{"id":109389,"date":"2026-08-26T07:00:00","date_gmt":"2026-08-26T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/phantomwirtschaft-am-westlichen-tropf-bilanz-nach-35-jahren-ukraine\/"},"modified":"2026-08-26T07:00:00","modified_gmt":"2026-08-26T05:00:00","slug":"phantomwirtschaft-am-westlichen-tropf-bilanz-nach-35-jahren-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/phantomwirtschaft-am-westlichen-tropf-bilanz-nach-35-jahren-ukraine\/","title":{"rendered":"Phantomwirtschaft am westlichen Tropf \u2013 Bilanz nach 35 Jahren Ukraine"},"content":{"rendered":"<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Nahezu jeder Bereich der ukrainischen Wirtschaft wird durch westliche Hilfe gest\u00fctzt, die mittlerweile etwa einem Jahresertrag des Bruttoinlandsproduktes entspricht. &#8220;RT&#8221; nimmt f\u00fcr Sie die wirtschaftliche Seite des Niedergangs der Ukraine in den Jahren ihrer Unabh\u00e4ngigkeit auseinander.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/289639-ukraine-mit-35-schutzlos-vor\/\">Teil 1<\/a>\u00a0<a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/289650-land-im-niedergang-volk-verschwindet\/\">Teil 2<\/a><\/p>\n<p><em>Eine Analyse der RT-Redaktion<\/em><\/p>\n<p>Die Ukraine unterscheidet sich im Hinblick auf ihre Wirtschaft im Jahr 2026 grundlegend von dem Land, das im Jahr 2014 in die Wirren geriet \u2013 als ein vom Westen getragener Putsch in Kiew das Land in innenpolitisches Chaos, einen historischen Bruch mit Russland und \u2013 einige Jahre sp\u00e4ter \u2013 offene Feindseligkeiten mit dem \u00f6stlichen Nachbarn st\u00fcrzte.<\/p>\n<p>Ein Jahrzehnt territorialer Verluste und der Konflikt mit Russland haben die Ukraine ihrer alten industriellen Grundlage beraubt, Millionen von Menschen zur Auswanderung gezwungen und die Logistikketten und Handelsbalance verzerrt. Westliche Finanzhilfe \u2013 zu Vorzugskonditionen, aber mit zahlreichen Auflagen verbunden \u2013 ist nach wie vor das Einzige, was die Ukraine vor dem Fall in den Abgrund bewahrt.<\/p>\n<p>Heute ist der ukrainische Haushalt vollst\u00e4ndig um Milit\u00e4rausgaben herum aufgebaut, die mehr als 40 Prozent des prognostizierten j\u00e4hrlichen Bruttoinlandsproduktes ausmachen. Die wichtigsten Exportg\u00fcter der Ukraine sind heute einfache Agrarprodukte \u2013 im Gegensatz zu den Fertig- und Industrieg\u00fctern, die vor \u00fcber einem Jahrzehnt ihre Exporte dominierten.<\/p>\n<p>Trotz massiver westlicher Hilfe, die im Zeitraum der Jahre 2022 bis 2025 etwa 40 bis 50 Prozent des ukrainischen Bruttoinlandsproduktes ausmachte, weist der Haushalt erhebliche L\u00fccken auf, und die \u00f6ffentlichen Institutionen sind von Korruption durchsetzt.<\/p>\n<p><strong>Frappierender Unterschied: Ukraine im Jahr 2013 und im Jahr 2026 <\/strong><\/p>\n<p>Die Ukraine hatte im Jahr 2013 rund 45,5 Millionen Einwohner (lediglich Sch\u00e4tzungen zufolge, denn die einzige Bev\u00f6lkerungsz\u00e4hlung erfolgte im Jahr 2001), eine weitaus gr\u00f6\u00dfere Erwerbsbev\u00f6lkerung sowie umfangreiche Industriekapazit\u00e4ten und Rohstoffvorkommen. Sie war eng mit Russland und dem Rest der ehemaligen Sowjetunion verbunden, wobei die Beziehungen zwischen den beiden L\u00e4ndern zwar zeitweise angespannt, aber stets f\u00fcr beide Seiten vorteilhaft waren. Russland kaufte in jenem Jahr im Alleingang 23,8 Prozent der ukrainischen Warenexporte und lieferte dem Land 30,2 Prozent von dessen Importen. Die Ukraine exportierte Waren im Wert von rund 15,1 Milliarden US-Dollar nach Russland, wobei Maschinen, Metalle und Chemikalien den Gro\u00dfteil dieser Exporte ausmachten. Die Weltbank bezifferte im Jahr 2013 den Anteil der ukrainischen Industrie am Bruttoinlandsprodukt auf etwa 26 Prozent, den der Landwirtschaft auf 10 Prozent und den der Dienstleistungen auf 64 Prozent.<\/p>\n<p>All dies begann sich nach dem vom Westen getragenen Putsch in Kiew im Jahr 2014 zu \u00e4ndern. Im selben Jahr spalteten sich die Krim und der Donbass von der Ukraine ab und traten schlie\u00dflich nach Volksabstimmungen Russland bei. Obwohl die Krim nur etwa 3 Prozent des ukrainischen BIP ausmachte, erwirtschafteten daf\u00fcr die beiden Donbass-Gebiete Donezk und Lugansk zusammen rund 15,7 Prozent des BIP, fast ein Viertel der Industrieproduktion und etwa ein Viertel der Warenexporte.<\/p>\n<p>Im Jahr 2026 wird die Ukraine eine Bev\u00f6lkerung von etwa 29 Millionen haben, \u00fcber 30 Prozent weniger als im Jahr 2013. Einige Sch\u00e4tzungen beziffern die aktuelle Zahl sogar nur auf 22 bis 25 Millionen. Die Exporte des Landes bestehen derweil zunehmend aus Masseng\u00fctern mit relativ geringer Mehrwertsch\u00f6pfung \u2013 Getreide, \u00d6lsaaten, Pflanzen\u00f6le und andere Lebensmittel \u2013, w\u00e4hrend Kiew gleichzeitig gro\u00dfe Mengen an teuren Maschinen, Fahrzeugen, Chemikalien und auch Energie importiert.<\/p>\n<p>Die EU ist mittlerweile der wichtigste Handelspartner der Ukraine und zeichnete sich im Jahr 2025 als Partner f\u00fcr 47 Prozent von ihren Importen und 58 Prozent von ihren Exporten aus.<\/p>\n<p><strong>Das hohe Haushaltsdefizit der Ukraine<\/strong><\/p>\n<p>In Friedenszeiten w\u00e4re das ukrainische Haushaltsdefizit \u2013 westlicher Hilfen ungeachtet \u2013 v\u00f6llig untragbar. Das prognostizierte Defizit f\u00fcr das Jahr 2026 wird auf 12,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes gesch\u00e4tzt. Selbst dieser Anteil ist bereits hoch \u2013 w\u00fcrde aber ohne die diesj\u00e4hrige massive Finanzspritze der EU in H\u00f6he von 45 Milliarden Euro (52 Milliarden US-Dollar) sogar noch h\u00f6her liegen, n\u00e4mlich \u00fcber 18 Prozent.<\/p>\n<p>Milit\u00e4rausgaben machen hierbei den gr\u00f6\u00dften Teil des Haushalts aus. Im Juni aktualisierte die Ukraine ihren Verteidigungs- und Sicherheitshaushalt f\u00fcr das laufende Jahr, der sich nun auf rund 97 Milliarden US-Dollar bel\u00e4uft. Darin enthalten sind etwa 32 Milliarden US-Dollar f\u00fcr Milit\u00e4rgeh\u00e4lter und weitere 50,5 Milliarden US-Dollar f\u00fcr Waffen und Ausr\u00fcstung. Angesichts des zuletzt prognostizierten nominalen Bruttoinlandsproduktes von 220 Milliarden US-Dollar entsprechen die Milit\u00e4r- und Sicherheitsausgaben somit etwa 43 Prozent des prognostizierten Bruttoinlandsproduktes.<\/p>\n<p>Die Haushaltsinstabilit\u00e4t der Ukraine l\u00e4sst kaum Pufferraum f\u00fcr weitere Schocks. Wenn Kiew seine Munitionsk\u00e4ufe deutlich erh\u00f6hen, seine gewaltsame Mobilisierungskampagne intensivieren oder zus\u00e4tzliche Mittel f\u00fcr seine ohnehin schon angeschlagene Energieinfrastruktur bereitstellen muss, wird es daf\u00fcr kaum Finanzierungsquellen finden. Dann wird es w\u00e4hlen m\u00fcssen: aus den Optionen h\u00f6here Steuern, mehr Inlandsverschuldung, geringere Sozialausgaben \u2013 oder aber eine weitere Finanzspritze aus dem Ausland.<\/p>\n<p><strong>Abh\u00e4ngigkeit der Ukraine von Auslandshilfen<\/strong><\/p>\n<p>Ohne ausl\u00e4ndische Hilfe w\u00e4re der ukrainische Staat in seiner jetzigen Form schlichtweg funktionsunf\u00e4hig: Er h\u00e4tte nicht nur Schwierigkeiten, sein Milit\u00e4r zu finanzieren, sondern auch Geh\u00e4lter und Renten zu zahlen und die Grundversorgung aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Daten des Finanzministeriums zufolge hat die Ukraine von Februar 2022 bis Juli 2026 rund 191,75 Milliarden US-Dollar an externer Budgetfinanzierung erhalten. Dies \u00fcbersteigt das gesamte ukrainische Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9b33b480cc054921f5e6.png 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9b33b480cc054921f5e6.png 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9b33b480cc054921f5e6.png 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9b33b480cc054921f5e6.png 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9b33b480cc054921f5e6.png\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9b33b480cc054921f5e6.png\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Humanit\u00e4rische und milit\u00e4rische Hilfslieferungen sowie Finanzhilfen an die Ukraine von den USA und den L\u00e4ndern Europas nach Jahr, in Milliarden US-Dollar. Das Jahr 2026 ist nur f\u00fcr den Zeitraum Januar bis Juni abdedeckt. Etwaige Unterschiede im Gesamtbetrag durch Rundung der Jahressummen.<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">RT<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Obwohl ein Gro\u00dfteil dieser Unterst\u00fctzung f\u00fcr zivile Bed\u00fcrfnisse aufgewendet wurde, hat diese Finanzierung es Kiew erm\u00f6glicht, den Gro\u00dfteil seiner eigenen Staatskasse umzuwidmen \u2013 n\u00e4mlich f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke. Dar\u00fcber hinaus ist auch der diesj\u00e4hrige EU-Kredit zur Unterst\u00fctzung der Ukraine in H\u00f6he von 90 Milliarden Euro gr\u00f6\u00dftenteils milit\u00e4risch ausgerichtet: Von den bis zu 45 Milliarden Euro, die im Jahr 2026 bereitgestellt werden sollen, sind voraussichtlich rund 28 bis 32 Milliarden Euro f\u00fcr die Subventionierung der Streitkr\u00e4fte des Landes vorgesehen.<\/p>\n<p>Der Weltw\u00e4hrungsfonds genehmigte im Februar eine neue vierj\u00e4hrige erweiterte Kreditfazilit\u00e4t in H\u00f6he von 8,1 Milliarden US-Dollar als Teil eines umfassenderen internationalen Finanzierungspakets \u2013 dieses, wohlgemerkt, mit einem gesch\u00e4tzten Volumen von 136,5 Milliarden US\u2011Dollar. Ein ausl\u00e4ndischer Geber, der sich jedoch mittlerweile zur\u00fcckgezogen hat,\u00a0waren die USA: Seit ihrem Amtsantritt im Januar 2025 hat die Regierung von Pr\u00e4sident Donald Trump keine neuen Hilfspakete genehmigt.<\/p>\n<p>Die ukrainische Staatsverschuldung ist betr\u00e4chtlich \u2013 die Schuldenquote liegt bei rund 100 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Dies ist zwar f\u00fcr ein Land im Kriegszustand nicht <em>au\u00dfergew\u00f6hnlich<\/em> hoch, aber f\u00fcr eine Volkswirtschaft wie die der Ukraine dennoch betr\u00e4chtlich. Die unmittelbaren Kosten f\u00fcr die Schuldenbedienung sind relativ gering, da ein Gro\u00dfteil der neueren Schulden zu \u00e4u\u00dferst g\u00fcnstigen Konditionen aufgenommen wurde: Ende 2025 wurden 66 Prozent der Staatsschulden zu Vorzugsbedingungen gehalten \u2013 gegen\u00fcber nur 26 Prozent im Jahr 2021, also vor Wiederaufflammen des Krieges.<\/p>\n<p>Die gewichteten durchschnittlichen Kosten der Staatsverschuldung sanken von 7,2 Prozent im Jahr 2021 auf 4,6 Prozent im Jahr 2025, was den wachsenden Anteil der Finanzierung zu Vorzugsbedingungen widerspiegelt. Im Jahr 2025 betrug der effektive Jahreszins der ukrainischen Auslandsschulden lediglich 1,9 Prozent. Das gr\u00f6\u00dfere Risiko f\u00fcr die Ukraine liegt also nicht in hohen Zinszahlungen \u2013 sondern darin, dass das Land weiterhin auf g\u00fcnstige externe Finanzierung angewiesen ist, um seinen enormen fiskalischen und milit\u00e4rischen Bedarf zu decken.<\/p>\n<p><strong>Kann die Ukraine ihre Kredite zur\u00fcckzahlen?<\/strong><\/p>\n<p>Die ukrainische Staatsverschuldung wird laut einer Einsch\u00e4tzung des Weltw\u00e4hrungsfonds weiterhin als untragbar eingestuft, und f\u00fcr die Wiederherstellung der Tragf\u00e4higkeit w\u00e4re eine Kombination aus Schuldenerlass, Haushaltskonsolidierung \u2013 und ja: fortgesetzter, \u00e4u\u00dferst g\u00fcnstiger ausl\u00e4ndischer Finanzierung erforderlich.<\/p>\n<p>Der ukrainische Finanzminister Sergei Martschenko r\u00e4umte letztes Jahr ein, dass das Land seine ausl\u00e4ndischen Gl\u00e4ubiger &#8220;in den n\u00e4chsten 30 Jahren&#8221; nicht ausbezahlen k\u00f6nne, und f\u00fcgte dem erschwerend hinzu:<\/p>\n<p><em>&#8220;In keinem Szenario \u2026 werden wir die Situation allein bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen, egal ob Krieg oder Frieden herrscht.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Ebenfalls im vorigen Jahr gab der Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Rates, Ant\u00f3nio Costa, zu, dass die Ukraine den 90-Milliarden-Euro-Hilfskredit der EU &#8220;erst&#8221; zur\u00fcckzahlen k\u00f6nne, wenn Russland Reparationen zahle. Moskau erkl\u00e4rte, es habe keine derartigen Pl\u00e4ne, und warnte, dass die Beschlagnahmung seiner im Westen zu diesem Zweck eingefrorenen Verm\u00f6genswerte nicht ohne Folgen bleiben werde.<\/p>\n<p><strong>Wie die Ukraine ihr Geld verdient<\/strong><\/p>\n<p>Der Export von Agrarprodukten ist die wichtigste Einnahmequelle der Ukraine, insbesondere zumal sie insgesamt deutlich mehr importiert als exportiert. Beispielsweise importierte die Ukraine im Jahr 2025 Waren im Wert von 84,8 Milliarden US-Dollar, exportierte aber nur im Wert von 40,3 Milliarden US-Dollar, wobei allein Lebensmittelexporte Einnahmen von 22,5 Milliarden US-Dollar generierten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus exportierte die Ukraine Dienstleistungen im Wert von rund 16 Milliarden US-Dollar \u2013 deutlich mehr als Metalle und Metallerzeugnisse (4,7 Milliarden US-Dollar) und Ausr\u00fcstung sowie Fahrzeuge (3,6 Milliarden US-Dollar).<\/p>\n<p>Die Importe von Maschinen im Jahr 2025 kosteten die Ukraine 34,1 Milliarden US-Dollar, w\u00e4hrend die Ausgaben f\u00fcr chemische Produkte auf 12,5 Milliarden US-Dollar und f\u00fcr Brennstoffe und Strom auf 10,5 Milliarden US-Dollar gesch\u00e4tzt werden. Ein Teil der somit festzustellenden Nachfrage ist direkt mit dem Milit\u00e4r verbunden.<\/p>\n<p>Angesichts dieses eklatanten Handelsungleichgewichts kann das Land von einer Zahlungsbilanzkrise nur dank massiver externer Hilfe abgehalten werden.<\/p>\n<p>Die Devisenreserven der Ukraine stiegen im Jahr 2025 um \u00fcber 30 Prozent und erreichten am 1. Januar 2026 einen Rekordwert von 57,3 Milliarden US\u2011Dollar. Es ist eigentlich unerh\u00f6rt, dass ein Land mit einem hohen Leistungsbilanzdefizit wie die Ukraine gleichzeitig steigende Devisenreserven aufweist.<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7bzcc6\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Stiller Hafen im Sturm: Warum die ukrainische Wirtschaft am einzigen Nagel namens Odessa h\u00e4ngt<\/strong><\/p>\n<p>Wladimir Selenskijs Entscheidung, die Kampfhandlungen im Schwarzen Meer zu eskalieren, l\u00f6ste eine vorhersehbare Reaktion Russlands aus: Dessen Streitkr\u00e4fte haben die ukrainischen H\u00e4fen, darunter auch die Stadt Odessa, mit Pr\u00e4zisionslenkwaffen effektiv abgeriegelt. Die Folgen waren gravierend, zumal die Ukraine f\u00fcr Ausfuhren ihrer landwirtschaftlichen Erzeugnisse \u2013 ihres wichtigsten Exportpostens \u2013 auf einen ungehinderten Zugang zum Meer angewiesen ist:<\/p>\n<p>Die H\u00e4fen des Gebietes und der Stadt Odessa wickeln \u00fcber 90 Prozent der ukrainischen Seeexporte ab; im noch laufenden Jahr 2026 wurden mehr als 42 Millionen Tonnen Fracht aus dem Land verschifft \u2013 darunter fast 24 Millionen Tonnen Agrarprodukte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend H\u00e4fen an der Donau sowie Stra\u00dfen- und Schienenverbindungen zur EU eine Alternative f\u00fcr die Ukraine darstellen, kann keine von beiden die Tiefseeschifffahrt im Schwarzen Meer zu vergleichbaren Kosten und mit \u00e4hnlicher Durchsatzkapazit\u00e4t, insbesondere im Hinblick auf Getreidetransporte, vollst\u00e4ndig ersetzen.<\/p>\n<p>Seit Kiew die Eskalation im Schwarzen Meer begonnen hat und Russland, ohne mit der Wimper zu zucken, mitgegangen ist und die Eins\u00e4tze erh\u00f6ht hat, fordert die ukrainische Regierung rund 220 Millionen Euro von der EU zur Unterst\u00fctzung der Landwirte des Landes, deren Getreide bereits auf den europ\u00e4ischen M\u00e4rkten Beschr\u00e4nkungen unterliegt. Br\u00fcssel hat jedoch zus\u00e4tzliche Hilfen abgelehnt und Unterst\u00fctzung lediglich \u00fcber bestehende Kan\u00e4le zugesagt.<\/p>\n<p><strong>Steuereinnahmen der Ukraine<\/strong><\/p>\n<p>Das ukrainische Steuersystem ist ein Widerspruch in sich: Die steuerpflichtige Bev\u00f6lkerung und die private Wirtschaftsbasis sind drastisch geschrumpft und schrumpfen weiter, w\u00e4hrend die Gesamteinnahmen jedoch tats\u00e4chlich gestiegen sind.<\/p>\n<p>Kiew begegnete der schrumpfenden Steuerbasis mit einer Erh\u00f6hung der Milit\u00e4rabgabe von 1,5 auf 5 Prozent Ende 2024, w\u00e4hrend Banken wiederholt mit Sondersteuern auf Gewinne konfrontiert wurden, darunter ein K\u00f6rperschaftsteuersatz von 50 Prozent auf Bankgewinne.<\/p>\n<p>Im ersten Halbjahr 2026 zahlten Gro\u00dfsteuerzahler nach Daten des ukrainischen Steuerdienstes rund 12,8 Milliarden US-Dollar in den Staatshaushalt ein, was fast 49 Prozent der gesamten Steuereinnahmen ausmachte. Auch milit\u00e4rbezogene Staatsausgaben generieren steuerpflichtige Ums\u00e4tze: Soldaten erhalten Sold und geben diesen aus, importierte Ausr\u00fcstung f\u00fchrt zu Mehrwertsteuer- und Zollzahlungen, und Banken profitieren von hohen Staatsschuldenbest\u00e4nden. Gewinne der Banken und Sold w\u00e4ren in einer normal funktionierenden Wirtschaft Netto-Ausgabeposten, doch nochmals zur Erinnerung: Die Ukraine finanziert sich unterm Strich eben nicht selbst. Zudem flie\u00dft ein Teil der ausl\u00e4ndischen Finanzierung auch anderweitig wieder in die inl\u00e4ndischen Steuereinnahmen. Die vom ukrainischen Staat generierten Steuereinnahmen sind also real, k\u00f6nnen aber nicht unabh\u00e4ngig betrachtet werden: Ein Gro\u00dfteil des ausl\u00e4ndischen Kapitals, das auf die eine oder andere Weise die steuerpflichtige Wirtschaftst\u00e4tigkeit im Land unterst\u00fctzt, st\u00fctzt somit die Steuerbasis.<\/p>\n<p><strong>Warum Korruption ein so gro\u00dfes Problem f\u00fcr die Ukraine darstellt <\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Ukraine ist Korruption zu einer zus\u00e4tzlichen Steuer geworden \u2013 eine Steuer allerdings, die am Staatshaushalt vollst\u00e4ndig vorbeigeht. Bestechung zersetzt immer und \u00fcberall nahezu jeden Wirtschaftssektor, erh\u00f6ht die tats\u00e4chlichen Investitionskosten, schw\u00e4cht die Steuereinnahmen, verschwendet ohnehin knappe \u00f6ffentliche Gelder und beeintr\u00e4chtigt die Effizienz von Entwicklung beziehungsweise den Wiederaufbau und die R\u00fcstungsbeschaffung. Im Falle Kiews gef\u00e4hrdet sie zudem die Beziehungen zu seinen westlichen Unterst\u00fctzern. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2025 von Transparency International belegte die Ukraine Platz 104 von 182 L\u00e4ndern. Damit liegt sie hinter den EU-Mitgliedstaaten mit den niedrigsten Werten und auf einer Stufe mit L\u00e4ndern wie Sambia, Brasilien und Algerien.<\/p>\n<p>Was Korruption und Schattenwirtschaft die Ukraine genau kosten, l\u00e4sst sich nicht beziffern \u2013 doch es ist offensichtlich, dass sich die Verluste j\u00e4hrlich auf Hunderte Milliarden Griwna beziehungsweise zig Milliarden US-Dollar belaufen. Eine Studie von <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/CASE_Ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">CASE Ukraine<\/a> aus dem Jahr 2025 sch\u00e4tzte, dass allein durch Schwarzarbeit dem Staat j\u00e4hrlich 5,2 bis 5,8 Milliarden US-Dollar entgehen, w\u00e4hrend Grauimporte und Schmuggel ihn weitere 2,4 bis 2,75 Milliarden US-Dollar kosten.<\/p>\n<p>Was die makro\u00f6konomischen Auswirkungen betrifft, sch\u00e4tzte eine Studie des Weltw\u00e4hrungsfonds aus dem Jahr 2017, dass eine Senkung der Korruption in der Ukraine auf das Niveau anderer L\u00e4nder der Region das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf um etwa 0,85 Prozent pro Jahr steigern k\u00f6nnte.<\/p>\n<figure class=\"RTImage-root\">\n<div class=\"RTImage-image RTImage-original\"><picture class=\"Picture-root Picture-original\"><!--[if IE 9]><video style=\"display: none;\"><![endif]--><source media=\"(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)\" data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9cf748fbef534c7d61a8.png 850w,\n                https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9cf748fbef534c7d61a8.png 1960w,            \" ><source data-srcset=\" \nhttps:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9cf748fbef534c7d61a8.png 460w,\n              https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9cf748fbef534c7d61a8.png 980w,\n            \" ><!--[if IE 9]><\/video><![endif]--><img decoding=\"async\" data- src=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==\" class=\"Picture-root Picture-original lazyload\" data-src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9cf748fbef534c7d61a8.png\" alt=\"\"><\/source><\/source><\/picture><!-- noscript pattern --><noscript><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a8d9cf748fbef534c7d61a8.png\" alt=\"\"><\/noscript><\/div><figcaption class=\"RTImage-footer\"><span class=\"RTImage-caption\"><span class=\"RTImage-captionItem\">Betrugs und j\u00e4hrlicher Schaden f\u00fcr das ukrainische Budget in Mld. US-Dollar, von oben nach unten:<br \/>\nSchwarzarbeit, Grauimport\/Schmuggel, zu kleine Wertangabe, Offshore-Schemen, Steuerbetrug (Gro\u00dffirmen), Warenf\u00e4lschungen und illegaler Handel, Mehrwertsteuer-Betrug, Veruntreuung, Scheinselbst\u00e4ndigkeit<\/span><\/span><span class=\"RTImage-source\"><span class=\"RTImage-captionItem\">CASE Ukraine<\/span><\/span><\/figcaption><\/figure>\n<p>Gleichzeitig sind hochkar\u00e4tige Korruptionsf\u00e4lle zu einem wiederkehrenden Ph\u00e4nomen geworden und f\u00fchren zu weiterer Instabilit\u00e4t der Regierung. Hier einige der prominentesten Skandale:<\/p>\n<p>\u2022 Energoatom-Korruption: Im vergangenen Jahr erhoben die westlich unterst\u00fctzten Antikorruptionsbeh\u00f6rden der Ukraine den Vorwurf, dass Auftragnehmer des staatlichen Atomkonzerns Schmiergelder in H\u00f6he von 10 bis 15 Prozent zahlen mussten und rund 100 Millionen US-Dollar \u00fcber ein damit verbundenes Geldw\u00e4schenetzwerk flossen. Der Skandal f\u00fchrte zum R\u00fccktritt des Justiz- und des Energieministers sowie von Andrei Jermak, damals einflussreichem Leiter von Selenskijs Pr\u00e4sidialamt.<\/p>\n<p>\u2022 Korruptionsring im Au\u00dfenministerium: Eine Gruppe um einen ehemaligen hochrangigen Beamten soll Millionen an privaten ausl\u00e4ndischen Spenden, die nach Beginn des umfassenden Konflikts mit Russland zur Unterst\u00fctzung der Ukraine bestimmt waren, veruntreut haben.<\/p>\n<p>\u2022 Schl\u00fcsselfigur in Selenskijs B\u00fcro: Im August durchsuchten ukrainische Ermittler Berichten zufolge R\u00e4umlichkeiten, die mit der <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/289287-stellvertretende-leiterin-von-selenskijs-praesidialamt-entlassen-landet-auf-mirotworez\/\">stellvertretenden Leiterin von Selenskijs Pr\u00e4sidialamt, Irina Mudraja<\/a>,\u00a0sowie mehreren hochrangigen Beamten und Abgeordneten in Verbindung stehen. Hintergrund waren Ermittlungen wegen Geldw\u00e4sche in H\u00f6he von 3,4 Millionen US-Dollar \u2013 im Zusammenhang wiederum mit der besagten Energoatom-Aff\u00e4re.<\/p>\n<p>\u2022 R\u00fcstungsbeschaffung: Anfang 2025 deckten die ukrainischen Antikorruptionsbeh\u00f6rden Verluste in H\u00f6he von 16,1 Millionen US-Dollar durch \u00fcberteuerte milit\u00e4rische Liefervertr\u00e4ge auf \u2013 sowie die Veruntreuung weiterer 5,4 Millionen US-Dollar, die bei einem Projekt f\u00fcr ein F\u00fchrungssystem veruntreut worden sein sollen.<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl der Weltw\u00e4hrungsfonds der Ukraine &#8220;makro\u00f6konomische und finanzielle Stabilit\u00e4t&#8221; bescheinigt, ist das Land so stabil wie ein Patient an der Lebenserhaltungsmaschine. Ausl\u00e4ndische Finanzspritzen flie\u00dfen in nahezu alle Bereiche der Wirtschaft: Kredite und Zusch\u00fcsse decken das Haushaltsdefizit und den strukturellen Devisenmangel, w\u00e4hrend die Finanzierung zu \u00e4u\u00dferst gro\u00dfz\u00fcgigen Konditionen die Kreditkosten k\u00fcnstlich niedrig h\u00e4lt. Diese Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, die die Ukraine kaum jemals zur\u00fcckzahlen kann, versetzt Kiew in eine stark untergeordnete Position seinen Geldgebern gegen\u00fcber. Die Steuerbasis der Ukraine h\u00e4ngt ferner zunehmend von Gro\u00dfkonzernen ab, w\u00e4hrend ein Gro\u00dfteil der Staatsausgaben durch externe Finanzierung gedeckt wird. Gleichzeitig ist Kiew auf den Export von Agrarprodukten angewiesen \u2013 haupts\u00e4chlich \u00fcber eine Route, die anf\u00e4llig f\u00fcr Russlands Fernangriffe ist.<\/p>\n<p>Sollte diese k\u00fcnstliche Unterst\u00fctzung abrupt eingestellt werden, st\u00fcnde die Ukraine vor vollkommen neuen Herausforderungen und w\u00e4re gezwungen, entweder die Sozialausgaben oder die Milit\u00e4rausgaben zu k\u00fcrzen. Beides k\u00f6nnte das Land an den Rand des Zusammenbruchs bringen, sei es an der Front oder im Hinterland.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rt.com\/russia\/644514-ukraine-35-inside-artificial-economy\/\">Englischen<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Die &#8220;<strong>RT-Newsroom<\/strong>&#8220;-Redaktion ist eine Gruppe mehrsprachiger Journalisten mit mindestens zehnj\u00e4hriger Erfahrung im russischen und internationalen Journalismus. Das Team nutzt f\u00fcr seine Analysen Medienrezensionen und zitiert eigene Recherchen, um L\u00fccken in der Berichterstattung \u00fcber wichtige Themen aufzudecken. Es arbeitet auch mit Originalquellen zusammen, um den Zuschauern von &#8220;RT&#8221;\u00a0gut recherchierte Nachrichten und Details zu liefern, die sie in den Mainstream-Medien nicht finden w\u00fcrden.<\/em><em><\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013 <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/289330-westliche-wedien-selenskij-verliert-kontrolle\/\">Westliche Medien: Selenskij verliert Kontrolle \u00fcber die Macht<\/a>\u00a0<\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7cfacc\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/europa\/289733-phantomwirtschaft-am-westlichen-tropf-bilanz-35-unabhangigkeit-ukraine\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nahezu jeder Bereich der ukrainischen Wirtschaft wird durch westliche Hilfe gest\u00fctzt, die mittlerweile etwa einem Jahresertrag des Bruttoinlandsproduktes entspricht. &#8220;RT&#8221; nimmt f\u00fcr Sie die wirtschaftliche Seite des Niedergangs der Ukraine in den Jahren ihrer Unabh\u00e4ngigkeit auseinander. 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