e4nger die Liste der Bedrohungen, desto einfacher ist es f\u00fcr das Parlament, die Milit\u00e4rausgaben zu erh\u00f6hen und Exportbeschr\u00e4nkungen aufzuheben.<\/p>\n<p>Bontsch-Osmolowskaja gibt eine eher harte Einsch\u00e4tzung ab und zieht eine historische Analogie. Sie glaubt, dass die aktuelle Propaganda an die Jahrzehnte vor dem Zweiten Weltkrieg erinnert, als Japan China als seinen Hauptgegner bezeichnete und es d\u00e4monisierte. Heute findet ein \u00e4hnlicher Prozess in Bezug auf Russland statt. Als Ursache daf\u00fcr sieht sie das ungel\u00f6ste Trauma von 1945: W\u00e4hrend der Kaiserkult formell abgeschafft und die Gr\u00e4ueltaten der Milit\u00e4rmaschinerie anerkannt wurden, wurde die Niederlage nie wirklich akzeptiert und die strategische Souver\u00e4nit\u00e4t ging verloren.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc750b480cc390d344e01.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc750b480cc390d344e01.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc750b480cc390d344e01.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc750b480cc390d344e01.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc750b480cc390d344e01.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc750b480cc390d344e01.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Menschen versammeln sich am 23. Februar 2026 am Kaiserpalast in Tokio, um den 66. Geburtstag des japanischen Kaisers Naruhito zu feiern.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Nelidow w\u00e4hlt einen besonneneren Ansatz und vertritt eine andere Sichtweise, die keine b\u00f6swilligen Absichten unterstellt. Das Problem liegt seiner Ansicht nach im sogenannten &#8220;Sicherheitsdilemma&#8221; \u2013 einem etablierten Konzept der Theorie der internationalen Beziehungen. Ein Staat verst\u00e4rkt seine Verteidigung; seine Nachbarn, die \u00fcber die wahren Absichten im Unklaren sind, deuten dies als Vorbereitung auf eine Aggression und r\u00fcsten ihrerseits auf; der erste Staat beobachtet diese Vorbereitungen und setzt seine milit\u00e4rische Aufr\u00fcstung fort. &#8220;Das Paradoxon des Sicherheitsdilemmas besteht darin, dass sich ein Staat, w\u00e4hrend er versucht, sich zu sch\u00fctzen, letztlich in einer noch gef\u00e4hrlicheren Lage wiederfindet&#8221;, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n<p>Zudem spielt ein weiterer Faktor eine Rolle. &#8220;Die meisten japanischen Diplomaten, Politiker und sogar Milit\u00e4rvertreter haben kein Interesse daran, eine eigenst\u00e4ndige Sicht auf die Weltlage zu entwickeln&#8221;, sagt Nelidow und beschreibt die japanischen politischen Kreise als \u00e4u\u00dferst gef\u00fcgige Sch\u00fcler des Westens.<\/p>\n<p><strong>Gefrierpunkt<\/strong><\/p>\n<p>Wenn die aktuelle Situation einem &#8220;Gefrierpunkt&#8221; gleicht, stellt sich die Frage, was die Beziehungen zwischen Japan und Russland unter diesen Punkt sinken lassen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Bontsch-Osmolowskaja nennt eine bestimmte Schwelle. &#8220;Die n\u00e4chste Stufe der Verschlechterung k\u00f6nnte die Stationierung von US-Langstreckensystemen in Japan sein&#8221;, sagt sie. Russlands Reaktion w\u00e4re vorhersehbar: eine weitere milit\u00e4rische Aufr\u00fcstung auf den Kurilen und auf Sachalin. Auch ein weiterer R\u00fcckgang der Wirtschaftsbeziehungen ist wahrscheinlich; ihrer Ansicht nach w\u00fcrde zuerst die Fischereiindustrie leiden, gefolgt vom verbleibenden Handel.<\/p>\n<p>Bontsch-Osmolowskaja sagt keinen direkten milit\u00e4rischen Konflikt voraus. Sollte es dazu kommen, dann \u2013 so ihre Einsch\u00e4tzung \u2013 nur im Rahmen einer gr\u00f6\u00dferen Auseinandersetzung zwischen Russland und den USA oder einer schweren Krise um Taiwan, in die alle Nachbarstaaten hineingezogen w\u00fcrden. Mit anderen Worten: Ein russisch-japanischer Krieg als isoliertes Ereignis ist ausgeschlossen \u2013 er k\u00f6nnte lediglich eine Episode innerhalb eines Krieges anderer Akteure sein.<\/p>\n<p>Nelidow beurteilt die Lage etwas anders. Er weist darauf hin, dass Japans Verteidigungspolitik China und Nordkorea als Hauptbedrohungen einstuft, w\u00e4hrend Russland an dritter Stelle steht. Doch selbst im Hinblick auf China und Nordkorea gehe es nicht um eine direkte Konfrontation, sondern vielmehr um ein Wettr\u00fcsten. Auch wenn dies zweifellos eine negative Entwicklung darstelle, unterscheide es sich grundlegend von einem direkten Konflikt.<\/p>\n<p>Interessant ist der Vergleich, den der Experte mit Europa zieht. Er empfindet die Rhetorik aus Berlin, London, Helsinki und Stockholm als weitaus bedrohlicher als jene aus Tokio, wo &#8220;praktisch keine wirkliche Bereitschaft zu aggressivem Vorgehen gegen Russland&#8221; erkennbar sei. Er ist davon \u00fcberzeugt, dass es bestimmte Grenzen gibt, die die japanische Seite nicht \u00fcberschreiten wird.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc7bab480cc376d2d0bd3.jpg 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc7bab480cc376d2d0bd3.jpg 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc7bab480cc376d2d0bd3.jpg 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc7bab480cc376d2d0bd3.jpg 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc7bab480cc376d2d0bd3.jpg\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/10\/6abfc7bab480cc376d2d0bd3.jpg\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Bundeskanzler Friedrich Merz begr\u00fc\u00dft die japanische Premierministerin Sanae Takaichi beim G20-Gipfel am 22. November 2025 in Johannesburg, S\u00fcdafrika.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Urheberrechtlich gesch\u00fctzt<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Er f\u00fchrt die gr\u00f6\u00dfere Zur\u00fcckhaltung Ostasiens, sich auf direkte Konflikte einzulassen, auf gesammelte Erfahrungen zur\u00fcck: Territorialstreitigkeiten und gegenseitige historische Ressentiments sind in der Region weit verbreitet, und die Eliten haben gelernt, solche Krisen zu bew\u00e4ltigen. So fielen beispielsweise nach Takaichis \u00c4u\u00dferung <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.vedomosti.ru\/politics\/articles\/2025\/11\/17\/1155359-kitai-grozit-yaponii-iz-za-gotovnosti-ee-novogo-premera\">im November<\/a> \u00fcber ein m\u00f6gliches Eingreifen im Taiwan-Konflikt die Beziehungen zwischen Tokio und Peking auf den tiefsten Stand seit einem Jahrzehnt, und China <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.kommersant.ru\/doc\/8230510\">verh\u00e4ngte<\/a> Wirtschaftsbeschr\u00e4nkungen. Dennoch hatte sich die Lage innerhalb weniger Monate wieder stabilisiert.<\/p>\n<p>&#8220;In Ostasien sehe ich nicht jene Art von irrsinniger Russophobie und die Bereitschaft, s\u00e4mtliche Ressourcen in den Konflikt zu stecken, wie wir sie in Europa erleben&#8221;, sagt Nelidow. &#8220;Japan hat nicht die Absicht, Krieg gegen Russland zu f\u00fchren, und auch Russland will keinen Krieg mit Japan. Beide Seiten erkennen, dass dies nicht in ihrem Interesse liegt. Es gibt zwischen ihnen keine strategisch entscheidenden oder grundlegenden Gegens\u00e4tze.&#8221;<\/p>\n<p>Gibt es einen Weg zu einer Entspannung der Beziehungen? Alle drei Experten sind sich einig, dass es keine einfache L\u00f6sung gibt. Eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen ist unm\u00f6glich, solange sich das Verh\u00e4ltnis zwischen Russland und dem Westen nicht normalisiert hat; der japanischen F\u00fchrung fehlen sowohl der Wille als auch die F\u00e4higkeit, eine eigenst\u00e4ndige Haltung einzunehmen. Schtschepkin ist jedoch der Ansicht, dass Tokio nach Beendigung des Ukraine-Konflikts zu den Ersten geh\u00f6ren wird, die handeln: Sobald das Sanktionsregime aufgehoben oder gelockert wird, werde Japan bereit sein, seine Position zu \u00fcberdenken und den Dialog wieder aufzunehmen.<\/p>\n<p>Bei der Bewertung der aktuellen Phase des Stillstands in den Beziehungen gehen die Meinungen der Experten jedoch auseinander. F\u00fcr Nelidow handelt es sich lediglich um eine weitere Schwankung in einer langen Geschichte regionaler Streitigkeiten. F\u00fcr Bontsch-Osmolowskaja hingegen deutet die Situation auf einen tieferen Riss hin: Russland behaupte sich als eigenst\u00e4ndige Zivilisation, w\u00e4hrend Japan sich in Reaktion darauf zunehmend in das US-amerikanische System der Kontrolle \u00fcber Eurasien integriere. Sie pl\u00e4diert weder f\u00fcr eine Vers\u00f6hnung um jeden Preis noch f\u00fcr territoriale Zugest\u00e4ndnisse, sondern vielmehr f\u00fcr die Aufrechterhaltung der energiepolitischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen als Br\u00fccke \u2013 &#8220;nicht so sehr zum heutigen Japan, sondern zu jenem Japan, das eines Tages unabh\u00e4ngiger werden k\u00f6nnte.&#8221;<\/p>\n<p>Bontsch-Osmolowskaja res\u00fcmiert: &#8220;Japan kann nicht gleichzeitig eine eigenst\u00e4ndige Zivilisation und Amerikas milit\u00e4rischer Vorposten sein. Es wird sich entscheiden m\u00fcssen.&#8221;<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/swentr.site\/news\/646487-japan-russia-frozen-relations\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Englischen<\/a>. <\/em><\/p>\n<p><em><strong>Jewgeni Balakin<\/strong> ist ein in Moskau ans\u00e4ssiger Journalist und Leiter der Eurasischen Jugendunion.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de-rt.com\/asien\/293550-japan-will-russland-stirn-bieten\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die bilateralen Beziehungen zwischen Japan und Russland sind am Gefrierpunkt. Tokios j\u00fcngster Konflikt mit Moskau offenbart einen tieferliegenden Zwiespalt zwischen nationalen Ambitionen, der Abh\u00e4ngigkeit von Washington und dem Bedarf an russischer Energie. 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