{"id":10766,"date":"2022-06-14T06:45:00","date_gmt":"2022-06-14T04:45:00","guid":{"rendered":"http:\/\/just-now.news\/de\/deutschland\/wie-der-westen-vergeblich-versucht-seine-probleme-auf-russlands-kosten-zu-loesen\/"},"modified":"2022-06-14T06:45:00","modified_gmt":"2022-06-14T04:45:00","slug":"wie-der-westen-vergeblich-versucht-seine-probleme-auf-russlands-kosten-zu-loesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/wie-der-westen-vergeblich-versucht-seine-probleme-auf-russlands-kosten-zu-loesen\/","title":{"rendered":"Wie der Westen vergeblich versucht, seine Probleme auf Russlands Kosten zu l\u00f6sen"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/just-now.news\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/06\/62a6fe48b480cc2f8a2bcd0c.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Die Ber\u00fccksichtigung von Ursache und Wirkung w\u00e4ren bei Betrachtung europ\u00e4ischer Argumentationslinien eine mehr als angebrachte Notwendigkeit. Charles Michel, Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Rates, st\u00f6\u00dft jedoch in das momentan bevorzugte Emp\u00f6rungs-Horn und verpasst damit die Chance der dringend ben\u00f6tigten Glaubw\u00fcrdigkeit.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>von Anastasia Popowa <\/em><\/p>\n<p>Die Rede\u00a0von EU-Ratschef Charles Michel vor dem UN-Sicherheitsrat war ziemlich deprimierend.\u00a0Wie\u00a0tief\u00a0die europ\u00e4ischen Politiker nur gesunken sind! Ich sehe ja ein, der ehemalige belgische Premierminister ist \u00e4u\u00dferlich kaum vom ukrainischen Verteidigungsminister Alexei Resnikow zu unterscheiden. Das ist aber noch lange kein\u00a0Grund,\u00a0sich zu verhalten wie\u00a0allerlei ukrainische Beamte, schon gar nicht auf der UN-Plattform. Wie kann jemand so gedankenlos unbegr\u00fcndete historische Parolen von sich geben und sich gleichzeitig f\u00fcr einen seri\u00f6sen Europapolitiker halten?\u00a0Aber vielleicht hat sich die Definition eines Politikers inzwischen ge\u00e4ndert &#8230;<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise ist ein Politiker heute eine Person, die sich wie ein Clown benimmt, nur noch grinst, nie auf direkt gestellte Fragen antwortet, Unsinn redet, ohne Angst zu haben, daf\u00fcr mit\u00a0ihrem Ruf geradestehen zu m\u00fcssen. Gepfiffen auf die Reputation, man wurde\u00a0schlie\u00dflich nicht gew\u00e4hlt, sondern einfach aus einem Pool der geschlossenen Gesellschaft als H\u00e4uptling des Gelabers in den Sandkasten gesetzt, in dem nicht jeder mit einem einverstanden ist. Und\u00a0honoriert wird das mit einem Betrag von 34.149\u00a0Euro pro Monat.<\/p>\n<p>Weshalb nicht eine Reihe beleidigender S\u00e4tze von einem Blatt Papier ablesen? &#8220;Der Kreml f\u00fchrt Angriffe auf Getreidespeicher durch und pl\u00fcndert Getreide in der Ukraine, w\u00e4hrend er anderen die Schuld gibt. Das ist Feigheit, das ist Propaganda. Schlicht und einfach: Propaganda!&#8221; Und wie nennt sich das, was Sie tun, Herr Charles Michel? Kl\u00e4ffen und L\u00fcgen? Sich daf\u00fcr verantworten\u00a0musste der Sprecher des UN-Generalsekret\u00e4rs St\u00e9phane Dujarric. &#8220;Wir haben diese Berichte in den Medien gesehen und mit unseren Kollegen vom Weltern\u00e4hrungsprogramm gesprochen. Sie haben keine M\u00f6glichkeit, diese Behauptungen zu best\u00e4tigen.&#8221; Weil man nicht etwas best\u00e4tigen kann, was nicht existent ist. Und \u00fcberhaupt, warum sind die Europ\u00e4er so besorgt\u00a0um Getreide? Warum haben sie es so eilig, alles aus der Ukraine herauszuholen? Um sich selbst ern\u00e4hren zu k\u00f6nnen! Um nicht mehr zu bezahlen. Wie steht es mit der F\u00fcrsorge f\u00fcr die Ukrainer und all dem?<\/p>\n<p>Es wird reichlich Getreide auf der Welt geben, lauten die Prognosen. Die Frage ist nur, wie es verteilt wird und wer es bekommt. Charles Michel br\u00fcllte am Tisch der UNO, die EU habe keine Sanktionen gegen Getreidetransporteure aus Russland verh\u00e4ngt. Die b\u00f6sen Russen selbst wollten ihren Weizen nicht verkaufen und setzten damit die ganze Welt dem Risiko einer Hungersnot und Nahrungsmittelkrise aus. Moment mal, und wer hat den Zahlungsverkehr eingeschr\u00e4nkt, wer hat die Logistik auf den Kopf gestellt und wer hat die Banken von SWIFT abgekoppelt? Wir? Oder Europa? Warum also geben sie uns die Schuld f\u00fcr ihre Unf\u00e4higkeit, normal Handel zu treiben? Sie stellen Forderungen, wir m\u00fcssten ihnen und dem Rest der Welt denselben D\u00fcnger zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>Man bietet ihnen einen Kompromiss an: Aufhebung der Sanktionen gegen Lieferung von Stickstoff und Phosphaten. Als Reaktion darauf folgt ein Aufschrei \u00fcber die Arroganz Russlands. Wir werden also als billiger, klagloser Lieferant von Ressourcen f\u00fcr den Herrn gesehen, der bei schlechter Laune einen ungehorsamen Sklaven mit einem Sanktionsstock bestrafen kann? So sieht es also aus? Bildet sich Europa nicht ein bisschen zu viel ein, was die angels\u00e4chsische Welt nun zu ihrem Vorteil nutzt?<\/p>\n<p>Wie viele Worte wurden dar\u00fcber verloren, dass Pipelines, Erd\u00f6l und Erdgas die politischen Waffen Russlands sind, mit denen es die Welt erpresst? Doch wie ein Kollege von mir schreibt: &#8220;Russland hat, wie auch die UdSSR, Europa nie\u00a0aus politischem Druck den Gashahn zugedreht \u2013 nicht w\u00e4hrend des Kalten Krieges und auch jetzt nicht. Au\u00dfer wenn die Zahlungen gem\u00e4\u00df den Vertr\u00e4gen nicht geleistet werden. Daf\u00fcr bem\u00fcht sich Br\u00fcssel nun intensiv, Druck auf Russland auszu\u00fcben, vor allem mit Hilfe von Energieressourcen. Das hei\u00dft, jahrelang haben die westlichen Gegner der russischen Energieressourcen ihre eigene Logik des Handelns einfach auf Moskau projiziert. Das ist nichts Neues.&#8221; Sie selbst haben sich jetzt vom Erd\u00f6l abgewandt, m\u00fchsam, st\u00f6hnend, schmerzhaft, aber sie haben es selbst getan. Und konnten es doch nicht bis zum Ende durchziehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ungarn und die Slowakei wurden Ausnahmeregelungen getroffen, ebenso f\u00fcr Bulgarien und Kroatien. Roh\u00f6l wird f\u00fcr weitere sechs Monate, Erd\u00f6lprodukte f\u00fcr weitere acht Monate verwendet. Keine Einigung gab es auch zum Verbot des Einsatzes europ\u00e4ischer Tanker f\u00fcr den Transport von russischem Erd\u00f6l in Drittl\u00e4nder.<\/p>\n<p>Mit Brimborium k\u00fcndigten sie das sechste Paket an, qu\u00e4lten sich eine Einigung ab und beugten sich dem Gel\u00e4chter Viktor Orb\u00e1ns. Und was ist das Ergebnis?<\/p>\n<p><em>Bloomberg<\/em> wundert sich dar\u00fcber, wie Unternehmen jetzt russisches Erd\u00f6l umladen, nicht in H\u00e4fen, sondern mitten im Atlantik von Tanker zu Tanker, 300 Meilen von der portugiesischen Insel Madeira entfernt. Der Habenichts hat es faustdick hinter den Ohren. Oder man holt sich in Indien den Treibstoff, der nicht aus Russland stammt. So hat das Land seine K\u00e4ufe aus Russland von 90.000 Barrel auf 600.000 Barrel pro Tag stark erh\u00f6ht \u2013 man mische dieses Erd\u00f6l mit dem Erd\u00f6l aus dem Nahen Osten in einem Tanker, und niemand wei\u00df noch etwas damit anzufangen.<\/p>\n<p>Hier versuchten die Europ\u00e4er auch mit ihren Belehrungen einzugreifen, indem sie behaupteten, dass Delhi mit seinen K\u00e4ufen, die sich verneunfacht haben, die milit\u00e4rische Spezialoperation in der Ukraine finanziert. Der Au\u00dfenminister Indiens wies die Europ\u00e4er auf einer Sicherheitskonferenz in Bratislava zurecht, indem er bemerkte, dass ihre Probleme nicht die Probleme der ganzen Welt seien und sie weiterhin russisches Erdgas kaufen. Die Inder haben\u00a0die populistische Heuchelei Br\u00fcssels ebenfalls satt.<\/p>\n<p>Die Polen betreiben nun aktive Lobbyarbeit f\u00fcr ein Gasembargo im Rahmen des siebten Sanktionspakets. Hermann Alexander Beyeler, ein Schweizer Gesch\u00e4ftsmann, machte eine sehr interessante Aussage zu diesem Thema: &#8220;Bestimmte EU-L\u00e4nder k\u00f6nnen ihren Verzicht auf russisches Erdgas ank\u00fcndigen, den Vertrag mit Gazprom k\u00fcndigen und gleichzeitig dasselbe russische Gas vom Nachbarland im Reverse-Modus kaufen, aber nur zu einem h\u00f6heren Preis.\u00a0Es ist unwahrscheinlich, dass ihre W\u00e4hler diesen Schritt begr\u00fc\u00dfen werden. Zurzeit vollzieht Russland eine kluge und weitsichtige wirtschaftliche Verlagerung nach Asien. Unter diesen Umst\u00e4nden wird meiner Meinung nach im Osten ein neuer Wirtschaftsraum entstehen, der alles Bisherige in den Schatten stellt.<\/p>\n<p>Die S\u00fcdl\u00e4nder (insbesondere die den Sanktionen eine Absage erteilten und ehemaligen Opfer der US-Machtpolitik) werden den Dollar aufgeben und sich Russland, China und Indien anschlie\u00dfen. Die Amerikaner und Kanadier wiederum werden f\u00fcr sich selbst Sorge tragen und die EU weiterhin als Br\u00fcckenkopf nutzen, doch diesmal gegen die neu entstandene Machtkonzentration. Sollten die europ\u00e4ischen Politiker die Sanktionspolitik fortsetzen, werden ihre Volkswirtschaften geschw\u00e4cht und mit schweren sozialen Unruhen konfrontiert. In einigen Jahren wird nicht Russland isoliert, sondern die EU ruiniert sein, weil die Energiewende hin zu neuen erneuerbaren Energien weiterhin riesige Summen verschlingen wird, ohne eine wirklich echte Alternative zu Kohlenstoffquellen zu werden.&#8221;<\/p>\n<p>Die gesamte EU-Wirtschaft basierte fr\u00fcher auf billigen Arbeitskr\u00e4ften (in China) und billigen Rohstoffen (in Russland). Das sagte die stellvertretende Leiterin der Europ\u00e4ischen Kommission Margrethe Vestager. Wenn die Ressourcen knapp wurden, schaltete man die Selbstverschuldung ein, und die Staatsverschuldung stieg sofort an: In Frankreich, der zweitgr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft der EU, liegt sie jetzt bei 120\u00a0Prozent des BIP. Die Welt hat sich ver\u00e4ndert, das bisherige System funktioniert nicht l\u00e4nger, jetzt brauchen sie einen Reset, den sie auf gr\u00fcnen Schienen durchzuf\u00fchren planten, indem sie Waren aus dem Rest der Welt mit einer Kohlenwasserstoffsteuer belegen.<\/p>\n<p>So war es vor der COVID-19-Pandemie. Die steigenden Preise f\u00fcr alle G\u00fcter haben diesen Plan sinnlos gemacht, doch wegen der unglaublichen Tr\u00e4gheit ist es schwer, diese schwerf\u00e4llige europ\u00e4ische B\u00fcrokratiemaschine zu stoppen, die bereits lange vor der Spezialoperation Milliarden von Euro in die Energiewende gesteckt hat.<\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr alle Komponenten zum Aufbau von Windturbinen, Sonnenkollektoren und Elektroautos steigen jetzt zusammen mit der allgemein grassierenden Inflation. Die Umsetzung dieses Programms in die Praxis ist nicht nur teuer, sondern unerschwinglich. Und daf\u00fcr haben Generationen von europ\u00e4ischen B\u00fcrgern zu zahlen, vielleicht sogar auf Kosten des Verschwindens der Mittelschicht. Wie verkauft man den Menschen diese Idee? Wie l\u00e4sst sich das erkl\u00e4ren? Idealerweise h\u00e4tten die b\u00f6sen Russen die \u00d6l-, Gas- und Kohleversorgung Europas selbst unterbrechen sollen. Doch wir entschieden uns dagegen, sie wirtschaftlich zu strangulieren. So ist die Europ\u00e4ische Union gezwungen, ihre eigenen Sanktionen zu verh\u00e4ngen und ihre eigenen B\u00fcrger davon zu \u00fcberzeugen, dass Moskau die Schuld an der Inflation, den steigenden Gas- und Strompreisen, dem allgemeinen Absinken des Lebensstandards und den k\u00fcnftigen Problemen der Hungermigration tr\u00e4gt. Daher die totale Kontrolle der europ\u00e4ischen Medien, das Verbot des russischen Standpunkts, die einseitige Berichterstattung \u00fcber die Geschehnisse und all das Gejammer von Charles Michel vor der UNO. Sie versuchen, ihre Probleme auf unsere Kosten zu l\u00f6sen. Vergeblich.<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem\u00a0<\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/russian.rt.com\/opinion\/1013099-popova-evropa-krizis-sankcii\"><em>Russischen<\/em><\/a>.<em><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anastasia Popowa<\/strong> ist Chefin des europ\u00e4ischen B\u00fcros der\u00a0staatlichen russischen Fernsehgesellschaft WGTRK.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema &#8211;<\/strong>\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/140842-selenskijs-kriegsverlangerung-kostet-taglich-hunderte-menschenleben\/\">Selenskijs Kriegsverl\u00e4ngerung kostet t\u00e4glich hunderte Menschen das Leben<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/140895-wie-westen-vergeblich-versucht-seine\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ber\u00fccksichtigung von Ursache und Wirkung w\u00e4ren bei Betrachtung europ\u00e4ischer Argumentationslinien eine mehr als angebrachte Notwendigkeit. 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