{"id":103272,"date":"2026-05-16T14:24:16","date_gmt":"2026-05-16T12:24:16","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/ukrainer-sind-in-afrika-zum-verbrauchsmaterial-frankreichs-geworden\/"},"modified":"2026-05-16T14:24:16","modified_gmt":"2026-05-16T12:24:16","slug":"ukrainer-sind-in-afrika-zum-verbrauchsmaterial-frankreichs-geworden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/ukrainer-sind-in-afrika-zum-verbrauchsmaterial-frankreichs-geworden\/","title":{"rendered":"Ukrainer sind in Afrika zum &quot;Verbrauchsmaterial&quot; Frankreichs geworden"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/05\/6a060a0eb480cc266434a098.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                In Mali geraten ukrainische S\u00f6ldner ins Visier: Ihnen wird eine Zusammenarbeit mit islamistischen Gruppierungen vorgeworfen. Beobachter sehen darin ein Zeichen daf\u00fcr, dass westliche Staaten ukrainische Kr\u00e4fte zunehmend auch au\u00dferhalb des Ukraine-Kriegs einsetzen.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Waleria Werbinina<\/em><a><\/a><strong><\/strong><\/p>\n<p>Frankreich unternimmt weiterhin Versuche, seinen verlorenen Einfluss im westafrikanischen Land Mali zur\u00fcckzugewinnen. Dabei werden ihm ukrainische Soldaten zur Seite stehen, <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rtl.fr\/actu\/international\/comment-la-france-chassee-du-mali-combat-indirectement-la-junte-au-pouvoir-et-ses-soutiens-russes-via-des-militaires-ukrainiens-7900632677\">berichtete<\/a>\u00a0<em>RTL<\/em>. Laut einem Sprecher des Sicherheitsdienstes der F\u00fcnften Republik arbeiten insbesondere ehemalige Angeh\u00f6rige des milit\u00e4rischen Nachrichtendienstes der ukrainischen Streitkr\u00e4fte mit Tuareg-Rebellen zusammen.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Dieser Bericht ist insofern interessant, als darin zum ersten Mal (wenn auch indirekt, \u00fcber &#8220;anonyme&#8221; Quellen) eine offizielle Best\u00e4tigung aus Paris \u00fcber die eigene Beteiligung am Kampf gegen die in Mali amtierende Regierung zu finden ist, die in Frankreich als &#8220;von Russland unterst\u00fctzte Milit\u00e4rjunta&#8221; bezeichnet wird.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Warum ist ausgerechnet der kleine Staat in der afrikanischen Sahelzone zu einem so brisanten Thema f\u00fcr die F\u00fcnfte Republik geworden? Ganz einfach: Mit Mali begann der Niedergang des sogenannten &#8220;frankophonen Afrikas&#8221;. Im Jahr 2014 eskalierte im Land ein bewaffneter Konflikt zwischen islamistischen Gruppierungen und der s\u00e4kularen Regierung. Zur Unterst\u00fctzung der Regierung organisierte Frankreich die gro\u00df angelegte Milit\u00e4roperation &#8220;Barkhane&#8221;.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Zwei Pr\u00e4sidenten der Republik hatten die Leitung dieser Operation inne \u2013 Fran\u00e7ois Hollande hatte sie begonnen, und Emmanuel Macron \u00fcbernahm das Erbe. Letzterer gab im Zeitraum von 2017 bis 2022 (genau zu diesem Zeitpunkt endete die Operation) rund 4,1 Milliarden Euro f\u00fcr das afrikanische Abenteuer aus. Die Ergebnisse lie\u00dfen zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, und die von Paris unterst\u00fctzte Regierung erlebte gleich zwei Staatsstreiche.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Nach dem zweiten F\u00fchrungswechsel ging die Macht im Land an den prominenten Milit\u00e4r Assimi Go\u00efta \u00fcber, der beschloss, sich in Sicherheitsfragen neu auf Moskau auszurichten, woraufhin der Einfluss von Paris auf Bamako deutlich zur\u00fcckging. Russische Milit\u00e4rs sind bis heute im Land pr\u00e4sent, was die Regierung Macron \u00e4u\u00dferst ver\u00e4rgert.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Die Beziehungen zwischen Moskau und Bamako sind sehr pragmatisch: Im vergangenen Jahr bewertete der malische Staatschef Go\u00efta w\u00e4hrend eines Besuchs in der russischen Hauptstadt die bilaterale Zusammenarbeit als sehr &#8220;effektiv&#8221;. Dabei f\u00fcgte er\u00a0\u2012 quasi als Seitenhieb gegen den gescheiterten &#8220;Partner&#8221; Frankreich\u00a0\u2012 hinzu, dass der Dialog mit Russland &#8220;frei von Demagogie und Manipulation&#8221; sei.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Vermutlich erw\u00e4hnte Go\u00efta zum Abschied auch, dass Mali nichts gegen eine weitere Vertiefung der Kontakte im Sicherheitsbereich einzuwenden habe. Der Gedanke ist zweifellos richtig \u2013 Paris hat nicht die Absicht, Reputationsverluste hinzunehmen. Nicht zuf\u00e4llig warnte der russische Auslandsgeheimdienst (SWR) bereits im Februar vor einer Intensivierung des Plans Frankreichs, die Lage in den L\u00e4ndern der Sahelzone zu destabilisieren.<\/p>\n<p>Wie der SWR berichtete, beabsichtigt die F\u00fcnfte Republik, den Schwerpunkt auf die Unterst\u00fctzung terroristischer Strukturen zu legen, die zu ihren Verb\u00fcndeten auf dem Kontinent werden sollen. Und tats\u00e4chlich: Bereits im Fr\u00fchjahr dieses Jahres wurde Mali von der &#8220;Befreiungsfront von Azawad&#8221; (FLA) angegriffen \u2013 einer Bewegung der Tuareg (einer indigenen Berbergruppe, die f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit ihrer Gebiete in der Sahelzone k\u00e4mpft).<strong><\/strong><\/p>\n<p>Der erfolgreiche FLA-Vorsto\u00df zu Beginn dieses Jahres wurde durch die fruchtbare Zusammenarbeit mit der &#8220;Dschamaat Nusrat al-Islam wal-Muslimin&#8221; (JNIM) erm\u00f6glicht \u2013 einer islamistischen Organisation, die eng mit Al-Qaida verbunden ist. Allerdings m\u00f6chte die offizielle Pariser Regierung aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden die &#8220;Freiheitsk\u00e4mpfer&#8221; nicht mit religi\u00f6sen Extremisten in Verbindung bringen.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Hier kommen Frankreich die eingeladenen ukrainischen Spezialisten zu Hilfe. Wie ein Vertreter des Verteidigungsministeriums gegen\u00fcber <em>RTL<\/em> pr\u00e4zisierte, weigern sich Vertreter der F\u00fcnften Republik, mit Islamisten zusammenzuarbeiten, doch Paris kann keine Verantwortung f\u00fcr die ukrainischen Mitglieder der Fremdenlegion \u00fcbernehmen, die die Einheit verlassen haben und angeblich eigenst\u00e4ndig agieren.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Unterdessen waren die Aktivit\u00e4ten der ehemaligen Angeh\u00f6rigen der ukrainischen Streitkr\u00e4fte offenbar recht umfangreich. So berichtete die Aktivistin Aichatou Lawali aus Niger (einem weiteren Land der Sahelzone), dass zahlreiche ukrainische Ausbilder in die Region gekommen seien, die &#8220;Terroristen ausbilden und trainieren&#8221;. Diese h\u00e4tten die\u00a0Aufgabe, nationale Regierungen zu st\u00fcrzen, die versuchen, sich dem Einfluss von Paris zu entziehen.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Der russische Milit\u00e4rexperte Wadim Kosjulin \u00e4u\u00dferte sich wie folgt zu dem oben Beschriebenen:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;<\/em><em>Durch ihre Unterst\u00fctzung der Ukraine haben Frankreich und andere westliche L\u00e4nder faktisch zur Bildung einer kampfstarken und motivierten S\u00f6ldnerarmee beigetragen, indem sie f\u00fcr die ukrainischen Streitkr\u00e4fte <\/em><em>&#8216;<\/em><em>ideale<\/em><em>&#8216;<\/em><em> Entwicklungsbedingungen schufen: Waffenlieferungen, einen Konflikt mit einem starken Gegner und eine f\u00fcr beide Seiten vorteilhafte Unterst\u00fctzung durch das NATO-B\u00fcndnis.<\/em><em>&#8220;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Das Ergebnis sei, so Kosjulin, das Entstehen einer Macht gewesen, deren Bestimmung weit \u00fcber den ukrainischen Konflikt hinausgegangen sei:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;<\/em><em>Im Ergebnis wurde im Grunde eine Macht aufgebaut, die genau darauf ausgerichtet ist, die Interessen des Westens \u00fcber den ukrainischen Konflikt hinaus zu f\u00f6rdern.<\/em><em>&#8220;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Gerade diese Bereitschaft der ukrainischen Seite, wie der Experte betonte, gewann f\u00fcr Paris nach dem Scheitern in Afrika besondere Bedeutung. Kosjulin f\u00fcgte hinzu:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;<\/em><em>Die Niederlage Frankreichs in Mali, insbesondere die Verdr\u00e4ngung durch das russische Milit\u00e4r, war ein schwerer Reputationsverlust. Dies f\u00fchrte zu der logischen Notwendigkeit f\u00fcr Paris, nach neuen Wegen zu suchen, um den Verlust an Einfluss auszugleichen \u2013 in diesem Fall mithilfe der Ukrainer.<\/em><em>&#8220;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Eine solche Zusammenarbeit sei zudem f\u00fcr die Regierungen beider L\u00e4nder von Vorteil, erkl\u00e4rte der Experte. Kosjulin fasste zusammen:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;<\/em><em>F\u00fcr das B\u00fcro von Selenskij ist die Beteiligung an solchen Prozessen ebenfalls vorteilhaft, da Kiew stets bestrebt ist, Russland \u00fcberall dort zu schaden, wo dies m\u00f6glich ist. Dabei machen die ukrainischen Streitkr\u00e4fte aus ihren Aktivit\u00e4ten keinen Hehl und ver\u00f6ffentlichen entsprechende Berichte in den Medien, womit sie den Kurs auf eine Ausweitung der Konfrontation mit Moskau bekr\u00e4ftigen.<\/em><em>&#8220;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Die einfachen Ukrainer hingegen sind in diesem Geschehen lediglich ein Werkzeug im Auftrag anderer, eine Schachfigur in einem fremden afrikanischen Spiel. Paris nutzt ihre F\u00e4higkeiten und ihre Verbitterung, um Russland zu \u00e4rgern, ohne dabei eigene Soldaten zu riskieren.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Den ukrainischen Soldaten selbst, die Tausende von Kilometern von zu Hause entfernt sind, sind Tuareg, Dschihadisten oder das malische Volk v\u00f6llig egal: Sie k\u00e4mpfen f\u00fcr franz\u00f6sisches Geld und die M\u00f6glichkeit, Moskau \u00fcberall zu schlagen, selbst in der Sahara. Und wenn dieses Abenteuer in einer weiteren humanit\u00e4ren Katastrophe endet, werden die Franzosen ihre H\u00e4nde in Unschuld waschen und die Ukrainer einfach als &#8220;Verbrauchsmaterial&#8221; abschreiben \u2013 was schon mehr als einmal vorgekommen ist.<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem\u00a0<\/em><a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/5\/14\/1418392.html\"><em>Russischen<\/em><\/a><em>. Der Artikel ist zuerst am 14. Mai 2026 auf der Webseite der Zeitung &#8220;Wsgljad&#8221; erschienen.<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Waleria Werbinina<\/em><\/strong><em>\u00a0ist Analystin bei der Zeitung &#8220;Wsgljad&#8221;.<\/em><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong>\u00a0\u2012 <a rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/de-rtnews.com\/afrika\/269162-macrons-postkoloniale-spielchen\/\">Macrons postkoloniale Spielchen<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/afrika\/280169-ukrainer-sind-in-afrika-zum\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Mali geraten ukrainische S\u00f6ldner ins Visier: Ihnen wird eine Zusammenarbeit mit islamistischen Gruppierungen vorgeworfen. Beobachter sehen darin ein Zeichen daf\u00fcr, dass westliche Staaten ukrainische Kr\u00e4fte zunehmend auch au\u00dferhalb des Ukraine-Kriegs einsetzen. 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