{"id":100967,"date":"2026-03-29T19:10:36","date_gmt":"2026-03-29T17:10:36","guid":{"rendered":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/ein-monat-krieg-im-nahen-osten-welche-militaerischen-fehler-haben-usa-israel-und-iran-gemacht\/"},"modified":"2026-03-29T19:10:36","modified_gmt":"2026-03-29T17:10:36","slug":"ein-monat-krieg-im-nahen-osten-welche-militaerischen-fehler-haben-usa-israel-und-iran-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/now-news.de\/de\/deutschland\/ein-monat-krieg-im-nahen-osten-welche-militaerischen-fehler-haben-usa-israel-und-iran-gemacht\/","title":{"rendered":"Ein Monat Krieg im Nahen Osten: Welche milit\u00e4rischen Fehler haben USA, Israel und Iran gemacht?"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/now-news.de\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2026\/03\/69c93823b480cc48b77734b6.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_1 \">\n                Die gemeinsame Milit\u00e4roperation der USA und Israels gegen Iran dauert nun schon \u00fcber einen Monat an. Durch die Angriffe wurde die oberste F\u00fchrung der Islamischen Republik ausgeschaltet; der milit\u00e4rischen Infrastruktur wurde schwerer Schaden zugef\u00fcgt. Es ist jedoch nicht gelungen, Teheran zur Kapitulation zu zwingen.\n            <\/div>\n<p><\/p>\n<div class=\"Text-root Text-type_5 ArticleView-text ViewText-root \">\n<p><em>Von Andrei Restschikow<\/em><a><\/a><strong><\/strong><\/p>\n<p>Am Samstag, dem 28. M\u00e4rz, wird es genau einen Monat her sein, dass die USA und Israel Iran angegriffen haben. In den Vereinigten Staaten erhielt diese Kampagne den Namen &#8220;Epische Wut&#8221;, in Israel &#8220;Der br\u00fcllende L\u00f6we&#8221;. Als Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die Aggression wurden das Scheitern der Diplomatie bez\u00fcglich des Atomprogramms Teherans und die Notwendigkeit genannt, eine &#8220;unmittelbare Bedrohung&#8221; zu beseitigen. Ein weiterer Ausl\u00f6ser waren die Massenproteste innerhalb der Islamischen Republik, die von Washington unterst\u00fctzt wurden.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Am ersten Tag des Krieges f\u00fchrten die Streitkr\u00e4fte der USA und Israels rund 900 koordinierte Luftangriffe auf die milit\u00e4rische Infrastruktur Irans durch, darunter Fabriken zur Herstellung von Drohnen, Luftabwehrsysteme und Entwicklungszentren f\u00fcr U-Boote in Isfahan. Donald Trump bezeichnete die vollst\u00e4ndige Zerst\u00f6rung der Raketenindustrie, der Seestreitkr\u00e4fte und des Nuklearpotenzials des Gegners als Ziel.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Im Verlauf der ersten Angriffswelle in Teheran kamen der oberste F\u00fchrer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, sowie etwa 40 Amtstr\u00e4ger ums Leben, darunter der Verteidigungsminister und der Kommandeur der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC). Die Macht ging sofort auf einen provisorischen F\u00fchrungsrat \u00fcber, und sp\u00e4ter wurde Modschtaba Chamenei \u2013 der \u00e4lteste Sohn des verstorbenen Staatschefs \u2013 zum neuen F\u00fchrer ernannt.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Der Raketenangriff der USA auf eine M\u00e4dchenschule im iranischen Minab hat weltweit gro\u00dfe \u00f6ffentliche Emp\u00f6rung ausgel\u00f6st. Dabei kamen 168 Kinder sowie 14 Lehrer und Mitarbeiter der Einrichtung ums Leben. Nach vorl\u00e4ufigen Angaben bel\u00e4uft sich die Gesamtzahl der Todesopfer derzeit auf 1.400 bis 2.000 Menschen, darunter zahlreiche Zivilisten (von denen mehr als 200 Kinder waren). Dar\u00fcber hinaus geben die Angriffe in der N\u00e4he des iranischen Kernkraftwerks Buschehr Anlass zu gro\u00dfer Sorge, da sie die Gefahr eines Strahlungsaustritts und irreversible humanit\u00e4re und \u00f6kologische Folgen f\u00fcr die gesamte Region mit sich bringen.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Der Konflikt eskalierte jedoch schnell von gezielten Angriffen zu einem umfassenden regionalen Krieg unter Beteiligung mehrerer Staaten. Teheran f\u00fchrt die Vergeltungsoperation &#8220;Wahres Versprechen \u2013 4&#8221; durch und startet massive Raketen- und Drohnenangriffe nicht nur auf Israel, sondern auch auf US-Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte in Bahrain, Katar, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE).<strong><\/strong><\/p>\n<p>Bereits am 1. M\u00e4rz k\u00fcndigte die IRGC den Beginn einer &#8220;neuen Phase&#8221; von Vergeltungsschl\u00e4gen an und feuerte ballistische Raketen auf den US-Flugzeugtr\u00e4ger USS Abraham Lincoln ab. V\u00f6llig \u00fcberraschend kam der j\u00fcngste Raketenangriff auf den britisch-amerikanischen St\u00fctzpunkt auf der Insel Diego Garcia im Indischen Ozean. Iran hat gezeigt, dass er europ\u00e4ische Hauptst\u00e4dte bedrohen kann.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Obwohl die USA die iranische Flotte praktisch vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt haben, wurde die Stra\u00dfe von Hormus, durch die etwa 20 Prozent des weltweiten \u00d6ltransports flie\u00dfen, teilweise blockiert. Dies l\u00f6ste eine heftige Reaktion der Weltm\u00e4rkte und einen sprunghaften Anstieg der Energiepreise aus. Teheran hat Schiffen aus befreundeten L\u00e4ndern \u2013 Russland, China, Indien, Irak und Pakistan \u2013 die Durchfahrt gestattet.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus haben die Kampfhandlungen auch Syrien und den Libanon erfasst, wo Israel Angriffe gegen die schiitische Organisation &#8220;Hisbollah&#8221; fliegt, die als Stellvertreter Irans bezeichnet wird. Im Libanon sind Hunderttausende Menschen zu Fl\u00fcchtlingen geworden. Auch \u00fcber den Absturz von Tr\u00fcmmern von Raketen und Drohnen in Aserbaidschan, auf Zypern und in der T\u00fcrkei wurde berichtet.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Der Beginn der Luftangriffe gegen Iran l\u00f6ste eine der schwersten Krisen innerhalb der NATO der letzten Jahrzehnte aus. Die meisten europ\u00e4ischen L\u00e4nder, darunter Deutschland, Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Spanien, weigerten sich, an der Operation teilzunehmen oder Schiffe zur \u00d6ffnung der Stra\u00dfe von Hormus zu entsenden. Die T\u00fcrkei nahm eine der h\u00e4rtesten Positionen ein; sie verurteilte die Angriffe als Versto\u00df gegen das V\u00f6lkerrecht und sperrte ihren Luftraum f\u00fcr amerikanische Streitkr\u00e4fte.<strong><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Trump bezeichnete die Weigerung zur Unterst\u00fctzung als &#8220;dummen Fehler&#8221; und erkl\u00e4rte, die NATO sei ein &#8220;Papiertiger&#8221;.<strong><\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Er bezeichnete die Situation als &#8220;Loyalit\u00e4tspr\u00fcfung&#8221; und merkte an, dass sich die USA diejenigen merken w\u00fcrden, die sie in der Stunde der Not nicht unterst\u00fctzt h\u00e4tten. Damit haben die Ereignisse rund um Iran die zuk\u00fcnftige Einheit des B\u00fcndnisses im Falle einer gr\u00f6\u00dferen globalen Krise in Frage gestellt.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Letzte Woche versch\u00e4rfte Trump die Eskalation und drohte, die iranischen Energieanlagen &#8220;von der Erde zu tilgen&#8221;, sollte die Stra\u00dfe von Hormus nicht innerhalb von 48 Stunden freigegeben werden. Am Freitag k\u00fcndigte der US-Pr\u00e4sident an, das Moratorium f\u00fcr Angriffe auf iranische Energieanlagen aufgrund andauernder nicht \u00f6ffentlicher Verhandlungen bis zum 6. April zu verl\u00e4ngern. Teheran bestreitet jedoch die Existenz von Verhandlungen und bezeichnet die Erkl\u00e4rungen der USA als Propaganda.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Zudem wurde berichtet, dass die USA \u00fcber Vermittler (Pakistan) Iran einen 15-Punkte-Plan f\u00fcr eine friedliche L\u00f6sung \u00fcbermittelt h\u00e4tten. Trump \u00e4u\u00dferte in privaten Gespr\u00e4chen, dass er den Konflikt in den n\u00e4chsten Wochen beenden und ein langwieriges Szenario vermeiden wolle. Als Reaktion darauf stellte Teheran Gegenforderungen: volle Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus, die Einstellung der Angriffe auf Iran und den Libanon sowie die Zahlung von Reparationen. In Israel wurde die Absicht bekundet, die Operation auszuweiten und als Reaktion auf die anhaltenden Raketenangriffe auf St\u00e4dte neue Ziele anzugreifen.<strong><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Russland, China und viele andere L\u00e4nder rufen zu einem sofortigen Waffenstillstand und zur Aufnahme eines Dialogs auf, um eine globale Eskalation zu vermeiden.<strong><\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Westliche Medien berichten unter Berufung auf Quellen im Pentagon und im Kongress, dass die USA eine Bodenoffensive gegen Iran vorbereiten. Den Medien zufolge k\u00f6nnten mindestens 10.000 Soldaten in die Region verlegt werden, und eine Bodenoffensive sei in K\u00fcrze geplant.<strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Die USA haben keinen Plan B ausgearbeitet<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p>Experten zufolge ist nach einem Monat der Operation offensichtlich geworden, dass der urspr\u00fcngliche Plan der USA und Israels, Iran schnell zu besiegen und zu schw\u00e4chen, nicht aufgegangen ist. Entgegen den Erwartungen kam es trotz der Eliminierung vieler hochrangiger F\u00fchrungskr\u00e4fte zu keiner inneren Destabilisierung in der Islamischen Republik; das Regierungssystem funktioniert weiterhin.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Mehr noch: Iran begann, die Initiative rasch an sich zu rei\u00dfen, indem er die Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus \u00fcbernahm und die USA und Israel in langwierige Kampfhandlungen verwickelte. Washington hatte offenbar keinen Plan B und sucht nun fieberhaft nach neuen Optionen \u2013 von verst\u00e4rkten Luftangriffen bis hin zu einem m\u00f6glichen Versuch, die Inseln in der Meerenge zu erobern.<strong><\/strong><\/p>\n<p>Der Milit\u00e4rexperte Juri Ljamin ist der Meinung:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Es entsteht der Eindruck, dass die USA keinen vorbereiteten Plan B hatten, falls das Hauptszenario scheitern sollte. Die nachfolgenden Ma\u00dfnahmen \u2013 Versuche, die Angriffe zu verst\u00e4rken, Drohungen gegen das iranische Energiesystem \u2013 wirkten wie ein Druck aus der Tr\u00e4gheit und eine verzweifelte Suche nach neuen Hebeln. Dabei zeigten die Drohungen keine Wirkung: Die Antwort Irans auf m\u00f6gliche Angriffe auf Energieanlagen regionaler Verb\u00fcndeter der USA f\u00fchrte dazu, dass sich die ultimative Rhetorik allm\u00e4hlich verschob.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Seinen Worten zufolge war die iranische Strategie von Anfang an konsequent: die USA und Israel in langwierige Kampfhandlungen zu verwickeln, die Angriffe auszuhalten, m\u00f6glichst gro\u00dfen Gegenschaden anzurichten und letztendlich Verhandlungen zu f\u00fcr Iran akzeptablen Bedingungen zu erreichen. Der Experte erkl\u00e4rte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Iran geht davon aus, dass der politische und wirtschaftliche Preis des Krieges f\u00fcr die amerikanische F\u00fchrung zu hoch werden wird. Solange Washington zu solchen Verhandlungen nicht bereit ist, ebenso wie Teheran nicht bereit ist, die amerikanischen Forderungen zu akzeptieren, dauern die Kampfhandlungen an.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Dabei sind keine sichtbaren Anzeichen f\u00fcr Meinungsverschiedenheiten innerhalb der iranischen F\u00fchrung hinsichtlich einer Eskalation oder eines diplomatischen Auswegs zu erkennen. Ljamin sagte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Iran zeigt in Krisenzeiten traditionell eine beneidenswerte Einigkeit und schlie\u00dft die Reihen, um die Integrit\u00e4t des Landes und des politischen Systems zu bewahren. Dieses Modell, das bereits in den Jahren des Iran-Irak-Kriegs erprobt wurde, erm\u00f6glicht es, schwere Krisen zu \u00fcberstehen. Derzeit sieht die Situation \u00e4hnlich aus.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Obwohl das iranische Luftabwehrsystem bereits in den fr\u00fchen Phasen schwere Verluste erlitten hat, wurde von Anfang an eine &#8220;Hinterhalt&#8221;-Taktik gew\u00e4hlt.<strong><\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der Experte argumentierte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Flugabwehrsysteme nutzen vorwiegend passive Ortungsmittel (optoelektronische Systeme) und Mittel mit geringer Reichweite, wodurch die Bedrohung f\u00fcr die gegnerische Luftfahrt aufrechterhalten wird. Diese Taktik hat bereits zu Verlusten gef\u00fchrt: Die Amerikaner haben die Zerst\u00f6rung von mindestens zw\u00f6lf MQ-9-Drohnen best\u00e4tigt, auch bei Israel k\u00f6nnten die Verluste in die Dutzende gehen. Die Bedrohung zwingt die Luftstreitkr\u00e4fte der USA und Israels zu vorsichtigem Handeln. Der Vorfall mit der F\/A-18, die unter Beschuss eines tragbaren Flugabwehrraketensystems geriet, und der Fall der abgeschossenen F-35 zeigen, dass das Risiko weiterhin besteht.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Was die Flotte betrifft, so war sich Iran von Anfang an der Unm\u00f6glichkeit einer direkten Konfrontation mit der US-Marine bewusst. Ljamin erkl\u00e4rte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Deshalb wurde f\u00fcr den Fall eines gro\u00dfen Krieges nicht auf gro\u00dfe Schiffe gesetzt (die einen solchen Konflikt nicht \u00fcberleben w\u00fcrden), sondern auf zahlreiche kleine Boote, die selbst unter Bedingungen einer vollst\u00e4ndigen \u00dcberlegenheit des Gegners operieren k\u00f6nnen. Genau diese Boote sind weiterhin aktiv in der Stra\u00dfe von Hormus im Einsatz, was durch Satellitenaufnahmen best\u00e4tigt wird.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Die gr\u00f6\u00dften Fehler der Konfliktparteien<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p>Der Politologe Alexei Netschajew blickt anders auf den vergangenen Kriegsmonat zur\u00fcck. Seiner Meinung nach hat keine der Parteien das Ergebnis erzielt, auf das sie gehofft hatte. Auf seinem <em>Telegram<\/em>-Kanal <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/t.me\/nechaev_017\/492\">schrieb<\/a> er:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Die USA haben versucht, eine strategische Aufgabe mit taktischen Mitteln zu l\u00f6sen \u2013 und das mit nur einer einzigen Operation. Doch die Hoffnung auf einen schnellen Zusammenbruch des iranischen Systems hat sich nicht erf\u00fcllt. Stattdessen droht eine Verstrickung in einen Konflikt mit steigenden Kosten und ohne erkennbaren Ausweg vor dem Hintergrund der bevorstehenden Kongresswahlen.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Israels Hoffnung auf einen inneren Zusammenbruch Irans hat zum Verlust der Kontrolle \u00fcber die Dynamik des Konflikts gef\u00fchrt.<strong><\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Der Politologe z\u00e4hlte auf:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Iran hat den Schlag \u00fcberstanden, aber die entscheidenden Schwachstellen seines Systems offenbart: die Unf\u00e4higkeit, die eigene Elite zu sch\u00fctzen; das Fehlen direkter Druckmittel gegen\u00fcber den USA; ein Atomprogramm, das Risiken f\u00fcr Iran selbst birgt, seine Gegner aber nicht in Schach h\u00e4lt.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Seiner Meinung nach sind die USA in diesem Konflikt von ihrer gewohnten Kombination aus Sanktionen, Diplomatie, Druck \u00fcber internationale Institutionen und gezielten Milit\u00e4roperationen abgewichen und haben beschlossen, mit einer einzigen Operation &#8220;alles auf einmal zu erreichen&#8221;. Der Experte erkl\u00e4rte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Das Ergebnis war das Gegenteil. Iran ist nicht zusammengebrochen \u2013 er hat seine Steuerbarkeit und seine F\u00e4higkeit zu Gegenma\u00dfnahmen bewahrt. Mehr noch: Teheran hat begonnen, den USA in den sensibelsten Bereichen Kosten zu verursachen: \u00fcber die Logistik (Stra\u00dfe von Hormus), \u00fcber den \u00d6l- und Gasmarkt und \u00fcber Amerikas Verb\u00fcndete in der Region.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>In dieser Situation bleibt den USA die M\u00f6glichkeit, sich aus dem Krieg zur\u00fcckzuziehen oder eine Eskalation in Form einer Bodenoffensive zu riskieren, was &#8220;mit ziemlicher Sicherheit einen langwierigen Zerm\u00fcrbungskrieg bedeuten w\u00fcrde \u2013 genau jenes &#8216;zweite Vietnam&#8217;, das man in Washington am meisten f\u00fcrchtet&#8221;. Zu den weiteren Optionen geh\u00f6ren ein Einfrieren des Konflikts oder der Versuch, \u00fcber Vermittler ein Abkommen mit Teheran zu schlie\u00dfen. Der Experte ist der Meinung:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Die beiden letztgenannten Optionen erscheinen politisch unhaltbar, doch in der gro\u00dfen Politik werden sie manchmal zur einzig m\u00f6glichen L\u00f6sung.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Zu den Hauptfehlern Israels geh\u00f6rt die Entscheidung, die iranische F\u00fchrungsspitze zu beseitigen, in der Hoffnung, das Regime zu destabilisieren und zu st\u00fcrzen.<strong><\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Einer Version zufolge hat man in Israel jedoch &#8220;die Bereitschaft der Iraner zu Protesten \u00fcbersch\u00e4tzt und die Stabilit\u00e4t des Regimes untersch\u00e4tzt&#8221;. Netschajew erkl\u00e4rte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Eine solche Erkl\u00e4rung kommt beiden Seiten gelegen: Die USA erhalten eine Antwort auf die Frage, warum sie einen schlecht vorbereiteten Krieg begonnen haben, und Israel entgeht dem Vorwurf, seinen Verb\u00fcndeten manipuliert zu haben.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Was Iran betrifft, so hat auch er Fehler begangen. Dazu z\u00e4hlen die schwache Arbeit des Geheimdienstes, das Fehlen direkter Druckmittel gegen\u00fcber den USA und die Fehleinsch\u00e4tzung in der Atomfrage. Der Politologe f\u00fcgte hinzu:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;All diese Faktoren h\u00e4ngen miteinander zusammen und erkl\u00e4ren in ihrer Gesamtheit, warum Teheran auf einen Konflikt dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung nicht vorbereitet war.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Seinen Worten zufolge verf\u00fcgt Iran zwar \u00fcber Ressourcen, doch das Problem liege in der Staatsstruktur und in der Kultur der Elite selbst. Der Experte erkl\u00e4rte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Im Land fehlt ein zentralisiertes System zum Schutz der F\u00fchrung. Jeder verl\u00e4sst sich auf seinen pers\u00f6nlichen Sicherheitsdienst, der sich aus Verwandten und Vertrauten zusammensetzt. Ein solcher Schutz kann dem &#8216;\u00c4lteren&#8217; keine Sicherheitsvorschriften auferlegen \u2013 das widerspricht der traditionellen Hierarchie.<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>Hinzu kommt ein kultureller Faktor: In der iranischen Tradition muss eine angesehene Person \u00f6ffentlich auftreten, von einem Gefolge umgeben und mit der Familie verbunden sein. Eine Abkehr davon ist ein Versto\u00df gegen die Norm.<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>Unter Kriegsbedingungen erweist sich die Gewohnheit als st\u00e4rker als der Selbsterhaltungstrieb. Die Bewegungen der Schl\u00fcsselfiguren bleiben vorhersehbar, die Kommunikationswege verwundbar, das Kommando anf\u00e4llig f\u00fcr Angriffe.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Iran ist in der Lage, Schaden anzurichten, &#8220;kann die USA aber nicht zum Frieden zwingen&#8221;. Der Politologe erkl\u00e4rte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Das ist eine grundlegende Einschr\u00e4nkung: Selbst wenn Teheran \u00fcber die Ressourcen f\u00fcr Vergeltungsschl\u00e4ge verf\u00fcgt, ist es nicht in der Lage, Washington zum Einhalten zu zwingen.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Auch Teherans strategisches Kalk\u00fcl, den arabischen Monarchien am Persischen Golf Probleme zu bereiten, ist fehlgeschlagen. Netschajew merkte an:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Die Monarchien erleiden zwar Verluste, doch auch ihnen fehlen die Hebel, um die USA zu einem Kurswechsel zu zwingen. Washington wiederum ist nicht bereit, wegen der Probleme seiner Verb\u00fcndeten, deren Loyalit\u00e4t f\u00fcr die USA selbstverst\u00e4ndlich ist, innezuhalten. Infolgedessen befindet sich Iran in einer Lage, in der er den Schaden zwar vergr\u00f6\u00dfern, den Krieg aber nicht beenden kann.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Nach einem Monat hat keine der beiden Seiten das Ergebnis erzielt, auf das sie gehofft hatte.<strong><\/strong><\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Den USA ist es nicht gelungen, die Operation in einen schnellen Sieg zu verwandeln \u2013 und sie werden in einen Konflikt hineingezogen, der immer mehr Ressourcen und Aufmerksamkeit erfordert, w\u00e4hrend sich Israel in einer Situation befindet, &#8220;in der seine Strategie immer st\u00e4rker von den Entscheidungen Washingtons abh\u00e4ngt&#8221;. Der Politologe sagte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Iran hat den Schlag \u00fcberstanden und die Kontrolle bewahrt, befindet sich aber weiterhin in einer Phase des Zerm\u00fcrbungskriegs, die seine Entwicklung blockiert. Und das ver\u00e4ndert die Logik des Konflikts: Je mehr in den Krieg investiert wird, desto schwieriger ist es, aus ihm herauszukommen.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Das wahrscheinlichste Szenario ist laut Netschajew eine weitere Eskalation. Er prognostizierte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Weniger wahrscheinlich ist ein Zwischenabkommen, das den Konflikt vor\u00fcbergehend einfriert, um ihn sp\u00e4ter auf eine neue Ebene zu heben.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00f6gliche Entwicklungen des Konflikts<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p>Nach Ansicht von Ljamin stellt der aktuelle Krieg an sich eine erhebliche Abkehr von der bisherigen Politik Washingtons dar. Der Experte erkl\u00e4rte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Die USA haben Israel jahrzehntelang unterst\u00fctzt, aber stets eine direkte gemeinsame Beteiligung an einem gro\u00dfangelegten Konflikt vermieden. Im vorliegenden Fall hat die Allianz zwischen den USA und Israel ihren H\u00f6hepunkt erreicht: Es handelt sich um einen gemeinsamen Krieg beider L\u00e4nder gegen Iran.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Gleichzeitig haben die Ereignisse gezeigt, dass der Einfluss der arabischen Monarchien am Persischen Golf, die diesen Krieg bef\u00fcrchteten und nicht wollten, bei der Entscheidungsfindung deutlich hinter dem Einfluss Israels zur\u00fcckblieb. Ihre Meinung wurde im Grunde genommen ignoriert. Ljamin prognostizierte:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Eine diplomatische L\u00f6sung ist in naher Zukunft nicht zu erwarten, da die Parteien weiterhin gegenseitig inakzeptable Forderungen stellen. H\u00f6chstwahrscheinlich werden die USA einen weiteren Versuch unternehmen, die Situation zu wenden. Dies k\u00f6nnte entweder eine Verst\u00e4rkung der Luftstreitkr\u00e4fte und eine massive Ausweitung der Bombardements sein oder die Durchf\u00fchrung einer begrenzten Demonstrationsoperation \u2013 beispielsweise zur Eroberung von Inseln in der Stra\u00dfe von Hormus oder eines \u00d6lterminals auf der Insel Charg.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p>Die Notwendigkeit solcher Ma\u00dfnahmen, erkl\u00e4rte der Experte, ergebe sich aus dem Widerspruch zwischen den Erkl\u00e4rungen zur Zerst\u00f6rung des milit\u00e4rischen Potenzials Irans und der Aufrechterhaltung der iranischen Kontrolle \u00fcber die Meerenge, wo derzeit ohne Genehmigung Teherans kein einziges Schiff passieren darf. Ljamin fasste zusammen:<strong><\/strong><\/p>\n<p><em>&#8220;Je nach Erfolg oder Misserfolg dieser Ma\u00dfnahmen wird es m\u00f6glich sein, \u00fcber weitere diplomatische Schritte zu sprechen.&#8221;<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem\u00a0<\/em><a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/vz.ru\/world\/2026\/3\/28\/1405918.html\"><em>Russischen<\/em><\/a><em>. Der Artikel ist am 28. M\u00e4rz 2026 zuerst auf der Homepage der Zeitung Wsgljad erschienen.<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Andrei Restschikow<\/em><\/strong><em>\u00a0ist Analyst bei der Zeitung Wsgljad.<\/em><strong><\/strong><\/p>\n<p><strong>Mehr zum Thema<\/strong> &#8211; <a rel=\"nofollow\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/rtde.press\/meinung\/274791-iran-krieg-zeigt-strategischen-grenzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Iran-Krieg zeigt die strategischen Grenzen taktischer Schl\u00e4ge<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><br \/>\n<br \/><a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/275234-monat-krieg-im-nahen-osten\/\">Source link <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gemeinsame Milit\u00e4roperation der USA und Israels gegen Iran dauert nun schon \u00fcber einen Monat an. Durch die Angriffe wurde die oberste F\u00fchrung der Islamischen Republik ausgeschaltet; der milit\u00e4rischen Infrastruktur wurde schwerer Schaden zugef\u00fcgt. Es ist jedoch nicht gelungen, Teheran zur Kapitulation zu zwingen. Von Andrei Restschikow Am Samstag, dem 28. 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