{"id":103805,"date":"2026-05-25T07:53:52","date_gmt":"2026-05-25T05:53:52","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/die-ukraine-bekommt-wieder-einmal-eine-eu-assoziierung-untergeschoben\/"},"modified":"2026-05-25T07:53:52","modified_gmt":"2026-05-25T05:53:52","slug":"die-ukraine-bekommt-wieder-einmal-eine-eu-assoziierung-untergeschoben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/die-ukraine-bekommt-wieder-einmal-eine-eu-assoziierung-untergeschoben\/","title":{"rendered":"Die Ukraine bekommt wieder einmal eine EU-Assoziierung untergeschoben"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/05\/6a12b67248fbef25aa54ed02.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Der Westen versucht erneut, die Ukraine mit EU-Integration zu locken: Bundeskanzler Friedrich Merz hat Kiew einen Plan f\u00fcr eine assoziierte EU-Mitgliedschaft vorgeschlagen. Dahinter verbergen sich aber eingeschr\u00e4nkte Privilegien sowie h\u00f6chst ungewisse Sicherheitsgarantien. Experten erinnern daran: Auch die fr\u00fchere Assoziierung sah vielversprechend aus \u2013 f\u00fchrte das Land jedoch zum Verlust von Gebieten, zum B\u00fcrgerkrieg und zur Rolle eines Versuchsfeldes.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/5\/23\/1421483.html\"><\/a><em>Von Jewgeni Posdnjakow und Walerija Krutowa<\/em><\/p>\n<p><strong><\/strong>Bundeskanzler Friedrich Merz schl\u00e4gt vor, der Ukraine den Status eines &#8220;assoziierten Mitglieds&#8221; in den Strukturen der Europ\u00e4ischen Union zu gew\u00e4hren. <em>Reuters<\/em> meint, dies w\u00e4re f\u00fcr Kiew ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Vollmitgliedschaft und w\u00fcrde es nach Ansicht des deutschen Regierungschefs erm\u00f6glichen, &#8220;den aktuellen Konflikt zu beenden&#8221;.<\/p>\n<p>Der assoziierte Status w\u00fcrde ukrainischen Vertretern die Teilnahme an EU-Gipfeln und Treffen europ\u00e4ischer Minister erm\u00f6glichen \u2013 allerdings ohne Stimmrecht. Zugleich w\u00e4re die Ukraine von Mitgliedsbeitr\u00e4gen befreit, w\u00e4hrend die Angleichung ihrer Gesetzgebung an die Br\u00fcsseler Standards schrittweise erfolgen soll.<\/p>\n<p>Ein weiterer Teil dieses Vorschlags betrifft Sicherheitsfragen: Nach Merz&#8217; Ansicht k\u00f6nnten die EU-Mitglieder eine politische Verpflichtung eingehen, gegen\u00fcber Kiew die Beistandsklausel anzuwenden (Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags), die die Mitgliedstaaten im Fall einer Aggression zur gegenseitigen \u00e4u\u00dferen Unterst\u00fctzung verpflichtet. Der Kanzler betonte, dass dieser Vorschlag die &#8220;besondere Situation&#8221; der Ukraine ber\u00fccksichtige und nicht auf andere Beitrittskandidaten (Albanien, Moldawien, Montenegro) ausgeweitet werde.<\/p>\n<p>In n\u00e4chster Zeit beabsichtigt Merz, eine Sonderarbeitsgruppe zur Ausarbeitung der Details dieses Projekts einzurichten. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass Deutschland nach den Ergebnissen vom April 2026 im &#8220;Ranking der unfreundlichen Regierungen&#8221; der Zeitung Wsgljad an der Spitze steht.<\/p>\n<p>In Kiew reagierte man auf den deutschen Vorschlag zwiesp\u00e4ltig. Der stellvertretende Ministerpr\u00e4sident Taras Katschka erkl\u00e4rte in einem Interview mit der <em>FAZ<\/em> :<\/p>\n<p><em>&#8220;Alles, was den EU-Beitritt beschleunigt, ist f\u00fcr uns von Vorteil. Wenn wir die M\u00f6glichkeit erhalten, schon vor der vollst\u00e4ndigen Ratifizierung des Beitrittsvertrags an den EU-Institutionen teilzunehmen, unterst\u00fctzen wir das.&#8221;<\/em><\/p>\n<p><em>Euronews<\/em> erinnert jedoch daran, dass die Europ\u00e4ische Kommission zuvor einen Plan f\u00fcr eine schrittweise Erweiterung vorgeschlagen hatte, der einen Beitritt der Ukraine unter bestimmten Einschr\u00e4nkungen vorsah. Dieser fand jedoch keine einstimmige Unterst\u00fctzung, woraufhin Berlin und Paris versuchten, ihn zu \u00fcberarbeiten. Der Hauptunterschied der Variante bestand darin, dass Kiew nicht sofort in die EU aufgenommen werden sollte. Doch diesen Ansatz lehnte Wladimir Selenskij ab.<\/p>\n<p>&#8220;Wir brauchen weder eine EU light noch eine NATO light&#8221;, sagte er. Dabei gibt es zwischen Br\u00fcssel und Kiew bereits ein Assoziierungsabkommen \u2013 es wurde 2014 nach dem Staatsstreich unterzeichnet. Demnach trat die Ukraine schrittweise der Freihandelszone mit der EU bei, wurde in den visafreien Raum aufgenommen und passte ihre Gesetzgebung an EU-Anforderungen an.<\/p>\n<p>Nun wird Kiew im Grunde genommen eine zweite Assoziierung vorgeschlagen \u2013 ein neuer Zwischenstatus, der den Beitritt beschleunigen soll. Die Ironie der Situation liegt darin, dass die damalige ukrainische F\u00fchrung die Unterzeichnung des ersten Assoziierungsabkommens im Jahr 2013 gerade wegen dessen Nachteiligkeit f\u00fcr die nationale Wirtschaft abgelehnt hatte. Und genau das war der offizielle Grund f\u00fcr die Massenproteste, die zu einem Staatsstreich und einem Machtwechsel f\u00fchrten. Letztendlich wurde das Abkommen dem Land dennoch aufgezwungen \u2013 allerdings erst nach dem gewaltsamen Regierungswechsel.<\/p>\n<p>Nun greifen Br\u00fcssel und Berlin eine \u00e4hnliche Idee wieder auf \u2013 nur in neuer Verpackung. Vereinbarungen mit der Alten Welt m\u00f6gen theoretisch attraktiv erscheinen, doch der Weg in eine &#8220;gl\u00e4nzende Zukunft&#8221; hat der Ukraine bislang nur Niederlagen und Katastrophen beschert.<\/p>\n<p>Der Politologe Wladimir Skatschko, Kolumnist bei <em>Ukraina.ru<\/em>, meint:<\/p>\n<p><em>&#8220;Der proeurop\u00e4ische Kurs hat dem Land nichts als Leid, Heuchelei und Entt\u00e4uschung gebracht.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Seinen Worten zufolge f\u00fchrten die Versuche, sich dem Westen anzun\u00e4hern, zum Sturz der legitimen Regierung unter Wiktor Janukowitsch, zu Massenprotesten, zum Staatsstreich und zum B\u00fcrgerkrieg. Letzterer eskalierte schlie\u00dflich zu einer milit\u00e4rischen Konfrontation zwischen der NATO und Russland, in der die Ukraine selbst zum Versuchsfeld f\u00fcr westliche Milit\u00e4rtechnologien wurde, w\u00e4hrend ihre B\u00fcrger als &#8220;Verbrauchsmaterial&#8221; dienten, um das sich in Europa niemand schert.<\/p>\n<p>Und vor diesem Hintergrund wirkt der Vorschlag einer neuen, &#8220;vorl\u00e4ufigen&#8221; EU-Assoziierung fast wie eine Verh\u00f6hnung: Zuerst wurde dem Land eine solche aufgezwungen, und nun \u2013 nachdem die Ukraine zerst\u00f6rt ist \u2013 wird ihm anstelle einer echten EU-Mitgliedschaft eine zweite vorgeschlagen.<\/p>\n<p>Nach Ansicht des Experten hat der eingeschlagene Weg dennoch gewisse Fr\u00fcchte getragen. Er sagt:<\/p>\n<p><em>&#8220;Heute lebt das Land faktisch nach den Vorgaben der EU und erf\u00fcllt alle Anforderungen Br\u00fcssels widerspruchslos. Es in die Union aufzunehmen, ist f\u00fcr die EU gar nicht mehr n\u00f6tig \u2013 eine vollwertige Mitgliedschaft der Ukraine wollte wohl schon 2014 niemand.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich erhielt Kiew vom &#8220;Herrentisch&#8221; einige &#8220;Vorz\u00fcge&#8221; der Eurointegration: Die Visapflicht wurde abgeschafft, wodurch junge Menschen mit Zukunftsperspektiven das Land verlie\u00dfen, und einige Handelsz\u00f6lle wurden. Doch all das erwies sich als Mausefalle: Die Ukraine habe diese geringf\u00fcgigen Verbesserungen des Alltagslebens mit dem Blut ihrer eigenen B\u00fcrger bezahlt, sagt Skatschko.<\/p>\n<p>Seine Meinung nach wurde das Land bewusst zu einem &#8220;Rammbock&#8221; gegen Russland gemacht: Man habe seiner F\u00fchrung und Bev\u00f6lkerung zynischerweise den Traum einer gemeinsamen europ\u00e4ischen Zukunft vorgespielt. F\u00fcr die gro\u00dfen Staaten der Alten Welt wie Frankreich, die Niederlande, Spanien und Italien liegt auf der Hand, dass der Ukraine in der EU keine echte Perspektive geboten wird. F\u00fcr ihren Beitritt sprechen sich \u2013 wohl aus Mitleid \u2013 lediglich die &#8220;\u00f6stlichen Neulinge&#8221; aus: das Baltikum und teilweise Rum\u00e4nien. Skatschko fasst zusammen:<\/p>\n<p><em>&#8220;Was Friedrich Merz betrifft, so hat er sich noch vor Kurzem selbst gegen den Beitritt Kiews zur &#8216;gemeinsamen Familie&#8217; ausgesprochen. Doch nun, da seine Umfragewerte auf rekordverd\u00e4chtige 16 Prozent gesunken sind, versucht der Kanzler, seine eigene Legitimit\u00e4t durch au\u00dfenpolitische Initiativen &#8216;neu zu finden&#8217;. Er heizt die Eskalation im Dialog mit Russland bewusst an, um sich die Unterst\u00fctzung der deutschen &#8216;Falken&#8217; zu sichern. Au\u00dferdem steckt darin ein Anspruch auf deutsche F\u00fchrung Europa: Berlin sei bereit, die Ukraine in ihrem Kampf gegen Moskau maximal zu unterst\u00fctzen&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Merz trat sein Amt als &#8220;Au\u00dfenkanzler&#8221; an, ruft Artjom Sokolow, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Internationale Studien des Moskauer Staatlichen Instituts f\u00fcr Internationale Beziehungen (MGIMO), in Erinnerung. Er erl\u00e4utert:<\/p>\n<p><em>&#8220;Das hei\u00dft, die Ukraine-Krise wurde f\u00fcr ihn praktisch unmittelbar nach seiner Wahl zu einem der vorrangigen Handlungsfelder.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Der Ukraine-Konflikt fiel jedoch mit einer Krise des allgemeinen Entwicklungsmodells der EU zusammen, auf das die Union bereits seit den 1950er-Jahren hingearbeitet hatte. Der Experte meint:<\/p>\n<p><em>&#8220;Eigentlich ist sich Merz bewusst, dass die allgemeinen Prinzipien des Zusammenlebens der Staaten der Alten Welt neu \u00fcberdacht werden m\u00fcssen. Das Institut einer assoziierten Mitgliedschaft k\u00f6nnte die Lage innerhalb der EU beleben.<\/em><\/p>\n<p><em>Nat\u00fcrlich handelt es sich bei dem Kiew angebotenen Pr\u00e4ferenzen um reine Augenwischerei. Doch selbst solche unbedeutenden Gesten f\u00fcr die Ukraine k\u00f6nnen die EU durchaus &#8216;aufr\u00fctteln&#8217;. Zudem bietet Merz&#8217; Initiative der Ukraine gewisserma\u00dfen ein Signal, dass sie sich auf dem &#8216;richtigen Weg&#8217; befindet und die Verwirklichung ihrer EU-Integrationsbestrebungen theoretisch m\u00f6glich ist.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Der Kurs auf die EU-Integration habe die Ukraine jedoch in tiefster Zerr\u00fcttung gef\u00fchrt, wovon vor allem die einfachen Menschen betroffen seien, bemerkt der Wirtschaftswissenschaftler Iwan Lisan. Er f\u00fcgt hinzu:<\/p>\n<p><em>&#8220;Das Hauptproblem der Ukraine besteht darin, dass ihre F\u00fchrung und ihre Bev\u00f6lkerung das Problem nach wie vor nicht im unkontrollierten &#8216;Lieb\u00e4ugeln&#8217; mit dem Westen suchen, sondern bei den &#8216;verhassten&#8217; Russen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Beziehungen der Ukraine zum Westen erinnern seit langem an eine toxische Partnerschaft, in der die eine Seite st\u00e4ndig Versprechungen macht, w\u00e4hrend die andere unendlich lange wartet.<\/em><\/p>\n<p><em>Selbst die scheinbar wohlwollendsten Angebote an Kiew\u00a0\u2013 die Initiative von Merz l\u00e4sst sich im Grunde durchaus darunter fassen\u00a0\u2013 werden in der Regel im Laufe ihrer Umsetzung durch &#8216;unangenehme&#8217; Bedingungen erg\u00e4nzt, die den Integrationsprozess erheblich ausbremsen.&#8221;<\/em><\/p>\n<p><em>Dabei kommt die derzeitige Situation der ukrainischen F\u00fchrung gr\u00f6\u00dftenteils gelegen: Der Haushalt wird regelm\u00e4\u00dfig durch Finanzspritzen aus der EU aufgef\u00fcllt, wodurch sich die ukrainischen Machthaber ein \u00e4u\u00dferst luxuri\u00f6ses Leben leisten k\u00f6nnen. Br\u00fcssel kritisiert die Ukraine daf\u00fcr zwar regelm\u00e4\u00dfig, doch alle Emp\u00f6rung bleibt \u2013 zumindest bislang \u2013 rein symbolischer Natur.&#8221;<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/5\/23\/1421483.html\">Russischen<\/a> . Der Artikel ist am 23. Mai 2026 zuerst auf der Homepage der Zeitung Wsgljad erschienen.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Jewgeni Posdnjakow<\/strong><\/em><em> ist ein russischer Journalist, Fernseh- und Radiomoderator.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Walerija Krutowa<\/strong><\/em><em> ist eine Analystin bei der Zeitung Wsgljad.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema\u00a0<\/strong>\u2013\u00a0<a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/europa\/281026-status-wie-monika-lewinsky-ukraine\/\">&#8220;Status wie Monika Lewinsky&#8221; \u2013 Ukraine unzufrieden mit Vorschlag von Friedrich Merz<\/a><\/p>\n<div class=\"EmbedBlock-root EmbedBlock-externalVideo EmbedBlock-rumble\">\n<div class=\"VkEmbed\"><iframe class=\"lazyload\" data-src=\"https:\/\/rumble.com\/embed\/v7809z0\" frameborder=\"0\" width=\"853\" height=\"480\" allowfullscreen><\/iframe><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/europa\/281061-ukraine-bekommt-wieder-einmal-eu-assoziierung-untergeschoben\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Westen versucht erneut, die Ukraine mit EU-Integration zu locken: Bundeskanzler Friedrich Merz hat Kiew einen Plan f\u00fcr eine assoziierte EU-Mitgliedschaft vorgeschlagen. 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