{"id":108178,"date":"2026-08-06T08:00:00","date_gmt":"2026-08-06T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/tuerkei-erkennt-ploetzlich-die-gefahr-fuer-die-eigenen-schiffe-im-schwarzen-meer\/"},"modified":"2026-08-06T08:00:00","modified_gmt":"2026-08-06T06:00:00","slug":"tuerkei-erkennt-ploetzlich-die-gefahr-fuer-die-eigenen-schiffe-im-schwarzen-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/tuerkei-erkennt-ploetzlich-die-gefahr-fuer-die-eigenen-schiffe-im-schwarzen-meer\/","title":{"rendered":"T\u00fcrkei erkennt pl\u00f6tzlich die Gefahr f\u00fcr die eigenen Schiffe im Schwarzen Meer"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/08\/6a734d9fb480cc090d2ab110.jpg\" \/><\/p>\n<p><em>Von Oleg Issaitschenko<\/em><\/p>\n<p>Ein Angriff auf ein t\u00fcrkisches Schiff im Schwarzen Meer veranlasste Ankara dazu, die Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit der Schifffahrt zu fordern. Die Reaktion der T\u00fcrkei erfolgte jedoch erst, nachdem die Folgen der Kampfhandlungen ihre Interessen unmittelbar ber\u00fchrten. Zuvor hatten die Angriffe ukrainischer Drohnenboote auf russische H\u00e4fen, Tanker und Handelsschiffe keinen Anlass zu \u00e4hnlichen Erkl\u00e4rungen gegeben.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei forderte Russland und die Ukraine auf, Ma\u00dfnahmen zur Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer zu ergreifen. Wie die Nachrichtenagentur <em>Reuters<\/em> berichtet, sei Ankara ernsthaft besorgt \u00fcber die Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzmeerraum, da sich die derzeitige Lage k\u00fcnftig negativ auf die globale Ern\u00e4hrungssicherheit auswirken k\u00f6nnte, denn hier verlaufen wichtige Handelsrouten.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass die Erkl\u00e4rung des t\u00fcrkischen Au\u00dfenministeriums auf einen Angriff eines ukrainischen Drohnenbootes auf die beiden Schiffe &#8220;Yashar&#8221; und &#8220;Nadeschda&#8221; folgte. Letzteres fuhr laut Angaben des t\u00fcrkischen Nachrichtenportals <em>iHa<\/em> unter kamerunischer Flagge und transportierte Obst und Gem\u00fcse von Samsun nach Noworossijsk. Infolge der Aktionen der ukrainischen Streitkr\u00e4fte brach auf dem Schiff ein Feuer aus. Vier Seeleute wurden verletzt, drei davon sind t\u00fcrkische Staatsb\u00fcrger. Kurz darauf wurden die Besatzungsmitglieder mithilfe der russischen Seestreitkr\u00e4fte nach Noworossijsk evakuiert, wie die Nachrichtenagentur <em>TASS<\/em> berichtet.<\/p>\n<p>Es sei daran erinnert, dass sich die Lage im Schwarzen Meer infolge der Aktionen der ukrainischen Streitkr\u00e4fte zunehmend versch\u00e4rft hat. Seit November 2025 beispielsweise hat Kiew begonnen, Angriffe auf die Infrastruktur des Kaspischen Pipeline-Konsortiums zu ver\u00fcben. Parallel dazu wurden Schiffe, die aus russischen H\u00e4fen ausliefen, regelm\u00e4\u00dfig von ukrainischen Drohnen angegriffen. Ende Juli versenkten ukrainische Marine-Drohnen das zum russischen Staatskonzern Rosatom geh\u00f6rende Containerschiff &#8220;Janina&#8221; unweit von Noworossijsk.<\/p>\n<p>Dabei haben die unberechenbaren Aktionen Kiews sogar NATO-Mitglieder in Gefahr gebracht. So best\u00e4tigte das rum\u00e4nische Verteidigungsministerium Anfang Juni die Explosion einer ukrainischen Drohne im Hafen von Konstanza. Es gab auch weitere F\u00e4lle, in denen milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung der ukrainischen Streitkr\u00e4fte in anderen L\u00e4ndern entdeckt wurde. So entdeckten beispielsweise Anfang Mai Fischer ein mit Sprengstoff beladenes milit\u00e4risches Drohnenboot in einer H\u00f6hle nahe der Insel Lefkada im Ionischen Meer.<\/p>\n<p>Erst als Reaktion auf diese aggressiven Handlungen Kiews begann Russland, gezielt Objekte der ukrainischen Hafeninfrastruktur sowie Schiffe anzugreifen, die an Waffenlieferungen an die ukrainischen Streitkr\u00e4fte beteiligt waren. Das hei\u00dft, Moskau greift \u2013 im Gegensatz zu Kiew \u2013 vollkommen legitime Ziele an.<\/p>\n<p>Infolgedessen laufen keine ausl\u00e4ndischen Schiffe mehr Odessa und Tschernomorsk an. Gleichzeitig hat Maersk, einer der weltweit gr\u00f6\u00dften Logistikdienstleister, die Zusammenarbeit mit dem Fischereihafen Tschernomorsk im Gebiet Odessa eingestellt. Das Unternehmen brachte diese Entscheidung direkt mit den russischen Angriffen in Verbindung, und es wurde beschlossen, die Importlieferungen nach Konstanza in Rum\u00e4nien umzuleiten. Dar\u00fcber hinaus begannen die russischen Streitkr\u00e4fte, auch die Infrastruktur von Nikolajew anzugreifen.<\/p>\n<p>Die aktuellen Ereignisse wirken sich auch auf die Sicherheit von Handelsschiffen sowohl der T\u00fcrkei selbst als auch derjenigen aus, die die Schwarzmeerh\u00e4fen dieses Landes anlaufen. So kam Ende Juli bei einem Angriff auf einen t\u00fcrkischen Trockenfrachter ein Mensch ums Leben, wie das Medienunternehmen RBK berichtet. Und im Mai berichtete die \u00f6rtliche Schifffahrtsbeh\u00f6rde von einem Drohnenangriff auf drei Tanker, die unweit der Nordk\u00fcste der Republik T\u00fcrkei unterwegs waren. Wadim Truchatschow, Dozent an der Finanzuniversit\u00e4t bei der Regierung der Russischen F\u00f6deration, erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p><em>&#8220;Das Ersuchen der T\u00fcrkei an Russland, die Lage im Schwarzmeerraum zu stabilisieren, erscheint insgesamt seltsam.<\/em><\/p>\n<p><em>Moskau hat der internationalen \u00d6ffentlichkeit ganz klar erkl\u00e4rt, dass der Grund f\u00fcr unser Vorgehen in der Region um Odessa die regelm\u00e4\u00dfigen Waffenlieferungen westlicher L\u00e4nder an die Ukraine unter Einsatz ziviler Schiffe ist.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang erinnert der Politologe daran, dass Ankara als Garant f\u00fcr die Umsetzung des Getreideabkommens fungierte. Truchatschow betont:<\/p>\n<p><em>&#8220;Schon damals tauchten Informationen auf, dass Kiew H\u00e4fen und Handelsflotten verschiedener Staaten f\u00fcr den Transport von Milit\u00e4rtechnik nutzt. Seitdem hat sich wenig ge\u00e4ndert \u2013 daher d\u00fcrfte die T\u00fcrkei eine ungef\u00e4hre Vorstellung davon haben, was vor sich geht.<\/em><\/p>\n<p><em>In diesem Zusammenhang w\u00e4re es f\u00fcr die Republik besser, sich direkt an London oder Br\u00fcssel zu wenden, deren gemeinsame Bem\u00fchungen den Fluss der Munitionslieferungen auf dem Seeweg an die ukrainischen Streitkr\u00e4fte sicherstellen. Solche Ma\u00dfnahmen h\u00e4tten meiner Meinung nach eine weitaus gr\u00f6\u00dfere Wirkung, aber offenbar halten ernsthafte milit\u00e4rische Verbindungen zu Gro\u00dfbritannien im Rahmen der NATO Ankara von solchen Schritten ab.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Dabei sei im Verhalten der T\u00fcrkei eine gewisse &#8220;Selektivit\u00e4t&#8221; erkennbar, bemerkt der Milit\u00e4ranalyst Michail Onufrijenko. Er sagt:<\/p>\n<p><em>&#8220;Im Schwarzen Meer gab es bereits zahlreiche F\u00e4lle eklatanter Aktionen seitens der Ukraine. Unter den Drohnen der ukrainischen Streitkr\u00e4fte litten beispielsweise \u00d6ltanker, die kasachisches \u00d6l transportierten. Und auch zahlreiche Schiffe verschiedener Staaten gerieten ins Visier der ukrainischen Streitkr\u00e4fte.<\/em><\/p>\n<p><em>Das hei\u00dft, Aufrufe zur Stabilisierung der Lage in diesem Gew\u00e4sser haben wir aus Ankara erst dann geh\u00f6rt, als Russland selbst seine Angriffe auf die Hafeninfrastruktur des Gegners und auf Schiffe, die dessen milit\u00e4rische Interessen sichern, intensivierte.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Onufrijenko betont, dass eine solche Rhetorik wie ein &#8220;T\u00e4uschungsman\u00f6ver&#8221; seitens der NATO wirke. Er argumentiert:<\/p>\n<p><em>&#8220;Ich gehe davon aus, dass der Westen auf diese Weise durch die T\u00fcrkei versucht, die derzeitigen Angriffe im Schwarzen Meer zu stoppen und damit die Lage f\u00fcr die Ukraine zu verbessern. In diesem Fall darf man nat\u00fcrlich keine Zugest\u00e4ndnisse machen. Zumal die von Moskau gew\u00e4hlte Strategie bereits gewisse Erfolge zeigt.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn Ankara sich jedoch tats\u00e4chlich Sorgen um das Schicksal seiner Seeleute und Schiffe macht, muss man hier die eigentlichen Ursachen f\u00fcr die Versch\u00e4rfung der Lage im Schwarzen Meer im Blick behalten. Diese sind einfach: Es handelt sich um Waffenlieferungen auf dem Seeweg seitens Gro\u00dfbritanniens und der Europ\u00e4ischen Union. Dementsprechend sollte man in erster Linie versuchen, sie davon abzubringen, solche Aktivit\u00e4ten fortzusetzen.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Dabei h\u00e4ngt die Stabilisierung der Lage in diesem Seegebiet derzeit in hohem Ma\u00dfe von der Bereitschaft Ankaras ab, die Geschehnisse mit London oder Br\u00fcssel zu er\u00f6rtern. Onufrijenko erkl\u00e4rt:<\/p>\n<p><em>&#8220;Wir beobachten eine logische Eskalation in diesem Seegebiet, die durch die Absicht der westlichen L\u00e4nder ausgel\u00f6st wird, Kiew weiterhin durch Seetransporte zu unterst\u00fctzen.<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist klar, dass die T\u00fcrkei durch vieles mit Gro\u00dfbritannien und Europa verbunden ist, unter anderem durch die Zusammenarbeit im Rahmen der NATO. Es ist durchaus m\u00f6glich, dass Ankara aufgrund verschiedener Umst\u00e4nde derzeit einfach nicht in der Lage ist, dieses Gespr\u00e4ch aufzunehmen.<\/em><\/p>\n<p><em>Nat\u00fcrlich ist Ankara f\u00fcr uns ein wichtiger Partner. Und Russland ist es nicht gewohnt, gegen\u00fcber anderen Druck auszu\u00fcben. Deshalb respektieren wir die Entscheidung der T\u00fcrkei, keinen Konflikt \u2013 sei er auch nur diplomatischer Natur \u2013 mit eben diesem London einzugehen. Doch das Hauptproblem f\u00fcr den Transport \u00fcber das Schwarze Meer liegt derzeit genau dort und in Kiew.&#8221;<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/8\/5\/1440152.html\">Russischen<\/a>. Der Artikel ist am 5. August 2026 zuerst auf der Website der Zeitung &#8220;Wsgljad&#8221; erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Oleg Issaitschenko<\/strong> ist Analyst bei der Zeitung &#8220;Wsgljad&#8221;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> \u2013\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/286385-bis-zum-vollstaendigen-sieg-russland\/\">&#8220;Bis zum vollst\u00e4ndigen Sieg&#8221; &#8211; Russland setzt seine Angriffe auf Kiew fort <\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><\/div><\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/287844-tuerkei-erkennt-ploetzlich-gefahr-fuer\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Oleg Issaitschenko Ein Angriff auf ein t\u00fcrkisches Schiff im Schwarzen Meer veranlasste Ankara dazu, die Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit der Schifffahrt zu fordern. 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